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Ertrinken

Definition Ertrinken

Ertrinken Der typische Ertrinkungstod kommt durch Ersticken unter Wasser infolge Einströmens von Wasser in die Lunge zu Stande. Dafür kommen folgende Ursachen in Betracht: ungenügende Fertigkeit im Schwimmen, Überanstrengung des Schwimmers, Hängenbleiben in einem Netz oder in Schlingpflanzen, Wadenkrämpfe und Verschlucken von Fremdkörpern. In Süßwasser führt das Einströmen des Wassers in den Lungenkreislauf zu Blutverdünnung und Zerfall der roten Blutkörperchen mit der Gefahr des Kreislaufstillstands durch Herzrhythmusstörungen. Meerwasser entzieht dem Blut aufgrund des Salzgehaltes Flüssigkeit, die sich in den Lungen ansammelt (Lungenödem) und mit der Eindickung des Blutes Ursache für den lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel ist.

Der Ertrunkene ist bewusstlos. Häufig finden sich eine bläuliche Hautfarbe (Zyanose) und weißlicher bis blutiger Schaum vor Mund und Nase. Es besteht keine selbstständige Atmung mehr, der Puls ist nicht fühlbar. Durch den Sauerstoffmangel können schwere Schäden an den inneren Organen entstehen; besonders empfindlich reagieren Gehirn, Lunge und Niere.

Erste Hilfe: Wenn der aus dem Wasser Gerettete noch atmet und hustet, lagert man ihn in Seitenlage und deckt ihn warm zu. Nasse Kleidung ausziehen. Bei Atemstillstand ist unverzüglich mit der Atemspende zu beginnen, womöglich noch im Wasser! Zuvor müssen allerdings grobe Fremdkörper aus Mund und Rachen entfernt werden. Die Wiederbelebungsmaßnahmen sind so lange fortzuführen, wie noch keine sicheren Todeszeichen vorliegen. Wenn aus dem Mund Schaum aufsteigt, wird die Atemspende in Seitenlage durchgeführt, damit die Flüssigkeit aus den Mundwinkeln abfließen kann.