Lexikon

Amenorrhö

Definition Amenorrhö

Fehlen oder Ausbleiben der Regelblutung. Man unterscheidet 2 Formen:

1. primäre Amenorrhö: Ausbleiben der ersten Regelblutung (Menarche) bis zum 18. Lebensjahr. Als Ursachen kommen Entwicklungsstörungen der Geschlechtsorgane oder funktionelle bzw. organische Störungen von Gehirn, Hypothalamus, Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und Nebennierenrinde in Frage. Therapeutisch sollte schon früh versucht werden, die Ursache einer verzögerten Reife zu klären. In vielen Fällen kann durch die rechtzeitige Zufuhr von Geschlechtshormonen eine normale körperliche und geistige Reifung erreicht werden.

2. sekundäre Amenorrhö: länger als dreimonatiges Ausbleiben der Menstruation in der Zeit der Geschlechtsreife. Diese Form ist weitaus häufiger als die primäre Amenorrhö. Es handelt sich zumeist um funktionelle Störungen im System Hypothalamus - Hypophyse - Eierstöcke - Gebärmutter. Eine sekundäre Amenorrhö kann auch psychisch durch Schock und schwere Konfliktsituationen ausgelöst werden. Seltenere Ursachen sind Tumoren des Gehirns, der Hirnanhangdrüse, der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde sowie die Zerstörung der Gebärmutterschleimhaut infolge einer Entzündungen. Natürlich muss immer eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Die Behandlung erfolgt durch Entfernung des Tumors, den Einsatz von Hormonpräparaten und eventuell auch durch Psychotherapie.