Ideal zum Lernen: Hier haben wir für Sie einen Überblick über die wichtigsten Herzvitien zusammengestellt.

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Mitralklappeninsuffizienz

Bild: „Mitral Valve Stenosis.“ von BruceBlaus. Lizenz: CC BY 3.0


Persistierender Ductus arteriosus

Persistierender-Ductus-arteriosus

Bild: „Abnormal mitral valve with congenital elongation and patent ductus arteriosus was shown apical four chamber view (A) and parasternal short axe view (B), respectively.“ von Openi. Lizenz: CC BY 3.0

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
Kleiner Ductus:

  • Systolikum im 2. ICR parasternal

Größerer Ductus:

  • „Maschinengeräusch“ mit systolischem Crescendo und diastolischem Decrescendo
  • angeboren
  • bis zu 10 % aller angeborenen Herzfehler, 2 % aller angeborenen Herzfehler im Erwachsenenalter
  • bei Frühgeborenen häufig aufgrund von Unreife des Kindes verursacht (Sauerstoffpartialdruck ↓, Prostaglandinspiegel ↑)bei reifen Neugeborenen eher strukturelle Anomalien
  • Dyspnoe
  • Gedeihstörungen
  • Minderversorgung (bei Frühgeborenen verursacht dies beispielsweise Hirnblutungen und akutes Nierenversagen)
Es handelt sich um einen Links-Rechts-Shunt, typischerweise mit Pulsus celer et altus. Das EKG zeigt eine linksventrikuläre Volumenbelastung. Ein spontaner Verschluss bei Frühgeborenen ist häufig, bei reifen Neugeborenen selten.

 

Vorhofseptumdefekt (ASD)

Vorhofseptumdefekt

Bild: „Atrial Septal Defect“ von BruceBlaus. Lizenz: CC BY 3.0

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • Systolikum im 2. ICR links parasternal
  • fixiert gespaltener 2. Herzton im 2. ICR links
  • frühdiastolisches Intervallgeräusch im 4. ICR links
  • angeboren
  • 10 % der angeborenen Herzfehler im Erwachsenenalter (60-70 % ASD II (Ostium-secundum-Defekt), 30 % ASD I (Ostium-primum-defekt), Rest seltene Defekte)
Variables Bild nach Schweregrad:

  • häufige bronchopulmonale Infekte
  • Leistungseinschränkung und rasche Ermüdbarkeit
  • Belastungsdyspnoe
  • Palpitationen
  • Brustschmerzen
  • zerebrale Insulte
  • Rechtsherzinsuffizienz
  • keine Zyanose!
Es handelt sich um einen Links-Rechts-Shunt. In 80 % der Fälle eines ASD unter 5 mm kommt es zu einem Spontanverschluss in den ersten vier Lebensjahren. Das EKG zeigt einen Rechtstyp mit Rechtsherzbelastung. Der rechte Ventrikel zeigt sich im Echo vergrößert. Im Röntgen ist der Truncus pulmonalis prominent und die Lungengefäßzeichnung verstärkt. Kleine Shunts bleiben häufig lange asymptomatisch.

 

Ventrikelseptumdefekt

ventrikelseptumdefekt


Bild: „Ventricular septal defect“ von National Heart Lung and Blood Institute. Lizenz: Gemeinfrei

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
Abhängig von Größe des VSD (je kleiner, desto lauter): Kleiner Defekt:

  • regelrecht gespaltener 2. Herzton im 2. ICR links
  • frühsystolisches raues Pressstrahlgeräusch im 3.-4. ICR links parasternal

Mittelgroßer Defekt:

  • 3. Herzton
  • systolisches Strömungsgeräusch im 3.-4. ICR links parasternal
  • Frühdiastolikum über der Herzspitze

Eisenmenger-VSD:

