Archiv - Bezugssysteme von Gesundheit und Krankheit / Gesundheits- und Krankheitsmodelle (Teil 1) von PD Dr. rer. medic. Sven Benson

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Über den Vortrag

Bezugssysteme von Gesundheit und Krankheit

In diesem einleitenden Kapitel werden grundlegende Begriffe der Medizinischen Psychologie und Soziologie erläutert. Ziel ist es, diese Grundbegriffe für Krankheit und Gesundheit als Basis für die folgenden Kapitel zu verstehen.

Gesundheits- und Krankheitsmodelle

Dieses umfangreiche Kapitel erläutert im weitesten Sinne Schutz- und Risikofaktoren für Krankheit und Gesundheit aus unterschiedlichen theoretischen Blickwinkeln. Dazu zählen Stressmodelle, psychodynamische Ansätze (Abwehrmechanismen) und soziale und schichtspezifische Risikofaktoren. Im Zusammenhang mit biopsychologischen Modellen werden auch die Grundlagen der Elektroenzephalographie und das Thema Schlaf besprochen.

Der Vortrag „Archiv - Bezugssysteme von Gesundheit und Krankheit / Gesundheits- und Krankheitsmodelle (Teil 1)“ von PD Dr. rer. medic. Sven Benson ist Bestandteil des Kurses „Psychologie und Soziologie für Mediziner“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Begriffserklärung
  • Die betroffene Person
  • Gesundheitsbezogene Kognitionen
  • Klassifikationssysteme
  • Die Gesellschaft - Soziale Normen und Devianz
  • Gesundheits- und Krankheitsmodelle
  • Stress
  • Transaktionales Stressmodell (Lazarus)
  • Aktivation
  • EEG
  • Schlaf


Quiz zum Vortrag

  1. Statistischer und Idealnorm
  2. Funktionaler und sozialer Norm
  3. Funktionaler und Idealnorm
  4. Funktionaler Norm und subjektiver Gesundheitstheorie
  5. Einstellung und Verhalten
  1. reduziertes Risiko für kardiometabolische Folgeerkrankungen
  2. Gesundheit im Sinne der WHO-Definition
  3. Abweichung vom statistischen Mittelwert der entsprechenden Alterskohorte
  4. Individuelle Lebensqualität
  5. Leistungsfähigkeit im Alltag
  1. internal - global - stabil
  2. external - global - stabil
  3. external - spezifisch - stabil
  4. internal - global - variabel
  5. internal - spezifisch - variabel
  1. internale Kontrollüberzeugung – „Ich habe den Unfall selbst verschuldet.”
  2. externale Kontrollüberzeugung – „Der Prüfer soll nett sein.”
  3. externale Kontrollüberzeugung – „Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen.”
  4. internale Kontrollüberzeugung – „Mir sind die Hände gebunden.”
  5. internale Kontrollüberzeugung – „Mein Schicksal liegt in ihren Händen, Frau Doktor.”
  1. „Ich will verstehen“ - Die subjektive Krankheitstheorie des Patienten erfragen
  2. „Er lernt es eh nicht“ - Schmerzmedikation heimlich umstellen (von oral auf intravenös)
  3. „Ich muss ihn überzeugen!“ - Den Patienten eindringlich dazu auffordern, sich der Therapie nicht zu widersetzen
  4. „Patientenwille geht vor“ - Die Schmerzmedikation absetzen
  5. „Er kann es nicht besser wissen“ - Den Patienten über den Sinn der Schmerzmedikation informieren
  1. Soziale Normen beinhalten unverbindliche Erwartungen an das Verhalten anderer Menschen
  2. Soziale Normen sind nicht hinreichend verbindlich, um in Gesetzestexten verschriftlicht zu werden
  3. Soziale Normen treffen Aussagen über Regeln des Zusammenlebens von Menschen
  4. Soziale Normen entwickeln sich in sozialen Gruppen
  5. Soziale Normen machen das Verhalten andere Menschen leichter vorhersagbar
  1. therapeutische Norm
  2. gesundheitsbezogene Lebensqualität
  3. Nozizeption
  4. internale Kontrollüberzeugung
  5. Resilienz

Dozent des Vortrages Archiv - Bezugssysteme von Gesundheit und Krankheit / Gesundheits- und Krankheitsmodelle (Teil 1)

PD Dr. rer. medic. Sven Benson

PD Dr. rer. medic. Sven Benson

Prof. Dr. Sven Benson unterrichtet das Fach Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Er studierte von 1997 bis 2003 Psychologie an der Universität Trier. Seit 2004 ist er in der Forschung und Lehre am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum in Essen tätig. 2008 promovierte er zum Dr. rer. medic, 2013 erfolgte die Habilitation im Fach "Medizinische Psychologie". 2015 verlieh ihm die Med. Fakultät der Universität Duisburg-Essen den Titel "außerplanmäßiger Professor".

