Das Herz (lat. Cor) hat die Aufgabe, das Blut bis in die feinsten Mikrokapillaren zu pumpen, damit jede Zelle des Körpers ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Das Kreislaufsystem der Gefäße dient somit zum Transport des Blutes. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über das Zentrum des Kreislaufsystems: unser Herz.
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Der Herzbeutel

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Der Herzbeutel – Quelle: siehe Bildernachweis

Das Herz ist vom Herzbeutel (Perikard) umgeben. Er setzt sich aus zwei Schichten zusammen, der Inneren (Pericardium serosum) und Äußeren (Pericardium fibrosum). Pericardium serosum umschließt die äußere Wandung des Herzens und besteht aus flexiblem Bindegewebe, welches sich dem wechselnden Herzvolumen anpassen kann.

Das Pericardium fibrosum grenzt das Herz gegen die anderen Organe und Strukturen im Brustraum ab. Das ebenfalls vorhandene Bindegewebe weist jedoch zum Schutz des Herzens nach außen eine stärkere Struktur auf. Zwischen Epikard (äußere Schicht der Herzwand) und Perikard befindet sich ein Spalt, der mit einer serösen Flüssigkeit gefüllt ist. Diese anatomische Besonderheit reduziert die Reibung während der Herzaktion auf ein Minimum.

Das Herz als Pumporgan

Drei verschiedene Schichten machen die eigentliche Herzwand aus. Von innen nach außen sind dies: das Endokard, die Herzinnenwand, das Myokard, der Herzmuskel und das Epikard, die äußere Umhüllung des Herzens.

Die innere Auskleidung des Herzens, das Endokard, schließt auch die Herzklappen ein. Dabei handelt es sich um eine Endokardduplikatur, also um eine doppelte Endokardschicht. Das Myokard, der Herzmuskel, bildet die dickste Schicht. Die Kontraktion des Muskels ist der spürbare Herzschlag. Die äußere Schicht, das Epikard, überzieht neben dem Herzmuskel auch die Herzkranzgefäße, die die Herzmuskulatur mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

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Die Oberfläche des Herzens – Quelle: siehe Bildernachweis

Das Pumporgan setzt sich aus vier Kammern zusammen. Deshalb heißt das Herz auch Hohlmuskel. In der anatomischen Betrachtung gliedert sich der Herzmuskel in den linken Bereich (Linksherz) und den rechten Bereich (Rechtsherz) auf. Die Unterscheidung ist wichtig bei der Betrachtung und dem Verständnis des Blutkreislaufes. Die Trennung des Links- und des Rechtsherzes vollzieht die Herzscheidewand (Septum), eine Muskelwand. Beim Septum wird nach Vorhof- und Kammerseptum differenziert. Sowohl das Rechts- als auch das Linksherz bestehen aus jeweils zwei Innenräumen.

Die vier Kammern im Herzmuskel enthalten den rechten und linken Vorhof sowie die rechte und linke Kammer. Den jeweiligen Vorhof (Atrium) und die Kammer (Ventrikel) verbindet eine Herzklappe – sowohl im Rechts- als auch im Linksherz. Die vier Herzklappen befinden sich auf einer Ebene, der Ventilebene. Sie hängen gemeinsam an einer Bindegewebsplatte.

Die Muskulatur des linken Myokards ist erheblich stärker ausgebildet als die des rechten Myokards. Das liegt daran, dass die Pumpleistung des linken Herzens erheblich höher sein muss, um das Blut in den Blutkreislauf auszuwerfen, als beim Rechtsherz.