  • paukender 2. Herzton im 2. ICR links
  • 4. Herzton
  • pulmonaler Ejektionston
  • mesosystolisches Intervallgeräusch (2.-3. ICR links parasternal)
  • Graham-Steel-Geräusch bei Pulmonalklappeninsuffizienz
  • angeboren
  • häufigster Herzfehler mit ca. 35 % aller angeborenen Herzfehler
  • Herzinsuffizienz
  • Tachykardie und Tachypnoe
  • Schwitzen
  • Trinkschwäche
  • Gedeihstörung
  • Belastungsdyspnoe
  • rezidivierende bronchopulmonale Infekte
  • Zyanose
  • Rhythmusstörungen
  • Synkopen
  • Hirnabszesse
Es handelt sich um einen Links-Rechts Shunt mit Rezirkulation des Blutes durch den Lungenkreislauf, wobei das Shuntvolumen unter anderem von der Größe des VSD und den Widerständen abhängt. Der rechte Ventrikel ist höheren Druck- und Volumenbelastungen ausgesetzt, der linke Ventrikel höheren Volumina. Es kann zur Shunt-Umkehr kommen, wenn der Druck im rechten höher als im linken Ventrikel ist. Es entsteht eine zentrale Zyanose (Eisenmenger-Reaktion), die bei fixierter pulmonaler Hypertonie irreversibel ist. Ein EKG kann sowohl Rechts- als auch Linksherzbelastungen anzeigen. Ein spontaner Verschluss ist bei kleinen, perimembranösen VSDs möglich.
Merke: Der Ventrikelseptumdefekt ist mit 35 % aller angeborenen Herzfehler, der häufigste.

Pulmonalstenose

Pulmonalstenose


Bild: „Pulmonalstenose“ von Mariana Ruiz LadyofHats. Lizenz: Gemeinfrei

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • pulmonaler Ejektionsklick, frühsystolisch
  • Herzton weit gespalten und leiser Anteil der Pulmonalklappe
  • systolisches Austreibungsgeräusch (P.m. 2.-3. ICR links parasternal, abhängig von Lokalisation der Stenose) oder systolische Gefäßgeräusch über der Lunge
  • fortgeleitetes Geräusch in den Rücken
  • angeboren
  • 10 % der angeborenen Herzfehler (valvuläre Stenose)
  • 3 % der angeborenen Herzfehler (sub-/supravalvuläre Stenose)
Klinik aufgrund eines dauerhaft kleinen Herzzeitvolumens (in Abhängigkeit des Schweregrades der Stenose):

  • körperliche Ermüdbarkeit
  • Belastungsdyspnoe
  • Herzinsuffizienz
  • Schwindel
Systolisches Schwirren links parasternal und hebende Pulsationen über dem unteren Sternalrand sind typisch. Das EKG kann, in Abhängigkeit des Schweregrades, normal sein oder einen Rechtstyp mit Rechtsherzbelastungszeichen zeigen.

 

Fallot-Tetralogie

Fallot-Tetralogie

Bild: „Tetralogy of Fallot“ von National Heart Lung and Blood Institute (NIH). Lizenz: Gemeinfrei

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • singulärer 2. Herzton
  • raues 2/6-3/6 Systolikum, auskultierbar im 2.-3. ICR links parasternal
  • diastolische Refluxgeräusch über Herzbasis möglicherweise hörbar bei Aortenklappeninsuffizienz oder verkalkter Pulmonalklappe
  • häufigster angeborener zyanotischer Herzfehler (10 %)
  • Mikrodeletionen auf Chromosom 22q11 bei 15 % der Patienten
  • Dyspnoe vor allem unter Belastung (bei Neugeborenen beispielsweise Trinken und Schreien)
  • hypoxische Anfälle bis zur Bewusstlosigkeit, Leistungseinschränkungen
  • geringe Entwicklungsverzögerung
  • Zyanose
  • Tachypnoe
  • Trommelschlegelfinger
Es handelt sich um einen Rechts-Links-Shunt. Im EKG zeigt sich typischerweise ein  Rechtstyp und eine Rechtsherzhypertrophie, sowie das „Holzschuhherz“ im Röntgen-Thorax. Typisch ist die Hockstellung (häufig bei Kindern), um den Systemwiderstand zu steigern und die Lungenperfusion zu fördern. Operative Primärkorrekturen werden im Altern von 6-18 Monaten durchgeführt.

