Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Das invasive Zervixkarzinom, oft auch als Gebärmutterhalskrebs bezeichnet, ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen* weltweit, wobei > 50 % der Fälle tödlich verlaufen. In Deutschland stellt das Zervixkarzinom die 13. häufigste Krebserkrankung und die Ursache von < 3 % aller Krebstodesfälle dar, was sich auf die langsame Progression von Vorläuferläsionen und ein wirksames Früherkennungsprogramm zurückführen lässt. Es gibt 2 histologische Haupttypen: das Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom und das Adenokarzinom. Humane high-risk-Papillomaviren (hrHPVs) verursachen> 99 % der Plattenepithelkarzinome und> 85 % der Adenokarzinome. Eine frühe zervikale Neoplasie verläuft in der Regel asymptomatisch und die Diagnose wird anhand routinemäßiger Screening-Methoden, einschließlich des zervikalen Papanicolaou-Tests mit Zytologie, hrHPV-Tests und Biopsie, gestellt. Die Therapie von Vorläufer- oder dysplastischen Läsionen hängt von der Schwere der Dysplasie und dem Alter der Patientin ab. Die Therapie von Zervixkarzinomen erfolgt stadienabhängig und variiert von Exzisionsbiopsie, über zervikale Konusbiopsie für mikroinvasive Karzinome, bis hin zu radikaler Hysterektomie für fortgeschrittenere Stadien. Bei extrazervikaler Ausbreitung wird eine simultane Radiochemotherapie empfohlen.

Aktualisiert: 14.04.2023

Redaktionelle Verantwortung: Stanley Oiseth, Lindsay Jones, Evelin Maza

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Epidemiologie und Risikofaktoren

Epidemiologie

  • Weltweit:
    • > 80 % der weltweiten Neuerkrankungen treten in weniger entwickelten Ländern auf
    • Vierthäufigstes Malignom der Frau*
    • Ca. 500.000 neue Fälle werden jährlich diagnostiziert
    • >250.000 Frauen* versterben jährlich daran
  • Deutschland: signifikante Reduzierung der Tumorentität u.a. durch Früherkennungsprogramme
    • 13. häufigstes Karzinom der Frau*
    • Vierthäufigstes gynäkologisches Karzinom
    • Inzidenz: 8,6 von 100.000 Frauen* (2018)
    • Mittleres Erkrankungsalter: 55 Jahre
    • In ca. 55 % der Fälle erfolgt die Erstdiagnose im Stadium T1 und T2

Risikofaktoren

Humane high-risk-Papillomaviren (hrHPVs, „onkogene Viren“) werden stark mit hochgradigen Läsionen und der Progression zu invasiven Karzinomen assoziiert.

HPV-assoziiert:

  • Früher erster Geschlechtsverkehr 
  • Promiskuität
  • Multiparität und junges Alter bei der ersten Geburt
  • Anamnese von vulvären oder vaginalen Plattenepithelkarzinomen, intraepithelialer Neoplasien oder weiteren Karzinomen
  • Immunsuppression (bspw. durch  HIV HIV Retroviren: HIV)
  • Co-Infektion mit Chlamydia trachomatis oder Herpes-simplex-Virus

Nicht-HPV-assoziiert:

Pathophysiologie

Humane Papillomaviren Humane Papillomaviren Humane Papillomaviren (HPV)

  • Dem Zervixkarzinom liegt fast immer eine persistierende Infektion mit einem der 15 Genotypen von high-risk-HPV zugrunde.
  • Die meisten HPV-Infektionen:
    • Verlaufen asymptomatisch und verursachen keine Gewebeveränderungen
    • Werden zwischen dem 20. und 24. Lebensjahr festgestellt
    • Weisen eine ↓Prävalenz nach dem 24. Lebensjahr bei Entwicklung der Immunität auf
    • Remittieren spontan:
      • 50 % in < 8 Monaten
      • 90 % in < 24 Monaten
      • Im Durchschnitt remittieren high-risk-HPV-Typen in 13 Monaten und Niedrigrisiko-Typen in 8 Monaten.
  • Da nur ein kleiner Teil der mit HPV HPV Humane Papillomaviren (HPV) infizierten Frauen an Krebs erkranken, sind wahrscheinlich weitere Risikofaktoren beteiligt.

