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Condylomata acuminata

Condylomata acuminata


Die Infektion mit humanen Papillomaviren gehört zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen überhaupt. Daraus ergibt sich die Relevanz für das Hammerexamen und die klinische Praxis. Besonders beliebt sind Fragen nach den „High-Risk“ und „Low-Risk“-Virusinfektionen. Deren spezifische Konsequenzen sind prüfungsrelevant.

Definition der HPV-Infektion

Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) ist für die Bildung von Hautwarzen und Zervixkarzinomen bei Frauen verantwortlich. Die Übertragung findet durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person, meist durch sexuellen Kontakt, statt. Etwa 120 verschiedene Typen dieser Virusgruppe sind bekannt.

Der Virus vermehrt sich in kutanen Epithelzellen und in den Schleimhäuten. Eine verstärkte Zellproliferation ist die Folge.

HPV-Typen werden nach dem Risiko für die Bildung des Zervixkarzinoms eingeteilt. Die „Low-Risk“-Viren 6 und 11 können Genitalwarzen, sog. Condylomata acuminata, verursachen. In 70% dieser Infektionen kommt es zu spontanen Remissionen.

Die „High-Risk“-Viren 16, 18, 31, 33 können zu CIN (Cervikale intraepitheliale Neoplasien) führen und erhöhen somit das Risiko für die Bildung von Zervixkarzinomen erheblich.

Einige Vaginal-, Vulva-, Penis-, Anal-, Mund- und Rachenkarzinome sind ebenfalls HPV-assoziiert.

Epidemiologie der HPV-Infektion

Die HPV-Infektion gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt. Rund 1 % aller Frauen und 20 % der sexuell aktiven Frauen sind infiziert. Die meisten mit den „Low-Risk“-Viren 6 und 11. Die Tendenz ist steigend.

Symptome der HPV-Infektion

Die meisten Infektionen mit den humanen Papillomaviren sind asymptomatisch und haben keine klinischen Folgen. Prüfungsrelevante Symptome sind vor allem Condylomata acuminata. Alles über das Zervixkarzinom können Sie hier nachlesen. https://www.lecturio.de/magazin/zervixkarzinom-klassifikation/

Condylomata acuminata

Condylomata acuminata

Bild: “genital warts” von SOA-AIDS Amsterdam. Lizenz: CC BY 3.0

Condylomata accuminata sind papilläre, spitze Epitheliome, die hauptsächlich Vulva, Vagina, Porta uteri und den Analbereich betreffen.

Ätiologie der Condylomata acuminata

Die Infektion mit HPV (Human Papillomavirus) kann die Bildung von Condylomata acuminata auslösen. Die Serotypen 6 und 11 sind für Veränderungen wie spitze Kondylome verantwortlich. Die Infektion mit dem Papillomavirus HPV-16 und -18 kann zu der Bildung eines Zervix- oder Analkarzinoms führen.

Merke: Fast 20 % der sexuell aktiven Frauen sind HPV-positiv mit den Serotypen 6 und 11.

Klinik der Condylomata acuminata

Bei der Inspektion fallen spitze, papilläre Veränderung der Epithelzellen auf. Sie sind hahnenkammartig angeordnet.

Die Histologie zeigt Koilozyten. Das sind Plattenepithelzellen mit perinukleären Halo, was bedeutet, dass diese Zellen um den Zellkern herum einen hellen Hof aufweisen. Koilozyten sind ein Zeichen der HPV-Infektion.

Therapie von Condylomata acuminata

Die Therapie hängt von dem Ausmaß der Erkrankung ab. Zunächst wird mit einer topischen Behandlung begonnen. Bei leichtem Befall ist die Denaturierung durch Podophyllin-Creme oder 60-prozentige Trichloressigsäure möglich. Bei einem ausgeprägten Befall muss chirurgisch mithilfe von elektrischer Schlingenabtragung oder durch CO2 Laser behandelt werden.

Merke: Alle Therapiemaßnahmen haben ein Rezidivrisiko von 25 %.

Diagnose von HPV-Infektion

Der Virus kann mittels PCR (Polymerase Kettenreaktion) nachgewiesen werden. Die Subtypen können durch Sequenzierung oder Hybridisierung bestimmt werden.

Impfung gegen HPV-Infektion

Inzwischen wird Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren die Impfung gegen die HP-Viren von dem Robert Koch Institut empfohlen. Die drei Impfdosen sollten möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegeben werden.

Beliebte Prüfungsfragen

1. Welche Zellen sind ein typisches Zeichen der Histologie einer HPV-Infektion?

  1. Keratinozyten
  2. Koilozyten
  3. Melanozyten
  4. Fibroblasten
  5. Makrophagen

2. Welche HPV-Subtypen gehören zu den „High-Risk“-Viren?

  1. 11, 33, 45
  2. 6 und 11
  3. 6 und 18
  4. 16, 18, 31, 33
  5. ausschließlich 16 und 18

3. Für wen erscheint die HPV-Impfung besonders sinnvoll?

  1. Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren
  2. Mädchen, vor dem Stattfinden des ersten Geschlechtsverkehrs
  3. Alle Frauen generell sollten sich impfen lassen
  4. Mädchen unter 12 Jahren
  5. Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren

Quellen und Antworten auf Prüfungsfragen

1. Gynäkologie und Geburtshilfe von Meinert Breckwoldt,Manfred Kaufmann,Albrecht Pfleiderer
via https://books.google.cz/books?id=WvTGNWM6m8IC&pg=PA153&dq=papillomavirus+infektion&hl=de&sa=X&ved=0CCYQ6AEwAmoVChMI6qXzu86SyQIVx9YUCh1XPgsG#v=onepage&q=papillomavirus%20infektion&f=false

2. Human Papillomavirus von Centers for Disease Control and Prevention via http://www.cdc.gov/vaccines/pubs/pinkbook/hpv.html

3. BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe (5. Auflage) von Sarah Gruber und Stefanie Blanck – Urban&Fischer

4. https://de.wikipedia.org/wiki/Humane_Papillomviren

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