Mithilfe von Transkription und Translation findet eine Umwandlung vom Gen zum Protein statt. Hierbei wird die genetische Information eines Gens, also die DNA, in RNA umgewandelt, sodass später ein Protein realisiert werden kann. In diesem Beitrag erhalten Sie prüfungsrelevante Informationen zu diesem Vorgang und werden somit bestens für anstehende Klausuren gewappnet sein.
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Schematische Darstellung der DNA-Replikation.

Bild: “Schematische Darstellung der DNA-Replikation.” von Mariana Ruiz. Lizenz: Gemeinfrei


Überblick über die Genexpression: Das zentrale Dogma der Mikrobiologie

Um den genetischen Informationsgehalt der DNA in Proteine umzusetzen, erfolgt zunächst die Transkription, während der ein Transkript oder eine Abschrift der DNA mittels messenger RNA (mRNA) erstellt wird, die bei der Translation (engl./lat. Übersetzung) über eine Art Adapter namens transfer RNA (tRNA) nach der Basentriplett-Codierung in eine Aminosäuresequenz bzw. ein Protein übersetzt wird.

Bis in die 70er Jahre dachte man, die Transkription der DNA in RNA und der Informationsfluss vom Gen zum Protein verlaufe nur in diese eine Richtung. Mit der Entdeckung von Retroviren stellte sich jedoch heraus, dass über ein Enzym namens reverse Transkriptase auch ein Virus sein RNA-Erbgut in die DNA einschleusen kann. Der Mechanismus heißt reverse Transkription und läuft beispielsweise über Bildung von Telomersequenzen bei der Verlängerung von Telomeren am Ende des Chromatins. Mehr zu den Retroviren erfahren Sie in einem weiteren Beitrag.

Genexpression: Transkription, Processing, Translation

Auf der DNA finden sich die Informationen zur Herstellung aller Proteine, die die Zelle benötigt. Diese befinden sich auf Abschnitten, die Strukturgene genannt werden. Da nicht jede Zelle zu jeder Zeit jedes Protein benötigt, sorgen Kontrollelemente für eine geregelte Expression der Strukturgene.

Die Genexpression oder Proteinbiosynthese von Eukaryonten beinhaltet die Teilschritte Transkription (Erstellung eines RNA-Transkripts, also einer Abschrift, in Form von mRNA), Processing bzw. Prozessierung (eine Modifikation der mRNA) und Translation (Übersetzung der Basensequenz der mRNA in eine Aminosäuresequenz, das nach weiterer Modifikation das fertige Protein ergibt). Bei Prokaryonten entfällt das Processing.

Genexpression I: Transkription der DNA

Schematische Darstellung der beiden DNA-Stränge während der Transkription (sense und antisense) und des entstehenden RNA-Transkripts

Bild: “Schematische Darstellung der beiden DNA-Stränge während der Transkription und des entstehenden RNA-Transkripts” von National Human Genome Research Institute. Lizenz: Gemeinfrei

Die Transkription ist der erste Schritt der Proteinbiosynthese auf dem Weg vom Gen zum Protein. Wird in der Zelle ein Protein benötigt, so wird zunächst der entsprechende kodierende Abschnitt auf der DNA im Zellkern abgelesen und es wird eine Kopie, ein Transkript, angefertigt. Die Erstellung dieses Transkripts heißt Transkription. Sie erfolgt in drei Schritten: Initiation, Elongation und Termination.

Schritt 1: Vorbereitung der Transkription – Initiation

Um ein Transkript eines spezifischen Gens anzufertigen, wird anders als bei der Replikation kein Primer benötigt, denn als Startpunkt dient eine spezifische, dem zu transkribierenden Abschnitt vorgelagerte DNA-Sequenz, eine Promotorsequenz. Sie besteht aus charakteristischen Sequenzmotiven, z.B. -10 TATAAT, das TATA-Box genannt wird. Das voranstehende -10 bedeutet, dass sich dieser Abschnitt 10 Basenpaare vor dem abzulesenden Gen befindet.

Eukaryontische RNA-Polymerasen benötigen zur Erkennung eines Promotors Hilfsproteine, die Transkriptionsfaktoren. Die RNA-Polymerase II, die hnRNA synthetisiert, braucht dafür die Transkriptionsfaktoren TFIIA, TFIIB usw.