Pathogenese

  • Örtliche Infektion von unreifen Basalepithelzellen an Eintrittsstelle:
    • Plattenepithel-Übergang (Transformationszone): zwischen dem Plattenepithel der Ektozervix und dem Zylinderepithel des Endozervix Endozervix Uterus, Cervix uteri und Tuba uterina
    • Jeder Bereich, in dem Plattenepitheltraumata und -reparaturen auftreten
    • Oberflächen, die mit reifem, intaktem Plattenepithel bedeckt sind, sind resistent gegenüber HPV-Infektionen
  • Persistenz der HPV-Infektion im reifenden Plattenepithel
  • Progression von epithelialen Zellen mit persistierender Virusinfektion zu präkanzerösen Läsionen über E6- und E7-Proteine der hrHPV:
    • In 70 % der invasiven Zervixkarzinome ist HPV HPV Humane Papillomaviren (HPV) in das Genom Genom Grundbegriffe der Genetik der Wirtszelle integriert.
      • ↑ Expression der E6- und E7-Gene
      • Dysregulation von Onkogenen in der Nähe von viralen Insertionsstellen möglich
    • E6-Protein:
    • E7-Protein:
      • Bindung des Retinoblastom Retinoblastom Retinoblastom (RB)-Proteins → RB-Abbau → setzt Kontrolle des Transkriptionsfaktors E2F frei → unkontrollierte Proliferation
      • Bindung und Inhibierung der Cyclin-abhängigen Kinaseinhibitoren (p21 und p27) → unkontrollierte Proliferation
  • Entwicklung eines invasiven Karzinoms
    • Bei Vorliegen zusätzlicher Mutationen
    • Typischerweise Auftreten nach vielen Jahren bei einer Minderheit von Frauen* mit Vorläuferläsionen

Pathologie von Vorläuferläsionen

  • Zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) sind prämaligne (präinvasive) Läsionen des zervikalen invasiven Plattenepithelkarzinoms.
    • Die SIL (englisch: squamous intraepithelial lesion)-Terminologie ist Teil des Bethesda-Systems.
    • SIL wird auch als zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) oder Dysplasie bezeichnet.
  • Das Adenocarcinoma in situ der Zervix (ACIS) ist die seltener auftretende prämaligne Läsion des zervikalen invasiven Adenokarzinoms.

SIL-Klassifizierung:

  • Leichter Dysplasiegrad (englisch: low grade squamous intraepithelial lesion; LSIL):
    • Entspricht CIN 1 (niedriggradige Dysplasie)
    • Normalerweise spontane Remission
    • Nur geringfügige Progression zu HSIL
  • Hoher Dysplasiegrad (englisch: High grade squamous intraepithelial lesion; HSIL):
    • Entspricht CIN 2 oder CIN 3 (moderate oder hochgradige Dysplasie)
    • ↑ Progressionsrisiko zum Karzinom (im Vergleich zu LSIL)
    • Fortschreitende Deregulierung des Zellzyklus Zellzyklus Zellzyklus, meist durch hrHPV

Makroskopisches Aussehen von HSIL:

  • Am häufigsten an Portio lokalisiert
  • Weißfärbung nach Auftragen von Essigsäure

Mikroskopisches Aussehen:

  • LSIL/CIN 1:
    • Unreife Plattenepithelzellen, beschränkt auf das untere Drittel des Epithels
    • Koilozytäre Atypie (perinukleäre Halos)
  • HSIL/CIN 2:
    • Mehr Atypien und Expansion von unreifen Basalzellen, die zwei Drittel der Epitheldicke beanspruchen
  • HSIL/CIN 3:
    • Auch Carcinoma in situ genannt
    • Diffuse Atypien und Reifungsverlust
    • Expansion der unreifen Basalzellen bis auf die Epitheloberfläche

