Der Magen (lateinisch: Ventrikulus, griechisch: Gaster) ist mehr als nur ein Muskelsack mit Speicherfunktion. Durch die Produktion von Enzymen und der desinfizierend wirkenden Salzsäure ist er ein wichtiges Organ des Verdauungssystems. Nicht selten suchen Patienten mit „Magenschmerzen“ ihren Arzt auf, an dem es nun liegt, eine Ursache für ebendiese zu finden. Lesen Sie hier einen kompakten Überblick über den Aufbau, die Funktionen und Krankheiten des Magens.

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Bild: “Stomach Pic for Food Poisoning Thingy” von Daniel X. O'Neil. Lizenz: (CC BY 2.0)

Bild: “Stomach Pic for Food Poisoning Thingy” von Daniel X. O’Neil. Lizenz: (CC BY 2.0)


Makroskopische Anatomie des Magens

Lage des Magens

Der Magen liegt im linken Oberbauch in der Regio epigastrica und in der Regio hypochondriaca sinistra. Während die Lage der meisten Abschnitte des sackartigen Muskelschlauches sehr variabel ist, gibt es oral und aboral zwei lagekonstante Abschnitte: Der Mageneingang (Kardia), fixiert durch den unteren Ösophagussphinkter und der Magenpförtner (Pylorus), welcher in das retroperitoneal liegende Duodenum übergeht und dadurch unbeweglich ist.

Ultraschallbild des Magens

Bild: “stomach” von openi: (CC BY 2.5)

Äußere Form des Magens

Am Magen lassen sich eine große und eine kleine Krümmung unterscheiden, die die Vorder- (Paries anterior) von der Hinterwand (Paries posterior) abgrenzen: Die konkave Curvatura minor mit einem Knick (Incisura angularis) am Übergang zum Pylorus und die konvexe Curvatura major zwischen Fundus und Antrum pyloricum. Außerdem lässt sich der Magen in vier Abschnitte gliedern:

  • Mageneingang (Kardia, Pars cardiaca): Übergang des Ösophagus in den Magen, der durch einen funktionellen Sphinkter verschlossen wird
  • Magenkuppel (Fundus gastricus): Höchste Stelle des Magens im Stehen, die von der Kardia durch die Incisura cardiaca getrennt wird; hier findet sich eine Ansammlung von verschluckter Luft, welche im Röntgenbild als Magenblase sichtbar wird.
  • Magenkörper (Corpus gastricus): Hauptabschnitt des Magens von Fundus gastricus bis Pars pylorica
  • Pförtnerabschnitt (Pars pylorica): Übergang des weiten Antrum pyloricum in den engen Canalis pyloricus mit Ende im Pylorus. Dieser besteht aus dicker Ringmuskulatur und bildet somit den Musculus sphincter pylori als Grenze zum Duodenum.

Illustration der Anatomie und Physiologie des Magens

Bild: “Illustration from Anatomy & Physiology, Connexions Web site” von OpenStax College. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die äußere Form des Magens ist sehr variabel und von verschiedenen Faktoren wie Füllungszustand (leer: Paries anterior und posterior liegen aneinander), Körperhaltung, Magenmotorik und Körperbau abhängig. So findet sich bei Röntgenuntersuchungen am häufigsten ein Hakenmagen (ähnlich dem Buchstaben „J“), bei großen, schlanken Personen (Asthenikern) häufig ein Langmagen (schmal und langgezogen) und bei kleinen, untersetzten Personen (Pyknikern) häufig ein Stierhornmagen (nahezu horizontal).

Gefäßversorgung des Magens

Der Magen wird arteriell aus dem Truncus coeliacus, dem ersten unpaaren Ast der Aorta abdominalis, versorgt. Dieser gibt in der Regel drei Arterien ab: Die Arteria hepatica communis, die Arteria gastrica sinistra und die Arteria splenica. Die Arteria gastrica sinistra bildet durch die Anastomose mit der Arteria gastrica dextra (aus der Arteria hepatica propria, welche aus der Arteria hepatica communis stammt) eine Gefäßarkade an der Curvatura minor. An der Curvatura major anastomosieren Arteria gastroomentalis dextra (aus der Arteria gastroduodenalis, welche wiederum aus der Arteria hepatica communis stammt) und Arteria gastroomentalis sinistra (aus der Arteria splenica) und bilden somit eine weitere Gefäßarkade.