Der TFIID enthält ein TATA-Box binding protein (TBP), mit dem es an den Promotor bindet und zusammen mit anderen Transkriptionsfaktoren und der RNA-Polymerase den Initiationskomplex bildet.

Der prokaryontischen RNA-Polymerase hilft eine σ-Untereinheit die Promotorsequenz zu erkennen. Um die Synthese zu ermöglichen, entwindet die Helicase den voranliegenden Abschnitt wie bei der Replikation, sodass vor ihr eine Transkriptionsblase entsteht; Topoisomerasen stabilisieren die DNA-Entwindung und single strand binding proteins (ssb) sorgen dafür, dass die Transkriptionsblase offen bleibt.

Schritt 2: Synthese der RNA – Elongation der Transkription

Nachdem die RNA-Polymerase ein etwa 10 Basen langes Oligonukleotid synthetisiert hat, löst sich die σ-Untereinheit und die Elongation wird eingeleitet. Die DNA-abhängige RNA-Polymerase liest den DNA-Matrizenstrang in 3‘-5‘-Richtung ab und synthetisiert aus den Substraten ATP, UTP, GTP und CTP das RNA-Transkript in 5‘-3‘-Richtung. Der Synthesemechanismus ist wie bei der Replikation ein nukleophiler Angriff mit Knüpfung einer Phosphorsäure-Esterbindung.

Prokaryonten verfügen über eine RNA-Polymerase, Eukaryonten über vier: drei (I-III) im Zellkern und eine weitere in den Mitochondrien. Sie erstellen in Prokaryonten ein Transkript aus messenger RNA (mRNA), in Eukaryonten erstellt die RNA-Polymerase II zunächst ein Primärtranskript aus heteronukleärer RNA (hnRNA). Mehr Informationen zu verschiedenen RNAs lesen Sie in unserem Lecturio-Magazin.

Bis das Transkript fertig ist, entsteht für kurze Zeit eine Hybridhelix aus DNA und komplementärer RNA.

Schritt 3: Beendigung der Transkription – Termination

Das Ende des zu transkribierenden Abschnitts ist wieder durch eine bestimmte Basenabfolge markiert, den Terminator. Dieser enthält eine pallindromische Sequenz, die in beiden Leserichtungen, also sowohl auf der Matrix-DNA als auch auf der entstehenden RNA, in beiden Leserichtungen dieselbe Basenabfolge ergibt (z.B. 5’ CCATGG 3‘). Basen am Anfang und am Ende des CG-reichen Palindroms können sich paaren und es bilden sich spontan Haarnadelschleifen, welche die Bindung zwischen RNA und DNA lockern, sodass sich die RNA von der DNA-Matrize und später der RNA-Polymerase löst.

In einem weiteren Terminations-Mechanismus wird zusätzlich zur Terminator-Sequenz das Rho-(ρ-) Protein zur Hilfe genommen. Bei der ρ-abhängigen Termination umschließt es die RNA und bewegt sich in Richtung RNA-Polymerase, mit der es in Wechselwirkung treten kann und die sie über ATP-Hydrolyse von der DNA-Matrize lösen kann.

Bei Prokaryonten verläuft die Transkription im gleichen Zellkompartiment wie die Translation und die mRNA ist das „reife“, fertige Transkript. Es kann direkt als Vorlage dienen und so kann die prokaryontische Translation beginnen, bevor die Transkription beendet ist. In Eukaryonten hingegen muss die hnRNA noch zur fertigen mRNA prozessiert werden und vom Zellkern ins Zytoplasma zu den Ribosomen gelangen.

Regulation der Genexpression

Damit die Zelle auf situative Bedürfnisse reagieren kann und ihre Proteinproduktion den äußeren Gegebenheiten anpassen kann, gibt es verschiedene Regulationsmechanismen, über welche die Transkription eines Gens gesteuert wird. Das geschieht beispielsweise über Enhancer, DNA-Sequenzen, die Promotor-Regionen vorgelagert sind und durch spezifische Ligandenbindung die Transkription beeinflussen. Eine Art On-/Off-Mechanismus für bestimmte Gene bietet das Lac-Operon, über das in Escherichia coli nur in Anwesenheit von Lactose das Lactose-abbauende Protein Lactase produziert wird.