Pathologie invasiver Karzinome

Makroskopisches Aussehen:

  • Exophytisch
  • Infiltrativ

Mikroskopisches Aussehen:

  • Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom Plattenepithelkarzinom:
    • 75 % der Fälle
    • Bestehend aus Nestern und Zungen von malignem Plattenepithel
    • Verhornung kann vorliegen
    • Invasion in das darunter liegende zervikale Stroma
  • Adenokarzinom
    • Ca. 20 % der Fälle
    • Bestehend aus malignen endozervikalen Zellen mit großen, hyperchromatischen Kernen
    • Geringere Mengen an Mucin als normale Drüsen
  • Adenosquamöses Karzinom
    • < 3 % der Fälle
    • Bestehend aus malignem Drüsen- und Plattenepithel
  • Neuroendokrines Zervixkarzinom (< 2 % der Fälle)
    • Ähnlichkeit im Aussehen zu kleinzelligem Bronchialkarzinom
    • Positiv für hrHPV-Typen
Mikroskopische Aufnahmen des Zervixkarzinoms

Mikroskopische Aufnahmen des Zervixkarzinoms:
(a): Histopathologische Untersuchung einer Stanzbiopsie, die ein großzelliges, nicht keratinisierendes Plattenepithelkarzinom zeigt.
(b): Höher-auflösende histopathologische Untersuchung einer Stanzbiopsie, die ein großzelliges, nicht keratinisierendes Plattenepithelkarzinom zeigt

Bild:”Role of surgery in breast metastasis from carcinoma of the cervixvon Yadav P, Manjunath N, Deo S, Shukla N, Durgapal P, Muduly DK. Lizenz: CC BY 2.0

Klinik

Allgemein

  • Im Frühstadium meist asymptomatisch
  • Häufig entdeckt in Folge von:
    • Routinemäßigem Screening auf Zervixkarzinom
    • Beckenuntersuchung, mit sichtbarer Läsion am Gebärmutterhals
  • Symptomatik kann vorliegen:
    • Vaginale Blutungen
    • Vaginaler Ausfluss
      • übelriechend
      • Wässrig, schleimig oder eitrig
      • Häufigeres Auftreten bei großen Läsionen
      • Verwechslung mit Zervizitis häufig

Fortgeschrittenes Krankheitsstadium

Symptome durch Tumorausdehnung und -invasion:

Befunde der gynäkologischen Beckenuntersuchung

  • Ulzerationen der Portio
  • Erosionen
  • Exophytisch wachsender Tumor
  • Blutungen
  • Mosaik- oder netzartige Felderung
Progressives zervikales Adenokarzinom

Ein fortgeschrittenes zervikales Adenokarzinom:
Das Bild zeigt eine schnell wachsende Raumforderung, die aus dem Gebärmutterhals herausragt.

Bild:“A case of endocervical adenocarcinoma detected 16 months after vaginal delivery” von Ulu İ, Haberal ET, Gülşen MS, Yoğurtçuoğlu EE, Kıran G, Çekmez Y, Kır G. Lizenz: CC BY 4.0

Diagnostik

Die Diagnose eines invasiven Zervixkarzinoms wird durch die histologische Untersuchung einer Zervixbiopsie gestellt.

