Die Nebenniere ist an der Produktion und Sekretion diverser Hormone beteiligt und steuert darüber viele unterschiedliche Stoffwechselwege. Entsprechend gehen Funktionsstörungen der Nebenniere mit einem erheblichen Einfluss auf viele Körperfunktionen einher. Im Zentrum dieser Erkrankungen stehen der Hyperkortisolismus, der Hyperaldosteronismus, die Nebennierenrindeninsuffizienz und das Phäochromozytom. Medizinstudierende sollten insbesondere die Pathophysiologie der Regelkreise dieser Erkrankungen kennen. Mit diesem Artikel verschaffen wir Ihnen eine Übersicht für klinische Prüfungen und Hammerexamen.
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die Nebenniere mit mikroskopischer Darstellung

Bild: “Adrenal Glands” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0


Die Nebenniere

Die Nebenniere ist ein zentrales Organ verschiedener hormoneller Stoffwechselkreisläufe. Das Nebennierenmark entspricht einem peripheren sympathischen Ganglion und ist für die Produktion von Adrenalin und Noradrenalin zuständig. Die Nebennierenrinde besteht aus drei anatomisch und funktionell unterschiedlichen Schichten und dient der Produktion von Mineralokortikoiden (Aldosteron), Glukokortikoiden (Cortisol) und Androgenen (Dehydroepiandrosteron, Androstendion).

Histologie der Nebenniere

Bild: “Histologischer Aufbau der Nebenniere (Schichten)” von Marc Gabriel Schmid. Lizenz: Gemeinfrei

Die Synthese und Sekretion dieser verschiedenen Hormone unterliegt einem komplexen System aus unterschiedlichen Enzymkaskaden und funktionellen Regelkreisen. Zu diesen Regelkreisen gehört das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und die neuronalen Steuerungszentren (Hypothalamus und Hypophyse). Es ist leicht vorstellbar, dass verschiedene Störungen in diesen fein abgestimmten Systemen unterschiedliche Erkrankungen bedingen können.

die Nebenniere mit mikroskopischer Darstellung

Bild: “Adrenal Glands” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0

Informieren Sie sich in unseren Beiträgen zu den häufigsten Nebennierenerkrankungen:

Hyperkortisolismus und Cushing-Syndrom

Der Hyperkortisolismus wird auch als Cushing-Syndrom bezeichnet und ist Folge eines chronisch erhöhten Kortisolspiegels. Bei den meisten Patienten liegt eine Langzeitbehandlung mit Glukokortikoiden zu Grunde. Prägen Sie sich die Klinik gut ein, sie wird häufig im Examen gefragt. Zu den Kardinalsymptomen gehören Stammfettsucht und Vollmondgesicht, Hypertonus und Muskelschwäche. Wie Sie den Hyperkortisolismus richtig diagnostizieren und therapieren, erfahren Sie in unserem Beitrag Hyperkortisolismus und Cushing-Syndrom.

Hyperaldosteronismus und Conn-Syndrom

Der primäre Hyperaldosteronismus, auch Conn-Syndrom genannt, beschreibt eine autonome Überproduktion von Aldosteron in der Nebennierenrinde. Der Renin-Spiegel ist hier erniedrigt. Hypertonie, metabolische Alkalose sowie in einigen Fällen auch eine Hypokaliämie gehören zu den richtungsweisenden Symptomen. Ist der Hyperaldosteronismus Folge eines erhöhten Renin-Spiegels (z.B. bei Herzinsuffizienz, Nierenarterienstenose o.a.), handelt es sich um einen sekundären Hyperaldosteronismus. Insbesondere die diagnostische Herangehensweise bei Verdacht auf ein Conn-Syndrom wird in der Prüfung gern gefragt: Das Conn-Syndrom: Primärer Hyperaldosteronismus.

Nebennierenrindeninsuffizienz

Aufgrund einer verringerten Stimulation durch den Hypothalamus oder die Hypophyse kommt es zu einer Insuffizienz der Nebennierenrinde mit verminderter Produktion der Nebennierenrinden-Hormone (Androgene, Glukokortikoide, Mineralokortikoide). Liegt der Insuffizienz eine direkte Destruktion des Nebennierenrindengewebes zu Grunde, spricht man von einem Morbus Addison. Nicht ganz einfach, hier den Überblick zu behalten? In unserem Artikel Nebennierenrindeninsuffizienz: Morbus Addison finden Sie alle prüfungsrelevanten Fakten zum Thema.

Das Phäochromozytom

Das Phäochromozytom gehört zu den Erkrankungen des Nebennierenmarks. Es ist zwar sehr selten, sollte jedoch im Rahmen von hypertensiven Krisen oder sekundärer Hypertonie als Differentialdiagnose beachtet werden. Die sich im Zuge der Urin-Diagnostik findenden, typischen Metabolite werden im Examen gern gefragt. Auch sollte man die Assoziation zum MEN2-Syndrom kennen. Unser Beitrag zum Phäochromozytom bereitet Sie auf die Prüfung bestens vor!

Quellen

Herold, G. und Mitarbeiter, Innere Medizin, 2014

Leitlinien der Deutschen Gesellschaften für Endokrinologie und Kinder- und Jugendmedizin zum Cushing Syndrom und zur Nebennierenrinden Insuffizienz

Höppner, W et al., Phäochromozytom, Dt Ärztebl 2001; 98: A 2502–2510 [Heft 39 ]

 



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