Genexpression II: Posttranskriptionales Processing der hnRNA

Während des Processings, dessen Voraussetzungen durch Rekrutierung bestimmter Faktoren schon vor Beendigung der Transkription geschaffen werden, erfährt die eukaryontische hnRNA mindestens drei Modifikationen:

  • Capping des 5‘-Endes: Zum Schutz vor Abbau durch Exonukleasen und als Erkennungssequenz für die Translation erhält das 5‘-Ende der hnRNA einen methylierten Guanylyl-(GMP-)Rest; zusätzlich können eine bis drei Ribosen des Transkripts methyliert sein.
  • Entfernung der Introns durch Splicing: Die eukaryontische DNA enthält neben den Exons, die für Gene kodieren, auch nicht-kodierende Introns, die beim Menschen etwa 45 % ausmachen. Sie sind in der hnRNA, dem Primärtranskript, noch enthalten, in der mRNA sollen sie nicht enthalten sein. Der Vorgang ihres Herausschneidens ist das Splicing bzw. Spleißen, also das Heraustrennen der Introns bei gleichzeitigem Verbinden der Exons. Das zuständige Enzym Spleißosom besteht aus Small Nuclear Ribonucleoproteins (snRNPs) und Untereinheiten, die anhand bestimmter Basensequenzen den Exon-Intron-Übergang erkennen und nach zwei Umesterungen die Exons zusammenfügen. Beim alternativen Splicing werden nach Heraustrennen der Introns unterschiedliche Exons zusammengeführt – so kann ein Gen für verschiedene Proteine kodieren.
  • Polyadenylierung des 3‘-Endes: Am Ende der Transkription erhält jede hnRNA an ihrem 3‘-Ende multiple Adenylyl-(AMP-)Reste, den sogenannten poly(A)-Schwanz, der vor Abbau schützt. Mithilfe verschiedener Faktoren erkennt die Poly(A)-Polymerase eine darauf hinweisende Sequenz und hängt unter ATP-Verbrauch 50-250 Adenylyl-Reste an.

Darüber hinaus können einzelne Abschnitte der hnRNA oder mRNA gezielt verändert werden (RNA-Editing).

Übersicht über die Prozesse der eukaryotischen Genexpression

Bild: “Übersicht über die Prozesse der eukaryotischen Genexpression: Auf dem Weg vom Gen – codiert auf der DNA – bis hin zum fertigen Protein spielt die RNA eine entscheidende Rolle. Sie dient als Informationsträger zwischen DNA und Ribosom, der in mehreren Schritten verändert wird” von JBrain. Lizenz: CC BY-SA 2.0 de

Genexpression III: Translation der mRNA in Aminosäuren

Bei der Translation wird die Basenabfolge der mRNA in Aminosäuren übersetzt und diese Aminosäuren werden zu einem Polypeptid verknüpft. Die Translation ist der letzte Schritt der Expression eines Gens zu einem Protein.

Der genetische Code

Um mittels vier verschiedener Basen 20 proteinogene Aminosäuren herstellen zu können, müssen sie in einem Code kombiniert werden: Immer 3 Basen bilden ein Basentriplett, das Codon. So gibt es 4³ = 64 Möglichkeiten, die 20 Aminosäuren zu enkodieren, und diese 64 Triplets bilden den genetischen Code.

  • Das Basentriplett AUG kodiert für den Translationsstart und die Aminosäure Methionin (Met).
  • Die Tripletts UAG, UGA und UAA sind Stopp-Codons und kodieren einen Translationsstopp.
  • UGA kodiert unter bestimmten Bedingungen über Bildung einer Haarnadelstruktur für die seltene Aminosäure Selenocystein.
  • Die übrigen Codons kodieren überwiegend für mehrere Aminosäuren (Ausnahmen: Methionin und Tryptophan).

