Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun von LL.M. Gerd Ley

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Über den Vortrag

Der Vortrag „Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun“ von LL.M. Gerd Ley ist Bestandteil des Kurses „Rhetorik für Juristen“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Einführung zum Modell nach Schulz von Thun
  • Das Kommunikationsquadrat
  • 4 - Ohren - Modell
  • Eine Nachricht - mehrere Bedeutungen
  • Die Sachebene
  • Die Beziehungsebene
  • Das Machtgefälle

Quiz zum Vortrag

  1. Die Nachricht ist jede Äußerung eines Menschen. Diese Nachricht teilt sich nach Friedemann Schulz von Thun in vier Botschaften auf.
  2. Es besteht kein Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen. Nachricht, Äußerung und Botschaft sind lediglich Synonyme für einander.
  3. Die Botschaft ist jede Äußerung eines Menschen. Diese Botschaft teilt sich nach Friedemann Schulz von Thun in vier Nachrichten.
  4. Eine Nachricht wendet sich an viele Empfänger. Die Botschaft hingegen ist lediglich für einen Empfänger gedacht.
  1. Sachaspekt
  2. Apellaspekt
  3. Beziehungsaspekt
  4. Selbstoffenbarung
  5. Ernsthaftigkeitsaspekt
  1. Friedemann Schulz von Thun geht davon aus, dass in einer Nachricht immer alle vier Botschaften enthalten sind.
  2. Es kommt nicht selten vor, dass Personen auf einem Ohr empfindlicher sind, als auf den anderen drei Ohren. Deshalb nehmen sie eine der vier Botschaften stärker wahr. Das ändert aber nichts daran, dass alle vier Botschaften in gleicher Weise gesendet werden.
  3. Alle vier Botschaften, die in einer Nachricht gesendet werden, sind gleichwertig.
  4. Die Beziehungsebene ist die stärkste Botschaft im Vergleich zu den anderen.
  1. Durch ihre starke Wirkung wird der Sachaspekt einer Nachricht verdrängt.
  2. Sie wirkt emotional. Deshalb merkt sich der Empfänger diesen Informationsgehalt besonders gut, auch wenn es dem Sender darauf nicht ankam.
  3. Beziehungen können zerstört werden.
  4. Es gibt keine Gefahr.
  5. Auch der Sachaspekt wird verstärkt, ohne, dass der Sender dies will. Dadurch wird der Sachinformation mehr Bedeutung zugemessen, als ihr zusteht.
  1. Machtgefälle haben in der Regel auch Beziehungsdefinitionen im Schlepptau. Derjenige, der die Macht hat, bringt dies häufig in irgendeiner Form zum Ausdruck. Dadurch kann der Gesprächspartner gekränkt werden.
  2. Machtgefälle in der Kommunikation sind völlig normal. Es ist schließlich hinreichend bekannt, dass die Modelle der völligen Gleichheit zu keinem Zeitpunkt wirklich funktioniert haben. Insoweit sind sie ein Teil der Lebenswirklichkeit und daher nichts Besonderes.
  3. Wird das Machtgefälle ausdrücklich ins Feld geführt, dann ist das lediglich eine soziale Tatsache, die als solche einen Zustand beschreibt, der gegeben ist. Damit handelt es sich um eine Sachaussage.
  4. Machtgefälle in der Kommunikation sind Ausdruck der sozialen Rolle in der Gesellschaft. Deshalb sind sie wichtig, um seinem Gesprächspartner zu zeigen welche Rolle er hat. Dadurch werden unnötige Rivalitäten vermieden.

Dozent des Vortrages Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun

LL.M. Gerd  Ley

LL.M. Gerd Ley

Gerd Ley, LL M. (Oec.), Dipl.-Verwaltungswirt, studierte Verwaltungswissenschaften an der FHSöV NW und Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Saarbrücken (Schwerpunkte Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Arbeitsrecht). Er war 10 Jahre als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht tätig und verfügt über mehrjährige forensische Erfahrung in der Vertretung vor dem Arbeitsgericht als Arbeitgeber und Vertreter von Arbeitnehmern (für eine Gewerkschaft). Gerd Ley war 6 Jahre als Dozent an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung Köln und 12 Jahre als Dozent an der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie tätig.

Er ist als freier Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei tätig, Referent und Berater für arbeitsrechtliche Fragen für KMU und IHK, sowie Personal- und Compliance-Berater für KMU (Schwerpunkt Arbeitsrecht, Arbeitsstrafrecht).

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Auszüge aus dem Begleitmaterial

... Ein Beispielsatz: Der Vorsitzende sagt zum Verteidiger: ...

... Wer, wie, was, wann, wo? Welche ...

... der Sachverhalt? Problematisch: Die Sachinformation ist meist ...

... Beziehung/das Klima? Wie läuft ...

... der mit mir? Problematisch: Nachrichten werden als ...

