Eine Präsentation kann sowohl begeistern als auch langweilen – letzteres gilt es zu vermeiden, wenn man beruflich weiterkommen möchte. Textüberladene Folien, hochkomplizierte Diagramme und Zahlen über Zahlen sind dabei die häufigsten Fehler. Die Folge: Gelangweilte Zuhörer und ein Inhalt, der bei Niemandem hängen bleibt. Die Geheimwaffe dagegen ist eine klare Struktur und ein auf das Wesentliche reduzierter Inhalt. So erleichtern Sie die Informationsaufnahme und verwandeln jede Präsentation in eine spannende Geschichte. Heben Sie sich von der Masse ab und lernen wie Sie das Publikum mit Ihrer Präsentation fesseln können.
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Bild: “More happy customers” von Bill Alldredge. 
Lizenz: CC BY 2.0

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Unsere Wahrnehmung ist begrenzt

Auch wenn Sie es sich vielleicht nicht eingestehen wollen, ist unsere Wahrnehmung begrenzt. Nur eine relativ geringe Menge an Informationen und Argumenten kann gleichzeitig erfasst werden. Zu viel Input auf einmal ist also hinderlich für das Zuhören und Begreifen.

Daher sollten Inhalte in kleinen Häppchen audiovisuell, also durch Sprache mit korrespondierenden Bildern, vermittelt werden. So bleibt die entscheidende Botschaft einer Präsentation auch wirklich im Gedächtnis.

Der Geheimtipp für fesselnde Präsentationen ist die sogenannte Lessig-Methode, benannt nach dem Professor Lawrence Lessig von der amerikanischen Stanford-Universität. Das System folgt ausschließlich einer Regel: Ein klares, reduziertes Design schafft durch schnelles Tempo und entsprechende Bildakzente einen lebendigen und mitreißenden Vortrag.

Vor allem Einleitung und Schluss, eine eingebaute Anekdote oder relevante Argumente können damit hervorgehoben werden. Dadurch wird selbst das unspektakulärste Thema zu einem echten PowerPoint-Krimi.

Weniger ist mehr: Präsentation à la Lessig

Klingt einfach und einleuchtend, muss jedoch auch in die Tat umgesetzt werden: Dies bedarf einer gründlichen und zeitintensiven Vorbereitung. Wer das erste Mal eine Präsentation nach Lessig-Art sieht, ist meistens irritiert. Auf den Folien finden sich nicht mehr als einzelne Wörter, Wortgruppen oder Bilder. Es handelt sich dabei lediglich um sprachliche und visuelle Akzente, der eigentliche Vortrag ist zu 99% mündlich, die Präsentation wird auf das wirklich Entscheidende gekürzt.

Diese Herangehensweise macht durchaus Sinn, da nur das medial mündliche einen Vortrag legitimiert. Wenn das Publikum ihr gesamtes Script auf den Folien ablesen kann, so bräuchten Sie eigentlich gar nicht zu reden.

Ein Beispiel:

Sie referieren über ein bestimmtes Projekt in dem es auch einmal Rückschläge gibt. Dieses Projekt vergleichen Sie mit der Geschichte von Sisyphos. Auf der Folie sieht das Publikum lediglich eine Zeichnung des berühmten Griechen, der gerade einen Felsbrocken den Berg hinauf rollt. Ihr Fazit ist, dass durch ein starkes Team der Gipfel im betreffenden Projekt bald erreicht wird. Auf der Folie ist in Großbuchstaben nur das Wort GIPFEL zu lesen oder die Präsentation zeigt das hoffnungsvolle Bild eines Bergsteigers auf dem Mount Everest.

Das Ergebnis dieser Lessig-Präsentation: Die relevanten Informationen werden emotional verankert und bleiben im Gedächtnis der Zuhörer haften.

Vorbereitung des Lessig-Vortrags

Um mit Ihrem Vortrag zu fesseln, müssen Sie die wirklich relevanten Botschaften, welche auf die Folie sollen, herausarbeiten. Als erstes suchen Sie sich die Vortragsteile heraus, welche auf Lessig-Art visualisiert werden sollen. In einem zweiten Schritt werden ungefähr drei relevante Worte pro Satz markiert.

Nicht nur Substantive kommen dafür in Frage, starke Verben und Adjektive sind häufig die wichtigsten Informationsträger. Auch ein gut platziertes „aber“ kann überaus wirkungsvoll sein. Nebenbei überprüfen Sie damit die Gesamtrelevanz des Vortrags. Findet sich weniger als ein relevantes Wort pro Satz, so sollte der Vortrag generell gestrafft werden.

Die ausgewählten Worte oder Wortgruppen werden schließlich auf die Folien übertragen, achten Sie dabei auf einen einheitlichen Schrifttypus sowie dieselbe Schrift- und Hintergrundfarbe. Noch spannender gestalten Sie den Vortrag, wenn sich Text-Folien mit Illustrationen abwechseln. Zeitungsausschnitte, Firmenlogos oder Fotos, die das gesagte illustrieren, eignen sich dafür gleichermaßen.

Durch Tempo Spannung erzeugen

Zu dem Minimalismus der Lessig-Methode kommt ein zweites, entscheidendes Geheimnis: das Tempo des Vortrags. Durch den stark komprimierten Inhalt ist die Geschwindigkeit in der sich die einzelnen Folien abwechseln, im wahrsten Sinne des Wortes mitreißend.

Im Sekundentakt wechseln die Folien, dadurch entsteht ein lebhafter und aktiver Rhythmus, welcher die einzelnen Argumente miteinander verbindet und das Publikum in Spannung hält. So kann Langeweile gar nicht erst aufkommen, der Vortrag wird dem Publikum lange im Gedächtnis bleiben.

Weitere Tipps für fesselnde Präsentationen

Bevor Sie überhaupt mit der Arbeit an der Präsentation beginnen sollten Sie sich überlegen, was Ihre Kernaussagen sind und wie diese am besten auf den Punkt gebracht werden. Wenn sich das Publikum nur an ein einziges Detail der Präsentation erinnern sollte, welches Detail wäre dies?

Versuchen Sie die Zuhörer gleich von Beginn an zu fesseln, eine provokante These, eine persönliche Erfahrung oder eine Verheißung zu Anfang der Präsentation und das Publikum gehört Ihnen.

Dichter werden geboren, Redner werden gemacht!

Das sagte einst Cicero. Um ihre Rhetorik zu verbessern, können Sie die Präsentation mit dem Handy aufnehmen und anschließend mit Kopfhörern anhören.

Ihnen fallen dadurch bestimmt Punkte auf, die noch optimiert werden können. Auch die Körpersprache ist entscheidend, diese sollte stets die Botschaft ihrer Worte stärken. Wiedersprüche zwischen Wort und Körpersprache sollten dagegen unbedingt vermieden werden, dabei kann ein Probe-Video helfen.

 

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