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Bild: “traveling…” von Victor Camilo. Lizenz: CC BY-ND 2.0


Nach dem ersten oder zweiten Staatsexamen einen LL.M (Master of Laws) im Ausland zu absolvieren ist eine beliebte Option unter Jurastudenten, um ihre Karrierechancen zu verbessern. Immer mehr deutsche Universitäten reagieren auf die Nachfrage und bieten eigene LL.M-Programme an. Zeit, sich die deutschen Alternativen einmal genauer anzuschauen.

LL.M im Ausland? Muss nicht sein!

Der LL.M ist eine unter Juristen beliebte Zusatzqualifikation, um die eigenen Karrierechancen zu verbessern. Vor allem bei international ausgerichteten Kanzleien wird ein LL.M gern gesehen. Doch ein LL.M im Ausland ist auch kostspielig und zeitaufwändig in der Planung. Lange gab es keine Alternative zum Schritt ins Ausland. Inzwischen werden jedoch fast 70 verschiedene LL.M Programme in Deutschland angeboten, sodass sich ein Vergleich der deutschen Programme mit denen an der Wunschuni im Ausland in jedem Fall lohnt.

Vorteile eines LL.M in Deutschland

Fachliche Vertiefung

Der wohl größte Vorteil eines LL.M im Inland ist der mitunter größere fachliche Nutzen der Programme. Dadurch dass sich die LL.M-Programme in aller Regel auf deutsches Recht beziehen, kann hier schon ein fachlicher Schwerpunkt für die spätere angestrebte Tätigkeit im Berufsleben gelegt werden. Beispielsweise bietet die TU Dresden einen LL.M in „Intellectual Property Law“ an. Wer also später ins Urheberrecht möchte, ist in Dresden womöglich besser aufgehoben als in den USA.

Kostenersparnis

Ein weiterer klarer Vorteil gegenüber den Auslandsprogrammen sind die geringeren Gebühren der deutschen LL.M-Studiengänge. An deutschen Universitäten kostet ein LL.M-Jahr um die 1.000-3.000 Euro pro Semester. Natürlich gibt es auch hier Ausreißer nach oben, wie etwa die LL.M-Programme der Universität Münster (12.000 Euro pro Programm; dieses ist allerdings auch für Berufstätige gedacht). Unterm Strich ist ein deutscher LL.M aber in aller Regel kostengünstiger als ein Programm im angelsächsischen Raum.

Berufsbegleitende Programme

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den LL.M berufsbegleitend oder als Fernstudium zu absolvieren. Viele Universitäten bieten ihre Programme mittlerweile wahlweise als Vollzeitstudium oder berufsbegleitend an. Zwar dauert die berufsbegleitende Variante im Schnitt zwei Semester länger, jedoch kann man währenddessen schon Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sammeln und seine Karrierechancen so weiter verbessern.

Internationale Ausrichtung

Nur weil man sich für Bremen statt Boston entscheidet, muss man nicht auf internationales Flair in seinem LL.M-Jahr verzichten. Im Gegenteil. Die deutschen Programme sind bewusst international ausgerichtet und richten sich gezielt auch an ausländische Studierende oder Deutsche, die ihren Universitätsabschluss im Ausland erworben haben. Zudem werden zahlreiche Programme ganz oder teilweise in Englisch abgehalten. Eine Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse ist also ebenfalls drin.

Überblick über das deutsche LL.M Angebot

Als Orientierungshilfe soll folgender, nach Rechtsgebieten geordneter Überblick über die derzeit an deutschen Hochschulen angebotenen LL.M-Programme dienen (in Klammern sind Angaben zum fachlichen Schwerpunkt des jeweiligen LL.M-Programms). Nicht in der Übersicht enthalten sind Universitäten, die ausschließlich Programme für im Ausland graduierte Juristen anbieten.

Wirtschafts- und Unternehmensrecht:

  • Ruhr-Universität Bochum (Wirtschaftsrecht; Double Degree Programm mit Instanbul)
  • Hochschule Darmstadt (Internationales Lizenzrecht)
  • HFH Hamburger Fernhochschule (Online LL.M Wirtschaftsrecht)
  • Technische Universität Dresden (Intellectual Property Law)
  • Universität Düsseldorf (Gewerblicher Rechtsschutz)
  • Institute for Law and Finance Frankfurt/Main (Finance)
  • Frankfurt School of Finance & Management (Mergers & Acquisitions)
  • Universität Halle-Wittenberg (Business Law and Economic Law)
  • Universität Hannover (IT-Recht und Recht des geistigen Eigentums)
  • Universität Heidelberg (Unternehmensrestrukturierung)
  • Universität Kassel (Wirtschaftsrecht)
  • Universität Köln (Wirtschaftsrecht)
  • Universität Lüneburg (Corporate and Business Law)
  • Fachhochschule Mainz (Business Law)
  • Universität Mannheim (Comparative Business Law)
  • Universität Münster (Wirtschaftsrecht ; Mergers and Acquisitions)
  • Universität Passau (Wirtschafts- und Regulierungsrecht)
  • Universität Potsdam (Unternehmens- und Steuerrecht)
  • Universität Rostock (Wirtschaftsrecht und Unternehmensführung)

Internationales und Europäisches Recht:

  • Universität Bremen (Transnational Law)
  • Technische Universität Dresden (Europäische Integration)
  • Europa-Universität Frankfurt/Oder (German and Polish Law; Europäisches Wirtschaftsrecht)
  • Universität Hamburg (European and European Legal Studies; European Economic Law; zudem ein LL.M-Programm in Kooperation mit der Universität St. Petersburg)
  • Universität Leipzig (Europäischer Privatrechtsverkehr)
  • Ludwig-Maximilians-Universität München (Internationales und Europäisches Wirtschaftsrecht)

Öffentliches Recht:

  • Universität Greifswald (Tax Law)
  • Universität Hamburg (Versicherungsrecht)
  • Universität Kassel (Sozialrecht; Umweltrecht)
  • Universität Köln (Unternehmenssteuerrecht)
  • Universität Mainz (Medienrecht)
  • Universität Münster (Versicherungsrecht)
  • Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer (Staat und Verwaltung in Europa)
  • Universität Marburg (Baurecht und Baubegleitung)
  • Universität Oldenburg (Informationsrecht)
  • Universität Osnabrück (Taxation)

Strafrecht:

  • Universität Greifswald (Criminology and Criminal Justice)
  • Universität Osnabrück (Wirtschaftsstrafrecht)

Das Ansehen eines deutschen LL.M

Wird ein LL.M im Ausland erworben, so steht er stellvertretend für gute Fremdsprachenkenntnisse, Lebenserfahrung in fremden Ländern und Vertrautheit mit anderen Rechtssystemen. Dagegen ist der deutsche LL.M wenig wert, könnte man meinen. Tatsächlich wird der international erworbene LL.M von den Arbeitgebern oft höher eingeschätzt. Also doch lieber ins Ausland? Ja und nein. Der Markt ist im Wandel, auch deutsche LL.M-Programme gewinnen an Ansehen. Letztlich kommt es darauf an, den eigenen Interessensschwerpunkten zu folgen und seine Entscheidung dementsprechend zu treffen.






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