  • Pap-Test und zytologische Bewertung
    • Nutzung zur Früherkennung von Zervixkarzinomen
    • Bewertung der Transformationszone (Risikobereich für Zervixkarzinome) durch Sammlung ektozervikaler und endozervikaler Zellen
    • Durchführung eines HPV-Testes kann begleitend stattfinden
    • Befundevaluierung anhand standardisierten Systems (Bethesda-System)
  • Kolposkopie mit Biopsie
    • Nutzung eines Kolposkop (Vergrößerungsgerät) zur verbesserten Visualisierung der Zervix, Identifikation makroskopisch auffälliger Bereiche und Biopsieentnahme aus der Portio
    • Dieses Verfahren kann als Follow-up nach einem auffälligen Pap-Test oder als Teil der Erstuntersuchung (z. B. bei einer Beckenuntersuchung mit grob auffälligen Befunden) durchgeführt werden.
  • Konisation (Kegelbiopsie)
    • Diagnostisches Exzisionsverfahren, bei dem ein kegelförmiger Teil der Zervix um den endozervikalen Kanal entfernt wird
    • Ermöglicht die pathologische Überprüfung der gesamten Transformationszone
    • Kann erforderlich sein bei Malignitätsverdacht trotz unauffälliger kloposkopischer Portio-Biopsie
    • Technische Varianten:
      • Skalpell
      • Laser
      • Elektrochirurgische Schleifenexzision

Stadieneinteilung

  • V.a. auf Basis der Tumor-Lymphknoten-Metastasen (TNM)-Klassifikation
  • Einteilung nach FIGO ist optional, bildet jedoch Grundlage für die Therapieentscheidung
  • Das klinische Staging kann erfolgen mittels:

TNM-Klassifikation TNM-Klassifikation TNM-Klassifikation: Grading, Staging und Metastasierung

Tabelle: Tumor (T)-Staging
Stadium Beschreibung
TX Primärtumor nicht beurteilbar
T0 Kein Hinweis auf einen Tumor
T1 Auf Zervix begrenzter Tumor
  • T1a: Mikroinvasiver Tumor (unterteilt in T1a1 und T1a2, je nach Invasionstiefe)
  • T1b: Makroinvasiver Tumor (unterteilt in T1b1 und T1b2, abhängig vom Durchmesser)
T2 Invasion über Uterus hinaus, ohne Infiltration von Beckenwand oder unterem Vaginaldrittel
  • T2a: Ohne Parametriumbefall (umgebendes Gewebe) (unterteilt in T2a1 und T2a2 basierend auf Durchmesser der Läsion)
  • T2b: Ausbreitung des Tumors in die Parametrien, aber kein Beckenwandbefall
T3 Ausbreitung in die Beckenwand bzw. unteres Drittel der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden oder Hydronephrose Hydronephrose Hydronephrose verursachend
T4 Tumor infiltriert Blase oder Rektum Rektum Rektum und Analkanal und/oder breitet sich über das kleine Becken hinaus aus
Tabelle: Lymphknoten Lymphknoten Lymphsystem (N)-Staging
Stadium Beschreibung
NX Keine Beurteilung möglich
N0 Keine Lymphknotenmetastasen
N0(i+) Isolierte Krebszellen in Lymphknoten Lymphknoten Lymphsystem (≤ 0,2 mm)
N1 Lymphknotenmetastasen
Tabelle: Metastasen (M)-Staging
Stadium Beschreibung
M0 Keine Fernmetastasen
M1 Fernmetastasen

FIGO Stadien

Anhand der TNM-Klassifikation TNM-Klassifikation TNM-Klassifikation: Grading, Staging und Metastasierung kann eine Einteilung in FIGO-Stadien erfolgen.

Tabelle: FIGO-Stadien
FIGO-Stadien Tumor(T)-Stadium Metastasenstadium (M)
I IA T1a M0
IB T1b M0
II IIA T2a M0
IIB T2b M0
III IIIA T3a M0
IIIB T3b M0
IV IVA T4 M0
IVB Irgendein M1

Therapie

Therapieoptionen

  • Konisation:
    • Elektrochirurgische Schleifenexzision
    • Skalpell
    • Laser
  • Radikale Trachelektomie: operative Entfernung der Zervix, des oberen Teils der Vagina Vagina Vagina, Vulva und Beckenboden und des angrenzenden Parametriums
  • Hysterektomie:
  • Einfache Hysterektomie: Entfernung von Zervix und Uterus
  • Umliegende Strukturen werden belassen.
    • (Eingeschränkt)-radikale Hysterektomie 
      • Entfernung des Uterus und der Parametrien, sowie des oberen Vaginaldrittels 
    • Erweiterte radikale Hysterektomie:
  • Strahlentherapie:
    • Externe Strahlentherapie
    • Brachytherapie:
      • Lokalisierte radioaktive Implantate an der Zervix
      • Häufig mit Cäsium
      • Ermöglicht höhere Strahlendosis und schont umliegendes Gewebe
  • Chemotherapie:
    • Platintherapie:
      • Cisplatin
      • Carboplatin
    • Paclitaxel
    • Fluorouracil
    • Gemcitabin
    • Topetecan
  • Immuntherapie:

Therapie nach Stadien

Die Therapie ist abhängig vom Tumorstadium, der Ausbreitung auf nahegelegene Lymphknoten Lymphknoten Lymphsystem und Gewebe, dem Vorliegen von Fernmetastasen, sowie vom Alter der Patientin, dem Schwangerschaftsstatus und dem Wunsch nach Fertilitätserhalt.

  • LSIL (CIN-1):
    • Beobachtung, insbesondere bei Alter < 25 Jahre, da hohes Rezidivrisiko
    • Exzision der zervikalen Transformationszone
      • Elektrochirurgische Schleifenexzision
      • Laserablation
  • HSIL (CIN-2, CIN-3):
    • Operative Sanierung
    • Wenn CIN-2 und Alter < 25 Jahre Kontrolle nach 3–6 Monaten möglich
  • FIGO IA:
    • Optionen mit Fertilitätserhalt:
      • Konisation mit oder ohne Lymphadenektomie
      • Bei negativen Exzisionsrändern engmaschige Überwachung
      • Bei positiven Exzisionsrändern Wiederholung der Konisation oder Trachelektomie
    • Möglichkeiten nach abgeschlossener Familienplanung:
      • Einfache Hysterektomie oder radikale Hysterektomie mit Lymphadenektomie
    • Ggf. Kombination mit Radiotherapie oder Brachytherapie
  • FIGO IB‒IIA:
    • Radikale Trachelektomie mit Lymphadenektomie:
      • Option zum Erhalt der Fertilität
    • Radikale Hysterektomie mit Lymphadenektomie:
      • Bei Ausbreitung auf das Parametrium kann in einigen Fällen eine simultane Radiochemotherapie hinzugezogen werden
  • FIGO IIB‒IVA:
    • Primäre simultane Radiochemotherapie
  • FIGO IVB:
    • Keine kurativen Therapiemöglichkeiten
    • Bestrahlung mit oder ohne Chemotherapie
    • Eine Immuntherapie kann ggf. ergänzt werden

Prognose

  • 5/10-Jahres-Überlebensraten in Deutschland:
    • Relative 5-JÜR: 67 % 
    • Relative 10-JÜR: 63 %
  • Überleben nimmt mit steigendem Tumorstadium ab
  • Kleinzellige neuroendokrine Tumoren weisen die schlechteste Prognose auf.
  • Die meisten Betroffenen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom sterben eher an den Auswirkungen einer lokalen Tumorinvasion (z. B. Harnleiterobstruktion und Nierenversagen) als an Metastasen.