Die Wobble-Theorie (engl. wobble – wackeln) beschreibt den Umstand, dass zwischen der dritten Base des Codons und der dazu komplementären ersten Base des Anticodons der tRNA mehr als eine Basenpaarung möglich ist. Zum Beispiel paart sich Inosin (I) der tRNA mit Uracil (U), Adenin (A) und Cytosin (C) des mRNA-Tripletts. So sind es die ersten beiden Basen, die hauptsächlich bestimmend für die Aminosäure sind. Die Anzahl der nötigen tRNAs, die aufgrund ihrer Wobble-Flexibilität für mehrere Basentripletts einen Adapter bieten, sinkt auf 31.

Für Fehler, die die dritte Codonposition betreffen, ist der genetische Code sehr tolerant, ebenso für die erste Position. Am wichtigsten ist die mittlere Codonposition, die wichtige Eigenschaften für die Sekundär- und Tertiärstruktur der korrespondierenden Aminosäure enthält: Das U an zweiter Stelle kodiert für hydrophobe, das A dort für hydrophile Aminosäuren.

Benutzung der Codesonne

In Prüfungen wird oft die Kenntnis des genetischen Codes unter Zuhilfenahme der „Codesonne“, die vorgelegt wird, abgefragt. Oft liegt ein mRNA-Abschnitt vor (Vergewissern Sie sich, dass er in 5‘-3‘-Richtung notiert wurde.); wenn ein DNA-Abschnitt vorliegt, entspricht Thymin (T) dem Uracil (U) der mRNA.

Codesonne

Bild: “Genetische Code-Sonne: Die Codierung der Aminosäuren (außen) durch die Basentripletts auf der mRNA ist von innen (5′) nach außen (3′) zu lesen.” von Mouagip. Lizenz: Gemeinfrei

Um zu erfahren, für welche Aminosäuren ein mRNA-Abschnitt kodiert, suchen Sie sich das 5‘-Ende der mRNA (Translation immer von 5‘ nach 3‘) und markieren sich die Basentripletts, also immer drei Basen (A, C, G, U), die ein Codon bilden. Die Codesonne hat in ihrer Mitte ebenfalls ein 5‘, dort wählen Sie den ersten Buchstaben Ihres Tripletts, gehen von dort aus zum zweiten und zum Dritten. So übersetzen Sie nacheinander alle Basentripletts der Ihnen vorliegenden Struktur.

Beispiel: AUG kodiert für die Aminosäure Met (Methionin).

Wird nach korrespondierender tRNA, also dem Anticodon, gefragt, denken Sie daran, dass die tRNA komplementär zur mRNA, also in 3‘-5‘-Richtung dem mRNA-Codon (das in 5‘-3‘-Richtung vorliegt) anliegt. Da aber eine Basensequenz immer in 5‘-3‘-Richtung angegeben wird, müssen Sie die Basen der tRNA in dieser Folge ablesen.

Beispiel: 5’ AUG 3‘. Darüber notieren Sie die komplementären Basen 3‘ UAC 5‘ und notieren dann noch einmal in der korrekten Ableseform 5‘ CAU 3‘.

Das Werkzeug für die Transkription: Transfer-RNA (tRNA)

Die DNA enthält einen Bauplan für 31 verschiedene tRNAs, die von der RNA-Polymerase III synthetisiert wird. Nach posttranskriptionaler Modifikation hat sie folgende Eigenschaften:

  • Hoher Gehalt an seltenen Basen wie Inosin und Pseudouridin
  • Einzelsträngiges Polynukleotid aus 70-85 Nukleotiden
  • Die Einzelstrang-DNA bildet vereinzelt Wasserstoffbrückenbindungen; so entsteht die typische Kleeblattstruktur.
  • Gegenüber des Kleeblattstieles liegt ein einzelsträngiges, für eine tRNA spezifisches Basentriplett, das Anticodon, das komplementär auf ein Basentriplett (Codon) der mRNA passt.
  • Am 3‘-Ende befindet sich die Basenfolge CCA, dessen Adenosinmonophosphat als Bindungsstelle für die Aminosäure dient, die es transportiert.

Die tRNA hat also die Funktion eines Adapters.

Ablauf der Translation

Schritt 0: Vorbereitung – Beladung der tRNAs mit Aminosäuren

Die tRNAs weisen in ihrer Struktur bereits ein bestimmtes Basentriplett, das Anticodon, auf. Da das Anticodon für eine bestimmte Aminosäure steht, muss die tRNA mit genau dieser Aminosäure beladen werden. Dafür sorgen Aminoacyl-tRNA-Syntethasen.

