Der 1999 in Gang gesetzte Bologna-Prozess und die daraus folgende Umstellung auf das Bachelor-/Master-System haben nur vor einigen wenigen Studiengängen Halt gemacht. Eine solche letzte Bastion ist das Jurastudium, das nach wie vor mit der Ersten juristischen Prüfung abgeschlossen wird. Dennoch haben sich mittlerweile auch andere juristische Studiengänge wie der Bachelor of Laws auf dem Markt etabliert. Wir haben für euch seine Vor- und Nachteile im Vergleich zum klassischen Jurastudium zusammengestellt.
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Der Abschluss des traditionellen Jurastudiums sieht so aus: Nach fünf oder mehr Jahren des emsigen Studierens wird das geballte Wissen in fünf bis sieben Klausuren und einer zusätzlichen mündlichen Prüfung abgefragt. Daneben gilt es noch, die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung zu absolvieren. Sind diese Hürden genommen, müssen noch das Referendariat und das anschließende zweite Staatsexamen überstanden werden.

Viele Studienbewerber fragen sich deshalb, ob dieser steinige Weg der einzig mögliche ist, um nach dem Studium in einem juristischen Umfeld tätig werden zu können. Dies lässt sich mit einem im Jurastudium oft zitierten Satz beantworten: Es kommt darauf an. Wer als Volljurist arbeiten will, also die Befähigung zum Richteramt erwerben möchte, muss das klassische Jurastudium absolvieren und sich beiden Examina unterziehen. Nur dann ist es möglich, eine Anwaltszulassung zu bekommen und als Staatsanwalt, Richter oder Notar zu arbeiten.

Der LL.B. – eine Alternative?

Für diejenigen, die keinen dieser juristischen Kernberufe anstreben, bietet sich jedoch mit dem sogenannten Bachelor of Laws (LL.B.) unter Umständen eine echte Alternative. Wie die Bachelor-Studiengänge in anderen Fachbereichen dauert der LL.B. zwischen sechs und acht Semestern. Anschließend kann ein Masterstudium angeschlossen werden.

Interessant ist der LL.B., weil er mit sehr unterschiedlichen Ausrichtungen angeboten wird. Der Studiengang „Unternehmensjurist/in“ an der Universität Mannheim vermittelt etwa eine Mischung aus juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnissen. In Rostock kann derLL.B. „Good Governance – Wirtschaft, Gesellschaft, Recht“ absolviert werden, während man sich an der Hochschule Fulda für den LL.B. „Sozialrecht“ oder „Wirtschaftsrecht – Nachhaltigkeit und Ethik“ entscheiden kann. Zahlreiche weitere (Fach-)Hochschulen und Universitäten verfügen über ein breites Angebot an juristischen Bachelor-Studiengängen. An der Fernuniversität Hagen kann der LL.B. sogar im Fernstudium absolviert werden.

Vor- und Nachteile des LL.B.s

Ein wesentlicher Vorteil des Bachelor of Laws ist, dass die über die Jahre erbrachten Studienleistungen in die Abschlussnote einfließen. Hingegen zählen beim herkömmlichen Jurastudium nur die Ergebnisse des Examens. Gerade die interdisziplinäre Ausrichtung vieler LL.B.-Studiengänge kann Absolventen außerdem für den Arbeitsmarkt besonders interessant machen. Vor allem Fachwissen im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich ist heute für Juristen wichtiger denn je. Weiterhin bietet der LL.B. eine gute Option für Menschen, die fundierte juristische Kenntnisse als Zusatz zu ihrer bisherigen Ausbildung erwerben wollen und den langen Weg bis zum Staatsexamen scheuen.

Als Nachteil lässt sich jedoch festhalten, dass LL.B.-Absolventen in ihrem späteren Berufsleben häufig mit Volljuristen konkurrieren werden. Unter Umständen kann es dabei eine Tendenz geben, die Volljuristen den Bachelor-Absolventen vorzuziehen, weil sie über eine längere juristische Ausbildung verfügen.

Die Entscheidung zwischen Staatsexamen und LL.B.

Die Entscheidung gegen das Staatsexamen und für den Bachelor muss jedoch keine endgültige sein. So ist es etwa an der Universität Mannheim möglich, zunächst den Bachelor zu absolvieren, der mit dem Bestehen der zivilrechtlichen Examensklausuren abgeschlossen wird. Anschließend kann ein viersemestriges Ergänzungsstudium angeschlossen werden, an dessen Ende die übrigen Examensklausuren geschrieben werden. Damit wird das Examen aufgeteilt und der Bachelor-Absolvent wird zum Volljuristen.

An der Bucerius Law School wird der LL.B. ferner automatisch auf dem Weg zur Ersten juristischen Prüfung erworben. Als Studienanfänger kann man sich also die Entscheidung noch offen lassen, ob man nach dem LL.B. weiter studieren möchte.

Ob der LL.B. Sinn macht, muss jeder zukünftige Studierende für sich entscheiden. Für wen von vornherein feststeht, dass er kein Anwalt oder Richter werden möchte, stellt er eine echte Alternative dar, die eine frühzeitige interdisziplinäre Spezialisierung ermöglicht. Wer sich diesbezüglich noch unsicher ist, sollte hingegen ein Modell wählen, bei dem er auch später noch zwischen Examen und Bachelor wählen kann.



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