Die Hauptaufgabe der Lymphgefäße besteht darin, dem Blutkreislauf Flüssigkeit zuzuführen. Die Ganglien sind wie Verkehrskreuzungen, an denen verschiedene Straßen (Nervenfasern) aufeinandertreffen und entweder umgeschaltet werden oder einfach durch die Ganglien hindurch ziehen. Lesen Sie hier alles über die Lymphgefäße und Ganglien im Kopf- und Halsbereich.
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lymphknoten im kopf- und halsbereich

Bild: “Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich.” von Henry Gray. Lizenz: Public Domain


Lymphgefäße im Kopf-Hals-Bereich

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Das Lymphgefäßsystem in der Übersicht

Anatomy of the Lymphatic System

Bild: “Anatomy of the Lymphatic System” von PhilSchatz. Lizenz: CC BY 4.0

Das Lymphgefäßsystem ist im Gegensatz zum Blutgefäßsystem kein Kreislauf und wird nicht zentral von einer Pumpe angetrieben. Stattdessen sorgt die Mediakontraktion neben der Muskelpumpe und der Pulswelle für einen geregelten Lymphfluss. Identisch zu den Venen bestehen auch die Lymphgefäße aus den drei Wandschichten Intima, Media und Externa und besitzen Klappen. Die Hauptaufgabe des Lymphgefäßsystems besteht in der Rückführung von Flüssigkeit in den Blutkreislauf und dem Transport von Fetten in das Blut, außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Erregerabwehr

Verlauf des Ductus thoracicus

Ductus thoracicus

Bild: “Ductus thoracicus” von Henry Gray. Lizenz: Public Domain

Der Ductus thoracicus ist das größte vorhandene Lymphgefäß und nimmt die Lymphflüssigkeit der kompletten unteren Körperhälfte und dem linken Anteil der oberen Körperhälfte auf. Der Ursprung des Ductus thoracicus liegt in der Cisterna chyli, in welcher der Truncus lumbalis dexter und der Truncus lumbalis sinister zusammenfließen. Der Ductus thoracicus tritt zusammen mit der Aorta durch den Hiatus aorticus des Zwerchfells. Im weiteren Verlauf liegt der Ductus thoracicus dorsal des Ösophagus zwischen Aorta und Wirbelsäule.

Der Ductus thoracicus mündet im linken Venenwinkel (Angulus venosus), welcher von der Vena jugularis und Vena subclavia gebildet wird. An dieser Stelle besteht außerdem ein Zusammenfluss des:

  • Truncus jugularis sinister
  • Truncus subclavia sinister
  • Truncus bronchomediastinalis sinister

in den Ductus thoracicus, bevor dieser in den Angulus venosus mündet.

Überblick über den Lymphabfluss im Kopf-Hals-Bereich

Ein Drittel aller im Körper vorkommender Lymphknoten sind im Kopf-Hals-Bereich zu finden. Die Gründe hierfür sind zum einen der Ösophagus und die Trachea, die einen guten Angriffsort für Krankheisterreger bieten. Zum anderen fließt in diesem Bereich die Lymphflüssigkeit von Kopf, Hals, Rumpf und Armen zusammen, weswegen die Filterfunktion der Lymphknoten vor allem in diesem Bereich benötigt wird. Der Lymphabfluss des Kopfes geht in den Lymphabfluss des Halses über.

