Team Events gelten als wichtiges Instrument erfolgreicher Personalführung. Ein ganzer Wirtschaftssektor befasst sich mit der Durchführung von Maßnahmen zum Team-Building, daher ist die Bandbreite der Möglichkeiten gewaltig. Doch Team Events sind kein Allheilmittel und sollten nur für bestimmte Zwecke durchgeführt werden. Wir erklären die Hintergründe und worauf Sie dabei achten sollten.
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Bild: “The U.S. Navy parachute demonstration team” von Official U.S. Navy Page. Lizenz: CC BY 2.0


Die Mitarbeiterbindung wird immer wichtiger

Die aktuelle Ausgabe der jährlichen Gallup-Studie zum Thema Mitarbeiterzufriedenheit bietet erstmals seit langem einen Grund zum Aufatmen: Der Anteil der Mitarbeiter, die bereits innerlich gekündigt haben und somit keinerlei Verbindung zu ihrem Arbeitgeber verspüren, war so gering wie seit 2001 nicht mehr.

Dennoch: In Zeiten, in denen die dauerhafte Beschäftigung bei einem Arbeitgeber eher die Ausnahme ist als die Regel und der Wechsel von Job sowie Wohnorten zugunsten der eigenen Karriere üblich ist, wird die Bindung von Mitarbeitern an ein Unternehmen immer wichtiger.

Einerseits verursacht der Wegfall eines Kollegen und damit die Neubesetzung einer Stelle nicht selten sehr hohe Kosten für das Unternehmen. Andererseits bieten Mitarbeiter, die sich auch persönlich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können, gewichtige Vorteile. Die Bereitschaft, überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen, ist tendenziell höher, genau wie die Qualität der Arbeit, der Service und die Kundenorientierung.

Mitarbeiter, die hinter ihrem Unternehmen stehen, fungieren gleichzeitig als “Markenbotschafter”. Sie können zur Popularität und nicht zuletzt zur Attraktivität ihrer Arbeitgeber beitragen.

Auf der anderen Seite steht die sog. innere Kündigung. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter ausschließlich die von ihnen erwarteten Leistungen erfüllen, aber darüber hinaus keinerlei Beitrag für das Wohlergehen des Unternehmens zu leisten bereit sind. Betroffene Mitarbeiter sind praktisch lediglich die sprichwörtliche Gelegenheit von einer Kündigung und dem Wechsel in ein anderes Unternehmen entfernt – doch dem lässt sich entgegenwirken.

Die Harmonie im Team bildet das Zünglein an der Waage

Vielerorts wird heutzutage die Arbeit in Teams gegenüber der Aufgabenverteilung an versprengte Einzelkämpfer bevorzugt. Schließlich entstehen dadurch große Vorteile: Aufgrund positiver Synergieeffekte ist das Arbeitsergebnis nicht nur in quantitativer, sondern auch in qualitativer Hinsicht größer bzw. besser. [1]

Folgende Voraussetzungen sollten jedoch zutreffen:

  • Die einzelnen Mitglieder identifizieren sich stark mit ihrem Team.
  • Jeder kennt das gemeinsame Ziel und den dafür zu leistenden eigenen Beitrag.
  • Jedes Mitglied ist in der Lage, die Erfolge des Teams einschätzen und bewerten zu können.
  • Individuelle Schwächen werden akzeptiert und von den anderen kompensiert.
  • Konflikte und Meinungsverschiedenheiten werden nicht als Bedrohung, sondern als Chance wahrgenommen sowie Hürden gemeinsam überwunden. [2]

Dass ein derartiges Zusammenspiel von Individuen nicht einfach von oben diktiert werden kann, ist klar – schließlich erfordert es eine genaue Kenntnis aller untereinander. Nicht zuletzt spielt Vertrauen eine große Rolle. Am Anfang eines Teams stehen daher üblicherweise so genannte Team-Building-Maßnahmen. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und helfen dabei, ein Wir-Gefühl und Vertrauensverhältnis zwischen den Teamkollegen aufzubauen.

Die Wichtigkeit dieser Maßnahmen ist nicht von der Hand zu weisen, daher sind sie heutzutage Standard, wenn neue Teams gebildet werden.