Merke: Das Wort Tetralogie kommt vom griechischen „tetra“ für 4 und bezieht sich auf die 4 Anomalien der Fallot Tetralogie:

  1. Ventrikelseptumdefekt
  2. Einengung der rechtsventrikulären Ausflussbahn (infundibuläre Pulmonalstenose)
  3. Reitende Aorta
  4. Rechtsherzhypertrophie

Ebstein-Anomalie

Ebstein-Anomalie

Bild: „Internal view of the left ventricle shows an anomalous muscular band that joins the free wall with the ventricular septum (stylus) in a heart with Ebstein’s anomaly.“ von Luis Muñoz-Castellanos et al. Lizenz: CC BY 2.0

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • SI und SII sind weit gespalten
  • SIII und SIV sind häufig zu hören
  • serielle Klicks und ein mitteldiastolisches Geräusch können auskultiert werden
  • angeboren
  • seltener Herzfehler (< 1 % der angeborenen Herzfehler)
Variables Bild eines zyanotischen Herzfehlers:

  • Dyspnoe
  • Müdigkeit
  • Belastungseinschränkung
  • Herzschmerzen
  • Palpitationen
  • Hepatomegalie
  • „stiller Thorax“ (Praecordium oft normal)
Ein Rechts-Links-Shunt, der mit einer Verlagerung der Trikuspidalsegel in den rechten Ventrikel einhergeht. Ein variabler Transversaldurchmesser des Herzens (extreme Kardiomegalie, Bocksbeutel-Form, möglich) ist messbar. Die Anomalie ist assoziiert mit Herzrhythmusstörungen und akzessorischen Leitungsbahnen (WPW-Syndrom).

Aortenisthmusstenose

Aortenisthmusstenose

Bild: „Aortic coarctation.“ (Nähere Erläuterung siehe Bildlink) von BioMed Central Ltd., Ntsinjana et al. Lizenz: CC BY 2.0

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • 2. Herzton regelrecht gespalten
  • frühsystolischer Klick
  • mesosystolisches Geräusch (P.m. über 3.-4. ICR links parasternal)
  • Geräusch zwischen den Schulterblättern ebenfalls auskultierbar
  • diastolisches Decrescendo bei Insuffizienz der Aortenklappe
  • Geräusche, die durchgehend zu hören sind, im Bereich der Kollateralgefäße
  • angeboren
  • 7 % aller angeborenen Herzfehler
Symptome aufgrund Hypertonus der oberen und Hypotonus der unteren Körperhälfte:

  • Kopfschmerzen
  • Nasenbluten
  • Schwindel
  • Tinitus
  • warme Hände und kalte Füße bis zur Claudicatio intermittens
Möglicherweise mit Anomalien wie einer bikuspidalen Aortenklappe assoziiert. Daraus kann eine Aortenklappen-insuffizienz hervorgehen. Epsilon-Zeichen/3er-Zeichen bei Knickbildung oder Doppelkonturen der Aorta ascendends im Röntgen sichtbar. Typisch sind Blutdruckdifferenzen über 20 mmHg zwischen oberer und unterer oder linker und rechter Körperhälften.

Angeborene Aortenklappenstenose

Aortenklappenstenose

Bild: „Aortic stenosis: Narrowed aorta 3mm (Foetus 26 weeks)“ von Mirmillon. Lizenz: Gemeinfrei

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • Raues Systolikum (P.m. im 2. ICR rechts parasternal)
  • Schwirren im Jugulum
  • fortgeleitetes Systolikum in die Karotiden
  • Herzton paradox gespalten
  • frühsystolischer Ejectionsklick
  • angeboren
  • 6-10 % der angeborenen Herzfehler
Symptomatik hängt vom Schweregrad der Stenose ab:

  • leichte Stenosen sind häufig asymptomatisch
  • Belastungsdyspnoe
  • Herzrhythmusstörungen
  • Pektanginöse Beschwerden
  • Schwindel und Synkopen
Die kritische Aortenstenose des Neugeborenen äußert sich in den ersten Lebenstagen bis –wochen und führt hier zu einer Herzinsuffizienz. Zeichen dieser valvulären hochgradigen Stenose sind ein graues Hautkolorit und flache Pulse.

