Ohne die Hände wäre das Leben des Menschen wesentlich komplizierter. Jeder, der sich als Rechtshänder mal die rechte Hand gebrochen hat und in Folge dessen einen Schalengips erhalten hat, kann sich noch Jahre später daran erinnern, wie anstrengend die simpelsten Alltagsbewegungen sein konnten. Im Jahr 2015 war bei 30 % aller Sturzverletzungen im Sport die Hand bzw. das Handgelenk beteiligt. Bei einer derart hohen Quote ist es wenig verwunderlich, dass Studenten der Humanmedizin das Handgelenk mit all seinen Details in Anatomie und Biomechanik kennen müssen.
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Roentgenbild-Handgelenk

Bild: „Radiograph of Hand“ von Philschatz. Lizenz: CC BY 4.0


In weiteren Artikeln finden Sie alles zur Muskulatur des Unterarms und der Hand bzw. zur Muskulatur des Daumens und der Finger.

Allgemeine Informationen zum Handgelenk

Wenn in der Humanmedizin vom Handgelenk gesprochen wird, sind damit zwei Anteile gemeint:

  • Art. radiocarpalis (proximal)
  • Art. mediocarpalis (distal)

Merke: Das Articulatio radioulnare distalis gehört funktionell aber nicht primär anatomisch zum Handgelenk, da es Supinations- und Pronationsbewegungen der Hand ermöglicht, die Bewegung selbst aber im Unterarm und nicht in der Hand stattfindet.

Das Handgelenk ist ein äußerst bewegliches Gelenk und bewegt sich durch eine horizontale und eine sagittale Achse. Die horizontale Achse verläuft parallel der Neigungsebene des Radius und das Caput ossis capitatum. Um diese finden Dorsalextension und Palmarflexion statt. Die sagittale Achse steht senkrecht zum Dorsum manus, geht durch das Caput ossis capitatum hindurch und kreuzt folglich die Horizontalachse. Über die Sagittalachse finden radiale und ulnare Abduktion statt.

Die durchschnittlichen aktiven Bewegungsausmaße des Handgelenks sind:

  • 80 Grad Dorsalextension
  • 80 Grad Palmarflexion
  • 20 Grad Radialabduktion
  • 35 Grad Ulnarabdulktion

Articulatio radiocarpalis

Der Radius und der Discus ulnocarpalis artikulieren mit der proximalen Handwurzelreihe und bilden das Art. radiocarpalis, das proximale Handgelenk. Es handelt sich hierbei um ein Eigelenk.

Art. radiocarpalis: Ossäre Strukturen und Gelenkflächen des distalen Radius

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Bild: „Ulna and Radius“ von Philschatz. Lizenz: CC BY 4.0

Der distale Radius besitzt zwei Gelenkflächen, wobei eine nach distal und eine nach ulnar gerichtet ist.

Die Facies articularis carpalis ist die Gelenkfläche, die nach distal zeigt und mit der proximalen Handwurzelreihe artikuliert. Sie besitzt zwei konkave Facetten, die jeweils mit dem Os scaphoideum und dem Os lunatum Kontakt haben und entsprechend bezeichnet werden: Fovea scaphoidea bzw. Fovea lunata. Beide Facetten sind durch eine überknorpelte Leiste voneinander getrennt. Die nach ulnar gerichtete Gelenkfläche ist die Incisura ulnaris, die seitlich in die Fovea lunata übergeht.

Art. radiocarpalis: Ossäre Strukturen und Gelenkflächen der distalen Ulna

Das nach dorsal vorstehende Caput ulnae endet im Processus styloideus ulnae. Diese knöchernen Strukturen haben im Gegensatz zu den radialen Counterparts keinen direkten Kontakt zur proximalen Handwurzelreihe. Dieser für die Artikulation wichtige Kontakt wird über den Discus articularis ulnocarpalis mit dem Os lunatum und dem Os triquetrum hergestellt.

Art. radiocarpalis: Discus articularis ulnocarpalis und Meniscus ulnocarpalis

Beide Strukturen füllen die ossäre Lücke zwischen der distalen Ulna und der proximalen Handwurzelreihe aus, sind aber trotz des kleinen Raumes unterschiedlich lokalisiert.

