Die Studie Recruiting Trends 2015 des Jobportals monster liefert wieder einmal den Beweis: Onlineformularbewerbungen werden von Arbeitgebern aufgrund ihrer Standardisierung geliebt und von Bewerbern wegen des Aufwands gehasst - anders herum sieht es bei den Emailbewerbungen aus. Wo ist der Ausweg aus diesem Recruiting-Graben? Eine Lösung dafür könnte das CV-Parsing sein. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.
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Was ist CV Parsing?

Das englische Wort „parsing“ meint in der Informatikfachsprache die Analyse einer Syntax. Aus digitalen Texten, beispielweise aus Lebensläufen, werden Zusammenhänge nach bestimmten semantischen Kriterien erfasst, erkannt und in standardisierte Datensätze überführt.

CV Parsing bedeutet also nichts anderes als das automatische Einlesen von Lebensläufen und deren Übertragung in das Bewerbermanagementsystem. Die Technologie kann dabei neben Namen, Adressen und Geburtsdaten unter anderem auch Abschlüsse, Berufserfahrungen, Fachkenntnisse und sogar das Foto identifizieren und in die korrekten Felder einspeisen.

Das funktioniert je nach Software nicht nur bei PDF- und Worddokumenten, sondern auch für Dateiformate wie Open Office, txt, rtf, html, png, jpg und gif. So lassen sich neben zugesandten, gescannten oder hochgeladenen Lebensläufen auch Profile in sozialen Netzwerken wie XING auslesen.

Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, macht die Autovermietung Sixt vor. Hier kann man sich sowohl mit seinem XING- oder LinkedIn-Profil bewerben, als auch seinen Lebenslauf einscannen und durch den Parser schicken.

CV-Parsing macht den Bewerber glücklich – und erleichtert das Recruiter-Leben

Mit dem Einsatz einer Parsing-Software haben Sie als Recruiter einige Vorteile gegenüber der klassischen Verfahrensweise. Denken Sie dabei einmal an den Bewerber. Ihm wird der Bewerbungsprozess spürbar erleichtert, weil er seine Daten nicht wieder und wieder in eine Suchmaske eingeben muss: Er lädt lediglich einmal den Lebenslauf hoch, lässt ihn parsen, nimmt evtl. kleine Änderungen vor und sendet die Daten ab – fertig in drei Klicks.

Sie gestalten somit den Bewerbungsprozess nutzerfreundlicher, verbessern die Candidate Experience und erscheinen attraktiver für die heißbegehrten Experten, die Sie so dringend benötigen. Im besten Falle erhöhen Sie also Ihre Konversionsrate bei E-Recruiting-Bewerbungen und stärken gleichzeitig Ihre Arbeitgebermarke.

Der größte Vorteil ist jedoch die enorme Zeitersparnis. Als Personalverantwortlicher müssen Sie die Daten nicht mehr per Hand in das Bewerbermanagementsystem eingeben, das erledigt der Computer für sie. Sie erhalten gut strukturierte sowie vollständige Bewerberprofile und können mit Ihrem Talentpool optimal arbeiten.

Natürlich bleiben Zweifel, ob nicht das Bauchgefühl und der persönliche Faktor verloren gehen bei einer derart automatisierten Vorgehensweise des Recruitings. Aber im Gegenteil: Bewerber müssen keine standardisierten Suchmasken mehr ausfüllen und können individuellere Bewerbungen versenden.

Und Sie haben mehr Zeit, sich mit den wirklich interessanten Kandidaten zu beschäftigen, weil unpassende Bewerber schon vorher aussortiert werden. Das erhöht die Prozessqualität und damit die Chance, wirklich den Besten für Ihre Stelle zu finden.

Das macht eine gute Parsing-Software aus

Generell lassen sich CV-Parsing-Softwareprogramme in jedem Unternehmen sinnvoll einsetzen, weil die Bewerbungsunterlagen im Prinzip immer wieder die Gleichen sind – unabhängig von der Branche des Unternehmens oder der zu besetzenden Stelle.

Ob sich die Anschaffung aber tatsächlich lohnt, hängt ab vom Umfang der gewünschten Datenerfassung und von der üblichen Anzahl der Bewerbungen. Viele Unternehmen bieten mittlerweile Parsing-Software an. Zu den bekanntesten gehören:

Parsing ist aber nicht gleich parsing. Die verschiedenen Softwareprogramme bedienen sich verschiedener Technologien, die miteinander kombiniert ein mehr oder weniger zuverlässiges Ergebnis hervorbringen. Im Groben werden drei Typen von Parsing-Ansätzen unterschieden:

dies sind drei typen des cv parsings

Drei Typen des CV-Parsings

 

Achten Sie bei der Auswahl des Parsers auf die Abdeckung und die Genauigkeit des Programms, das sind die beiden wichtigsten Kriterien. Sie sollten daher im Vorfeld genau überlegen, welche Informationen Sie extrahieren möchten, etwa Hobbies, Referenzen und Wunschgehalt und darauf achten, dass das Programm in der Lage ist, dies auch zu tun – je mehr desto besser, aber auch teurer.

Auch die Genauigkeit ist maßgeblich, also wie oft der Parser richtig liegt mit seiner Analyse. Bedenken Sie, dass der zeitliche Aufwand und die Kosten steigen, je öfter die Daten im Nachhinein noch korrigiert werden müssen. Bei einigen hundert Bewerbungen ist es daher schon ein großer Unterschied, ob die Treffgenauigkeit bei 85% oder 95% liegt.

Lassen Sie sich darüber beraten, vergleichen Sie Angebote und testen Sie die Programme mit eigenen Lebensläufen und je nach Bedarf für die gewünschten Sprachen.

 

Quellen:

(1) Types of parser and how they work, via Daxtra.

(2) Bewerbermanagement-Systeme: Mit simplen Online-Formularen, CV-Parsing und One-Klick-Bewerbung beim Bewerber (und Recruiter) punkten, via personalmarketing2punktnull.

(3) Recruiting Trends 2015, via monster.

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