Differentialdiagnosen

  • Endometriumkarzinom Endometriumkarzinom Endometriumhyperplasie und Endometriumkarzinom: eine maligne Erkrankung des Endometriums, die normalerweise auf ein Adenokarzinom zurückzuführen ist. Ein häufigeres Auftreten ist bei Frauen> 50 Jahre, mit langjähriger erhöhter Östrogenexposition in der Anamnese zu beobachten. Postmenopausale vaginale Blutungen stellen das Leitsymptom dar. Bildgebende Verfahren und Endometriumbiopsie werden diagnostisch herangezogen. Die Therapie ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und kann eine Hysterektomie, Chemotherapie und Bestrahlung umfassen.
  • Zervizitis: eine entzündliche oder infektiöse Erkrankung des Gebärmutterhalses. Häufige Ursachen sind Chlamydia trachomatis, Neisseria Neisseria Neisseria gonorrhoeae, gynäkologische Eingriffe und chemische Reizstoffe oder Allergene. Die Patientinnen* können vaginalen Ausfluss und Blutungen haben. Zervikale Ödeme, Erytheme und Erosionen können bei der gynäkologischen Untersuchung auffallen. Die Diagnostik basiert auf Anamnese und Untersuchungen auf sexuell übertragbare Organismen. Die Therapie umfasst bei infektiöser Genese Antibiotika.
  • Entzündliche Erkrankung des Beckens (englisch: pelvic inflammatory disease; PID PID Entzündliche Erkrankungen des Beckens): ein aufsteigender infektiöser Prozess, an dem Uterus, Tuben und Ovarien Ovarien Ovarien beteiligt sind. Diese Erkrankung ist eng mit sexuell übertragbaren Krankheiten assoziiert (insbesondere C. trachomatis und N. gonorrhoeae). Eine entzündliche Beckenerkrankung Entzündliche Beckenerkrankung Entzündliche Erkrankungen des Beckens stellt einen akuten Prozess dar, der sich bei Untersuchung mit extremer Druckempfindlichkeit und Fieber Fieber Fieber präsentiert. Die Diagnostik beinhaltet die Identifizierung des Erregers. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika.
  • Endozervikaler Polyp: eine häufige gutartige exophytische Proliferation im Endozervix Endozervix Uterus, Cervix uteri und Tuba uterina, die gestielt ist und aus dem Muttermund ragen kann. Dies kann zu vaginalen Schmierblutungen oder Blutungen (postkoital oder Kontaktblutung) oder vaginalem Ausfluss führen. Die Diagnose lässt sich normalerweise bei einer kolposkopischen Untersuchung stellen (Polypen sind weich, mit glatten und regelmäßigen Konturen).

Quellen

  1. Frumovitz, M. (2020). Invasive cervical cancer: Epidemiology, risk factors, clinical manifestations, and diagnosis. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/invasive-cervical-cancer-epidemiology-risk-factors-clinical-manifestations-and-diagnosis (Zugriff am 10. Dezember 2020).
  2. Ellenson, L.H., Pirog, E.C. (2020). The Female Genital Tract. In Kumar, V., Abbas, A. K., Aster, J.C., (Eds.). Robbins & Cotran Pathologic Basis of Disease. (10th ed. pp. 294, 334, 997–1001).
  3. Wright, J. D. (2020). Cervical intraepithelial neoplasia: Terminology, incidence, pathogenesis, and prevention. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/cervical-intraepithelial-neoplasia-terminology-incidence-pathogenesis-and-prevention (Zugriff am 11. Dezember 2020).
  4. Jung, E. J., et al. (Ed.) (2017). Cervical adenocarcinoma has a poorer prognosis and a higher propensity for distant recurrence than squamous cell carcinoma. International Journal of Gynecologic Cancer, 27(6). https://doi.org/10.1097/IGC.0000000000001009
  5. Hu, K., Wang, W., Liu, X., Meng, Q., Zhang, F. (2018). Comparison of treatment outcomes between squamous cell carcinoma and adenocarcinoma of cervix after definitive radiotherapy or concurrent chemoradiotherapy. Radiation Oncology, 13(1), 249. https://doi.org/10.1186/s13014-018-1197-5
  6. Viswanathan, A. N., et al. (Ed.) (2004). Small cell neuroendocrine carcinoma of the cervix: Outcome and patterns of recurrence. Gynecologic Oncology, 93(1), 27–33. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15047210/
  7. Ramirez, P.T., and Salvo, G. (2020). Cervical cancer. [online] MSD Manual Professional Version.
  8. Boardman, C.H., and Matthews, K.J. (2019). Cervical cancer. In Huh, W.K. (Ed.), Medscape. https://emedicine.medscape.com/article/253513-overview
  9. Boardman, C.H., and Matthews, K.J. (2019). Cervical cancer staging. In Sonoda, Y. (Ed.), Medscape. https://emedicine.medscape.com/article/2006486-overview
  10. American Cancer Society (2020). Treatment options for cervical cancer, by stage. https://www.cancer.org/cancer/cervical-cancer/treating/by-stage.html
  11. DeFilippis, R.A., Goodwin, E.C., Wu, L., and DiMaio, D. (2003). Endogenous human papillomavirus E6 and E7 proteins differentially regulate proliferation, senescence, and apoptosis in HeLa cervical carcinoma cells. Journal of Virology, 77(2), 1551–63. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC140828/
  12. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe,AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom, Langversion, 2.2, 2022, AWMF-Registernummer: 032/033OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/zervixkarzinom/, [Stand:17.10.2022]