Des Weiteren gibt die Arteria splenica Äste zur Versorgung des Fundus (Arteriae gastricae breves) und der Magenhinterwand (Arteria gastrica posterior) ab.

Gefäßversorgung des Magens

Bild: “Der Truncus coeliacus und seine Äste.” von Henry Gray. Lizenz: (CC0 1.0)

Die Venen des Magens verlaufen mit den gleichnamigen Arterien und leiten das Blut in das Pfortadersystem, wobei die Venae gastricae dextra et sinistra direkt in die Pfortader (Vena portae) münden, während die Vena gastroomentalis sinistra in die Vena splenica und die Vena gastroomentalis dextra in die Vena mesenterica superior mündet.

TIPP: Sowohl im Präparierkurs als auch in schriftlichen Prüfungen wird dieses Thema gerne aufgegriffen!

Peritonealverhältnisse des Magens

Der Magen liegt intraperitoneal. Von der Curvatura minor zieht das Omentum minus (kleines Netz) als Peritonealduplikatur zur Leber. Dieses stammt aus dem Mesogastrium ventrale und lässt sich in das Ligamentum hepatogastricum und das Ligamentum hepatoduodenale (enthält die portale Trias) gliedern. Von der Curvatura major hängt das Omentum majus (großes Netz), welches aus dem Mesogastrium dorsale hervorgeht, schürzenartig über Dick- und Dünndarm hinab. Weiterhin sind folgende Ligamente Teil des Omentum majus:

  • Ligamentum gastrophrenicum: zwischen großer Kurvatur des Magens und Unterseite des Zwerchfells
  • Ligamentum gastrosplenicum: zwischen Magen und Milz, enthält die Arteria splenica mit den Arteriae gastricae breves
  • Ligamentum gastrocolicum: zwischen großer Kurvatur und Dickdarm (Colon transversum), enthält die Arteriae gastroomentales dextra und sinistra
TIPP: Zu diesem Thema werden gerne Prüfungsfragen gestellt!

Beziehung des Magens zu den Nachbarorganen

Mit seiner Lage im Oberbauch hat der Magen Kontakt zu verschiedenen Bauchorganen:

  • Leber (Facies hepatica): Der linke Leberlappen bedeckt den Magen rechts und ventral.
  • Zwerchfell (Facies phrenica): Der Fundus liegt der linken Zwerchfellkuppel an, welche den Magen von der Pleurahöhle trennt.
  • Milz (Facies splenica): Die Milz ist an der linken hinteren Hälfte des Magens im Bereich des Fundus zu finden (Cave: Verletzungsgefahr bei Magenoperationen!).
  • Pankreas (Facies pancreatica): Dorsal des Magens zieht der Pankreasschwanz. Die Bursa omentalis trennt die beiden Organe voneinander.
  • Dickdarm (Facies colomesocolica): Das Colon transversum verläuft parallel zur Pars pylorica. Das Ligamentum gastrocolicum verbindet das Colon transversum mit der großen Kurvatur des Magens.
  • Niere (Facies renalis) und Nebenniere (Facies suprarenalis): Ein Teil der Vorderfläche der linken Niere und Nebenniere kommt mit dem Corpus gastricum in Kontakt.

Mikroskopische Anatomie des Magens

Aufbau der Magenwand

Vergrößertes Bild einer gesunden gastric mucosa

Bild: “Intermediate magnification micrograph of normal gastric mucosa, i.e. inner most layer of the stomach.” von Nephron ©2010. Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

Der Bau der Magenwand entspricht dem des gesamten Magen-Darm-Traktes mit seinen typischen fünf Schichten: Tunica mucosa, Tela submucosa, Tunica muscularis, Tela subserosa und Tunica serosa. Während die Tunica muscularis im übrigen Rumpfdarm jedoch aus einer Längsmuskelschicht (Stratum longitudinale) und einer Ringmuskelschicht (Stratum circulare) besteht, ist im Magen noch eine dritte innerste Muskelschicht  aus schrägen Fasern (Fibrae obliquae) vorhanden.

