Fälle von kognitivem Lernen begegnen Ihnen öfter als Sie denken: beim Lösen schwieriger Rätsel, beim Einprägen der Umgebung oder beim Lernen abstrakter Begriffe. Mithilfe von Bildern fällt uns das Lernen leichter.
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Bild: „The Saturday NY Times crossword puzzle“ von Miranda Celeste Hale. Lizenz: CC BY 2.0


Gehirntraining – aber wie?

Geistige Fähigkeiten lassen sich genauso trainieren und erweitern wie körperliche Fertigkeiten. Nicht nur wissenschaftliches Arbeiten kann erleichtert werden, auch das Aufnahmevermögen für massive Informationsbündel (wie z.B. in Vorträgen oder Vorlesungen) lässt sich durch kognitives Training verbessern. Dafür ist es wichtig zu wissen, wie das menschliche Gehirn funktioniert und auf welchem Wege Informationen ins Langzeitgedächtnis gelangen.

Da jeder Mensch ein wenig anders lernt, ist es wichtig zu wissen, auf welchem Wege das Lernen am besten gelingt. Deshalb ist es wichtig, sich selbst kennen zu lernen. Welcher Lerntyp sind Sie? Wie merken Sie sich Texte und wie bleiben Sie bei Diskussionen am Ball? Wie finden Sie die richtigen Worte für das, was Sie sagen wollen?

Die Phasen des Lernens

Kognitives Lernen bedeutet Lernen durch Einsicht.

Darunter versteht man die Aneignung oder Umstrukturierung von Wissen, das auf Nutzung von kognitiven Fähigkeiten beruht. Wolfgang Köhler und Max Wertheimer begründeten die kognitive Lerntheorie und unterscheiden sechs Phasen des Lernens.

  1. Ein Problem entsteht und Sie entwickeln die Motivation, eine Lösung für dieses Problem zu finden.
  1. Sie versuchen bereits aus Erfahrungen gewonnene Handlungsstrategien zur Lösung des Problems anzuwenden. Dies kann gelingen, muss es aber nicht zwangsläufig.
  1. Nun wird die Situation mit Hilfe kognitiver Fähigkeiten erfasst und die Möglichkeiten gedanklich durchgespielt.
  1. Wenn die Situation nach mehrmaligem Durchdenken ausreichend erfasst ist und Möglichkeiten zur Lösung erdacht wurden, kommt es zu einer Erkenntnis.
  1. Ein Handlungsprozess beginnt, in dem Sie versuchen, die gewonnene Erkenntnis umzusetzen.
  1. Das Verhalten, das zur Lösung geführt hat, wird eingeübt und kann von nun an auf andere Situationen übertragen werden.

Meditation als Grundlage für gesteigerte kognitive Fähigkeiten

Es ist bekannt, dass Meditation sämtliche geistigen Fähigkeiten verbessern und sogar zu sichtbaren Veränderungen in den jeweiligen Hirnregionen führen kann. In Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass schon 20 Minuten Meditation täglich zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten führen kann.

In einer Studie mit mehreren Teilnehmern, die in zwei Gruppen aufgeteilt und über vier Tage lang unterschiedlichen Situationen ausgesetzt waren, konnte nachgewiesen werden, dass Stimmungslage, Gedächtnisleistung, Fähigkeiten der visuellen Aufmerksamkeit, der räumlich-visuellen Wahrnehmung und der Konzentration durch Meditation verbessert werden kann. Die Probanden, die täglich 20 Minuten lang ein Hörbuch hörten, schnitten dabei deutlich schlechter ab als die Gruppe, die zur gleichen Zeit meditierte.

Strategien für erfolgreiches Lernen

Die menschliche Natur bewegt uns dazu, dass wir die kognitiven Sinne stets ausbauen wollen, um uns charakterlich, wie auch beruflich weiterzuentwickeln. Lernstrategien helfen Ihnen erfolgreich selbstorganisiert zu lernen. Diese Strategien erleichtern es Ihnen Wissen zu verstehen, zu speichern und wieder abzurufen.

Wiederholungsstrategien helfen dabei, Wissen in wörtlicher Form im Gedächtnis aktiv zu halten und so Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Informationen in das Langzeitgedächtnis gelangen. Beispiele dafür sind aufgeschrieben Texte oder wiederholtes Sprechen.

Durch Elaboration wird bereits vorhandenes Wissen aktiviert und mit neuem Wissen verknüpft. Das Erdenken von Beispielen zu bestimmten Themen oder fiktiven Situationen ist eine typische Elaborationsstrategie. Auch das Wiedergeben von Erlerntem mit den eigenen Worten trainiert Ihre kognitiven Fähigkeiten wirkungsvoll.

Organisationsstrategien helfen Ihnen, innerhalb eines neuen Wissensbereiches Ordnungsbeziehungen herzustellen, um sich so ein klares Bild vom Thema zu machen. Zusammenfassungen von Texten oder Erstellen von Mindmaps zu einem Themenbereich gehört zu den typischen Strategien.

Online-Gedächtnistraining gilt als bewährte Methode, an den eigenen geistigen Fertigkeiten zu arbeiten und gezielt Schwächen zu bekämpfen. Denn durch regelmäßiges, zielgerichtetes Gehirntraining lassen sich die kognitiven Fähigkeiten nachweislich steigern.

Mentales Training wird vor allem bei älteren Menschen angewendet, um die kognitiven Fähigkeiten zu steigern, zu erhalten oder sogar präventiv gegen den Verlust der Fähigkeiten vorzugehen. Solche Methoden sind auch bekannt als Gehirntraining oder „Gehirnjogging“. Viele Mentaltrainings bestehen aus Visualisierungsübungen in einem Entspannungszustand, was Konzentration, Kreativität und die positive Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen fördern soll.

Ran an den Speck: Übungen fürs Gehirn

Nehmen Sie sich einen Text vor, z. B. eine Zeitung oder Werbeprospekte. Streichen sie alle Worte an, die mit „B“ beginnen, ohne dabei zu versuchen den Inhalt des Textes zu erfassen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Nur 5 Minuten dieses Trainings reichen, um das Gehirn aufzuwärmen und optimales Arbeitsniveau zu schaffen. Nun sind Sie wach, konzentriert und bereit, neue Aufgaben anzugehen.

Für eine andere Übung nehmen Sie sich zwei alte Einkaufslisten und prägen eine davon etwa zwei Minuten lang ein. Danach decken Sie sie ab und schreiben alle Produkte auf ein leeres Papier. Nun machen Sie dasselbe mit der zweiten Liste.

Die Liste lässt sich einfacher merken, wenn Sie eine Geschichte um die Produkte herum erzählen. Sie werden merken, dass Sie sich mit ein bisschen Training viel umfangreichere Listen oder Texte merken können.

Kreuzworträtseln gelten als Paradebeispiel für Kopftraining. Sie machen zwar Spaß und trainieren auch etwas den Geist, doch mit der Zeit wird das Lösen zur Routine und strengt Ihren Kopf kaum noch an. Doch gerade wenn Sie ungewohnt hohe Leistungen von Ihrem Gehirn fordern, trainieren Sie es wirksam.

Versuchen Sie deshalb die Lösungen von hinten nach vorne einzutragen.

Damit geben Sie Ihrem Kopf eine entscheidende Zusatzaufgabe.

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