Der Lymphabfluss des Kopfes erfolgt über folgende Stationen:

  • Nodi lymphoidei occipitales (drei Stationen am Hinterkopf)
  • Nodi lymphoidei mastoidei und Nodi lymphoidei superficiales et profundi (vor und hinter dem Ohr)
  • Nodi lymphoidei nasolabialis, Nodi lymphoidei malaris, Nodi lymphoidei mandibularis (im Wangenbereich)

Der Lymphabfluss des Halses erfolgt über folgende Stationen:

  • Nodi lymphoidei cervicales laterales superficiales et profundi (seitliche Halsregion)
  • Nodi lymphoidei cervicales anteriores (vordere Halsregion)
  • Truncus jugularis (Hauptlymphbahn der Halsregion)
    • Links: Ductus thoracicus
    • Rechts: Ductus lymphaticus dexter
  • Vena brachiocephalica sinistra et dextra

Regionale und überregionale Lymphknoten im Kopf-Hals-Bereich

Der Abfluss der Lymphflüssigkeit des Kopfes erfolgt über viele verschiedene regionale Lymphknoten. Die wichtigsten sind im Folgenden aufgelistet:

  • Nodi lymphoidei occipitales
  • Nodi lymphoidei mastoidei
  • Nodi lymphoidei faciales
  • Nodi lymphoidei partidei superficiales et profundi
  • Nodi lymphoidei linguales
  • Nodi lymphoidei buccales
  • Nodi lymphoidei submentales
  • Nodi lymphoidei submandibulare

Im weiteren Verlauf fließt die Lymphe über die Lymphknotenstationen des Halses welche in folgende überregionale und regionale Lymphknoten unterteilt werden können:

  • Nodi lymphoidei cervicales anteriores superficiales
  • Nodi lymphoidei cervicales anteriores profundi
    • Nodi lymphoidei infrahyoidei
    • Nodi lymphoidei thyroidei
    • Nodi lymphoidei pretracheales
    • Nodi lymphoidei paratracheales
    • Nodi lymphoidei retropharyngeales
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales superficiales
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi superiores
    • Nodi lymphoidei jugulodigastricus
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi inferiores
    • Nodi lymphoidei juguloomohyoideus
  • Nodi lymphoidei trigoni cervicalis posterioris

Lymphabfluss von Palatum, Lingua und Dentes

Palatum (Gaumen)

Der Lymphabfluss des Palatums erfolgt über folgende Lymphknotenstationen:

  • Nodi lymphoidei cervicales laterales superficiales
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi

Lingua (Zunge)

Der Lymphabfluss der Zunge ist auf mehrere verschiedene Lymphknotenstationen aufgeteilt. Die Lymphflüssigkeit der vorderen 2/3 des Zungenrückens, der Zungenrand und die Zungenunterseite passieren folgende Lymphknotenstationen:

  • Nodi lymphoidei linguales
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales superficiales
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi

Außerdem fließt die Lymphflüssigkeit der kompletten Zunge und auch die der Zähne über folgenden Weg:

  • Nodi lymphoidei submentales
  • Nodi lymphoidei submandibulares
  • Nodi lymphoidei cervicales anteriores profundi

Lymphabfluss der Sinus paranasales und des Pharynx

Sinus paranasales (Nasennebenhöhlen)

  • Nodi lymphoidei prarotidei superficiales
  • Nodi lymphoidei parotidei profundi
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi superiores

Pharynx (Schlund)

Der Lymphabfluss des Pharynx erfolgt im Wesentlichen über die folgenden Wege:

  • Nodi lymphoidei retropharyngeales
  • Nodi lymphoidei cervicales anteriores profundi
  • Truncus jugularis
  • Nodi lymphoidei jugulodigastricus
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi superiores
  • Nodi lymphoidei cervicales laterales profundi inferiors

Ganglien des Kopfs-Hals-Bereichs

Übersicht der Ganglien im Kopf-Hals-Bereich

Die Ganglien im Kopf-Hals-Bereich können in verschiedene Gruppen unterteilt werden. Dabei erfolgt die Unterteilung aufgrund der in dem Ganglion verschalteten Faserqualität. Weitere Faserqualitäten können aber zusätzlich durch das Ganglion ziehen. Die Ganglien im Kopf-Hals-Bereich können in folgende sympathische, parasympathische und sensible Ganglien unterschieden werden:

Sympathische Ganglien:

  • Ganglion cervicale superius
  • Ganglion cervicale medium
  • Ganglion cervicale inferius

⇒ Halsganglien des Grenzstranges zur Umschaltung der sympathischen Neurone

Parasympathische Ganglien:

  • Ganglion ciliare
  • Ganglion pterygopalatinum
  • Ganglion submandibulare
  • Ganglion oticum

⇒ Durch diese Ganglien können ohne Umschaltung auch sympathische, sensible und motorische Fasern ziehen.