Die Tunica mucosa besteht aus der Lamina epithelialis mit einschichtigem hochprismatischem Epithel (Zylinderepithel), welches an der Ora serrata (Z-Linie) scharf gegen das mehrschichtige Plattenepithel der Speiseröhre abgegrenzt ist, aus der Lamina propria mit den Magendrüsen und aus der Lamina muscularis.

Im Corpus gastricum sind Schleimhautfalten, die Plicae gastricae, zu erkennen, welche an der kleinen Kurvatur besonders ausgeprägt sind und bei Magenfüllung bzw. -dehnung verstreichen. Weiterhin finden sich an der Schleimhautoberfläche Magenfelder (Area gastricae) mit Magengrübchen (Foveolae gastricae), in die die Magendrüsen münden.

Mikroskopisches Bild: Übergang von Ösophagus- in Magenschleimhaut

Bild: “Übergang von Ösophagus- in Magenschleimhaut: Ora serrata” von Jpogi. Lizenz: (CC0 1.0)

Magendrüsen

Am Mageneingang liegen die weitlumigen, verzweigten Kardiadrüsen (Glandulae cardiales), die vor allem Schleim produzieren. Die Pylorusdrüsen (Glandulae pyloricae)  der Pars pylorica bilden ebenfalls Schleim. Zusätzlich finden sich hier G-Zellen, welche das die Belegzellen stimulierende Gastrin produzieren. Die den größten Teil der Schleimhaut einnehmenden Hauptdrüsen (Glandulae gastricae propriae) befinden sich in Fundus und Corpus. Sie sind englumig, lang, wenig verzweigt und bestehen aus folgenden Zellen:

  • Hauptzellen: basophil (da viel raues endoplasmatisches Retikulum) und an der Drüsenbasis liegend, Produktion von Pepsinogen und Lipase
  • Beleg-/Parietalzellen: eosinophil (da mitochondrienreich) und in der Drüsenmitte gelegen, Sekretion von Salzsäure und Intrinsic factor (notwendig für Vitamin B12-Resorption in terminalem Ileum)
  • Nebenzellen: im Drüsenhals zu finden, Bildung von Bikarbonat und Schleim
  • Endokrine Zellen: in der basalen Hälfte befindlich, Produktion von Histamin

Illustration zur Anatomie und Physiologie der Magendrüsen

Bild: “Illustration from Anatomy & Physiology, Connexions Web site.” von OpenStax College. Lizenz: (CC BY-SA 3.0)

Der Schutz der Magenwand wird durch einen Schleimüberzug gewährleistet, zu dessen Bildung die Kardia-, Pylorus- und Hauptdrüsen (Nebenzellen) sowie die Zellen des Oberflächenepithels beitragen.

Funktion des Magens

Der Magen hat eine Reservoirfunktion, das heißt er speichert vorübergehend die Nahrung, bevor diese portionsweise in den Darm gelangt. Dadurch ist es möglich, mit wenigen großen Mahlzeiten am Tag auszukommen. Nach einer Gastrektomie müssen die Mahlzeiten auf viele kleine Portionen am Tag verteilt werden. Die bereits in der Mundhöhle begonnene Verdauung wird hier mit den Verdauungsenzymen des Magens fortgesetzt: Die inaktive Vorstufe Pepsinogen wird durch Kontakt mit der Magensäure zu Pepsin aktiviert, welches Eiweißverbindungen aufspaltet und so zur Vorverdauung der Proteine beiträgt.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Produktion des Magensaftes, von dem ein bis drei Liter pro Tag gebildet werden. Er setzt sich vor allem aus Salzsäure und Intrinsic factor (aus den Belegzellen stammend), Schleim und Enzymen zusammen. Durch die Salzsäure ist der pH-Wert des Magensaftes sauer, wodurch die meisten Bakterien (Ausnahme: Helicobacter pylori) abgetötet und somit Infektionen des Darms verhindert werden.