Die Herzklappen

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Querschnitt des Herzens – Quelle: siehe Bildernachweis

Zwei der vier Herzklappen dienen als mechanischer Verschluss zwischen den beiden Vorhöfen und den Kammern. Eine weitere sitzt an der linken Kammer als Verschluss zur Aorta. Die vierte Herzklappe liegt zwischen der rechten Kammer und dem Truncus pulmonalis, dem Lungenstamm, wie das Blutgefäß auch genannt wird. Die Herzklappen sorgen dafür, den Blutfluss in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Die beiden Klappen zwischen den Vorhöfen und den Kammern des Herzens nennt man Atrioventrikularklappen. Wegen ihrer zipfligen Form werden sie auch als Segelklappen bildhaft beschrieben. Im Rechtsherz heißt die Atrioventrikularklappe in der genauen Benennung Trikuspidalklappe (Valva tricuspidalis). Die Klappe im Rechtsherz besteht aus drei Segeln. Die Zipfel der „Segel“ sind mit Sehnenfäden am Kammermuskel befestigt.

Die Segelklappe im Linksherz zwischen Vorhof und Kammer hat nur zwei Segel. Dies erklärt den Namen Bikuspidaklappe (Valva bicuspidalis) oder auch Mitralklappe. Auch diese zweizipflige Klappe ist mit Sehnenfäden am Herzmuskel befestigt.

Zieht sich der Herzmuskel der Vorhöfe zusammen, öffnen sich die Atrioventrikularklappen im Rechts- und Linksherz. Das Blut aus den Vorhöfen kann ungehindert in die Herzkammern strömen. Durch die anschließende Kontraktion der Kammermuskulatur schließen die Atrioventrikularklappen wieder und verhindern den Rückstrom des Blutes in die Vorhöfe.

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Herz und Lunge – Quelle: siehe Bildernachweis

Die zweite Art von Herzklappen befindet sich zwischen den Herzkammern, der großen Körperschlagader (Aorta) und dem Stamm der Lungenschlagader. Sie werden als Taschenklappen oder Semilunarklappen bezeichnet. Diese bestehen aus halbmondförmigem und taschenartig geformtem Endokardgewebe und liegen als Aortenklappe am Beginn der Aorta und als Pulmonalklappe am Beginn des Lungenstamms.

Die Koronararterien

Die rechte (Arteria coronaria dextra) und die linke Koronararterie (Arteria coronaria sinistra) versorgen den gesamten Herzmuskel mit nährstoffreichem Blut. Diese beiden Koronararterien sind meist die ersten Abzweigungen der Aorta. Die beiden Blutgefäße verzweigen sich jeweils in zwei weitere Äste der Koronararterien. Der Ramus interventricularis anterior der linken Koronararterie führt der linken und rechten Kammer Sauerstoff und Nährstoffe zu. Der Ramus circumflexus bedient den linken Vorhof und die linke Kammer.

Der Ramus interventricularis posterior der rechten Koronararterie kümmert sich hingegen um die linke aber auch die rechte Herzkammer. Ein weiterer Seitenast ernährt den rechten Vorhof und die rechte Kammer. So ist gewährleistet, dass die rechte und die linke Herzkammer jeweils Blut aus den Hauptkoronarien als auch Nachschub aus einem Ast der jeweils gegenüberliegenden Koronararterie erhalten. Die Vorhöfe bekommen das nährstoffreiche Blut nur aus einer Quelle. Der venöse Abtransport des Blutes erfolgt über die Kranzvenen des Herzens. Diese verlaufen fast parallel zu den Koronararterien. Sie bilden auf ihrem Weg zum Rechtsherz die Kranzfurche (Sinus coronarius) und münden schließlich vorwiegend in den rechten Vorhof.

Quellen

Bildernachweis

Alle hier verwendeten Bilder stammen aus Gray, Henry (1918).“Grays Anatomy of the Human Body“, 20.Edition. Herausgeber: online bei bartleby.com.

 Lizenznachweis

This faithful reproduction of a lithograph plate from Gray’s Anatomy, a two-dimensional work of art, is not copyrightable in the U.S. as per Bridgeman Art Library v. Corel Corp.; the same is also true in many other countries, including Germany. Unless stated otherwise, it is from the 20th U.S. edition of Gray’s Anatomy of the Human Body, originally published in 1918 and therefore lapsed into the public domain.Other copies of Gray’s Anatomy can be found on Bartleby and also on Yahoo!







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