Transposition der großen Arterien (TGA)

Transposition-der-großen-Arterien

Bild: „dextro-Transposition of the Great Arteries“ von Centers for Disease Control and Prevention. Lizenz: CC0 1.0

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
Komplette Transposition:

  • leises Systolikum im 2. ICR links
  • lauter oder singulärer 2. Herzton
  • weitere Auskultationsbefunde je nach weiteren vorhandenen Anomalien
  • angeboren
  • 5 % aller angeborenen Herzfehler (komplette Transposition) und 1 % aller angeborenen Herzfehler (korrigierte Transposition)
 Komplette Transposition:

  • Zyanose
  • Rechtsherzinsuffizienz innerhalb der ersten Lebenstage

Korrigierte Transposition:

  • im Kindesalter unauffällig
  • später Herzrhythmusstörungen (AV-Block, WPW-Syndrom)
Es handelt sich um einen Rechts-Links-Shunt. Der Ductus arteriosus muss postnatal mittels Prostaglandin E als Shunt-Verbindung offen gehalten werden, um beide Kreisläufe bis zu einer arteriellen Switchoperation zu verbinden. Im Röntgen „Ei-Form“ mit beidseitiger Herzverbreiterung.

Aortenklappeninsuffizienz

 

Aortenklappenisuffizienz

Bild: „Aortic Regurgitation“ von BruceBlaus. Lizenz: CC BY 3.0

Lesen Sie auch den ausführlichen Artikel zur Aortenklappeninsuffizienz.

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • hauchendes bzw. gießend-fließendes Decresendogeräusch direkt nach 2. Herzton (am besten zuhören im 3. ICR links parasternal bei vornübergebeugtem Patienten)
  • spindelförmiges Systolikum möglicherweise zu hören bei gesteigertem Schlagvolumen)
  • Austin-Flint-Geräusch (rumpelndes spätdiastolisches Geräusch) möglicherweise zu hören bei Behinderung des vorderen Mitralklappensegels
 Akute Aortenklappeninsuffizienz:

  • Aneurysma/Dissektion der proximalen Aorta
  • Thoraxtrauma
  • akute Endokarditis

Chronische Aortenklappeninsuffizienz:

  • strukturelle Klappenveränderungen (z.B. bikuspidale Aortenklappe, rheumatisches Fieber)
  • funktionelle Insuffizienz bei Dilatation des Aortenklappenrings (z.B. arterielle Hypertonie, Aortenaneurysma, Syphillis)
  • Prolaps einer Aortenklappentasche/Taschenriss
Akute Aortenklappeninsuffizienz:

  • akute Linksherzinsuffizienz
  • Lungenödem
  • kardiogener Schock

Chronische Aortenklappeninsuffizienz:

  • lange asymptomatisch
  • Angina pectoris
  • Belastungsdyspnoe
  • Palpitationen
  • Synkopen (selten)
  • Rhythmusstörungen (selten)
  • plötzlicher Herztod (selten)
Bei der akuten Form hat der linke Ventrikel keine Zeit, sich an die vermehrte Volumenbelastung anzupassen. Pulsus celer et altus sowie große Blutdruckamplitude mit einer isolierten systolischen Hypertonie und einem sichtbaren Pulsieren der Karotiden ist typisch. Das Röntgen-Bild zeigt eine Kardiomegalie in „Holzschuhform“. Besteht eine höhergradige Insuffizienz über längere Zeit, kann auch ein Klappenersatz die Progredienz der Herzinsuffizienz wegen zu großer Myokardschäden nicht mehr aufhalten.

Aortenklappenstenose

Aortenklappenstenose

Bild: „Demonstration of typical noncontrast CT study of a patient with severe calcified aortic stenosis and extensive difuse coronary calcifications (picture A) in contrast with patient without concomitant coronary disease (picture B).“ von Openi. Lizenz: CC BY 4.0

Lesen Sie auch den ausführlichen Artikel zur Aortenklappenstenose.

