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Erster epileptischer Anfall und Epilepsien

Ein epileptischer Anfall ist eine abnormale elektrische Aktivität der Neuronen in der Großhirnrinde, die sich je nach betroffener Gehirnregion auf verschiedene Weise manifestieren kann. Anfälle bestehen aus einem plötzlichen Ungleichgewicht, das zwischen den erregenden und hemmenden Signalen in kortikalen Neuronen auftritt und eine Nettoerregung erzeugt. Epiletische Anfälle und Epilepsien sind eine der häufigsten chronisch-neurologischen Erkrankungen im Erwachsenenalter. Die 2 Hauptklassen von Anfällen sind fokal oder generalisiert. Die Diagnose wird klinisch gestellt und basiert auf der Anamnese und körperlicher Untersuchung, kann aber durch EEG und andere Messinstrumente je nach Verdachtsdiagnose ergänzt werden. Wichtig ist die Beurteilung von Verdachtsdiagnosen eines epileptischen Anfalls, wie Synkope oder transistorische ischämische Attacke. Die Behandlung umfasst sowohl anfallsunterbrechende als auch präventive Medikamente. In selbstlimitierenden Fällen ohne Hinweis auf eine strukturelle Ätiologie sind möglicherweise keine medikamentösen Therapien erforderlich.

Aktualisiert: Dec 5, 2022

Überblick

Definition

Epileptische Anfälle sind Episoden einer neurologischen Dysfunktion, die durch abnormale exzitatorische Aktivitäten von Neuronen verursacht werden, die durch eine plötzliche Änderung der Sinne, Wahrnehmung, motorischen Aktivität oder des Verhaltens gekennzeichnet sind.

  • Krampfanfälle mit motorischer Aktivität = Konvulsionen
  • Unprovozierte Anfälle aufgrund einer unbekannten Ätiologie oder aufgrund einer vorbestehenden Erkrankung des Nervensystems
  • Epilepsie = Erkrankung mit wiederkehrenden, unprovozierten Anfällen
  • Status epilepticus = langandauernde Anfallsaktivität > 5 Minuten oder ohne Rückkehr des Ausgangszustands zwischen mehreren Anfällen

Epidemiologie

  • Sehr häufig
  • Lebenszeitprävalenz: 5-9 pro 1000
  • 2 Altersgipfel: im 1. Lebensjahrzehnt und im 5.-6. Lebensjahrzehnt
  • Mit zunehmenden Alter ansteigende Erkrankungswahrscheinlichkeit mit zunehmender Tendenz von 3-4 %
  • Rezidivrisiko nach einem 1. epileptischen Anfall = etwa 40 %

Anfallsphasen

  • Aura:
    • Charakteristische Empfindungen vor Anfallsepisode
    • Von betroffender Person erkannt
  • Iktal:
    • Anfänglicher Beginn der Anfallsepisode sowie der Episode selbst
    • Manifestation der eigentlichen Anfallssymptomatik
  • Postiktal:
    • Zeitraum nach der Anfallsepisode, Person = desorientiert
    • Dauer von bis zu 2 Stunden
Zeitleiste der Anfallsphasen

Zeitlicher Ablauf der Anfallsphasen

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Pathophysiologie

Stufe 1: Kurzschluss im neuronalem Netzwerk

  • Auch als paroxysmale Depolarisationsverschiebung bekannt
  • Ausgang aller Krampfanfälle von Zellkörpern und Neuronen der grauen Substanz
  • Sekretion von unangemessenen Mengen an Glutamat durch Astrozyten → Übererregbarkeit der Neurone
Anfallsschritt 1 - Kurzschluss im Stromkreis

Stufe 1: Kurzschluss im neuronalen Schaltkreis, der den 1. Schritt der Pathophysiologie von Krampfanfällen beschreibt.
AMPA: α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazolpropionsäure
NMDA: N-Methyl-D-Aspartat

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Stufe 2: Aktivierung der normalen Nachbarneurone

