Wenn Sie glauben Rhetorik sei nur etwas für professionelle Redner, dann sind Sie auf dem Holzweg! Selten war Redegewandtheit so wichtig für den beruflichen Erfolg wie heute! Um Vorgesetzte und Kollegen von ihren Ideen zu überzeugen, sollten Arbeitnehmer rhetorisch fit sein. Doch obwohl man in vielen Berufen nicht mehr um Vorträge und Reden herum kommt, kümmern sich nur wenige um diese Baustelle. Mit diesem kleinen Rhetorik-Guide schaffen wir Abhilfe.
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Bild: „Martin Luther King Monument“ von Ash Crow. Lizenz: CC BY-SA 2.0


1. Was Rhetorik kann

Bereits bei Bewerbungsgesprächen fällt die Entscheidung zwischen zwei fachlich gleich guten Kandidaten meist zugunsten desjenigen, mit den höheren rhetorischem Geschick. Kann der Bewerber sich durch Sprache angemessen repräsentieren, steigen die Chancen für den Arbeitgeber eine wertvolle Arbeitskraft oder sogar eine Führungskraft zu rekrutieren.

Außerdem werden die Situationen, in denen Sie Kommunikationsfähigkeit beweisen müssen auch nach Antritt der Arbeitsstelle nicht abreißen. Geschäftsessen, Präsentationen und Verhandlungsgespräche gehören zum Berufsalltag. Mitreißende Redner zeichnen sich nicht nur dadurch aus, ihre Zuhörer für neue Ideen und Vorschläge zu gewinnen, sondern auch ihre Ansichten wirklich glaubhaft zu vermitteln.

In Führungspositionen steigern durchdachte Ansprachen nicht nur Ihr Durchsetzungsvermögen und Ihre Überzeugungskraft, sondern sorgen auch für motivierte Mitarbeiter. Auch im Konfliktmanagement können rhetorische Fähigkeiten hilfreich sein.

Wenn die Kommunikation im Team funktioniert, können Spannungen mitunter schon während der Entstehung gelöst werden.

2. Den eigenen Wortschatz updaten

Bei der aktuellsten Untersuchung der deutschen Sprache zählten Linguisten ein Vokabular von 5,3 Millionen Wörtern. Traurig daran ist nur, dass wir nur einen geringen Anteil davon im Alltag gebrauchen. Benutzen Sie neue Formulierungen und Worte! Besonders in Führungspositionen werden Sie Ihre Mitarbeiter wenig durch sich immer wiederholendes Lob beflügeln oder belanglose Floskeln mitreißen können.

Versuchen Sie das Gedachte auf neue Weise auszudrücken! Wählen Sie zum Beispiel selten gehörte Wörter, um das Spektrum ihres Wortschatz zu erweitern. Auch in Präsentationen gilt es als Redner die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu wecken und vor allem zu halten.

Die Erzeugung interessanter Sprachbilder gestaltet einenVortrag spannend und lässt ihn in Erinnerung bleiben.

3. Authentisch sein

Nicht nur neue Worte und Redewendungen sollten in Ihren Wortschatz erscheinen. Experimentieren Sie mit Klängen, Reizen und Ideen, um Ihren Vortrag aufzuwerten. Doch übertreiben Sie es nicht auf Kosten Ihrer Authentizität und bleiben Sie sich treu! Der falsche Rhetorik-Kurs kann Sie dabei schnell vom richtigen Weg abbringen. Vorsicht vor Rhetoriktrainern, die Körpersprache intensiver beleuchten als Sprachgestaltung.

Damit ein Vortrag gelingt, spielen Ihre Haltung und Gestik natürlich eine wichtige Rolle. Auf die Dramaturgie Ihrer Rede und die Wortwahl kommt es jedoch ebenso an. Um eine natürliche Gesprächsführung zu wahren, sollten Mimik und Gestik nicht inflationär eingesetzt werden oder zu ausschweifend wirken.

4. Empathie entwickeln

Schauspielern Sie nicht, da Sie sonst unglaubwürdig wirken! In Ihren Gegenüber sollten Sie sich dennoch hineinversetzen können. Eine gute Sprache richtet sich an den Empfänger und sollte dabei ziel- und ergebnisorientiert sein. Sprechen Sie deshalb die Perspektive des Empfängers an!

Das gilt auch beim Verfassen von E-Mails. „Wie besprochen, sende ich Ihnen unsere Unterlagen zu“ könnte als exzentrischer Satz gewertet werden, da er Sie selbst zum Thema macht. Stattdessen schreiben Sie: „Wie bereits besprochen erhalten Sie unsere Unterlagen.“ Dadurch rücken Sie die Perspektive des Empfängers in den Mittelpunkt.

Auch in anderen Fällen können Sie durch kleine Umformulierungen einen zuvorkommenden und höflichen Eindruck hinterlassen. Empathie ist ebenfalls bei Vorträgen gefragt. Besonders Spezialisten neigen dazu, Ihr Publikum mit Fachwissen zu vergraulen. Gehen Sie also darauf ein, wenn sich unter Ihren Zuhörern nicht nur Experten befinden.

5. Erst denken, dann reden!

Diesen guten Rat erhielten Sie bereits als Kind. Doch auch wenn sich dieser Satz in Ihr Gedächtnis gebrannt hat, ist die Umsetzung manchmal gar nicht so einfach. Nur wenn Sie Ihre Gedanken strukturieren bevor Sie zur Ausführung kommen, können Sie ihr Anliegen klar auf den Punkt bringen. Verschachteln Sie keine Sätze, damit Ihr Vortrag komplexer wirkt.

Verwenden Sie außerdem keine Fachbegriffe, wenn es nicht angebracht ist. Beachten Sie vor allem die wichtigsten Botschaften in den Hauptsätzen unterzubringen. Sie werden sehen, sobald Sie eine professionelle Gesprächsführung beherrschen, kann Sie nicht einmal die Verspätung eines Kollegen bei Ihrem Vortrag aus der Fassung bringen.

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