Im Vergleich zur oberen Extremität, insbesondere des Unterarmes, sind die Muskeln von Unterschenkel und Fuß für den Medizinstudenten auf dem Weg zum Physikum sehr leicht zu lernen. Sie sind einfach gruppiert und die Muskeln selbst lassen sich anhand ihrer Funktion im Fuß sehr gut voneinander unterscheiden. Neben der gründlichen Ausformulierung bietet dieser Beitrag eine übersichtliche Tabelle aller Muskeln und ihrer Gruppen. Diese Tabelle kann als Karteikarte zum Lernen übernommen werden.

Tipp: Keine Lust zu lesen? Dann starten Sie doch einfach kostenlos unseren Online-Kurs zur makroskopischen Anatomie.

diese abbildung zeigt die muskeln von unterschenkel und fuß

Bild: “Muscles of the Lower Leg” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0


Dorsalextensoren des oberen Sprunggelenkes

Die Gruppe der Dorsalextensoren setzt sich zusammen aus Musculus tibalis anterior, Musculus extensor digitorum longus, Musculus extensor hallucis longus und Musculus peroneus tertius. Sie wird auch ventrale Unterschenkel- muskelgruppe genannt. Sie liegen in der ventralen Muskelloge zwischen der Tibiavorderkante und dem Septum intermusculare cruris anterius auf der Vorderseite des Unterschenkels.

Merke für alle innervierten Muskeln: Der Nervus fibularis und Nervus peroneus sind identisch. Es handelt sich lediglich um eine andere, synonyme Terminologie.

diese abbildung zeigt die dorsalextensoren des oberen sprunggelenkes

´Bild: “Muscles of the Lower Leg” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Musculus tibialis anterior

Der Musculus tibialis anterior entspringt am Condylus lateralis und anteilig an der lateralen Fläche der Tibia sowie an der Membrana interossea cruris und dem Septum intermusculare. Er zieht unter dem Rectinaculum extensorum superius et inferius zum Os cuneiforme I (medial/plantar) und zum Os metatarsale I (Basis). Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus fibularis profundus (L5 – S1) agiert er als Dorsalextensor des Fußes.

Prüfungstipp: In manchen Anatomiebüchern gilt seine synergetische Funktion im unteren Sprunggelenk als umstritten. Es ist daher anzuraten, die aktuellste Literatur beim Lernen zurate zu ziehen.

Neben seiner Primärfunktion ist der Musculus tibialis anterior zu einer Supination bzw. Adduktion des Fußes in der Lage. Er ist ein Stabilisator des Sprunggelenkes in der Initiation der Standbeinphase.

Bei einem Ausfall des Nervus fibularis profundus kommt es zum sogenannten Steppergang-Phänomen, welches in der Praxis mit einer Peroneusschiene versorgt und durch physiotherapeutische Interventionen behandelt werden kann.

Musculus extensor digitorum longus

Die Ursprünge des Musculus extensor digitorum longus sind der Condylus lateralis tibiae, der Ventralrand des Caput fibulae und die Membrana interossea cruris. Er zieht zur Dorsalaponeurose der zweiten bis fünften Zehe, wird vom Nervus fibularis profundus (L4 – S1) innerviert und dorsalextendiert das obere Sprunggelenk.

Neben seiner Primärfunktion synergiert er die Pronation im unteren Sprunggelenk sowie die Extension der Zehen zwei bis vier.

Musculus extensor hallucis longus

Der lange Großzehenstreckermuskel entspringt vom distalen 2/3 der Facies medialis und der Membrana interossea cruris und inseriert an der dorsalen Endphalanx der Großzehe. Er erhält durch den Nervus fibularis profundus (L5 – S1) seine Innervation und extendiert das obere Sprunggelenk.

Neben seiner Primärfunktion agiert er als Pronator im unteren Sprunggelenk sowie als Extensor des Grund- und Endgelenkes der Großzehe.