  • Wiederholte paroxysmale Depolarisationen einer ausreichend großen Gruppe von Neuronen → ↑ extrazelluläre K+-Konzentration → Depolarisation der umgebenden Neuronen
  • Mehr K+ im extrazellulären Raum aufbaut und somit Diffusion von weniger K+ während des hyperpolarisierten Zustands aus der Zelle heraus → „partiell depolarisiert“ → ↑ übererregte neuronale Aktivität und dadurch ↑ extrazelluläres K+ und Depolarisation von umgebenden Neuronen
  • Zusätzlich Strömung des ↑ extrazellulären K+ entlang des Konzentrationsgradienten und somit Unterstützung der Depolarisation
  • Einbeziehen der normalen, umgebenden Neurone in die Anfallsaktivität
Schritt 2 der Pathophysiologie von Anfällen, Fahren von normalen Nachbarn

Stufe 2 der Pathophysiologie von Anfällen, Aktivierung der normalen Nachbarneurone:
Das Diagramm zeigt ein Membranpotential und Schritte, die es ermöglichen, dass überschüssiges K+ umgebende Zellen depolarisiert.

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Stufe 3: Versagen der Inhibition

  • Das Versagen entsteht durch wiederholte paroxysmale Depolarisationsverschiebungen, die Folgendes verursachen:
    • ↓ Nachhyperpolarisation
    • ↓ Umgebungsinhibition
    • ↑ Glutamatstimulation
    • ↑ Intrazelluläres Ca2+
    • Wiederkehrender erregender Rückkopplungskreis
  • Ziel der Therapie = Wiederherstellung der Inhibition der Anfallsaktivität
Schritt 3 Versagen der Hemmung in der Pathophysiologie von Anfällen

Stufe 3: Versagen der Inhibition in der Pathophysiologie von epileptischen Anfällen

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Klinik

Fokale Anfälle

  • Ohne Einschränkung des Bewusstseins:
    • Abhängig vom Ort der Anfallsaktivität
    • Verschiedene sensorische, vegetative, motorische oder psychische Symptome
  • Mit Einschränkung des Bewusstseins:
    • Häufigste Form der Epilepsie bei Erwachsenen
    • Ggf. Auftreten von Automatismen (sich wiederholende, unbewusste Verhaltensweisen):
      • Grimassieren im Gesicht
      • Schmatzen
      • Kauen
  • Von fokal nach bilateral tonisch-klonisch: Beginn als fokaler Anfall, dann generalisiertes Fortschreiten über beide Hirnhälften
Tabelle: Arten von fokalen Anfällen
Ohne Einschränkung des Bewusstseins Mit Einschränkung des Bewusstseins Fokal zu bilateral tonisch-klonisch
  • Bewusstsein erhalten
  • Ungewöhnlicher Geruch oder Geschmack
  • Starren mit Aufmerksamkeitsverlust
  • Erhaltener Muskeltonus
  • Bewusstseinssverlust mit vorangegangener Aura
  • Postiktale Verwirrung
  • Komplexe iktale Automatismen
  • Initiale Aura
  • Konvulsion +/– Jackson-Anfall
  • Postiktale Verwirrung +/– Todd’sche Lähmung

Generalisierte Anfälle

  • Absence:
    • Typischerweise in der Kindheit
    • Kurze Dauer (5–10 Sekunden)
    • Klinik: Bewusstseinsverlust oder Verhaltensauffälligkeit
  • Myoklonisch: kurze, plötzliche, fokale Muskelkontraktionen
  • Tonisch: fokale Versteifung der Muskulatur
  • Klonisch: Zittern/Zucken der Muskeln normalerweise in Armen, Nacken und Gesicht
  • Tonisch-klonisch:
    • Kombination aus Tonisch und Klonisch
    • Am häufigsten mit Konvulsionen
  • Atonisch:
    • Tonusverlust oder Muskelsteifheit
    • Gegenteil von tonischen Anfällen
    • “Drop-Attacken”/Sturzattacken am häufigsten bei Kindern
    • Oft im Zusammenhang mit Stürzen
Tabelle: Arten generalisierter Anfälle
Absence Kurze generalisierte Starrperiode mit Bewusstseinseinschränkung, oft verwechselt mit Tagträumen, mit 3-Hz-Spike-and-Wave-EEG
Myoklonisch Typischerweise fokale myoklonische Zuckungen mit kurzer Bewusstlosigkeit, aber ohne Konvulsionen und geringer postiktaler Beeinträchtigung
Tonisch Fokale, isolierte Steifigkeit
Generalisiert tonisch-klonisch Am häufigsten konvulsiv (aber auch nicht-konvulsiv möglich) mit Generalisierung und ohne Aura
Atonisch “Drop-Attacken” am häufigsten bei Kindern
Anfallsarten und Klassifikationen

Krampfanfallsarten und Klassifikationen

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Diagnostik

Die initiale Bewertung und Stabilisierung konzentriert sich auf das Screening von Hypoglykämie, Hypoxie und hämodynamischer Instabilität.