Der Discus articularis ulnocarpalis befindet sich distal der Ulna und bildet die Gelenkfläche zu Os lunatum und Os triquetrum in konkaver Form. Seine Basis befindet sich distal der Incisura ulnaris radii und seine Apex ist am Proc. styloideus ulnae sowie am Lig. collaterale carpi ulnare befestigt. Die palmaren und dorsalen Ränder des Discus sind weiterhin mit der Gelenkkapsel verwachsen, was eine Dislokation des Discus bei endgradigen Bewegungen verhindern soll. Er wird über die dorsalen und palmaren Gefäßbögen mit Blut und Nährstoffen versorgt, wobei nur die äußeren Schichten direkten Kontakt mit den Gefäßen haben. Der innere Bereich ist avaskulär und wird durch Druck und Entlastung ernährt, ähnlich den Bandscheiben und den Meniscen im Kniegelenk.

Zwischen dem Discus und dem Os triquetrum befindet sich der Meniscus ulnocarpalis. Er ist mit dem ulnaren Kollataralband, der Palmarseite von Os triquetrum und Os pisiforme sowie geringgradig dem Discus articularis ulnocarpalis (proximaler Anteil) verwachsen. Er erfüllt die für einen Meniscus typischen Pufferungsfunktionen bei Bewegung aus.

Art. radiocarpalis: Proximale Handwurzelreihe

Handgelenk_Schema

Bild: „Handgelenk Schema“ von Zoph. Lizenz: CC BY-SA 3.0 Legende: A – Os scaphoideum, B – Os lunatum, C – Os triquetrum, D – Os pisiforme, E – Os trapezium, F – Os trapezoideum, G – Os capitatum, H – Os hamatum, 1 – Radius, 2 – Ulna, 3 – Ossa metacarpalia

Os scaphoideum, Os lunatum und Os triquetrum bilden den distalen Gelenkpartner des proximalen Handgelenkes.

Os scaphoideum
Das Skaphoid artikuliert mit seiner konvexen Gelenkfläche mit dem Radius. Weiteren ossären Kontakt hat er nach ulnar zum Os lunatum, nach distal-ulnar mit dem Os capitatum und nach distal-radial mit den Ossa trapezii. Das palmar befindliche Tuberculum scaphoideum ist Insertionsstelle für das Lig. carpi transversum.

Os lunatum
Das Os lunatum ist ein vergleichsweise kleiner Handwurzelknochen und hat seinen Namen aufgrund seiner an einen Halbmond erinnernden Form. Seine proximale Gelenkfläche ist konvex und artikuliert mit der Fovea lunata radii. Desweiteren hat es Kontakt mit dem interossären Diskus, dem Os capitatum, dem Os scaphoideum und dem Os triquetrum.

Os triquetrum
Das konvex geformte Os triquetrum hat nur Kontakt mit dem interossären Diskus bei ulnarer Abduktion. Weiterhin hat es Kontakt mit dem Os hamatum und dem Os pisiforme.

Os pisiforme
Das Os pisiforme liegt direkt auf dem Os triquetrum auf und ist ein Sesambein, welches in die Endsehne des M. flexor carpi ulnaris und dessen karpalen Bandfortsetzungen eingelassen ist. Weiterhin dient es als Insertionsstelle und Ursprung für folgende Strukturen:

  • Lig. carpi transversum
  • M. abductor digiti minimi
  • Lig. collatarale carpi ulnare
  • Discus articularis ulnocarpalis

Aufgrund dessen ist die Translationsfähigkeit dieses Knochens sehr gering und nur nach radial bzw. ulnar möglich.

Art. radiocarpalis: Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel des proximalen Handgelenkes inseriert an der Knochen-Knorpel-Grenze der proximalen Handwurzelreihe sowie am Radius. Der Discus ulnocarpalis ist intrakapsulär, ihre Endfixierung liegt an der distalen Knochenkante der Ulna. Die Membrana fibrosa hat Verbindungen zu den palmaren und dorsalen Bändern und ist größtenteils mit den Sehnenscheiden von dorsal verwachsen. Außerdem bildet die Kapsel zwischen dem Meniskus und dem Discus einen Rec. ulnaris aus, sowie kleinere Recessi entlang der Radialseite, palmar und dorsal.

Articulatio mediocarpalis

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Bild: „Hand and Wrist“ von Philschatz. Lizenz: CC BY 4.0

Wie der Name bereits vermuten lässt, hat das distale Handgelenk keinen artikulären Kontakt mit Ulna und Radius, sondern ausschließlich mit der proximalen und distalen Handwurzelreihe. Die Knochen der proximalen Handwurzelreihe sind Os scaphoideum, Os lunatum und Os triquetrum.

