Lexikon

Kindergynäkologie

Definition Kindergynäkologie

auch bekannt als: Gynäkologie bei Mädchen

Kindergynäkologie Zwar scheuen sich viele Eltern, ihre Tochter in eine gynäkologische Sprechstunde zu bringen, dennoch ist es eine Tatsache, dass auch schon kleine Mädchen an Unterleibsbeschwerden leiden können, bei denen unbedingt ein Frauenarzt zugezogen werden sollte, da eine in der Kindheit nicht beachtete und daher nicht richtig behandelte Unterleibsentzündung unter Umständen durch Verkleben der Eileiter später zur Unfruchtbarkeit führen kann. Von den Mädchen, die in einer kindergynäkologischen Sprechstunde vorgestellt werden, leiden 60-70 Prozent an Entzündungen, 20-30 Prozent an Blutungsstörungen, die übrigen an Tumoren, Verletzungen oder Anomalien im Geschlechtsbereich. Immer wenn unnatürliche Blutungen auftreten, wenn ein Mädchen unter Rötung, Juckreiz oder Schmerzen an den äußeren Geschlechtsteilen leidet, wenn es sich mit Fremdkörpern oder beim Spielen verletzt hat oder wenn die Mutter Anomalien am Geschlechtsteil beobachtet, sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden. Zu diesem Zweck wurden an rund 30 Krankenhäusern in größeren deutschen Städten spezielle kindergynäkologische Sprechstunden eingerichtet, in denen ganz besonders auf die heikle Situation der kleinen Mädchen und ihrer Mütter eingegangen wird. Denn es bedarf zweifellos eines besonders sensiblen Einfühlungsvermögens, um ein 4- oder 8-jähriges Kind frauenärztlich zu untersuchen. Dabei ist die Angst vieler Mütter, eine Untersuchung der kindlichen Scheide mit dem Scheidenspiegel könne zu Verletzungen führen, vollkommen unbegründet. Da sich das Jungfernhäutchen schmerzlos dehnen lässt und die eingesetzten Instrumente dem jeweiligen Alter des Mädchens angepasst sind, bleibt die Jungfräulichkeit selbstverständlich ganz und gar erhalten.