Unter Verdauung wird die Zerkleinerung und Aufspaltung der Nährstoffe mit anschließender Zuführung zum Organismus verstanden. Mit dem Blutstrom werden die Nährstoffe anschließend in die einzelnen Körperzellen transportiert. Hier bekommen sie einen kompakten Überblick über die Anatomie der Mundhöhle sowie die Besonderheiten des GI-Trakts und der Leber.
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Verdauungssystem mit Leber

Bild: “Digestive System with Liver” von Gordon Flynn. Lizenz: CC BY-SA 2.5


Aufbau und Sekretion der Speicheldrüsen

Beim Schluckvorgang wird die Nahrung vom Mund in den Magen bewegt. Bevor es dazu kommt, geben die Speicheldrüsen vermehrt ein Sekret in die Mundhöhle ab, das Speichel genannt wird.

Speichel besteht zu 99,5 % aus Wasser und zu 0,5 % aus gelösten Stoffen wie Natrium, Kalium oder Bicarbonat. Hauptaufgabe der Speichelsekretion ist die Nahrung gleitfähig zu machen, sie zu lösen und mit dem chemischen Abbau der Kohlenhydrate und Lipide zu beginnen.

Vom vegetativen Nervensystem wird die Speichelsekretion kontrolliert, die den Mund, den Rachen und die Speiseröhre mit einbezieht. Die täglichen sezernierten Speichelmengen betragen im Durchschnitt 1000- 1500 ml.

In der Umgebung der Mundhöhle befinden sich zahlreiche Speicheldrüsen.

Man unterscheidet:

Kleine Speicheldrüsen (salivariae minores)

  • Glandulae labiales in der Schleimhaut der Lippen
  • Glandulae buccales in der Wangenschleimhaut
  • Glandulae palatinae in der Schleimhaut des Gaumens
  • Glandualae linguales

Große Speicheldrüsen (Glandulae salivariae majores)

  • Glandula parotideae (Ohrspeicheldrüse)
  • Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse)
  • Glandula sublingualis (Unterzungenspeicheldrüse)

Die kleinen Speicheldrüsen, die direkt oder indirekt über kurze Gänge in die Mundhöhle münden, leisten einen kleinen Beitrag zum Speichel.

Die großen Speicheldrüsen führen direkt in die Mundhöhle, sezernieren den größten Teil des Speichels und bestehen aus drei Paaren großer Speicheldrüsen.

Speicheldrüsen

Bild: “Salivary Glands” von OpenStax College. Lizenz: CC BY 3.0

Glandula parotideae (Ohrspeicheldrüse)

Die Drüsen liegen inferior und anterior den Ohren, sie breitet sich auf dem M. masseter aus, reicht kranial fast bis an den Arcus zygomaticus und dorsal bis an den Meatus acusticus externus. Kaudal setzt sich die Drüse mit ihrem größten Teil, pars profunda tief in die Fossa retromandibularis fort. Über den Ductus parotideus (Ohrspeichelausführungsgang) wird der Speichel in die Mundhöhle sezerniert, der den M. buccinator durchbohrt, um in das Vestibulum gegenüber dem zweiten Oberkieferbackenzahn zu münden. Die Ohrspeicheldrüsen bestehen nur aus serösen Acini (seröse Flüssigkeit sezernierende Drüsenteile). Der Speichel ist dünnflüssig, protein- und enzymreich. Er enthält Immungloboline, die als Immunglobolin-Sekretkomplex von den Drüsenzellen sezerniert werden und zur immunologischen Abwehr von Keimen in der Mundhöhle dienen.

Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse)

Am Mundboden findet man die Unterkieferspeicheldrüse, die sich in einer Loge zwischen Innenseite der Mandibula, M. mylohyoideus, M. hyoglossus und Lamina superficialis fasciae cervicalis befindet.

Unter der Mucosa auf jeder Seite der Mittellinie des Mundbodens verlaufen ihre Ausführungsgänge (Ductus submandibulares), die seitlich zum Zungenbändchen in die Mundhöhle gelangen. Die Unterkieferspeicheldrüse besteht hauptsächlich aus serösen Acini und wenigen mucosen Acini (Schleim sezernierende Drüsenteile).

