Die Internetwette, bei der sich Menschen mit einen Eimer Eiswasser duschen, ist auch in Deutschland angekommen. Zuweilen wird kritisiert, dass der karitative Zweck - die Bekämpfung und Linderung von ALS - in den Hintergrund rückt. Deshalb haben wir für Sie alles Wichtige zusammengefasst, was Sie über ALS und #Icebucketchallenge wissen müssen. 
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Ice Bucket Challenge

Bild: „Icebucketchallenge von Rauglothgor. Lizenz: CC-BY-SA-4.0


Hinter der Idee steckt ursprünglich ein edles Ansinnen. Die Freunde Corey Griffin und Pete Frates hatten die „coole Idee“, Menschen über das Social Web zum Spenden aufzurufen. Natürlich wussten Sie, dass nicht jeder bereit ist, pauschal 100$ zur Bekämpfung der Nervenkrankenheit Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, auszugeben. Deshalb schlugen Sie den Menschen eine witzige Alternative vor: jeder könne sich von der Scham, den ALS-Opfern aus eigener finanzieller Not nicht helfen zu können, befreien, indem sie sich einen Eiskübel über den Kopf schütten. Wer das tut oder wer spendet, der darf einen beliebigen anderen Menschen auf der Welt nominieren, ein Held zu sein.

Amyotrophe Lateralsklerose in 75 Worten

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS ) bezeichnet eine besondere Form der Muskelschwäche. Durch eine Rückbildung der Nervenzellen, entweder der motorischen Hirnzellen oder bestimmter Bereiche des Rückenmarks, führt ALS zu einem Abbau von Muskeln oder zu Spastiken, die zunehmend zu Geh-, Sprech-, Seh- und Schluckstörungen führen. ALS gilt gegenwärtig als nicht heilbare Krankheit, die nach 3 bis 5 Jahren mit dem Tod endet. Wer heute an ALS erkrankt, der erhält lediglich eine schmerzlindernde Therapie und eine psychologische Betreuung.

Dementsprechend wichtig ist eine fundierte Grundlagenforschung, um langfristig ein Mittel gegen die tödliche Krankheit zu entwickeln. Allein in Deutschland wird der Bedarf an ambulanter Versorgung und Netzwerkfinanzierung auf rund 1 Million € für 18 Monate geschätzt. Spenden nimmt die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. dankend entgegen.

Pete Frates – ehemals ein Baseball-Star und selbst an ALS erkrankt, engagiert sich für die ALS-Forschung. Er legte den Grundstein, indem er selbst einen Kübel Eiswasser über sich schüttete und darauf alle seine Freunde nominierte. Der virale Siegeszug setzte ein und gipfelte in einer Live-Ausstrahlung am 30. Juni 2014 in der US-amerikanischen Golf Channel Morning Show. Der Golfprofi Chris Kennedy machte die Icebucketchallenge landesweit bekannt und schuf den gleichnamigen Twitter-Hashtag. Innerhalb weniger Wochen schwappte eine Eiswelle über Twitter und Facebook nach Europa und machte hierzulande das Eiskübeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft populär.

Das Spendenaufkommen und die Kritik

Die amerikanische Stiftung  für ALS hat allein von Mitte Juli bis Ende August 2014 rund 100 Millionen US-Dollar erhalten und über 2,1 Millionen Spender registriert. Der Bundesverband Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke bedankt sich auf der Website für  500.000 €. Die offizielle Facebook-Seite weist aktuell (Stand: 29. August 2014)  722.000 € aus.

Jedoch, es gibt auch Kritik: Das ursprüngliche Ansinnen, auf die Nervenkrankenheit ALS aufmerksam zu machen, droht immer mehr in den Hintergrund zu geraten. So wird entweder vergessen, einen anderen zu nominieren oder die Eisdusche wird zum Selbstzweck. Es besteht die Gefahr, dass aus einer humorvoll verpackten Spendenidee ein Internetlauffeuer ohne Ernsthaftigkeit wird.

Unternehmen und die Icebucketchallenge

Firmen tragen soziale Verantwortung! Allein deshalb sind sie zur Spende aufgerufen. Doch sie wären keine Unternehmen, wenn sie nicht versuchen würden, den Buzz des Social Web aufzugreifen. Das heißt, sie spenden und nehmen die #Icebucketchallenge an. Hier einige Beispiele des Corporate Icebucketchallenge:

  • In der Handysparte nominiert Samsung nach der Eisdusche seines Galaxy S5, das iPhone von Apple sowie das Lumia von Nokia
  • Bacardi nominiert feucht-fröhlich den Konkurrenten Jägermeister
  • CEO Neuman von Opel lässt sich vom Kindergarten der Frankfurt International School nass machen und nominiert Martin Winterkorn von VW, Dieter Zetsche von Mercedes und seine Chefin Mary Barra von General Motors.

Übrigens, auch wir von Lecturio haben bei der Icebucketchallenge mitgemacht. Die von der Eisdusche erschreckten Gesichter gibt es sogar in Zeitlupe.

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