Anamnese

  • Nach Möglichkeit Zeugenbefragung (ohne Zeugen oft schwierige Diagnose)
  • Identifikation des Beginns und des Fortschreitens der Symptome
  • Suche nach potenziellen Auslösern (z.B. Nichteinnahme von Antiepileptika)
  • Fragen zur Art des Anfalls:
    • Vorangegangene Aura?
    • Ablauf des epileptischen Anfalls?
    • Erinnerung der betroffenen Person an den Anfall?
    • Postiktaler Zustand?
    • Zeitraum bis zur vollständigen Wiederherstellung der Ausgangslage?
    • Dauer des epileptischen Anfalls?
    • Frequenz möglicher weiterer Anfälle?
    • Bleibende neurologische Ausfallerscheinungen?

Körperliche Untersuchung

  • Art der Anfallsaktivität
  • Veränderungen des Erregungsniveaus
  • Fokale Defizite
  • Pupillenveränderungen
  • Körperliche Befunde nach Abklingen der postiktalen Periode oft normal
  • Suche nach anfallsbedingten Trauma als Folge eines Sturzes
  • Zungenbiss mit hoher Spezifität zum Ausschluss von psychogenen nicht epileptischen Anfälle und Synkopen
  • Harn- oder Darminkontinenz
  • Todd’sche Lähmung: Nach dem Anfall kurze vorübergehende Lähmung

Laboruntersuchungen

  • Großes Blutbild
  • Basisstoffwechselpanel
  • Kalzium- und Magnesiumspiegel
  • Schwangerschaftstest für Frauen im gebärfähigen Alter
  • Urintoxikologie
  • Prolaktinspiegel gemessen kurz nach dem Anfall zur Unterscheidung von epileptischen zu nicht-epileptischen Anfällen
  • Serumspiegel von Antikonvulsiva zur Bestimmung von:
    • Baselinewerten
    • Potenziellen Toxizitäten
    • Mangelnder Wirksamkeit
    • Nichteinnahme

“Neuroimaging”

  • Keine Empfehlung für ein routinemäßiges “Neuroimaging” bei Personen mit einer ersten unauffälligen Anfallsanamnese
  • Bildgebung mittels Hirn-CT oder MRT empfohlen für:
    • Neue fokale neurologische Befunde
    • Anfallsaktivität ohne bekannte Ätiologie
  • CT ohne Kontrastmittel in der Notfallsituation zum Screening auf unmittelbare Bedrohungen (strukturelle Ursachen, Schlaganfälle, Blutungen usw.)
  • Hirn-MRT am nützlichsten bei neu auftretenden epileptischen Anfällen ohne bekannte Ursache

Elektroenzephalographie (EEG)

  • Test zur Messung der elektrischen Empfindlichkeit des Gehirns mittels Elektroden und Ursachensuche
  • In der Notfallsituation angezeigt bei fehlendem Rückerlangen des Bewusstseins
  • Im Rahmen der Abklärung bei neu aufgetretenen epileptischen Anfällen
  • Bei Erwachsenen spezifischer als bei Kindern
  • Video-EEG-Monitoring = Standardtest zur Klassifizierung von:
    • Art des Anfalls oder Syndroms
    • Diagnose von Pseudoanfällen (psychiatrisch bedingt)
  • Durchführung:
    • Platzierung der Elektroden der Kopfhaut
    • Anzeige der elektrischen Aktivität des Gehirns im EEG mittels Ausschlagungen
  • Verwendung von folgendem zur EEG-Messung:
    • Oberflächenelektroden: Platzierung auf der Hautoberfläche/Kopfhaut (am häufigsten)
    • Kortikale Elektroden: Platzierung zum Zeitpunkt der Operation auf der Oberfläche des Gehirns
    • Tiefenelektroden: tiefe Einführung in das Gehirn zum Erkennen tieferer Anfallsherde
  • Pathologische Befunde im EEG:
    • Epileptiforme Entladungen
    • Fokale Verlangsamung
    • Diffuse Hintergrundverlangsamung
    • Intermittierende diffuse Verlangsamung