Glandula sublingualis (Unterzungenspeicheldrüse)

Die Unterzungenspeicheldrüsen befinden sich lateral vom M. genioglossus auf dem M. mylohyoideus und über den Unterkieferdrüsen. Ihre kleinen Ausführungsgänge (Ductus sublinguales minores) münden in den Mundboden, direkt in die Mundhöhle. Sie sind hauptsächlich durch mucösen und wenigen serösen Acini gekennzeichnet.

Der Zahnaufbau

Die Zähne oder Dentes ordnet man den akzessorischen Verdauungsorganen zu, die in den Höhlen der Alveolarfortsätze des Unter- und Oberkiefers liegen.

Von der Gingiva (Zahnfleisch) werden die Alveolarfortsätze bedeckt, das sich leicht in jede Höhle erstreckt. Mit dem Peridontium, oder auch als Wurzelhaut bekannt, sind die Höhlen ausgekleidet. Dieses besteht aus dichter Bindegewebsfaser und verankert die Zähne mit den Höhlenwänden.

Aus drei äußeren Bereichen besteht hauptsächlich ein Zahn:

  • Krone
  • Wurzeln
  • Hals

Der sichtbare Teil, der sich oberhalb des Zahnfleischs befindet, ist die Krone. Die unsichtbaren, in die Höhlen eingebetteten Teile sind eine oder drei Wurzeln. Die verengte Verbindung von Krone und Wurzel ist der Hals.

Aufbau Zahn

Bild: “ToothSection” von Sam Fentress. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Dentin bildet innerlich den Hauptteil des Zahns und besteht aus einem calcinierten (verkalkten) Bindegewebe, dass dem Zahn seine Grundform und Starrheit verleiht. Es ist sogar härter als Knochen, da es einen höheren Anteil an Calciumsalzen besitzt.

Bedeckt wird Dentin an der Krone von Adamantin (Zahnschmelz), das aus Calciumphosphat und Calciumcarbonat besteht. Auch der Zahnschmelz ist aufgrund seines hohen Calciumgehalts härter als Knochen und die härteste Substanz im Körper. Hauptaufgabe des Zahnfleischs besteht darin, den Zahn vor dem Verschleiß durch das Kauen zu schützen sowie vor Säuren, die Dentin leicht auflösen können. Der Zahnzement ist mit der Wurzelhaut verbunden und bedeckt das Dentin an der Wurzel.

Das Dentin umschließt einen bestimmten Raum eines jeden Zahns. Die Pulpahöhle ist der vergrößerte Teil des Raumes, welcher innerhalb der Krone liegt und mit der Zahnpulpa angefüllt ist, welche Blutgefäße, Nerven und Lymphgefäße beinhaltet.

Wurzelkanäle sind schmale Ausdehnungen der Pulpahöhle, die durch die Wurzel eines Zahns laufen und eine Öffnung am Grund des Zahns, das apikale Foramen, besitzen, wodurch die Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven verlaufen.

Das Zahnschema eines vollständigen Dauergebiss

Zahnschema

Bild: “FDI Zahnschema” von Kaligula. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ein Mensch hat im Laufe seiner Entwicklung zwei Bezahnungen, ein Milchgebiss und eine bleibendes Gebiss. Ein erster Milchzahn (dentes decidui) bricht nach ca. 6 Monaten durch, es folgen jeden Monat 1 bis 2 weitere Zähne bis alle 20 dentes decidui vorhanden sind. Zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr fallen alle Milchzähne im Allgemeinen aus und werden durch die bleibenden Zähne ersetzt.

Das Dauergebiss (Dentes permanentes) besteht aus 32 Zähnen, jeweils 16 Zähne im Ober- und Unterkiefer. Sie bestehen in jeder Kieferhälfte aus 3 Molaren, 2 Prämolaren, 1 Eckzahn und 2 Schneidezähne.

Die ersten Molaren (16, 26, 36, 46) brechen im Alter von sechs Jahren, die zweiten Molaren im Alter von 12 Jahren und die dritten Molaren oder auch Weisheitszähne genannt nach dem 17. Lebensjahr. Sie haben alle die Aufgabe, die Nahrung zu Zermalmen und zu Zermahlen.