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Auszüge aus dem Begleitmaterial

... geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“ beschrieben und nicht allein durch das Fehlen von Krankheiten oder Gebrechen definiert. Statistische Norm: rechnerischer Durchschnitt (Mittelwert ± 1 Standardabweichung). Als „normal“ gilt, was am häufigsten vorkommt (Ist-Wert). Funktionale Norm bezogen auf Leistungsfähigkeit eines Individuums „Normal“, wenn im Rahmen der ind. Möglichkeiten funktionstüchtig. Idealnorm dient als Sollwert der Orientierung. Beispiel ist die Gesundheits-Definition der WHO (s.o.). Soziale Norm: Erwartungen an das Verhalten in Gruppen, reguliert durch Sanktionen. Bsp.: Ausleben von Sexualität, unbezahlte Überstunden bei Ärzten. Therapeutische Norm, bei Abweichungen ist Therapie erforderlich Bsp:. Obergrenze für behandlungsbed. Blutdruck. Resilienz: Widerstandsfähigkeit, umfasst psychische und physische Fähigkeiten eines Menschen, die es ihm ...

... stabil/variabel (Ursache veränderbar oder nicht?). Global/spezifisch Kontrollüberzeugung - Generelle Annahme, dass Ereignisfolgen vom eigenen Handeln abhängen (internale K.) oder von äußeren Faktoren (externale K.). Wenn ein Patient große Anstrengungen unternimmt, um wieder gesund zu werden, weist das auf eine hohe internale K. hin. Health-Locus of Control: Spezialfall der Kontrollüberzeugung mit Bezug zu Gesundheit; von der Attributionstheorie abgeleitet. Personen mit internalen Kontrollüberzeugungen sind der Ansicht, dass die Gesundheit von vom eigenen Verhalten abhängt. Personen mit externalen Kontrollüberzeugungen erleben Krankheit als fremdbestimmt, von anderen Personen, vom Schicksal oder vom Zufall abhängig. Selbstwirksamkeitserwartung! Die Selbstwirksamkeitserwartung (Self-Efficacy, Bandura) ist das Ausmaß der ...

... Teil des medizinischen Wissenssystems sind die Klassifikationssysteme für psychische und körperliche Erkrankungen. Sie geben eindeutige, operationalisierte Kriterien für die Diagnose von Krankheiten vor und verbessern damit die Zuverlässigkeit (Reliabilität) der Diagnosen. Sie ermöglichen eine multiaxiale Diagnostik, sodass parallel Nebendiagnosen gestellt werden können. ICD-10 (International Classification of Diseases Version 10): körperlich + psychisch. DSM-IV-R (Diagnostical and Statistical Manual Version IV-R): nur psychische Krankheiten ICF (Internationale Klassifizierung der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit): Auswirkungen von chronischen Krankheiten und Behinderungen: 1.1.4 Die Gesellschaft Gesundheit und Krankheit sind auch aus der Sicht der jeweiligen Kultur und Gesellschaft zu ...

... Krankheiten mitwirken. Von daher ist es nicht nur wichtig, menschliche Verhaltensweisen zu verstehen. Ebenso wichtig ist es, über wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zu verfügen, wie menschliches Verhalten verändert werden kann. Wie sich Menschen verhalten, hängt stark von Denk- und Lernprozessen ab. Lerntheorien versuchen, Lernen psychologisch zu beschreiben und zu erklären Zu den Lerntheorien zählen die klassische Konditionierung (Pawlow) und die operante Konditionierung (Skinner). Moderne Lerntheorien, die Kognitionen und Emotionen mit einbeziehen, sind Lernen durch Einsicht und Lernen am Modell. Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie hat ihren Ursprung in den Lerntheorien. Die Verhaltenstherapie ist ein Psychotherapieverfahren zur Behandlung psychischer und psychosomatischer Krankheiten. ...