Ein überzeugendes Referat ist keine Frage von Selbstbewusstsein oder Eloquenz, sondern der richtigen Vorbereitung. Mit unseren Tipps gelingen auch Ihnen fesselnde Vorträge. Schließlich begleiten Sie Präsentationen ein ganzes Leben lang durch Ausbildung, Studium und Beruf. Wenn Sie lernen, Referate perfekt vorzubereiten, wird der Rest ein Kinderspiel. Ihre Kommilitonen werden es Ihnen danken – genau wie Ihre Credit Points!
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Referat

Bild: “UFV_GEO_PRESENTATION_PHOTOGRAPHY” von University of the Fraser Valley. Lizenz: CC BY 2.0


Das richtige Thema

Eine erfolgreiche Vorbereitung steht und fällt mit dem richtigen Thema. Daher beginnen Sie mit der Themensuche am besten so schnell wie möglich. So können Sie ein Gebiet wählen, das Sie wirklich interessiert, und kommen auch anderen Studenten zuvor, die für das gleiche Thema brennen.

Wenn Sie partout auf keine Idee kommen, hilft bestimmt eine angeregte Diskussion mit Kommilitonen oder eine direkte Nachfrage beim Dozenten. Bekommen Sie ein unübersichtliches Themenfeld zugeteilt, fragen Sie unbedingt nach, ob Sie einen groben Überblick geben sollen oder ob eher auf einen gewissen Aspekt besonderen Wert gelegt wird. Nehmen Sie sich nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig vor!

Die Quellensuche: Über den Tellerrand hinaus blicken

Haben Sie Ihr Thema gefunden, beginnt die eigentliche Vorbereitung. Auch hier gilt, besser ein paar Tage vor dem Referatstermin alles beisammen zu haben, als am Abend davor in der Bibliothek übernachten zu müssen. Als Student wollen Sie ein Referat mit akademischem Anspruch halten. Daher sollten Sie bei der Quellensuche und Recherche nicht nur auf Google und Konsorten, sondern auch auf klassische Literatur zurückgreifen. Wie eine Bibliothek aussieht und funktioniert, sollten Sie aus Ihrem Studien-Alltag längst wissen.

Der rote Faden des Referats

Durch ein gutes Referat zieht sich ein roter Faden. Daher sollten Sie genügend Zeit für die Gliederung Ihres Themas einplanen. Klassischer Weise beginnt ein Referat mit einer Einleitung. Hier stellen Sie das Thema, die Gliederung und möglicherweise auch schon die Konklusion Ihres Referats vor.

Im Hauptteil, der sich je nach Thema in mehrere Unterteile gliedern lässt, folgt der eigentliche Inhalt. Begrenzen Sie sich lieber auf das Wesentliche, als ausufernde Informationen zu liefern. Verlieren Sie dabei nie das Oberthema Ihres Referats aus den Augen. Präsentieren Sie zum Ende eines Unterteils ein Zwischenfazit.

Zeigen Sie Ihren Zuhörern immer wieder auf, in welchem Teil des Vortrags Sie sich gerade befinden und wie diese Informationen und Ausführungen zum eigentlichen Thema oder Ihrer gewünschten Konklusion stehen.

Der dritte Teil eines Referats endet mit dem Resümee und meist einer öffentlichen Fragerunde. Spätestens hier merken Sie, ob Ihre Zuhörer Ihnen aufmerksam gelauscht haben oder nicht. Wollen keine Rückfragen kommen, versuchen Sie es am besten mit einer präzisen Frage in die Runde.

Haben Sie Schwierigkeiten damit, einen roten Faden für Ihr Thema zu finden, hilft bestimmt eine anschauliche Mind-Map. Tragen Sie die gesammelten Informationen auf einem Zettel zusammen und gruppieren Sie diese anschließend um mögliche Oberthemen. So entsteht ein Netz aus Begriffen und Verknüpfungen, aus dem Sie schnell eine sinnvolle Gliederung entnehmen können.

Nicht das Was, das Wie entscheidet

Ein gelungenes Referat ist nicht nur informativ, sondern auch abwechslungsreich und unterhaltsam. Wichtig ist also nicht nur der Inhalt, sondern vor allem, wie Sie diesen vermitteln. Um Ihre Zuhörer zu fesseln, lohnt es sich, mit externen Medien zu arbeiten. Häufig werden Referate durch Power-Point-Präsentationen, Flipcharts, OverHead-Folien oder Hand-Outs aufgelockert.

Achten Sie beim Einsatz dieser externen Medien unbedingt darauf, dass die Folien nur Stichworte und keine ausformulierten Sätze enthalten. Viele Studenten machen den Fehler und packen Ihr gesamtes Material in die Präsentation. Das lenkt aber Ihre Zuhörer ab, die Ihnen schon bald nicht mehr zuhören werden. Das gilt auch für ausufernde Effekte und Animationen. Nutzen Sie Folien lieber, um Ihren roten Faden aufzuzeigen und ergänzende Informationen oder anschauliche Grafiken unterzubringen.

