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Bild: “Flags” von Börkur Sigurbjörnsson. Lizenz: CC BY 2.0


Werden angehende oder frisch gebackene Juristen zu ihren beliebtesten potentiellen Arbeitgebern befragt, so landet auf Platz 1 nicht etwa eine Großkanzlei, sondern regelmäßig das Auswärtige Amt. Dieses bietet Studenten, Referendaren und Absolventen attraktive Tätigkeitsfelder. Wir zeigen Ihnen, wie Sie an Ihren Traumjob kommen.

Hintergrund

Das Auswärtige Amt ist die traditionelle Bezeichnung für das deutsche Außenministerium. Es hat seinen Hauptsitz in Berlin und unterhält daneben derzeit über 230 Auslandsvertretungen in aller Welt. Es bietet neben eigenen Ausbildungsberufen die Möglichkeit der Einstellung in den mittleren, den gehobenen und den höheren Dienst. In den Diensten des Auswärtigen Amts erhält man den Beamtenstatus. Einsatzmöglichkeiten sind neben der Zentrale in Berlin auch sämtliche Auslandsvertretungen. Üblicherweise wechselt der Einsatzort im 3-Jahres Rhythmus.

Möglichkeiten für Studenten

In die Tätigkeit beim Auswärtigen Amt kann man schon während des Studiums hineinschnuppern. Es gibt die Möglichkeit, studienbegleitende Praktika in der Berliner Zentrale oder an einer Auslandsvertretung zu absolvieren. Dazu gehören neben Botschaften auch Generalkonsulate und Vertretungen bei internationalen Organisationen.

Voraussetzungen für ein Praktikum

Das Auswärtige Amt bietet nur studentische Pflichtpraktika an, freiwillige Praktika sind nicht möglich. Man muss also darstellen, dass die jeweils geltende JAPO Pflichtpraktika vorschreibt. Zudem kann man sich erst dann für ein Praktikum bewerben, wenn man das Grundstudium bereits abgeschlossen hat. Im Jurastudium ist das in aller Regel nach der Zwischenprüfung (drittes oder viertes Semester). Zu beachten ist außerdem, dass die Praktika nicht vergütet werden. Bei Praktika im Ausland hilft aber eventuell der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) weiter.

Die Bewerbung

Bei der Bewerbung ist vor allem die lange Vorlaufzeit zu beachten: Bewerbungen müssen spätestens 6 Monate vor dem geplanten Praktikum eingegangen sein. Bewirbt man sich für ein Auslandspraktikum, können 9 Wunschländer angegeben werden. Schließlich sollte man im Rahmen seiner Bewerbung auch realistisch bleiben: Das Auswärtige Amt ist kein Geheimtipp, üblicherweise bewerben sich dort deutlich mehr Studenten als es Plätze gibt.

Möglichkeiten für Rechtsreferendare

Man hört oft, das Referendariat sei die Möglichkeit, um herauszufinden, was man alles nicht machen will. Das muss nicht so sein. Interessiert man sich für eine Karriere beim Auswärtigen Amt, kann man während des Referendardienstes gezielt eine oder mehrere Stationen in der Berliner Zentrale oder an einer Auslandsvertretung absolvieren.

Voraussetzungen

Voraussetzung ist natürlich, dass es die jeweilige Ausbildungsordnung zulässt, dass man eine Station beim Auswärtigen Amt verbringt. In Frage kommt dafür neben der Wahlstation auch die Verwaltungsstation. Vor einer Bewerbung sollte man sich im Zweifel mit seiner zuständigen Ausbildungsstelle in Verbindung setzen und abklären, was anerkannt wird.

Die Bewerbung

Auch hier ist wieder vorausschauendes Planen gefragt: die Bewerbung muss spätestens 7 Monate vor Beginn der Station eigegangen sein. Da auch bei den Stellen für Rechtsreferendare die Nachfrage größer ist als das Angebot, sind für eine Zusage unter anderem die Note im Ersten Staatsexamen sowie bereits gesammelte Auslandserfahrungen entscheidend.

Einsatzfelder

Das Einsatzspektrum für Rechtsreferendare ist nahezu riesig. Es sind nicht nur Tätigkeiten im juristischen Bereich möglich, sondern auch in wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Bereichen sowie in der Presseabteilung. Langweilig ist eine Station beim Auswärtigen Amt also definitiv nicht.

Möglichkeiten für Volljuristen

Für Volljuristen bietet sich schließlich die Möglichkeit in den Höheren Dienst einzusteigen. Einmal jährlich findet dafür ein umfangreiches Auswahlverfahren statt. Durchläuft man dies erfolgreich, erwartet einen die 14-monatige Attaché-Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin. Danach tritt man seinen ersten (von vielen) Auslandseinsätzen an.

Die Nachteile

Das Auswärtige Amt ist vermutlich der beliebteste Arbeitgeber unter Juristen, weil man hier auf keinen 08/15-Job trifft, sondern immer wieder auf neue Herausforderungen und Tätigkeitsfelder. Wohl nur bei wenig anderen Arbeitgebern wird man über seine gesamte Karriere hinweg immer wieder auf unterschiedlichste Weise neu gefordert werden wie beim Auswärtigen Amt.

Doch bekanntlich hat  jede Medaille zwei Seiten. Arbeiten beim Auswärtigen Amt bedeutet nicht nur Washington, Rio de Janeiro und Sydney, sondern eben auch Kabul, Bagdad und Monrovia. Früher oder später wird man in ein Land versetzt werden, in dem die Lebensbedingungen nicht dem deutschen Standard entsprechen, den wir gewohnt sind. Und schließlich kann der ständige Umzug auch belastend sein, insbesondere in Hinblick auf die Familienplanung. All das will gut überlegt und abgewägt werden, bevor man sich auf das Abenteuer Auswärtiger Dienst einlässt.






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