Diuretika dienen der Erzeugung einer negativen Flüssigkeitsbilanz im Körper. Dazu erhöhen fast alle Diuretika die Ausscheidung von Natrium in der Niere, sodass osmotisch Wasser gebunden und mit ausgeschieden wird. Die verschiedenen Diuretika greifen an unterschiedlichen Stellen des Tubulus-Systems an.
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Bild: “Water down the drain” von David Blackwell. Lizenz: CC BY 2.0

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Übersicht der verschiedenen Diuretika

Eine Übersicht über die verschiedenen renalen Zielstrukturen sowie die damit erreichte Wirkung gibt die folgende Tabelle:

 Diuretika Wirkstoffe Renale Zielstruktur Auswirkung auf Serumelektrolyte Effektivität bei der Wasserausscheidung
Carboanhydrase-Hemmstoffe Acetazolamid, Dorzolamid,
Brinzolamid
Proximaler TubulusHemmung der Carboanhydrase Verringertes Na+ und HCO3-Erhöhtes H+

Evtl. Hypokaliämie/
Hyperglykämie

Kaum noch Anwendung als Diuretikum wegen Elektrolyt- und Bikarbonatverlust
Schleifendiuretika Furosemid, Bumetanid,
Piretanid, Torasemid
Dicker aufsteigender Teil der Henle-SchleifeLuminaler Na+, K+, 2ClSymporter, verringerte Rückresorption Verringertes K+, Na+, Cl, Ca2+, Mg2+Verringerte H2O-Resorption im Sammelrohr (aufgrund des verändertes osmotischen Gradienten)

Evtl. Hyperglykämie/
Hyperurikämie

Effektivste Diuretika (20 – 30 % des Glomerulumfiltrats)
Thiaziddiuretika und Thiazid-Analoga Hydrochlorothiazid, Chlorthalidon
Mefrusid, Xipamid
Frühdistaler TubulusHemmung des Na+-Cl-Co-Transporters, verringerte NaCl-Rückresorption Verringertes Na+, Clund Mg2+Verringertes K+ (weil im spätdistalen Tubulus viel Na+ gegen K+ ausgetauscht werden kann)

Erhöhtes Ca2+

Evtl. Hyperglykämie

Evtl. Hyperurikämie

 

Mäßige Wirkung (10 – 15 % des Glomerulumfiltrats)
Kaliumsparende Diuretika Amilorid, Triamteren Spätdistaler Tubulus und SammelrohrHemmung von Na+-Kanälen Verringertes Na+Erhöhtes K+ Geringe Wirkung (2 – 4 % des Glomerulumfiltrats)
Aldosteron-Antagonisten Spironolacton, Kalium-Canrenoat, Eplerenon spätdistaler Tubulus und SammelrohrKompetitive Hemmung am zytosolischen Mineralocorticoid-Rezeptor Verringertes Na+Erhöhtes K+ Geringe Wirkung (2 –3 % des Glomerulumfiltrats)
Osmotische Diuretika Mannit, Sorbit UnspezifischWirken im gesamten Tubulus-Lumen osmodiuretisch

Werden glomerulär filtriert und nicht rückresorbiert

Evtl. erhöhtes Na+ Geringe Wirkung (2 – 3 % des Glomerulumfiltrats)
Methylxanthine Theophyllin, Theobromin,
Coffein
Antagonist am Adenosinrezeptor (Subtyp A1)Vermutlich Hemmung des basolateralen Na+-HCO3-Co-Transporters im proximalen Tubulus Verringertes Na+ und HCO3 -Erhöhtes H+ Geringer Wert als Diuretikum aufgrund unerwünschter Wirkungen

Quellen

Aktories, Klaus u.a.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage – Elsevier 2013

ALLEX Alles fürs Examen Band C – Thieme 2012

AMBOSS Medizinwissen

Roewer, Norbert u.a.: Anästhesiologische Pharmakotherapie: Von den Grundlagen der Pharmakologie zur Medikamentenpraxis, 3. Auflage – Thieme 2014

Wuttke, Henrike; Eschenhagen, Thomas: Hamburger Pharmakologie-Repetitorium: Eine Übersicht klinisch relevanter arzneitherapeutischer Fakten, 3. Auflage – Institut für Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie und Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 2014

 

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