Musculus peroneus tertius

Dieser kleine Muskel entspringt von der Margo anterior fibulae und inseriert an der Basis ossis metatarsale V. Er wird vom Nervus fibularis profundus (L4 – S1) motorisch versorgt und sorgt für die Dorsalextension im oberen Sprunggelenk.

Der Peroneus tertius ist inkonstant und fehlt bei ca. acht Prozent der Weltbevölkerung. Sein Ansatz ist ab und an zusätzlich an der Dorsalaponeurose des fünften Zehs oder am Os metatarsale IV. Neben seiner Primärfunktion agiert er als Pronator im unteren Sprunggelenk.

Plantarflexoren des oberen Sprunggelenkes

Musculus triceps surae, Musculus plantaris, Musculus tibialis posterior, Musculus flexor digitorum longus, Musculus flexor hallucis longus sowie die Musculi peroneus longus et brevis bilden die Gruppe der Plantarflexoren.

In manchen älteren Anatomiebüchern wird diese Gruppe auch als oberflächliche Schicht der dorsalen Gruppe der Unterschenkelmuskulatur bezeichnet. Die Peronei bilden eine eigene Untergruppierung: die Peroneus- bzw. laterale Unterschenkelmuskelgruppe.

Bild: “Muscles of the Lower Leg” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Bild: “Muscles of the Lower Leg” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Musculus triceps surae

Der Triceps surae wird vom Musculus gastrocnemius (Caput mediale et laterale) und vom Musculus soleus gebildet.

Der Musculus gastrocnemius caput mediale entspringt proximal des Condylus medialis femoris, während das Caput laterale proximal des Condylus lateralis femoris seinen Ursprung hat. Beide inserieren über die Achillessehne am Tuber calcanei und werden durch den Nervus tibialis (S1 – S2) innerviert. Er ist der stärkste Plantarflexor im oberen Sprunggelenk.

Der kleinere Musculus soleus hat seinen Ursprung an der Dorsalseite von Caput und Collum fibulae sowie über den Arcus tendineus tibiae an der Linea musculi solei. Er inseriert über die Achillessehne am Tuber calcanei und erhält durch den Nervus tibialis (S1 – S2) seine Innervation. Er synergiert zusammen mit dem Gastrocnemius die Plantarflexion im oberen Sprunggelenk.

Der Musculus soleus kann bei manchen Menschen zusätzlich durch das Segment L5 versorgt sein. Neben ihrer Primärfunktion können Gastrocnemius und Soleus das untere Sprunggelenk supinieren.

Musculus plantaris

Dieser Muskel hat seinen Ursprung proximal des Condylus lateralis femoris (dorsal) und inseriert am Tuber calcanei. Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus tibialis (L4 – S1) agiert er als Plantarflexor im oberen Sprunggelenk.

Der Musculus plantaris kann bei manchen Menschen zusätzlich durch das Segment L4 versorgt sein. Neben seiner Primärfunktion ist er ein Flexor und Innenrotator des Kniegelenkes sowie ein Supinator des unteren Sprunggelenkes.

Musculus tibialis posterior

Die Ursprünge des Musculus tibialis posterior sind die Membrana interossea cruris sowie die Dorsalränder von Tibia und Fibula. Er inseriert an der Tuberositas ossis navicularis, der Plantarfläche der Ossa cuneiformia I – III sowie der Ossa metatarsalia II – IV. Er wird durch den Nervus tibialis (L5 – S1) innerviert und plantarflektiert das obere Sprunggelenk.

Der Musculus tibialis posterior kann bei manchen Menschen zusätzlich durch das Segment L4 versorgt sein. Neben seiner Primärfunktion kann er das untere Sprunggelenk supinieren und dient als Spanner des Fußquer- und Fußlängsgewölbes.

Musculus flexor digitorum longus

Der Musculus flexor digitorum longus entspringt am mittleren Drittel der Facies posterior tibiae und findet an der Plantarseite der Basis der Endphalangen II – V seinen Ansatz. Er erhält seine Innervation durch den Nervus tibialis (L5 – S2) und flektiert das obere Sprunggelenk.