Dazu wird zunächst die spezifische Aminosäure mittels Verknüpfung eines ATP aktiviert; Pyrophosphat wird freigesetzt und ein AMP bleibt, das Produkt heißt Aminoacyladenylat. Im nächsten Schritt wird dieses AMP wieder abgespalten und die Aminosäure mit dem AMP am 3‘-Ende der tRNA verestert. Die aminosäurebeladene tRNA heißt Aminoacyl-tRNA und ist bereit für die Translation.

Schritt 1: Bildung des 80-S-Ribosoms – Initiation der Translation

Die Aminoacyl-tRNA (bei der Initiation die Initiator-Methionyl-tRNA) bildet zusammen mit dem Energieträger GTP und einem Hilfsprotein (bei der Initiation der Initiationsfaktor eIF2, bei der Elongation der Elongationsfaktor eEF1-α) einen ternären (aus drei Teilen bestehend) Komplex. Dieser bindet an die kleine ribosomale 40S-Untereinheit, mit der er den 43S-Präinitiationskomplex bildet.

Das eukaryontische Ribosom besteht aus ribosomaler RNA (rRNA) und Proteinen. Seine zwei Untereinheiten, die große 60S- und die kleine 40S-Untereinheit, ergeben zusammen ein 80S-Ribosom (S steht für Svedberg-Einheiten, die nicht addiert werden) und lagern nur zur Translation zusammen, sonst liegen sie im Zytosol einzeln vor. Prokaryontische 70S-Ribosomen bestehen aus einer großen 50S- und einer kleinen 30S-Untereinheit. Bei der Translation binden oft direkt mehrere Ribosomen an eine mRNA und bilden so ein Polysom.

Die reife mRNA wird vom Initiationsfaktor eIF4F am ihrem 5’Cap erkannt und gebunden. Ein Bestandteil dieses Initiationsfaktors, eIF4G, verbindet dann über eIF3 mRNA und Präinitiationskomplex zum 48S-Initiationskomplex. Dieser wandert entlang der mRNA bis zum AUG-Triplett, dem Startcodon, an dem eIF2 das GTP hydrolisiert und sich mit den anderen Initiationsfaktoren ablöst.

Das eIF2 hat im aktiven Zustand GTP gebunden; nach der Hydrolyse des GTP wird der Austauschfaktor eIF2B benötigt, um den inaktiven eIF2-GDP-Komplex wieder in einen aktiven eIF2-GTP-Komplex zu überführen, der erneut bei einer Initiation mitwirken kann.

Hat die Starter-tRNA an das Startcodon AUG auf der mRNA gebunden, bindet auch die große ribosomale 60S-Untereinheit mit Hilfe des eIF5B an den 48S-Initiationskomplex. Die Translation verläuft vom 5‘ zum 3‘-Ende der mRNA.

Das nun vollständige 80S-Ribosom verfügt über drei Bindungsstellen für tRNA. Als erstes kommt die A (Aminoacyl) – Stelle oder Aktzeptorstelle, an der während der Elongation Aminoacyl-tRNA gebunden wird, dann die P (Peptidyl) – Stelle, wo die Peptidyl-tRNA bindet, und die E (Exit) – Stelle, wo die deacetylierte tRNA vor ihrer Freisetzung gebunden wird. Die Starter-Methionin-tRNA ist zur Initiation in der P-Stelle gebunden, A- und E-Stelle sind leer.

Schritt 2: Proteinsynthese – Elongation der Translation

In der freien A-Stelle befindet sich das nächste Basentriplett nach dem Starter-Codon, dessen korrespondierende Aminoacyl-tRNA einen Komplex mit dem Elongationsfaktor eEF-1α bildet. eEF-1α ist, wie das aus der Initiation bekannte eIF2, ein GTP als Energieträger. Unter Hydrolyse dieses GTP bindet der Aminoacyl-tRNA-eEF-1α-Komplex an die A-Stelle. Dann löst sich das eEF-1α, und das Austauschprotein eEF-1β ersetzt das GDP durch GTP, wodurch der Elongationsfaktor eEF-1α für einen neuen Zyklus wiederhergestellt ist.

