Sie sind der Mittelpunkt unserer wöchentlichen Anstrengungen im Trainingsraum: Unsere Muskeln definieren maßgeblich den Körper und werden so zum Attraktivitätsmerkmal. Viel wichtiger ist jedoch ihre Funktion als Puppenspieler hinter dem Skelett, wodurch sich Arme und Beine wie an einer Leine gezogen bewegen.
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Muskeln

Bild: “Lucas‘ muscle pose” von Sherif Salama. Lizenz: CC BY 2.0


Lesen Sie, was es für unterschiedliche Skelettmuskeltypen gibt, wie man anhand Ursprung und Ansatz die Bewegung ableiten kann und welche Hilfseinrichtungen sie nutzen.

Einteilung der Skelettmuskulatur

Histologisch werden 3 unterschiedliche Muskelgewebe differenziert:

  • glatte Muskulatur als Eingeweidemuskulatur
  • Herzmuskulatur
  • quergestreifte oder Skelettmuskulatur als Bestandteil des aktiven Bewegungsapparates

Mikroskopisch erkennt man tatsächlich eine Querstreifung, die aus der Anordnung der intrazellulären Proteine resultiert.

Makroskopisch morphologisch unterscheidet man nach der Form spindelförmige, platte, ringförmige, quadratische und dreieckige Muskeln. Vom mehrköpfigen Muskel spricht man, wenn er von mehreren Ursprüngen aus an einen Ansatz endet. Mehrbäuchig sind sie, wenn Zwischensehnen eingebaut sind.

Eine dritte Möglichkeit der Untergliederung bietet die Betrachtung des Verlaufs der Muskelfasern. Bei parallelfasrigen Muskeln verlaufen die Fasern parallel zur Achse der Sehne. Senkrecht dazu verläuft der anatomische Querschnitt. Dieser fällt hierbei mit dem physiologischen Querschnitt überein, der wiederum senkrecht zum Faserverlauf definiert ist.

Das ist bei gefiederten Muskeln nicht der Fall, da die Fasern im spitzen Winkel von der Sehnenachse abweichen. Dadurch vergrößert sich der physiologische Querschnitt und mit ihm die Kraftentfaltung. Je nachdem, aus wie vielen Richtungen die Muskelfasern in die Sehne einstrahlen, bezeichnet man sie als einseitig, zweiseitig oder mehrseitig gefiedert.

Außerdem werden noch ein- und mehrgelenkige Muskeln unterschieden. Je mehr Gelenke der Muskel überzieht, desto komplexer kann die Bewegung bei Kontraktion werden. Beispielsweise im Gesicht finden sich aber auch solche, die keine Beziehung zu einem Gelenk aufweisen. In diesem Fall werden keine Extremitäten bewegt, sondern die Gesichtshaut verzogen.

Verlauf eines Muskels

Wenn es um die Frage geht, wo lang ein Muskel verläuft, wird stets Ursprung und Ansatz angegeben, wobei der Ursprung immer proximal und der Ansatz distal liegt. Bei einer Bewegung bezeichnet man die Stelle als Punctum fixum, die fixiert bleibt und worauf sich das Punctum mobile zu bewegt.

Um daraus resultierende Bewegungsrichtungen abzuleiten, ist es zur Veranschaulichung nützlich, ein Gummiband zur Hilfe zu nehmen. Legt man das eine Ende an den Ursprung und das andere an den Ansatz, ist über das Zusammenziehen des Gummibandes das Verhalten bei Kontraktion leicht nachvollziehbar.

Hilfseinrichtungen eines Muskels

Der Muskel geht nicht direkt sondern über Sehnen in den Knochen über. Es handelt sich hierbei um straffes, kollagenes Bindegewebe, das zum Teil sehr starken Zugkräften standhalten kann. Ein stufenartiger Übergang zwischen Muskel und Sehne bzw. Sehne und Knochen verhindert bei plötzlicher, starker Beanspruchung einen Abriss.

Sehnenscheiden (Vagina tendinis) umhüllen die Sehne dort, wo sie auf Knochen aufliegt und Druck ausübt. Ähnlich wie bei einer Bursa, die ebenfalls zu den Hilfseinrichtungen gezählt wird, beinhalten auch diese synoviale Flüssigkeit und erleichtern das Gleiten auf dem Knochen. Sie besteht aus der äußeren Vagina fibrosa (festere bindegwebige Schicht) und der inneren Vagina synovialis. Übrigens: Die Bursae können bei Bedarf sogar neu angelegt werden.

Der Muskel wird außerdem von einer Muskelfaszie umgeben. Sie dient der Formgebung und als Führungsrohr, in dem die Fasern straff eingepackt sind.

Als besonderes Hilfsmittel sei hier das Sesambein genannt. Es ist eine erst knorpelige Einlagerung in die Sehne, die später verknöchert. Durch das Anheben des Ansatzwinkels kann es als Hypomochlion dienen und gleicht hohe Druckspannung dort aus, wo Sehnenscheiden allein nicht mehr ausreichend sind.

 

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