Art. mediocarpalis: Distale Handwurzelreihe

Die der distalen Handwurzelreihe sind Os trapezium und Os trapezoideum (Ossa trapezii), sowie Os capitatum und Os hamatum.

Os trapezium
Das Os trapezium artikuliert mit seiner konkaven Gelenkfläche mit dem Os scaphoideum. Weiterhin hat es eine plane Gelenkfläche zum Os trapezoideum und eine sattelförmige Gelenkfläche zur Basis metacarpale I (Daumen). Final hat es Kontakt mit der Basis ossis metacarpalis II. Das Tuberculum ossis trapezii besitzt eine ossäre Rinne, durch welche die Sehne des M. flexor carpi radialis zieht und als Insertionsstelle für das Lig. carpi transversum dient.

Os trapezoideum
Hierbei handelt es sich um den kleinsten Handwurzelknochen mit einer konkaven Gelenkfläche zum Os scaphoideum. Weiterhin hat es Kontakt mit dem Os capitatum, dem Os trapezium und der Basis metacarpalis II.

Os capitatum
Das Os capitatum zählt zu den größten Handwurzelknochen und besitzt eine überknorpelte konvexe Gelenkfläche zu Os scaphoideum und Os lunatum. Mit der Basis ossis metacarpalis III bildet es das Art. carpometacarpale und artikuliert mit zwei radialen Facetten jeweils mit der Basis ossis metacarpalis II und dem Os trapezoideum. Zwei ulnare Facetten artikulieren mit dem Os metacarpale IV und dem Os hamatum. Daher ist festzuhalten, dass das Os capitatum den größten ossären Kontakt in der Handwurzel darstellt.

Os hamatum
Die konvexe Facette artikuliert mit dem Os triquetrum, die distale Fläche mit der Basis ossis metacarpalis IV und V. Nach radial hin artikuliert das Os hamatum mit dem Os capitatum. Die Ligg. transversum et pisohamatum finden ihren Ansatz am palmar befindlichen Hamulus ossis hamati.

Art. mediocarpalis: Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel des distalen Handgelenkes setzt an der Knochen-Knorpel-Grenze beider Handwurzelreihen an. Sie bildet eine hohe Anzahl kleiner Recessi aus und kommuniziert häufig mit den Karpometakarpalgelenken.

Bandstrukturen des Handgelenks

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Bild: „Ligaments of wrist. Anterior view.“ von Henry Vandyke Carter. Lizenz: Gemeinfrei

Das diffizile Handgelenk mit seiner Vielzahl an Handwurzelknochen ist sehr stark mit Bändern durchzogen, die Stabilität bringen und Dislokationen bei der Bewegung unterbinden. Sie sind in verschiedenen Schichten lokalisiert oder nach Funktion geordnet, wobei jede Schicht eine unterschiedliche Anzahl an Bändern hat.

Kollateralbänder

In der Regio carpalis befinden sich zwei Kollateralbänder: Ligg. collaterale carpi radiale et ulnare.

Lig. collaterale carpi radiale
Von der Palmarkante des Proc. styloideus radii ausgehend zieht das radiale Kollateralband zur radialen Seite von Os scaphoideum und dem Tuberculum ossis scaphoidei. Es ist mit der Sehnenscheide des M. flexor carpi rdialis verbunden und dient der Stabilisation der Radialseite und der Hemmung der ulnaren Abduktion.

Lig. collaterale carpi ulnare
Der dorsale Zug beginnt vom Proc. styloideus ulnae sowie dem Diskus und zieht zum Os triquetrum. Der palmare Zug zieht vom palmaren Radius zum Os pisiforme. Es ist mit dem Diskus und dem Meniskus verwachsen. Es stabilisiert die Ulnaseite und hemmt die radiale Abduktion.

Dorsale tiefe Schicht

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Bild: „Ligaments of wrist. Posterior view.“ von Henry Vandyke Carter. Lizenz: Gemeinfrei

Die Ligg. intercarpalia dorsalia bilden die Bänder der dorsalen tiefen Schicht. Sie zählen zu den intrinsischen bzw. interossären Bändern und dienen durch ihre festen und kräftigen Faserzüge der karpalen Stabilität.