Team Events schweißen Mitarbeiter zusammen

Doch auch darüber hinaus sind so genannte Team Events häufig anzutreffen und zum Teil wichtig, um Problemen entgegen zu wirken, die aufgrund zwischenmenschlicher Reibungen auftreten können. Es kann daher nach zwei verschiedenen Arten von Team Events unterschieden werden: jenen, die die Mitarbeiter zusammenschweißen sollen und solchen, die durchgeführt werden, um die Motivation zu erhöhen. Sowohl die Zielsetzung als auch der Erfolg klaffen dabei weit auseinander.

Die Team-Events sollten danach ausgerichtet sein, dass der Zusammenhalt gestärkt wird. Ein häufig anzutreffender Fehler ist, dass versucht wird, die Motivation durch Schaffung künstlicher Konkurrenzsituationen zu steigern – zwischen oder innerhalb der Teams. Der Wirtschaftswissenschaftler R. K. Sprenger sieht darin jedoch die falsche Vorgehensweise. [3]

Einerseits behindert ein solches Konkurrenzdenken ein Unternehmen längerfristig, weil die Basis für die Arbeit miteinander empfindlich gestört wird. Andererseits werden falsche Anreize geschaffen: Anstatt der Arbeit aus einem inneren Antrieb nachzugehen, wird die Aussicht auf eine Belohnung zur eigentlichen Motivation dahinter.

Die Motivationspsychologie hingegen lehrt, dass immer neue, größere Anreize geschaffen werden müssen, um das Belohnungssystem im Gehirn zu befriedigen, wenn sie einmal etabliert sind. Das heißt das Unternehmen müsste immer neue Prämien in Aussicht stellen, um seine Mitarbeiter “bei der Stange zu halten”.

Zudem wirkt es für die anderen Mitarbeiter demotivierend, wenn ein Einzelner für seine Arbeit gerühmt und belohnt wird. Es empfiehlt sich eher mittels Betriebsfeiern oder Freizeitaktivitäten, an denen ein gesamtes Team oder eine ganze Abteilung teilnehmen kann, die geleistete Arbeit zu würdigen, die Mitarbeiter zu motivieren und das Wir-Gefühl zu stärken.

Zusammenfassung

Team-Events sind eine gute Möglichkeit, um den Zusammenhalt unter den Kollegen zu stärken. Außerdem sind sie nützlich, um die Mitarbeiter für ihre Leistungen zu belohnen und zu motivieren. Dabei ist es jedoch wichtig, keine künstlichen Konkurrenzsituationen zu schaffen. Statt eines Gegeneinanders ist ein Miteinander viel sinnvoller – schließlich soll auch die Zukunft gemeinsam statt in Konkurrenz angegangen werden.

 

Quellen

Gallup Engagement Index 2014: Interview mit Marco Nink via saatkorn.com

[1], [2] Heike Clausen, Sibylle Jung: Teamentwicklung: Leistungspotentiale gemeinsam erkennen und nutzen, in: Werner Fröhlich: Effiziente Personalarbeit

[3] Reinhard K. Sprenger: Mythos Motivation. 2004

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Ein Gedanke zu „Team Events – So steigern Sie die Arbeitsmotivation Ihrer Mitarbeiter

  • Kirsten Miedtank

    Hallo!
    Ihr Artikel hat mir gut gefallen, weil er auch einmal benennt, dass bei Team Events durchaus Vorsicht geboten sein kann.
    Es wird viel Werbung für Teambuilding Maßnahmen betrieben, Superlative werden strapaziert, Bilder von strahlenden Erfolgsmenschen verbreitet, aber selten wird gewarnt oder auf potentielle Gefahren hingewiesen, wenn solche Maßnahmen von Menschen mit „halbseidenen“ Kenntnissen durchgeführt werden. Die oben beschriebenen künstlichen Konkurrenzsituationen sind dafür ein gutes Beispiel!
    In einer Full-Service Event- u. Incentive-Agentur für Corporate Events, Incentive-Reisen und Teambuilding wie http://www.maximize-marketing.de weiß man, wie viel Kleinstarbeit, Kreativität und Leidenschaft erforderlich ist, um erfolgreiche Team-Events zu inszenieren. Deshalb aus reiner Überzeugung: Unbedingt Profis beauftragen, damit ein gut gemeinter Versuch nicht nach hinten los geht!