Neben seiner Primärfunktion ist er ein Supinator des unteren Sprunggelenkes und kann die Zehengelenke flektieren. Außerdem dient er der Haltung des Fußlängsgewölbes.

Musculus flexor hallucis longus

Die Ursprünge des langen Großzehenbeugermuskels sind das distale 2/3 der Facies posterior tibiae sowie die Membrana interossea cruris. Er inseriert plantar an der Endphalanx des Großzehs sowie an den plantaren Endphalangen der Zehen zwei und drei. Er agiert als Plantarflexor im oberen Sprunggelenk, wenn er durch den Nervus tibialis (L5 – S2) aktiv innerviert wird.

Er ist am sogenannten Chiasma plantare mit den Sehnen des Musculus flexor digitorum longus verbunden. Neben seiner Primärfunktion ist er ein Supinator im unteren Sprunggelenk und ein Flexor des Großzehs. Weiterhin kann er die zweite sowie dritte Zehe flektieren und dient als Spanner des Fußlängsgewölbes.

Musculus peroneus longus

Der lange Peroneusmuskel entspringt am Caput fibulae und proximalen 2/3 der Facies lateralis fibulae, der Fascia cruris und dem Septum intermusculare anterius et posterius cruris. Er inseriert plantar am Os cuneiforme mediale sowie der Basis ossis metatarsale I. Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus fibularis superficialis (L5-S1) dient er als Plantarflexor des oberen Sprunggelenkes.

Der Musculus peroneus longus kann bei manchen Menschen zusätzlich durch das Segment L4 versorgt sein. Neben seiner Primärfunktion dient er als Pronator des unteren Sprunggelenkes und spannt aktiv das Fußlängs- und quergewölbe.

Musculus peroneus brevis

Der kleine Peroneusmuskel hat seinen Ursprung an der distalen Hälfte der Facies lateralis fibulae sowie dem Septum intermusculare anterius et posterius cruris. Sein Ansatz ist an der Tuberositas ossis metatarsale V und seine Innervation erfolgt durch den Nervus fibularis superficialis (L5 – S1). Er ist ein Plantarflexor des oberen Sprunggelenkes.

Der Musculus peroneus brevis kann bei manchen Menschen zusätzlich durch das Segment L4 versorgt sein und an der Dorsalaponeurose des fünften Zehs inserieren.

Pronatoren bzw. Abduktoren des unteren Sprunggelenkes

Die Pronatoren-/Abduktorengruppe wird aus spezifischen Muskeln der Dorsalextensoren und Plantarflexoren gebildet, die aufgrund der funktionellen Anatomie synergetische Fähigkeiten haben.

  • Musculus peroneus brevis: Dieser Muskel ist bei einer Kontraktion in der Lage, den Vorfuß zu abduzieren durch die gleichzeitige Hebung der Metatarsale V (Fußaußenrand). Durch die ligamentäre Verbindung bewegt sich das Os cuboideum mit dem Os metatarsale V mit, ebenso das Os naviculare und der Kalkaenus. Der Kalkaneus bewegt sich außerdem nach dorsal und verengt dabei den Sinus tarsi.
  • Musculus peroneus longus: Der lange Peroneusmuskel zieht den Vorfuß nach lateral bei einer gleichzeitigen Senkung des medialen Fußrandes. Dies geschieht über die Verbindung zum Os cuneiforme I und Os metatarsale I.
  • Musculus extensor digitorum longus: Er synergiert beide Peronei bei ihrer Bewegung durch seine faserigen Anteile.

Supinatoren bzw. Adduktoren des unteren Sprunggelenkes

Wie die Pronatorengruppe wird auch die Gruppe der Spinatoren aus Muskeln der Dorsalextensoren und Plantarflexoren gebildet. Durch ihre Verbindungen zu bestimmten knöchernen Strukturen im Fuß haben sie eine synergetische Wirkung beim Anheben der Fußinnenseite.