... das zunächst in der Erweiterung um zwei Aspekte, nämlich der Selbstoffenbarung und dem Appell, bestand. 89 Inhaltlich, aber am Modell selbst nicht sofort ablesbar, wurden bei diesem Kommunikationsmodell noch die Ansätze der Psychologie von Carl Rogers, Alfred Adler, Ruth Cohn, Fritz Perls und Paul Watzlawick gewissermaßen unter einen Hut gebracht. 90 Auch dieses Modell geht zunächst von einem Sender-Empfänger-Modell aus. 91 Schulz von Thun beschreibt den Kommunikationsvorgang als eine Nachricht, ...

... sich persönlich beleidigt fühlt, weil er einen Hinweis des Vorsitzenden bekommen hat, könnte diesen Hinweis durchaus auch auf der Sachebene annehmen. Dann wäre es lediglich eine Information, mit der er dann weiterarbeiten könnte. Er könnte dann z. B. sagen: "Trotzdem möchte ich diese Frage noch einmal unter einem anderen Ge- sichtspunkt vertiefen.“ Dass er beleidigt ist, zeigt, dass er diesen Hinweis als Beziehungsdefinition wahrgenommen hat. Der Referendar könnte z. B. diese Botschaft auf der Appellseite wahrnehmen, etwa in der Weise, dass er sich sagt: "Beim nächsten Mal mache ich das besser." Der Vorsitzende, der den Hinweis des Anwalts angenommen hat, hat ihn auf der Sachebene wahrgenommen. Das ist natürlich der Idealfall. ...

... kommen. Wie wir bereits wissen, enthält jede Nachricht vier Botschaften. Selbstverständlich ist die Nachricht des Senders auch im Sach-Ohr angekommen. Dort hat sie sich aber nicht lange aufgehalten. Sie ist schließlich in einer der drei noch verbliebenen Seiten gelandet. Welche das nun genau ist, lässt sich nicht immer genau fest- stellen. Hier sind viele Faktoren bedeutsam. Das können vorausgegangene Unstimmigkeiten sein oder vielleicht ein langweiliges Treffen oder was sonst noch so in Be- tracht kommen kann. Schulz von Thun beschreibt sehr bildhaft, dass in der Nachricht des Senders eine Vielzahl von Botschaften steckt, teils explizit, teils implizit, teils absichtlich vom Sender ...

... gerechnet hat. Diese Reaktion führt beim Sender nunmehr dazu, dass er diese Nachricht ebenfalls in eines seiner Ohren bekommt. Voraussichtlich wird er diese barsche Antwort ebenfalls als Beziehungsdefinition verstehen. Das wiederum führt dann dazu, dass er seinerseits entsprechend genervt reagiert. Insoweit haben wir es dann mit der Interpunktion von Ereignisfolgen zu tun, die, sofern keine Meta-Kommunikation ...

... Eigenschaften der Sachebene. 95 Nach Plate, S. 62 ff.: Dimension Sachebene Bezug: Worüber informiere ich? Um welche Sache/welches Thema geht es? Humanistische Werte, Klarheit und Wahrheit, Kriterien Wahrheit, Relevanz, Angemessenheit, Verständlichkeit, Vollständigkeit Wirkung und Funktion ...

... geht hier nur um das „Wie“, um die Art und Weise der Nachricht. 97 Beispiel: Sie schnauzen Ihren Referendar an: „Mensch, haben Sie noch nichts von Fristen gehört?“ Der Referendar ist beleidigt und sagt sich wahrscheinlich: „Was glaubt der eigentlich, wer er ist, dass er mich hier so zur Sau macht?“ Auf der Sachebene wird er Ihnen wohl recht geben, wenn er wirklich einen Termin versäumt hat. Womit er nicht einverstanden ist, ist die Art, wie Sie ihn niedergemacht haben. In ...

... kann. Die Beziehungsbotschaft ist nicht nur bedeutsam für die gefühlsmäßige Augenblickswirkung. Langfristig kann sie zu einem Selbstkonzept des Empfängers führen. 99 Dies ist insbesondere für die Entwicklung eines Kindes bedeutsam. Allerdings kann das auch Erwachsene treffen, wenn sie lange genug mit einer bestimmten Beziehungsdefinition konfrontiert sind. Das ist ebenfalls eine Form der sich selbsterfüllenden Prophezeiung bzw. des labeling approach. Juristen bleiben auch hiervon nicht verschont. Vor Gericht wird oft heftig und reichlich ausgeteilt. Wenn es dann darum geht, auch einzustecken, sieht die Sache schon wieder anders aus. Je nachdem, in welcher Rolle sich die Prozessorgane sehen, kann es dann zur ...

... dem Juristen gut zu Gesicht, sich auf solche Spielchen erst gar nicht einzulassen. Dazu wird noch unter „Verhandlungsmanagement“ ausgeführt. Schulz von Thun stellt in ...