Sensible Ganglien:

  • Ganglion trigeminale
  • Ganglion geniculi

Ganglion cervicale superius

Die präganglionären Fasern stammen aus C8–Th3. Nach der Umschaltung gehen folgende Nerven aus dem Ganglion cervicale superius hervor:

  • Nervus jugularis
  • Nervus caroticus internus
  • Nervi carotici externi
  • Rami layngopharyngei
  • Nervus cardiacus cervicalis superior

Ganglion cervicale medium

Das Ganglion cervicale medium gibt den Nervus cardiacus cervicalis medius ab, welcher im weiteren Verlauf auf den Plexus cardiacus trifft.

Ganglion cervicale inferius

Das Ganglion cervicale inferius ist häufig mit dem Ganglion cervicothoracicum zum Ganglion stellatum vereint und enthält die Fasern aus Th2–Th7. Folgende Nerven gehen aus dem Ganglion cervicale inferius hervor:

  • Ansa subclavia
  • Nervus cardiacus cervicalis inferior
  • Nervus vertebralis

Ganglion pterygopalatinum

Das Ganglion pterygopalatinum liegt in der Fossa pterygopalatina. Die parasympathischen Fasern, welche im Ganglion pterygopalatinum auf die postganglionären Neurone verschalten werden, stammen vom Nucleus salivatorius superior. Zusammen mit dem Nervus petrosus major und dem Nervus canalis pterygoidei ziehen sie durch den Canalis pterygoidei zum Ganglion pterygopalatinum. Von diesem innervieren die postganglionären Neurone die Glandula lacrimalis, die Glandulae nasales und die Glandulae palatinae parasympathisch.

Die sensiblen Fasern kommen aus dem Nasen- und Rachenraum und ziehen mit dem Nervus maxillaris zum Ganglion pterygopalatinum. Die sympathischen Fasern entspringen aus dem Ganglion cervicale superius und ziehen unverschaltet durch das Ganglion pterygopalatinum zur Glandula lacrimalis.

Ganglion submandibulare

Das Ganglion submandibulare ist im Trigonum submandibulare lokalisiert. Die präganglionären Fasern kommen aus dem Nucleus salivatorius superior und ziehen mit dem Nervus facialis, der Chorda tympani und dem Nervus lingualis zum Ganglion submandibulare. Die postganglionären parasympathischen Fasern innervieren die Glandula submandibularis und die Glandula sublingualis, über die Rami glandulares.

Die sympathischen Fasern ziehen ohne Umschaltung aus dem Ganglion cervicale superius kommend, zu den zuvor genannten Glandulae.

Ganglion oticum

Ganglion oticum

Bild: “The otic ganglion and its branches.” von Henry Gray. Lizenz: Public Domain

Das Ganglion oticum befindet sich in der Fossa infratemporalis. Der Ursprung, des parasympathischen Anteils liegt im Nucleus salivatorius superior. Die Fasern ziehen zusammen mit dem Nervus tympanicus zum Plexus tympanicus und von dort aus über den Nervus petrosus minor zum Ganglion oticum. Dort findet die Verschaltung auf die postganglionären Neurone statt, welche über den Nervus auriculotemporalis ziehend die Glandula parotis und die Glandulae buccales parasympathisch innervieren.

