Die klassische Situation des anaphylaktischen Notfalles: Sie werden als Notarzt zu einem Kind gerufen, das beim Spielen im Freibad von einer Wespe gestochen wurde. Bei Ihrem Eintreffen ist der kleine Patient kaum noch ansprechbar, die
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Bild: „Stingless bee 1, f, face, peru_2014-07-30-12.33.22 ZS PMax“ von USGS Bee Inventory and Monitoring Lab. Lizenz: Public Domain


Haut gerötet und mit Quaddeln übersät.  Der Karotispuls ist kaum noch tastbar. Das angeschlossene EKG zeigt eine Tachykardie von 180/min. Zudem registrieren Sie  ein starkes Giemen und Brummen über allen Lungenabschnitten. Die Diagnose anaphylaktischer Schock ist rasch gestellt. Doch wie handeln Sie in der Situation richtig? Und wie kommt es zur Entstehung des Krankheitsbildes? Antworten darauf finden Sie hier.

Allergische Reaktion vom Typ-I-Sofort-Typ

Allergien werden in vier verschiedenen Typen nach Coombs und Gell unterteilt: Sofort-Typ, zytotoxischer Typ, Immunkomplex-Typ, Spät-Typ. Der anaphylaktische Schock zählt zum Typ I: Sofort-Typ. Hauptsächlich ausgelöst wird dieser durch:

  • Nahrungsmittel (Nüsse, Soja, usw.)
  • Insektengifte
  • Medikamente (Metamizol, Penicilline, NSAR)
  • Infektbedingt
  • Inhalativ (Pollen, Latex, usw.)

Die komplexe immunologische Reaktion läuft in gekürzter Form pathophysiologisch so ab: Bevor eine allergische Reaktion stattfinden kann, muss vorher ein „first exposure“ mit dem Antigen erfolgt sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei die IgE-Antikörper, welche an Oberflächen von  Mastzellen binden. Kommt es zum Zweitkontakt mit dem Allergen vernetzen sich die gebundenen IgE-AK und führen zur Degranulation der Mastzellen. Es kommt zur Freisetzungen von Entzündungsmediatoren, vor allem von Histamin und Prostaglandinen mit nachfolgender Dilatation und Permeabilitätssteigerung der Gefäße.

Der anaphylaktische Schock als Maximalform der allergischen Typ 1- Reaktion basiert auf der Umverteilung des Blutvolumens in die Peripherie (Distributiver Schock). Aufgrund des „relativen Volumenmangels“ kommt es zu einer Abnahme des Herzzeitvolumens. Die Gewebeperfusion nimmt ab. Gewebehypoxie und Störungen der Zellfunktion sind die Folge.

Anaphylaktische Symptome

Symptome Histaminausschüttung bewirkt…
Bronchospasmus, Koliken und Rhinitis, Konjunktivitis, Asthma bronchiale, Dyspnoe periphere Vasodilatation und erhöhte Gefäßpermeabilität
Erythem Ansammlung des Blutes im Kapillarbett
Ödeme, Lungenödem Flüssigkeitsverschiebung ins Interstitium
Juckreiz Urtikaria
Hitzegefühl, Schwindel, Exanthem >> Hypotension, Larynxödem, Bronchospasmus mit Dyspnoe, Tachykardie, Vigilanzminderung >> Kreislaufversagen mit Multiorganversagen! Hypovolämie, Hypoxie, Vasodilatation

Akute Therapie

Die Behandlung des Anaphylaktischen Schockes beinhaltet neben der Beseitigung des Allergens folgende Maßnahmen, die sich nach dem Grad der Anaphylaxie richten:

  • die Verbesserung der Gewebsoxygenierung durch Sauerstoffgabe
  • die intravenöse Verabreichung von hochdosierten Kortikosteroiden (z.B. Prednisolon), sowie H1- und H2- Antihistaminika
  • die Gabe von Adrenalin (i.m. oder i.v.)
  • den Ausgleich des Volumendefizites durch Kristalloide und
  • die Gabe eines schnell wirksamen inhalativen β2-Sympathomimetikums.
  • Bereitschaft zur endotrachealen Intubation ab einem GCS- Score von < 8
  • Bereitschaft zur Reanimation

Die Prophylaxe eines anaphylaktischen Schocks

  • Hyposensibilisierung: Die spezifische Immuntherapie (SIT) kann zur prophylaktischen Sensibilisierung gegenüber bestimmtern Allergenen, z. B. Bienen- oder Wespengift sowie bestimmten Pollenarten, eingesetzt werden. Durch eine stetige Steigerung des injizierten (subkutan oder sublingual) Antigens in minimaler Dosierung soll eine physiologische statt der überschießenden IgE-AK-Produktion erreicht werden. Von einer Hyposensibilisierung profitieren vor allem jüngere Patienten mit einer monovalenten Allergie. Die Therapie dauert oft Jahre und zeigt bei etwa 2/3 der Patienten anhaltende Wirkung.
  • Notfall-Set: H1-Antihistaminikum, Glukokortikoid und Adrenalin soll der entsprechend instruierte Patient immer bei sich tragen.
  • Muttermilchernährung: Verringerung der Ausbildung einer atopischen Prädisposition durch ausschließliche Muttermilchernährung in den ersten 4-6 Monaten.
  • Reizklimaorte: Verlagerung des Lebensortes in Küstenregionen und Hochgebirge und natürlich meidende Expositionsprophylaxe!

Quellen und Literatur zum Thema

AWMF: S2 Leitlinie zu Akuttherapie undManagement der Anaphylaxie


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