Proteinsynthese

Bild: “Bacterial DNA transcribed into mRNA and then translated into protein” von Joan L. Slonczewski, John W. Foster. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Nun sind die A- und die P-Stelle des Ribosoms mit tRNA besetzt, die E-Stelle ist leer.

Als nächstes überträgt die ribosomale Peptidyltransferase unter Ausbildung einer Peptidbindung die Aminosäure der tRNA von der P-Stelle (als erstes die Starter-Aminosäure Methionin) auf die Aminosäure der A-Stelle. So bleibt Methionin immer am Anfang des entstehenden Peptids. Das Peptid wächst vom Aminoterminus zum Carboxyterminus.

Nach Knüpfung der Peptidbindung wandert die Peptidyl-tRNA von der A-Stelle auf die P-Stelle und das Ribosom wandert drei Nukleotide weiter in Richtung 3‘-Ende der mRNA. Dies geschieht wieder durch Hydrolyse eines GTP durch den Elongationsfaktor eEF2, der Translokase und G-Protein ist. Jetzt befindet sich also das wachsende Polypeptid mit einer tRNA auf der P-Stelle, die A-Stelle ist wieder frei und auf der E-Stelle befindet sich die „leere“ tRNA, die wieder abdiffundiert und in den zellulären tRNA-Speicher zurückkehrt.

Dieser Zyklus wiederholt sich, bis auf der mRNA ein Stopp-Codon erscheint.

Schritt 3: Freisetzung des Proteins – Termination der Translation

Erscheint eines der drei Stopp-Codons (UAA, UAG, UGA), endet die Translation. Keine tRNA bindet an die Stopp-Codons, stattdessen bindet der Terminationsfaktor eRF1 die A-Stelle des Ribosoms. Die Peptidyltransferase setzt nun keine Aminosäure, sondern ein Wassermolekül an die Peptidyl-tRNA. Das löst die Bindung zwischen tRNA und Polypeptid und das Polypeptid diffundiert ins Zytosol, wo es weiterverarbeitet wird. Das Ribosom entlässt mRNA und tRNA und zerfällt in seine beiden Untereinheiten und ist sofort wieder einsatzfähig.

Beliebte Prüfungsfragen zu Translation und Transkription

Die Lösungen befinden sich unterhalb der Quellen.

Welches der folgenden Nukleotide ist nicht vermehrt Bestandteil der RNA?

  1. ATP
  2. GTP
  3. UTP
  4. TTP
  5. CTP

Welche der folgenden Aussagen zum posttranskriptionalen Processing der hnRNA ist korrekt?

  1. Die Polyadenylierung des 3‘-Endes dient dem Schutz vor Exonukleasen
  2. Die nicht-codierenden Anteile der hnRNA betragen beim Menschen etwa 45%.
  3. Beim alternativen Splicing werden verschiedene Introns zusammengeführt und somit neu kombiniert.
  4. Das 5‘-Ende der hnRNA erhält beim sog. Capping einen methylierten Uracil-Rest.
  5. Die Poly(A)-Polymerase hängt unter ATP Verbrauch bis zu 20 Adenyl-Reste an das 3‘-Ende an.

Das Basentriplett AUG codiert bei der Transkription für

  1. Die Aminosäure Selenocystein
  2. Den Translationsstop
  3. Den Translationsstart
  4. Die Aminosäure Tryptophan
  5. Die komplementären Basen 5‘ UAC 3‘

Quellen

Horn, F.: Biochemie des Menschen, 3. Überarbeitete Auflage 2005 – Georg Thieme Verlag

Königshoff, M., Brandenburger T.: Kurzlehrbuch Biochemie, 3. überarbeitete Auflage 2012 – Georg Thieme Verlag

Passarge, E.: Taschenatlas Humangenetik, 3. Auflage 2008 – Georg Thieme Verlag

Rassow J., Hauser K.: Duale Reihe Biochemie, Rassow, 3. übearbeitete Auflage 2012 – Georg Thieme Verlag

Schaaf, C.P., Zschocke, J.: Basiswissen Humangenetik, 2. überarbeitete Auflage 2013 – Springer Verlag

Lösungen der Prüfungsfragen: 1) D, 2) C, 3) B



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