Die sympathischen Fasern werden, wie in den anderen parasympathischen Ganglien nicht verschaltet und ziehen als postganglionäre Neurone durch das Ganglion oticum. Ihren Anfang nehmen die sympathischen Fasern im Ganglion cervicale superius. Außerdem enthalt das Ganglion oticum motorische Fasern, welche vom Nervus mandibularis stammen und sowohl den Musculus tensor tympani, als auch den Musculus tensor veli palatini motorisch versorgen.

Ganglion ciliare

Das Ganglion ciliare liegt in der Orbita lateral des Nervus opticus. Das Ganglion ciliare enthält parasympathische, sympathische und sensible Fasern. Die parasympathischen stammen aus dem Ramus inferior nervi oculomotorii, die sympathischen Fasern aus dem periarteriellen Plexus der Arteria ophthalmica und die sensiblen Fasern aus dem Nervus nasociliaris. Die dort auf die postganglionären Neurone verschaltenen parasympathischen Fasern und die unverschaltenen sympathischen und sensiblen Fasern lagern sich zu den Nervi ciliares breves zusammen. Ihre Hauptaufgabe ist die Innervation der inneren Augenmuskeln.

Dabei wird der Musculus ciliaris und der Musculus sphincter pupillae parasympathisch und der Musculus dilatator pupillae sympathisch innerviert.

Ganglion trigeminale

Zuallererst sei angemerkt, dass im Ganglion trigeminale keine synaptische Verschaltung stattfindet. Der Hauptanteil des Ganglion trigeminale bilden sensible Fasern, welche auch als Portio major bezeichnet werden. Den kleineren Anteil haben motorische Fasern, welche die Portio minor bilden.

Das Ganglion trigeminale liegt an der Vorderfläche der Felsenbeinpyramide, oberhalb des Foramen lacerums. Es ist das größte sensible Ganglion und von ihm gehen folgende drei Nerven aus:

  • Nervus ophthalmicus (V1)
  • Nervus maxillaris (V2)
  • Nervus mandibularis (V3)

Ganglion geniculi

Das Ganglion geniculi liegt innerhalb des Felsenbeines und tritt als äußeres Fazialisknie an der Stelle auf, an der der Nervus facialis seine Verlaufsrichtung von anterior nach posterior ändert. Im Ganglion sind die Zellkörper der unipolaren Neurone, der Chorda tympani zu finden, welche für die Geschmackswahrnehmung der vorderen 2/3 der Zunge verantwortlich ist.

Der Nervus facialis verläuft nach dem Ganglion geniculi im Canalis nervi facialis und entlässt folgende drei Nerven:

  • Nervus petrosus major
  • Nervus stapedius
  • Chorda tympani

Gemischte Ganglien des Nervus glossopharyngeus und des Nervus vagus

Die beiden Ganglien der Nerven werden als Ganglion superius und Ganglion inferius bezeichnet und enthalten im Ganglion superius die Zellkörper somatosensibler Fasern und im Ganglion inferius parasympathische und sensorische Fasern.

Ganglion superius nervi glossopharyngei:

  • Hinteres 1/3 der Zunge
  • Pharynx

Ganglion superius nervi vagi:

  • Dura mater
  • Gehörgang
  • Larynx

Ganglion inferius nervi glossopharyngei:

  • Hinteres 1/3 der Zunge

Ganglion inferius nervi vagi:

  • Hinterer Anteil der Zungenwurzel
  • Epiglottis

Beliebte Prüfungsfragen

Die richtigen Antworten befinden sich unterhalb der Quellenangabe.

1. Welcher Anteil lässt sich nicht in Lymphgefäßen finden?

  1. Intima
  2. Klappen
  3. Media
  4. Externa
  5. Zotten

2. Welches Ganglion wird nicht zu der Gruppe der parasympathischen Ganglien gezählt?

  1. Ganglion submadibulare
  2. Ganglion oticum
  3. Ganglion cervicale superius
  4. Ganglion ciliare
  5. Ganglion pterygopalatinum


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