„Können Sie das noch schnell fertig machen?“ Fast jeder hat diese Frage schon einmal kurz vor dem langersehnten Feierabend gestellt bekommen. Nur die Wenigsten trauen sich wohl, die Bitte des Chefs abzulehnen und pünktlich vom Schreibtisch zu verschwinden. Schließlich schieben auch die Kollegen ständig Überstunden. Da kann man selbst ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn man sich pünktlich aus dem Büro verabschiedet. Wir zeigen, wann sich Überstunden lohnen.

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das ist ein tickender wecker


Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Wenn sämtliche Mitarbeiter Überstunden leisten, ist es schwer, sich als Einziger gegen die Mehrarbeit zu stellen. Trotzdem sollten Sie Überstunden nicht deshalb leisten, weil es alle Kollegen tun. So kann ein enormer Leistungsdruck entstehen, bei dem es kaum noch um die Qualität der geleisteten Arbeit geht. Vielmehr stünde dann die Quantität im Vordergrund, d. h. die bloße Anzahl der geleisteten Stunden.

Auch wenn es schwer fällt: Widersetzen Sie sich dem Gruppenzwang und gehen Sie pünktlich nach Hause. Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen von Kollegen einreden, die ständig Überstunden schieben.

Sie haben ein Recht auf eine Ruhezeit von elf Stunden zwischen Arbeitsende und -beginn am nächsten Morgen. Wenn Sie diese einhalten, werden Sie am nächsten Tag deutlich produktiver an den Schreibtisch zurückkehren, als diejenigen Kollegen, die bis spätabends im Büro bleiben.

Sie sollten sich bewusst machen, dass die persönliche Bereitschaft, Überstunden zu leisten, sehr stark von der Lebenssituation abhängt.

Ein frischgebackener Absolvent, der erst kurze Zeit im Unternehmen arbeitet, möchte möglicherweise seine ehrgeizigen Ziele möglichst schnell erreichen und durch Überstunden einen guten Eindruck beim Chef hinterlassen. Ein Familienvater hat womöglich ganz andere Prioritäten: Er möchte seine Kinder noch vor dem Zubettgehen sehen und möglichst pünktlich Feierabend machen.

Sie müssen deshalb für sich entschieden, wie Sie zu Überstunden stehen und zu wie viel Mehrarbeit Sie bereit sind. Führen Sie sich vor Augen, dass dies eine persönliche Entscheidung ist und lassen Sie sich nicht von Kollegen unter Druck setzen, die ständig Überstunden schieben.

Generell sind Überstunden jedoch nicht schlecht. Bei wichtigen Aufträgen, die unbedingt fertig werden müssen, kann Mehrarbeit durchaus sinnvoll und notwendig für den Unternehmenserfolg und infolgedessen für Ihre berufliche Zukunft sein.

Es ist deshalb nicht ratsam, Überstunden generell zu verweigern. Sie sollten aber darauf achten, dass Überstunden eine Ausnahme bleiben und nicht zum Dauerzustand werden.

Wurden sie geleistet, stellt sich die nächste Frage: Wie werden die Überstunden wieder abgebaut? Sollte man sich die zusätzlichen Arbeitsstunden auszahlen lassen oder lieber auf einen Freizeitausgleich zurückgreifen?

Wann lohnt sich eine Auszahlung der Überstunden?

Im Regelfall werden Überstunden auf der Basis des Stundenlohns bezahlt. Für eine Überstunde erhält der Arbeitnehmer folglich genau so viel Geld wie für eine reguläre Arbeitsstunde. In seltenen Fällen ist in einem Tarifvertrag festgelegt, dass der Arbeitnehmer für die geleisteten Überstunden einen Zuschlag erhält.

Sich seine Überstunden auszahlen zu lassen, ist jedoch nicht immer die beste Lösung: Das Problem der Auszahlung von Überstunden liegt in der Besteuerung. Je mehr Stunden Sie in einem Jahr geleistet haben, desto mehr verdienen Sie. Daraus ergibt sich jedoch auch ein höherer Steuersatz, der von Ihrem Verdienst abgezogen werden muss.

Oftmals bleibt dann nach dem Abzug der Steuern weniger Geld übrig. Um einer bösen Überraschung am Jahresende vorzubeugen, sollten Sie deshalb genau nachrechnen, ob es sich lohnt, die Überstunden auszahlen zu lassen.

Grundsätzlich wäre die Aussicht auf ein höheres Einkommen für viele Arbeitnehmer sicherlich ein großer Anreiz, Überstunden zu leisten. Aufgrund der Steuerregelungen erzielen viele Arbeitnehmer allerdings trotz zusätzlich geleisteter Stunden kaum mehr Lohn.

In vielen Fällen kann es daher sinnvoll sein, die angehäuften Überstunden abzubummeln. Das heißt: Freizeit statt Geld. Der Arbeitnehmer wird nicht für seine zusätzlich geleistete Arbeit entlohnt, sondern bekommt für eine entsprechende Zeit frei. Man spricht hierbei von einem Freizeitausgleich.

Ein geeignetes Vergütungsmodell für Überstunden wäre nur durch eine Änderung des Steuerrechts denkbar. Es wäre etwa möglich, dass die geleisteten Überstunden sich nicht auf die Versteuerung auswirken, sondern separat betrachtet werden. So ergäbe sich aus dem höheren Einkommen keine höhere Versteuerung und die Überstunden würden bis zu einer gewissen Obergrenze steuerfrei ausgezahlt werden.

Für den Arbeitnehmer ergäben sich auf diese Weise keine steuerlichen Nachteile und er würde für die zusätzlichen Stunden nach dem regulären Stundensatz bezahlt werden. Dieser würde durch die Besteuerung nicht verringert werden, sodass sich die Leistung und die Auszahlung von Überstunden lohnen würden.

 

 

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