Weitere Untersuchungen

  • Liquordiagnostik mittels Lumbalpunktion:
    • Auffällige Patient*innen bei Verdacht auf Meningitis oder Enzephalitis
    • Bei Verdacht auf eine Subarachnoidalblutung möglich
  • EKG bei Personen mit Verdacht auf hypoxische Anfälle in Folge einer kardiogenen Synkope
  • Suche nach metabolischen, kardiogenen und psychiatrischen Ursachen für anfallsartige Episoden
Tabelle: Verschiedene Arten von anfallsartigen Episoden und entsprechende Behandlungsmaßnahmen
Absence Krampfanfall Synkope PNES
Labor
  • Großes Blutbild
  • Stoffwechselpanel
  • Urinanalyse
  • Toxikologisches Urinscreening
  • Blutzucker
  • Laktat
  • Großes Blutbild
  • Prolaktin
  • Antikonvulsiva im Serum
  • Orthostatischer Blutdruck
  • Kardiales Monitoring
  • Variabel
  • Toxikologisches Urinscreening
Bildgebung
  • +/- Hirn-CT
  • CTA bei V.a. Schlaganfall oder SAB
  • Hirn-CT ohne Kontrastmittel
  • +/- Hirn-MRT
  • EKG
  • Röntgen Thorax
Keine erforderlich
Weitere Untersuchungen
  • Vitalparameter
  • EKG
  • +/- LP
  • EEG
  • +/- Video-EEG
  • Echo
  • +/- TEE
  • Psychiatrische Bewertung
  • Video-EEG
PNES = psychogene nichtepileptische Anfälle
EEG = Elektroenzelopahographie
EKG = Elektrokardiogramm
MRT = Magnetresonanztomographie
TEE = transthorakales Echokardiogramm
CT = Computertomographie
LP = Lumbalpunktion
CTA = CT-Angiographie
SAB = Subarachnoidalblutung
Echo = Echokardiogramm

Vergleich anfallsartiger Episoden

Tabelle: Unterscheidungsmerkmale häufiger Erkrankungen, die in die Differentialdiagnose von epileptischen Anfällen einbezogen werden müssen
Krampfanfall Synkope Transitorische ischämische Attacke
Aura Ja oder keine Keine, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel Keine
Haltung Keine Aufrecht Keine
Beginn Akut Akut/variabel Akut
Dauer 1-2 Minuten Sekunden bis Minuten Minuten bis Stunden
Motorik Variabel/tonisch-klonisch Myoklonus mit verlorenem Tonus Defizite
Inkontinenz Variabel Sehr selten Keine
EEG Epileptiform Generalisierte Verlangsamung Fokale Verlangsamung oder generalisierte Verlangsamung mit posterioren Zirkulationsereignissen
Trauma Variabel Variabel Normalerweise nicht
Post-Ereignis Langsam/verwirrt Schnell/alarmiert Alarmiert

Therapie

Isolierte oder erstmalige epileptische Anfälle

  • Stabilisierung der Person und Untersuchung in der Notaufnahme mit Überwachung auf lebensbedrohliche Anfallsursachen
  • Auflösen vieler Anfälle ohne Intervention
  • Keine Indikation von Benzodiazepinen oder Antikonvulsiva zur initialen Stabilisierung von Personen mit isolierten Anfällen
  • Keine notwendige stationäre Aufnahme, engmaschige ambulante Nachsorge stattdessen möglich

Antiepileptika

  • Der Beginn der Behandlung nach einem einzigen unprovozierten Anfall bleibt umstritten
  • Behandlungsziel:
    • Anfallsfreiheit
    • Keine Nebenwirkungen
  • Ursachen für unprovozierte Anfälle mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Rezidiven sind:
    • Vorbestehende Hirnläsion
    • Präsentation mit Status epilepticus
    • Vorhandensein von epileptischen Entladungen im EEG
    • Epilepsie in der Familienanamnese
  • Antiepileptika nach Wirkmechanismen
Wirkmechanismus von Antikonvulsiva