Dorsale mittlere Schicht

Die mittlere Schicht der Dorsalseite wird von Lig. radiocarpale dorsale und Lig. carpi arcuatum gebildet. Das radiocarpale Band zieht vom Radius zu Os triquetrum, Os lunatum und Os scaphoideum mit jeweils eigenen Faserzügen. Dadurch stabilisiert es insbesondere das Art. radiocarpalis. Der proximale Zug des Lig. carpi arcuatum zieht von Os scaphoideum zum Os triquetrum während die distalen Züge das Os triquetrum mit den Ossa trapezii verbinden. Es sorgt folglich für die transversale Verspannung der Handwurzelreihen.

Dorsale oberflächliche Schicht

Das Retinaculum extensorum bildet die oberflächliche Schicht der Dorsalseite und ist ein breitflächiges Halteband für darunter befindliche Strecksehnen der Finger. Es bildet insgesamt sechs Fächer für jeweils eine spezifische Sehne aus. Durch Zwischensepten ist das Retinaculum sowohl mit dem Radius als auch mit der Ulna verbunden.

Palmare tiefe Schicht

In der palmaren tiefen Schicht befinden sich die Ligg. intercarpalia palmaria. Diese sind interossäre Bänder, die alle Handwurzelknochen miteinander verbinden. Sie sind mit der Gelenkkapsel verwachsen und sorgen dadurch für eine hohe Stabilität gegen pathogene ossäre Translation. Ein besonderes Band dieser Gruppe bildet das Lig. pisohamatum, welches Os pisiforme und Os hamatum miteinander verbindet. Es schließt die Loge de Guyon, eine ossäre Rinne, die von den beiden Knochen gebildet wird, ab und schützt den darin verlaufenen Ramus profundus des Nervus ulnaris.

Palmare mittlere Schicht

Ähnlich der tiefen Schicht hat auch die mittlere Schicht einen hohen Anteil an ligamentären Strukturen. Es wird zwischen Lig. carpi radiatum, Lig. radiocarpale palmare und Lig. ulnocarpale unterschieden, deren Namensgebung bereits auf die Knochen schließen lässt, die sie miteinander verbinden und entsprechend stabilisieren.

Das Lig. carpi radiatum wird auch Lig. deltoideum genannt und verbindet Os capitatum mit Os hamatum, Os triquetrum mit Os scaphoideum und Os trapezoideum und bei manchen Menschen auch das Os triquetrum mit dem Os lunatum, was jedoch selten der Fall ist.

Das Lig. radiocarpale palmare hat selbst eine oberflächliche und eine tiefe Schicht. Die oberflächliche Schicht verbindet Proc. styloideus radii mit Os capitatum und Os triquetrum während die tiefe Schicht den Radius mit Os scaphoideum und Os lunatum verbinden. Beide Schichten sind zusätzlich mit der Gelenkkapsel verwachsen und bieten daher eine gute Stabilität für die verbundenen Knochen.

Das Lig. ulnocarpale zieht von Proc. styloideus ulnae und Diskus zum Os lunatum, Os triquetrum und Os capitatum.

Palmare oberflächliche Schicht

Das Retinaculum flexorum und das Lig. carpi palmare bilden die palmare oberflächliche Schicht.

Das Retinaculum flexorum gehört zur tiefen Unterarmfaszie und wird in manchen Medizinfachbüchern auch Lig. carpi transversum genannt. Es ist sowohl mit ulnaren als auch radialen Handwurzelknochen verbunden und bildet die palmare Begrenzung des Karpaltunnels und verspannt außerdem das Handgewölbe.

Das Lig. carpi palmare spannt sich zwischen den Sehnen des M. flexor carpi ulnaris und des M. palmaris longus aus. Es ist weiterhin mit der Palmaraponeurose verbunden und umschließt die Sehne des M. flexor carpi ulnaris. Es dient folglich der Verspannung der Aponeurose sowie dem Schutz der Muskelsehne.

Funktionelle Anatomie

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Bild: „Hand Gripping“ von Philschatz. Lizenz: CC BY 4.0

Aufgrund der Strukturierung des proximalen Handgelenkes ist die Gelenkpfanne des Radius nicht senkrecht der Unterarmlängsachse, sondern es entsteht dabei ein Winkel von ca. 20 Grad, der Radiusgelenkflächenwinkel genannt wird. Des Weiteren ist die Gelenkpfanne des Radius in der sagitallen Ebene um 10 Grad geneigt.