Erkrankungen des Magens

Funktionelle Dyspepsie

Die funktionelle Dyspepsie (Reizmagen) ist gekennzeichnet durch Übelkeit und Erbrechen, ein postprandiales Völle- und vorzeitiges Sättigungsgefühl und einen diffusen Oberbauchschmerz. Um die Diagnose einer funktionellen Dyspepsie zu stellen, müssen die Beschwerden zum einen länger als drei Monate vorhanden und zum anderen nicht auf organische Ursachen zurückzuführen (Ausschlussdiagnose) sein. Hierfür sollten diagnostische Maßnahmen wie Gastroskopie, Ultraschall und die Abnahme von Laborparametern erfolgen. Es handelt sich um eine harmlose Erkrankung, die häufig mit psychischen Beschwerden einhergeht. Eine Behandlung kann symptomatisch erfolgen.

Gastritis

Akute Gastritis

Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung kommt es aufgrund einer Zerstörung der Schleimhautbarriere zu Mukosablutungen. Ursachen können endogen oder exogen bedingt sein. Zu den exogenen Noxen zählen Alkohol, Pharmaka (Acetylsalicylsäure, Zytostatika) und Bakterien (Staphylokokken, Salmonellen). Klinisch äußert sich eine akute Gastritis in epigastrischem Druckschmerz, Übelkeit und Erbrechen, sowie Appetitlosigkeit. Eine gefürchtete Komplikation stellt die Magenblutung bei erosiver Gastritis dar. Als Therapie kommt in erster Linie die passagere Nahrungskarenz und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin in Frage. Zur symptomatischen Behandlung eignen sich Säurehemmer (z.B. Protonenpumpeninhibitoren) und Antiemetika.

Chronische Gastritis

Im Gegensatz zur akuten Gastritis sind Patienten mit einer chronischen Magenschleimhautentzündung in der Regel beschwerdefrei. Lediglich bei wenigen Patienten kann es zu unspezifischen Oberbauchbeschwerden kommen. Eine chronische Gastritis lässt sich in folgenden Formen einteilen:

  • Typ A: Autoimmungastritis. Diese Form beschränkt sich auf Kardia und Corpus. Es finden sich Antikörper gegen Belegzellen und Intrinsic factor. Der zunehmende Verlust der Belegzellen führt zu einer Achlorhydrie und der Mangel an Intrinsic factor zu einer gestörten Vitamin B12-Aufnahme im terminalen Ileum mit Folge einer perniziösen Anämie. Bei einigen Patienten liegt eine weitere Autoimmunkrankheit vor. Das Risiko für ein Magenkarzinom ist deutlich erhöht.
  • Typ B: Bakterielle Gastritis. Bei der bevorzugt im Antrum lokalisierten Typ B-Gastritis liegt eine Infektion der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori vor. Es zeigt sich eine aszendierende Ausbreitung in das Corpus ventriculi, sodass es zu einer Abnahme der Anzahl der Belegzellen mit Hypochlorhydrie kommt.
  • Typ C: Chemische Gastritis. Diese Art der Gastritis entsteht vor allem durch einen Gallereflux oder NSAR, wie Ibuprofen oder Diclofenac.

Zur Diagnose werden mittels Gastroskopie Biopsien der Magenschleimhaut entnommen. Zudem kann man invasiv (Helicobacter-Urease-Test) und nicht invasiv (13C-Atemtest) auf eine Besiedelung mit Helicobacter pylori testen. Bei Typ A-Gastritis lassen sich Auto-Antikörper (gegen Belegzellen und Intrinsic factor) sowie ein verminderter Vitamin B12-Spiegel im Serum finden.

MERKE: Eine chronische Gastritis kann nur histologisch diagnostiziert werden!