Häufig bietet der menschliche Kiefer nicht genügend Platz hinter den zweiten Moralen, um den Weisheitszähnen den Durchbruch zu ermöglichen und sie bleiben in den Alveolenknochen eingebettet. Dies verursacht häufig Druck und Schmerz und müssen bei vielen Menschen chirurgisch entfernt werden. Es kommt aber auch bei einigen Menschen dazu, dass sich die dritten Molaren überhaupt nicht entwickeln oder sie verkümmert sind.

Die Schichten des GI-Trakts

Die Wand des GI-Traks besteht aus vier Schichten gleicher Grundanordnung, von der unteren Speiseröhre bis hin zum After.

Von der luminalen Oberfläche bis zur äußeren Oberfläche unterscheidet man:

  • Mucosa
  • Submucosa
  • Muscularis
  • Serosa
Gastrointestinaltrakt

Bild: “Layers of the Gastrointestinal Tract” von OpenStax College. Lizenz: CC BY 3.0

Die Mucosa, die innerste Schicht des GI-Trakts ist eine mucöse Membran und besteht aus einer Epithelschicht, einer Bindegewebsschicht sowie einer dünnen Schicht glatter Muskulatur.

Das Epithel dient als Schutzfunktion und wirkt mit Hilfe des einschichtigen Säulenepithels an der Sekretion und Resorption mit. Exokrine Zellen sind außerdem zwischen den Epithelzellen platziert, die Schleim und Flüssigkeit in das Lumen (das Innere eines Hohlraums) des GI-Trakts sezernieren.

Die Bindegewebsschicht oder auch Lamina propria (lat. lamina = dünne, flache Schicht; propria = eigen) enthält viele Blut- und Lymphgefäße. Die Lamina propria ermöglicht den Weg, dass Nährstoffe, die im GI-Trakt resorbiert werden, andere Körpergewebe erreichen. Außerdem enthalten sie auch den Hauptteil der Zellen des mucosaassoziierten lymphatischen Gewebes (MALT), die Zellen des Immunsystems enthalten und vor Krankheiten schützen.

Die Muscularis mucosae, eine dünne Schicht glatter Muskelfasern, vergrößert die Oberfläche für die Verdauung und Resorption und stellt sicher, dass alle resorbierenden Zellen dem Inhalt des GI-Trakts ausgesetzt sind.

Die Submucosa besteht aus lockeren, in netzförmiger Anordnung elastischen Fasern, die durch zahlreiche Fenestrierungen auffallen (areolärem Bindegewebe) und verbindet die Mucosa mit der Muscularis. Aufgebaut ist sie durch viele Blut- und Lymphgefäße, die resorbierbare Nahrungsmoleküle erhalten. Die Besonderheit der Submucosa ist der enthaltene Meissner-Plexus, ein ausgedehntes Netz aus Neuronen. Drüsen und lymphatisches Gewebe kann es auch enthalten

Die Muscularis des GI-Trakts besteht aus einer Skelett- und einer glatten Muskulatur. Das willkürliche Schlucken wird durch die Muscularis des Mundes, den Rachen und den oberen und mittleren Teil der Speiseröhre erzeugt. Außerdem wird eine willentliche Kontrolle der Defäkation erlaubt, da die Skelettmuskeln auch den äußeren Analsphinkter bilden.

Die glatte Muskulatur befindet sich im restlichen GI-Trakt und ist durch eine innere Schicht ringförmiger Fasern und durch eine äußere Schicht von Längsfasern gekennzeichnet. Sie hilft dabei, Nahrung abzubauen, Verdauungssekrete zu mischen und die Nahrung durch den Trakt zu treiben. Ein zweiter Plexus von Neuronen, der Auerbach- Plexus, befindet sich zwischen den Schichten der Muscularis.

Die Serosa oder auch Oberflächenschicht genannt ist eine seröse Membran aus areolärem Bindegewebe und einschichtigem Plattenepithel. Die Oberflächenschicht des Ösophagus wird nur durch eine einzelne Schicht areolärem Bindegewebe (Adventitia) gebildet, da eine Serosa fehlt.

Besonderheiten des Wandaufbaus des Ösophagus, Dünndarm und Dickdarm

Ösophagus:

Der Ösophagus weist denselben Wandaufbau auf, wie alle Abschnitte des GI-Trakts.

