Erworbene Herzklappenfehler können sich als Insuffizienz (Schlussunfähigkeit der Klappe), als Stenose (Verengung der Klappe) oder als kombiniertes Klappenvitium äußern. Prinzipiell können alle Klappen befallen sein. Lernen Sie hier die wichtigsten prüfungsrelevanten Fakten zum Mitralklappenprolapssyndrom. Mit folgendem Artikel sind Sie optimal vorbereitet auf klinische Prüfungen und Ihr Hammerexamen.
Dieser Artikel berücksichtigt die Leitlinien, welche auf DGK einsehbar sind. Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels vorliegende Leitlinien-Version können Sie einsehen.
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Mitralklappenprolaps

Bild: „Heart mitral prolapse” von Patrick J. Lynch. Lizenz: CC BY 2.5


Das Mitralklappenprolapssyndrom bezeichnet das Auftreten von Symptomen bei Vorliegen eines Mitralklappenprolapses. Dies ist eine häufige Anomalie des Erwachsenenalters und muss, solange sie asymptomatisch bleibt, in der Regel nicht behandelt werden.

Definition

Der Mitralklappenprolaps bezeichnet ein Vorwölben von Teilen des Mitralklappensegels während der Systole in den linken Vorhof. Treten Symptome auf, wird die Erkrankung als Mitralklappenprolapssyndrom bezeichnet. Der Mitralklappenprolaps kann in einer Mitralinsuffizienz resultieren.

Synonyme: Barlow-Syndrom, Floppy-valve-Syndrom, Klick-Murmur-Syndrom

Epidemiologie

Verbreitung des Mitralklappenprolaps

Der Mitralklappenprolaps ist häufig verbreitet in den Industrieländern. Er stellt die häufigste Herzklappenanomalie im Erwachsenenalter dar.  3-4 % der Erwachsenen weisen diese Anomalie auf, bei der eine autosomal dominante Vererbung vermutet wird. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ätiologie

Ursachen des Mitralklappenprolaps

Grund für den Mitralklappenprolaps kann ein Missverhältnis in der Größe der Klappen, dem linken Ventrikel und dem Klappenhalteapparat sein. Auch Bindegewebsschwächen wie das Marfan-Syndrom oder myxomatöse Degeneration können eine Ursache sein.

Klassifikation

Arten des Mitralklappenprolaps

Unterschieden werden kann ein primärer, idiopathischer Mitralklappenprolaps, zu dem unter anderem die Größenmissverhältnisse sowie myxomatöse Veränderungen zählen, und ein sekundärer Mitralklappenprolaps. Zu der sekundären Form zählen Systemerkrankungen wie das Marfan-Syndrom, aber beispielsweise auch die KHK oder ein Vorhofseptumdefekt.

Symptome und Klinik

Nur bei ungefähr 10 % der Erkrankten zeigen sich Symptome. Dazu gehören Rhythmusstörungen und Palpitationen, Synkopen, Dyspnoe und Leistungsminderung sowie Angst und pektangiöse Beschwerden.

Diagnostik

Inspektion und radiologische Untersuchung beim Mitralklappenprolaps

Die Inspektion zeigt häufig einen asthenischen Körpertypen mit einem erniedrigten Körpergewicht und Hypotonie. In der Auskultation ist ein systolisches Klickgeräusch zu hören sowie ein Spätsystolikum. Diese Geräusche können im Stehen oder bei Valsalva-Manöver hin zur frühen Systole verlagert werden, in der Hocke in die späte Systole. Das EKG ist häufig unauffällig, eventuell durch ein abgeflachtes T gekennzeichnet.

Die Echokardiografie kann den Mitralklappenprolaps sicher nachweisen. Es zeigt sich hier das sogenannte Hängemattenphänomen, wenn die Mitralklappen in den linken Vorhof gewölbt werden.

echokardiografie Mitralklappenprolaps

Bild: „transesophageal echocardiogram of mitral valve prolapse” von JHeuser. Lizenz: CC BY 3.0

Therapie

Behandlungsmöglichkeiten des Mitralklappenprolaps

Sind Patienten asymptomatisch und haben keine Arrhythmien oder Mitralinsuffizienz, ist keine Behandlung notwendig. Im Abstand von fünf Jahren sollten aber Kontrolluntersuchungen erfolgen. Patienten mit höhergradiger Mitralinsuffizienz haben dagegen einige Verhaltenshinweise zu beachten. Dazu zählen ein normales Gewicht, der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Koffein sowie das Vermeiden starker körperlicher Belastung und Sport. Kontrollen sollten hier in 1-bis-3-Jahresintervallen erfolgen.

Komplikationen

Der Mitralklappenprolaps kann zu einer Mitralklappeninsuffizienz führen. Auch die Endokarditis und Rhythmusstörungen gehören zu den Komplikationen, woraus die Gefahr für arterielle Embolien entsteht. Der plötzliche Herztod tritt mit einer Inzidenz von etwa 1 % auf. Zur Prophylaxe der Komplikationen können orale Antikoagulanzien angewendet werden, sowie eine Endokarditisprophylaxe. Auch die Gabe von Antiarrhythmika oder eine ICD-Implantation kann indiziert sein.

Prognose

Die Prognose ist meistens günstig. Die aufgeführten Komplikationen Endokarditis und progressive Klappeninsuffizienz sind eher selten.

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Beliebte Prüfungsfragen zum Mitralklappenprolaps

Die Lösungen sind unterhalb der Quellen angegeben.

1. Was sind typische Zeichen des Mitralklappenprolaps bei der Herzauskultation?

  1. paukender erster Herzton
  2. bandförmiges Systolikum mit Fortleitung in die Axilla
  3. diastolisches Decrescendogeräusch mit Punctum maximum über der Herzspitze
  4. systolisches Klickgeräusch sowie ein Spätsystolikum
  5. präsystolisches Crescendogeräusch

2. Welcher ist der häufigste erworbene Herzklappenfehler in den Industrieländern?

  1. Mitralklappenprolaps
  2. Mitralklappenstenose
  3. Aortenklappeninsuffizienz
  4. Aortenklappenstenose
  5. Trikuspidalklappenstenose

3. Welches der folgenden Syndrome kann u.a. am ehesten Ursache eines Mitralklappenprolaps sein?

  1. Down-Syndrom
  2. Marfan-Syndrom
  3. Münchhausen-Syndrom
  4. Postthrombotisches Syndrom
  5. Charcot-Marie-Tooth-Hoffmann-Syndrom

Quellen und Leitlinie zum Mitralklappenprolaps

Leitlinie Mitralklappenprolaps der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK). In: Leitlinien: Klappenvitien im Erwachsenenalter (Stand 2006)

AllEX Alles fürs Examen Band A – Thieme 2012

Herold, Gerd u.a.: Innere Medizin 2015

Lösungen: 1D, 2D, 3B



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