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • raues und spindelförmiges Systolikum mit P.m. im 2. ICR rechts parasternal
  • fortgeleitetes Geräusch in die Karotiden
  • bei höhergradiger Stenose ist Aortenklappenschlusston abgeschwächt mit eventueller paradoxer Spaltung des 2. Herztons
  • Herzton ist atemvariabel gespalten
Valvuläre Aortenklappenstenose:

  • Verkalkungen im Alter
  • frühe Degeneration einer angeborene bikuspidalen Klappe
  • postrheumatisch

Subvalvuläre Aortenklappenstenose:

  • verdicktes Septum bei HOCM
  • bindegewebiger Ring mit Verhinderung der Ausflussbahn des linken Ventrikels

Supravalvuläre Stenose:

  • Williams-Beuren-Syndrom (Kalzium-Stoffwechselstörung)
  • sanduhrförmig eingeengte Aorta ascendens
  • geringgradige Stenosen häufig asymptomatisch (Symptoma bei Öffnungsfläche < 1,0 cm2)
  • eingeschränkte Belastbarkeit
  • Belastungsdyspnoe
  • Angina pectoris
  • Schwindel und Synkopen
  • gelegentlich Palpitationen
Pulsus tardus et parvus und hebender Herzspitzenstoß sind typisch. Arterieller Blutdruck und Blutdruckamplitude nehmen mit sinkendem Schlagvolumen ab. Erst bei Dekompensation zeigt das Röntgen-Bild eine linksseitige Verbreiterung. Wird eine Aortenklappenstenose symptomatisch ist die Prognose sehr schlecht (Zwei-Jahresüberlebensrate unter 50 %)!

Mitralklappenstenose

Mitralklappenstenose

Bild: „Mitral Valve Stenosis.“ von BruceBlaus. Lizenz: CC BY 3.0

Lesen Sie auch den ausführlichen Artikel zur Mitralklappenstenose.

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • paukender 1. Herzton
  • diastolisches Decrescendogeräusch (P.m. über der Herzspitze)
  • anschließend präsystolisches Crescendogeräusch (nur bei Sinusrhythmus!)
  • Mitralöffnungston
  • Graham-Steel-Geräusch bei pulmonaler Insuffizienz
  • selten angeboren
  • rheumatisches Fieber (kann Jahre zurückliegen!)
  • Symptome in Abhängigkeit der verbliebenen Öffnungsfläche
  • Leistungsminderung
  • Müdigkeit
  • Rhythmusstörungen
  • Zyanose (peripher) mit Facies mitralis (Rötung der Wangen)
  • Dyspnoe
  • Stauungsleber und –niere
  • Asthma cardiale
  • Venenstauung am Hals
  • Periphere Ödeme
Im Röntgen kann der linke Vorhof als vergrößert sichtbar werden sowie Doppelkonturen am rechten Herzrand zeigen. Durch diese Vergrößerung sowie eine Hypertrophie des rechten Ventrikels und eine erweiterte A. pulmonalis kommt es zu dem Bild der „stehenden Ei-Form“.

Mitralklappeninsuffizienz

Mitralklappeninsuffizienz

Bild: „Mitral Valve Stenosis.“ von BruceBlaus. Lizenz: CC BY 3.0

Lesen Sie auch den ausführlichen Artikel zur Mitralklappeninsuffizienz.

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • leiser 1. Herzton
  • direkt nach 1. Herzton Systolikum (hochfrequent, bandförmig)
  • P.m. über der Herzspitze
  • fortgeleitete Geräusche in die Axilla
  • kurzes Intervall-Diastolikum bei höhergradiger Insuffizienz
  • 3. Herzton kann auskultierbar sein
Relative Mitralklappeninsuffizienz:

  • dilatierter Mitralklappenring, beispielsweise bei dilatativer Kardiomyopathie oder Linksherzinsuffizienz

Akute Mitralklappeninsuffizienz:

  • Sehnenfaden- oder Papillarmuskelabriss: z.B. bei Myokardinfarkt, Mitralklappenprolaps, Trauma
  • rheumatische oder bakterielle Endokarditis

Chronische Mitralklappeninsuffizienz

  • chronisch-degenerative Veränderungen
  • Verkalkungen
  • KHK
  • Kardiomyopathien
  • Autoimmun- oder Kollagenerkrankungen
Akute Mitralklappeninsuffizienz:

  • akute Herzinsuffizienz
  • Lungenödem
  • kardiogener Schock

Chronische Mitralklappeninsuffizienz:

  • lange asymptomatisch
  • Dyspnoe
  • Palpitationen
  • nächtliche Hustenanfälle
  • Müdigkeit
Mittels Echokardiografie können sowohl die Funktion als auch die Morphologie des linken Ventrikels und Vorhofs beurteilt werden. Die zusätzliche Farbdopplerfunktion gibt Auskunft über den systolischen Reflux.
Merke: Bei der Auskultation der Mitralklappeninsuffizienz, kann das Systolikum in Linksseitenlage des Patienten mit dem Stethoskop in der vorderen Axillarlinie oft besser gehört werden.