Gastritis

Bild: “Gastritis” von openi. Lizenz: (CC BY 2.0)

Therapeutisch kommt bei Vorliegen von Symptomen die Behandlung ebendieser in Frage. Weiterhin kann man bei einer Typ B-Gastritis bei entsprechender Indikation (z.B. Ulkuskrankheit) eine Helicobacter-pylori-Eradikation mittels Tripel-Therapie (Protonenpumpenhemmer + Clarithromycin + Amoxicillin oder Metronidazol) durchführen. Bei einem Vitamin B12-Mangel bei Autoimmungastritis kann dieses substituiert werden. Zudem sind aufgrund des erhöhten Magenkarzinomrisikos jährliche Kontrollgastroskopien zu empfehlen.

Magengeschwür

Beim Ulcus ventriculi (Magengeschwür) liegt ein Defekt der Mukosa vor, der tief bis in die Muscularis mucosae reicht. Es ist vor allem an der kleinen Kurvatur und im Antrum lokalisiert und kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein, wobei die Verminderung defensiver (Schutz durch Schleim) und die Verstärkung aggressiver Faktoren (Magensäure) im Vordergrund steht.

gastric ulcer (endoskopisches Bild)

Bild: “gastric ulcer” von openi. Lizenz: (CC BY 2.0)

Der Großteil der Magengeschwüre ist durch eine Besiedlung mit Helicobacter pylori bedingt und geht somit aus einer chronischen Gastritis hervor. Allerdings kann auch die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sowie Rauchen durch Hemmung der Sekretion produktiv wirkender Prostaglandine zu einem Ulkus führen. Klinisch ist ein Ulcus ventriculi oft asymptomatisch, bei manchen Patienten findet sich ein Schmerz links paraumbilikal, der nahrungsunabhängig sein, oder durch Nahrungsaufnahme verstärkt werden kann. Meist zeigen sich die ersten Symptome jedoch beim Auftreten von Komplikationen. Hierzu zählen in erster Linie Blutungen, Perforation und Penetration.

Die Diagnose eines Ulkus wird endoskopisch gestellt, wobei zum Ausschluss eines Magenkarzinoms eine Gewebeprobe entnommen werden sollte. Bei einem Befall mit Helicobacter pylori kommt die Tripel-Therapie (s.o.) in Frage. Für die Therapie Helicobacter-pylori-negativer Ulzera sind Protonenpumpeninhibitoren die erste Wahl in der medikamentösen Therapie. Zudem sollte auf schädliche Noxen wie Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Operationsindikationen sind unstillbare Blutungen, freie Perforationen, Magenausgangsstenose und Karzinome.

Magenkrebs

Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadtium (endoskopisches Bild)

Bild: “Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadtium (endoskopisches Bild).” von Boreali. Lizenz: (CC0 1.0)

Das Carcinoma ventriculi hat seinen Häufigkeitsgipfel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und eine abnehmende Inzidenz. Am häufigsten ist ein Karzinom im Bereich der kleinen Kurvatur und der Pars pylorica zu finden. Die Symptome sind unspezifisch und reichen von Druck im Oberbauch über Übelkeit zum Leistungsknick. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kann es zu Gewichtsabnahme, Eisenmangelanämie, Erbrechen und Dysphagie kommen. Zur Diagnostik wird eine Gastroskopie mit multiplen Biopsien durchgeführt. Hierbei ist es wichtig, dass die Diagnose früh erfolgt, da dies die Prognose erheblich verbessern kann. Zur kurativen Therapie kommt nur die Operation mit subtotaler oder totaler Gastrektomie in Frage. Bei Inoperabilität kommen Palliativmaßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität in Frage.

Magenkrebs bzw. Magenkarzinom: Aufnahme einer Resektion

Bild: “gastric surgery.” von openi. Lizenz: (CC BY 2.0)