Die Mucosa (Schleimhaut) des sophagus besteht aus nicht keratinisierten mehrschichtigen Plattenepithel, Lamina propria und einer Muscularis mucosa (glatter Muskel), die für den gerichteten Weitertransport der Nahrung (Peristaltik) zum Magen verantwortlich ist.

Die Muscularis besteht im oberen Drittel aus quergestreifter Muskulatur und das untere Drittel ausschließlich aus glatter Muskulatur. Im mittleren Drittel findet sich sowohl quergestreifte als auch glatte Muskulatur.

Dünndarm:

Der Dünndarm gliedert sich in 3 Teile, dem Duodenum, Jejunum und Ileum. Auch die Dünndarmwand besteht aus den gleichen vier Schichten, aus denen der größte Teil des GI-Trakts aufgebaut ist. Dennoch weißt auch der Dünndarm seine Besonderheiten auf.

Aus einschichtigem Zylinderepithel ist die Epithelschicht der Dünndarmmucosa aufgebaut, die viele Zellarten enthält u.a.

  • Resorptionszellen: Verdauen und resorbieren die Nährstoffe um Dünndarmspeisebrei
  • Becherzellen: Sezernieren den Schleim

Die Dünndarmmucosa enthalten viele tiefe Spalten. Darmdrüsen (Lieberkühn-Krypten) sind die Zellen, die die Spalten auskleiden und den Darmsaft sezernieren. Neben den Resorptions- und Becherzellen enthalten die Darmdrüsen auch Paneth-Körnerzellen und enteroendokrine Zellen.

Die Submucosa des Duodenums enthält Brunner-Drüsen, die einen alkalischen Schleim sezernieren, um die Magensäure im Speisebrei zu neutralisieren.

Aus zwei Schichten glatter Muskulatur besteht die Muscularis des Dünndarms.

  • Längsfasern – äußere, dünnere Schicht
  • Ringfasern – innere, dickere Schicht

Die Serosa umgibt mit Ausnahme des Hauptteils des Duodenums vollständig den Dünndarm.

Besonderheiten des Dünndarms

Spezielle strukturelle Merkmale des Dünndarms erleichtern die Verdauungs- und Resorptionsvorgänge, die man Kerckring-Falten nennt. Sie sind Mucosa- und Submucosafalten. Sie verstärken die Resorption, indem sie die Oberfläche vergrößern und ermöglichen es, dass der Chymus sich als Spirale anstatt einer geraden Linie durch den Dünndarm bewegt.

Auch Villi’s (Zotten) kommen im Dünndarm vor, die zur Resorption und Verdauung zur Verfügung stehen und der Darmmucosa eine samtartige Erscheinung geben.

Neben den Kerckring-Falten und den Villi’s besitzt der Dünndarm auch Mikrovillis, Fortsätze der freien Membran der Resorptionszellen, die eine flaumige Linie (Bürstensaum) bilden und sich in das Lumen des Dünndarms erstreckt.

Histologie Dünndarm

Bild: “Histology Small Intestines” von OpenStax College. Lizenz: CC BY 3.0

Besonderheiten des Dickdarms

Wie auch der Ösophagus und Dünndarm, enthält auch die Dickdarmwand die vier typischen Schichten, Mucosa, Submucosa, Muscularis und Serosa.

Das Epithel der Mucosa enthält v.a. Resorptionszellen, die bei der Wasserresorption wirken sowie Becherzellen, die Schleim sezernieren, um den Coloninhalt gleitfähig zu machen. Die Resorptions- sowie die Becherzellen liegen in den Darmdrüsen (Lieberkühn-Krypten), welche sich durch die gesamte Dicke der Mucosa erstrecken.

Im Gegensatz zum Dünndarm gibt es keine Kerckring-Falten oder Zotten. Es sind aber Mikrovilli der Resorptionszellen vorhanden, die zur Resorption zur Verfügung stehen.