Hierbei spricht man vom sagittalen Radiusgelenkwinkel. Beide Winkel sind essentiell für eine saubere Gleitbewegung der proximalen Handwurzelreihe gegen die Gelenkfläche des Radius, um ein volles aktives Bewegungsausmaß in alle möglichen Bewegungsrichtungen zu ermöglichen.

Beispiele aus der Klinik

Das Handgelenk hat einen hohen Pathogenitätsfaktor und die möglichen Läsionsformen sind daher zahlreich, sodass sich hier auf die Krankheitsbilder beschränkt wird, die in der Praxis am häufigsten auftreten.

Distale Radiusfraktur

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Bild: „Humerus Radius Fractures“ von Philschatz. Lizenz: CC BY 4.0

Die distale Radiusfraktur kann in verschiedenen Formen und Schweregraden auftreten. Die Kompressionsfraktur durch den Sturz auf den gestreckten Arm wird als die häufigste Frakturform in der genutzten Literatur angegeben. Weiterhin werden Abscherfrakturen beschrieben, wobei die Fragmentation ulnar, radial, dorsal und palmar mit und ohne Dislokation auftreten kann.

Je nach Dislokationsrichtung kann der Nervus medianus komprimiert oder verletzt werden, ebenso der Diskus. Frakturen ohne Dislokation werden in der Regel mit Gipsruhigstellung für 6 Wochen konservativ behandelt, während Frakturen mit Dislokation operativ versorgt werden.

Diskusdegeneration

In zunehmenden Alter und einer Patientenbiographie mit starker Belastung der Handgelenke werden schmerzhafte Degenerationen des interossären Diskus häufig diagnostiziert. Folglich werden Os lunatum und Caput ulnae unphysiologisch belastet, was zu entzündlichen Veränderungen des Knochens führen kann.

Weiterhin kann es durch die Überlastung und die dadurch resultierende Fehlversorgung des Diskus zur Rupturen kommen. Je nach Verletzungsgrad kann der Diskus konservativ oder operativ versorgt werden.

Lunatumnekrose/Lunatummalazie

Die Ursachen für die Lunatumnekrose sind noch nicht ausreichend geklärt. Eine Überbelastung durch übermäßigen Druck in Dorsalextension steht in Verdacht, es gibt aber aktuell noch keine aussagekräftigen Studien, die diese These eindeutig belegen können. In Folge der Nekrose des Handwurzelknochens kommt es zu einer Inkongruenz des Gelenkes und weiterführend zur Arthrose im Handgelenk.

Mögliche Prüfungsfragen

Die Lösungen befinden sich unterhalb der Quellenangaben.

1. Welches Ausmaß hat der sagittale Radiusgelenkwinkel?

  1. 5 Grad
  2. 10 Grad
  3. 15 Grad
  4. 20 Grad
  5. 25 Grad

2. Welcher Handwurzelknochen hat den größten ossären Kontakt in der Handwurzel?

  1. Os scaphoideum
  2. Os pisiforme
  3. Os hamatum
  4. Os capitatum
  5. Os trapezium

3. Welche Anzahl an Sehnenfächern bildet das Retinaculum extensorum der dorsalen oberflächlichen Schicht aus?

  1. 4
  2. 5
  3. 6
  4. 7
  5. Das Retinaculum extensorum dient lediglich als Halteband für die Stecksehnen und bildet daher keine Sehnenfächer aus.

Quellen

Bommas-Ebert, U., Teubner, P. & Voß, R. (2006). Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie. Stuttgart: Thieme.

Distale Radiusfraktur via klinikum.uni-muenchen.de

Handverletzungen beim Sport via schoen-kliniken.de

Hochschild, J. (2015). Strukturen und Funktionen begreifen Bd. 1: Grundlagen zur Wirbelsäule, HWS und Schädel, BWS und Brustkorb, Obere Extremität. Stuttgart: Thieme.

Netter, Frank H. (2006). Atlas der Anatomie des Menschen – 3. Auflage. Stuttgart: Thieme.

Platzer, W. (1999). Taschenatlas der Anatomie Bd. 1: Bewegungsapparat. Stuttgart: Thieme.

Putz, R. & Pabst, R. [Hrsg.] (2004). Sobotta 1+2 – Atlas der Anatomie des Menschen, limitierte Jubiläumsausgabe. München: Urban & Fischer.

Lösungen zu den Fragen: 1B, 2D, 3C



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