Wirkmechanismen von Antiepileptika
VGCC: spannungsgesteuerte Calciumkanäle

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Status epilepticus

  • Schnelle Stabilisierung und Anamnese + körperliche Untersuchung
  • Anfallsunterbrechung mittels:
    • IV-Benzodiazepine
    • Wirkstoffe:
      • Lorazepam
      • Diazepam
      • Midazolam
  • Definitive Therapie:
    • Zur Verhinderung des Wiederauftretens von Anfällen
    • Gleiche Wirksamkeit bei:
      • Levetiracetam
      • Fosphenytoin
      • Valproat
  • Refraktorische Fälle:
    • > 60 Minuten Anfallsaktivität
    • Atemwegsschutz durch Intubation und Sedierung
    • Kontinuierliche EEG-Überwachung
    • Ergänzung mit:
      • Phenobarbital
      • Fosphenytoin
  • Chirurgische Behandlungen:
    • Indikation bei refraktärem Status epilepticus oder refraktärer Epilepsie
    • Beispiele für Verfahren:
      • Resektion spezifischer Anfallsnidus
      • Vagusnervstimulation
      • Hirnstimulation und tiefe Hirnstimulation

Maßnahmen zur Anfallsprävention

  • Psychoedukation zur Vermeidung häufiger Auslöser:
    • Schlafentzug
    • Alkohol
    • Bestimmte Medikamententypen:
      • Opioide
      • Stimulanzien
      • Einige Krebsmedikamente
      • Einige Antibiotika
      • Einige Immunsuppressiva
  • Bei bestehendem Anfallsrisiko Einschränkung der Fahrtauglichkeit

Differentialdiagnosen

  • Synkope: Kurzer Verlust des Bewusstseins und des Muskeltonus mit spontaner Erholung. Synkope hat zahlreiche Ursachen, ist jedoch normalerweise das Ergebnis einer verminderten Durchblutung des Gehirns. Patient*innen mit synkopalen Ereignissen zeigen keine postiktale Verwirrung oder verlängerte Dauer der Bewusstlosigkeit wie bei Personen mit epileptischen Anfällen. Die Therapie der Synkope umfasst das Erkennen und Behandeln der sekundären Ursache.
  • Migräne: Kopfschmerzerkrankung, gekennzeichnet durch Kopfschmerzen, die mit einer Aura, erhöhten Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit einhergehen können. Die klinischen Merkmale von epileptischen Anfällen hängen von der Lage des Anfallsherdes ab und treten nicht unbedingt mit starken Kopfschmerzen auf, die das Kennzeichen von Migräne sind. Behandlungen der Migräne umfassen die Kontrolle akuter Episoden sowie prophylaktische Maßnahmen.
  • Psychogener nichtepileptischer Anfall (Englisches Akronym: PNES): ähnelt epileptischen Anfällen, aber ohne typische kortikale EEG-Aktivität, die bei epileptischen Anfällen diagnostisch wäre. Charakteristische körperliche Untersuchungsbefunde unterscheiden PNES von epileptischen Anfällen, z.B. geschlossene Augen während des Anfalls bei einer Person mit PNES. Die Therapie umfasst eine mögliche Aufnahme in die Epilepsie-Beobachtungseinheit mit Video-EEG-Überwachung.
  • Hypoglykämie: Notfallzustand, definiert als Serumglukosespiegel ≤ 70 mg/dl. Hypoglykämie kann mit einer Vielzahl unspezifischer Symptome auftreten, einschließlich adrenerger Symptome und neuroglykopenischer Symptome wie Krampfanfälle. Die Diagnose basiert auf der Messung der Serumglukose und der klinischen Präsentation. Die Behandlung erfolgt mit oraler Glukose, IV-Dextrose oder IM-Glukagon und häufigen Serumglukosekontrollen.
  • Narkolepsie: neurologische Schlafstörung, die durch Tagesschläfrigkeit gekennzeichnet ist und mit Kataplexie, hypnagogen Halluzinationen und Schlaflähmung einhergeht. Diagnostische Kriterien werden anhand von Schlafstudien identifiziert, die eine Abnahme der REM-Latenz zeigen. Zur Therapie gehört eine gute Schlafhygiene. Medikamente, die als ZNS-Stimulanzien und Antidepressiva wirken, werden verwendet, um der Kataplexie entgegenzuwirken.