  • Musculus tibialis anterior: Er zieht den Fuß in Adduktion durch das Anheben des Fußinnenrandes. Seine Verbindung mit dem Os cuneiforme I und dem Os metatarsale I bewirkt außerdem, dass der gesamte Vorfuß dieser Bewegung folgt.
  • Musculus tibialis posterior: Der Tibialis posterior übernimmt den größten Anteil an der adduktorischen Bewegungskomponente. Er zieht das Os naviculare nach medial, welches über ligamentäre Verbindungen das Os cuboideum mitnimmt. Ebenso folgt der Kalkaneus der Bewegung durch seine Verbindung mit dem Cuboid nach medial und weitet den Sinus tarsi.
  • Musculus triceps surae: Er synergiert die Supination vom Rückfuß her. Der valgisiert die Ferse, dadurch verlagert sich der Großteil seiner faserigen Anteile über die Supinatoren-Pronatoren-Achse. Biomechanisch ist seine supinatorische Funktion deutlich ausgeprägter.

Muskeln des Dorsum pedis

Lediglich zwei Muskeln bilden die Dorsum-pedis-Gruppe: Musculus extensor digitorum brevis und Musculus extensor hallucis brevis.

Bild: “Intrinsic Muscles of the Foot” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Bild: “Intrinsic Muscles of the Foot” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Musculus extensor digitorum brevis

Der Musculus extensor digitorum brevis entspringt von der Dorsalfläche des Kalkaneus und inseriert an der Dorsalaponeurose der zweiten bis vierten Zehe. Er wird durch den Nervus fibularis profundus (L5 – S1) innerviert und ist ein Dorsalextensor der Zehen zwei bis vier. Er kann auch an der fünften Zehe inserieren und sie daher extendieren.

Musculus extensor hallucis brevis

Die Ursprünge des Musculus extensor hallucis brevis sind die Dorsalfläche des Kalkaneus sowie das Ligamentum talocalcaneum interosseum und sein Ansatz die Grundphalanx sowie Dorsalaponeurose des Großzehs. Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus fibularis profundus (L5 – S1) agiert er als Dorsalextensor des Großzehs.

Der Musculus extensor hallucis brevis ist ein Teil des Musculus extensor digitorum brevis. Da er selbst zum Musculus extensor digitorum brevis gehört, kann er die Extension der Zehen zwei bis vier bzw. fünf synergieren.

Muskeln der Planta pedis

diese abbildung zeigt die muskeln der planta pedis des fußes

Bild: “Intrinsic Muscles of the Foot” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Musculus flexor digitorum brevis, Musculus quadratus plantae, Musculi lumbricales und Musculi interossei dorsales et plantares bilden die große Planta-pedis-Muskelgruppe.

Musculus flexor digitorum brevis

Plantar am Tuber calcanei und der Plantaraponeurose entspringt der Musculus flexor digitorum brevis und findet an der Plantarseite der Basis und Mittelphalangen der Zehen zwei bis fünf seinen Ansatz. Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus plantaris medialis (L5 – S1) flektiert er die Grund- und Mittelgelenke der Zehen zwei bis fünf.

Er erzeugt auf Höhe der Grundphalanx jeweils einen Sehnenschlitz, durch den die jeweilige Flexorensehne durchtritt. Dadurch erhält dieser Abschnitt den besonderen Namen Musculus perforans. Neben seiner Primärfunktion dient er der Spannung des Fußlängsgewölbes.

Musculus quadratus plantae

Der Musculus quadratus plantae entspringt plantar am Kalkaneus und inseriert am lateralen Rand der Sehnen des Musculus flexor digitorum longus. Er wird durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) innerviert und agiert als Plantarflexor der Zehen zwei bis fünf.

Der Musculus quadratus plantae hat keinen ossären Ansatzpunkt. Seine Funktion erhält er als Synergist des Musculus flexor digitorum longus.