Unter- und überfordern Sie Ihre Zuhörer nicht!

Um Ihren Vortrag hörerfreundlich aufzubereiten, versuchen Sie eine Brücke zwischen Ihren Zuhörern und Ihrem Thema zu bauen. Warum hat Ihr Thema Relevanz, was hat es mit Ihrem Alltag, Studium oder dem Kurs zu tun? Mit einer echten Erinnerung aus Ihrem Leben, die auf das Thema Ihres Vortrags zielt, haben Sie zum Beispiel einen perfekten Einstieg gefunden, der die Zuhörer sofort abholt.

Für einen fesselnden Beginn eignen sich auch Witze oder ein besonderer Gegenstand, den Sie durch die Reihen gehen lassen. Oder Sie versuchen es direkt mit einer Frage an Ihre Zuhörer, aus deren Antworten Sie dann geschickt einen Übergang zu Ihrem Thema konstruieren.

Neben dem richtigen Einstieg sind die letzten Sätze Ihres Referats besonders wichtig, da diese besonders gut in Erinnerung bleiben. Denken Sie sich also auf jeden Fall einen originellen Abschluss aus.

Nutzen Sie seltene Fachbegriffe nur, wenn es sein muss, und erläutern Sie diese auch. Lockern Sie gerade komplexere Inhalte mit anschaulichen Metaphern, Zitaten, Zeichnungen oder Videos auf. Sprechen Sie Ihre Zuhörer immer wieder direkt an, etwa mit einem „Wie Sie wissen…“. Oder Sie überlegen sich rhetorische Fragen, um die Zuhörer zum Mitdenken anzuregen.

Referieren will trainiert werden

Wenn Sie Ihr Referat vorformulieren, laufen Sie Gefahr, den Text nur noch monoton herunterzulesen und Ihre Zuhörer zu langweilen. Um trotzdem auf eine Erinnerungsstütze zurückgreifen zu können, empfehlen wir Karteikarten mit Stichworten. Bei einem längeren Referat mit mehreren Themengebieten oder Abschnitten sind unterschiedliche Farben oder entsprechende Markierungen sehr hilfreich. Merken Sie etwa während des Vortrags, dass Sie schon viel zu lange in der Einleitung feststecken, können Sie ohne Stocken sofort zum Hauptteil wechseln.

Üben Sie Ihren fertigen Vortrag auf jeden Fall zu Hause. Reden Sie nicht sofort ins Blaue hinein, sondern sammeln Sie sich vor dem Beginn, etwa mit entsprechenden Atemübungen oder Selbst-Affirmation. Stehen Sie aufrecht und nutzen Sie nonverbale Signale. Wenn Sie sich beim Referieren unsicher fühlen, holen Sie einfach Freunden oder Familie dazu. Jede neue Herausforderung, die Sie meistern, macht Sie ein Stück sicherer. Außerdem können Sie von Freunden ehrliche Rückmeldungen erwarten.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich selbst beim Vortragen filmen oder zumindest Ihre Stimme aufnehmen. So können Sie anschließend selbst beurteilen, ob Sie noch an Ihrem Auftritt feilen sollten oder Ihrem Referat ganz gelassen entgegen blicken können. Tragen Sie unter Zeitdruck vor, stoppen Sie auch schon beim Training die Zeit. So können Sie präzise beurteilen, ob Sie zu viel Zeit für unwichtige Inhalte verwenden oder doch noch eine Anekdote einbauen können.

Hier noch ein paar konkrete Hinweise zum gesprochenen Wort:

  • Achten Sie beim mündlichen Vortrag unbedingt auf eine anschauliche Sprache. Formulieren Sie kurze Hauptsätze und überlegen Sie sich für komplexe Sachverhalte einfache Vergleiche.
  • Sprechen Sie langsam, deutlich und betont. Die meisten Studenten referieren aus Nervosität viel zu schnell – besser also, sie halten Ihr Sprechtempo für zu langsam.
  • Gegen eine zittrige Stimme helfen kurze Atempausen.
  • Vergessen Sie keine Pausen zwischen langen Ausführungen oder beim Übergang zu einem neuen Unterthema. Ihre Zuhörer brauchen Zeit, um Ihre Ausführungen zu reflektieren und zu behalten.
  • Halten Sie Augenkontakt mit Ihren Zuhörern und achten Sie auf ihre Reaktionen. Bekommen Sie das Gefühl, dass Verwirrung herrscht, fragen Sie sofort nach. Verlieren Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer, beziehen Sie diese sofort mit einer kleinen Rückfrage ein.
  • Vermeiden Sie Füllwörter wie „hmm“ oder „eigentlich“.
  • Kontrollieren Sie während des Vortrags immer wieder, ob Tempo, Lautstärke und Intonation stimmen.

Sollte es immer noch nicht mit dem perfekten Referat klappen, hören Sie sich einfach mal an Ihrer Universität um. Mit etwas Glück bietet auch Ihre Hochschule entsprechende Kurse unter professioneller Anleitung an.

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