Von vielen Angestellten gewünscht, von vielen Chefs misstrauisch beäugt: Der Telearbeitsplatz. Obwohl wir längst die technischen Möglichkeiten dafür haben, viele Jobs von zu Hause aus zu erledigen, sind Arbeitsplätze im Homeoffice noch immer die Ausnahme. Dabei gibt es gute Argumente dafür, einem geeigneten Mitarbeiter diese Option einzuräumen.
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Vorteile Arbeitnehmer Unternehmen Home Office

Das Schlüsselwort heißt hier „geeignet“. Denn nicht für jeden Arbeitnehmer ist das Homeoffice tatsächlich eine gute Lösung. So mancher hat nach einiger Zeit am heimischen Schreibtisch festgestellt: Eigentlich ist das schon eine gute Sache, in der Kaffeepause mit Kollegen reden zu können.

Eine noch bessere Sache ist es vielleicht, zum Feierabend den Ort der Erwerbstätigkeit verlassen zu können und dann in der heimischen Privatsphäre auch wirklich privat zu sein. Denn die Trennung von Arbeit und Freizeit fällt mit dem Büro zu Hause gar nicht mehr so leicht. Wesentlichster Faktor für den Erfolg des Modells ist die Fähigkeit, sich selbst zu disziplinieren. Und das in mehrerlei Hinsicht.

Selbstdisziplin ist unabdingbar

Es ist einer der großen Vorteile der Telearbeit, der nur allzu leicht zum Fallstrick wird: Erwerbstätigkeit und Privatleben sind nicht mehr strikt getrennt. Das bedeutet, dass Sie schnell mal eben eine Ladung Wäsche in die Maschine werfen oder der Nichte die Tür aufmachen können, die von der Schule nach Hause kommt. Sie können – und sollten! – bei der Einteilung Ihrer Arbeit Rücksicht auf Ihren Chronotyp nehmen und viele andere Dinge mehr.

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Lassen Sie sich nicht ablenken!

Das bedeutet aber auch, dass Sie der Versuchung, bei diesem schönen Wetter lieber auf dem Balkon zu liegen, ganz allein wiederstehen müssen. Es kann heißen, dass Sie der Nachbarschaft erklären müssen, dass Sie weder faul noch arbeitslos sind und Ihren Freunden und der Familie verdeutlichen sollten, dass Ihre Anwesenheit in den eigenen vier Wänden nicht gleichbedeutend mit Ihrer Verfügbarkeit für lange Telefonate oder Botengänge für Oma ist.

Sie sind ohnehin nur noch mit Ihrer Arbeit beschäftigt? Auch nicht gut. Selbstdisziplin bedeutet nämlich auch: Aufhören können. Sie brauchen Pausen, Feierabend und Urlaub, hier und da ein Wochenende, und vor allem Zeit um sich zu erholen, wenn Sie krank sind. Sie haben persönliche Interessen und geliebte Menschen – vielleicht auch Haustiere, die Sie dank Ihrer Tätigkeit von zu Hause aus halten können – für die Sie sich Zeit nehmen sollten. Und: Für sich!

15 wertvolle Tipps in Sachen Selbstdisziplin

Gut organisiert ist halb erledigt

1. Richten Sie sich mit Arbeitsmitteln ein, mit denen es Spaß macht, Ihre Aufgaben zu erfüllen.

2. Ihr Homeoffice ist Ihr Arbeitsplatz. Verbringen Sie Ihre Freizeit woanders, und halten Sie Ihr Büro zweckmäßig und von Ablenkungen möglichst frei.

3. Tragen Sie zur Arbeit Arbeitskleidung – die Jogginghose signalisiert Ihrem Unterbewusstsein eher Entspannung als Konzentration.

4. Sagen Sie Aufträge ab, wenn Sie bereits ausgelastet sind – wenn die Qualität unter Ihrer Überarbeitung leidet, tun Sie weder sich noch dem Kunden einen Gefallen.

5. Strukturieren Sie Ihre Arbeitsabläufe und vergessen Sie nicht, Puffer einzubauen. Eine Möglichkeit wäre, nur zwei Drittel der verfügbaren Zeit zu verplanen. Eine andere Option könnte ein fester Tag sein, der grundsätzlich frei von Terminen und direkten Arbeitsaufgaben bleibt – hier können Sie Verzögerungen abfangen und alles rund um Buchhaltung, Finanzen und dergleichen erledigen.

6. Machen Sie Ihre Arbeit sichtbar. Eine Möglichkeit: Notieren Sie vorne auf einer Karteikarte das, was Sie an diesem Tag erledigen wollen. Schreiben Sie sich auf die Rückseite, was Sie außerdem noch getan haben. Oder: Nutzen Sie ein System wie GTD.

Sorgen Sie gut für sich

7. Halten Sie regelmäßige Freizeit-Termine wie das Yoga-Training oder den Stammtischabend ein.

8. Machen Sie hier und da aktive Pausen – nicht surfen, Newsfeeds lesen oder posten, gehen Sie weg vom Schreibtisch, wenn auch nur für fünf Minuten.

9. Machen Sie auch mal eine längere Pause. Sie würden im Büro doch auch zu Mittag essen!

10. Legen Sie feste Arbeitszeiten für sich fest, und halten Sie diese ein – auch den Feierabend. Auch das Wochenende. Abweichungen sollten die Ausnahme bleiben.

11. Gönnen Sie sich Urlaub. Jeder Mensch muss sich ab und zu erholen und seine Akkus wieder aufladen. Ihr Körper zwingt Sie früher oder später zu einer längeren, eher unschönen Auszeit, wenn Sie sich Freizeit verweigern – in Form von Krankheit oder Burnout.

12. Genießen Sie die Freiheiten, die Ihnen die Arbeit von zu Hause aus bietet, ohne schlechtes Gewissen.

Die Tücken des Internets

13. Pflegen Sie nicht nur virtuelle Kontakte – treffen Sie sich mit anderen Menschen, und zwar außerhalb der eigenen vier Wände.

14. Dosieren Sie die Onlinekommunikation – planen Sie immer wieder kurze „Netzwerkzeiten“ ein, für die Sie Ihre aktuelle Aufgabe kurz unterbrechen, oder behelfen Sie sich mit Programmen, die den Zugriff auf bestimmte Seiten zeitweise unmöglich machen: Rescue Time, Leech Block, SelfControl oder Cold Turkey beispielsweise.

15. Gönnen Sie sich feste Zeiten, in denen Sie komplett offline sind und etwas für sich tun.

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