Quellen

  1. Schachter, S. (2021) Evaluation and management of the first seizure in adults. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/evaluation-and-management-of-the-first-seizure-in-adults (Zugriff am 18. Juli 2021).
  2. Drislane, F. (2021) Convulsive status epilepticus in adults: treatment and prognosis. UpToDate. https://www.uptodate.com/contents/convulsive-status-epilepticus-in-adults-treatment-and-prognosis (Zugriff am 18. Juli 2021).
  3. Berg A. T. (2008). Risk of recurrence after a first unprovoked seizure. Epilepsia 49(Suppl 1):13–18. 
  4. Oliva, M., Pattison, C., Carino, J., Roten, A., Matkovic, Z., O’Brien, T. J. (2008). The diagnostic value of oral lacerations and incontinence during convulsive “seizures.” Epilepsia 49:962–967.
  5. Kapur, J., Elm, J., Chamberlain, J. M., et al. (2019). Randomized trial of three anticonvulsant medications for status epilepticus. New England Journal of Medicine 381:2103–2113.
  6. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) – Ständige Kommission Leitlinien. (S1) Leitlinie “Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter”. Überarbeitet am 30.04.2017. https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-041l_S1_Erster-epileptischer-Anfall_Epilespien_2018-05.pdf (Zugriff am 17. November 2022).
  7. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) – Ständige Kommission Leitlinien. (S2k) Leitlinie “Status epilepticus im Erwachsenenalter”. AWMF-Registriernummer 030-079. https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-079l_S2k_Status_epilepticus_im_Erwachsenenalter_2022-03.pdf (Zugriff am 17. November 2022).

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Sobair Barak hat einen Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert und hat sich anschließend an der Harvard Business School weitergebildet. Heute ist er in einer Management-Position tätig und hat bereits diverse berufliche Auszeichnungen erhalten. Es ist seine persönliche Mission, in seinen Kursen besonders praxisrelevantes Wissen zu vermitteln, welches im täglichen Arbeits- und Geschäftsalltag von Nutzen ist.

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Dr. Frank Stummer ist Gründer und CEO der Digital Forensics GmbH und seit vielen Jahren insbesondere im Bereich der forensischen Netzwerkverkehrsanalyse tätig. Er ist Mitgründer mehrerer Unternehmen im Hochtechnologiebereich, u.a. der ipoque GmbH und der Adyton Systems AG, die beide von einem Konzern akquiriert wurden, sowie der Rhebo GmbH, einem Unternehmen für IT-Sicherheit und Netzwerküberwachung im Bereich Industrie 4.0 und IoT. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater für internationale Großkonzerne. Frank Stummer studierte Betriebswirtschaft an der TU Bergakademie Freiberg und promovierte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe.

Simon Veiser

Simon Veiser beschäftigt sich seit 2010 nicht nur theoretisch mit IT Service Management und ITIL, sondern auch als leidenschaftlicher Berater und Trainer. In unterschiedlichsten Projekten definierte, implementierte und optimierte er erfolgreiche IT Service Management Systeme. Dabei unterstützte er das organisatorische Change Management als zentralen Erfolgsfaktor in IT-Projekten. Simon Veiser ist ausgebildeter Trainer (CompTIA CTT+) und absolvierte die Zertifizierungen zum ITIL v3 Expert und ITIL 4 Managing Professional.

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Für herausragende Kundenzufriedenheit wurde Lecturio von der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) mit dem deutschen B2B-Award 2022 ausgezeichnet.
In der Rubrik Kundenservice deutscher Online-Kurs-Plattformen belegt Lecturio zum zweiten Mal in Folge den 1. Platz.

B2B Award 2020/2021

Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) hat Lecturio zum Branchen-Champion unter den deutschen Online-Kurs-Plattformen gekürt. Beim Kundenservice belegt Lecturio den 1. Platz, bei der Kundenzufriedenheit den 2. Platz.

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Alexander Plath ist seit über 30 Jahren im Verkauf und Vertrieb aktiv und hat in dieser Zeit alle Stationen vom Verkäufer bis zum Direktor Vertrieb Ausland und Mediensprecher eines multinationalen Unternehmens durchlaufen. Seit mehr als 20 Jahren coacht er Führungskräfte und Verkäufer*innen und ist ein gefragter Trainer und Referent im In- und Ausland, der vor allem mit hoher Praxisnähe, Humor und Begeisterung überzeugt.

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