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Simon Veiser

Simon Veiser beschäftigt sich seit 2010 nicht nur theoretisch mit IT Service Management und ITIL, sondern auch als leidenschaftlicher Berater und Trainer. In unterschiedlichsten Projekten definierte, implementierte und optimierte er erfolgreiche IT Service Management Systeme. Dabei unterstützte er das organisatorische Change Management als zentralen Erfolgsfaktor in IT-Projekten. Simon Veiser ist ausgebildeter Trainer (CompTIA CTT+) und absolvierte die Zertifizierungen zum ITIL v3 Expert und ITIL 4 Managing Professional.

Dr. Frank Stummer

Dr. Frank Stummer ist Gründer und CEO der Digital Forensics GmbH und seit vielen Jahren insbesondere im Bereich der forensischen Netzwerkverkehrsanalyse tätig. Er ist Mitgründer mehrerer Unternehmen im Hochtechnologiebereich, u.a. der ipoque GmbH und der Adyton Systems AG, die beide von einem Konzern akquiriert wurden, sowie der Rhebo GmbH, einem Unternehmen für IT-Sicherheit und Netzwerküberwachung im Bereich Industrie 4.0 und IoT. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater für internationale Großkonzerne. Frank Stummer studierte Betriebswirtschaft an der TU Bergakademie Freiberg und promovierte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe.

Sobair Barak

Sobair Barak hat einen Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert und hat sich anschließend an der Harvard Business School weitergebildet. Heute ist er in einer Management-Position tätig und hat bereits diverse berufliche Auszeichnungen erhalten. Es ist seine persönliche Mission, in seinen Kursen besonders praxisrelevantes Wissen zu vermitteln, welches im täglichen Arbeits- und Geschäftsalltag von Nutzen ist.

Wolfgang A. Erharter

Wolfgang A. Erharter ist Managementtrainer, Organisationsberater, Musiker und Buchautor. Er begleitet seit über 15 Jahren Unternehmen, Führungskräfte und Start-ups. Daneben hält er Vorträge auf Kongressen und Vorlesungen in MBA-Programmen. 2012 ist sein Buch „Kreativität gibt es nicht“ erschienen, in dem er mit gängigen Mythen aufräumt und seine „Logik des Schaffens“ darlegt. Seine Vorträge gestaltet er musikalisch mit seiner Geige.

Holger Wöltje

Holger Wöltje ist Diplom-Ingenieur (BA) für Informationstechnik und mehrfacher Bestseller-Autor. Seit 1996 hat er über 15.800 Anwendern in Seminaren und Work-shops geholfen, die moderne Technik produktiver einzusetzen. Seit 2001 ist Holger Wöltje selbstständiger Berater und Vortragsredner. Er unterstützt die Mitarbeiter von mittelständischen Firmen und Fortune-Global-500- sowie DAX-30-Unternehmen dabei, ihren Arbeitsstil zu optimieren und zeigt Outlook-, OneNote- und SharePoint-Nutzern, wie sie ihre Termine, Aufgaben und E-Mails in den Griff bekommen, alle wichtigen Infos immer elektronisch parat haben, im Team effektiv zusammenarbeiten, mit moderner Technik produktiver arbeiten und mehr Zeit für das Wesentliche gewinnen.