Die Muscularis besteht aus folgenden Schichten:

  • Äußere Schicht glatter Längsmuskulatur
  • Innere Schicht Ringmuskulatur

Besonderheit des GI-Trakts ist die Längsmuskulatur, die verdickt ist und drei sichtbare Längsbänder (Taeniae coli) bildet, welche fast über die ganze Länge des Dickdarms verlaufen. Durch klonische Kontraktionen entstehen im Colon eine Reihe von Taschen (Haustra Coli, Singular: Haustrum), die dem Colon eine gekräuselte Erscheinung geben.

Zwischen den Taeniae coli liegt eine einzelne Schicht glatter Ringmuskulatur.

Histologischer Aufbau der Magenschleimhaut inkl. Drüsen

Mit Ausnahme von bestimmten Abweichungen besteht auch die Magenwand aus den gleichen vier Schichten wie der gesamte GI-Trakt.

Eine einzelne Schicht von Zylinderepithelzellen, auch Oberflächenschleimhautzellen genannt, stellen die Oberfläche der Mucosa dar. Sie haben die Aufgabe, Schleim zu sezernieren. Die Mucosa besteht aus einer Lamina propria mit areolärem Bindegewebe sowie aus Muscularis mucosae, dass durch eine glatte Muskulatur gekennzeichnet ist.

In die Lamina propria erstrecken sich viele Epithelzellen, die Säulen mit sekretorischen Zellen bilden. Diese bezeichnet man als Magendrüsen, welche wiederum viele enge Kanäle auskleiden, die man dann als Magengruben definiert. In jede Magengrube fließen die Sekrete aus mehreren Magendrüsen und anschließend in das Lumen des Magens.

Die Magendrüsen enthalten drei Arten exokriner Drüsenzellen:

  • Nebenzellen: Sie sezernieren Schleim genauso wie die mucöse Zellen der Oberfläche
  • Hauptzellen: Sie haben die Hauptaufgabe, Pepsinogen und Magenlipase zu sezernieren.
  • Belegzellen: Sie bilden den Intrinsic Faktor, der zur Vitamin B12 Resorption notwendig ist sowie die Salzsäure.
Magenschleimhaut

Bild: “Normal gastric mucosa intermed mag” von Nephron. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Magensaft wird durch die Sekretion der mucösen Zellen, der Beleg- und Hauptzellen gebildet. Pro Tag werden ca. 2- 3 Liter Magensaft produziert.

Die G-Zelle, eine enteroendokrine Zelle, die das Hormon Gastrin ins Blut sezerniert, wird auch zu den Magendrüsen gezählt und kommt hauptsächlich im Pylorusantrum vor.

Drei weitere Schichten, die Submucosa, Muscularis und Serosa liegen unterhalb der Mucosa.

Die Submucosa ist durch areolärem Bindegewebe gekennzeichnet.

Die Muscularis des Magens weist eine Besonderheit auf, denn sie besitzt drei Schichten der glatten Muskulatur. Eine äußere Längsschicht, eine mittlere Ringschicht und eine innere Schrägschicht, wobei die Schrägschicht hauptsächlich auf den Corpus des Magens beschränkt ist.

Die Serosa besteht aus einschichtigen Plattenepithel und areolärem Bindegewebe. Es bedeckt den Magen und ist ein Teil des Peritoneum viscerale. An der kleinen Magenkrümmung erstreckt sich das Peritoneum viscerale nach oben zur Leber.

Aufbau Magenschleimhaut

Bild: “Gastric anatomy” von Boumphreyfr. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Leber – Läppchenarchitektur und Glissonsche Trias

Die Leber ist die schwerste Drüse im Körper und befindet sich inferior des Zwerchfells. An der Unterseite der Leber befindet sich ein birnenförmiger 7- 10 cm langer Sack, die Gallenblase.

Man kann die Leber in zwei Hauptlappen unterteilen, die durch das Ligamentum falciforme hepatis voneinander getrennt sind:

  • Rechter Lappen
  • Kleineren linker Lappen

Das Ligamentim falciforme hepatis erstreckt sich von der Unterseite des Zwerchfells zwischen die beiden Hauptlappen zur oberen Fläche der Leber. Sie hat die Aufgabe, die Leber in der Bauchhöhle „aufzuhängen“.

Die Leberlappen sind aus vielen kleinen Funktionseinheiten, die man Leberläppchen nennt, aufgebaut. Die Läppchen weisen eine sechseckige Struktur auf, die aus spezialisierten Epithelzellen, so genannten Hepatocyten, bestehen. Die Zellen sind zu unregelmäßigen, verzweigenden und verbundenen Platten um eine zentrale Vene angeordnet.