Mitralklappenprolaps

Mitralklappenprolaps

Bild: „transesophageal echocardiogram of mitral valve prolapse“ von JHeuser. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Lesen Sie auch den ausführlichen Artikel zum Mitralklappenprolaps.

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • Spätsystolikum (P.m. über Herzspitze)
  • mittel- bis spätsystolischer Klick (zeitliche Verlagerung je nach Position des Patienten oder verschiedenen Manövern möglich)
Idiopathischer (primärer) Mitralklappenprolaps:

  • Missverhältnis der Größen von Klappen, Klappenhalteapparat und Ventrikel

Sekundärer Mitralklappenprolaps:

  • KHK
  • Vorhofseptumdefekt
  • dilatative oder hypertrophe Kardiomyopathie
  • Myokarditis
  • Marfan- oder Ehlers-Danlos-Syndrom (Bindegewebsschwächen)
  • häufig asymptomatisch
  • Rhythmusstörungen mit Extrasystolen und Tachykardie
  • Palpitationen
  • Synkopen
  • Dyspnoe
  • verringerte Belastbarkeit
  • Müdigkeit
  • Angina pectoris
Sichere Diagnostik nur mittels Echokardiografie möglich. Hier zeigt sich das „Hängemattenphänomen“, wenn es zum Prolaps der verdickten Mitralklappensegel in den linken Vorhof während der Systole kommt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Pulmonalklappeninsuffizienz

Pulmunalklappeninsuffizienz

Bild: „Severe pulmonary regurgitation“ von CardioNetworks. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Auskultationsbefund Ätiologie Klinik Jeweilige Besonderheiten
  • Diastolikum (P.m. im 2. ICR links parasternal)
  • 2. Herzton weit gespalten
  • veränderte Klappenmorphologie (z.B. Endokarditis bei i.v.-Drogenabusus)
  • dilatierter Ventrikel
  • relative Pulmonalinsuffizienz bei pulmonaler Hypertonie
  • Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz
  • venöse Stauung
  • Hepato- und Splenomegalie
  • gastrointestinale Störungen
  • Müdigkeit
  • Aszites
  • Ödeme
Die Diagnose wird mittels Echokardiografie gestellt. Der Pulmonalishauptstamm ist dilatiert.

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Beliebte Prüfungsfragen zu den Herzvitien

Die Lösungen befinden sich unterhalb der Quellenangaben.

1. Ein raues, spindelförmiges Systolikum mit P.m. im 2. ICR rechts parasternal, das in die Carotiden fortgeleitet wird, ist typisch für welches Herzvitium?

  1. Aortenklappenstenose
  2. Aortenklappeninsuffizienz
  3. Mitralklappenstenose
  4. Mitralklappeninsuffizienz
  5. Pulmonalklappeninsuffizienz

2. Was ist der häufigste angeborene Herzfehler?

  1. Persistierender Ductus arteriosus
  2. Offenes Foramen ovale
  3. Vorhofseptumdefekt
  4. Ventrikelseptumdefekt
  5. Transposition der großen Arterien

3. Wann sollte die Korrektur eines großen angeborenen Ventrikelseptumdefekts erfolgen?

  1. Erst nach Ablauf der Eisenmenger-Reaktion
  2. Erst nach dem 6. Lebensmonat
  3. In den ersten 3 Lebensmonaten
  4. Erst nach dem Abwarten eines spontanen Verschlusses in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes
  5. Ab einem Körpergewicht des Säuglings von 8 kg

Quellen

ALLEX Alles fürs Examen Band A – Thieme 2012

ALLEX Alles fürs Examen Band B – Thieme 2012

Herold, Gerd u.a.: Innere Medizin 2015

Lösungen: 1A, 2D, 3C

 

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