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Hippokrates

Bild: “Bayerische Staatsbibliothek Statue des Hippokrates Muenchen” von Rufus46. Lizenz: CC BY-SA 3.0


„Der Eid des Hippokrates“ ist jedem Mediziner und Nichtmediziner ein Begriff. Geschichte und Ethik der Medizin sind eng verknüpft und selbst die aktuelle Genfer Deklaration des Weltärztebunds wurzelt in der ersten festgehaltenen Formulierung einer ärztlichen Ethik. Wissen Sie, was sich hinter dem Namen Hippokrates, seinem Wirken und seiner Zeit verbirgt? Frischen Sie Ihr Wissen auf und lesen Sie weiter über eine der faszinierendsten Gestalten der Medizingeschichte!

Ärzte auf Wanderschaft

Wie noch heute manche Berufsgruppen wie Zimmermänner und Bäcker auf die Walz gehen, war das zur Zeit des Hippokrates (ca. 460-377 v. Chr.) auch für Ärzte Normalität. Durch die Wanderschaft sammelten die antiken Mediziner Erfahrungen und vor allem „klinische Bilder“. Auch der Kontakt der Ärzte mit Philosophen ihrer Zeit schuf den Nährboden für eine medizinethische Denkweise.

Tipp: Das Auf-die-Wanderschaft-gehen sollten Sie sich zu Herzen nehmen und die Chance nutzen, v.a. bei Famulaturen und im PJ internationale Erfahrungen zu sammeln!

Über die Historie des Hippokrates von Kos sind nur spärliche Fakten bekannt. Gleich seinem Vater war der Asklepiade als Wanderarzt tätig und gründete auf seiner Heimatinsel Kos eine Medizinerschule. Schon zu Lebzeiten galt er als Berühmtheit und als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Das mag für Sie heute selbstverständlich klingen – den Ursachen einer Erkrankung jedoch natürliche Ursachen zuzuschreiben statt Götterzorn oder Dämonenwirken war nach damaligem Gedankengut revolutionär.

Corpus Hippocraticum

Bis heute ist nicht gesichert, ob die über 60 Schriften von Hippokrates und/oder seinen Schülern verfasst wurden. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sie die Meinung der Hippokratiker widerspiegeln. Teil der Schriften war die Humorallehre (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle), die durch Galen von Pergamon eine Renaissance und Weiterentwicklung erfuhr. Einige heutige psychologische Ansichten wie die Typenlehre leiten sich aus der Temperamentenlehre des römischen Arztes Galen ab.

Tipp: Vor allem der Anamnese und körperlichen Untersuchung sprach Hippokrates immense Bedeutung zu!

Antike gleich Zukunft: Stichwort Prophylaxe

Während das heutige schulmedizinische System seinen Fokus nicht primär auf die Verhinderung von Krankheit richtet, galten im antiken Griechenland zur Zeit des Hippokrates andere Ansätze: Die drei Pfeiler Chirurgie, Pharmakologie und vor allem die Diätetik. Unter Diätetik verstand man nicht nur Ernährung, sondern auch alle anderen Teile der Lebensführung. Dazu gehörten neben Arbeit und Ruhepausen auch Sport, Körperpflege, Schlaf-Wach-Rhythmus und Sexualität. Der Mensch übernimmt für sich und die Gesellschaft Verantwortung, indem er auf ein harmonisches vitales Zusammenspiel selbst achtet. Die Konzentration der Ärzte und Philosophen war auf die Erforschung der Erhaltung der Gesundheit gerichtet und wie jeder Einzelne dies selbst bis zu einem gewissen Grad erwirken kann.

Vor dem hippokratischen Zeitalter war das archaische griechische moralische Denken (Zeit des Homer, ca. 700 v. Chr.) bestimmend, welches Gesundheit als „äußeres Gut“ beschrieb, also genauso abhängig vom Schicksal sei wie Herkunft, Reichtum, Schönheit etc. .

Der hippokratische Eid

Auch bei dieser berühmten ersten schriftlichen Fassung (ca. 400 v. Chr. ) einer medizinisch-ethischen Handlungsweise ist der Ursprung nicht geklärt. Der folgende Absatz ist für Sie heute in Bezug auf Schweigepflicht und Fürsorgepflicht genauso aktuell wie im Zeitalter des Hippokrates:

„In wie viele Häuser ich auch kommen werde,

zum Nutzen der Kranken will ich eintreten

und mich von jedem vorsätzlichen Unrecht

und jeder anderen Sittenlosigkeit fernhalten,

auch von sexuellen Handlungen mit Frauen und Männern,

sowohl Freien als auch Sklaven.

Über alles, was ich während oder außerhalb der

Behandlung im Leben der Menschen sehe oder höre und

das man nicht nach draußen tragen darf,

werde ich schweigen und es geheim halten.“

Quelle: http://www.umm.uni-heidelberg.de/ag/gte/bauer_hippokratischer_eid.pdf

Andere Absätze verbieten explizit die Sterbehilfe, chirurgische Maßnahmen (da fachfremd) und abortive Handlungen, außerdem wird das Verhältnis zwischen Mentor und Schüler dargestellt, was absolut nicht kongruent mit der heutigen medizinischen Ausbildung ist. Insgesamt gibt der Eid Leitlinien zur Medizinerausbildung, zum Arzt-Patienten-Verhältnis und zu rationalen Handlungsstrategien vor.

Tipp: Für Sie gilt: Kein Medizinstudent oder Arzt in Deutschland muss den Hippokratischen Eid ablegen! Die modernisierte Fassung des Schwurs, die Genfer Deklaration des Weltärztebunds, hat jedoch Einzug in die Berufsordnung der Ärztekammern gehalten und Sie sind zwangsläufig hier Mitglied nach der Approbation.

Quellen






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