Untersuchung des Magens

Perkussion Durch die Gasblase im Fundus entsteht ein tympanitischer Klopfschall (Unterscheidung zu sonorem Klopfschall der Lunge und gedämpftem Klopfschall von Leber und Milz). Die Abgrenzung zum Dickdarm gestaltet sich schwierig, da der Klopfschall des Colon transversum dem des Magens gleicht.
Sonografie Erkennbar sind die abwechselnd echoreich und echoarm erscheinenden Schichten der Darmwand, allerdings ist die Darstellung des Magens im Ultraschall oft schwierig bzw. inkomplett (Problem: Luft).
Gastroskopie (Magenspiegelung) Das Gastroskop wird über den Mund in die Speiseröhre eingeführt und in den Magen vorgeschoben. So kann die Magenschleimhaut beurteilt werden. Auch die Entnahme von Gewebeproben und therapeutische Eingriffe (z.B. Stillen einer Blutung) sind möglich.
MDP (Magen-Darm-Passage) Die Durchführung sollte am frühen Morgen erfolgen. Hierzu wird dem Patienten oral zuerst ein röntgenpositives Kontrastmittel (Bariumsulfat) und danach ein röntgennegatives Kontrastmittel (CO2) verabreicht. Unter Durchleuchtung kann nun die Magenschleimhaut beurteilt werden. Als Nachteil der MDP gilt die Strahlenbelastung.

Beliebte Prüfungsfragen zum Magen

Die Lösungen befinden sich unterhalb der Quellenangaben.

1. Welche Aussage zur Blutversorgung des Magens trifft zu?

  1. Die kleine Kurvatur wird von den Arteriae gastroomentales dextra et sinistra versorgt.
  2. Die Vena gastroomentalis sinistra mündet in die Vena mesenterica superior und die Vena gastroomentalis dextra mündet in die Vena splenica.
  3. Der Fundus wird durch die Arteria splenica versorgt.
  4. Die Gefäßarkade an der großen Kurvatur besteht aus Ästen der Arteria gastrica sinistra.
  5. Das venöse Blut des Magens wird in die Vena cava inferior geleitet.

2. Welche Aussage bezüglich der Peritonealverhältnisse des Magens trifft nicht zu?

  1. Das Omentum majus entsteht aus dem Mesogastrium dorsale.
  2. Das Ligamentum gastrosplenicum enthält die Arteriae gastricae breves.
  3. Das Omentum minus enthält das Ligamentum hepatogastricum.
  4. Das Ligamentum gastrocolicum enthält die Arteria gastrica posterior.
  5. Aus dem Mesogastrium ventrale entsteht unter anderem das Omentum minus.

3. Folgende Aussage zur Histologie des Magens trifft zu:

  1. Die Tunica muscularis besteht aus zwei Schichten, dem Stratum longitudinale und dem Stratum circulare.
  2. Das Zylinderepithel des Ösophagus geht an der Ora serrata in das mehrschichtige Plattenepithel des Magens über.
  3. Die Hauptzellen der Magendrüsen sind eosinophil liegen an der Drüsenbasis und produzieren Enzyme wie Pepsinogen und Lipase.
  4. Die Belegzellen werden auch Parietalzellen genannt und sind unter anderem für die Sekretion von Intrinsic factor zuständig.
  5. Die Magendrüsen münden in die Area gastricae.

4. Was trifft nicht zu? Bei der chronischen Gastritis:

  1. gibt es eine Einteilung in Typ A, B und C.
  2. wird die Diagnose vor allem klinisch gestellt.
  3. sind die meisten Patienten beschwerdefrei.
  4. kann es bei Typ A zu einer perniziösen Anämie kommen.
  5. besteht die Therapie einer Typ B-Gastritis in der Tripel-Therapie zur Helicobacter-pylori-Eradikation.

Quellen

Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage – Thieme Verlag

Duale Reihe Biochemie, 3. Auflage – Thieme Verlag

Duale Reihe Innere Medizin, 2. Auflage – Thieme Verlag

Herold, G. und MA. Innere Medizin (2014) – Gerd Herold Verlag

Hofer, Matthias: Sono Grundkurs, 7. Auflage – Thieme Verlag

Lippert: Lehrbuch Anatomie, 8. Auflage – Urban & Fischer

Prometheus, Innere Organe, 2. Auflage – Thieme Verlag

Welsch: Lehrbuch Histologie, 3. Auflage – Urban & Fischer

Lösungen zu den Fragen: 1E, 2D, 3D, 4B

 

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