Die Leberläppchen enthalten zusätzlich hoch durchlässige Kapillaren, die man als sinusoide Leberkapillaren bezeichnet, durch die das Blut fließt. Kupffersche Sternzellen kommen in den sinusoiden Leberkapillaren vor, die für die Phagozytose notwendig sind. Sie zerstören ausgediente weiße und rote Blutkörperchen, Bakterien sowie andere Fremdstoffe, die vom Magen-Darm-Trakt kommen.

Die Hepatocyten sezernieren die Galle, die in die Gallenkanälchen gelangen und sich dann in kleine Gallengängchen (Ductus biliferi) entleeren. Die Gallengänge bilden den großen rechten und linken Ductus hepaticus, der sich vereinigt und die Leber als Ductus hepaticus communis verlässt. Zusammen mit dem Ductus cysticus (Gallenblasengang) bildet er von der Gallenblase an einen gemeinsamen Gallengang, den Ductus choledochus.

Position Gallengänge

Bild: “Diagram showing the position of the bile ducts” von Cancer Research UK uploader. Lizenz: CC BY-SA 4.0

Blutversorgung der Leber

Die Leber enthält aus zwei Quellen Blut:

  • Von der Leberarterie (A. hepatica) mit sauerstoffreichen Blut
  • Von der Pfortader (V. portae) mit sauerstoffarmen Blut und frische Nährstoffe, Arzneistoffe, und möglicherweise Mikroben und Toxine aus dem Magen-Darm-Trakt.

Zu den sinusoiden Leberkapillaren wird das Blut aus den Leberarterien und der Pfortader gebracht, wo Sauerstoff, Nährstoffe und bestimmte Giftstoffe von den Hepatocyten aufgenommen werden. Über die Zentralvene, die dann in eine Lebervene schließt werden bestimmte Nährstoffe, die von anderen Zellen benötigt werden, ins Blut zurücksezerniert.

Glisson-Trias (Trias hepatica)

Die Glissonsche Trias liegen in den Ecken der Leberläppchen und bestehen aus den Verzweigungen der Pfortader, der Leberarterie und des Gallengangs.

Leber mikroskopisch

Bild: “Microscopic Anatomy of Liver” von OpenStax College. Lizenz: CC BY 3.0

Beliebte Prüfungsfragen zur Mundhöhle und Magen-Darm-Trakt

Die Lösungen befinden sich unterhalb der Quellenangaben.

1. Welche Speicheldrüse dient der immunologischen Abwehr von Keimen in der Mundhöhle?

  1. Glandula parotideae (Ohrspeicheldrüse)
  2. Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse)
  3. Glandula sublingualis (Unterzungenspeicheldrüse)
  4. Glandulae buccales in der Wangenschleimhaut
  5. Glandulae palatinae in der Schleimhaut des Gaumens

2. Welche 3 Besonderheiten weist die Mucosa des Dünndarms zur Resorption von Nährstoffen auf?

  1. Villi’s, Mikrovillis und Brunner-Drüsen
  2. Mikrovillis, Brunner-Drüsen und Haustra Coli
  3. Kerckring-Falten, Villi’s und Mikrovillis
  4. Kerckring-Falten, Villi’s und Haustra Coli
  5. Adventitia, Brunner-Drüsen und Haustra Coli

3. Wer phagozitiert ausgediente weiße und rote Blutkörperchen in der Leber?

  1. Peyersche plaques
  2. Lobuli hepatis
  3. Hepatocyten
  4. Kupffersche Sternzellen
  5. Alveolare Monocyten

Quellen

G.J. Tortora und B.H. Derrickson, Anatomie und Physiologie, Wiley- VCH Verlag

Schieber, Schmidt und Zilles, Anatomie, Springer Verlag

Andreas Wöge, Ein Kahnbein fährt im Mondschein, 2. Auflage, Selbstverlag- Bornheim

Rudolf Schweitzer, Verdauungssystem, 2. Auflage, Urban & Fischer

Lösungen zu den Fragen: 1A, 2C, 3D



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