Frank Eilers

Frank Eilers ist Keynote Speaker zu den Zukunftsthemen Digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit. Er betreibt seit mehreren Jahren den Podcast „Arbeitsphilosophen“ und übersetzt komplexe Zukunftsthemen für ein breites Publikum. Als ehemaliger Stand-up Comedian bringt Eilers eine ordentliche Portion Humor und Lockerheit mit. 2017 wurde er für seine Arbeit mit dem Coaching Award ausgezeichnet.

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Yasmin Kardi ist zertifizierter Scrum Master, Product Owner und Agile Coach und berät neben ihrer Rolle als Product Owner Teams und das höhere Management zu den Themen agile Methoden, Design Thinking, OKR, Scrum, hybrides Projektmanagement und Change Management.. Zu ihrer Kernkompetenz gehört es u.a. internationale Projekte auszusteuern, die sich vor allem auf Produkt-, Business Model Innovation und dem Aufbau von Sales-Strategien fokussieren.

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Leon Chaudhari ist ein gefragter Marketingexperte, Inhaber mehrerer Unternehmen im Kreativ- und E-Learning-Bereich und Trainer für Marketingagenturen, KMUs und Personal Brands. Er unterstützt seine Kunden vor allem in den Bereichen digitales Marketing, Unternehmensgründung, Kundenakquise, Automatisierung und Chat Bot Programmierung. Seit nun bereits sechs Jahren unterrichtet er online und gründete im Jahr 2017 die „MyTeachingHero“ Akademie.

Andreas Ellenberger

Als akkreditierter Trainer für PRINCE2® und weitere international anerkannte Methoden im Projekt- und Portfoliomanagement gibt Andreas Ellenberger seit Jahren sein Methodenwissen mit viel Bezug zur praktischen Umsetzung weiter. In seinen Präsenztrainings geht er konkret auf die Situation der Teilnehmer ein und erarbeitet gemeinsam Lösungsansätze für die eigene Praxis auf Basis der Theorie, um Nachhaltigkeit zu erreichen. Da ihm dies am Herzen liegt, steht er für Telefoncoachings und Prüfungen einzelner Unterlagen bzgl. der Anwendung gern zur Verfügung.

Zach Davis

Zach Davis ist studierter Betriebswirt und Experte für Zeitintelligenz und Zukunftsfähigkeit. Als Unternehmens-Coach hat er einen tiefen Einblick in über 80 verschiedene Branchen erhalten. Er wurde 2011 als Vortragsredner des Jahres ausgezeichnet und ist bis heute als Speaker gefragt. Außerdem ist Zach Davis Autor von acht Büchern und Gründer des Trainingsinstituts Peoplebuilding.

Wladislav Jachtchenko

Wladislaw Jachtchenko ist mehrfach ausgezeichneter Experte, TOP-Speaker in Europa und gefragter Business Coach. Er hält Vorträge, trainiert und coacht seit 2007 Politiker, Führungskräfte und Mitarbeiter namhafter Unternehmen wie Allianz, BMW, Pro7, Westwing, 3M und viele andere – sowohl offline in Präsenztrainings als auch online in seiner Argumentorik Online-Akademie mit bereits über 52.000 Teilnehmern. Er vermittelt seinen Kunden nicht nur Tools professioneller Rhetorik, sondern auch effektive Überzeugungstechniken, Methoden für erfolgreiches Verhandeln, professionelles Konfliktmanagement und Techniken für effektives Leadership.

Alexander Plath

Alexander Plath ist seit über 30 Jahren im Verkauf und Vertrieb aktiv und hat in dieser Zeit alle Stationen vom Verkäufer bis zum Direktor Vertrieb Ausland und Mediensprecher eines multinationalen Unternehmens durchlaufen. Seit mehr als 20 Jahren coacht er Führungskräfte und Verkäufer*innen und ist ein gefragter Trainer und Referent im In- und Ausland, der vor allem mit hoher Praxisnähe, Humor und Begeisterung überzeugt.

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