Musculi lumbricales

Die Musculi lumbricales haben ihren Ursprung auf den Sehnen des Musculus flexor digitorum longus und inserieren medial an der Grundphalanx sowie der Plantaraponeurose der zweiten bis fünften Zehe. Sie werden durch die Nervi plantares medialis et lateralis (L5 – S2) innerviert und führen zur Plantarflexion der Zehengelenke und der Adduktion zur Großzehe (Mm. lumbricales I – II) sowie der Dorsalextension der Zehenmittelgelenke und Zehenendgelenke (Mm. lumbricales II – IV) durch.

Auf der Höhe des Ligemantum metatarseum transversum profundum liegen Bursae zwischen dem Band und den Lumbricalmuskeln. Die Lumbricale I und II werden durch den Nervus plantaris medialis innerviert, während die Lumbricale III und IV vom Nervus plantaris lateralis versorgt werden.

Musculi interossei dorsales et plantares

Die Musculi interossei dorsales I – IV sind zweifach gefiedert, entspringen von den Ossa metatarsalia I – V und finden an der Grundphalanx sowie der Dorsalaponeurose des zweiten bis vierten Zehs ihren Ansatz. Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) flektieren und abduzieren sie die Grundgelenke des zweiten bis vierten Zehs (Zehenspreizen) und extendieren die Zehenmittel- und endgelenke.

Die Musculi interossei plantares I – III sind einfach gefiedert und haben medial des Corpus ossis metatarsalia III – IV ihren Ursprung. Sie inserieren medial der Basis der Grundphalangen sowie der Dorsalaponeurose der Zehen drei bis fünf und werden durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) innerviert. Sie agieren als Plantarflexoren und Adduktoren der Zehengrundgelenke drei bis fünf (Zehenschluss) und als Dorsalextensoren der Mittel- und Endgelenke.

Die Musculi interossei dorsales et plantares liegen in der sogenannten Spatia interossea.

Muskulatur des Großzehenballens

Der Großzehenballen wird durch den Musculus abductor hallucis, den Musculus flexor hallucis brevis und den Musculus adductor hallucis gebildet.

diese abbildung zeigt die muskulatur des großzehenballens des fußes

Bild: “Intrinsic Muscles of the Foot” von philschatz. Lizenz: CC BY 4.0. Es wurden Änderungen vorgenommen: Dies ist nur ein Ausschnitt des Originalbilds.

Musculus abductor hallucis

Die Ursprünge des Musculus abductor hallucis sind der Processus medialis des Tuber calcanei und die Plantaraponeurose. Er findet an der Basis der Grundphalanx des Großzehs seinen Ansatz und agiert als Plantarflexor sowie Abduktor des Großzehs bei einer aktiven Innervation durch den Nervus plantaris medialis (L5 – S1).

Musculus flexor hallucis brevis

Der Musculus flexor hallucis brevis teilt sich in ein Caput mediale und ein Caput laterale. Beide entspringen am Os cuneiforme I und dem Ligamentum calcaneocuboideum plantare und haben plantar an der Grundphalanx des Großzehs ihren Ansatz.

Beide flektieren das Großzehengrundgelenk, allerdings wird das Caput mediale durch den Nervus plantaris medialis (S5 – S1) innerviert, während das Caput laterale seine Versorgung durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) erhält.

Das Caput mediale zieht über das mediale Sesambein, das Caput laterale entsprechend über das laterale Sesambein zu ihrem gemeinsamen Ansatzpunkt.

Musculus adductor hallucis

Der Musculus adductor hallucis teilt sich in ein Caput obliquum und ein Caput transversum. Beide werden vom Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) innerviert und haben plantar an der Grundphalanx des Großzehs einen gemeinsamen Ansatzpunkt. Das Caput obliquum entspringt vom Os cuboideum, Os cuneiforme III, den Basen der Ossa metatarsalia II – IV und vom Ligamentum plantare longum.

Das Caput transversum hat an den Zehengrundgelenken II – V und am Ligamentum transversum profundum seine Ursprünge. Beide adduzieren das Großzehengrundgelenk.

Neben der Primärfunktion agiert der Musculus adductor hallucis als Spanner des Fußlängsgewölbes (Caput obliquum) und des Fußquergewölbes (Caput transversum). Außerdem kann das Caput obliquum die Flexion im Großzehengrundgelenk synergieren.

Muskulatur des Kleinzehenballens

Der Kleinzehenballen setzt sich aus Musculus abductor digiti minimi, Musculus flexor digiti mimimi brevis und Musculus opponens digiti minimi zusammen.

Musculus abductor digiti minimi

Vom Processus lateralis des Tuber calcanei und der Plantaraponeurose ausgehend zieht der Musculus abductor digiti minimi zur Tuberositas ossis metatarsalis V und der Kleinzehengrundphalanx. Bei einer aktiven Innervation durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) fungiert er als Plantarflexor und Abduktor des Kleinzehs. Neben seiner Primärfunktion spannt er das Fußlängsgewölbe.

Musculus flexor digiti minimi brevis

Der Musculus flexor digiti minimi brevis entspringt von der Basis ossis metatarsale V und dem Ligamentum plantare longum und findet plantar an der Basis der Kleinzehengrundphalanx seinen Ansatz. Er wird durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) innerviert und flektiert das Kleinzehengrundgelenk. Weiterhin spannt er das Fußlängsgewölbe.

Musculus opponens digiti minimi

Der Ursprung des Musculus oopponens digiti minimi ist das Ligamentum plantare longum, sein Ansatz das Os metatarsale V (lateral). Er erhält durch den Nervus plantaris lateralis (S1 – S2) seine motorische Innervation und seine Funktion ist das Plantargleiten des Os metatarsale V. Zudem spannt er das Fußlängsgewölbe.

Tabellarische Übersicht der Muskeln von Unterschenkel und Fuß

Muskelgruppe: Zugehörige Muskeln:
Dorsalextensoren des OSG Musculus tibalis anterior

Musculus extensor digitorum longus

Musculus extensor hallucis longus

Musculus peroneus tertius

Plantarflexoren des OSG Musculus triceps surae

Musculus plantaris

Musculus tibialis posterior

Musculus flexor digitorum longus

Musculus flexor hallucis longus

Musculi peroneus longus et brevis

Pronatoren des USG Musculi peroneus longus et brevis

Musculus extensor digitorum longus

Supinatoren des USG Musculus tibialis anterior

Musculus tibialis posterior

Musculus triceps surae

Muskeln des Dorsum pedis Musculus extensor digitorum brevis

Musculus extensor hallucis brevis

Muskeln der Planta pedis Musculus flexor digitorum brevis

Musculus quadratus plantae

Musculi lumbricales

Musculi interossei dorsales et plantares

Muskeln des Großzehenballens Musculus abductor hallucis

Musculus flexor hallucis brevis

Musculus adductor hallucis

Muskeln des Kleinzehenballens Musculus abductor digiti minimi

Musculus flexor digiti minimi brevis

Musculus opponens digiti minimi

Beliebte Prüfungsfragen zur Muskulatur von Unterschenkel und Fuß

Die Lösungen befinden sich unterhalb der Quellenangaben.

1. Welcher der folgenden Muskeln ist kein Plantarflexor im oberen Sprunggelenk?

  1. Musculus peroneus longus
  2. Musculus peroneus brevis
  3. Musculus flexor hallucis longus
  4. Musculus plantaris
  5. Musculus tibialis anterior

2. Aus welchen Muskeln wird der Musculus triceps surae gebildet?

  1. Musculus gastrocnemius und Musculus plantaris
  2. Musculus gastrocnemius und Musculus soleus
  3. Musculus gastrocnemius und Musculus popliteus
  4. Musculus gastrocnemius und Musculus peroneus longus
  5. Musculus gastrocnemius und Musculus peroneus brevis

3. Durch welchen Nerv wird die Peroneusgruppe innerviert?

  1. Nervus ischiadicus
  2. Nervus tibialis
  3. Nervus fibularis superficialis
  4. Nervus fibularis profundus
  5. Nervus femorialis

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *