Der Mindestlohn von 8,50 € gilt ab 1.1.2015 – und stiftet seitdem viel Verunsicherung und Verwirrung sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Praktikanten. Viele Unternehmen sehen sich an ihre finanzielle Belastungsgrenze gebracht, wenn sie den Mindestlohn zahlen müssten. Stirbt die Praktikumsstelle aus? Die Antwort lautet „nein“. Es gibt auch weiterhin Möglichkeiten, Praktika ohne Mindestlohnpflicht anzubieten. Unser Praktikanten-Check zeigt Ihnen, wann der Mindestlohn fällig ist, wann nicht und worauf Arbeitgeber und Praktikanten noch achten müssen.

Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert. Letztes Update: 07.06.2016

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Mindestlohn

Bild: “#247508” von JoeEsco. Quelle: Photocase


Die Fakten zum Mindestlohn

Zum Thema Mindestlohn kursieren viele Gerüchte. Dies ist vor allem dadurch begründet, dass sich der Gesetzgeber selbst bis kurz vor der Beschlussfassung und sogar danach nicht einig war, wer genau vom Mindestlohn betroffen ist und wie einzelne Paragraphen auszulegen sind.

Während der Mindestlohn am 2. Juli 2014 beschlossen wurde, gab es die erste Gesetzesänderung unter anderem bezüglich des Status von Praktikanten bereits am 4. Juli. So kam es zu teils widersprüchlichen Berichten in den Medien.

Fakt ist, Praktikantinnen und Praktikanten gelten grundsätzlich als Arbeitnehmer (§ 26 BBiG) und sind demzufolge vom Mindestlohn eingeschlossen. Ab dem 01.01.2015 muss der Mindestlohn an alle Arbeitnehmer gezahlt werden. Das bedeutet, dass jeder Arbeitnehmer bei  einer 40-Stunden-Woche monatlich gut 174 Stunden arbeitet und mit einem Stundenlohn von 8,50 € etwa 1.480 € verdient.

Die Gesetzgebung sieht keine „Kann-Regelung“ vor. Selbst wenn der Arbeitnehmer darauf besteht, darf er nie weniger als den Mindestlohn gezahlt bekommen. Die Strafen für Zuwiderhandlungen sind beträchtlich und sollten nicht unterschätzt werden. So müssen Unternehmen mit Geldstrafen bis zu 500.000 € pro Vergehen rechnen, wenn sie keinen Mindestlohn zahlen. Dazu kommen noch Nachforderungen, die erst nach drei Jahren verjähren.

Wie das Mindestlohngesetz für Praktikanten auszulegen ist

Das Mindestlohngesetz (MiLoG) ist ein sehr junger Gesetzestext, dem entsprechend gibt es noch nicht viele eindeutige Auslegungen im Sinne von Präzedenzfällen oder rechtsverbindlichen Kommentaren. Dennoch versuchen wir den aktuellen Stand der Auslegung für Sie abzubilden. Wir können aber keine verbindliche Beratung anbieten oder Rechtsauskunft erteilen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat neben einer Webseite zum Mindestlohn auch einen Leitfaden zum Mindestlohn veröffentlicht, der auch Praktika behandelt. Dort wird ebenfalls explizit darauf hingewiesen, dass die Angaben nicht rechtlich bindend sind. Es ist aber davon auszugehen, dass die Rechtsprechung mit hoher Wahrscheinlichkeit anhand dieser Vorgaben ausfallen wird.

Grundsätzlich scheiden sich die Geister an der Auslegung des §22 (1) Nr. 2 & 3 MiLoG. Dort steht:

[…] „ein Praktikum von bis zu drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung leisten, wenn nicht zuvor ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat […]“.

Anhand des Leitfadens des BMAS lassen sich 3 wichtige Dinge ableiten:

  1. Es gibt durchaus die Möglichkeit, 2 Praktika im selben Unternehmen zu absolvieren ohne dass Mindestlohnpflicht besteht. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen gegeben sein, die im nächsten Abschnitt erläutert werden.
  2. Sollte ein Praktikum die vom Mindestlohn befreite Zeitspanne überschreiten, so wird das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig. Das ist nicht ganz intuitiv, daher ein Beispiel: Ein Praktikum wäre 3 Monate vom Mindestlohn befreit, vertraglich werden aber 4 Monate vereinbart. Nun ist nicht nur der 4. Monat mindestlohnpflichtig sondern alle 4 Monate sind mindestlohnpflichtig. Dieser Anspruch gilt auch rückwirkend, kann aber frühestens ab dem 1.1.2015 geltend gemacht werden.
  3. Auch in 2014 geleistete Praktikumszeit ist für den Mindestlohn relevant! Macht ein Praktikant ein 6 monatiges freiwilliges Praktikum vom 01.10.2014 – 31.03.2015 so sind ab dem 31.12 bereits 3 Monate absolviert, was das Praktikum in den meisten Fällen dann ab 01.01.2015 mindestlohnpflichtig macht.

Gesetzlich vorgesehene Ausnahmen vom Mindestlohn für Praktika

Der Gesetzgeber hat gemäß §22 MiLoG folgende Ausnahmen festgelegt:

  1. Pflichtpraktikum im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie.
  2. Praktikum von maximal drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder ein Studium.
  3. Praktikum von maximal drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung, sofern nicht bereits zuvor ein solches Praktikum beim gleichen Ausbildenden absolviert wird.
  4. Einstiegsqualifizierung nach § 54a SGB III (EQJ-Programme) oder Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68 bis 70 Berufsausbildungsgesetz.

Mindestlohn ja oder nein? Der Praktikanten-Check

Sowohl Arbeitgeber als auch Praktikanten stehen sehr häufig vor der Frage „Besteht Anspruch auf den Mindestlohn?“. Die folgende Infografik hilft Ihnen bei der Beantwortung.

Mindestlohn im Praktikum: Checkliste

Erläuterungen zur Grafik:

Pflichtpraktikum: Ein für den Studenten/Schüler/Auszubildenden verpflichtendes Praktikum, welches zum Erlangen eines Abschlusses unbedingt notwendig ist. Es muss in der Studien-/Schul-/Ausbildungsordnung festgeschrieben sein. In vielen Fällen sind Pflichtpraktika in der Studien-/Schul-/Ausbildungsordnung mit einem Mindestzeitraum versehen. Häufig 6 Wochen, oft auch in Tagen angegeben, z.B. 95 Präsenztagen.

Hierbei gilt: Der in der Studienordnung vorgeschriebene Mindestzeitraum eines Pflichtpraktikums ist stets vom Mindestlohn befreit.
Muss ein Pflichtpraktikum mindestens 6 Wochen dauern, ist es maximal 6 Wochen vom Mindestlohn befreit. Sind mindestens 6 Monate vorgeschrieben, sind die gesamten 6 Monate nicht mindestlohnpflichtig. Urlaubstage werden für die Bewertung der Mindestlohnpflicht nicht eingerechnet. Der Urlaub kann zusätzlich zu den verpflichtenden Präsenztagen Teil des Praktikums sein ohne dass Mindestlohnpflicht besteht.

Merke: Es ist nur der in der Studienordnung schriftlich festgehaltene Pflichtzeitraum vom Mindestlohn befreit. „Mindestens 6 Wochen Pflichtpraktikum“ bedeutet maximal 6 Wochen kein Mindestlohn – nicht mehr. Möchte man den Praktikanten länger ohne Mindestlohn beschäftigen, müsste nach dem Pflichtzeitraum mit einem separaten Vertrag ein freiwilliges Praktikum folgen, welches dann bis zu 3 Monate nicht mindestlohnpflichtig wird.

Es ergibt sich eine simple Formel: Mindestdauer Pflichtpraktika + 3 Monate = maximaler Zeitraum ohne Mindestlohn. Zu bedenken ist, dass separate Verträge für Pflicht- und begleitendes Praktikum aufgesetzt werden müssen.

Begleitendes Praktikum: Ist synonym für „freiwilliges Praktikum“. Ein studienbegleitendes Praktikum, welches dann logischerweise erfordert, dass der/die Praktikant/in eingeschrieben ist. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob der Bachelor oder Master bereits erreicht ist und nur noch Rest-Immatrikulationszeit besteht oder ob noch Prüfungen ausstehen – immatrikuliert ist immatrikuliert [Quelle: Mindestlohn-Hotline, 2 unabhängige Anrufe]. Begleitende Praktika sind bis zu 3 Monate nicht mindestlohnpflichtig. Ein Praktikant kann bei einem Unternehmen nur genau ein begleitendes Praktikum ohne Mindestlohnpflicht absolvieren. Jedes weitere begleitende Praktikum wäre mindestlohnpflichtig.

Orientierungspraktikum: Findet in der Regel vor der Wahl eines Studienfachs oder einer Ausbildung statt, es dient der Berufsorientierung, daher der Name. Dafür ist keine Einschreibung notwendig. Orientierungspraktika sind nach Abschluss eines Studiums in der Regel nicht möglich, Zitat der IHK Frankfurt: „Nach einem Bachelor-Abschluss ist in der Regel die fachliche Orientierungsphase abgeschlossen (vgl. BT-Drs. 18/2145 S. 23). Eine Ausnahme vom Mindestlohn nach § 22 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 MiLoG dürfte es insofern regelmäßig nicht geben. Prüfungen des Einzelfalls sind davon unbenommen.“

Minderjährigkeit: Minderjährige sind vom Mindestlohn ausgeschlossen, es sei denn, sie haben eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Sollten Sie weitere Fragen zu der Thematik haben, hinterlassen Sie einen Kommentar. Sie werden zeitnah eine Antwort erhalten. Wir müssen darauf hinweisen, dass unsere Kommentare keine verbindliche Rechtsauskunft darstellen.

Kann eine Bachelor- oder Master-Arbeit als Pflichtpraktikum gewertet werden?

Bei einem Anruf der Telefon-Hotline des BMAS wurde gegenüber Lecturio die Auskunft erteilt, dass eine Bachelor- oder Master-Arbeit als Pflichtpraktikum ausgelegt werden kann, wenn die Anfertigung der Arbeit in der Studienordnung festgeschrieben ist. Somit gelten die gleichen Voraussetzungen wie für ein Pflichtpraktikum.

Ist keine Dauer in der Studienordnung vorgeschrieben, ist die Anfertigung der Bachelor- oder Master-Arbeit im Unternehmen maximal 3 Monate vom Mindestlohn befreit. Ist der Pflichtzeitraum gemäß Studienordnung länger als 3 Monate, so besteht für den gesamtem Pflichtzeitraum keine Mindestlohnpflicht.

Achtung:  Eine Bachelor-/Masterarbeit darf nicht als Vorwand zur Umgehung des Mindestlohns missbraucht werden. Der Vertrag darf nur vorsehen, dass der Arbeitgeber ein Büro, einen Arbeitsplatz oder was auch immer zur Anfertigung der Arbeit nötig ist, zur Verfügung stellt. Weitere Tätigkeiten, die über die Anfertigung der Bachelor-/Masterarbeit hinausgehen und nichts mit der Abschlussarbeit zu tun haben, dürfen in dem Vertrag nicht erwähnt und auch nicht übertragen werden.

Die monatliche Aufwandsentschädigung sollte eine Gegenleistung für die Bereitstellung der Ergebnisse darstellen, die vom Arbeitgeber dann genutzt werden können.

Sind nun Praktika auf 3 Monate begrenzt? Nicht unbedingt!

In vielen Fällen ist ein Praktikum für 3 Monate von Mindestlohn befreit. Besonders für Praktika, mit einer aufwändigen Einarbeitungsphase kann diese Zeitspanne recht kurz werden. Da sich es viele Arbeitgeber nicht leisten können, den Mindestlohn über die gesamte Praktikumsdauer zu zahlen, ist mit einer Schwemme von 3 Monats-Praktika zu rechnen.

Das muss aber nicht immer so sein und der Mindestlohn muss nicht immer abschreckend wirken. Wir zeigen Ihnen ein paar Rechenbeispiele, wie sie trotz Mindestlohn Praktikanten auch länger als 3 Monate beschäftigen können.

Die Grundidee dabei ist: Man setzt die Vergütung für das Praktikum auf 0€ oder einen eher kleinen Betrag wie z. B. 200€ und beschäftigt den Praktikanten im Anschluss befristet wie einen normalen Angestellten und zahlt in dieser Zeit einfach den Mindestlohn.

Beispiel 1: Keine Bezahlung in den ersten drei Monaten, Mindestlohn im 4. Monat

Der Praktikant absolviert in den ersten drei Monaten ein unentgeltliches Praktikum und im Anschluss bekommt er/sie z. B. 1600€ für ein Angestelltenverhältnis (separater Arbeitsvertrag!) befristet für einen Monat. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Bruttolohn in Höhe von 400€ pro Monat* für den Zeitraum von vier Monaten.

Beispiel 2: Bezahlung von 200€ in den ersten drei Monaten, Mindestlohn im 4. Monat

Der Praktikant absolviert in den ersten drei Monaten ein Praktikum für 200€ Bruttolohn und im und im Anschluss bekommt er/sie 1480€ für ein Angestelltenverhältnis (separater Arbeitsvertrag!) befristet für einen Monat. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Bruttolohn in Höhe von 520€ pro Monat* für den Zeitraum von 4 Monaten.

Beispiel 3: Keine Bezahlung in den ersten drei Monaten, Mindestlohn in Monat 4 und 5

Der Praktikant absolviert in den ersten drei Monaten ein unentgeltliches Praktikum und im Anschluss bekommt er/sie z.B. 1480€ für ein Angestelltenverhältnis (separater Arbeitsvertrag!) befristet für einen Monat. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Bruttolohn in Höhe von rund 600€ pro Monat* für den Zeitraum von 5 Monaten.

*Bei allen Beispielen ist zu bedenken, dass in diesen Szenarien der Praktikant Lohnabzüge bekommt, außerdem müssen Arbeitgeber ca. 21% der Lohnkosten für die soziale Sicherung der Arbeitnehmer addieren.

Zwei Tipps zum Mindestlohn, die Arbeitgeber beherzigen sollten

Solange es keine Rechtsprechung gibt, an der man sich orientieren kann, wird auch weiterhin eine gewisse Verunsicherung herrschen. Daher ist zu empfehlen, dass sich Arbeitgeber mit Hilfe dieser Tipps entsprechend absichern.

Tipp 1: Bestehen Sie auf Nachweise

Lassen Sie sich unbedingt Studienordnung (nur bei Pflichtpraktikum) und Immatrikulationsbescheinigung vorlegen. Sollten Sie einem Arbeitnehmer weniger als den Mindestlohn bezahlen, obwohl Sie dazu verpflichtet sind, riskieren Sie extrem hohe Strafen.

Dabei gilt allerdings, dass die Nachweise vor Beginn des Arbeitsverhältnisses vorliegen müssen, sollte sich also z. B. der Praktikant im Zeitraum eines Pflichtpraktikums exmatrikulieren, bleibt das Beschäftigungsverhältnis befreit vom Mindestlohn gemäß Auslegung des BMAS.

Tipp 2: Passen Sie Ihre Arbeitsverträge an

Dies gilt nur für den Praktikumsvertrag, für den Folgevertrag können Sie ihre Standardvorlagen verwenden.

Textvorlage für Pflichtpraktika:

Bei dem in diesem Vertrag vereinbarten Praktikum handelt es sich um ein Praktikum, das der Orientierung für eine Berufsausbildung/ die Aufnahme eines Studiums dient oder: das begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung abgeleistet wird und einen inhaltlichen Bezug zu der Ausbildung aufweist, mit einer Dauer von XX Wochen/Monaten. Der Praktikant bestätigt, während des vereinbarten Zeitraumes im Studiengang XYZ an der Hochschule XYZ eingeschrieben zu sein und das Praktikum im Rahmen eines Pflichtpraktikums (gemäß § XYZ der Studien- & Prüfungsordnung vom XYZ) in dem oben genannten Studiengang zu absolvieren.

Textvorlage für freiwillige Praktika (3 Monate)

Bei dem in diesem Vertrag vereinbarten Praktikum handelt es sich um ein freiwilliges Praktikum von drei Monaten. Der Arbeitnehmer bestätigt in dem Studiengang XYZ an der Hochschule XYZ während des vereinbarten Zeitraumes eingeschrieben zu sein und das Praktikum freiwillig zu absolvieren.

Textvorlage für ein Orientierungspraktikum (3 Monate)

Bei dem in diesem Vertrag vereinbarten Praktikum handelt es sich um ein Praktikum im Rahmen der Orientierung für die Aufnahme einer Berufsausbildung / für die Aufnahme eines Studiums von drei Monaten. Der Arbeitnehmer bestätigt die Absicht zu haben, eine Ausbildung / ein Studium zu beginnen.

Bonus – Werden Sie Ausbilder oder rekrutieren Sie Langzeitarbeitslose

Auszubildende sind grundsätzlich vom Mindestlohn befreit. Oft ist es vergleichbar unkompliziert auszubildender Betrieb zu werden. Ihre zuständige IHK bietet dahingehend viele Zertifizierungskurse an. Dieser Weg hat gleich mehrere Vorteile: Sie sparen sich den Mindestlohn, investieren in die Zukunft und schaffen sich gut ausgebildete Fachkräfte.

Langzeitarbeitslose Menschen sind ebenfalls für sechs Monate vom Mindestlohn befreit (Mindestlohngesetz §22 Absatz 4) so dass sie gute Möglichkeiten haben, einen Einstieg zu bieten.

Mindestlohn im Praktikum bedeutet mehr als nur 8,50€ pro Stunde

Was viele nicht wissen: der Gesetzgeber hat mit dem Mindestlohngesetz mehr als nur die Höhe der Vergütung von Arbeitnehmern beschlossen. So ist vom 01.01.2015 an zusätzlich geregelt, dass der Lohn spätestens am letzten Bankarbeitstag des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde zu zahlen ist.

Passen sie deshalb Ihre Lohnzahlungsparagrafen im Arbeitsvertrag an:

Die Vergütung ist jeweils spätestens am letzten Bankarbeitstag (Frankfurt am Main) des Monats, der auf den Monat folgt, in dem die Arbeitsleistung erbracht wurde, bargeldlos zu zahlen.

Außerdem muss das Lern- oder Ausbildungsziel klar formuliert werden, wenn das Praktikum im Rahmen eines Ausbildung oder eines Studiums absolviert wird. Das Ausbildungsziel kann wie folgt formuliert werden:

Lern- und Ausbildungsziele des Praktikums sind: Durchführung von Wettbewerbsanalysen und Erwerb von allgemeiner Praxiserfahrung im Business Development.

oder

Lern- und Ausbildungsziele des Praktikums sind: Erlernen der Grundfähigkeiten eines Medientechnikers; Vorbereitung auf die Ausbildungsabschlussprüfung.

Zu guter Letzt muss ein schriftlicher Vertrag ausgehändigt werden, welcher Inhalt (ggf. Lern- und Ausbildungsziel), Beginn, Ende, Dauer, Urlaubsanspruch und Vergütung klärt.

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456 Gedanken zu „Mindestlohn im Praktikum? So ermitteln Sie ob Anspruch besteht

  • Hannah

    Sehr geehrter Herr Georgie,

    Nun habe ich noch eine Frage und würde mich über eine Beantwortung sehr freuen:
    In meinem Studiengang habe ich bereits ein Pflichtpraktikum absolviert und absolviere gerade ein zweites freiwilliges Praktikum bei einem anderen Arbeitgeber. Beim selben Arbeitgeber könnte ich ja nun kein zweites nicht-mindestlohnpflichtiges Praktikum absolvieren bzw. verlängern. Aber könnte ich direkt im Anschluss an dieses Praktikum ein weiteres dreimonatiges freiwilliges Praktikum bei einem anderen Arbeitgeber absolvieren? Bzw.: Ist die Anzahl nicht-mindestlohnpflichtiger freiwlliger Praktika limitiert oder nicht (bei anhaltendem Studierendemstatus bzw. Immatrikulation)?
    Hierzu habe ich teils widersprüchliche Informationen gefunden.

    Vielen Dank im Voraus!
    Mit freundlichen Grüßen,
    Hannah K.

    1. Hannah

      PS: Ich meinte natürlich Herr Georgi ohne „e“, ich entschuldige mich für den Fehler!

    2. Tobias Georgi

      Hi Hannah,

      danke für deine Anfrage.

      „Beim selben Arbeitgeber könnte ich ja nun kein zweites nicht-mindestlohnpflichtiges Praktikum absolvieren bzw. verlängern.“

      Stimmt NICHT 🙂

      Siehe auch die Tabelle im Artikel. Wenn das erste Praktikum ein Pflichtpraktikum war, kann ein freiwilliges Praktikum bis zu 3 Monaten im selben Unternehmen folgen und wäre ebenfalls nicht MiLo-pflichtig.
      Dabei wichtig: Das Praktikum darf nicht verlängert werden, es muss ein neues Praktikum mit separatem Arbeitsvertrag aufgesetzt werden.

      „Ist die Anzahl nicht-mindestlohnpflichtiger freiwlliger Praktika limitiert“
      Nein.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Fragen und beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Thomas

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung als Pflegekraft. Zur Zeit bin ich eingeschriebener Student in einem Studiengang, der pädagogisch ausgelegt ist.

    Kann ich in den Semesterferien ein maximal 8-wöchiges Praktikum in z.B. einer chirurgischen Arztpraxis ableisten, um meine Fachkenntnisse nicht ganz zu vergessen, ohne MiLo-pflichtig zu werden?
    Theoretisch bin ich Student und dürfte ja ein freiwilliges Praktikum < 3 Monate einmalig in dem Unternehmen machen. Allerdings habe ich ja meine Berufsausbildung fertig und würde in genau dem Arbeitsfeld aktiv werden.

    Ergo: freiwilliges Praktikum in einem nicht studienrelevanten Bereich, der aber über meine abgeschlossene Berufsausbildung abgedeckt ist (und dadurch nicht als Orientierungspraktikum oder Pflichtpraktikum zählen würde)

    Gilt für mich dann der Mindestlohn durch "Berufsabschluss" oder gilt er nicht, weil ich "Student" bin?

    Vielen Dank
    Thomas

    1. Tobias Georgi

      Hallo Thomas,

      gute Frage. Ich kann es nicht mit 100%iger Sicherheit sagen aber ich gehe davon aus: Student ist Student. Sprich, mit deinem Immatrikulationsnachweis gehe ich davon aus, dass du bis zu 3 Monate mindestlohnbefreit ein Praktikum absolvieren kannst.

      Um sicher zu gehen, könntest du nochmal bei der MiLo Hotline anrufen:
      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Hannah

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    In meinem Studiengang (MA) sind 6 Wochen (240h) Praktikum vorgeschrieben. Ich habe bereits 280h Praktikum abgleistet. In meinem Arbeitsvertrag ist nicht von einem Pflichtpraktikum die Rede (allerdings von der Notwendigkeit, eingeschrieben zu sein) und auch auf meinem Arbeitszeugnis ist von einem „studienbegleitenden Praktikum“ die Rede. Für den Arbeitsgeber war allerdings dennoch wichtig, den Auszug aus der Studienordnung („Pflichtpraktikum“) zu sehen.

    Nun möchte ich ein weiteres, ebenfalls (mindestens) 3-monatiges Praktikum in einem anderen Unternehmen machen. Der Mindestlohn müsste dann ja nicht gezahlt werden, aber kann es sozialversicherungstechnisch für das Unternehmen dennoch teurer werden, da ich schon ein Praktikum abgeleistet habe (und dort Vergünstigungen mit Bezug auf das Pflichtpraktikum vom Arbeitgeber genutzt wurden)? Kann der neue Arbeitgeber wissen, dass dies der Fall war, obwohl weder in meinem Zeugnis oder in meinerm Arbeitsvertrag von einem Pflichtpraktikum die Rede ist?

    Ist es überhaupt relevant, ob schon ein Pflichtpraktikum bei einem anderen Unternehmen absolviert wurde oder könnte ich beliebig viele 6-wöche „Pflichtpraktika“ absolvieren bzw ein dreimonatiges Praktikum mit Bezug auf das Pflichtpraktikum und dann noch ein weiteres 3-monatiges Praktikum (bei einem anderen Arbeitsgeber), ebenfalls mit Bezug auf das in der Studienordnung erwähnte Pflichtpraktikum?

    Ich frage deshalb, weil einige Unternehmen in ihren Ausschreibungen betonen, dass der Nachweis des Pflichpraktikums relevant sei, obwohl die Dauer des Praktikums 3 Monate nicht überschreitet.

    Über eine Antwort auf diese komplexe Frage würde ich mich seher freuen – vielleich hilft sie auch anderen Leser_innen!

    Vielen Dank im Voraus und
    mit freundlichen Grüßen!

    1. Tobias Georgi

      Hi Hannah,

      sorry für die späte Antwort. Leider kann ich auch nicht groß beitragen. Wir haben das intern mal diskutiert und uns auch schon gefragt, wie ein Unternehmen denn nachvollziehen soll, ob ein Praktikant ein Pflichtpraktikum in einem anderen Unternehmen schon absolviert hat oder nicht.
      Haben leider keine Antwort darauf.

      Dennoch beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Natalie

    Hallo Herr Georgi,
    ich absolviere zur Zeit ein Praktikum bei einer Bank. Laut Studienordnung muss man 3 Monate absolvieren und verlängern darf man freiwillig. Ich habe leider für 6 Monate unterschrieben und erhalte 900 EUR/Monatlich. Ich habe einen Vertrag bekommen indem 6 Monate zu absolvieren sind. Meine Frage ist nun: sollte ich ab dem 4. Monat Mindestlohn bekommen?
    Bei dem Unternehmen ist es seit Jahren so, dass Praktikanten eine Vollzeitstelle ersetzen und diese immer für 6 Monate eingestellt werden.
    Was soll oder kann ich tun?
    Ich benötige dringend Hilfe.
    Viele Grüße und lieben Dank!
    Natalie

    1. Tobias Georgi

      Hallo Natalie,

      die Bank begibt sich auf dünnes Eis. So wie sie das handhaben, wäre nach meinem Verständnis der MiLo von Tag 1 an fällig.
      Um den MiLo zu umgehen müssten sie 2 separate Verträge machen. 3 Monate Pflichtpraktikum und dann 3 Monate freiwilliges Praktikum.

      Sprich: Theoretisch hat die Bank die Möglichkeit, dich ohne MilO 6 Monate als Praktikantin zu beschäftigen. Praktisch scheint sie das aber fehlerhaft umzusetzen.

      ich bin leider kein Rechtsberater, der dir nun sagen kann, ob und wie du deiner Forderung Nachdruck verleihen könntest.

      Mein persönlicher Rat wäre, es dabei zu belassen, da es sich hier lediglich um einen technischen Fehler handelt.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Cari

    Hallo Herr Georgi,

    soweit ich nichts überlesen habe, ist mein Fall hier noch nicht aufgetaucht. Ich habe bereits einen Bachelor- und Masterabschluss, habe mich aber (primär zum Zwecke der Absolvierung von Praktika) anschließend in ein weiteres Fernstudium (M.A.) eingeschrieben. Ab Oktober werde ich nun ein 6-monatiges freiwilliges Praktikum (als eingeschriebene Studentin) absolvieren. Meine Arbeitgeberfirma möchte dafür in den ersten 3 Monaten 650€, also unter Mindestlohn, und erst in den Monaten 4-6 den Mindestlohn zahlen. Somit ich mich informiert habe, wäre das nur durch zwei getrennte, aufeinanderfolgende Verträge möglich, sodass im „ersten Praktikum“ der Mindestlohn umgangen werden kann. Dass man ein 6-monatiges Praktikum ohne weiteres in ein 3-monatiges Pflicht- und ein 3-monatiges freiwilliges Praktikum unterteilen kann, habe ich hier jetzt häufiger gelesen. Aber kann man einfach ein komplett freiwilliges Praktikum vertraglich zweiteilen, um für 3 Monate den MiLo zu umgehen?

    Freue mich über Antwort!

    Cari

    1. Cari

      PS: Ich habe noch keine Vertragsunterlagen erhalten, gehe aber davon aus, dass es zunächst einen Vertrag für 3 Monate geben wird, da ein 6-monatiger Vertrag ja ab Tag 1 MiLo-pflichtig wäre…

    2. Tobias Georgi

      Hallo Cari,

      „Dass man ein 6-monatiges Praktikum ohne weiteres in ein 3-monatiges Pflicht- und ein 3-monatiges freiwilliges Praktikum unterteilen kann, habe ich hier jetzt häufiger gelesen. “

      Das geht aber nur, wenn in der Studienordnung ein Pfichtpraktikum mit einer Dauer von mindestens 3 Monaten festgeschrieben ist.

      „Aber kann man einfach ein komplett freiwilliges Praktikum vertraglich zweiteilen, um für 3 Monate den MiLo zu umgehen?“

      Ja kann man. Wäre doch aber fair Deal oder nicht? Du hast dich ja extra eingeschrieben, damit du die Chance hast, ohne MiLo ein Praktikum machen zu können oder?
      Somit hättest du bei 6 Monaten dann aber immerhin für 3 Monate den MiLo, das ist doch nicht schlecht?

      Das Unternehmen könnte dich ja auch einfach nur für 3 Monate beschäftigen und dann bestünde keine MiLo-Pflicht.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Plitka

    Hallo,
    gibt es auch eine Regelung bezüglich Praktikum mit oder ohne Mindestlohn in der folgenden Situation:
    – abgeschlossenes Studium
    – bereits Berufserfahrung vorhanden
    – Z.Z. Arbeitslos
    – Praktikum angestrebt als Umschulungsmaßnahme zwecks beruflichen Einstieg in eine andere Branche
    Leider ist dieser Fall von den obigen Ausführungen m.E. nicht abgedeckt.
    Hätten Sie eine Idee , was für eine Regelung hier Anwendung finden könnte? Würde so ein Praktikum unter der Mindestlohnregelung fallen oder nicht?
    Vielen Dank!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Plitka,

      ich denke, es kommt darauf an, wie die Umschulungsmaßnahme genau definiert ist. Gibt es dafür eine Art Schulordnung, die Praktika mit einer bestimmten Dauer vorschreibt? In diesem Fall könnte man das Praktikum als Pflichtpraktikum werten und dann wäre es für den Pflichtzeitraum vom MiLo befreit.

      Gibt es eine solche strukturierte Verordnung nicht, wäre meine Einschätzung, dass Sie dann Anspruch auf den MiLo hätten.

      Bitte bedenken Sie, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Jonas

    Vielen Dank für die tolle Erklärung!

    Ich bin habe letztes Jahr mein Bachelor-Studium beendet. Nun bin ich für einen Zeitraum von drei Monaten Praktikant bei einem Unternehmen und bekomme 450€/Monat (Vollzeit 40h).

    Müsste ich nicht eigentlich Mindestlohn bekommen? Soweit ich das verstanden habe, ist ein „Orientierungspraktikum“ nach einem Bachelor-Abschluss eher nicht mehr möglich.

    Nun soll ich im Personalfragebogen ankreuzen, ob es sich um ein
    1) Pflichtpraktikum ,
    2) Orientierungspraktikum bis zu drei Monaten
    3) Praktikum begleitend zu einer Berufs- oder HS-Ausbildung oder
    4) Praktikum im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung oder einer Berufsausbildungsvorbereitung
    handelt.

    Irgendwie trifft doch gar nichts zu, oder?
    Habe ein bisschen Angst, bei meinem Arbeitgeber nachzuhaken… (Schlechte Stimmung/ Praktikumszeugnis / Branchen-Gossip…)

    Vielen Dank im Voraus für die Antwort!
    Liebe Grüße, Jonas

    1. Tobias Georgi

      Hallo Jonas,

      solltest du nicht für einen Masterstudiengang oder anderweitig eingeschrieben sein, ist es genau wie du sagst.

      Keine der Kategorien trifft auf dich zu und du hättest Anspruch auf den Mindestlohn.

      Es ist natürlich schwer für mich zu beurteilen, was du da nun tun kannst oder solltest. Zunächst begibt sich der Arbeitgeber auf dünnes Eis, das sieht nach einem klaren Fall auf.

      Ich habe mich bisher aber nicht damit beschäftigt, was Arbeitnehmer tun sollten, wenn sie davon ausgehen, zu Unrecht keinen MiLo zu bekommen. Hier könntest du vielleicht bei der MiLo Hotline einmal anrufen.
      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Ich hoffe das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Jonas

        Vielen Dank für die Einschätzung!

  • narp

    Hallo,
    habe schon ein Bewerbungsgespräch demnächst für ein Praktikum.
    Momentan studiere ich im fünften Semester. Das Praktikum hat nichts mit dem Studium zu tun. Das Praktikum dient zur Orientierung, da ich mein Studium eventuell abbrechen möchte und was anderes machen will. Habe ich Anspruch auf Mindestlohn, wenn das Praktikum mindestens 4 Monate geht?

    1. Tobias Georgi

      Hallo narp,

      in deinem Fall gilt die „Dreimonatsregel“: Bis 3 Monate wäre das Praktikum vom MiLo befreit, es würde dann als begleitendes Praktikum zählen, da du immatrikuliert bist.

      Bei 4 Monaten Laufzeit hättest du von Tag 1 Anspruch auf den MiLo.

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. narp

        Danke das hat mir sehr geholfen! Also auch wenn ich immatrikuliert bin: Ab 4 Monaten steht mir der Mindestlohn zu. Dann bin ich ja auf der sicheren Seite. Danke!

        1. Tobias Georgi

          Gern. Danke für die Rückmeldung!

  • Mary Lou

    Hallo.
    Ich befinde mich derzeit in einem freiwilligen Praktikum nach erfolgreich beendeten Studiums.
    Hierbei handelt es sich um ein Model Label und ich bin als Modedesign Praktikantin angestellt.
    Das Praktikum wird mit 450 Euro vergütet und schreibt eine Arbeitszeit von 10-18uhr Mo-Fr vor. Die Länge des Praktikums ist jedoch auf 3Monate angesetzt.
    Nach all meinen bisherigen Recherchen zum Thema Mindestlohn bin ich nun neugierig geworden , ob mir nicht eigendlich mehr als 450 euro zustehen würde.
    Ich habe keinen Vertrag mit Kennzeichnungen über Kündigungsfrist oder was im Falle einer Krankschreibung vorgehen würde bekommen. Lediglich ein Personalfragebogen ( mit Steueridentifikations Nummer etc)
    Nun bin ich leider auch erkrankt und habe dies durch einreichen der Krankschreibung dem Arbeitgeber mitgeteilt. Telefonisch wurde mir deutlich gemacht was von meiner Krankheit gehalten wird und das Intern bereits das vorzeitige Abbrechen meines Praktikums zum Gespräch gekommen sei.

    Was steht mir eigendlich zu? Wie kann ich mich im Fall der Krankmeldung verhalten, steht mir Lohn zu? Müsste der Arbeitgeber mich nicht nach Mindestlohn bezahlen, da ich volljährig bin und eine bereits abgeschlosse Berufsausbildung habe?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Mary Lou,

      verstehe ich das richtig, dass du nicht mehr an einer Uni eingeschrieben bist?
      Dann wäre die Sachlage recht einfach und dir steht der Mindestlohn zu.

      Zum Thema Krankheit. Normalerweise ist das gesetzlich geregelt und hängt nicht von deinem Vertrag ab. Da bin ich aber kain Experte auf dem Gebiet.

      Ich hoffe, ich konnte die Frage zum MiLo beantworten und beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Gökcen Koc

    Guten Tag Herr Georgi,

    wir planen im Unternehmen Personen einzustellen, die keine Studenten (mehr) sind, aber bei uns planen bis zu 3 Monaten eine Art „Orientierungspraktikum“ zu absolvieren. Der eine plant sein Masterstudium bald anzufangen und will in der Brückenphase bei uns den Betrieb kennen lernen, die andere musste ihr Studium abbrechen, hat also keinen Studienabschluss. Können wir diese Personen befreit vom Mindestlohn für bis zu 3 Monate einstellen?

    Vielen Dank imVoraus und liebe Grüße!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Gökcen Koc,

      ich fürchte, ohne weiteres geht das nicht. Mit abgeschlossenem Studium ist in der Regel kein Orientierungspraktikum mehr möglich. Ich zitiere den Artikel.

      „Nach einem Bachelor-Abschluss ist in der Regel die fachliche Orientierungsphase abgeschlossen (vgl. BT-Drs. 18/2145 S. 23). Eine Ausnahme vom Mindestlohn nach § 22 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 MiLoG dürfte es insofern regelmäßig nicht geben. Prüfungen des Einzelfalls sind davon unbenommen.“

      Beim Abbrecher könnte es dann tricky werden. Hier könnte es auch darauf ankommen, ob das Praktikum nun thematisch etwas ganz anderes ist oder fachlich in die selbe Richtung geht. Diese Vermutung ist aber ohne Gewähr.

      Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen und beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Alessandro

    Hallo Ich bin Alessandro !

    ich habe letztes Jahr für circa 11 Wochen ein freiwilliges Praktikum beim ein Cine Studio zwischen September und November angefangen dann nach ein Monat Pause (Dezember weil die Agentur einfach zu hatte), im Januar wieder beim selber Unternehmer andere 11 Wochen freiwilliges Praktikum gestartet. Habe immer weniger als 20 Stunden die Woche gelernt/gearbeitet und wollte selbstverständlich im Vordergrund das Lernen stellen…

    Ich glaube auch in diesen Fall muss ich leer mit eine Vergütung gehen, wollte ich aber trotzdem fragen, weil wir sind wirklich in eine super gute Beziehung auch noch jetzt mit der Chef von diese Firma.

    Vielen Lieben Dank !

    1. Tobias Georgi

      Hi Alessandro,

      nach meinem Verständnis hat das Unternehmen gegen das MiLo-Gesetz verstoßen.

      Wenn du eingeschrieben ist, ist für das erste 11 wöchige Praktikum kein MiLo fällig.

      Wenn du dann aber nochmal 11 Wochen machst und seitens deiner Studienordnung kein Pflichtpraktikum vorgesehen ist, hast du für das 2. Praktikum Anspruch auf den MiLo.
      Die Firma muss MiLo zahlen oder sie läuft Gefahr, gegen das MiLo-Gesetz zu verstoßen.

      Ich hoffe das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Sali A.

    Hallo Tobias,

    Ich habe einen Bachelor- und Master-Abschluss.
    Komme mit der Arbeitssuche aber nicht so ganz voran.

    Plane nun ein sechsmonatiges freiwilliges Praktikum, in der Hoffnung, danach übernommen zu werden.

    Habe ich hier ggf. Anspruch auf Mindestlohn?

    Danke Dir

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sali A.,

      ja genau. In deinem Fall besteht Anspruch auf Mindestlohn und die Pflicht seitens des Unternehmens, diesen auch zu bezahlen.

      Für viele Absolventen ist das eher Fluch als Segen, weil viele Unternehmen das nicht zahlen möchten oder nicht zahlen können.

      Ich wünsche viel Erfolg und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Marcin

    Hallo , also ich bin 19 und mach grade ein EQJ .. 6 Monaten soll es dauern … 3 Monaten sind um und ich bekomme 220 Euro im Monat … Ist das normal oder Sollte ich 8,5 pro Stunde bekommen ?

    Entschuldige wegen Sprache , bin erst seit 2 Jahren in Deutschland 🙂

    1. Tobias Georgi

      Hallo Marcin,

      danke für deine Anfrage. Für eine EQJ besteht keine Mindestlohn-Pflicht. Siehe Punkt 4.

      Ich hoffe, ich konnte helfen und beste Grüße
      Tobias Georgi

      Gesetzlich vorgesehene Ausnahmen für bestimmte Praktika, § 22 MiLoG:
      • 1. Pflichtpraktikum im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung oder im Rahmen einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie
      • 2. Praktikum von maximal drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder ein Studium
      • 3. Praktikum von maximal drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung, sofern nicht bereits zuvor ein solches Praktikum beim gleichen Ausbildenden absolviert wird.
      • 4. Einstiegsqualifizierung nach § 54a SGB III (EQJ-Programme) oder Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68 bis 70 Berufsausbildungsgesetz

      1. Ute Scherfenberg-Ndong

        Hallo Herr Georgi,

        gilt dies auch für einjährige Praktika zur Erlangung der Fachhochschulreife? Diese sind ja, ähnlich des FSJ oder FÖJ, nicht an einen gezielten Ausbildungsplan gebunden.

        Mit freundlichen Grüßen
        Ute

        1. Tobias Georgi

          Hallo Frau Scherfenberg-Ndong,

          bin ich leider nicht sicher und kann keine klare Aussage treffen, sorry.

          Beste Grüße
          Tobias Georgi

  • Anne-Marie

    Huhu!
    Wie ist das, wenn man keinen Praktikumsvertrag unterschrieben hat. Sondern dieser Vertrag nur mündlich vereinbart und die Vergütung in Bar ausgezahlt wurde? Kann dann trotzdem Rückwirkend der Anspruch auf den Mindestlohn gestellt werden? Oder stehen die Chancen dann schlecht, weil es keine schriftlichen Vereinbarungen gab?

    1. Anne-Marie

      Oh, und es handelt sich um ein Orientierungspraktikum, welches nach einem halben Jahr beendet wurde. Während des gesamten Zeitraums wurden 200 Euro monatlich ausgezahlt.

      1. Tobias Georgi

        Hi Anne-Marie,

        ui, das klingt ja dubios. Ohne Vertrag und bar bezahlt bedeutet ja, dass sich der Arbeitgeber sehr wahrscheinlich der Schwarzarbeit schuldig gemacht hat. Auch Praktikanten müssen ja angemeldet werden und es müssen Sozialabgaben seitens des Arbeitgebers geleistet werden.

        Zur eigentlichen Frage: Ich denke, dass der MiLo-Anspruch auch in diesem Fall besteht, da das Praktikum länger als 3 Monate war. Nur weil der Arbeitgeber dubiose und vermutlich nicht erlaubte Methoden anwendet, befreit ihn das nicht von der MiLo-Pflicht.

        Bitte bedenke, dass dies nur eine Einschätzung und keine verbindliche Rechtsauskunft ist.

        Beste Grüße
        Tobias Georgi

  • Ratsucher

    Hallo und guten Tag, habe eine Frage bzgl. Mindestlohn Praktika. Um die Abschlussprüfung zum Hufschmied zu erlangen, muss man 2 Jahre bei einem Hufschmied mitfahren und Erfahrungen sammeln. Ohne dieses Praktikum wird man nicht zur Prüfung zugelassen. Es dürfte sich hier also um ein Pflichtpraktikum handeln. Ist der Schmied verpflichtet, dem Praktikanten den Mindestlohn zu zahlen? Wie ist hier die Regelung. Hoffe Sie können mir weiterhelfen.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Ratsuchender,

      danke für deine Anfrage. Gibt es denn eine Schulordnung oder ein anderes Dokument, in dem festgeschrieben ist, dass die 2 Jahre Praktikum Pflicht sind?
      Wenn das der Fall ist, dann wäre das Praktikum als Pflichtpraktikum anzusehen und wäre vom MiLo befreit.

      Ich hoffe, das hilft und beste Grüße
      Tobias Georgi

      1. Ratsucher

        Guten Morgen, vielen Dank für die Rückmeldung. Die Information hilft mir auf jeden Fall weiter. Liebe Grüße, SW

  • Fragezeichen

    Hallo zusammen,

    ich habe leider folgendes Problem: Ich habe mein Studium in einigen Monaten abgeschlossen, möchte aber unbedingt bei einem Entwicklungsdienst (Brot für die Welt) noch ein Praktikum absolvieren. Nach meinem Abschluss ist dies dann ja nicht mehr möglich, sofern kein Mindestlohn gezahlt werden kann, richtig? Gibt es dann vielleicht andere Möglichkeiten? Kann ich mich z.B. als Volontär bewerben? Mir ist es wirklich sehr wichtig, genau dieses Unternehmen kennen zu lernen.

    Es wäre super, wenn mir jemand weiter helfen könnte und vielleicht noch eine Idee hat.
    Vielen Dank schon mal im Voraus! 🙂

    1. Tobias Georgi

      Hi Fragzeichen,

      mein Rat lautet: Keine Panik 🙂
      Es ist ja nicht dein Job, die für das Unternehmen den Kopf über den MiLo zu zerbrechen, wenn du kein persönliches Interesse hast, den MiLo zu erhalten.

      Also bewirb dich einfach und schau was passiert. Vielleicht hat BfdW ja sogar ein Voluntariatsprogramm?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • David

    Hallo Herr Georgi,

    ich bin in dem Begriff ein sechsmonatiges Pflichtpraktikum bei BMW zu beginnen. Meine Praktikumsordnung sieht genau 24 Wochen dafür vor. Vergütet wird dies mit 850 Euro.
    Meiner Auffassung nach wäre jedoch MiLo zu zahlen. Ist das korrekt?

    Liege Grüße

    David

    1. Tobias Georgi

      Hallo David,

      24 Wochen sind ja in etwa 6 Monate. Sprich: Für ein 24-wöchiges Praktikum würde wegen der Studienordnung daher kein Anspruch auf Mindestlohn bestehen.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Fräulein Ratlos

    Hallo Herr Georgi,
    ich weiß nicht, ob Sie meine Frage direkt beantworten können, aber ich möchte es dennoch versuchen.
    Als Berufseinstieg wurde mir ein 6monatiges Praktikum mit Mindestlohn angeboten. Meine Frage wäre, ob es Differenzen hinsichtlich des Nettobetrags gibt, sollte ich immatrikuliert oder nicht immatrikuliert sein? (da mein Studium offiziell schon beendet wäre)
    Vielen Dank für Ihre Mühen!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Frau Ratlos,

      danke für ihre Anfrage. Ich bin absolut kein Steuerexperte. Mein Bauchgefühl sagt mir: Ob immatrikuliert oder nicht sollte keinen Unterschied machen. Vielleicht hängen da noch andere Faktoren dran aber die reine Immatrikulation sollte wie gesagt keinen Unterschied bei den Abgaben ausmachen. Ohne Gewähr allerdings.

      Beste Grüße
      Tobias

  • Absolvent

    Guten Tag Herr Georgi,

    ich habe meinen Masterabschluss im Bereich Marketing seit 2 Monaten erfolgreich abgeschlossen und möchte meine Bewerbungszeit mit einem freiwilligen Praktikum im selben Bereich überbrücken. Wenn ich Ihre Infografik richtig verstanden habe, steht mir der Milo zu oder?

    Vielen Dank und beste Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Absolvent,

      ja genau, der MiLo steht dir dann zu bzw. er MUSS gezahlt werden.
      Ich hoffe, dass dich dies nicht bei der Suche nach einem Praktikum behindert. Viele Unternehmen wollen das nicht zahlen oder können sich das nicht leisten.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Felix

    Hallo, bei mir ist die Situation die Folgende:

    Ich habe bei einem Unternehmen im Rahmen meines Studiums ein Pflichtpraktikum über ein halbes Jahr abgeleistet und möchte nun in meinen Semesterferien ein weiteres (freiwilliges) Praktikum über 2 Monate dort machen. Muss die Firma MiLo zahlen, da es mein zweites Praktikum dort ist, obwohl die 3 Monate nicht überschritten sind?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Felix,

      kurze Antwort: nein, MiLo müsste nicht gezahlt werden. 3 Monate freiwilliges Praktikum sind neben einem Pflichtpraktikum im selben Unternehmen möglich.

      Zum Pflichtpraktikum: Steht in der Studienordnung festgeschrieben, dass diese 6 Monate dauern muss? Nur in diesem Fall wäre es von MiLo befreit, sonst wäre er dafür fällig gewesen.

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Tom

    Ich hoffe, meine Frage wurde in den zahlreichen Kommentaren nicht bereits beantwortet:
    Ich werde meine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben. Ich habe einen Vertrag für sechs Monate, in dem steht, dass ich keinerlei andere Aufgaben übernehmen darf (kein Mindestlohn). Geht das, wenn in meiner Prüfungsordnung die Dauer der Arbeit mit nur drei Monaten veranschlagt ist? In den ersten drei Monaten würde ich beispielsweise mein Thema suchen.
    Danke vielmals für Ihre Auskunft!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Tom,

      ich denke, das sollte so nicht gehen.
      Im Text oben:

      „Ist keine Dauer in der Studienordnung vorgeschrieben, ist die Anfertigung der Bachelor- oder Master-Arbeit im Unternehmen maximal 3 Monate vom Mindestlohn befreit. Ist der Pflichtzeitraum gemäß Studienordnung länger als 3 Monate, so besteht für den gesamtem Pflichtzeitraum keine Mindestlohnpflicht“

      Sprich: Nach meinem Verständnis würde MiLo-Pflicht bestehen.

      Umgehen könnte das Unternehmen das folgendermaßen:
      Monat 1-3: Vertrag für ein freiwilliges Praktikum ohne MiLo
      Monat 4-6: Separater Vertrag für die Bachelorarbeit ohne Milo

      Solltest du vorher noch kein Praktikum in dem Unternehmen gemacht haben, wäre möglich. Wenn du schon ein Praktikum absolviert hast, dann nicht.

      Beantwortet das deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias

      p.s.: Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

  • Keshav Domah

    Hallo Herr Georgi,

    Ich habe mich für ein Vorpraktikum beworben.Diese dauert 15 Wochen.Während das Vorstellungsgespräch bin ich informiert ,dass Vorpraktikum nicht bezahlt sind.
    was ist die Beziehung zwischen Vor/Grund- praktikum und Mindestlohn?
    Sind Vorpraktikum bezahlbar?

    Vielen Dank,
    Keshav

    1. Tobias Georgi

      Hallo Keshav,

      die Frage hast: Hast du Anspruch auf Mindestlohn in deinem 15 wöchigen Vorpraktikum. 15 Wochen ist mehr als 3 Monate, daher besteht durchaus die Möglichkeit. Es hängt aber von einer Reihe von Faktoren ab:

      Kurzform:
      Bist du volljährig? Wenn nein, dann hast du keinen Anspruch auf Mindestlohn.
      Wenn ja, dann könnte Anspruch auf MiLo bestehen, weil das Praktikum länger als 3 Monate geht. Bis zu 3 Monaten wäre ein Orientierungspraktikum (ich denke, das ist das gleiche wie ein Vorpraktikum) vom MiLo befreit.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

    2. Tobias Georgi

      Hallo Keshav,

      danke für deinen Kommentar.
      Bist du volljährig? Wenn nein, dann besteht kein Anspruch auf kein MiLo.

      Wenn du volljährig bist, gilt: Vorpraktika sind für mich Orientierungspraktika. Sprich: 3 Monate ohne MiLo ist da möglich.

      15 Wochen ist eigentlich mehr als 3 Monate. Sprich, theoretisch könnte man argumentieren, dass MiLo-Anspruch besteht. Ich bin aber nicht sicher, ob das durchsetzbar ist.

      Viele Grüße
      Tobias

  • Thomas Seifert

    Hallo Hr. Georgi,

    nach einigen Recherchen in dem Thema „Praktikum und Mindestlohn“ bin ich auch auf Ihren Beitrag gestoßen. Leider wird dieser Punkt von verschiedenen Einrichtungen unterschiedlich beantwortet, so dass für uns als Eltern eine schwierige Berwertungssituation entsteht.
    Zum Sachverhalt:

    Unser Sohn, 16 Jahre, steht kurz vor dem Abschluß der 10. Klasse (mittlere Reife) und hätte u.a. die Möglichkeit in einem Betrieb ein Praktikum über 12 Monate zu absolvieren. Eine anschließende Ausbildung in diesem Betrieb wird ihm in Aussicht gestellt.
    Wir als Eltern sind grundsätzlich mit der Nicht-Bezahlung einverstanden, da für uns die fachliche Seite deutlich mehr zählt.
    Der Betrieb hat hier die EQ (Einstiegsqualifizierungsmaßnahme) ins Spiel gebracht, die aber aus unserer Sicht so in den Voraussetzungen nicht greift.

    Und nun unseren Fragen:
    Kann sich der Betrieb aufgrund der Minderjährigkeit unseres Sohns von der Zahlung des Mindestlohns befreien? Und ist er (der Betrieb) damit rechtlich abgesichert ? Könnte man ggf. auch eine schriftliche Vereinbarung zwischen Betrieb und Praktikant treffen, die gesetzmäßige Gültigkeit haben?

    Besten Dank für Ihre Mühe.

    Thomas Seifert

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Seifert,

      danke für ihren Kommentar. Meine Einschätzung auf ihre Fragen:
      Kann sich der Betrieb aufgrund der Minderjährigkeit unseres Sohns von der Zahlung des Mindestlohns befreien?
      –> Ja

      Und ist er (der Betrieb) damit rechtlich abgesichert ?
      –> Ich denke ja

      Könnte man ggf. auch eine schriftliche Vereinbarung zwischen Betrieb und Praktikant treffen, die gesetzmäßige Gültigkeit haben?
      –> Das kann ich nicht beantworten, da ich kein Jurist bin. Es erscheint es mir aber logisch, dass man gesetzlich gültige Vereinbarungen treffen kann. Sonst könnten Privatpersonen und Unternehmen ja keinerlei Verträge machen. Ein Arbeitsvertrag ist ja auch gesetzlich gültig.

      Konkret auf ihren Sohn bezogen denke ich, dass der Mindestlohn da kein Thema ist. Ob es gegen andere Richtlinien der Sittlichkeit verstößt, jemanden 12 Monate komplett unentgeltlich zu beschäftigen, kann ich nicht sagen.

      Was ich als Vater in 13 Jahren tun würde, wenn meine Älteste in dem Alter ist: Ich würde versuchen, dass mein Kind nicht 0€ bekommt sondern vielleicht etwas im Bereich 200-400€ pro Monat.

      Ich hoffe, das hilft ihnen ein wenig weiter.
      Bitte bedenken sie, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung darstellt.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Thomas Haupt

    Lieber Herr Georgi,

    Lufthansa bietet für ein freiwilliges 5-monatiges Praktikum (kein Pflichtpraktikum, ich bin weiterhin an der Uni eingeschrieben) für die ersten drei Monate 750 EUR und erst danach den Mindestlohn. Aber muss denn nicht laut Rechtsprechung ab dem ersten Monat schon Mindestlohn bezahlt werden?

    Für Ihre Hilfe wäre ich sehr dankbar
    Viele Grüße
    Thomas

    1. Tobias Georgi

      Hallo Thomas,

      ja, mir scheint, dass sich die Lufthansa hier auf dünnes Eis begibt. Natürlich weiß noch keiner, was die Rechtsprechung ergeben wird, aber nach meinem Verständnis des MiLo-Gesetzes würde für das gesamte Praktikum Anspruch auf den MiLo bestehen.

      Insgesamt kommst du ja aber dann gar nicht schlecht weg mit über €1.000 im Schnitt auf die 5 Monate 🙂

      Cheers,
      Tobias

    2. Julia Heinrichs

      Hallo Thomas,

      ich habe das gleiche Problem! Die Rechtsauffassung des BMAS entspricht klar der Prämisse, dass der Mindestlohn ab Tag 1 gezahlt werden soll, allerdings sagt die Lufthansa hierbei aus, dass ihre juristische Abteilung eine andere Rechtsauffassung vertritt. Die freiwillige Aufwandsentschädigung innerhalb der ersten drei Monate entbehrt sich dabei meiner Meinung nach jeder Grundlage.
      Ab dem vierten Monat wird dabei meiner Auffassung der Mindestlohn auch nicht korrekt berechnet. Es ist wirklich traurig, dass ein solch großes Unternehmen weiterhin Langzeitpraktikantenstellen besetzen will und falsche Versprechungen im Vorstellungsgespräch macht. Natürlich ist die Frage, was man in einem solchen Fall tun soll – kaum ein Praktikant wird sich rechtlichen Beistand suchen, sodass solange das BMAS nichts tut, weiter mit dieser Praxis verfahren wird. Die beste Lösung scheint mir dabei einfach woanders hin zu gehen.

      Mit freundlichen Grüßen

  • Sophie Nguyen

    Guten Abend Herr Georgi,

    danke für die Erläuterungen. Ich habe eine Frage.
    Ich befinde mich momentan im 2. Semester meines Masterstudiums in einer Universität und möchte ein „freiwilliges Praktikum“ von 6 Monaten machen. Da die 3 Monate Praktikumsdauer überschritten werden, müsste man den Mindestlohn zahlen. Könnte man um das zu vermeiden 2 separate Verträge machen lassen? Einmal 3 Monate „Orientierungspraktikum“ und dann 3 Monate „Begleitendes Praktikum“ ?
    Leider stehen die Chancen für ein Praktikum für Studenten ohne Pflichtpraktikum relativ schlecht, wenn der Mindestlohn gezahlt werden muss…ich hoffe, dass Sie meine Frage beantworten können. Danke!

    Mit freundlichen Grüßen

    Sophie Nguyen

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sophie,

      danke für deinen Kommentar.
      Leider geht das nicht so ganz, wie du dir das vorstellst.
      Da du bereits studierst, erfüllst du nicht mehr die Voraussetzungen für ein Orientierungspraktikum.

      Somit hast du aktuell nur folgende Option:
      3 Monate begleitendes Praktikum ohne MiLo
      Ab dann wäre für jedes weitere Praktikum der MiLo fällig.

      Gibt es denn in deiner Studienordnung kein festgeschriebenes Pflichtpraktikum. Dieses wäre stets für den Pflichtzeitraum ohne MiLo.

      Typisches Beispiel vieler Studenten ist, dass sie z.B. ein 6-wöchiges Pflichtpraktikum absolvieren müssen.

      Dann bestünde die Möglichkeit
      – 6 Wochen Pflichtpraktikum
      – 3 Monate begleitendes Praktikum
      Reihenfolge egal
      Separate Verträge machen und dann wären beide Praktika ohne MiLo-Pflicht.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Lea

    Hallo Tobias,

    ich würde mich über Deine Rückmeldung zu folgendem Sachverhalt freuen:
    Für ein Orientierungspraktikum gibt es einen 3 Monatsvertrag – unter Mindestlohn – und nun wird überlegt nochmal für ein halbes Jahr den Praktkanten weiter zu beschäftigen. Er ist nicht an der Uni eingeschrieben und Volljährig. Wie kann man nun einen neuen Arbeitsvertrag am sichersten gestalten.

    Ich freue mich über Deine Rückmeldung.

    Danke

    1. Tobias Georgi

      Hallo Lea,

      danke für deine Frage. Um sicherzugehen:
      „unter Mindestlohn“
      Meinst du damit, dass das Praktikum unter Mindestlohn steht oder dass weniger als der MiLo gezahlt wird? Ich vermute letzteres?

      Zur konkreten Frage: Dem/Der Praktikanten/in einfach den Mindestlohn zahlen, Rest ist dann ein Standard-Praktikumsvertrag, für den ihr ja bestimmt Vorlagen habt. Wenn der MiLo gezahlt wird, gibt es sonst nichts weiter zu bedenken für das Folgepraktikum.

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage und viele Grüße
      Tobias

      1. Lea

        Hallo Tobias,

        nein das beantwortet es nicht so ganz. Ich habe mich da nicht so richtig ausgedrückt:

        Ein Praktikant ist 3 Monate für ein Orientierungspraktikum angestellt und erhält eine Vergütung die den Mindestlohn unterschreitet, was ja sein darf.
        Nun möchte der Praktikant gern noch weitere 3 Monate bleiben und hier ist die Frage, ob das so richtig ist, wenn man direkt im Anschluss einen neuen Praktikantenvertrag macht jedoch mit dem Mindestlohn. Das wäre ja ein Anschlusspraktikantenvertrag und evtl. ist da zu beachten, dass man rückwirkend Mindestlohn auch für den Orientierungspraktikumsvertrag zahlen muss, oder? Wäre es da nicht korrekter, einen auf 3 Monate befristeten Arbeitsvertrag aufzusetzen? Oder muss eine gewisse Zeit der „Nichtbeschäftigung“ zwischen beiden Verträgen liegen?

        Danke für Deine Antwort.
        VG Lea

        1. Tobias Georgi

          Ahh ok.

          Ja, das ist richtig, was du sagst. Du solltest auf jeden Fall einen separaten Vertrag machen. Sonst könnte die Gefahr bestehen, dass von Beginn an MiLo-Pflicht besteht.

          Noch zur Sicherheit für dich: Der Praktikant ist auch wirklich ein Frischling, der noch keine abgeschlossene Berufsausbildung oder abgeschlossenes Studium hat?

          Wenn das der Fall ist, dann separaten Vertrag mit MiLo nach den 3 Monaten und du bist auf der sicheren Seite (mit dem Hinweis, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist!).

          Viele Grüße
          Tobias

  • Emily

    Handelt es sich bei Ihnen um ein Pflichtpraktikum? What does this sentence exactly mean. I am not good in German Language. After translating into English. I did not understand what it mean and what I have to answer. Please help me out

    1. Tobias Georgi

      Hi Emily,

      glad you found us!

      A „Pflichtprakikum“ is a mandatory internship according to the university’s study regulation. For the dedicated period of a „Pflichtpraktikum“ the minimum wage does not apply.
      In addition a so called voluntary internship can be done in the same company up to 3 months in addition to the Pflichtpraktikum without minimum wage.

      Example: Study regulation requires 6 weeks internship
      –> Student can do 6 weeks Pflichtpraktikum + 3 months voluntary internship = 4.5 months internship without minimum wage.

      Important! Separated contracts are necessary for the 2 different internships in order to meet the legal requirements.

      I hope this helps and best regards,
      Tobias

  • maria

    Moin! Ich habe mal eine Frage. Bei mir stellt es sich so dar, dass ich eine Abschlussarbeit (Bachelorthesis) im Unternehmen schreiben möchte. Die Bearbeitungszeit ist in der Prüfungsordnung mit 4 Monaten angegeben. Das Unternehmen möchte mich im Rahmen eines Praktikums mit 35h/Woche mit 750€ entlohnen. Die Laufzeit im Unternehmen soll 6 Monate gehen. Wie verhält es sich hier mit dem Mindestlohn? Es sollen wohl quasi 2 Monate freiwilliges Praktikum gefolgt von 4 Monaten Diplomanden-Anstellung im Vertrag festgehalten sein.
    Danke 🙂

    1. Tobias Georgi

      Hallo Maria,

      generell geht das so wie vom Unternehmen vorgeschlagen.
      4 Monate Bachelor-Arbeit können als Pflichtpraktikum ausgelegt werden, es könnten max. 3 Monate freiwilliges Praktikum ohne MiLo-Anspruch folgen oder vorangehen.

      Aber bitte bedenken:
      „Achtung: Eine Bachelor-/Masterarbeit darf nicht als Vorwand zur Umgehung des Mindestlohns missbraucht werden. Der Vertrag darf nur vorsehen, dass der Arbeitgeber ein Büro, einen Arbeitsplatz oder was auch immer zur Anfertigung der Arbeit nötig ist, zur Verfügung stellt. Weitere Tätigkeiten, die über die Anfertigung der Bachelor-/Masterarbeit hinausgehen und nichts mit der Abschlussarbeit zu tun haben, dürfen in dem Vertrag nicht erwähnt und auch nicht übertragen werden.“

      ok? 😉

      Viele Grüße
      Tobias

  • Mike

    Hallo Tobias,

    sehr schöner übersichtlicher Beitrag.
    Ich hätte dennoch noch drei Fragen. Wir sind ein Start-Up und möchten gerne Praktikanten einstellen die in unsere Marketing-Abteilung reinschnuppern können und wir etwas Unterstützung haben. Soweit ich verstanden habe, sind diese nicht vom Mindestlohn betroffen, solange es sich um einen Orientierungspraktikum (müssen in dem Fall auch nicht eingeschrieben sein, oder?) handelt und nicht länger wie 3 Monate im Unternehmen sind.
    1. Frage: Werden 3 Monate tatsächlich auf die Tage berechnet oder werden eher die Stunden hochgerechnet? Einfaches Beispiel: Wenn der Praktikant nur 4 statt 8 Stunden anwesend ist, dürftte er theoretisch 6 Monate ohne Mindestlohn arbeiten?
    2. Frage: Wenn ein Praktikant 3 Monate-Orientierungspraktikum absolviert und nicht vom Mindestlohn betroffen ist, was wäre an Vergütung angemessen?
    3. Frage: Wie sieht es eigentlich mit der Versicherung aus? Müssten wir für seine Versicherung sorgen, oder würde seine private Kranken-/Haftpflichtversicherung ausreichen?

    Danke im voraus.

    MfG,
    Mike

    1. Tobias Georgi

      Hi Mike,

      danke für deinen Kommentar, zu deinen Fragen:

      1. Wochenarbeitszeit ist egal, ist immer auf 3 Monate beschränkt, auch wenn jemand nut 5h die Woche arbeiten würde.

      2. Ich persönlich denke, alles ab 400€ ist angemessen. Entscheidend ist, wie ernst das Unternehmen den Ausbildungsauftrag wahrnimmt. Ich halte 400€ bei guter Ausbildung für wesentlich besser als für 800€ Doofarbeit machen zu lassen.

      3. Der Praktikant ist wie jeder andere Arbeitnehmer zu behandeln:
      –> Kranken/Unfallversicherung muss vom Arbeitgeber abgeführt werden, entweder selbst oder mit Lohnbüro. Angenommen, der Praktikant verdient 400€, wäre er/sie wie ein Minijobber zu behandeln.

      Haftpflicht hat damit nichts zu tun. Du musst dich als Unternehmen versichern. Macht der Praktikant ausversehen etwas kaputt, bist du entweder versichert, dann macht das deine Versicherung oder nicht, dann Pech gehabt. Der Arbeitnehmer kann nicht privat dafür belangt werden, so lange kein Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

      Achtung noch: Orientierungspraktika gelten nicht, wenn der Praktikant schon eine abgeschlossene Ausbildung oder Studium hat. Sind das wirklich Frischlinge, die noch vor dem Studium stehen? Wenn nicht, dann würdest du dich einen Risiko aussetzen.

      Ich hoffe, das beantwortet die Fragen und viele Grüße
      Tobias

  • Hans

    Hi Tobias,

    tolle Zusammenfassung hier, danke dafür. Habe dennoch noch eine Frage zu einem spezifischen Szenario.

    Ein 6-monatiges Praktikum bei einem deutschen Arbeitgeber (steht auch so im Arbeitsvertrag), es findet aber vollständig im Ausland statt mit einer 39 Std Woche. Der Uniabschluss wird erlangt und Immatrikulation endet im selben Monat in dem das Praktikum beginnt, d.h. nicht studienbegleitend.

    Mindestlohnanspruch, ja oder nein?

    Vielen lieben Dank für die Auskunft!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Hans,

      interessante Frage. Ich bin nicht 100% sicher, gehe aber davon aus, dass der MiLo nur auf deutschem Boden gilt.

      Sprich: Ich gehe davon aus, dass für den MiLo dann die Regelungen in dem Land gelten, wo du arbeiten wirst.
      Wenn es dort keinen MiLo gibt, würde kein Anspruch bestehen.

      Viele Grüße
      Tobias

  • Alexandra Engstler

    Hallo Tobias Georgi,

    Auch ich habe eine Frage zum Mindestlohn.

    Kurz zu meiner Situation, ich habe bereits studiert (Grafikdesign), danach ein Praktikum in einer Grafikagentur gemacht, dort wurde ich dann übernommen und habe eine Jahr gearbeitet.
    Dann wurde ich leider aus betrieblichen Gründen gekündigt.

    Nun war es sehr schwer eine Festanstellung zu bekommen, so dass ich mich nun entschlossen habe nochmal im gleichen Bereich ein Praktikum zu machen. Habe auch eine Agentur, wo ich gerne anfangen würde. Diese wollten mich auch unbedingt und wollen mich danach auch übernehmen. Das Praktikum soll 6 Monate andauern, 40 Stunden die Woche und ich soll 650 Euro Brutto verdienen.

    Nun zu meiner Situation, ich dachte mir dass da dann eigentlich der Mindestlohn ins Spiel kommt. Da ich wirklich möchte, dass es bei mir weiter geht habe ich zu der Bezahlung eingestimmt und aber fairerweise den Mindestlohn angesprochen. Nicht weil ich mehr Geld fördern wollte, sondern weil ich mir auch eine Wohnung suche (die ich jetzt hätte), das Arbeitslosengeld stoppen will und nicht möchte dass für mich oder die Agentur Probleme auf uns zu kommen!

    Danach meinten diese, dass das gesetzlich alles in Ordnung wäre und sonst ja auch ihr Steuerberater sie darauf hingewiesen hätte. Für mich war es somit vorerst in Ordnung, denn ich kenn mich nicht aus was die Rechtslage betrifft. Also habe ich auch unterschrieben. Somit würde ich nun sehr gerne die Wohnung, die ich jetzt zugesagt bekommen habe, annehmen.

    Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob ich das machen soll, nicht dass dann doch irgendwas nicht klappt, oder wäre das dann Sache der Agentur? Und dürfte mich die Agentur erstmal 3 Monate ohne Mindestlohn anstellen?

    Vielen Dank im Voraus schon mal fürs Durchlesen und Auskunft!!

    1. Alexandra

      Bei mir hat es sich nun erledigt (:

      Es wäre tatsächlich nicht gegangen.

      1. Tobias Georgi

        Hallo Alexandra,

        danke für ihren Beitrag.

        „Danach meinten diese, dass das gesetzlich alles in Ordnung wäre und sonst ja auch ihr Steuerberater sie darauf hingewiesen hätte“

        –> Das wundert mich sehr, keine Ahnung, wie du darauf kommen.

        In ihrer Situation gilt eigentlich, dass sie stets Anspruch auf den Mindestlohn hätten, die Unternehmen, die ihnen den MiLo nicht zahlen, setzen sich einem Risiko aus.

        Beste Grüße
        Tobias Georgi

  • Sarah Lehmann

    Hallo Herr Georgi,

    in meinem Falle habe ich auch eine Frage hinsichtlich des Mindestlohnes im Praktikum.

    Mit der Firma X wurde ein Praktikumsvertrag über 8 Monate geschlossen (Beginn November 2014) . Davon sollten zwei Monate Pflichtpraktikum sein und 6 Monate für die Bachelorarbeit dienen. Im Vertrag wurde keine Spezifizierung hinsichtlich der Zeiträume vorgenommen.
    Vertraglich vereinbart wurde aber ein Urlaub von 2 Tagen je Monat.

    Nach 4 Monaten entschieden sich beide Parteien den Vertrag aufzuheben. Da 3 Monate mindestlohnfrei seien, wollte das Unternehmen dann für Februar den Mindestlohn zahlen. In der Abrechnung wurden die bisherigen Urlaubstage (der ersten 3 Monate) von der Arbeitszeit abgezogen und nur der Rest mit Mindestlohn vergütet.

    Der Arbeitgeber vertritt die Ansicht, die Praktikantin habe keinen Anspruch auf Zahlung der Vergütung für die Urlaubstage.

    Wie verhält es sich denn nun grundsätzlich? Ist der Mindestlohn ab Januar zu zahlen, da seitdem der Mindestlohn gilt? Sprich trotz eines Vertrages handelt es sich um zwei Praktika, nämlich Pflichtpraktikum bis Januar. Ist es möglich mit einem Vertrag zwei Praktika zu kombinieren? So sieht es derzeitig der Arbeitgeber und gibt an, Praktikum A habe 2 Monate gedauert und Praktikum B auch, demenstprechend sei für beide kein Mindestlohn zu zahlen, da nicht die Gesamtzeit ausschlaggebend sei, sondern nur die tatsächlich geleistete.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sarah,

      interessante Situation.

      Generell gilt: Das Unternehmen begibt sich auf dünnes Eis. Generell empfehlen wir stets, getrennte Verträge zu machen. Wenn es in einem Vertrag gemacht ist, besteht die Gefahr, dass der Gesetzgeber es als ein Praktikum ansieht

      Dabei gilt dann nämlich: Der MiLo ist dann für das GESAMTE Praktikum fällig. Sprich: Mache ich einen Vertrag über 4 Monate, gilt 4 Monate MiLo, selbst wenn 3 Monate ohne MiLo gegangen wäre.

      Der MiLo gilt aber immer erst ab 2015. Somit gibt es die theoretische Chance, dass du auch im Januar Anspruch auf MiLo hättest. Ob das gesetzlich durchsetzbar ist kann ich leider nicht sagen, genauso wenig, wie sich das mit dem Urlaub verhält.

      Hilft das aber so weiter?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Sarah Lehmann

        ja, das hilft durchaus weiter. Mir ist bewusst das es eine sehr verzwickte Situation ist.

        Hier treffen ja eigentlich individuelle Vereinbarungen im Vertrag mit gesetzlichen Regelungen zum Praktikum aufeinander. Persönlich würde ich vermuten dass der Individualregelung Vorrang gegeben werden müsste.

        In meinem speziellen Fall wurde ich für den Januar noch mit der Praktikumsvergütung bezahlt. Hier hatte ich einige freie Tage um Prüfungen in der Uni zu schreiben. Das Unternehmen vereinbarte mit mir, dass im Falle einer Aufhebung der Mindestlohn für Februar gezahlt würde. Nun hat man also gekonnt die Januartage in den Februar übertragen und den Mindestlohn eigentlich umgangen.

        Es ist fraglich wie ein Gericht den Gesamtfall beurteilt

  • Rosi Milligan-Tawell

    Hallo Tobias Georgi,
    mein Sohn muss ein Pflichtpraktikum für seinen Masterabschluß ein 6-montiges Praktikum absolvieren. Die Uni ist in Frankreich aber er kann global einen Praktikumsplatz suchen. Ist das Unternehmen welches ihn nimmt MiLo-pflichtig?

    Vielen Dank schon mal!
    Mandusarose

    1. Tobias Georgi

      Hallo Frau Milligan-Tawell,

      vielen Dank für ihre Frage.
      Der Mindestlohn gilt nur in Deutschland. Französische Arbeitgeber sind daran nicht gebunden.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Christiane

    Hallo Herr Georgi,

    ich möchte eine Ausbildung zur Erzieherin über ein spezielles Ausbildungsmodell beginnen, das sich mit meiner familiären Situation vereinbaren lässt – habe bereits eine Ausbildung und Studium in einem kfm. Bereich absolviert.
    Um an der Fachakademie zugelassen zu werden, muss ich mindestens 6 Monate bzw. 720 Stunden Tätigkeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung nachweisen. So steht es in der Schulordnung für die Fachakademien für Sozialpädagogik in Bayern.
    (Wortlaut: Es können nur solche Bewerber zugelassen werden, die … mindestens weitere sechs Monate erfolgreich in einer sozialpädagogischen Einrichtung tätig waren…)
    Nun möchte ich ein Praktikum in einem Kindergarten absolvieren und der kommunale Träger weiß nicht, ob es sich hierbei um ein Pflichtpraktikum handelt, damit er mich länger als 3 Monate ohne Mindestlohn beschäftigen kann.
    Kann eine Zulassungsvoraussetzung nicht als verpflichtend bzw. Pflichtpraktikum anerkannt werden, auch wenn hier nicht explizit das Wort Praktikum erwähnt ist?
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

    Schöne Grüße
    Christiane

    1. Tobias Georgi

      Hallo Christiane,

      besten Dank für den Kommentar. Das ist eine interessante Frage, die ich nicht klar beantworten kann.
      Zuerst einmal denke ich, dass die Schulordnung eine so klare Formulierung hat, dass man es als Pflichtpraktikum interpretieren würde. Ob man als Unternehmen dann bezüglich MiLo aber auf der sicheren Seite ist, kann ich leider nicht sicher sagen.

      Ich empfehle ihnen dafür einen Anruf bei der MiLo-Hotline.
      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Ich hoffe, das hilft ihnen weiter!

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • hannah

    Halli Hallo,
    ich muss laut der Studienregelungen ein Pflichtpraktikum von 3 Monaten absolvieren.
    Ich habe jetzt aber eine Stelle mit 4 Monaten Praktikumszeitraum.
    Ist das Praktikum nun Mindestlohnpflichtig?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Hannah,

      tja, in der Tat wäre dein Praktikum nun MiLo-pflichtig. Das Unternehmen hätte das aber umgehen können, indem es 2 Verträge macht. 3 Monate + 1 Monat. Du kannst neben den 3 Monaten Pflichtpraktikum zusätzlich noch 3 Monate freiwilliges Praktikum ohne MiLo machen.

      Ein Praktikum über 4 Monate geht technisch aber nicht.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Ingo Hansen

    Hallo ,
    meine Tochter macht ein Ausbildung zur Kosmetikerin . Im zweiten Ausbildungsjahr muß
    sie zwei mal in der Woche ein Praktikum machen in einem Kosmetikstudio. Die Stundenzahl ist begrenzt auf 350 Stunden. Da meine Tochter Behandlungen an Kunden durchführt ( Gesichtsmassage usw.) und ihre Chefin aber den Kunden das volle Geld für eine Behandlung abzieht.
    Frage: Meine Tochter bekommt kein Geld für ihre Leistung ist das Rechtens?
    Frage: Darf die Chefin den Kunden das volle Geld für eine Behandlung abziehen da die Behandlung ja von einer Praktikantin gemacht worden ist.
    Frage: Was muß gezahlt werden an meine Tochter.
    Frage: Oder ist es im Rammen der Ausbildung untersagt den Schülern Geld zu bezahlen im
    Praktikum.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Hansen,

      danke für ihren Beitrag.

      Ich bin generell mit der Situation bei Auszubildenden nicht so gut vertraut wie bei Studenten.

      Frage: Meine Tochter bekommt kein Geld für ihre Leistung ist das Rechtens?
      Generell gilt, dass Auzbis keinen Anspruch auf den MiLo haben. Ich gehe daher davon aus, dass sie Azubi-Gehalt bekommt? Ist ihre Tochter minderjährig?
      Ich bin wirklich nicht sicher, aber ich denke, die Chancen stehen nicht schlecht, dass es kein Verstoß ist, wenn sie nichts bekommt.

      Frage: Darf die Chefin den Kunden das volle Geld für eine Behandlung abziehen da die Behandlung ja von einer Praktikantin gemacht worden ist.
      Das ist ein ganz anderes Thema mit dem ich nicht vertraut bin. Kann ich leider keine Einschätzung geben.

      Frage: Was muß gezahlt werden an meine Tochter.
      Frage: Oder ist es im Rammen der Ausbildung untersagt den Schülern Geld zu bezahlen im
      Praktikum.
      Siehe oben: Wenn sie Azubi-Gehalt bekommt, dann könnte es in Ordnung sein, dass sie nichts bekommt.

      Ich empfehle ihnen einen Anruf bei der MiLo-Hotline, die könnten ihre Fragen vielleicht besser beantworten.
      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Ich hoffe, ich konnte ihnen wenigstens ein wenig weiterhelfen.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Alex

    Hallo Georgi,

    ich will im Rahmen der Orientierung bei mehreren Unternehmen für ca. 5 Wochen ein Praktikum absolvieren.

    Gilt diese 3 Monats-Regel ausschließlich auf ein Praktikum bei einem Unternehmen, oder sagt diese 3-Monats-Regel aus, dass in Summe aller Praktika berücksichtigt.

    Beispiel:

    1. Unternehmen (5 Wochen)
    2. Unternehmen (5 Wochen)
    3. Unternehmen (7 Wochen)

    Beim 3. Unternehmen überschreite ich doch während dieses Praktikums den Zeitraum von drei Monaten.

    Oder ist der Gesetztesauszug

    §22 (1) Nr. 2 & 3 MiLoG.
    […] „ein Praktikum von bis zu drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung leisten, wenn nicht zuvor ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat […]“

    so zu betrachten, dass definitiv jedes einzelne Praktikum einzelnd an diese 3-Monats-Regel herangezogen wird und nicht in Summe?

    Vielen Dank für deine Antwort!

    MfG
    Alex

    1. Tobias Georgi

      Hallo Alex,

      die Regel mit den 3 Monaten gilt pro Unternehmen. Wenn du bei verschiedenen Unternehmen deine Praktika absolvierst, ist jedes individuell für 3 Monate vom MiLo befreit.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Klara

    Hallo,

    zur Zeit absolviere ich ein freiwilliges Praktikum (nicht in der Prüfungsordnung vorgeschrieben). Der Vertrag war ursprünglich auf 3 Monate und 3 Wochen festgelegt, aus universitären Gründen haben wir es aber im Nachhinein handschriftlich auf 3 Monate und 2 Wochen geändert.

    Im Vertrag selbst ist zwar kein Lohn, aber eine Art Beihilfe von 500€ (habe den Vertrag zur exakten Begriffsbestimmung leider nicht zur Hand) festgelegt worden.

    Gilt in meinem Fall nun das vertraglich festgelegte oder greift das Gesetz hier ein, sodass mir der Mindestlohn zusteht?? Leider ist mir dieses erst nach Vertragsschließung bewusst geworden.

    Könnte mein Arbeitgeber jetzt in diesem Fall mir den Vertrag auf 3 Monate kürzen, wodurch der Mindestlohn entfällt oder gilt dann trotzdem das ursprünglich im Vertrag festgelegte als Maßstab?

    Vielen Dank bereits im Voraus

    1. Tobias Georgi

      Hallo Klara,

      danke für deinen Beitrag. Das MiLo-Gesetz ist eigentlich recht klar, 3 Monate sind nicht 3 Monate + 2 Wochen. Demnach gehe ich davon aus, dass du Anspruch auf den Mindestlohn hättest.

      Wenn das Unternehmen dann den Vertrag kürzen möchte und das im Konsens mit dir geschieht, ist alles gut.

      Wenn du dem nicht zustimmst, würde ein Verstoß gegen das MiLo-Gesetz vorliegen und du hättest theoretisch vom ersten Tag an Anspruch auf dem MiLo.

      Ich habe allerdings keine Informationen, wie solche Eskalationen ausgehen, mir sind da keine Fälle bekannt.

      Mein persönlicher Rat wäre es, es wegen der 2 Wochen bei der Sache zu belassen.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Richard Hofmann

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe in Ihrem Artikel gelesen, das Langzeitarbeitslose für 6 Monate vom Mindestlohn befreit sind. Nun hat mir mein Arbeitsvermittler jedoch mitgeteilt, dass ich ein 8-wöchiges Praktikum nicht absolvieren kann, es sei denn, es wird der Mindestlohn gezahlt. Da dies nicht zu realisieren war, hat er mir lediglich 6 Wochen genehmigt. Das steht doch im Widerspruch zu Ihren Ausführungen, oder nicht? Was trifft denn nun zu und mit welchen Gesetzesstellen könnte ich es belegen?

    Vielen Dank und beste Grüße
    Richard Hofmann

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Hofmann,

      ich kann mir nicht erklären, warum sie derartige Probleme haben.
      In §22 Absatz 4 vom Mindestlohngesetz (aktuellste Ausgabe, 4 Wochen alt) steht:

      Für Arbeitsverhältnisse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die unmittelbar vor Beginn der Beschäftigung langzeitarbeitslos im Sinne des §18 Absatz 1 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch waren, gilt der Mindestlohn in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung nicht.

      Ich hoffe, das hilft ihnen weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Tarasenko

    Grüß Gott, Herr Georgi

    ich bin aus der Ukraine umgezogen. In der Ukraine habe ich medizinische Ausbildung abgeschlossen. Aber ohne Facharztausbildung. Laut Regierung von Oberbayern gilt meine Ausbildung in Deutschland deswegen als nicht abgeschlossene. Ich muss jetzt 12 Monatige ärztlich-praktische Tätigkeit unter Aufsicht des approbiertes Ärztes (6 Monate Innere und 6 Monate Chirurgie) ausüben. Nur danach darf ich Approbation beantragen. Im Klinikum sagt man dass hat Klinikum z.Zt. wenig Geld und kann mich deswegen nicht einstellen. Jobcenter hat geantwortet, dass falls ich vom Klinikum nichts bekomme dann wird Jobcenter diese kosten auf sich übernehmen. Darauf antwortet Klinik, dass sie dürfen kein Praktikumvertrag ohne vergütung machen, weil es Mindestlohngesetz gibt.

    ABER soviel ich verstanden habe, hat in meinem Fall dieses Gesetz keine Wirkung? (Pflichtpraktikum im Rahmen der nicht abgeschlossenen Ausbildung)

    Vielen dank fürs Antwort!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Tarasenko,

      danke für ihren Kommentar.
      Für mich gilt hier erstmal Folgendes:
      – Sie sind nicht eingeschrieben
      – Sie machen >3 Monate Praktikum
      –> Daher denke ich, dass ihr Praktikum mindestlohnpflichtig ist

      Natürlich ist das ein spezieller Fall. Was haben sie schriftlich in der Hand, dass sie verpflichtet sind, die 12 Monate Tätigkeit unter Aufsicht auszuüben?

      Wenn sie eine Verordnung oder Ähnliches hätten, könnten sie damit zur Klinik gehen.

      Zusätzlich empfehle ich einen Anruf bei der MiLo-Hotline.
      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html%3bjsessionid=9B2B8DB0887EBCB5F4ED5FC10A02AE4D

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Richard Wehler

    Hallo Herr Georgi,
    ich habe eine kleine Werbeagentur und möchte gerne einen Praktikanten einstellen. Mein Wunschkandidat hat eine angeschlossene Berufsausbildung und möchte 2017 studieren.
    Kann ich ihn ohne ML für 3 Monate als Praktikant einstellen (Orientierungspraktika)? Und wie definiert sich in diesem Fall ein Orientierungspraktikum?

    Vielen Dank für eine Antwort.

    Liebe Grüße

    Richard Wehler

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Wehler,

      danke für ihren Kommentar.
      Gute Frage, die wohl sehr tricky ist. Fakt ist, dass ich nicht guten Gewissens sagen kann, dass man damit safe wäre.

      Ich vermute, die Berufsausbildung hängt mit dem geplanten Studium zusammen? In dem Fall kann man leider nicht ausschließen, dass MiLo-Anspruch besteht, weil ja mit der Ausbildung eigentlich eine Orientierung stattgefunden hat.
      Leider nach meinem Kenntnisstand unbekanntes Terrain ohne Präzedenzfälle.
      Daher wäre mein Rat, den Praktikanten nicht ohne MiLo einzustellen (oder nicht einzustellen, wenn man den MiLo nicht zahlen möchte), wenn sie auf der sicheren Seite sein möchten.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

      p.s.: Bitte bedenken sie, dass dies keine verbindliche Rechtsauskunft darstellt.

  • Biene

    Herr Georgi,
    ich habe folgendes Problem:
    Als Zugangsvorraussetzung zur Fachschule für Sozialwesen benötige ich ein 6-monatiges Praktikum um die Ausbildung zur Erzieherin zu absolvieren. Als Quereinsteigerin bekomme ich lt. Arbeitsamt während des Vollzeit-Praktikums kein Arbeitslosengeld 1 mehr. Von was soll ich denn bitte leben?
    Gibt es denn in diesem Fall absolut keine Förderungsmöglichkeiten? Da ich bereits 46 Jahre alt bin und mein Leben selbst unterhalten muss, weiß ich nicht wie ich diese Durststrecke durchstehen soll. Haben Sie evtl. eine Idee??

    1. Tobias Georgi

      Hallo Biene,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Ich kann leider nur sagen, dass ich passen muss. Mit Förderungsmöglichkeiten in Ihrer Situation bin ich leider nicht vertraut, tut mir leid.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Svetlana

    Hallo Herr Georgi,
    Ich habe im vergangenen Herbst ein 3-monatiges freiwilliges Praktikum gemacht (kein Mindestlohn). Danach gleich anschließend meine Bachelorarbeit im selben Unternehmen geschrieben (vorgesehen von der Studienordnung, auch kein Mindestlohn). Und jetzt werde ich noch ein 6-monatiges freiwilliges Praktikum im selben Unternehmen machen. Diesmal mit Mindestlohn. Meine Frage ist, ob das Unternehmen mir für das erste Praktikum eine rückwirkende Aufzahlung auf das Niveau vom Mindestlohn jetzt schuldet.
    Vielen Dank und beste Grüße.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Svetlana,

      danke für deine Anfrage.

      1. Dein 1. Praktikum war bez. MiLo „100% sauber“. Keine rückwirkende Forderungen möglich

      2. Bei Bachelorarbeiten ist es tricky. Eigentlich ist bisher davon ausgegangen worden, dass man sie als Plfichtpraktikum werden kann, es ist aber wohl doch nicht ganz sicher. Ich bin kurz davor, den Artikel entsprechend anzupassen.

      Generell wäre aber meine Einschätzung, dass dir das Unternehmen nichts „schuldet“. Ich würde es dabei belassen .

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      p.s.: Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsauskunft ist.

  • Nico

    Hallo Herr Georgi,

    derzeit absolviere ich ein Pflichtpraktikum, die Hochschule hat eine Dauer von 3 Monaten vorgeschrieben. Mein Vertrag läuft allerdings 4 Monate, es handelt sich wirklich um einen einzigen Vertrag und nicht zwei getrennte. Im Vertrag ist eine Vergütung x vereinbart, die allerdings unter dem Mindestlohn liegt. Die ersten drei Monate fallen natürlich nicht unter den Mindestlohn aber Ist der vierte Monat mindestlohnpflichtig?
    Leider ist es sehr schwer verlässliche Informationen zu finden. Von einer offiziellen Quelle habe ich zB die Info erhalten, dass ich vom ersten Tag an den Mindestlohn bekommen müsste (was ich für falsch halte weil es ja ein Pflichtpraktikum ist).
    Dankeschön und viele Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Nico,

      deine offizielle Quelle hat Recht.

      Ich zitiere den Artikel oben:

      „Sollte ein Praktikum die vom Mindestlohn befreite Zeitspanne überschreiten, so wird das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig. Das ist nicht ganz intuitiv, daher ein Beispiel: Ein Praktikum wäre 3 Monate vom Mindestlohn befreit, vertraglich werden aber 4 Monate vereinbart. Nun ist nicht nur der 4. Monat mindestlohnpflichtig sondern alle 4 Monate sind mindestlohnpflichtig. Dieser Anspruch gilt auch rückwirkend, kann aber frühestens ab dem 1.1.2015 geltend gemacht werden.“

      Sollte deine bisherige offizielle Quelle nicht die Mindestlohn Hotline vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewesen sein, empfehle ich dort einen Anruf zur weiteren Bestätigung: http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html%3bjsessionid=9B2B8DB0887EBCB5F4ED5FC10A02AE4D

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Shabi

    Hallo :),

    ich bin zurzeit im Master und habe mich entschieden ein Jahr lang Praktika in Büros zu absolvieren. Da in unser Studienordnung keine Pflichtpraktika vorgeschrieben sind, ist dies somit alles auf freiwilliger Basis. Nun arbeite ich seit Anfang Januar im Büro für genau 6 Monate, Vollzeit. Urlaubssemester kann ich natürlich nur bei Pflichtpraktika nehmen, d.h. ich bin immatrikuliert, besuche jedoch solange das „Studiengeschehen“ nicht. Beim Vorstellungsgespräch sagte mein Arbeitgeber mir, dass er Praktikanten mit 600 Euro bezahlt und man es als ein Geben und Nehmen sehen sollte, da man im Praktikum wichtige Kenntnisse erlerne. Dies habe ich soweit akzeptiert, da für mich die Erfahrung im Vordergrund stand.
    Nun sind 4 Wochen vergangen und ich habe weder einen Vertrag erhalten, noch hat er mit mir über Krankenversicherung u.ä. gesprochen, bis ich ihn darauf angesprochen habe. Er wolle sich darum kümmern usw.
    Was bedeutet jetzt nun 600 Euro brutto? Was will er mir da denn nun abziehen. Er weiß ja nicht, wo ich versichert bin? Was muss ich nun tun? Welche Rechte habe ich?

    LG

    1. Tobias Georgi

      Hallo Shabi,

      danke für deinen Kommentar. Das klingt natürlich dubios, dass du da bisher noch keinen Vertrag bekommen hast.
      Ich muss hier leider sagen, dass ich lediglich Hilfestellungen bei Fragen um den Mindestlohn gebe und keinerlei Rechtsberatung geben kann.

      Ich kann nur soviel sagen: Solltest du einen Vertrag über 6 Monate erhalten, hättest du auf jeden Fall vom ersten Tag an Anspruch auf den MiLo, da es sich ja nicht um ein Pflichtpraktikum handelt, dessen Dauer von 6 Monate in deiner Studienordnung verankert ist.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Sabrina

    Guten Tag Herr Georgi,

    ich hätte eine Frage, da mich das Thema durchaus verwirrt.

    Bis zum Beginn meines Masters im Oktober wollte ich ein Praktikum absolvieren, dass mehr als 3 Monate geht. Ich habe schon einen Bachelor und bin zur Zeit Scheinstudentin.

    Welche Rechte habe ich nun auf einen MiLo bzw. generelle Bezahlung, falls der Betrieb generell bei der Bezahlung nicht allzu entgegen kommt?

    Liebe Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sabrina,

      generell ist die Sachlage so:
      – Du bist eingeschrieben, kannst also freiwillige Praktika absolvieren
      – Bis 3 Monate sind diese nicht MiLo-pflichtig
      – Bei mehr als 3 Monaten wäre von Beginn an der MiLo fällig

      Wenn Unternehmen mit der Materie vertraut sind und den MiLo für Praktikanten nicht zahlen möchten, würden sie von sich aus Praktika auf 3 Monate beschränken.

      Solltest du jedoch einen Vertrag über mehr als 3 Monate erhalten, hättest du wie gesagt vom ersten Tag an Anspruch auf den Mindestlohn.

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

      p.s.: Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsauskunft darstellt.

  • Tobias

    Guten Abend,
    kurz zu meiner Situation: Ich werde eine Ausbildung zum Industriekaufmann mit der mündlichen Prüfung am kommenden Dienstag abschließen. Anschließend werde ich im Unternehmen übernommen. Allerdings möchte ich im Oktober 2016 beginnen zu studieren. Wäre es daher möglich von Juni bis September ein Orientierungspraktikum in einem anderen Unternehmen zu absolvieren? Oder würde dieses Praktikum unter den Mindestlohn fallen, da ich schon eine abgeschlossene Ausbildung habe und im Anschluss schon gearbeitet habe.
    Das Praktikum würde ich auch im kaufmännischen Bereich machen wollen. Der Hintergrund, dass ich überhaupt ein Praktikum machen möchte ist der, dass ich in einer Abteilung übernommen werde, in der ich mich beruflich nicht wirklich sehe, sondern eher als Übergang bis zum Studium herhalten müsste. Allerdings würde ich gerne die Zeit vorm Studium nutzen, um nochmal ein Praktikum für 3 Monate in meinem Wunschbereich in einem anderen Unternehmen zu absolvieren.
    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

    1. Tobias

      Ich meinte den Zeitraum von Juli bis September, also für 3 Monate

    2. Tobias Georgi

      Hallo Namensvetter,

      danke für deine Frage.

      Ich muss sagen, dass ich nicht genau weiß, wie eine abgeschlossene Ausbildung vom Gesetzgeber gewertet wird. Ein abgeschlossenes Studium würde auf jeden Fall KEIN Orientierungspraktikum erlauben.

      Bei einer abgeschlossenen Ausbildung in genau dem Bereich, wo du Praktikum machen möchtest, klingt für mich aber so, dass ebenfalls kein Orientierungspraktikum möglich wäre.

      Sprich: Solange du nicht immatrikuliert bist, würde ich davon ausgehen, dass dir der MiLo gezahlt werden muss. Du kannst auch nicht darauf verzichten.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias

      1. Tobias

        Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

        Können Sie mir sagen, an wen ich mich dabei wenden muss, um eine sichere Auskunft darüber zu erhalten? 🙂

  • Hilda

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe diesen Winter mein BA-Studium abgeschlossen und werde deshalb zum 31.03.2016 exmatrikuliert. Für die sinnvolle Überbrückung der Zeit zwischen Bachelor und Master wollte ich nun im Zeitraum von Februar bis August freiwillige Praktika absolvieren, am liebsten zwei mit der jeweiligen Dauer von 3 Monaten.

    Auch habe ich bereits Bewerbungen geschrieben und das Interesse einer Firma geweckt. Jedoch teilten diese mir nach genauerer Sichtung meiner Unterlagen mit, dass sie mich aufgrund der Mindestlohnregelung nicht einstellen könnten. Mit abgeschlossenem Studium könne mein Praktikum nicht mehr als freiwilliges Praktikum gewertet werden, da meine Orientierungsphase ja bereits abgeschlossen sei. Den Mindestlohn können/wollen sie mir, wie so viele andere Unternehmen auch, nicht zahlen. An dieser Stelle muss ich mich erneut fragen, wem mit dem Mindestlohngesetz eigentlich ein Gefallen getan wird :(.

    Sehen Sie für mich irgendwelche Möglichkeiten, trotzdem die Praktika zu absolvieren? Würde es helfen, sich erneut zu immatrikulieren?

    Ich bedanke mich für Ihre Hilfe und weiß sehr zu schätzen, dass Sie hier Menschen wie mir eine hilfreiche Platform bieten.

    Beste Grüße
    Hilda

    1. Tobias Georgi

      Hallo Hilda,

      danke für deine Frage.
      „An dieser Stelle muss ich mich erneut fragen, wem mit dem Mindestlohngesetz eigentlich ein Gefallen getan wird :(.“

      Ja, genau das habe ich damals prognostiziert. Im Endeffekt werden es Absolventen nur noch schwerer haben, dein Einstieg zu finden. Und Unternehmen, die den MiLo nicht zahlen, machen dies häufig nicht aus Geiz, sondern, weil sie es sich nicht leisten können.

      Zu deiner Frage: Keine Immatrikulation = Mindestlohn. So einfach wäre das.

      Wenn du dich erneut immatrikulieren würdest, könntest du ein freiwilliges Praktikum ohne MiLo machen.

      Es gab zwar stimmen, die meinte, dass derartige Umgehensmaßnahmen nicht gelten sollten, ein Anruf bei der MIndestlohn-Hotline ergab aber, dass gesagt wurde: Wenn immatrikuliert, dann freiwillige Praktika möglich, egal ob Scheinstudium oder nicht.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Lisa

    Hallo,

    danke für den tollen ausführlichen Artikel. Ich habe da aber trotzdem noch eine Frage und hoffe mir kann da jemand weiterhelfen.
    Ich beginn im Februar ein Pflichtpraktikum für 3 Monate und anschließend noch 3 Monate freiwilliges Praktikum in der gleichen Firma. Habe ich dann irgend ein Anspruch auf Mindestlohn, da ich insgesamt 6 Monate im gleichen Unternehmen arbeite?

    Vielen Dank für Eure Hilfe und beste Grüße,
    Lisa

    1. Tobias Georgi

      Hallo Lisa,

      danke für deine Frage.

      Sollte das Unternehmen technisch alles sauber gemacht haben, dir als für die Praktika separate Arbeitsverträge gegeben, dann sind beide Praktika nicht mindestlohnpflichtig.

      Sprich, du hättest keinen Anspruch auf MiLo.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Marie

        Hallo,
        Ich bin in der gleichen Situation, heißt das also, dass auch während des „zweiten“ Praktikums von 3 Monaten (begleitendes Praktikum nach Pflichtpraktikum) gar keine Vergütung zu zahlen ist? Auch keine ausbildungsähnliche Bezahlung wie 450€? Oder ist das dem Unternehmen überlassen und es muss generell eigentlich keine Vergütung stattfinden während dieser Zeit?

  • Amie Keller

    Hallo,

    ich habe bereits eine Selbstständigkeit, abgeschlossene Ausbildung und ein duales Studium im IT-Bereich hinter mir… Nur habe ich das Studium krankheitsbedingt nie abgeschlossen.

    Nun bin ich weiterhin krankgeschrieben und möchte bald wieder arbeiten. Da nicht sicher ist, wie gut das geht und wie viel Arbeit möglich ist, eine Eingliederung ohne Arbeitgeber wegfällt, wird mir zu Praktika geraten…

    Orientierung fällt da eigentlich raus – ich arbeite seit 15 Jahren in dem Bereich. Pflichtpraktikum ist es auch nicht.

    Als Langzeitarbeitslos gelte ich ohne ALG 2 wohl ebenfalls nicht – und selbst wenn möchte man mit der Qualifikation zumindest einen Mindestlohn.

    Welche Regelung greift hier? Bekäme ich Mindestlohn, auch unter 3 Monaten?

    Danke für die Antwort.
    Amie

    1. Tobias Georgi

      Hallo Amie,

      danke für die Frage und entschuldigen Sie die späte Antwort.

      Ja, in ihrem Fall sieht es für mich so aus, dass Praktika in jedem Fall von Beginn an mindestlohnpflichtig wären. Ich hoffe, das ist nicht zu ihrem Nachteil.

      Beste Grüße
      Tobias

  • Andreas

    Hallo zusammen,

    am 8.9.2014 hat Anegia eine ähnliche Frage gehabt, die mich auch beschäftigt. Allerdings bin ich durch die Antwort eher verwirrt.
    Folgender Sachverhalt: Mein Pflichtpraktikum von der Hochschule muss ich mind. 80 Nettoarbeitstage lang im UN machen.
    Jetzt habe einen Vertrag bekommen, indem steht dass ich von Februar bis Juni ’16 (ca. 90 Nettotage) Pflichtpraktikum mache und von Juni bis August (ca. 40 Nettotage) ein freiwilliges Praktikum. Dafür bekomme ich eine Vergütung (ca.950Euro/Monat).
    Zwei Fragen: 1. Müssen das nicht zwei extra Verträge sein? Oder geht das so in einem Vertrag?
    2. Laut Text ist das rechtlich so in Ordnung, also dass kein MiLo im freiwilligen gezahlt wird, da unter 3 Monate —> siehe Erklärungsbox am Ende des Artikels). Laut Antwort an Anegia, ist der MiLo allerdings fällig: Zitat von Herrn Georgis Antwort:
    „Es gibt unseres Wissens noch keine Präzedenzfälle, wir legen diesen Passus aber klar so aus, dass ein “solches Praktikumsverhältnis” bestanden hat, wenn einem freiwilligen Praktikum ein 3-monatiges Pflichtpraktikum vorausging (welches regelzeiterschöpfend ist).

    Somit gehen wir weiterhin davon aus, dass ein 3-monatiges freiwilliges Praktikum im Anschluss an ein 3-monatiges Pflichtpraktikum mindestlohnpflichtig ist.“

    Bedeutet es also, dass ich im freiwilligen Praktikum (nach den 90 Nettoarbeitstagen des Pflichtpraktikums) den MiLo bekommen müsste? (anstatt der gleichen Vergütung wie im Pflichtpraktikum)

    Vielen Dank schon im Voraus.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Andreas,

      sorry für die späte Antwort.
      danke für die Nachfrage. Guter Punkt.

      Es hat hier viel Bewegung gegeben bei der Sache. Sprich: Meine alte Antwort ist nicht mehr aktuell. Da muss ich mal schauen, dass ich das anpasse.

      Gemäß der Tabelle in diesem Artikel ist es möglich, ein freiwilliges Praktikum im Anschluss an ein Pflichtpraktikum im selben Unternehmen zu machen, ohne dass der MiLo fällig wird.

      –> Generell ist das in Ordnung

      2 Verträge? Wie empfehlen diese auf jeden Fall. Können aber nicht abschätzen, wie der Gesetzgeber in diesem Fall entscheiden würde. Kann sein, dass das sauber so ist, ich würde es nicht so machen.

      Was mich aber stutzig macht: Oben steht, dass das Pflichtpraktikum laut Studienordnung 80 Tage sein soll, dass der Vertrag aber über 90 Tage geht? Wenn das so wäre, wäre eigentlich von Beginn an der MiLo fällig.

      Immerhin bekommst du ja aber 950€/Monat, somit ist ja eine solide Basis vorhanden.

      Ich hoffe, ich konnte helfen und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Martin

    Hallo,
    meine Tochter studiert grad im 3. Semester. Im nächsten steht das 20-wöchige Pflichtpraktikum an, offiziell ab Semesterbeginn im April 2016. Folgendes Problem haben wir. Wir würden gern im Sommer für 2 Wochen in den Urlaub fliegen, was aber nur in den Schulferien unseres Sohnes, nach dem 24.06.2016 machbar ist. Selbst wenn unsere Tochter ihr Praktikum schon vorzeitig am 01. März beginnen würde(was wohl geht), wäre ihr letzter Praktikumstag am 15. Juli. Nun meine Frage dazu. Ist es möglich das Praktikum nach etwa 18 Wochen zu unterbrechen und die noch fehlenden 2 Wochen 14 Tage später nach zu holen?
    Diese 2 Wochen Unterschied machen bei der Urlaubsbuchung eine Differenz von 500€ aus.

    Bitte um Kommentierung
    Vielen Dank und beste Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Martin,

      ja, derartige Unterbrechungen sollten möglich sein, ohne dass sich der Anspruch auf Mindestlohn verändert.
      Einfach mal den Arbeitgeber dazu befragen.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Martin

        Sehr geehrter Herr Georgi,
        danke für Ihre Antwort. Mir gings dabei gar nicht so sehr um den Mindestlohn, sondern ganz allgemein darum ob eine Unterbrechung möglich ist. Ist z.B. eine Hochschule berechtigt darauf zu bestehen, die 20 Wochen AM STÜCK abzuleisten?

        Viele Grüße

  • Anonyme Frage

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    ich bin aktuell auch etwas ratlos. Ich hoffe, Sie können mir helfen.

    Ich bin aktuell auf der Suche nach einer Praktikumsstelle für mein Berufsfeldpraktikum (im Rahmen meines Studiums). Dieses ist zeitlich generell schon sehr knapp bemessen –> Es soll in 4 Wochen abgeleistet werden.

    Nun habe ich quasi meine Traumstelle gefunden, diese möchte aber, dass ich vor dem Praktikum in meiner Wunschabteilung ein 2-3-wöchiges Praktikum im Haus mache, um alle Stationen kennenzulernen (dies ist auch absolut sinnvoll und einleuchtend, da ich mich im Rahmen meiner Arbeit in der Wunschabteilung auch mit allen Abteilungen beschäftige).

    Da mein Praktikum aber als Pflichtpraktikum deklariert wird, darf ich lt. der Arbeitsstelle auch nur maximal 4 Wochen mein Praktikum im gesamten Unternehmen absolvieren. Würde ich also die 2-3 Wochen vorab in den Abteilungen ableisten, würden mir nur noch 1-2 Wochen in meiner Wunschabteilung bleiben, was den Mitarbeitern jedoch (verständlicherweise) zu kurz ist.

    Ich persönlich würde auch liebend gerne mein Praktikum dort verlängern und auch über die 4 Wochen hinaus gehen. Allerdings scheinen dem Unternehmen die Hände gebunden.

    Können Sie mir helfen? Gibt es in der Tat keine Möglichkeit, ein Pflichtpraktikum zu absolvieren, welches über die (vorgeschriebenen) 4 Wochen hinausgeht, damit ich vorab die anderen Abteilungen kennenlernen kann?

    Verträge, welche eine bezahlte Tätigkeit beinhalten stehen leider auch nicht zur Debatte.

    Gibt es irgend eine andere Möglichkeit, die ich vorschlagen könnte, damit das Unternehmen rechtlich auf der sicheren Seite ist und ich mein Wunschpraktikum absolvieren kann?

    Viele Grüße und herzlichen Dank vorab.

    1. Tobias Georgi

      Hallo,

      ich denke ich habe gute Nachrichten. Es ist möglich, ohne Mindestlohn das Praktikum zu absolvieren.

      Neben dem Pflichtpraktikum ist auch ein begleitendes Praktikum im selben Betrieb möglich – OHNE MiLo-Pflicht.

      Sprich. Das Unternehmen kann einfach 2 separate Verträge machen.

      1. Begleitendes Praktikum für die Zeit vor dem Pflichtpraktikum bis max 3 Monate.
      2. Pflichtpraktikum für max. 4 Wochen.

      In dieser Konstellation sind beide Praktika nicht mindestlohnpflichtig.

      Ich hoffe, das hilft weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Anonyme Frage

        Vielen lieben Dank, Herr Georgi!

        Ich habe morgen ein persönliches Gespräch mit dem Unternehmen und werde dort diese Konstellation vorschlagen.

        Weihnachtliche Grüße

  • Steffi

    Guten Tag,
    kurze Frage zum Verständnis. Also ist es mir in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr möglich, einfach mal in einem Betrieb rein zu schnuppern und mal für ein paar Tage auf Probe zu arbeiten, wenn ich nicht von der Schule/Uni komme, ohne das man mir Mindestlohn zahlen muss??

    LG

    1. Tobias Georgi

      Hallo Steffi,

      doch, das ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich mit dem sogenannten Orientierungspraktikum.

      Hier achtet der Gesetzgeber darauf, dass diese aber nicht missbraucht wird. Sprich, mit abgeschlossenem Studium ist es dann in der Tat schwer, dann wäre fast jedes Praktikum MiLo-pflichtig.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Can Bosut w

    Hallo Herr Tobias Georgie,
    ich hatte eine Frage 🙂
    ich absolviere mein Praxissemester. Pflichtpraktikum innerhalb meines Studiums, Pflichttage sind 95 Tage.
    Mein Vertrag läuft vom 16.August bis zum 16 Februar, also länger als die 95 Tage,
    ich habe ein 37,5 stundenwoche laut meinen Vetrag.
    ich wollte nachfragen ob meine Vergütung unter den Mindestlohn fällt oder nicht, weil ich bei manchen erklärungen etwas verunsichert bin. Und wen ich mit dem Mindestlohn rechne ich auf eine Höhrer Vergütung komme. Aber ich glaube mein Praktium fällt nicht unter den Mindestlohn oder? ich dachte ich frage sie bevor ich meinen Betreuer darauf anspreche 🙂
    vielen Vielen Dank im voraus für ihre Hilfe

    Mit freundlichen Grüßen
    Can Bosut

    1. Tobias Georgi

      Hallo Can Bosut w,

      danke für deinen Kommentar. Entscheidend ist, ob du im Rahmen deines Praktikums insgesamt mehr als 95 volle Tage arbeitest.

      Mir sieht es danach aus. Es sind genau 6 Monate. Wenn ich von 22 Arbeitstagen pro Monat ausgehe, wären das schon 132 Tage.
      Nun ziehen wir 12 Urlaubstage ab = 120 Tage
      Nun nehmen wir 37,5h statt 40h pro Woche = 93,75% „Vollzeit“

      120 * 0,9375 = 112,5

      Sprich: Nach meinen Berechnungen wirst du im Rahmen deines Praktikums die 95 Präsenztage in jedem Fall überschreiten

      Daher gehe ich davon aus, dass dein Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig wäre.

      Der Arbeitgeber könnte das umgehen, in dem er das Praktikum so gekürzt hätte, dass die 95 Präsenztage nicht überschritten worden wären.

      Du könntest deinen Betreuer ja einmal mit dieser Argumentation ansprechen.

      Bitte bedenke aber, dass dies KEINE verbindliche Rechtsberatung darstellt.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Thore (Student)

    Herr Georgi,
    sehr aufschlussreich bislang, vielen Dank!

    Gerade habe ich die Problematik der Mindestlohnregelung knallhart am eigenen Leibe erfahren. Im Rahmen meines Studiums wollte ich in einem externen Unternehmen ein freiwilliges Praktikum und damit einher ein vorgeschriebenes Projekt absolvieren. Mit dem zuständigen Projektingenieur wurde eine Gesamtbearbeitungsdauer von 5 Monaten vereinbart, was unseren Verständnis nach auch im gesetzlichen Rahmen ohne Mindestlohn wie folgt möglich war:
    – 3 Monate freiwilliges Praktikum nach § 22 Absatz 1 Satz 3 MiLoG
    – 2 Monate Projektbearbeitungsdauer nach § 22 Absatz 1 Satz 1 MiLoG, da es sich um ein Pflichtmodul der Prüfungsordnung mit vorgeschriebener Bearbeitungsdauer handelt.

    Letzteres wurde von der Personalabteilung allerdings abgelehnt, da es sich NICHT um ein PFLICHTpraktikum handele.

    Die Hochschule schreibt dazu, dass es sich:
    1. um ein Pflichtmodul der Prüfungsordnung handelt,
    2. die Zulassung durch den Prüfungsausschuss die Zustimmung umfasst dieses außerhalb der Hochschule durchzuführen.

    Meine Frage:
    Fällt das Projekt unter ein Praktikum, welches verpflichtend auf Grund einer hochschulrechtlichen Bestimmung geleistet wird, und somit unter § 22 Absatz 1 Satz 1 MiLoG? Oder unter die Mindestlohnpflicht, und warum?

    Hier schon mal vielen Dank!

    Mit freundlichem Gruß
    Thore

    1. Thore (Student)

      Nachtrag:
      Ich habe gesehen, dass Sie ein ähnliches Thema mit „Claudia“ – 15.April.2015 – bereits über eine Abschlussarbeit diskutiert haben.

      Dies wird so auch im Abschnitt 5.1.5.9 der BMAS- Broschüre „Das Mindestlohngesetz im Detail“ so angeführt:
      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/SharedDocs/Downloads/ml/informationen-zum-mindestlohngesetz-im-detail.pdf?__blob=publicationFile

      Hier heißt es: Da sich der Studierende im Unternehmen bei bloßer Anfertigung von studienbezogenen Abschlussarbeiten keiner betrieblichen Tätigkeit unterzieht, handelt es sich dabei NICHT um ein Praktikumsverhältnis i. S. v. § 26 BBiG.

      Wenn ich das richtig verstehe bedeutet das im Klartext soviel, dass das Anfertigen der Arbeit NICHT unter das Mindestlohngesetz fällt, da es von diesem nicht erfasst wird…

      Nirgendwo ist dabei allerdings die Rede von einem Pflichtprojekt. Dieses geht bei uns der Abschlussarbeit voran, ist aber keine „Praxisphase“ sondern wird rein als wissenschaftliches Projekt in der Prüfungsordnung verankert, welches, wie bei Claudia die Abschlussarbeit, in einem Unternehmen durchgeführt werden darf, aber nicht muss.

      Sehe ich das jetzt richtig, dass dann hier die selben Bedingungen wie bei der Abschlussarbeit gelten, sprich das Projekt wie bereits angenommen nicht unter das Mindestlohngesetz fällt, allerdings nicht nach § 22 Absatz 1 Satz 1 MiLoG, sondern einfach weil es nicht erfasst wird???

    2. Tobias Georgi

      Hallo Thore,

      vielen Dank für deine Kommentare, ich habe beide gelesen.

      Meine offene Antwort lautet leider: Ich weiß es nicht. Bei derartigen Auslegungsfragen, was nun als Pflichtpraktikum gewertet wird und was nicht, bin ich leider überfragt.

      Tut mir leid, dass ich nicht weiter helfen kann.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Andreas

    Hallo,
    meine Studienordnung (Master of Science BWL) sieht vor, dass man ein freiwilliges Praktikum mit bis zu 18CP ins Studium einbringen kann.
    Ich plane nun ein 5-monatiges Praktikum zu machen und frage mich, ob ich dann den MiLo bekommen werde? Ich gehe davon aus, wie sehen Sie das?
    Vielen Dank und beste Grüße,

    1. Tobias Georgi

      Hallo Andreas,

      danke für deine Anfrage. Wenn ein Unternehmen dir einen Praktikumsvertrag für ein freiwilliges Praktikum anbietet, hättest du in der Tat Anspruch auf den Mindestlohn. Die Frage ist, ob ein Unternehmen das macht oder dir nicht lieber 3 Monate Praktikum anbietet, dann bestünde keine MiLo-Pflicht. Für viele Unternehmen hat das ja nichts mit Geiz zu tun sondern ist eine unternehmerische Notwendigkeit, um das Business kostentechnisch am Laufen zu halten.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Theresa

    Hallo Herr Georgi,

    gilt ein grundsätzliches Limit von drei Monaten oder hat das gleichzeitig noch etwas mit dem Stundensatz zu tun?

    Wenn ich beispielsweise nur 3 oder 4 Tage pro Woche im Praktikum bin, kann ich dann den einen „übrigen“ Tagpro Woche an die 3 Monate irgendwie hinten anhängen?

    Vielen Dank und Grüße
    Theresa

  • peter

    Hallo,

    Ich habe gerade im September durch die Abgabe meiner Bachelor Thesis die 180 ECTS meines Studiums erreicht.
    Daraufhin habe ich nun ein Praktikum begonnen um vor der Aufnahme meines Master Studiums zum Sommersemester oder Wintersemester 2016 noch zusätzliche Erfahrung zu sammeln und vor allem meine Chancen bei der Bewerbung auf Master Plätze zu erhöhen.
    Im Vetrag wurde ein Zeitraum von 6 Monaten vereinbart. In diesem Zeitraum bin ich auch noch eingeschrieben, außer in den letzten 1,5 Monaten. Weiterhin eingeschrieben bin ich eigentlich nur, weil das Unternehmen dies gefordert hat. Die Begründung hierfür war nicht auf den MiLo bezogen.

    Die Vergütung wurde im Vetrag mit 600€ vereinbart, mit der Auskunft, dass ab dem 4. Monat der MiLo gezahlt wird und es dann dazu eine schriftliche Info gibt.

    Meiner Meinung nach müsste ich den Mindestlohn ab dem 1. Monat bekommen, da
    1. ich freiwilliger Praktikant bin
    2. das Praktikum von vorneherein 6 Monate geht

    Nun ist wohl die Frage, ob es bei mir ein begleitendes Praktikum ist. Aus den Kommentaren geht hervor, dass dies nicht ganz eindeutig ist. Ich habe keine Prüfungen mehr offen, aber auch noch nicht die endgültige Bachelor Urkunde/Zeugnis.
    Könnte das Argument in meinem Fall für die ersten Monate kein MiLo sein, dass es als begleitendes Praktikum gesehen werden kann?

    Vielen Dank!

    Gruß
    Peter

    1. Tobias Georgi

      Hallo Peter,

      danke für deinen Kommentar. Meine Einschätzung:

      1. Ja, das ist ein begleitendes Praktikum. Es ist egal, ob du schon die Bachelor-Thesis oder nicht gemacht hast

      2. Ja, du hast ebenfalls recht. Du hättest vom ersten Monat an Anspruch auf den Mindestlohn.

      Der Grund ist hier aber, dass das Unternehmen schlicht einen technischen Fehler gemacht hat.

      Du hättest für die ersten 3 Monate einen separaten Vertrag für ein begleitendes Praktikum machen können. Dann wäre kein MiLo fällig gewesen.

      Dann ein neuer Vertrag für weitere 3 Monate mit MiLo.

      Eigentlich macht das Unternehmen das ja richtig, mit dem Fehler, dass sie separate Verträge hätten machen müssen.

      Wenn du das angreifen möchtest, wärst du wahrscheinlich im Recht.

      Mein persönlicher Rat wäre, es dabei zu belassen. Du wirst ja nicht abgezockt oder so und eigentlich möchte dein AG gesetzeskonform handeln. Im Schnitt kommst du ja auch bei über 1000€ im Monat raus, so schlecht nicht für ein Praktikum.
      Aber das ist natürlich deine Entscheidung.

      Ich hoffe, ich konnte dir in der Sachlage weiterhelfen und viele Grüße
      Tobias Georgi

      p.s.: Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung darstellt.

      1. peter

        Hallo,

        vielen Dank für die Antwort und Hilfe.

        Es anzugreifen ist natürlich schwierig. Man hätte doch aber auch die Möglichkeit es hinterher einzuklagen oder?
        Denn selbst wenn die den Vetrag gesplittet hätten, hätte sie in den ersten 3 Monaten den Mindestlohn umgangen, indem sie mir gesagt haben, ich soll weiterhin eingeschrieben bleiben aus einem Grund unabhängig vom MiLo.

        Wie sieht es denn mit Urlaubsanspruch aus? Bei einem 6-monatigen Praktikum sind es doch 2 pro Monat, also 12 Tage. Wenn das Praktikum nicht zum 1. begonnen wurde und nicht zum letzten Tag des Monats beendet wird, bekommt man für diese Monate keinen. Bleiben also noch 10 Tage, korrekt?

        Danke für deine Mühe!!

        Gruß
        Peter

  • Nadine

    Hallöchen!
    Beim Anschauen der Grafik mit der Mindestlohnpflicht ist mir nicht ganz klar geworden, warum eine Mindestlohnpflicht bei einem Orientierungspraktikum bis zu 3 Monaten besteht, wenn vorher ein Pflichtpraktikum absolviert wurde. (Also quasi die 2. Zeile).
    Vielleicht ist es total offensichtlich und ich habe ein Brett vorm Kopf, aber im Moment macht es keinen Sinn für mich..
    Über eine Antwort würde ich mich freuen!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Nadine,

      die Logik dahinter ist, dass ein Orientierungspraktikum eigentlich nicht im Studium stattfinden kann, sondern davor. Wenn du studierst, hast du dich ja eigentlich schon orientiert.

      Ich denke, der Gesetzgeber möchte verhindern, dass Orientierungspraktika so missbraucht werden.

      Viele Grüße
      Tobias

  • Julia

    Hallo Tobias Georgi,

    ich habe mir gerade deinen Beitrag durchgelesen und bei mir ist es genau der selbe Fall 😀
    Mein Arbeitgeber hat mein 6 monatiges Praktikum in zwei 3 monatige auf gesplittet !
    Und Zahlt mir so keine Vergütung obwohl ich eine Ausbildung habe und die selben Arbeiten wie die Festangestellten erledigen muss 😀

    Kann man da irgendwas gegen unternehmen ?

    LG 🙂

    1. Tobias Georgi

      Hi Julia,

      danke für deine Anfrage. Es scheint mir so, als mache es sich dein Arbeitgeber etwas zu einfach.

      Kurze Antwort: Nach meinem Verständnis hättest du vollen Anspruch auf Mindestlohn. Der vorgenommen Split auf 2×3 Monate ändert daran meines Erachtens nichts.

      Ein Split auf 2 Praktika ist kein Allheilmittel, um den Mindestlohn zu umgehen. Das ganze geht nur, wenn da auch ein Pflichtpraktikum im Spiel ist, was in der Regel nur der Fall ist, wenn man immatrikuliert ist.

      Beispiel: Du musst ein 3 monatiges Pflichtpraktikum machen.
      In dem Fall könntest du 3 Monate freiwilliges gefolgt von 3 Monate Pflichtpraktikum machen oder umgekehrt ohne MiLo Anspruch. Siehe die Tabelle im Artikel.

      Dein Fall: Ich sehe kein Pflichtpraktikum weit und breit. Weiterhin sehe ich nicht, dass du immatrikuliert bist. Du hast eine abgeschlossene Ausbildung und fällst daher auch nicht unter Orientierungspraktikum.

      Eigentlich bis du für mich eine Kandidaten, die für jedwedes Praktikum vom ersten Tag an Anspruch auf den Mindestlohn hätte.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias

      p.s.: Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

  • Julia

    hallo 🙂

    Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin und mache seit kurzem ein freiwilliges Praktikum bei einem Architekten. Das Praktikum ist auf 6 Monate ausgelegt und mich würde interessieren ob ich ein recht auf Mindestlohn habe !

    LG 🙂

    1. Tobias Georgi

      p.s.: Was du tun kannst? Du kannst ja mal fragen, nach welcher Logik, dein AG davon ausgeht, dass du keinen Anspruch auf MiLo hast.

      Wenn es beim Dissenz bleibt kannst du zur Bestätigung auch bei der MiLo-Hoteline anrufen: http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Wenn der AG natürlich stur bleibt, dann müsstest du überlegen, ob du einen Anwalt einsetzen möchtest, wenn es hart auf hart kommt.

  • Anna G.

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe eine Frage bezüglich des Mindestlohns. Ich bin bereits scheinfrei und stehe kurz vor meiner Masterarbeit. Bevor ich meine Masterarbeit nächstes Jahr anmelde, wollte ich ein Praktikum absolvieren.
    Nun habe ich vor kurzem ein sechsmonatiges, freiwilliges Praktikum in einer Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei begonnen. Ursprünglich bin ich fest davon ausgegangen, mit dem Mindestlohn vergütet zu werden. Allerdings kam der Chef auf die glorreiche Idee, den Mindestlohn zu umgehen, indem er das sechsmonatige Praktikum in zwei dreimonatige Praktika aufsplittete. Die Verträge über die beiden „dreimonatigen Praktika“ ließ er mich direkt am ersten Tag unterschreiben. Meine Vergütung beläuft sich nun auf lächerliche 450 Euro pro Monat.
    Mich ärgert das extrem, da ich zudem keine typischen Praktikantenaufgaben erledige, sondern wie ein vollwertiger Mitarbeiter eingesetzt werde. Aus den eben genannten Gründen fühle ich mich extrem ausgebeutet.
    Ich hätte gerne meinen Mund aufgemacht und diesbezüglich etwas gesagt. Allerdings ist es trotz guter Noten nicht leicht, ein passendes Praktikum zu finden – das ist der Grund, weshalb ich auf das Praktikum angewiesen bin. Nun besteht meine Frage darin, ob Sie einen Tipp haben, wie ich weiter vorgehen kann. Ist es rückwirkend möglich, ihn hierfür zur Rechenschaft zu ziehen? Oder sollte ich nach den ersten absolvierten drei Monaten auf ein Arbeitszeugnis bestehen und die zweite Hälfte des Praktikums nicht antreten?

    Ich bin völlig ratlos.

    Vielen Dank für Ihre Mühe.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Anna,

      danke für die Anfrage.
      Zu der Fachfrage

      „den Mindestlohn zu umgehen, indem er das sechsmonatige Praktikum in zwei dreimonatige Praktika aufsplittete. Die Verträge über die beiden “dreimonatigen Praktika” ließ er mich direkt am ersten Tag unterschreiben. Meine Vergütung beläuft sich nun auf lächerliche 450 Euro pro Monat.“

      –> Mir ist nicht klar, von welcher Berechtigung dein Arbeitgeber ausgeht, dass dies den MiLo umgehen würde. Das splitten allein reicht hier nicht.

      Der AG kann dich 3 Monate ohne Milo anstellen und es als freiwilliges Praktikum ausgeben. Danach wird aber der MiLo fällig. Eine valide Möglichkeit wäre, dir für die ersten 3 Monate 0€ zu zahlen und für die Monate 4-6 dann den Milo von ca. 1480€/Monat. Das würde bei 740€ enden.

      Nach meinem Verständnis liegt ein Verstoß gg das MiLo-Gesetz vor.

      Ein persönlicher Rat: Mich ärgert das extrem, da ich zudem keine typischen Praktikantenaufgaben erledige, sondern wie ein vollwertiger Mitarbeiter eingesetzt werde. Aus den eben genannten Gründen fühle ich mich extrem ausgebeutet.

      Ich rate jungen Leute immer, nicht so zu denken. Wärst du zufriedener, wenn du nur kopieren und Kaffee kochen würdest? Deine Zeit ist es ja, auf die es ankommt und die solltest du so effektiv wie nötig einsetzen.
      Das wichtigste ist (meines Erachtens), dass du in dem Praktikum etwas lernst und für mich gibt es nichts Schlimmeres als Arbeitgeber, die Praktikanten keine verantwortungsvollen Aufgaben geben.
      Das nur als Anregung meinerseits.

      Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Psychologe in Ausbildung

    Hallo Herr Georgi,

    Ich habe ein abgeschlossenes Master Studium in Psychologie und mache seit Oktober 2015 meine Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeut. In dieser Ausbildung muss man eine praktische Tätigkeit (im Ausbildungsvertrag nie Praktikum genannt, aber im täglichen Umgang meist Praktikum genannt) von 1 1/2 Jahren absolvieren. In der Praxis wo ich diese Tätigkeit mache, habe ich einen Praktikantenvertrag bekommen. Meine Chefin hat mir erst angeboten mich ab dem 4. Monat zu entlohnen, nun aber behauptet, sie dürfe Praktikanten nicht bezahlen, wenn diese ein abgeschlossenes Studium haben. Also wirklich im Sinne von nicht dürfen, weil sie sonst steuerrechtliche Probleme bekommen würde. Nun wollte ich mich gerne mal erkundigen, was da dran ist und hoffe, Sie können mir eventuell weiterhelfen.

    Vielen Dank im Voraus!

    1. Tobias Georgi

      Hallo und danke für die Anfrage,

      „Meine Chefin hat mir erst angeboten mich ab dem 4. Monat zu entlohnen, nun aber behauptet, sie dürfe Praktikanten nicht bezahlen, wenn diese ein abgeschlossenes Studium haben. Also wirklich im Sinne von nicht dürfen, weil sie sonst steuerrechtliche Probleme bekommen würde“

      Mir ist nicht klar, wie man zu dieser Aussage kommen kann und ich sehe keinerlei Grundlage.

      Ich kann nicht genau bewerten, ob ihre praktische Tätigkeit unter ein Pflichtpraktikum fällt. In diesem Fall wäre dann kein Mindestlohn fällig. Ich sehe eine berechtigte Chance, dass dies möglich ist, dass sie also keinen Anspruch auf den MiLo haben,

      Dass sie dann aber NULL Euro verdienen sollten und auch dürfen, ist eine für mich absolut nicht nachvollziehbare Behauptung.

      Ich rate ihnen, da einmal nachzubohren und sich entsprechende Regelungen zeigen zu lassen. Ich sehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Behauptung, sie dürften nicht entlohnt werden, nicht haltbar ist.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Marc Dittberner

    Wir sind ein Jugendwerk, (KdöR) und haben gerade eine Anfrage von einem unser ehrenamtlichen Jugendlichen, ob er sich nicht für 10 Monate hier intensiv (also eigentlich die ganze Woche) in unser Jugendwerk einbringen kann. Grundsätzlich ist das möglich, wir würden ihm dafür auch gerne ein Zimmer (unser Eigentum, normalerweise 200 Euro) und ein kleines Taschengeld anbieten.
    Vermutlich geht es nicht, da wir hier schon im Bereich eines Praktikums sind und Mindestlohnpflichtig sind, oder? Oder haben wir eine Chance, wenn wir im Rahmen von Ehrenamtspauschale bleiben.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Dittberner,

      vielen Dank für Ihre Anfrage.

      generell würde ich vermuten, dass die Beschäftigung mindestlohnpflichtig ist.

      Eine wichtige Frage aber: Ist der Jugendliche minderjährig? Dann bestünde keine MiLo-Pflicht.

      Vielleicht löst das ja bereits ihr Problem?

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Nicole Zoller

    Lieber Herr Georgi,

    wir haben einen Bewerber, der laut Studienordnung ein 1-jähriges Pflichtpraktikum machen muss; sehe ich es richtig, dass wenn es explizit in der Studienordnung steht, auch einjährige Pflichtpraktika mindestlohnbefreit sind? Es ist nur immer von den 6-monatigen Pflichtpraktika die Rede; deshalb bin ich unsicher….

    gruß

    NZ

    1. Tobias Georgi

      Hallo Frau Zoller,

      danke für Ihren Kommentar.
      Sie sehen das richtig, ich zitiere den Artikel oben:

      „Hierbei gilt: Der in der Studienordnung vorgeschriebene Mindestzeitraum eines Pflichtpraktikums ist stets vom Mindestlohn befreit.“

      Aus Arbeitgebersicht ist sowas eigentlich der „best case“.

      Viel Erfolg mit dem Praktikanten und an dieser Stelle noch mein Appell, auch ausreichend in die Ausbildung des Praktikanten zu investieren.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Lea

    Hallo,
    laut Tabelle muss ja bei manchen Kombinationen von zwei Praktika im selben Unternehmen Mindestlohn für beide Praktika gezahlt werden. Worauf begründet sich das denn? Warum ist beispielsweise nicht das erste Praktikum mindestlohnfrei und das zweite dann mindestlohnpflichtig? Ich hoffe Sie können mir da weiterhelfen.
    Viele Grüße,
    Lea

    1. Tobias Georgi

      Hallo Lea,

      gute Frage! So ganz logisch finde ich das auch nicht, es ist aber laut Gesetzestext aber recht eindeutig formuliert.

      Vielleicht möchte der Gesetzgeber damit ein wenig abschrecken und auch klar machen, dass MiLo-Vergehen auch rückwirkend noch Konsequenzen haben.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Müller

    Hallo Herr Georgi,

    Gerne würde ich um Ihr Ratschlag bezüglich des Mindestlohngesetzes fragen.
    Angenommen ich hätte eine Praktikantin, die einen Abschluss (Bachelor und Master) in Sprachwissenschaft hat, sich aber umorientieren möchte. Daher absolviert sie ein Praktikum zur Berufs- und Studienorientierung bei mir im kaufmännischen Bereich. Dabei lernt sie verschiedene Bereich des Unternehmens kennen. Das Praktikum wäre unter 3 Monate.

    Wäre sie eventuell eine Ausnahme zur Mindestlohn im Einzelfall? In 5.1.4.3. IHK Frankfurt steht zwar, dass die Orientierungsphase nach einem Abschluss abgeschlossen wurde. Jedoch hat ihr Abschluss im Praktischen mit dem später angegangenen Berufsfeld nichts zu tun. Sie würde gerne im wirtschaftlichen Bereich arbeiten und nicht in Lingustiks. Und auch überlegt sie sich im Anschluss zum dem Praktikum ein MBA (Master of Business Administration) zu absolvieren. Wäre hier eine Ausnahmefall anzunehmen?

    Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ihre Einschätzung!

    Viele Grüße
    Müller

    1. Tobias Georgi

      Hallo und danke für ihren Kommentar,

      das ist eine gute Frage, die mich auch schon beschäftigt hat. Eine klare Regelung ist mir dazu nicht bekannt.

      Ihre Argumentation finde ich absolut logisch und müsste auch im Sinne des Gesetzgebers sein. Dieser möchte ja eigentlich verhindern, dass Absolventen als billige Arbeitskräfte missbraucht werden.

      Dies wäre im Fall einer kompletten Neuorientierung ja nicht gegeben.

      Leider kann ich nicht sagen, ob diese Position juristisch haltbar ist. Ich würde Ihnen raten, dazu einmal bei der Mindestlohn-Hotline anzurufen:

      http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Sollten wir dort neue Informationen erhalten, würde es mich freuen, wenn sie diese teilen würden, dann könnten wir den Artikel updaten.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Personalerin

    Ich habe eine Frage zu freiwilligen 3 Monatspraktikas. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, darf man als Arbeitgeber diese auch mit 0 € vergüten.
    Für mich schwebt die Frage im Raum, ob in diesem Fall nicht ein straftatbestand vorliegt wegen Lohnwucher. Gibt es eine Regelung wieviel man einem freiwilligen Praktikanten (immatrkluiert) zahlen sollte?
    Laut dem Bundesministerium des Innern (Richtlinie des Bundes zur Beschäftigung von Praktikantinnen und Praktikanten) sollte man bei freiwilligen Praktikas 300 € monatlich zahlen.
    Hier ein Auszug:
    Für Praktika von Schülerinnen und Schülern, Berufsschülerinnen und Berufsschülern sowie Studierenden sind mindestens 300,- Euro monatlich zu zahlen.

    Was ist nun folglich richtig?
    Vielen Dank vorab für die Info.

    1. Tobias Georgi

      Hallo,

      entschuldigen Sie die späte Antwort. Ich habe hier intern noch einmal nachgefragt, weil ich keine klare Antwort parat habe.

      Auch nun habe ich immer noch keine klare Antwort parat. Wir haben uns intern einmal mit dem Thema vor längerer Zeit beschäftigt und dort war die Sachlage so, dass uns keine Gesetzeslage bekannt war, die kategorisch 0€ für ein Praktikum verbietet.
      Wir haben uns damit dann nicht weiter beschäftigt, weil wir eh nicht vor hatten, das anzuwenden.
      Die von Ihnen zitierte Stelle scheint ja etwas anderes zu sagen.

      Sprich: Rechtlich bin ich nicht sicher, dass es ein echter Verstoß wäre, moralisch/ethisch rate ich aber, davon Abstand zu nehmen.

      Eine Ausnahme wäre, wenn man – wie im Artikel beschrieben – bei 4 Monats-Praktika in den ersten 3 Monaten 0€ und im 4. Monat dann z.B. 1600€ zahlt. So hätte man 4 Monate je 400€ im Schnitt und könnte den Praktikanten einen Monat länger beschäftigen, ohne den MiLo durchgängig bezahlen zu müssen.
      Da ich diese Lösung für moralisch anständig halte, sehe ich keine gravierenden Rechtsprobleme damit. Ich kann aber hier natürlich nur ohne Gewähr sprechen.

      Ich hoffe, das hilft wenigstens ein bisschen weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Dominik

    Hallo,

    vielen Dank für diesen sehr aufschlussreichen Artikel.
    Wie sieht es aus mit Mindestlohn, wenn ich mit theoretischem Teil der Fachhochschulreife die Schule beendet habe und nun ein einjähriges Praktikum absolviere.
    Zählt das als begleitendes Praktikum oder muss mir auch Mindestlohn gezahlt werden?

    An wen könnte ich mich wenden, wenn das so wäre?
    Ich mache das Praktikum nämlich an einer Schule und bin bei der Stadt angestellt – Hätte in dem Falle also Sorgen wegen der Probezeit mich direkt an die Stadt zu wenden.

    Vielen Dank

    1. Tobias Georgi

      Hallo Dominik,

      danke für deinen Kommentar. In deinem Fall wäre wohl relevant, ob ein derartiges Praktikum in der Schulordnung für deine Fachhochschulreife vorgeschrieben ist oder nicht und wenn ja, in dieser Länge.

      Wenn dort steht, dass du 1 Jahr Pflichtpraktikum machen muss, dann wäre dnicht as MiLo-pflichtig, wenn es nicht drin steht, gibt es gute Chancen.

      1. Frage einmal bei deinem Arbeitgeber nach, ob er sich das Gedanken gemacht hat.
      2. Könntest du auch bei der MiLo-Hotline anrufen: http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Hexe

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    ich habe ein abgeschlossenes Studium mit einem Bachelor-Abschluss. Nun absolviere ich ein dreimonatiges Praktikum. Habe ich einen Anspruch auf den MiLo?
    Wenn ich den Text richtig verstanden habe, handelt es sich weder um ein Pflichtpraktikum, noch um ein Orientierungspraktikum und müsste somit mit 8,50€/Stunde entlohnt werden. Bei einer Zahlung von 450€/Monat dürfte ich demnach nicht mehr als 52,9 Stunden/Monat arbeiten. Stimmt das so?

    Ich bedanke mich vorab für Ihre Mühe!

    Viele Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Hexe,

      danke für die Anfrage.
      Entscheidend ist, ob Sie noch eingeschrieben sind. Solange Sie eingeschrieben sind, könnten sie 3 Monate ohne Mindestlohn beschäftigt werden.
      Sind Sie nicht mehr eingeschrieben, hätten sie Anspruch auf den Mindestlohn.

      Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Markus

    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die tollen Infos, die Licht ins Dunkel bringen.
    Wir haben eine Bewerberin um ein Praktikum, die eingeschriebene Studentin ist. Sie soll 3 Monate bei uns ein Praktikum machen, was ja nicht unter den MiLo fällt. Nun hat sie aber noch einen weiteren Nebenjob und darf nicht mehr als 450 Euro verdienen. Meine Frage: Darf sie überhaupt neben dem zweiten Job noch ein Praktikum (1 bis 2 Tage Vollzeit pro Woche) machen?

    Unsere Überlegung war, dass sie in beiden Jobs zusammengerechnet dann die 450 Euro nicht überschreiten darf? Stimmt das so? Und spielt die Anzahl der Stunden, die sie als Studentin arbeitet gar keine Rolle dabei?
    Die Kandidatin würde sogar umsonst Praktikum machen, hätten sich damit dann alle Probleme erledigt?

    Vielen Dank für Ihre Mühe

  • Celine

    Hallo Herr Georgi,

    ich möchte demnächst ein Orientierungspraktikum in einem Unternehmen machen. Dafür sind 6 Monate vorgesehen. Der Chef sagte mir, dass dieses jedoch nicht bezahlt wird. Laut des Textes ist es ja aber nicht vom Mindestlohn ausgeschlossen, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Nun meine Frage: Wie kann ich den Chef darauf aufmerksam machen, und wie verhalte ich mich, wenn er sich weigert ?

    Liebe Grüße und vielen Dank im voraus,
    Celine

    1. Tobias Georgi

      Hallo Celine,

      du hast den Text richtig verstanden. Orientierungspraktika sind nur bis 3 Monate vom MiLo befreit. Bei einer Dauer von 6 Monaten wäre das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig.

      Das könntest du deinem Chef ja einfach mal sagen. Falls du wegen des Kommentars diesen Artikel nicht als Quelle angeben möchtest, könntest du auch bei der Mindestlohn-Hotline anrufen und dies als Referenz angeben: http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

      Wenn er sich dennoch weigert, bin ich nicht der Position, hier konkrete Handlungsempfehlungen zu machen. Das Risiko liegt dann erstmal bei ihm und der Firma.

      Mein Tipp aber erst einmal: Nicht zu sehr über ungelegte Eier nachdenken. Vielleicht sieht er es ja auch ein. Erst nachdem er sich weigert, würde ich mir weiter den Kopf zerbrechen 🙂

      Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Celine

        Vielen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort. 🙂

        Liebe Grüße!

  • Inge S

    Sehr geehrter Herr Georgi,
    wir hatten eine Praktikantin die ein 3 monatiges Orientierungspraktikum gemacht hat. Diese möchte nun im Anschluss noch einmal ein 3 monatiges Praktikum bei uns machen. Besteht hier ein Mindeslohnanspruch?
    Vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Tobias Georgi

      Hallo Inge S.,

      vielen Dank für ihren Kommentar.

      Die Antwort lautet ja. Wenn es sich nicht um ein Pflichtpraktikum mit einer vorgeschriebenen Mindestdauer von 3 Monaten handelt, ist das Praktikum mindestlohnpflichtig.

      Ich hoffe, das beantwortet ihre Frage und beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Milena

    Hallo Herr Georgi,
    in der Hoffnung auf einfache Antworten. 😉
    Ich bin Freiberufler in einem zukunftsträchtigten Online-Dienstleisterbereich und denke darüber nach, ein Praktikum anzubieten.

    1) Wenn ich es richtig verstanden habe, kann ich vorgeschriebene Vor- oder Nachpraktika (bis 3 Monate, ohne Entgelt) anbieten, müsste dann aber Sozialabgaben zahlen; vorgeschriebene Zwischenpraktika annehmen (bis zu 3 Monate, ohne Entgelt) und müsste dafür auch keine Sozialleistungen zahlen; Schülerpraktika, sofern der Schüler volljährig ist (sonst müsste ich mich mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz herum schlagen) und freiwillige Praktika anbieten (bis zu 3 Monate, ohne Entgelt), keine Sozialabgaben, müsste dafür aber Beiträge zur Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft zahlen.
    Ist das so richtig?

    2) Müsste man sich bei Pflichtpraktika an irgendwelche Richtlinien halten? Es handelt sich um einen Online-Arbeitsplatz! (Der Traum von „zuhause aus arbeiten“ und die Realität :D)

    3) Gilt es überhaupt als Praktikum, wenn der meiste Kontakt online stattfindet? (Sich selbst motivieren zu müssen, gehört für mich zu diesem Berufsbild jedoch dazu. Wer sich dafür interessiert, sollte genau diesen Aspekt kennenlernen. Wer sich nicht über mehrere Stunden dazu zwingen kann, am PC zu sitzen, obwohl draußen die Sonne scheint, der Nachbar Rasen mäht etc., ist da falsch.)

    4) Ich denke nicht, dass es für meinen Beruf eine Berufsgenossenschaft gibt. Wie finde ich heraus, welche dafür zuständig wäre? Und muss die Unfallversicherung überhaupt gezahlt werden, wenn der Praktikant die meiste Zeit in seinen eigenen vier Wänden arbeitet?

    5) Muss ich mein zuständiges Finanzamt in Kenntnis setzen, auch wenn ich nichts zahle?

    Vielen Dank im Voraus.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Milena,

      danke für diese wirklich guten Fragen. Ich fürchte, die meisten kann ich nicht wirklich beantworten.

      1. Ja, freiwillige Praktika sind wie Minijobs für den Arbeitgeber und er muss Sozialabgaben zahlen.
      Bei Pflichtpraktika zahlt man als AG weniger bis keine Sozialabgaben, diese sind für den AG also besser. Ich kann es aber nicht im Detail besser erklären.

      2+3) Das ist eine gute Frage. Ich kann mir schon vorstellen, dass es nicht ganz trivial ist, Homeoffice als Praktikum anzubieten. Ich denke, sie müssten dann nachweisen, wie sie einen Ausbildungsauftrag erfüllen. Aber alles reine Spekulation von mir.

      4. Habe ich leider auch keine Ahnung. Tut mir leid.

      Ich konnte nicht wirklich weiterhelfen fürchte ich, wünsche ihnen auf alle Fälle viel Erfolg.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Melinda Koppers

    Hallo Herr Georgi,

    leider habe ich wieder einen kniffligen Fall, zu dem ich bislang keine Antwort finden konnte. Wir wollen gerne eine Praktikantin für ein dreimonatiges freiwilliges Praktikum von 01.09.2015 bis 30.11.2015 einstellen (ohne Mindestlohn), die noch immatrikuliert ist. Nun habe ich die Immatrikulationsbescheinigung in die Hände bekommen, aus der hervorgeht, dass die junge Dame zum 30.09.2015 exmatrikuliert wird. Ist hier nur der Status zu Beginn der Anstellung ausschlaggebend oder hat die Exmatrikulation während des laufenden Praktikums Konsequenzen hinsichtlich der Mindestlohnpflicht? Schon einmal vorab herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

    Melinda Koppers

    1. Tobias Georgi

      Hallo Frau Koppers,

      danke für Ihren Kommentar.

      Der Student muss während des gesamten Praktikums immatrikuliert sein.

      In Ihrem Fall wäre das Praktikum ab dem ersten Tag mindestlohnpflichtig.

      Tut mir leid, dass ich keine besseren Nachrichten habe und viele Grüße

      Tobias Georgi

  • Betty

    Hallo!

    Ich habe eine kurze Frage, die mir bei der Mindestlohn-Hotline leider nicht ausreichend beantwortet werden konnte.

    Eine Praktikantin macht ein einmonatiges freiwiliges, begleitendes (kein Pflicht-)Praktikum während des Studiums. Gerne würde sie nach einem Monat Pause noch einmal kommen für 1-2 Monate.

    Dann wäre das erste Praktikum ein begleitendes Praktikum und das zweite auch und somit Mindestlohnpflichtig.

    Wenn das erste Praktikum jedoch als Orientierungspraktikum gelten würde (sie studiert einen ähnlichen Bereich noch im Bachelor) und das zweite als begleitendes Praktikum, dann wäre es nicht mindestlohnpflichtig.
    Geht das oder sind Orienterungspraktika per se nur VOR der Ausbildung oder dem Studium. „Orientierungspraktikum findet IN DER REGEL vor der Wahl eines Studienfachs oder einer Ausbildung statt“ finde ich eine etwas schwammige Aussage.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Betty,

      entschuldigen Sie die späte Antwort.

      Ich denke, eine wasserdichte Aussage wird es hier nicht geben können, das ist auch für den Gesetzgeber alles noch Neuland.

      Es geht nun darum, wie weit man den Begriff Orientierungspraktikum „dehnen“ kann.

      Ohne die exakten Details zu kennen, scheint es mir, als möchte man sich das hier zurechtbiegen.

      Nach meinem Verständnis sind Orientierungspraktika im klassischen solche, welche man vor einem Studium macht.
      Sollte es im Studium stattfinden, sollte man eine nachvollziehbare Story haben, dass der Praktikant vielleicht das Studienfach wechseln möchte.

      Ich als Arbeitgeber wäre hier vorsichtig und würde lieber auf der sicheren Seite bleiben. Mir wäre diese Konstellation nicht sicher genug und ich würde der Praktikanten entweder Mindestlohn zahlen oder das Praktikum nicht anbieten, wenn MiLo keine Option ist.

      Dies ist aber nur meine private Meinung aus der Arbeitgeberperspektive.

      Ich hoffe, das hilft Ihnen ein wenig weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Maren

        Hallo,

        Ich habe im Sommer 2014, meine Ausbildung zur Sozialasisstentin erfolgreich absolviert und am 18.8.2014 einen Arbeitsvertrag berufsbegleitend für die Ausbildung zur Erzieherin unterschrieben. Meine Arbeitszeit beträgt 21 Stunden die Woche 2 Tage die Woche gehe ich zur Schule. Ich bekomme seit diesem Monat Brutto 350€ im Zeitraum vom 18.8.2014 – 24.8.2015 bekam ich 200€. Ich bin so lange dort angestellt, wie auch meine Ausbildung verläuft (3 Jahre).
        1000 Stunden wären von der Schule aus Pflicht um zur Prüfung zugelassen zu werden, diese habe ich allerdings schon zusammen. Müsste ich den Mindestlohn verdienen ?

        1. Tobias Georgi

          Hallo Maren,

          danke für Ihren Beitrag.

          Offen gesagt: Ich muss leider passen. Ob und ab wann in Ihrer Konstellation der Mindestlohn greift, kann ich leider nicht sagen.

          Mein Rat: Rufen Sie bei der Mindestlohnhotline an: http://www.der-mindestlohn-wirkt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html

          Wir haben die meiste Erfahrung mit Praktika und weniger mit Ausbildungen.

          Tut mir leid, dass ich viel nicht weiterhelfen kann und viele Grüße

          Tobias Georgi

  • Christian R

    Hallo Herr Georgi,

    Vielleicht können sie mir weiterhelfen. Ich absolviere ein 26 wöchiges Prakitkum. 20 Wochen sind pflicht von der Hochschule die anderen 6 freiwillig. Ich habe einen Vertrag und es handelt sich um ein sogenanntes Kombinationspraktikum.
    Ich erhalte auch von Anfang an Mindestlohn.
    Jetzt bin ich durch das Pflichtpraktikum 20 Wochen von den Sozialversicherungsbeiträgen befreit.

    Diese endeten am 27.07.15 jedoch wurde ich für den Kompletten Juli besteuert. Ist dies erlaubt bzw in Ordnung ?

    Also ich würde nicht auf Gehaltsanteil vom 27.07-31.7 besteuet sondern den kompletten Monat.
    Was immerhin knappe 200 Euro ausmacht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian R.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Christian,

      danke für deine Anfrage. Erstmal ja eine gute Sache, dass du für den gesamten Zeitraum Mindestlohn bekommst. Das Unternehmen hätte theoretisch auch für den gesamtem Zeitraum keinen Mindestlohn zahlen müssen, wenn sie es drauf angelegt hätten.

      Zu deiner Frage: Ich habe sie verstanden, sie geht aber leider zu tief in das Thema Besteuerung hinein, bei dem ich mich nicht mehr so gut auskenne. Der Fall, dass innerhalb eines Monats und eines Vertrags das Praktikum von Pflicht zu freiwillig ändert und da dann anteilig unterschiedliche Besteuerungen anfallen könnten ist zu speziell, als dass ich das konkret bewerten kann.

      Tut mir leid, dass ich hier nicht weiterhelfen kann.

      Was sagt denn die Finanzabteilung dazu? Hast du da einmal nachgefragt und bist sicher, dass das alles laut ihrer Aussage so sein muss?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Claudia

    Hallo,
    ich habe in meinem Masterstudium nur eine Mindestpraktikadauer von 4 Wochen.
    In folge des Mindestlohnes bin ich nun in der Situation kaum ein Praktikum zu finden. Da die Stellen meist auf 6Monate ausgeschrieben sind. Egal wie man es dreht und wendet gibt es keine Fall in dem ein Unternehmen bei einer 6 monatigen Praktikumsdauer für mich nicht irgendwann den Mindestlohn zahlen müsste.

    Ist Ihnen bekannt, ob ich mir von der Uni einen zusätzlichen Vermerk erstellen lassen kann, der die empfohlende Praktikumsdauer von 4 Wochen auf 3 Monate ausdehnen könnte? So dass ich für 3 Monate als Pflichtpraktikant nicht Mindestlohnpflichtig wäre? Eine PO-Erweiterung sozusagen.
    (ich kontaktiere natülcih auch meine Uni, würde aber gern noch eine Einschätzung)

    1. Tobias Georgi

      Hallo Claudia,

      danke für Deine Anfrage.
      „Ist Ihnen bekannt, ob ich mir von der Uni einen zusätzlichen Vermerk erstellen lassen kann, der die empfohlende Praktikumsdauer von 4 Wochen auf 3 Monate ausdehnen könnte?“

      Damit habe ich leider keine Erfahrung. Hier würde ich es begrüßen, wenn du die Uni einfach mal kontaktierst und hier mitteilst, was rausgekommen ist. Das könnte wertvolle Information darstellen, um den Artikel zu verbessern.

      ABER:
      Du bist ja nicht im Pflichtpraktikum gefangen und kannst im selben Unternehmen ja ein freiwilliges Praktikum anhängen.

      Folgende Möglichkeit besteht:
      Du machst 4 Wochen Pflichtpraktikum
      Du machst im Anschluss 3 Monate freiwilliges Praktikum mit einem separaten Vertrag.

      Beide Praktika wären nicht mindestlohnpflichtig und du könntest so immerhin 4 Monate in dem Unternehmen tätig sein.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Pascal Thiel

    Hallo Herr Georgi,

    Ich muss ab dem 10.8.2015 ein Pflichtpraktikum für 1 Jahr machen. Den schulischen Teil des Fachabis habe ich schon. Jetzt im nachhinein fehlt mir der praktische Teil um mich weiter zum Erzieher ausbilden zu lassen. Habe ich für dieses Jahr Anspruch auf Geld?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Thiel,

      Pflichtpraktikum für 1 Jahr klingt ganz schön lang.
      Entscheidend für die Frage nach Anspruch auf Mindestlohn ist, ob die Länge von einem Jahr in der Schulordnung zum Fachabitur vorgeschrieben ist.

      Sollte festgelegt sein, dass das Pflichtpraktikum mindestens 1 Jahr dauern muss, hätten Sie keinen Anspruch auf Mindestlohn und der Arbeitgeber kann ihr Gehalt frei wählen.

      Sollte nicht klar nachweisbar sein, dass das Praktikum mindestens 1 Jahr dauern muss, würde ich davon ausgehen, dass Sie für das ganze Jahr Anspruch auf den Mindestlohn haben.

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      P.s.: Bitte bedenken Sie, dass meine Einschätzung keine verbindliche Rechtsauskunft darstellt.

    2. Nicola Schäfer

      Hallo Herr Thiel,

      ich habe auch mein Fachabitur beendet. Brauche auch dieses „Anerkennungsjahr“, den praktischen Teil. Seit neuestem reichen aber auch schon 9 Monate aus. Diese kann man, so wurdes es uns gesagt auch noch splitten in einmal 6 (pflicht) und einmal 3, bzw. 3mal1 Monate (max. 4 Monate). Könnte es sein dass das bei Ihnen auch so möglich ist?
      Frage: wann haben Sie angefangen sich auf ein Praktikum zu bewerben?
      Lg

      1. Tobias Georgi

        Hallo Frau Schäfer,

        toll, dass sie noch Input geben!

        Ich habe Herrn Thiel mal eine Mail geschickt und ihn auf ihren Beitrag hingewiesen.

        Viele Grüße
        Tobias Georgi

  • Rebecca Prinz

    Guten Tag!

    Ich studiere Biologie, möchte mich aber nach dem Bachelor umorientieren. Daher würde ich gerne noch in der Studienzeit ein Praktikum in einem anderen Bereich machen. Der Betrieb hat mich aber bei einem Telefonat darauf hingewiesen, das.s dies nicht geht. Die Begründung war, dass ich als ‚Fachfremde‘ kein Pflichtpraktikum habe und sie mich nicht bezahlen können.
    Stimmt dies?

    Freundliche Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Rebecca,

      danke für deinen Kommentar.

      Zu deiner Frage: „..dass es nicht geht“.
      Ist damit gemeint, dass sie davon ausgehen, dass sie dann Mindestlohn zahlen müssten?

      Nach meinem Verständnis könntest du ein Praktikum bis zu einer Dauer von 3 Monaten machen, ohne das MiLo-Pflicht besteht.
      Da du eingeschrieben bist, könnte es ein freiwilliges Praktikum sein. Selbst wenn du nicht eingeschrieben wärst, könnte man es als Orientierungspraktikum auslegen, weil du ja kein Praktikum in dem Bereich hast, den du studiert hast.

      Das Argument, dich komplett abzulehnen, weil du fachfremd bist, ist nicht nachvollziehbar.

      Beantwortet das deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Nathalie

    Hallo Herr Georgi,

    ich absolviere ab August ein insgesamt 7-monatiges Praktikum bei einem Unternehmen. Hiervon sind 3 Monate Pflichtpraktikum, die auch vergütet werden. Habe ich für die restlichen Monate dann Mindestlohnanspruch oder kann das Unternehmen weiterhin bezahlen wie in den ersten 3 Monaten?

    Vielen Dank und liebe Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Nathalie,

      wenn das Unternehmen dir einen Vertrag über 7 Monate gegeben hat, begibt es sich bez. des MiLo auf ganz dünnes Eis.

      In diesem Fall hättest du vom ersten Tag an Anspruch auf den Mindestlohn. Innerhalb eines Praktikums gibt es keinen Teilanspruch. Entweder ist ein ganzes Praktikum nicht MiLo-pflichtig oder es ist komplett MiLo-pflichtig.

      Was das Unternehmen machen müsste, wenn es keinen MiLo zahlen möchte:

      1. Vertrag für genau 3 Monate Pflichtpraktikum machen
      2. Dann neuen Vertrag über 3!! (nicht 4) Monate freiwilliges Praktikum machen.

      In diesem Fall wären beide Praktika (insgesamt 2×3 Monate) von MiLo befreit.

      7 Monate ohne MiLo in der Konstellation ist nach meinem Verständnis gar nicht möglich, weil ein freiwilliges Praktikum maximal 3 Monate vom MiLo befreit ist.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • André Irrgang

    Guten Tag Herr Georgi,

    vielen Dank für Ihre ausführlichen Übersichten und Daten.

    Ich habe da ein sich noch stellende Frage:

    Müssen wir als Arbeitgeber den Mindestlohn zahlen, wenn es nur um ein Schnupperpraktikum handelt, dass heißt eine Woche? Die Personen wären noch nicht 18 Jahre alt.

    Vielen Dank und mit besten Grüßen.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Irrgang,

      danke für ihren Kommentar und das Feedback.

      Nein, derartige Schnupperpraktika sind definitiv nicht mindestlohnpflichtig aus mehreren Gründen:

      1. Praktikant/in ist minderjährig
      2. Solche Praktika sind als Orientierungspraktika zu werten und wären 3 Monate vom MiLo befreit, selbst wenn der/die Praktikant/in über 18 Jahre alt wäre.

      Ich hoffe, das beantwortet ihre Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

      P.s.: Bitte beachten sie, dass meine Antworten keine verbindliche Rechtsauskunft darstellen.

  • Sascha

    Hallo,
    ich habe mal ein Frage zum Thema Praktikantenvertrag. Wenn es sich um ein freiwilliges Praktikum unter 3 Monaten handelt, also nicht mindeslohnpflichtig, steht dem Praktiktanten dann immerhin ein (bezahlter) Urlaubsanspruch von 2 Werktagen pro Monat zu.

    Viele Danke und beste Grüße
    Sascha

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sascha,

      danke für Deine Frage.

      Ja, bei freiwilligen Praktika sehe ich keinen Grund, warum das Bundesurlaubsgesetz nicht gelten sollte.

      Ich gehe daher von einem verbindlichen Anspruch von mindestens 2 Tagen bezahltem Urlaub pro Monat aus.

      Ausnahme sind nur Pflichtpraktika.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Victoria

    Hallo Herr Georgi,

    Ich bin volljährig, habe bereits eine Berufsausbildung und arbeite jetzt für 3 Monate bis September in Vollzeit. Das ist aber als Praktikum deklariert, weil ich sonst nicht hätte eingestellt werden können. Nun ist meine Frage – ab September beginne ich eine Weiterbildung/Abendstudium im Auftrag des gleichen Unternehmens. Das „Praktikum“ ist weder vom Abendstudium vorgeschrieben (also kein Pflichtpraktikum), noch ist es ein freiwilliges Praktikum (da ich momentan noch nicht als Studentin eingeschrieben bin) und es ist auch kein Orientierungspraktikum, da ich ja bereits eine Berufsausbildung in der gleichen Branche habe.

    Gilt für mich trotzdem der Mindestlohn oder ist dieses Praktikum mindestlohnbefreit?

    Vielen Dank schonmal!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Victoria,

      danke für deinen Kommentar. Ich denke, du hast die Thematik schon sehr gut verstanden.
      Dein Studium beginnt ja erst ab September, somit sind Pflicht- oder freiwilliges Praktikum ausgeschlossen.
      Ebenfalls hast du richtig erkannt, dass man dein Praktikum kaum als Orientierungspraktikum werten kann.

      Nach meinem Verständnis sehe ich keine Argumente, die für eine Befreiung vom MiLo sprechen.

      Meine Einschätzung ist, dass du Anspruch auf den Mindestlohn hast.

      Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Brigitte Neher

    Hallo Herr Georgi,

    wir beabsichtigen einen Praktikanten einzustellen.
    1. über 18 Jahre alt
    2. Dauer 2 Monate
    3. Praktikum zur Feststellung, ob für Ausbildung bei uns geeignet

    Mindestlohn ja oder nein?

    Ich denke ja, dass es sich um sogenanntes Orientierungspraktikum handelt und dafür müsste, da ja weniger als 3 Monate, kein Mindestlohn gelten. Ist das richtig?

    Viele Grüße Brigitte Neher

    1. Tobias Georgi

      Hallo Frau Neher,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht!
      Ich stimme Ihrer Einschätzung voll und ganz zu – das von Ihnen geplanten Praktikum ist nicht mindestlohn-pflichtig. Die Begründung haben Sie bereits perfekt hergeleitet.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      P.s.: Bitte bedenken Sie, dass meine Einschätzung keine verbindliche Rechtsberatung darstellt.

  • Philipp

    Hallo Herr Georgi,

    Ich bin zurzeit in einem 6-monatigen Pflichtpraktikum. Die Praktikumsrichtlinie meiner Universität sieht genau 6 Monate vor, weshalb ich auch keinen Mindestlohn bekomme, sondern nur eine Pauschale die geringer ausfällt.
    Mein Unternehmen handelt genau, wie in ihrem Artikel beschrieben, dass Praktika, welche über die Praktikumsrichtlinie hinausgehen, vom ersten Tag an mit Mindestlohn bezahlt werden. Hierbei handelt es sich um die Mehrheit der Studenten.
    Bevor ich mein Arbeitsverhältnis im März 2015 begonnen habe, hat sich mein Unternehmen etwas länger überlegt, wie lange es mich einstellen möchte. Nachdem alle Situationen mit dem neuen Mindestlohngesetz geklärt wurden, bekam ich einen Arbeitsvertrag von Anfang März bis Ende August, also genau 6 Monate um den Mindestlohn zu umgehen. Davor war eigentlich im Gespräch, den Zeitraum auf 6,5 Monate zu halten (wegen Übergangsphasen usw.). Hierbei hat sich das Unternehmen aber dagegen entschieden, da es sonst vom ersten Tag an Mindestlohn bezahlen müsste.

    Meine Frage ist nun wie folgt:
    Mein Unternehmen möchte nun nachträglich, dass ich doch 2 Wochen länger mache (bis Mitte September) und mir hierbei aber den Mindestlohn nur für diese 2 Wochen bezahlt.
    Das finde ich ziemlich ungerecht, da im Vorhinein dieser Zeitraum besprochen wurde, aber abgelehnt, da ich sonst für die kompletten 6,5 Monate Mindestlohn bekommen hätte.
    Meiner Meinung nach müsste bei diesem Fall einer nachträglichen Verlängerung des Praktikums, welche über die Praktikumsrichtlinie hinausgeht, der Mindestlohn rückwirkend vom ersten Tag an bezahlt werden. Meine entsprechenden Ansprechpartner sehen das aber anders.
    Wie wird in so einem Fall der Mindestlohn wirksam? Könnten Sie evtl. entsprechende Referenzen wo dies beschrieben ist?

    Vielen Dank für ihre Antwort

    Beste Grüße
    Philipp

    1. Tobias Georgi

      Hallo Philipp,

      danke für deine Frage.

      Die Sachlage: Das Unternehmen muss aufpassen, dass es nun keine technische Fehler macht. Es ist prinzipiell kein Problem und einfach machbar, was sie möchten.

      6 Monate Praktikum sind definitiv MiLo befreit. Nun sollten sie aber keine Verlängerung sondern einen separaten Arbeitsvertrag mit dir machen. In diesem Fall alles sauber und kein MiLo fällig.

      Wenn sie dein ursprüngliches Praktikum auf 6,5 Monate verlängern, ist es denkbar, dass dann rechtlich Anspruch auf MiLo vom ersten Tag besteht (ohne Gewähr).

      Mein persönlicher Rat: Ich würde mich an deiner Stelle nicht ärgern. Dass du für die 6 Monate keinen MiLo bekommst, ist rechtlich total sauber. Für jeden Mehraufwand bekommst du ja den MiLo. Ich persönlich finde das fair, möchte mir aber natürlich nicht anmaßen, dir deine Emotionen dazu vorzuschreiben.

      Viele Unternehmen können es ich ja nicht leisten, den MiLo für Praktikanten zu bezahlen. Somit sind viele Praktikanten sogar dankbar, dass sie ohne MiLo-Pflicht Praktika machen könnten, weil sie sonst von den Unternehmen gar nicht genommen werden.

      Das ist ja die Schattenseite des MiLo. Uns haben auch schon viele Praktikanten berichtet, dass wir wegen MiLo Problematiken Praktikumsstellen gar nicht mehr bekommen.

      Aber gut, ich schweife ab.

      Ich hoffe, ich konnte Dir deine Frage beantworten und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Philipp

        Hallo Herr Georgi,

        vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Das hilft mir sehr weiter!

        Ihren Rat, mich emotional nicht zu sehr aufzuregen werde ich natürlich befolgen und es sollte auch nicht falsch rüber kommen 🙂

        Mir ist durchaus bewusst, dass aufgrund des MiLo-Gesetztes der Pool an Praktikanten-Stellen deutlich zurückgegangen ist, da es sich viele Unternehmen nicht leisten können.

        Allerdings arbeite ich in der Personalabteilung meines Unternehmens (ein großer Automobilhersteller) und bin für die ca. 200 Praktikanten verantwortlich. Davon bekommen ca. 85% den MiLo. Nur ein geringer Teil (meistens Praktika unter 3 Monate) bekommen die Pauschale. Deshalb habe ich mich etwas aufgeregt, da es meiner Meinung nach etwas hinterhältig kommt, so nachträglich das Praktikum zu verlängern.
        Ich warte nun ab und schaue ob es tatsächlich eine Verlängerung wird oder ein separater Arbeitsvertrag und entscheide anschließend ob es für mich persönlich einen Wert hat diese zwei Wochen dranzuhängen.

        Vielen herzlichen Dank für Ihre Meinungen und Sichtweise! Ich weiß dies sehr zu schätzen!
        Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag & ein schönes Wochenende

        Beste Grüße
        Philipp

        1. Tobias Georgi

          Hi Philipp,

          danke nochmal für die Rückmeldung. Immer gut zu wissen, dass die Antwort angekommen ist.

          Mit dem Kontext kann ich auch deine Emotionen besser verstehen. Es liegt in der Natur des Menschen, relativ und nicht absolut zu denken.
          Und wenn davon auszugehen ist, dass es sich der AG definitiv leisten kann, den MiLo zu zahlen, kann ich nachvollziehen, wenn man zu den 15% gehört, die ihn nicht bekommen, obwohl man mindestens das gleiche leistet.

          Wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

  • Lara

    Hallo!
    Ich hätte folgendes Anliegen: Ich arbeite zur Zeit Teilzeit mit 16 std/Woche und würde zum nächsten Semester ein einjähriges Praktikum aufnehmen, um meine Fachhochschulreife zu erreichen.
    Nun wäre meine Frage, ob ich das denn überhaupt darf, da man täglich ja nicht mehr als 8 std arbeiten darf, zählt denn die Zeit, die ich im Praktikumsbetrieb verbringe als ‚Arbeitszeit‘? Dürfte ich nach den 8 Stunden Praktikum noch 4 Stunden Teilzeit im anderen Laden arbeiten? Ich würde gerne den Teilzeit Job behalten habe jedoch Bedenken, dass mir dann eventuell das Praktikum nicht anerkannt wird

    1. Tobias Georgi

      Hallo Lara,

      wichtigste Frage zuerst: Bist du volljährig?
      Wenn ja, dann wüsste ich nicht, was dir verbieten sollten, einen Nebenjob neben einen Praktikum zu machen.

      Interessanter ist, ob du für Dein Praktikum den Mindestlohn bekommen müsstest. Bei einem einjährigen Praktikum sieht das für mich so aus, es sei denn, in der Schulordnung ist ein Praktikum mit einer Länge von mindestens einem Jahr vorgeschrieben.

      Hilft Dir das weiter?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Tobias

    Hallo,

    ich beginne ab Oktober ein Pflichtpraktikum im Rahmen des Sportwissenschaft-Studiums. In der Studienordnung ist ein „mindestens 10-wöchiges Praktikum“ vorgesehen. Vom Institut wird allerdings eine Praktikumsdauer von 6 Monaten empfohlen, was ich auch befolgen werden.
    Wenn ich nun richtig informiert bin werde ich die ersten 3 Monate nicht nach dem MiLo bezahlt, die letzten 3 Monate dagegen schon?
    Sind dann zwei Arbeitsverträge nötig?
    Welche Vergütung ist für ein Pflichtpraktikum üblich?

    1. Tobias Georgi

      Hallo lieber Namensvetter 🙂

      Generelle Grundregel: Ein Praktikum ist immer entweder Milo-pflichtig oder nicht Milo-pflichtig, ganz oder gar nicht.

      Somit muss das Unternehmen aufpassen. Bekommst du einen Vertrag über 6 Monate, wäre für den gesamten Zeitraum der MiLo fällig.

      Das ist aber leicht umgehbar, wie du schon beschrieben hast.

      2 separate Arbeitsverträge:
      Vertrag 1 für exakt 10 Wochen (nicht länger)
      Vertrag 2 als begleitendes Praktikum für maximal 3 Monate
      –> Keine MiLo-Pflicht in dieser Konstellation.

      Zur Vergütung kann ich zu Ostdeutschland sagen, dass 400€ eine typische Vergütung darstellt. +- natürlich.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Katharina Holländer

    Guten Abend Herr Georgi,
    ich habe ein ähnliches Problem wie Alex am 24.6. Ende August werde ich mein Psychologie-Studium mit dem Master abschließen. Anschließend werde ich mich in einem anderen Fach einschreiben, bin also weiterhin Student. Ich hatte ein dreimonatiges freiwilliges Praktikum (im Psychologie-Bereich) in Aussicht (mündliche Zusage nach Auswahlverfahren). Heute bekam ich jedoch eine Absage, weil das Unternehmen erst jetzt bemerkt hat, dass es seiner Ansicht nach mir den Mindestlohn für einen Master bezahlen müsste, was es nicht kann. Ich habe Sorge, dass alle Praktikumsstellen so denken und ich überhaupt keinen Praktikumsplatz bekomme. Ohne Berufserfahrung werde ich aber nur schwer einen Job finden, deshalb würde ich das Praktikum sogar umsonst machen. Gibt es einen Ausweg ?
    Besorgte Grüße
    Katharina Holländer

    1. Tobias Georgi

      Hallo Katharina,

      sehr doofe Situation. Wir haben ja vorausgesagt, dass gerade Absolventen bei Praktika diskriminiert werden. Sie brauchen die Praktika für den Berufseinstieg, bekommen sie aber nicht wegen Mindestlohn.

      Du Interpretation, der MiLo sei fällig, wenn jemand den Abschluss hat, obwohl man noch eingeschrieben ist, ist auch für uns neu.

      Sprich: Wir werden selbst noch bei der MiLo-Hotline anrufen und uns erkundigen.

      Aus dem Gesetzestext geht es für uns nämlich nicht hervor und bisher hätten wir guten Gewissens empfohlen, dass eine Einschreibung ausreichend ist, egal ob Abschluss fertig oder nicht.

      Besser kann ich dir leider aktuell auch nicht helfen. Ich hoffe, es bringt Dich wenigstens ein Bisschen weiter.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Melinda Koppers

        Ich habe gerade heute zu diesem Thema mit der Mindestlohn-Hotline des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales telefoniert und dabei die klare Aussage bekommen, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in diesem Fall die Auffassung vertritt, dass, so lange eine gültige Immatrikulation besteht (unabhängig davon, ob das Studium eigentlich schon fertig ist) ein solches Praktikum als studienbegleitend angesehen werden kann und daher nicht mindestlohnpflichtig ist.

        1. Tobias Georgi

          Hallo Melinda,

          Top! Danke für die Info. Wir werden versuchen, das mit einem Anruf zu verifizieren, um sicherzustellen, dass die Auskünfte nicht tagesformabhängig davon abhängen, wen man an der Strippe hat.

          Dann werden wir das entsprechend im Artikel anpassen!

        2. Tobias Georgi

          Wir konnten das gerade per Anruf verifizieren!

        3. Alex S.

          Hallo Frau Koppers,

          interessant zu hören das sich die Meinungen innerhalb der Mindestlohn-Hotline in verschiedene Richtungen bewegen….Ich habe unabhängig an verschiedenen Tagen angerufen und jedes mal die Antwort bekommen das Mindlohn bezahlte werden müsste. Die Betonung hierbei lagt wirklich auf Studium beendet, trotz allem noch bis Tag x immatrikulliert…Komplett absichern geht wohl leider nicht – ich werde mich einfach mal auf die positive Aussage stützen, dass dürfte die beste Wahl sein 😉 Danke für die Info & Grüße

  • Stefanie

    Guten Tag,

    wie sieht das bei einem freiwilligen UNENTGELTLICHEN Praktikum bei einem Friseur aus?
    Angenommen, ich möchte freiwillig in den Ferien ein dreiwöchiges Praktikum zur Orientierung machen. Ich möchte kein Geld dafür haben. Geht das in Ordnung, wenn wir das schriftlich festhalten? Evtl beabsichtige ich danach, eine Ausbildung bei diesem Friseur zu machen.
    Es heißt ja, kein Anspruch auf Mindestlohn, wenn unter 3 Monaten. Aber Friseure haben ja ihre eigenen Vorgaben, wie viel Lohn die zahlen müssen. Darf ich trotzdem unentgeltlich mein Praktikum für ein paar Wochen machen?

    Danke vorab

    1. Stefanie

      Nachtrag: Ich bin unter 18 Jahre alt!

    2. Tobias Georgi

      Hallo Stefanie,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Ja, Du kannst das Praktikum unentgeltlich machen und der Friseur verstößt damit nicht gegen die Auflagen des Mindestlohns:
      – Du bist unter 18
      – Es ist ein Orientierungspraktikum und dauert nicht länger als 3 Monate

      Daher sehe ich keinen Grund, der dagegensprechen sollte, dass du das Praktikum unentgeltlich absolvierst.

      Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • sina

    Hallo Herr Gregori,
    Ich bin 16 Jahre alt und möchte gerne ein 12 monatiges Praktikum (freiwillig) aber der Mindestlohn gilt ja bei einem Praktikum erst ab dem 18. Lebensjahr.
    Habe ich trotzdem die Möglichkeit oder einen Anspruch auf eine Bezahlung?

    Liebe Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hall Sina,

      danke für deine Frage.

      Es gibt auf bei Minderjährigkeit diverse Ausnahmen, bei denen der Mindestlohn fällig ist. Das wäre zum Beispiel im Rahmen einer Berufsausbildung, dort haben auch Minderjährige unter Umständen Anspruch auf den Mindestlohn.

      Ohne weitere Informationen wäre mein Pauschalantwort allerdings erstmal „nein“, du hast keinen Anspruch auf Mindestlohn.

      Könntest du mir ein paar mehr Infos zu Deinem geplanten Praktikum und den Rahmenbedingungen geben? Dann kann ich vielleicht eine bessere Einschätzung geben.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Ralf

    Guten Tag,

    Ich habe eine Frage zum Praktikum im Ausland.

    Ich habe den schulischen Teil der FHR gemacht und seit Oktober 2014 mache ich den praktischen Teil. Angefangen habe ich in Deutschland und seit April mach ich es bis Oktober 2015 in Litauen. Angenommen in Litauen bin ich nur weil ich kein Lohn bekomme. Ueber den MiLo fur Praktikum habe ich ueberhaubt grad erfahren und weiss jetzt nicht, ob ich es meinen Arbeitgeber sagen soll. Ich finde auch keine Info wie es jetzt mit dem Lohn im Litauen aussieht, der Mindestlohn in Litauen ist anders als in Deutschland und es gibt hier auch nicht mal so ein ding wie Praktikum fuer die FHR, also kann mir der Arbeitgeber selber auch nichts sagen. Volljaehrig war ich schon vor dem Praktikumsanfang.
    Koennten sie mir vielleicht raten, was ich jetzt machen sollte?

    Danke und Gruesse,

    Ralf

    1. Tobias Georgi

      Hallo Ralf,

      danke für deinen Kommentar.

      Zum Verständnis: Was ist deine Sorge? Hättest du gern den Mindestlohn? Oder möchtest du die FHR warnen, dass sie vielleicht gegen die Auflagen verstößt?

      Generell ist meine Interpretation so: Mindestlohn gilt in Deutschland, nicht in Litauen, dort gelten litauische Gesetze.

      Somit sehe ich derzeit keinen Zusammenhang zwischen dem deutschen Mindestlohngesetz und Deinem Praktikum in Litauen.

      Beantwortet das Deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Wolf

    „Die Mindestlohnbefreiung gilt nur für den mindestens geforderten Zeitraum. “Mindestens 12 Wochen” = 12 Wochen kein Milo. Nicht länger“

    Wo steht das im MiLo Gesetz? Meine Studienordnung besagt „mindestens 6 Wochen“ und mein Unternehmen legt es so aus, dass dann ja auch 6 Monate als Pflicht angesehen werden können.

    1. Wolf

      Hallo Herr Georgi,

      dazu Sagen muss ich das meine Universität leider keine Stellung zur Interpretation der Aussage „mindestens 6 Wochen“ nehmen kann/will.

      Im Vorraus vielen Dank für Ihre Anwort.

      Viele Grüße
      Wolf

    2. Tobias Georgi

      Hi Wolf,

      in der Tat gibt es zu dieser Frage keinen konkreten Gesetzestext, den man zitieren kann.

      Wir raten hier aber stets Unternehmen lieber konservativ zu handeln. Mit dieser Logik könnte ein Pflichtpraktikum dann unbegrenzt lang sein ohne Mindestlohnpflicht.

      Wir glauben, dass dies nicht die Intention des Gesetzgebers war und raten Arbeitgebern daher, Pflichtpraktika nur für den Mindestzeitraum ohne Mindestlohn anzubieten.
      Sprich: Ich denke, Dein Arbeitgeber begibt sich auf dünnes Eis, wenn er Dich 6 Monate ohne Mindestlohn anstellt.

      Ist aber ein guter Punkt. ich habe den Artikel entsprechend auch nochmal ergänzt. Wir werden da bei der Mindestlohn-Hotline auch noch einmal anfragen.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

    3. Tobias Georgi

      Hallo Wolf, Nachtrag noch:

      Wir haben heute bei der Mindestlohnhotline angerufen. Uns wurde gesagt, dass wirklich nur der Mindestzeitraum vom Mindestlohn befreit ist. Ist der Pflichtzeitraum 6 Wochen, sind 6 Wochen mindestlohnfrei.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Miro

    Guten Morgen Herr Georgi,

    zu dieser Thematik hätte ich auch eine Frage:

    ich absolvierte gerade mein Pflichtpraktikum für meine Hochschule bei einer Unternehmung. Mein Vertrag wurde für den Zeitraum 23.02.2015 bis 31.08.2015 ausgelegt. Die Hochschule verlangt von uns 95 Präsenztage. Aktuell habe ich 83 Präsenztage. Falls alles gut läuft habe ich zum 17.07.2015 95 Anwesenheitstage (hier: 4 Tage Hochschule abgezogen wegen Klausuren).
    Somit wäre es doch für mich möglich zur Personalabteilung zu gehen und einen freiwilligen Arbeitsvertrag zu verlangen? Falls ja, kann ich mich aktuell auf irgenwelche gesetzliche Grundlage festhalten. Habe hierzu leider nichts im Netz gefunden. Aber nach derselben Methodik haben es Kommilitonen aus höheren Semester getan, nach Abschluss der Präsenztage einen freiw. Praktikantenvertrag abgefordert.

    Für Beantwortung dieser Frage wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Miro

    1. Tobias Georgi

      Hallo Miro,

      danke für deinen Kommentar.

      „Somit wäre es doch für mich möglich zur Personalabteilung zu gehen und einen freiwilligen Arbeitsvertrag zu verlangen?“

      Die Frage ist: Was möchtest du damit bezwecken?
      Erst einmal bist du ja nicht in der Pflicht, dem Unternehmen hinterher zu rennen.

      Faktisch ist die Sache so. Überschreitet Dein Praktikum die vorgeschriebenen 95 Präsenztage, verstößt der Arbeitgeber nach meinem Verständnis gegen die Auflagen des Mindestlohns und Dein Praktikum wäre vom ersten Arbeitstag an auch rückwirkend mindestlohnpflichtig.

      Möchte man das umgehen und auf jeden Fall die volle Zeit im Unternehmen bleiben, müsste der Vertrag so geändert werden, dass er nach 95 Präsenztagen endet –> damit wäre das Pflichtpraktikum nicht mindestlohnpflichtig. Im Anschluss könntest Du dann 3 Monate freiwilliges Praktikum anhängen – ebenfalls ohne Mindestlohnpflicht.

      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage, wenn nicht lass es mich wissen.

      Bitte bedenke, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung darstellt.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

      1. Miro

        Hallo Georgi,

        nach langem Überlegen sind mir da Zweifel aufgekommen. Viele meiner Kommilitonen haben nach mir angefangen und beenden Ende Juli bereits ihr Praxissemester. Meine Pflichttage also quasi die 95 Präsenztage habe ich schon.
        Ich habe auch meine Studien- und Prüfungsordnung meiner Hochschule für Bachelorstudiengänge nochmals durchgelesen und da heißt es in §8 integriertes praktisches Studiensemester:

        „(5) Das bei der Praxisstelle zu absolvierende Studium beträgt in der Regel 95 in
        Vollzeit abgeleistete Anwesenheitstage. Über die Ausbildung während des
        integrierten praktischen Studiensemesters haben die Studierenden einen
        schriftlichen Bericht (Praxisbericht) zu erstellen und diesen von der Praxisstelle
        und dem festgelegten Prüfer bestätigen zu lassen. Der Praxisbericht ist spätestens
        in der ersten Vorlesungswoche des dem integrierten praktischen Studiensemester
        folgenden Semesters beim Praktikantenamt abzugeben. Die Abgabe eines von der
        Praxisstelle noch nicht bestätigten Praxisberichtes ist für die Einhaltung der
        Abgabefrist hinreichend.“

        Desweiteren steht in den Praktikantenrichtlinien meines Studiengangs drin: §2 Dauer der Ausbildung:
        Die praktische Ausbildung dauert 20 Wochen, mindestens aber 95 Präsenztage.

        Jetzt meine eigentliche Frage, nachdem ich diese Informationen mit Ihnen geteilt habe. Kann ich jetzt zur Personalabteilung gehen und sagen, ich möchte jetzt das Praktikum vorzeitig beenden (Vertrag: 23.02.2015-31.08.2015). Denn es steht ja es müssen 20 Wochen sein, da steht nur die Angabe, dass es mindestens 95 Anwesenheitstage sein müssen, deshalb sehe ich die 20 Wochen als Richtwert für mich.

        Wenn es nicht möglich ist, da sie noch keinen Nachfolger gefunden haben für meine Stelle, kann ich doch verlangen, dass ich ab sofort Mindestlohn möchte, da Pflichtpraktikum beendet ist?

        Es war etwas viel Text, aber wenn Sie mir behilflich sein könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

        Mit freundlichen Grüßen

        Miro

        1. Tobias Georgi

          HI Miro,

          danke für das Update.

          “ Denn es steht ja es müssen 20 Wochen sein, da steht nur die Angabe, dass es mindestens 95 Anwesenheitstage sein müssen, deshalb sehe ich die 20 Wochen als Richtwert für mich.

          Wenn es nicht möglich ist, da sie noch keinen Nachfolger gefunden haben für meine Stelle, kann ich doch verlangen, dass ich ab sofort Mindestlohn möchte, da Pflichtpraktikum beendet ist?“

          Ich bin noch nicht sicher, ob ich genau verstanden habe, worum es dir geht.

          Meine Sichtweise ist nach wie vor: Wenn du mehr als 95 Präsenztage leistest, läuft das Unternehmen Gefahr, gegen den MiLo zu verstoßen, in diesem Fall wäre das Praktikum von Beginn an mindestlohnpflichtig.

          Du kannst natürlich die Personalabteilung darauf aufmerksam machen.
          Weiterhin solltest du die Möglichkeit haben, deinen Vertrag vorzeitig zu beenden.

          Was ist denn dein genaues Ziel dahinter?`
          Du möchtest wenigstens für die Zeit jenseits der 95 Pflichttage den Mindestlohn bekommen?

          Das hängt dann vom Unternehmen ab, ob sie das wollen. Es bestünde nach wie vor die Möglichkeit, dich auf ein freiwilliges Praktikum dann zu setzen, dann wäre kein MiLo fällig.

          Ich hoffe, das hilft dir erneut weiter. Ansonsten zögere nicht, die Sache noch genauer zu erklären.

          Viele Grüße
          Tobias Georgi

          1. Miro

            Hallo Herr Georgi,

            vielen Dank für die rasche Antwort.

            Generell ist die Einstellung des Unternehmens wo ich mich befinde, keinn MiLo zu zahlen, deshalb schauen sie immer in den Bewerbungen, die eingehen, ob es sich um Pflichpraktikas seitens der Uni/Hochschule ist, das ist das Einstellungskriterium für sie.

            Für mich persönlich ist es ein unnötiger Zeitverlust noch weiterhin im Unternehmen zu verweilen. Falls ich jetzt MiLo forder, da ja 95 Tage bereits erreicht, dann werden sie es wahrscheinlich verweigern dies zu zahlen.

            Auch wenn noch kein Nachfolger bestimmt ist, möchte ich frühzeitig aufhören. Es wäre nur attraktiv für mich weiterhin zu bleiben, wenn für den restlichen Zeitraum MiLO mir gezahlt wird.

            Die weitere Gefahr wäre doch, dass mir ein Praktikantenzeugnis mit schlechter Bewertung ausgestellt wird, da ja dann bestimmt drin steht, dass ich auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen habe etc.

            Wie würden Sie in meinem Fall handeln? Ziel und erste Priorität wäre für mich, frühzeitig aufhören zu können.

            Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

            Mit freundlichen Grüßen

            Miro

            1. Tobias Georgi

              Hi Miro,

              danke nochmal für die Erläuterung, habs nun verstanden.

              Deine Frage ist für mich natürlich nicht leicht zu beantworten. Ich bin kein Anwalt und es geht ja nicht mehr um das eigentliche Thema „Anspruch auf MiLo ja/nein“.

              Weiterhin kenne ich ja gar nicht die Situation in deiner Firma. Daher nur ein paar lose Gedanken.

              – Du könntest deine Firma ja darauf hinweisen, dass sie gegen die MiLo-Auflagen verstoßen, wenn sie dich länger als 95 Präsenztage für dein Pflichtpraktikum beschäftigen.

              – Du könntest der Firma offen sagen, dass es für dich Priorität hat, dein Studium abzuschließen und dass du daher nicht länger Praktikum als nötig machen möchtest

              Dann würde ich einmal abwarten, was sie dazu sagen.

              Es setzt ja schon Böswilligkeit voraus, wenn sie dir dann extra ein schlechtes Zeugnis geben, warum sollten sie das tun?
              Dass du früher aufhören wolltest, muss ja im Zeugnis auch gar nicht drinstehen.
              Weiterhin wäre es ja auch gar nicht rechtens, dir aus Böswilligkeit ein schlechtes Zeugnis zu geben.

              Ich sehe keinen Grund, warum du nicht einfach komplett mit offenen Karten spielen solltest. Du tust mit deinem Hinweis dem Unternehmen doch sogar einen Gefallen.

              Vielleicht hilft dir das als Inspiration ja ein wenig weiter.

              Viele Grüße
              Tobias

  • Alex S.

    Guten Tag Herr Georgie,
    erstmal vielen Dank, dass sich hier die Möglichkeit ergibt Fragen zu stellen.

    Ich beende im September mein Studium des Ingenieurwesens (Pflichtpraktikum und Bachelorarbeit bereits zu dem Zeitpunkt fertig) und würde gerne im Anschluss ein 2-3 monatiges Praktikum bei einem anderen Unternehmen machen. Ich habe die Exmatrikulation so eingereicht, dass ich noch bis zum Ende des Wintersemesters eingeschrieben bin. D.h. über die 2-3 Monate bin ich noch „Student“. Das Praktikum tätige ich aus den Gründen bezüglich Lebenslauf aufpolieren und Einblick in einen anderen Tätigkeitsbereich zu erlangen, also nicht um einen Einstieg in das andere Unternehmen zu erlangen (falls sich doch etwas ergeben würde, wieso aber nicht ;))

    Da ich eingeschrieben bin zu dem Zeitpunkt und das Praktikum nicht länger als 3 Monate gehen würde, müsste das Unternehmen mir keinen Mindestlohn bezahlen, oder? Eine normale Vergütung wäre ausreichend? Glauben Sie es gäbe hierbei Probleme – auch aus Personaler Sicht?

    Vielen Dank im voraus!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Alex,

      Glückwunsch erst einmal zum abgeschlossenen Studium, super!

      Wenn Du es so gemanaged hast, dass du noch etwas länger eingeschrieben bist, hast Du alles richtig gemacht, wenn Du noch ein Praktikum für deinen Lebenslauf machen möchtest.

      Es ist genau so, wie Du beschrieben hast: So lange du eingeschrieben bist, kannst Du ein freiwilliges Praktikum bis zu 3 Monate machen, welches nicht mindestlohnflichtig ist. Voraussetzung ist, dass Du in dem Unternehmen nicht schon ein freiwilliges Praktikum gemacht hast.

      Hast Du wie gesagt gut gamanaged, denn ohne Immatrikulation wäre auf jeden Fall Mindestlohnpflicht gültig und das wird die meisten Unternehmen abschrecken und wie hätten Dich nicht genommen.

      Viel Glück und Erfolg!

      Tobias Georgi

      1. Alex S.

        Guten Tag Herr Georgi,

        erstmal vielen Dank für die Antwort!
        Beruhigend zu hören das meine Idee aufgeht 😉
        Gibt es Möglichkeiten an irgendeiner öffentlichen Stelle ein Schreiben einzufordern, welches man dem Unternehmen vorlegen kann, sozusagen als Absicherung? Ich habe leider das Gefühl, dass hier ziemliche Verwirrtheit herrscht und das wirklich – zumindest wie ich es beim letzten Telefonat mitbekommen habe, deshalb Rückzieher gemacht werden.

        Die Unternehmen scheinen mit dem ganzen definitv noch etws überfordert….

        1. Alex S.

          Update:

          Habe gerade nochmal mit der Hotline gesprochen vom Mindestlohn – hier wurde mir gesagt, obwohl ich eingeschrieben bin, bin ich ja mit dem Studium schon fertig, dann ist das nicht studienbegleitend und Mindestlohnpflichtig. Selbst wenn es als freiwilliges Praktika deklariert ist, müsste das Unternehmen Mindestlohn bezahlen….? Zum einfordern eines solchen Schreibens müsste man einen Anwalt beauftragen etc…. Habe noch nie eine solche ***** gehört, entschuldigung wenn ich das jetzt so schreibe…Eine Orientierung in welche Bereiche es gehen kann nach dem Studium ist meiner Meinung nach nicht direkt mit Abgabe der Bachelorarbeit abgeschlossen…

          1. Tobias Georgi

            Hi Alex,

            „Gibt es Möglichkeiten an irgendeiner öffentlichen Stelle ein Schreiben einzufordern, welches man dem Unternehmen vorlegen kann, sozusagen als Absicherung?“
            Nein, meines Wissens kannst Du dir nicht von öffentlicher Seite einen Nachweis für das Unternehmen geben lassen, dass keine MiLo-Pflicht vorliegt.
            Das Unternehmen müsste sich deine Immatrikulationsbescheinigung vorlegen lassen.

            Das Ergebnis deines Anrufs bei der Hotline überrascht mich muss ich gestehen. Mir war bisher nicht bekannt, dass das Stadium des Studiums hier relevant ist. Wir gehen immer noch davon aus, dass mit Immatrikulationsbescheinigung freiwillige Praktika möglich sind, auch wenn man den z.B. Bachelor schon hat.

            Daher danke für das Update, der Sache gehen wir einmal nach.

            Beste Grüße
            Tobias Georgi

            P.s.: Kleiner Tipp noch: Das ist ja erstmal nicht Deine Sorge sondern die des Arbeitgebers und ich würde mich einfach weiterhin auf Praktika bei für dich relevanten Unternehmen bewerben.

  • Derek

    Guten Tag Herr Georgi,
    ich habe den schulischen Teil der Fachhochschulreife an einem Berufskolleg abgeschloßen und habe vor einer Woche, am 15.06.15, mein halbjähriges Praktikum zum erwerb der vollen Fachhochschulreife begonnen. Letzte Woche habe ich mit dem Betrieb, in dem ich das Praktikum absolviere, einen Praktikumsvertrag abgeschloßen. Vereinbart waren 6 Monate Laufzeit und eine Vergütung von 400€/ monatlich. Heute wurde mir gesagt, dass der Vertrag nur 3 Monate unentgeltlich laufen kann, und ich danach das Praktikum verlängern soll und in den letzten 3 Monaten 4,20€/ Stunde erhalte.
    Ist das so Rechtens? Ich mein der Vertrag war abgeschloßen und warum soll ich das Praktikum in 2x 3 Monaten anstatt 1x 6 Monate absolvieren. Mir wurde gesagt da ich volljährig bin und es sich um ein freiwilliges Praktikum handelt kann der Vertrag nur 3 Monate laufen. Ich bin mir nicht sicher ob ich das so Glauben soll, da die Dame am Telefon nicht den Eindruck machte als ob sie wüsste was sie da von sich gibt.
    Wie ist die Regelung bei volljährigen Praktikanten die, die volle Fachhochschulreife anstreben?

    Beste Grüße
    Derek

    1. Tobias Georgi

      Hallo Derek,

      danke für deine Nachricht. Ich möchte kurz nachfragen: Wann genau bist du 18 geworden?

      Es gibt in Deinem Fall folgende Möglichkeiten:
      1. In der Schulordnung zur Fachoberschulreife ist ein Praktikum von mindestens 3 Monate Dauer vorgeschrieben.
      –> Dann wäre die Vorgehensweise ok. Die ersten 3 Monate könnten als freiwilliges Praktikum ist als Orientierungspraktikum zu werten und damit nicht mindestlohnpflichtig, auch 0€ ist in Ordnung.
      Die zweiten 3 Monate wären dann das Pflichtpraktikum, ebenfalls nicht mindestlohnpflichtig

      2. Es gibt kein Praktikum in der Schulordnung mit einer dedizierten Mindestdauer von 3 Monaten
      –> In diesem Fall wäre es legitim, 0€ zu zahlen, da keine Mindestlohnpflicht.
      Das zweite Praktikum wäre dann hingegen mindestlohnpflichtig und du hättest Anspruch auf 8,50€/Stunde.

      Ich hoffe, das hilft dir schon einmal weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Sofie

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe folgendes Problem:

    Ich habe in meinem Bachelorstudium bereits 12 Wochen Plichtpraktikum abgeleistet. In meiner Studienordnung steht „Industriepraktikum von mindestens 12 Wochen […] Das Praktikum kann auch auf mehrere Abschnitte aufgeteilt werden.“

    Wenn ich nun (immernoch im Bachelorstudium) bei einem ganz anderen Unternehmen 6 Monate Praktikum absolvieren will, kann ich die ersten 3 Monate dann wieder als Plichtpraktikum deklarieren? Oder vielleicht sogar die ganzen 6 Monate, da ich ja ausdrücklich „Mindestens 12 Wochen“ nachweisen muss.

    Vielen Dank vorab für die Hilfe!

    Beste Grüße
    Sofie

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sofie,

      danke für Deinen Kommentar.

      Dein Plan ist so leider nicht umsetzbar

      1. Du kannst das Pflichtpraktikum nur einmal im Rahmen Deines Studiums ohne Mindestlohnpflicht für den Pflichtzeitraum. Da du das Praktikum bereits absolviert hast, kannst du nicht ein weiteres Pflichtpraktikum mit Anspruch auf MiLo-Befreiung machen

      2. Die Mindestlohnbefreiung gilt nur für den mindestens geforderten Zeitraum. „Mindestens 12 Wochen“ = 12 Wochen kein Milo. Nicht länger

      3. Der Mindestlohn sieht keine Kann-Regelung vor. Du kannst nicht freiwillig auf den MiLo verzichten. Wenn dir MiLo zusteht, muss der Arbeitgeber zahlen, ob du willst oder nicht.

      Was kannst du also tun?

      Du kannst in dem neuen Unternehmen ohne Probleme ein freiwilliges Praktikum für 3 Monate absolvieren, ohne MiLo-Pflicht.

      Wenn du länger machen möchtest, gäbe es die Möglichkeit, dass du folgendes machst.

      3 Monate frewilliges Praktikum für 0€ Gehalt
      2 Monate Praktikum auf Milo Basis (~1500€/Monat)

      Auf den Zeitraum von 5 Monaten wäre es dann 600€/Monat
      Analog dazu bei 4 Monate 400€ und bei 6 Monaten 750€/Monat.

      Beantwortet das Deine Frage und hilft Dir das weiter?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Sofie

        Vielen Dank für die schnelle Antwort !

        Das würde auch erklären warum viele Unternehmen Praktikanten für 5 Monate suchen und die Gehälter bei ca. 600-650 Euro pro Monat liegen.

        1. Tobias Georgi

          Genau! Ein bisschen muss man als Praktikant aufpassen, denn in dem Modell hat man Sozialabzüge, die man sonst nicht hätte. Netto kommt man dann etwas schlechter weg.

          Viele Grüße
          Tobias

  • Thomas

    Hallo Herr Georgi,

    ich absolviere seit dem 01.03.15 ein Pflichtpraktikum. In der Studiensordnung ist eine Dauer von 12 Wochen festgeschrieben. Ich hatte mich für die Stelle allerdings bereits im letzten Sommer beworben mit einer Länge von 5 Monaten (unter anderem um einen zusätzlichen Zeitraum zu überbrücken). Ich habe dem Arbeitgeber ausdrücklich in einem Fragebogen zur Personaldatenaufnahme mitgeteilt, dass es ein Pflichtpraktikum ist und in der Studienordnung 12 Wochen festgesetzt sind. Der Praktikantenvertrag ist auch durchgehend über 5 Monate, sprich nicht zerstückelt (12Wochen Pflicht + Rest freiwilliges Praktikum). Steht mir daher der Mindestlohn zu? Wenn ja, dann rückwirkend über die gesamte Dauer des Praktikums oder nur jene Zeit, die die 12 Wochen Pflicht überschreitet?

    Vielen Dank vorab und beste Grüße,
    Thomas

  • Daniela

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    ich bin Studentin und soll ein Pflichtpraktikum absolvieren. Dieses Praktikum soll 100 Tage andauern.

    Ich habe nun einen Arbeitsvertrag über 145 Tage abgeschlossen und meine Kommilitonen sind der Meinung das ich Anspruch auf Mindestlohn habe, da das Pflichtpraktikum ja auf 100 Tage begrenzt ist und ich den Rest freiwillig ableiste.

    Ist das korrekt?

    Vielen Dank im vorab für Ihre Hilfe.

    Daniela

    1. Daniela

      In meinen Praktikumsrichtlinien steht: Präsenz von mindestens 100 Tagen. Die Hochschule legt das so aus, dass 100 Tage Pflicht sind, man aber auch gerne mehr machen kann, das Unternehmen meint, dass auch alles was darüber hinaus geht dazu gehört und nicht Mindestlohnpflichtig ist.
      Was stimmt und auf welchen Paragraphen bezieht man sich?

      1. Tobias Georgi

        Hallo Daniela,

        danke für Deinen Kommentar.

        100 Präsenztage bedeutet 100 Arbeitstage – so verstehe ich, was du aus der Studienordnung zitiert hast.
        Dein AV über 145 Tage: Bezieht der sich auf Arbeitstage oder auf den Gesamtzeitraum? Wenn letzteres zutrifft, dann müsstest du die freien Tage abziehen und schauen, auf wie viele Arbeitstage du kommst.

        Wichtig: Mindestlohn ist KEINE Kann-Regelung. Du kannst nicht auf den Milo verzichten.

        Daher mein derzeitiges Verständnis: Sollte Dein Praktikum 100 Arbeitstage überschreiten, hättest Du vom ersten Tag Anspruch auf den Mindestlohn.
        Wenn es 100 Arbeitstage oder weniger sind, dann besteht keine MiLo-Pflicht.

        Beantwortet das Deine Frage?

        Viele Grüße
        Tobias Georgi

  • Sara

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    ich habe in den Zeiten vom 01.10.-31.11.14 sowie 01.02.-31.03.15 ein freiwilliges Praktikum im selben Unternehmen absolviert. Meines Erachtens hatte ich für die Monate Jan. und Feb. einen Anspruch auf den Mindestlohn. Auf Nachfrage beim Personalbüro verneinte man mir meine Anfrage jedoch. Ist es sinnvoll nun gerichtlich gegen das Unternehmen vorzugehen und ist es überhaupt möglich rückwirkend den Mindestlohn einzufordern?

    Über eine Antwort bedanke ich mich sehr.

    Vielen Dank
    Sara

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sara,

      danke für Deine Anfrage.

      Nach meinem Verständnis liegst du richtig und hättest für das 2. Praktikum Anspruch auf den Mindestlohn. Dieser Anspruch gilt auch rückwirkend. Gut aufgepasst 🙂

      Ob und wie du das einklagen kannst, kann ich Dir leider nicht beantworten, da ich kein Anwalt bin und meine Antworten keine Rechtsberatung darstellen.

      Solltest du weitere Schritte machen wollen, kann ich dir daher nur raten, einen Anwalt zu konsultieren.

      Ich hoffe, das hilft Dir schon einmal weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Sabina

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe zwei Fragen zum Praktikum:
    1) Unser Praktikant hat ein Pflichtpraktikum und anschließend ein begleitendes Praktikum bei uns absolviert, Gesamtdauer 6 Monate. Es hat ihm sehr gut gefallen und er möchte noch seine Bachelorarbeit bei uns schreiben. Ist das denn möglich? Oder laufen wir der Gefahr, dass die Zeit vom ersten Tag zum Mindestlohn vergütet werden muss?

    2) Eine Studentin, 2. Semester Masterstudium, möchte ein 6-monatiges Praktikum bei uns machen. Würden wir gerne anbieten, aber es ist kein Pflichtpraktikum seitens der Uni. Welche Möglichkeit haben wir hier überhaupt, ohne dass der Mindestlohn gezahlt werden muss?

    Ich bedanke mich herzlich für Ihre Antwort !!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sabina,

      danke für Ihren Kommentar.

      Zu 1) Um sicherzugehen. Der Praktikant hatte in der Studienordnung einen Pflichtzeitraum von mindestens 3 Monaten? Nur in diesem Fall wären 6 Monate ohne MiLo möglich!
      Wenn das Praktikum nur einen Pflichtzeitraum von 6 Wochen gehabt hätte (was ja häufig der Fall ist), könnte es ein Problem geben.

      Sollte da aber alles in Ordnung sein, spricht auch nichts dagegen, dass der Praktikant ein weiteres Pfltichtpraktikum = Bachelorabeit macht. Unsere Auskunft der MiLo-Hotline war, dass dies so ausgelegt werden kann. Somit könnte der Praktikant so lange ein erneutes Praktikum für die Bachelorarbeit in Ihrem Unternehmen machen, so lange der Pflichtzeitraum der Bachelorarbeit ist.

      Zu 2) Ich sehe keine Möglichkeit, hier 6 Monate ohne Milo zu arbeiten.
      Sie können 3 Monate freiwilliges Praktikum anbieten, danach wäre der Mindestlohn fällig.

      Folgende Möglichkeit hätten sie:
      – Die Praktikantin macht 3 Monate freiwilliges Praktikum für 0€ Gehalt
      – Anschließend 3 Monate auf Mindestlohnbasis
      –> Unterm Strich zahlen Sie so nur in etwa die Hälfte des Mindestlohns

      Wenn sie es auf 5 Monate beschränken, wären es sogar nur 2 Monate Milo und damit über den gesamtem Zeitraum nur ca. 40% des MiLo.

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Malte

    Hallo Tobias,
    ich glaube mein Fall wurde hier noch nicht behandelt. So sieht’s aus: ich bin Student und muss ein „mindestens sechswöchiges“ Pflichtpraktikum machen. So steht’s in der Studienordnung. Habe einen Praktikumsvertrag unterschrieben in dem steht: „… verlängert sein sechswöchiges Pflichtpraktikum freiwillig auf drei Monate“. Kann nun nach drei Monaten das Praktikum um weitere drei Monate verlängern. Dafür wird kein neuer Vertrag aufgesetzt sondern lediglich ein Dokument unterschrieben das im Grunde und an einer Stelle auch wörtlich sagt, dass „… der Vertrag zu den gleichen Konditionen verlängert wird.“ Ich bekomme keinen MiLo und wäre, soweit ich das verstanden habe, bei zunächst drei Monaten Pflichtpraktikum und anschließend drei Monaten freiwilligem Praktikum auch nicht dazu berechtigt. Unsicher bin ich mir allerdings, ob ein sechswöchiges Pflichtpraktikum bei freiwilliger Verlängerung immer noch ein Pflichtpraktikum ist. Falls nicht hätte das ja wiederum andere Auswirkungen auf das zweite Praktikum. Wobei hier ja auch noch die Frage besteht ob es sich durch die Verlängerung tatsächlich um ein zweites Praktikum handelt oder dies immer noch das erste ist. Die Formulierung in der Studienordnung (mindestens sechs Wochen) wurde von mir bisher so ausgelegt, dass maximal keine Beschränkung besteht, was für einen anderen Arbeitgeber nicht ausreichend war, um ein sechsmonatiges Praktikum als Pflichtpraktikum zu werten. Wie siehst du das?
    Viele Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Malte,

      gut kombiniert alles!

      „Unsicher bin ich mir allerdings, ob ein sechswöchiges Pflichtpraktikum bei freiwilliger Verlängerung immer noch ein Pflichtpraktikum ist“

      –> Zurecht!
      Du kannst insgesamt Pflichtzeitraum + 3 Monate freiwilliges Praktikum = 6 Wochen + 3 Monate ohne Mindeslohn arbeiten.

      Die Verlängerung des Pflichtpraktikum auf 3 Monate schöpft somit schon dein ganzes Pensum aus.

      Theoretisch wärst du in dieser Konstellation nach meinem Verständnis mindestlohnpflichtig.

      Ich als Arbeitgeber hätte hier folgendes gemacht:
      Vertrag 1: 6 Wochen Pflichtpraktikum
      Vertrag 2: Anschließend 3 Monate freiwilliges Praktikum

      Ich sehe nicht, wie du 6 Monate ohne MiLo beschäftigt werden kannst.

      Beantwortet das Deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias

  • Eugen

    Hallo Herr Georgi,

    folgendes treibt mich gerade um: Ich habe meine Bachelorarbeit gerade fertig geschrieben und damit die notwendigen 180 ECTS. Um meinen Notenschnitt weiter aufzubessern, schreibe ich zusätzlich noch 2 freiwillige Prüfungen. Außerdem plane ich für nächstes Semester den Beginn meines Masterstudiums. Als ich im Personalbereich bei einem Unternehmen angerufen habe, um mich nach der Form der Bewerbung zu erkundigen, wurde mir gesagt, dass ich mich bei Ihnen gar nicht bewerben brauche, da ich meine Bachelorarbeit schon abgegeben habe. Ich frage mich: Was hat den Mann vom Personalbereich so abgeschreckt und muss ich nun im Vorfeld dieses Themengebiet klären, damit sich die Personaler meine Bewerbung überhaupt anschauen?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Eugen,

      danke für Deinen Kommentar.
      Um auf Nummer sicher zu gehen. Bei der Frage nach der Bewerbung ging es um ein Praktikum, richtig?

      Wenn ja, dann kann ich mir nicht erklären, was den Personaler abgeschreckt hat. So lange Du eingeschrieben bist, kannst Du auch Praktika machen.
      Lediglich Orientierungspraktika sind nicht möglich, wenn man bereits einen Studienabschluss hast.

      Sprich: Wenn Du eingeschrieben bist, könntest du ein freiwilliges Praktikum machen, welches 3 Monate vom Mindestlohn befreit ist.
      Ich kann mir nicht erklären, was der Personaler überhaupt meinte. Ich denke, es ging aber nicht um den Mindestlohn oder?

      War das Deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Eugen

        Tatsächlich ging es um eine Werkstudentenstelle. Gibt es hier einen Unterschied? Auf den Mindestlohn ist der Personaler nicht eingegange, ich habe ihn dazu aber auch nicht gefragt.

        1. Eugen

          Und natürlich vielen Dank für ihre schnelle Antwort.

        2. Tobias Georgi

          Hallo Eugen,

          ja, Werksstudentenstellen und Praktika sind nicht das gleiche. Werksstudentenstellen sind z.B. auf maximal 20h/Woche limitiert.

          Was der Personaler aber meinte, war die Tatsache, dass Werksstudentenstellen nur dann möglich sind, wenn noch Prüfungsleistungen Deinerseits offen sind.

          Da der Bachelor abgeschlossen ist, stehen keine Prüfungsleistungen mehr aus. Du müsstest also bereits für den Master eingeschrieben sein. Ist das nicht der Fall, ist eine Werksstudentenstelle nicht ohne weiteres möglich.

          Viele Grüße
          Tobias Georgi

  • K.Krieger

    Hallo!
    Möchte im Sommer ein 12-Monatiges Praktikum nach dem Abitur beginnen. Vielleicht ergibt sich ja danach im selben Betrieb die Möglichkeit, dort auch eine Ausbildung zu absolvieren. Nun sagt das Unternehmen wg. des Mindestlohnes könne ich das Praktikum dort nicht machen. Stimmt das? Ich möchte gar kein Geld, sondern nur das Praktikum dort machen..

    1. Tobias Georgi

      Hallo K.Krieger

      das Unternehmen ist hier zurecht vorsichtig. Ein ganzes Jahr Praktikum ist ohne Mindestlohn nicht so einfach möglich. Dafür müsste es eine Art Schulungs- oder Prüfungsordnung geben, die ein Praktikum in dieser Länge vorschreibt, was ja bei Dir nicht der Fäll wäre.

      In Deinem Fall besteht wie Möglichkeit, ein 3-monatiges Orientierungspraktikum zu machen. Dies wäre nicht mindestlohnpflichtig. Bei 4 Monaten oder mehr wäre es aber bereits vom ersten Tag mindestlohnpflichtig. Du kannst auch nicht darauf verzichten.

      Aus Neugier noch: Warum 1 Jahr Praktikum nach dem Abitur und keine Ausbildung oder Studium?

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Athina

    Guten Abend,

    Ich vollbringe im Moment ein ‚Vorpraktikum‘ für den praktischen Teil meiner Fachhochschulreife. Meine Chefin meinte heute, dass unser Arbeitgeber (Landratsamt) uns rückwirkend den Mindestlohn ab Januar zahlen will, ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich wirklich dazu berechtigt bin.
    Im Internet finde ich dazu allerdings auch keine Informationen. Es wird zwar Orientierungspraktikum genannt, aber ist es nicht ein schul. Pflichtpraktikum, wenn ich dadurch den Abschluss mache?
    MfG Athina Voigt

    1. Tobias Georgi

      Hallo Athina,

      danke für Deinen Kommentar.
      Klingt ja erst einmal gut für Dich, dass du den Mindestlohn nun rückwirkend erhältst. Wie viel hattest du bisher bekommen?

      Ich habe noch nicht genug Informationen, um eine Einschätzung zu geben, ob Du nun wirklich Anspruch auf Mindestlohn hast oder nicht.
      – Bist du volljährig?
      – Wie lang geht/ging das Praktikum insgesamt?
      – Steht in der Schulordnung, dass dieses Praktikum Pflicht ist und wenn ja, steht geschrieben, wie lang das Praktikum dauern muss?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Yvonne

    Sehr geehrter Herr Tobias Georgi

    Ich habe bereits zwei mal eine Umschulung zur Steuerfachangestellten abbrechen müssen, aber nur unter Zwang. Letztes Jahr wollte ich einen Neustart machen, wurde abgelehnt, darauf habe ich Klage eingereicht und habe Gute aussichten auf die Umschulung allerdings soll ich dazu im Bürobereich ein 6monatiges Praktikum machen, damit ich mich beweisen kann 7 Kinder und Haushalt und den Beruf unter einen Hut zu bekommen. Jetzt meine Frage gilt hier jetzt auch der Mindestlohnanspruch?

    MfG

    Yvonne

    1. Tobias Georgi

      Hallo Yvonne,

      ich denke, Ihre Situation ist vergleichbar mit der eines Pflichtpraktikums. Bei Pflichtpraktika gilt ja die Studienordnung: Schreibt diese einen gewissen Zeitraum vor, den ein Praktikum dauern muss, dann ist dieser Zeitraum vom Mindestlohn befreit.

      Sprich: Gibt es in Ihrem Fall so etwas wie eine „Umschulungsordnung“ oder ein „Schulungsprogramm?“
      Wenn ja, steht dort irgendwo geschrieben, dass Sie Rahmen der Umschulungsmaßnahme ein verpflichtendes Praktikum absolvieren müssen, welches mindestens 6 Monate dauern muss?

      Ja –> kein Anspruch auf den Mindestlohn.
      Nein –> Anspruch auf Mindestlohn

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      p.s.: Bitte bedenken Sie, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

  • Anja

    Hallo,

    wenn man bereits ein Diplom Abschluss hat und sich nun im 4. Semester eines Master Studiengangs befindet in dem laut Studienordnung ein Pflichtpraktikum vorgesehen ist, muss das ausgewählte Unternehmen dann auch Mindestlohn zahlen (da bereits Diplom Abschluss) oder nicht (da ja Bachelor o. Diplom Voraussetzung ist)?
    Dankeschön!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Anja,

      ein Diplom oder Bachelor garantiert keinen Mindestlohn.

      Wenn Du eingeschrieben bist und ein Pflichtpraktikum absolvieren musst, besteht dafür keine Mindestlohnpflicht für mindestens 3 Monate oder den Pflichtzeitraum des Pflichtpraktikums. (Wenn z.B. 6 Monate in der Studienordnung vorgeschrieben wären, wären 6 Monate vom Mindestlohnbefreit.)

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage und beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Fanny

    Hallo zusammen,

    ich sehe leider immer noch nicht ganz durch. Ich möchte einen Praktikanten einstellen. Er soll 3 Monate ein Pflichtpraktikum absolvieren und im Anschluss 3 Monate ein freiwilliges Praktikum machen.

    Müssen wir nun ab dem ersten Monat den Mindestlohn zahlen oder erst ab dem 4. Monat oder evtl. gar keinen?

    Bin dankbar für jegliche Hilfe.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Fanny,

      wenn der Praktikant gemäß Studienordnung ein Pflichtpraktikum absolvieren muss, können Sie beide Praktika ohne Mindestlohnpflicht anbieten = gar kein Mindestlohn fällig.

      Siehe Tabelle unter der Infografik 3. Zeile.

      Ich hoffe, das beantwortet die Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Chris

    Hallo,
    so wie ich das verstanden habe, müsste mein Praktikum Mindestlohnpflichtig gewesen sein. Ich bin Immatrikuliert (Chemie) und habe mir für ein 6 monatiges Praktikum ein Urlaubssemester genommen und in einem Chemiekonzern 180 Stunden im Monat für 600€ brutto gearbeitet. Das Praktikum begann am 1.9.14. und endete am 28.2.15. Jan und Feb sollten sann ja ML-pflichtig sein?
    Gruß

    1. Tobias Georgi

      Hi Chris,

      ja, richtig erkannt. Jan+Feb sollte Anspruch auf Mindestlohn bestehen.

      Einzige Ausnahme wäre, wenn Du ein Pflichtpraktikum absolvierst, welches nach Studienordnung mindestens 6 Monate dauern muss. Das scheint ja aber nicht der Fall zu sein.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Thomas

    Hallo,
    meine Tochter hat letztes Jahr ein Jahrespraktikum angefangen zum 1 August 2014. Der Vertrag geht bis 31 Juli 2015. Sie ist nun im April 18 geworden. Wie verhält sich das jetzt mit dem Mindestlohn? Momentan bekommt sie 300 Euro im Monat.
    Steht ihr ab April bis Juli der Mindestlohn zu oder nicht?

    Lg Thomas

    1. Tobias Georgi

      Hallo Thomas,

      ja, ich denke, ab dem 18. Geburtstag hätte Ihre Tochter Anspruch auf den Mindestlohn. Ich sehe kein Argument mehr, was dagegen sprechen würde.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Thomas

        Hallo,
        erstmal vielen dank für die schnelle Antwort.
        Jetzt noch eine Frage:
        Der Vertrag von meiner Tochter wurde am 24.03.2015 geändert. Mit Wirkung vom 01.01.2015(rückwirkend) wird folgender Nachtrag zum Praktikantenvertrag vom 12.05.2014 vereinbart:Die Praktikumsvergütung erhöht sich ab dem 01.01.2015 auf 450 €. Müssen die jetzt auch trotzdem den Mindestlohn bezahlen oder sind sie somit aus dem Schneider?
        Es wurde keine neue Zeitbegrenzung oder neue Vertragsdauer reingeschrieben.

        Lg Thomas

        1. Tobias Georgi

          Hi Thomas,

          ich sehe keinen Zusammenhang zwischen der nachträglichen Gehaltserhöhung und dem Mindestlohnanspruch.

          Sprich: Selbst wenn sie 1000€ oder mehr bekommen hätte, steht ihr nach unserem Verständnis der Mindestlohn zu.
          Ihr Praktikum hat bereits jeden Zeitraum von einer Mindestlohnbefreiung überschritten.

          Bitte bedenken Sie, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist und dass es dazu wohl noch keine aktuelle Rechtssprechung gibt.
          Ihr Fall ist recht speziell, so dass es für Sie eine Option sein könnte, bei der Mindestlohn-Hotline anzurufen:
          http://www.der-mindestlohn-gilt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Mindestlohn-Hotline/mindestlohn-hotline.html;jsessionid=9B2B8DB0887EBCB5F4ED5FC10A02AE4D

          Ich hoffe, ich konnte erneut helfen und viele Grüße
          Tobias Georgi

  • Sascha

    Hallo Herr Georgi,
    ist es richtig dass ich nach einem Pflichtpraktikum nach Studienordnung ein freiwilliges Praktikum mit der Dauer von drei Monaten beim selben Unternehmen mit demselben Aufgabenbereich anschließen kann ohne dem Mindestlohn zu unterliegen?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sascha,

      ja, das ist richtig.

      1 Pflichtpraktikum + 1 freiwilliges Praktikum bis 3 Monate können in beliebiger Reihenfolge auch in einem Unternehmen kombiniert werden ohne Mindestlohnpflicht. Siehe dazu auch die Tabelle unter der Infografik.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Johanna

    Guten Tag Herr Georgi,

    ich stehe vor der Situation, dass ich meinen Masterabschluss bereits habe. Ich suche nach einer Möglichkeit, trotzdem noch ein Pratikum zu absolvieren mit Mindestlohnanspruch. Sehen Sie da eine Möglichkeit?
    Und könnten Sie mir die folgenden Sätze erläurtern? Ich werde aus Ihnen nicht schlau…
    „Eine Ausnahme vom Mindestlohn nach § 22 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 MiLoG dürfte es insofern regelmäßig nicht geben. Prüfungen des Einzelfalls sind davon unbenommen.“
    (=Ende des Absatzes zum Begriff „Orientierungspraktukum“).

    Vielen Dank und freunliche Grüße,
    Johanna

  • Kaplan

    Hallo! Ich absolviere seit dem 16.03.2015 ein Praktikum in einem Immobilienunternehmen im Rahmen einer dualen Umschulung zum Immobilienkaufmann. Ende des Praktikums ist der 27.11.2015. Ich bekomme hier 450 € brutto, der Betrieb zahlt meinen Krankenversicherungsanteil, sodass netto etwa 365€ übrig bleiben. Allerdings habe ich eine 40 Stunden Woche und frage mich ob ich Anspruch auf eine Bezahlung nach Stunden habe? Wer kann mir da helfen?

    Vielen Dank im Voraus

    Roman

    1. Tobias Georgi

      Hallo Roman,

      danke für Deinen Kommentar.
      Ich bin mit dualen Umschulungsprogrammen nicht so gut vertraut wie mit den Fällen bei Studenten, jedoch gehen wir davon aus, dass hier die selbe Logik wie für Pflichtpraktikanten greifen wird.

      Gibt es im Rahmen der „Schulungsordnung“ für das Umschulungsprogramm ein Pflichtpraktikum mit einer einer von mindestens 8,3 Monaten?
      Dies bezieht sich auf die Regel, dass Pflichtpraktika so lange vom Mindestlohn befreit sind, wie die Mindestdauer in der Studien/Schulungsordnung festgeschrieben ist.

      Sprich: Ist so ein Praktikum in der Schulungsordnung –> Kein Mindestlohn

      Sollte das nicht der Fall sein, würde ich davon ausgehen, dass Dein Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig ist. Dies würde bei 40h/Woche ca. 1480€ brutto bedeuten.

      Beantwortet das die Frage?

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Caroline

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe vor kurzem meinen Bachelor in BWL abgeschlossen und möchte die Zeit bis zum Master im Herbst mit einem Praktikum überbrücken. Um den Studentenstatus zu behalten, habe ich mich bereits für dieses Sommersemester für Anglistik immatrikuliert.
    Da ich also eingeschrieben bin, sollte ein freiwilliges 3-monatiges Praktikum (im Bereich Marketing) nicht unter das MiLoG fallen, oder? Oder ist es relevant ob das Praktikum inhaltlich zum Studienfach passt, für das ich momentan immatrikuliert bin (Marketing und Anglistik sind nicht unbedingt so nah beieinander), damit es als studienbegleitendes Praktikum gilt? Habe deswegen nämlich eine Absage erhalten und finde das ziemlich schade, da ich gerne die Zeit sinnvoll nutzen würde, das Unternehmen es sich aber nicht leisten kann, den Mindestlohn zu zahlen.
    Nun frage ich mich, ob dann überhaupt eine Chance besteht vor dem Master noch ein 3-monatiges Praktikum ohne Mindestlohn zu bekommen, außer bei großen Firmen, die sich das leisten können?

    Vielen Dank schon einmal im Voraus für die Hilfe!

    Liebe Grüße,
    Caroline

    1. Tobias Georgi

      Hallo Caroline.

      der Argumentation des Unternehmen würden wir nicht folgen. Du wärst nicht die erste, die mit einem geisteswissenschaftlichen Studium dann ein Marketing Praktikum als begleitendes Praktikum macht.
      Uns sind auch keine Gesetzesauslegungen bekannt, die vorschreiben, dass ein Praktikum direkten Bezug zum Studienfach haben muss.

      Daher gehe ich durchaus davon aus, dass du begleitende Praktika bis zu 3 Monate ohne Mindestlohnpflicht absolvieren kannst.

      Du könntest bei dem Unternehmen ja mal nachfragen, auf welche Gesetzesauslegung sie sich beziehen. Wäre klasse, wenn du uns update würdest.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Caroline

        Vielen Dank für die Antwort! 🙂 Ich würde es eigentlich auch so sehen und habe dann auch nochmal nachgefragt.

        Die Argumentation des Unternehmens war, dass ihnen gesagt wurde (wahrscheinlich von der Mindestlohn-Hotline), dass wenn man als Student bereits einen Abschluss hat, ein Anspruch auf Mindestlohn besteht. Allerdings so konkret steht diese Doppelsituation (immatrikuliert, hat aber bereits einen Abschluss) nirgendswo in einem Gesetzestext (oder?). Daher ist es Auslegungssache, und das Unternehmen wollte da auf Nummer Sicher gehen, was ich auch verstehen kann, eine Strafzahlung von bis zu 500.000€ ist schließlich ein nicht so kleiner Happen für ein Start-Up.

        Bei einem Master-Studium wäre es doch aber auch der Fall (immatrikuliert, hat aber bereits Abschluss), oder wenn man tatsächlich nochmal einen Bachelor macht in einem ganz anderen Fachbereich (nicht so wie ich zur Überbrückung). Also wäre die Auslegung, dass man immer Anspruch auf den Mindestlohn hat, sobald man einmal einen Studienabschluss hat, doch etwas praxisfern, oder?

        1. Tobias Georgi

          Vielen Dank für das Update.

          Ich kann dir nur zustimmen. Masterstudenten machen ja auch Praktika.

          Was richtig ist, dass man mit Studienabschluss keine Orientierungspraktika mehr machen kann.

          Für begleitende Praktika kann man aber durchaus einen Abschluss haben, sonst wäre ja jedes Praktikum eines Masterstudenten automatisch auf Mindestlohnbasis (Pflichtpraktika ausgenommen)

          Ich gehe der Sache auch nochmal nach. Wenn es die Mindestlohnhotline gesagt hat, sollte man das natürlich ernst nehmen.

          Für mich bleibt es aber nicht nachvollziehbar.

          Viel Glück weiterhin. Solltest Du herausfinden, ob die Info wirklich von der Hotline stammt, wäre es super, mir hier kurz Bescheid zu geben.

          Beste Grüße
          Tobias Georgi

  • Julia Ostertag

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    ich habe bei der Adam Opel AG in Rüsselsheim seit 05.01.2015 ein 4-monatiges Pflichtpraktikum absolviert und anhängend mache ich gerade noch ein 2-monatiges freiwilliges Praktikum bis zum 03.07.2015. Da ich noch Studentin bin findet dieses freiwillige Praktikum im Rahmen meiner Hochschulausbildung statt (Orientierungspraktikum). Ich frage mich nun, ob ich deshalb für die 2 Monate Anspruch auf Mindestlohn habe, da ich vorher schon 4 Monate in der gleichen Abteilung mit dem selben Betreuer gearbeitet habe und es, wenn auch freiwillig, studienbegleitend läuft.

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung und Antwort.

    Herzliche Grüße,
    Julia Ostertag

    1. Tobias Georgi

      Hallo Julia,

      danke für deinen Beitrag.
      Eine Sache kurz: Orientierungspraktika finden in der Regel vor dem Studium statt und dienen zur Orientierung der Berufswahl. Innerhalb eines Studiums kann man in der Regel keine Orientieruntgspraktika mehr absolvieren, wie werden dann als freiwilliges oder begleitendes Praktikum bezeichnet.

      Zu Deiner konkreten Frage: Du hast wahrscheinlich keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Dein Fall fällt unter das Beispiel in der 3. Zeile der Tabelle im Artikel. Es können zwei Praktika im selben Unternehmen geleistet werden auch ohne dass der Mindestlohn fällig wird.

      Wichtig dabei: In deiner Studienordnung muss festgeschrieben sein, dass das Pflichtpraktikum auch wirklich 4 Monate dauern muss. Ist das der Fall, hat das Unternehmen „sauber“ gearbeitet. Das zusätzliche begleitende Praktikum ist bis zu 3 Monaten nicht mindestlohnpflichtig in Deinem Fall.

      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage und viele Grüße
      Tobias

      1. Julia Ostertag

        Ja, das beantwortet meine Frage, wenn auch nicht wie gewünscht. 😀
        Vielen lieben Dank für die schnelle und ausführliche Rückmeldung!

        1. Tobias Georgi

          Freut mich, dass ich helfen konnte.

          Mein persönlicher Rat: Bei Praktika nicht aufs Geld, sondern auf den Ausbildungswert achten.

          Entwickelst Du Dich stetig weiter? Bekommst Du verantwortungsvolle Aufgaben und wirst in neue Themen eingearbeitet?

          Lieber 5 Monate ständig was neues lernen für 400€ als 5 Monate Kaffee kochen für 1480€.

          Das ist aber natürlich nur meine persönliche Meinung 🙂

  • Korina Dickfeld

    Guten Tag Herr Georgi,
    ich beginne im Sommer ein Praktikum zum Erwerb der Fachhochscchulreife ( Praktikum 3 Tage a 7,5 Std., Berufskolleg Gestalten 2 Tage ). Ich bin 16 Jahre alt. Muss der Praktikumsbetrieb zahlen? Wieviel?
    Über Antwort freue ich mich.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Korina,

      danke für Deine Frage. Da du noch nicht volljährig bist, besteht in Deinem Fall im Rahmes des Praktikums kein Anspruch auf den Mindestlohn.

      Sprich: Es obliegt dem Unternehmen, ob und was sie Dir zahlen möchten. Auch ein Lohn von 0€ wäre rechtlich legitim.

      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Christian

    Hallo,

    Ich beginne im Juni ein freiwilliges Praktikum über 6 Monate. Zurzeit bin ich eingeschriebener Student und werde es auch voraussichtlich über die Dauer des Praktikums bleiben. Allerdings schreibe ich neben dem Praktikum meine Bachelorarbeit (nicht im Unternehmen) und habe daher mit meinem Chef vereinbart dass ich nur jede 2. Woche 40h arbeite (wird auch vertraglich festgehalten). Habe ich den Anspruch auf Mindestlohn trotz der vergleichsweise geringen Stundenzahl von 80h im Monat?

    1. Tobias Georgi

      Hi Christian,

      gute Frage, gar nicht so trivial.

      Nach meinem Kenntnisstand zählt jedoch die Vertragsdauer und nicht die tatsächlich geleisteten Stunden. In den entsprechenden Gesetzestexten ist immer noch von Vertragsdauer die Rede und es wird die absolute Arbeitszeit nicht explizit erwähnt.

      Sprich: Ich gehe davon aus, dass du Anspruch auf den Mindestlohn hättest, obwohl du nur jede 2. Woche arbeitest.

      Absolute Sicherheit kann ich hier aber nicht gewähren. Ich empfehle Dir einen Anruf bei der

      Sollte der Arbeitgeber das verfifizieren wollen, empfehle ich einen Anruf bei der Hotline des BMAS.
      http://www.der-mindestlohn-gilt.de/ml/DE/Startseite/start.html (Nummer unten rechts)

      Solltest du eine Antwort bekommen, wäre es super, wenn du die hier mitteilen könntest!

      Viel Erfolg und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Marc

    Hallo,

    ich habe eine schwierige Situation. Das duale Studium beginnt am 1.10.2015 und die Firma bietet auch Praktikum an, von 01.06 bis 30.09 mit 859 € monatlich.

    Besteht den Anpruch?

    Wenn ja, wie kann ich die Gehaltserhöung bekommen ohne meinen künfitgen Chef auf die Nerven zu gehen?

    Beide Verträge sind noch nicht unterschrieben.

    Herzlichen Dank!

    Viele Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hi Marc,

      Dein Fall klingt zunächst einmal so, dass du für den gesamten Zeitraum Anspruch auf den Mindestlohn hast.

      – Du bist aktuell noch nicht eingeschrieben
      – Selbst wenn du es wärst, überschreitet es die 3 Monate für ein freiwilliges Praktikum

      Sprich: Wenn diese Art des Praktikums nicht über die Studienordnung über z.B. ein Vorpraktikum reguliert ist, würde ich davon ausgehen, dass du Anspruch auf den Mindestlohn hast.

      Es ist natürlich sehr schwer, dies an das Unternehmen zu adressieren, ohne jemanden zu verärgern. . ich weiß ja nicht, wie groß das Unternehmen ist, aber in der Regel sind Arbeitgeber ja nicht glücklich, wenn sie 2700€ brutto mehr für 4 Monate bezahlen müssen.

      Wenn du es adressieren möchtest, wäre mein Rat, zu erklären, dass es beim Mindestlohn keine Kann-Regelung gibt.
      Sprich, du kannst nicht freiwillig darauf verzichten.

      Es gilt demnach nicht: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wenn eine staatliche Überprüfung stattfinden sollte, könnte das Unternehmen Probleme bekommen – auch wenn du dann sagst „war ich aber mit einverstanden“.
      Hilft Dir das so weiter?

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Tobias

    Guten Tag Herr Georgi,

    ich habe vom 1.9.2014 bis 28.2.2015 ein Pflichtpraktikum absolviert auf Grundlage einer Bescheinigung meines betreuenden Lehrstuhls, in der von „minimal 8 Wochen“ Pflichtdauer gesprochen wird, um das entsprechende Praktikumsmodul absolvieren zu können. In der Prüfungsordnung selbst gibt es keinen Passus hierzu; lediglich im Modulhandbuch der Uni.

    Meine konkrete Frage hierzu lautet: Bezieht sich bei den Bescheinigungen (wie hier angesprochen) die mögliche Dauer eines Pflichtpraktikums auf die 8 Wochen i.S. von „minimal“ = Mindest- = Pflichtdauer? Oder kann darüber hinaus ausgeweitet werden?

    Ich hatte zum September einen entsprechenden Vertrag für ein Pflichtpraktikum für 6 Monate unterschrieben (ohne dabei den Mindestlohn zum 1.1.2015 im Kopf gehabt zu haben). Ist hier dann die Mindestlohnthematik völlig vom Tisch, da ich diesen Vetrag unterschrieben habe? Mittlerweile argumentiert intern der Betriebsrat, dass diese „minimal 8 Wochen“ letzten Endes auch die Dauer des eigentlichen Pflichtpraktikums benennen. Die Personalabteilung argumentiert, dass mit dieser Bescheinigung das Pflichtpraktikum (wie bereits auch gehandhabt) zeitlich unbestimmt ausgeweitet werden kann.

    Interessant wäre für mich darüber hinaus noch zu wissen, welche Auswirkungen eine bereits erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung vor dem Studium, auf ein dreimonatiges, freiwilliges Praktikum beim gleichen Arbeitgeber (jedoch in einem komplett anderen Unternehmensbereich aber gleiche Legal Entity) mit einer 4-monatigen Unterbrechungen zwischen beiden Praktika durch Werkstudententätigkeit (zwecks Abfassung der Abschlussarbeit an der Uni, jedoch weiterhin beim gleichen Arbeitgeber und gleiche Legal Entity) hat?

    Vielen Dank bereits vorab für die Hilfe!

    Beste Grüße

  • Steffen

    Hallo Herr Georgi,

    ich wechsle aktuell meine Hochschule um von einem Vollzeitstudium auf ein Fernstudium umzusteigen. Im Rahmen meines Vollzeitstudiums habe ich 2014 bereits ein 4-monatiges Pflichtpraktikum durchgeführt, welches mir an meiner zukünftigen Hochschule angerechnet wird. Nun würde ich gerne während des Fernstudiums einige Praktika absolvieren, z.B. in Film und Fernsehn, Eventmarketing, etc.
    Folgendes Zitat aus einer Stellenanzeige vom 02.05.2015 habe ich gerade gefunden: „Die Mindestdauer des Praktikums beträgt 6 Monate. Das Praktikum ist unvergütet.“
    Gibt es für die Entertainment- oder Eventbranche Sonderregelungen?

    Mit freundlichem Gruß
    Steffen

  • Franzi

    Hallo,

    ich muss ein Pflichtpraktikum absolvieren. In der Studienordnung ist eine Mindestdauer von 96 vorgeschrieben. Habe ich Anspruch auf den Mindestlohn wenn ich 110 Tage absolviere?

    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

    Viele Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Franzi,

      wenn in der Studienordnung von 96 Arbeitstagen die Rede ist und du de facto 110 Arbeitstage absolvierst, hättest du theoretisch vom ersten Tag an Anspruch auf den Mindestlohn. Hier greift die Logik, dass ein Praktikum – wenn dies die vom Mindestlohn befreite Zeitspanne überschreitet – direkt vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig ist.

      Der Arbeitgeber könnte das umgehen, indem er zunächst einen Vertrag für die 96 Tage Pflichtpraktikum macht und im Anschluss einen separaten Vertrag für bis zu 3 Monate freiwilliges Praktikum. Vorausgesetzt, Du hast zuvor noch nicht im Unternehmen gearbeitet.

      Beantwortet das Deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Karl

    Hallo Herr Georgi,

    folgende Frage: ich bin Masterstudent und werde ein 6-monatiges Praktikum in einem Unternehmen absolvieren. In der Prüfungsordnung sind 3 Monate Praktikum vorgeschrieben, habe ich nun einen Anspruch auf Mindestlohn? Für die volle Dauer, nur die letzten 3 Monate – oder garnicht?

    Vielen Dank für eine kurze Anwort!

    VG,
    Karl

    1. Tobias Georgi

      Hallo Karl,

      wenn du einen Vertrag über 6 Monate hast, würde in Deinem Fall in der Tat von beginn an der Mindestlohn anstehen. Wenn man die maximale Dauer eines Pflichtpraktikum übersteigt, wird das Praktikum von Beginn an mindestlohnpflichtig.
      Besonders intuitiv ist das nicht, daher machen auch viel Unternehmen diesen „Fehler“.

      Der MiLo könnte aber vom Unternehmen leicht umgangen werde. (vorausgesetzt du hast vor der Masterarbeit noch nicht im Unternehmen gearbeitet)

      Es werden einfach 2 unterschiedliche Verträge gemacht.
      – Zuerst 3 Monate Pflichtpraktikum
      – Dann 3 Monate begleitendes Praktikum
      oder umgekehrt. Siehe auch die Tabelle im Praktikantencheck.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias

      1. Philipp

        Hallo,

        mir gehts so ähnlich wie Karl.
        Ich bin Bachelorstudent und absolviere im Rahmen meines Studiums zunächst ein 3 monatiges Pflichtpraktikum und anschließend ein 3 monatiges freiwilliges Praktikum (steht auch so im Arbeitsvertrag).
        Bin ich nun MiLo pflichtig oder nicht? (Denn ich bekomme keinen). Leider erschließt sich mir der Unterschied zwischen Orientierungspraktikum und begleitendes Praktikum nicht so ganz.

        Grüße

        1. Tobias Georgi

          Hallo Phillipp,

          (studiums)begleitendes Praktikum = freiwilliges Praktikum –> Man muss eingeschrieben sein

          Orientierungspraktikum = Praktikum, dass man vor der Wahl des Studienfachs oder eine Ausbildung macht –> Keine Einschreibung nötig.
          Man kann nach einem abgeschlossenen Studium aber in der Regel kein Orientierungspraktikum mehr machen.

          Dein Fall ist in der Tabelle unter „Erstes Praktikum Pflicht, 2. Praktikum begleitend“ aufgeführt.

          In diesem Fall besteht keine Mindestlohnpflicht, der Arbeitgeber handelt korrekt.

          Ich hoffe, das hilft Dir und viele Grüße
          Tobias

  • Lienhard

    Hallo Herr Georgi,

    ich mache bis zum Studienbeginn des Wintersemsters ein 3 monatiges Orientierungspraktikum und würde jedoch gerne 6 Monate im Betrieb bleiben. Mein Chef meint, dass man das unbezahlt machen könnte, wenn die 6 Monate als Vorpraktikum für ein Studium vorrausgesetzt werden.
    Jedoch habe ich bisher nach langem Recherchen nichts gefunden und zweifle das es eine Institution mit solchen Vorraussetzungen im Bereich Medien gibt.
    Von der ihm ausgesprochen Möglichkeit den Mindestlohn zu umgehen kann ich jedoch oben nichts lesen und wollte mal fragen inwieweit das überhaupt realisierbar ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    1. Tobias Georgi

      Hallo Lienhard,

      ich halte Deine Zweifel für berechtigt.
      Ein Orientierungspraktikum ist in deinem Fall möglich, ist aber nur 3 Monate vom Mindestlohn befreit.
      Überschreitest Du diese 3 Monate wird dein Praktikum von Beginn an mindeslohnpflichtig.

      Fazit: Mehr als 3 Monate ohne Mindestlohn ist nicht drin.
      Wenn es unbedingt 6 Monate sein sollten, wäre mein Rat, dass Du für die Monate 4-6 einen befristeten Anstellungsvertrag zum Mindestlohn bekommst.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Lienhard

        Ich zitiere mal von der Website der Uni:

        ,,[…] der jeweiligen Firmen über die berufsbezogenen praktischen Erfahrung von mindestens 26 Wochen zum Zeitpunkt der Bewerbung, aus denen Art, Umfang und Qualität der Tätigkeiten hervorgeht.“

        Könnte man das als Begründung für ein Pflichtpraktikum nennen? Es steht dort nirgends dass es unbezahlt sein muss.
        Vielleicht ist es ja auch eine Grauzone ich werde mich mal mit ihm unterhalten.
        Vielen Dank für Ihre Antwort.

        Beste Grüße

        Lienhard

        1. Tobias Georgi

          Hallo Lienhard,

          zunächst einmal: Die Uni hat mit der Vergütung nichts zu tun. Das entscheidet der Gesetzgeber.

          Hast du die Studienordnung zitiert? Nur diese kann herangezogen werden, um ein Pflichtpraktikum zu rechtfertigen.

          So wie Du es beschrieben hast, bist du aber noch gar nicht eingeschrieben oder sondern erst am dem Wintersemester, richtig?

          Pflichtpraktika und auch freiwillige Praktika gehen nur bei eingeschriebenen Studenten.

          In deinem Fall greift dann das Orientierungspraktikum. Nach allen Informationen, die ich habe, aber immer noch für „nur“ 3 Monate ohne Mindestlohn.

          Ich hoffe, ich konnte erneut helfen und viele Grüße
          Tobias Georgi

  • Monika

    Guten Abend Herr Georgi,
    ich habe hier viele Kommentare gelesen, aber für meinen Fall leider keine passende Antwort gefunden. Daher hier meine Schilderung und Frage:

    Im Rahmen einer Trainee-Auswahl habe ich die Zusage für das Programm bekommen, wenn ich im Vorfeld ein Praktikum im Unternehmen absolviere. Dieses Praktikum sollte der Orientierung dienen und wird nun als ein Orientierungspraktikum ausgelegt. Die Dauer betrug auch nur drei Wochen, wäre also weit unter der Dreimonatsmarke. Allerdings habe ich einen Studienabschluss und falle somit nicht in die Bestimmungen des BBiG.
    Wie legt das MiLoG Orientierungspraktika aus? Habe ich einen Abspruch auf die Bezahlung der geleisteten Arbeitszeit in diesen drei Wochen?

    Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Antwort!
    Beste Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo Monika,

      das ist ein witziger Zufall, denn genau wenige Kommentare vor Ihnen hat ein Nutzer den entscheidenden Passus dafür zitiert:

      „Nach einem Bachelor-Abschluss ist in der Regel die fachliche Orientierungsphase abgeschlossen (vgl. BT-Drs. 18/2145 S. 23). Eine Ausnahme vom Mindestlohn nach § 22 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 MiLoG dürfte es insofern regelmäßig nicht geben. Prüfungen des Einzelfalls sind davon unbenommen.“

      Ich sage es so: Ich als Arbeitgeber würde in ihrem Fall den Mindestlohn zahlen, weil ich mich sonst gefährdet sehe, gegen die Bestimmungen des Mindestlohn zu verstoßen. Wie beschrieben ist ihre Form des Praktikums eigentlich nicht als Orientierungspraktikum zu werten. Sie orientieren sich ja nicht für ihre Berufswahl, in ihrem Fall ist das Praktikum wohl als Eignungsprüfung auszulegen.

      Somit haben sie nach unserem Verständnis Anspruch auf den Mindestlohn.

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter und viele Grüße
      Tobias

      p.s.: Ich bin davon ausgegangen, dass Sie nicht mehr eingeschrieben sind.

      1. Monika

        Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung der Frage. Ich werde meine Glück mit der von Ihnen genannten Begründung versuchen.

        Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag!
        Viele Grüße

        Ps.: Ja, Sie sind richtig davon ausgegangen, dass ich nicht mehr eingeschrieben bin.

  • Claudia

    Hallo,
    ich habe einen Bachelorabschluss und bin fast fertig mit meinem Master. Nun möchte ich vor Abschluss meines Masters noch ein freiwilliges Praktikum machen. Stimmt es, dass das Unternehmen mir wegen meines Bachelors ab dem 1. Tag an den Mindestlohn zahlen muss?
    Vielen Dank!

    1. Claudia

      Als Ergänzung zu meinem Beitrag: Die IHK Frankfurt schreibt nämlich:

      5.1.4.5 Gelten die Ausnahmen sowohl bei Bachelor- als auch Masterstudium?

      Nach einem Bachelor-Abschluss ist in der Regel die fachliche Orientierungsphase abgeschlossen (vgl. BT-Drs. 18/2145 S. 23). Eine Ausnahme vom Mindestlohn nach § 22 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 MiLoG dürfte es insofern regelmäßig nicht geben. Prüfungen des Einzelfalls sind davon unbenommen.

      Das bedeutet ja, dass ich (als eingeschriebene Masterstudentin) mit einem Bachelorabschluss kein Orientierungspraktikum mehr machen darf, bzw. dann auch den Mindestlohn bekommen muss, selbst wenn ich nur 1 Monat das freiwillige Praktikum mache. Oder sehe ich das falsch und das gilt nur für solche Fälle, in denen man nach dem Bachelorabschluss nicht wieder eingeschrieben ist?

      1. Tobias Georgi

        Hallo Claudia,

        danke für Deinen Kommentar. Ich fasse mich kurz, um keine Verwirrung zu stiften.

        Wenn du eingeschrieben bist, kannst du immer ein freiwilliges Praktikum machen, welches für 3 Monate vom Mindestlohn befreit ist. Voraussetzung ist, dass du in dem Unternehmen noch nicht angestellt warst.

        Somit beziehen sich deine Zitate auf den Fall, dass du nach dem Bachelor nicht mehr eingeschrieben bist. Und mit einem Bachelor ist dann auch das Orientierungspraktikum (welches 3 Monate vom MiLo befreit ist) nicht mehr möglich.

        Da du aber eingeschrieben bist, kannst du freiwillige Praktika 3 Monate ohne MiLo machen.

        Beantwortet das Deine Frage?

        Viele Grüße
        Tobias Georgi

        1. Claudia

          Ja, das beantwortet meine Frage. Vielen Dank für die Klarstellung!
          An das dreimonatige Praktikum soll ich dann meine Masterarbeit zusammen mit dem Unternehmen schreiben. Meine Prüfungsordnung sieht keine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen vor, schließt es aber auch nicht aus. Meine offizielle Bearbeitungszeit für die Masterarbeit sind 4 Monate. Kann das Unternehmen mich nach dem freiwilligen Praktikum für 4 Monate im Rahmen der Masterarbeit beschäftigen und dies dann als Pflichtpraktikum Handhaben, also weiterhin nicht den Mindestlohn zahlen?

          1. Tobias Georgi

            Hi Claudia

            kurze Antwort: Ja!

            Wir haben genau bez. dieses Falles einmal bei der Mindestlohnhotline des BMAS angerufen und es wurde uns bestätigt, dass eine Masterarbeit als Pflichtpraktikum für die vorgeschriebene Dauer in der Studienordnung ausgelegt werden kann.

            Als „Beweis“ kann ich Dir dafür nichts schriftliches bieten, daher der Hinweis, dass dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

            Sollte der Arbeitgeber das verfifizieren wollen, empfehle ich einen Anruf bei der Hotline.
            http://www.der-mindestlohn-gilt.de/ml/DE/Startseite/start.html (Nummer unten rechts)

            Viele Grüße
            Tobias Georgi

  • Marie

    Hallo,

    ich mache ein Praktikum für ein Jahr für die Fachhochschulreife. (Abi nicht bestanden)
    Gilt dieses als Pflichtpraktikum?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Marie,

      hier gilt das gleiche wie für Pflichtpraktika. Es muss eine Verordnung geben, die diesen Zeitraum als Pflichtpraktikum vorschreibt. Gibt es in Deinem Fall eine Art Schulverordnung, die das vorschreibt?

      Sollte dies nicht der Fall sein, wäre das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig (vorausgesetzt, du bist volljährig Solltest du minderjährig sein, besteht generell keine MiLo-Pflicht)

      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Patrick

    Hallo Tobias,

    mein Dilemma ist folgendes: Ich – kein Student – befinde mich derzeitig in einem freiwilligen Orientierungspraktikum, dessen dreimonatige Laufzeit Ende April ausläuft (sprich vom 01.02. bis 30.04. verläuft). Das Praktikum wurde pauschal mit 500€ brutto vergütet. Der Arbeitgeber würde mich gerne für weitere 3 Monate beschäftigen (was voll in meinem Interesse liegt), dann jedoch vermutlich als Trainee oder auf vergleichbarer Basis und mich dem Mindestlohn entsprechend bezahlen. Wenn ich das MiLoG nun richtig verstanden habe, wird bei Weiterbeschäftigung rückwirkend für die vorangegangenen drei Monate der Mindestlohn fällig. Meinem Arbeitgeber wäre dieser finanzielle Aufwand zu viel.

    Ist diese Annahme soweit richtig oder kann man die Nachzahlung irgendwie umgehen? Deine Beispielrechnung lassen eine entsprechende Vermutung zu.

    Vielen Dank im Voraus und für die Aufklärung durch den den Artikel.

    Beste Grüße
    Patrick

    1. Patrick

      Hat sich erledigt, trotzdem danke 🙂

  • Andreas

    Hallo Herr Georgi,
    Ich möchte für 3 Monate ein freiwilliges Praktikum bei einer Firma machen. Ich bin kein Student. Die Firma würde mir pro Monat 400 Euro zahlen. Das finde ich für ein freiwilliges Praktikum angemessen. Jedoch gibt es dort laut Arbeitgeber ein Problem mit dem Mindestlohn. Nun meine Frage: Darf ich das Praktikum ohne Mindestlohn machen?

    LG
    Andreas

    1. Tobias Georgi

      Hallo Andreas,

      kurze Antwort: Nein.

      Der Mindestlohn sieht keine Kann-Regelung vor. Dein Praktikum wäre mindestlohnpflichtig (siehe Grafik oben) und der Arbeitgeber würde sich dem Verstoß gegen das Mindestlohngesetz angreifbar machen, wenn er Dir nicht den Mindestlohn in Deinem Praktikum bezahlt.

      Viele Arbeitgeber schreckt das ab, was wie von uns prognostiziert dazu führt, dass nicht eingeschriebene Bewerber bei Praktika in Zukunft diskriminiert werden (und das nicht einmal, weil alle Arbeitgeber böse sind, für viele ist das schlicht nicht erschwinglich)

      Ich hoffe das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Andreas

        Hallo,
        Vielen Dank für die schnelle, kompetente und sehr ausführliche Antwort!!!!
        Ja, Sie haben mir mit der Antwort sehr geholfen. Ich habe mit einigen Leuten von verschiedenen Institutionen gesprochen, aber so eine eindeutige Antwort konnte mir niemand geben.
        Vielen Dank!!!

        LG
        Andreas

        1. Tobias Georgi

          Danke für das Lob, freut mich, dass wir helfen konnten!

  • Sabrina

    Guten Tag Herr Greogi,
    ich habe vor 2 Wochen mein 6 monatiges Praktikum begonnen, der Vertrag dazu wurde anfang Dezember von mir unterschrieben.
    Meine Studienordnung sieht für den Bachelorstudiengang ein sechswöchiges Praktikum vor, das Schreiben dazu habe ich dem Vertrag beigelegt und der HR Abteilung mitgeteilt, dass der Rest des Praktikums für mich auf freiwilliger Basis läuft, da ich es sinnvoller finde.
    Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass sich bei der Einführung in das Praktikum von Seiten der HR Abteilung in keinster Weise was zum Mindestlohn erwähnt wurde, ich einen Pflichtvertrag für 6 Monate habe und mir keiner genau sagen kann, ob der Betrieb für die freiwillige Zeit des Praktikums den Mindestlohn zahlen wird.
    Hätten sie ein paar Informationen diesbezüglich für mich? Ich möchte gut vorbereitet zu einem baldigen Gespräch erscheinen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Sabrina

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sabrina,

      danke für Deinen Kommentar.
      Wenn Deine Studienordnung ein 6 wöchiges Pflichtpraktikum vorsieht, du aber einen Vertrag über 6 Monate hast, gilt für mich Folgendes:

      Sollte ein Praktikum die vom Mindestlohn befreite Zeitspanne überschreiten, so wird das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig. Das ist nicht ganz intuitiv, daher ein Beispiel: Ein Praktikum wäre 3 Monate vom Mindestlohn befreit, vertraglich werden aber 4 Monate vereinbart. Nun ist nicht nur der 4. Monat mindestlohnpflichtig sondern alle 4 Monate sind mindestlohnpflichtig. Dieser Anspruch gilt auch rückwirkend, kann aber frühestens ab dem 1.1.2015 geltend gemacht werden.

      –> Das bedeutet für mich, dass Du für die gesamten 6 Monate Anspruch auf den Mindestlohn hast.

      Das liegt auch an einem technischen Fehler seitens des Arbeitgebers. Das Unternehmen hätte dich für 4,5 Monate ohne Mindestlohn anstellen können.

      Zuerst 6 Wochen Pflichtpraktikum –> Kein Mindestlohn
      Dann separater Vertrag 3 Monate freiwilliges (begleitendes) Praktikum –> Kein Mindestlohn
      Siehe die Tabelle oben.

      Solltest Du dem Unternehmen also Kompromisse vorschlagen wollen könntest Du:

      – Anbieten, zumindest die 6 Wochen Pflichtpraktikum ohne Milo zu machen und dann für 4,5 Wochen einen separaten Vertrag machen

      – Oder gar die 4,5 Monate mit 2 Praktika ohne Mindestlohn machen

      – Die dritte Option wäre, die vollen 6 Monate auf den Mindestlohn zu beharren, da hättest du meines Erachtens keine schlechten Karten (Dies ist aber keine verbindliche Rechtsauskunft).

      Kommt dann wohl ein bisschen darauf an, wie sehr dem Arbeitgeber der Mindestlohn wehtut und wie sehr das das Verhältnis belasten würde und wie wichtig Dir das Verhältnis ist.

      Ich hoffe, das hilft Dir weite rund viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Frank

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    dann möchte ich gern auch meine Frage hier loswerden 🙂

    Ich habe am 16.03.2015 mit meiner Masterarbeit bei einem Unternehmen begonnen, welche mit Mindestlohn vergütet wird und von einer vertraglich vereinbarten, wöchentlichen Stundenzahl von 37,5 Std ausgeht.

    Ich habe also Ende März bereits eine erste Abrechnung erhalten und musste alle Abzüge (RV KV PF AV) zahlen.

    Auf Nachfrage bei meinem Arbeitgeber kam heraus, dass ich nicht als PFLICHTpraktikant geführt bin und daher volle Abzüge zahlen müsse, man könne dies ändern, dafür bräuchte ich aber eine entsprechende Bescheinigung.
    Auf Anfrage bei der Hochschule wurde mir mitgeteilt, dass eine Abschlussarbeit jedoch NICHT als Pflichtpratikum gilt.

    Daher die Frage, gilt eine Master-Arbeit wirklich nicht als Pflichtpraktikum??
    Diese ist doch nötig, um das Studium erfolgreich abzuschließen?! In der Studienordnung habe ich diesbezüglich leider keine Infos gefunden.

    Selbst bei meiner Bachelorarbeit (in 2011, also noch kein Mindestlohngesetz), ebenfalls bei einem Unternehmen, aber andere Hochschule und meinen Werkstudentenjobs hatte ich kaum Abzüge, abgesehen von der AV.

    Alle Abzüge machen ganz schön was aus und von irgendwas muss man ja auch noch leben 🙂

    Vielen Dank im Voraus und beste Grüße!
    Frank

    1. Tobias Georgi

      Hallo Frank,

      zunächst einmal ist es richtig, dass man als Pflichtpraktikant weniger Abzüge hat, es sind aber dennoch Abzüge vorhanden, meines Wissens ist der Unterschied nicht so riesig, ich habe leider keine genauen Zahlen zur Hand.

      Wenn deine Hochschule die Masterarbeit in deinem Studiengang nicht als Pflichtpraktikum sieht, kann man da nichts machen.

      Die Masterarbeit ist zwar notwendig, nicht aber sie in Form eines Praktikums zu absolvieren.

      ich würde mir aber wie gesagt nicht zu sehr ärgern, auch als Pflichtpraktikant hättest du immer noch Abzüge. Weiterhin hätte das Unternehmen auch die Möglichkeit gehabt, zumindest für 3 Monate den Mindestlohn legal zu umgehen, wenn sie es drauf angelegt hätten.

      Daher hoffe ich, dass du aktuelle Lösung für dich schon zufriedenstellend ist. Mehr ist nach meiner Bewertung der Situation „nicht drin“.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Frank

        Hallo Herr Georgi,

        besten Dank für die schnelle Antwort!

        Habe in den letzten Tagen noch ein wenig recherchiert und auch Infos aus anderen Quellen (u.a. Krankenkasse) eingeholt, evtl hilft dies auch anderen Fragestellern weiter.

        Erst mal ist es immer besser, in Unternehmen gerade NICHT als Pflichtpraktikant geführt zu werden, da man meinen Informationen nach dann weder Anspruch auf Urlaub hat, noch einen Mindestlohn (zumindest in den ersten drei Monaten, wie bereits geschrieben) bekommt.
        Der einzige Vorteil besteht allein darin, dass man nicht alle Sozialabgaben abzuführen hat.

        Auch ist die wöchentliche Arbeitszeit, welche man WERTSCHÖPFEND tätig ist, ist ausschlaggebend (laut TK Krankenkasse).
        Überschreitet diese 20 Std / Woche, (siehe auch Werkstudententätigkeit) , so verliert man seinen Studentenstatus.
        Ich habe mir sagen lassen, es gibt wohl auch Arbeitgeber, die zwar 37,5 Std Anwesenheit in den Vertrag schreiben, darunter aber einen Passus, dass die wertschöpfende Tätigkeit unter eben diesen 20 Std pro Woche liegt.
        => Wird aber aus vertragsrechtlichen Gründen eher selten gemacht.

        Auch kann ein Arbeitgeber eine Anwesenenheit, bzw Arbeitszeit NACH ABSPRACHE im Vertrag verankern. So war es z.B, bei mir während der Bachelorarbeit. Ich hatte eine Zielvereinbarung (Abschluss der BA nach 6 Monaten) und keine wöchentliche Arbeitszeit, konnte also prinzipiell kommen und gehen, wann ich wollte (eben nach Absprache mit meinem Vorgesetzten).

        Für mich heißt das nun jedenfalls, dass alles so bleibt, wie es ist, ich die Abgaben zahle, aber da auch noch die Möglichkeit im Zuge des Lohnsteuerjahresausgleiches habe, einen Großteil zurück zu erhalten.

        Hoffentlich hilft das weiter 🙂

        Beste Grüße
        Frank

        1. Tobias Georgi

          Hi Frank,

          danke nochmal für die Informationen, sehr interessant.

          Urlaub Pflichtpraktikum: Kann man als Unternehmen ja aber selbst entscheiden. Bei Lecturio z.B. bekommen auch Pflichtpraktikanten Urlaub

          20 Stunden wertschöpfende Tätigkeit: Sicher, dass man den Status auch als Praktikant verliert? Meines Wissens gilt das für Werksstudenten. Wobei ich selbst gerade nicht weiß, wie Praktika gehandhabt werden, die mit dem Mindestlohn vergütet werden.

          Meine persönliche Meinung ist, dass ich Sozialabgaben ok finde, wenn der Mindestlohn vergütet wird. Dafür befindet sich die Vergütung ja auch in einer ganz anderen Liga dann.

          Viele Grüße und viel Glück und Erfolg natürlich mit der Bachelorarbeit!

          Tobias Georgi

  • Juan

    Hallo Herr Georgi,

    Ich habe zwar ähnliche Fragen gefunden, die Sie bereits beantwortet haben, aber trotzdem habe ich in meinem Fall Zweifel.

    Ich möchte meine Masterarbeit in einem Unternehmen schreiben. Sie bieten mir jetzt zwei Verträge an: einen über 2 Monate als freiwilliges Praktikum (das Pflichtpraktikum meines Studiengangs habe ich schon im letzten Jahr in einem anderen Unternehmen gemacht) und einen zweiten Vertrag für das Schreiben der Abschlussarbeit über 4 Monate. Gibt es für Abschlussarbeiten eine Sonderregelung oder würde da bei 4 Monaten die Mindestlohnregelung greifen?

    Vielen Dank im Voraus.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Juan,

      danke für deinen Kommentar.
      Als Unternehmen braucht man hier einen Nachweis, dass die Masterarbeit einen Pflichtzeitraum in der Studienordnung vorgeschrieben ist. Ist das der Fall, kann dieser Zeitraum als Pflichtpraktikum gewertet werden und wäre in deinem Fall dann vom Mindestlohn befreit.

      Sprich: Es hängt davon ab, was in der Studienordnung als Pflichtzeitraum zur Masterarbeit steht.
      Ist dieser >= 4 Monate –> Kein Mindestlohn
      Wenn nicht, dann würde ich davon ausgehen, dass der Mindestlohn fällig wird.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias

      1. Juan

        Hallo Herr Georgi,

        vielen Dank für Ihre Antwort. In der Tat, der Zeitraum für die Masterarbeit beträgt 4 Monate. Glücklicherweise sind die Konditionen, meiner Meinung nach, trotzdem sehr gut. Es ist schon ein Luxus, für siene Abschlussarbeit auch noch bezahlt zu werden.

        Viele Grüße

        Juan

        1. Tobias Georgi

          Hi Juan,

          freut mich, dass ich helfen konnte. Viel Erfolg mit der Masterarbeit!

  • Maria

    Hallo,
    ich habe vom 01.10.2014 bis 31.01.2015 ein Praktikum in einem Unternehmen durchgeführt. Insgesamt betrug die Praktikumszeit also 4 Monate. Dieses Pflichtpraktikum habe ich im Rahmen meines Studiums durchgeführt, die „Pflichtdauer“ beträgt hier immer 3 Monate. Kann ich somit für den letzten Monat Januar rückwirkend den Mindestlohn verlangen? Zur Info: ich habe nicht zuvor im Unternehmen gearbeitet.

    Viele Grüße
    Maria

    1. Tobias Georgi

      Hallo Maria,

      interessant, du spiegelst exakt den Fall, den wir im Artikel behandelt haben wider. (Siehe unten noch einmal kopiert)

      Ja, der Arbeitgeber hat gegen die Auflagen des Mindestlohns verstoßen nach unserem Verständnis.

      Theoretisch wäre das gesamte Praktikum nun mindestlohnpflichtig, da der MiLo aber erst seit 1.1.2015 gilt, in deinem Fall nur der Januar.

      –> Theoretisch hast du auch rückwirkend Anspruch auf den Mindestlohn für Januar.

      Wir haben aber keine Expertise noch anderweitige Erfahrung, um einschätzen zu können, wie man hier als Praktikant weiter vorgehen sollte, wenn man den Anspruch geltend machen möchte.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias
      ——————————————–
      Sollte ein Praktikum die vom Mindestlohn befreite Zeitspanne überschreiten, so wird das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig. Das ist nicht ganz intuitiv, daher ein Beispiel: Ein Praktikum wäre 3 Monate vom Mindestlohn befreit, vertraglich werden aber 4 Monate vereinbart. Nun ist nicht nur der 4. Monat mindestlohnpflichtig sondern alle 4 Monate sind mindestlohnpflichtig. Dieser Anspruch gilt auch rückwirkend, kann aber frühestens ab dem 1.1.2015 geltend gemacht werden.
      Auch in 2014 geleistete Praktikumszeit ist für den Mindestlohn relevant! Macht ein Praktikant ein 6 monatiges freiwilliges Praktikum vom 01.10.2014 – 31.03.2015 so sind ab dem 31.12 bereits 3 Monate absolviert, was das Praktikum in den meisten Fällen dann ab 01.01.2015 mindestlohnpflichtig macht.

  • Tobias Georgi

    Hallo Lukas,

    danke für deinen Kommentar:
    – Was hat der Jahreswechsel hier für eine Relevanz?
    Keine Ahnung um ehrlich zu sein. Ich tippe keine.

    – Es wurde zwar nicht ausgesprochen, aber es liegt hier ja ganz klar am Mindestlohn. Gilt dieser für das Erstellen von Abschlussarbeiten?
    Wenn in der Studienordnung eine Dauer für die Masterarbeit vorgeschrieben ist, kann diese als Pflichtpraktikum angesehen werden. Daher kann man oft sehr gut auch Zeiträume von 6 Monaten für die Masterarbeit ohne Mindestlohn anbieten.
    Sollte keine Dauer in der Studienordnung angegeben sein, könntest Du versuchen, dir eine Mindestdauer von der Fakultät bescheinigen zu lassen. Das könnte dann als Grundlage für den Zeitraum des mindestlohnbefreiten Pflichtpraktikums sein.

    – Kann man den Mindestlohn “umgehen”, indem man die Studenanzahl einfach herabsetzt und dadurch das “gewünschte” Gehalt erhält?
    Nein! Der Arbeitgeber macht sich angreifbar, wenn du mehr Stunden leistest, als du offiziell bezahlt bekommst. Du kannst auch nicht freiwillig darauf verzichten.

    – Ich habe von der Möglichkeit des Status eines Freien Mitarbeiters von Kommilitionen gehört. Ist dies vielleicht auch eine Möglichkeit diese Problematik zu umgehen? Was ist hier zu beachten?
    So einfach ist das in dem Fall nicht, da das Problem der Scheinselbstständigkeit besteht. Du müsstest ein Gewerbe anmelden und nachweisbar auch andere Klienten aufweisen.
    Ich würde dem Arbeitgeber davon abraten, das kann böse nach hinten losgehen und wird auch vom Gesetzgeber verfolgt.

    Du hast also folgende Möglichkeiten:
    Du kannst insgesamt 2 Praktika leisten, ein Pflichtpraktikum so lange die Studienordnung vorschreibt plus ein freiwilliges Praktikum von 3 Monaten zusätzlich (Siehe Tabelle im Artikel, Reihenfolge ist egal).

    Es gibt außerdem einen legale Möglichkeit, diese Zeitspanne zu erweitern, in dem du im Zweifel eben weitere Monate zum Mindestlohn angestellt wirst. Der Arbeitgeber kann das kompensieren, in dem er dir einfach in der Zeit ohne Mindestlohn dann entsprechender weniger bezahlt (kann ja auch 0€ Gehalt sein). Schau Dir dazu doch einmal die Beispielrechnungen in dem Artikel an.

    Insgesamt wäre ich zuversichtlich, dass es da legale Möglichkeiten für den Arbeitgeber gibt, Dich Deine Masterarbeit anfertigen zu lassen ohne dass sie den Mindestlohn zahlen müssen.

    Ansonsten kannst du den Arbeitgeber auch ermutigen, sich einmal direkt bei der Mindestlohn Hotline zu informieren:
    http://www.der-mindestlohn-gilt.de/ml/DE/Startseite/start.html
    Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr unter der
    Rufnummer 030/60 28 00 28 erreichbar.

    Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
    Tobias Georgi

    1. Lukas

      Hallo Herr Georgi,

      erstmal danke für die schnelle hilfreiche Antwort.

      In meiner Studienordnung ist eine Dauer von 22 Wochen vorgesehen, und dass die Masterarbeit halt an der Uni oder praxisnah im Unternehmen erstellt werden kann. Gibt es denn eine verlässliche Quelle o.ä. wo steht, dass die Masterarbeit nicht unter den Mindestlohn fällt? Ich möchte ja an sich nur die drei Wochen freiwilliges Praktikum vorab und dann die Masterarbeit über 22 Wochen in dem Unternehmen erstellen.

      Vielen Dank nochmal vorab für die Unterstützung!

      Beste Grüße
      Lukas

      1. Tobias Georgi

        Hey Lukas,

        wir haben damals unter der Hotline Nummer beim Bundesministerium angerufen und dort wurde uns gesagt, dass die vorgeschriebene Zeit einer Masterarbeit als Pflichtpraktikum angerechnet wird. (Natürlich muss diese auch angefertigt werden, darf kein Fake sein)

        Schriftlich haben wir das leider nicht. Daher müsstest du selbst dort anrufen, um diese Aussage zu verifizieren.

        Du machst also 3 Wochen freiwilliges Praktikum und im Anschluss dann deine Masterarbeit – kein Mindestlohn verpflichtend.

        Schaut alles gut aus für mich!

        Viele Grüße
        Tobias Georgi

  • Lukas

    Guten Abend Herr Georgi,

    ich habe folgendes Problem:
    Ich möchte meine Masterarbeit in einem Unternehmen schreiben und habe mich hierfür auf eine Stellenausschreibung beworben. Dort stand bzgl. der Dauer: „Pflichtpraktikum maximal 6 Monate, freiwilliges Praktikum 3 Monate. Das Erstellen einer Abschlussarbeit ist im Anschluss in Absprache mit der jeweiligen Fachabteilung möglich“. Nach einem Telefoninterview bekam ich dann die Zusage, am nächsten Tag jedoch promt die Absage der Sekretärin. Als Begründung wurde mir genannt, dass ich laut deren Recruitment Center „zu lange“ dann insgesamt im Unternehmen wäre und halt auch über den Jahreswechsel.

    Jetzt meine Fragen:
    – Was hat der Jahreswechsel hier für eine Relevanz?
    – Es wurde zwar nicht ausgesprochen, aber es liegt hier ja ganz klar am Mindestlohn. Gilt dieser für das Erstellen von Abschlussarbeiten?
    – Kann man den Mindestlohn „umgehen“, indem man die Studenanzahl einfach herabsetzt und dadurch das „gewünschte“ Gehalt erhält?
    – Ich habe von der Möglichkeit des Status eines Freien Mitarbeiters von Kommilitionen gehört. Ist dies vielleicht auch eine Möglichkeit diese Problematik zu umgehen? Was ist hier zu beachten?

    Es wäre wirklich sehr schade, wenn das Ganze an diesen Formalitäten scheitern würde. Ich hoffe, dass es doch noch irgendeine Lösung gibt.

    Vielen Dank vorab für die Unterstützung und Hilfe!

    Beste Grüße

  • anonym

    Hallo,
    ich habe einen Bekannten, der folgendes Problem hat:

    Er studiert und will Praktikum bei einem Unternehmen machen. Dieses muss allerdings ein Pflichtpraktikum sein, wegen der Mindestlohnregelung. Dafür gibt es vom Unternehmen ein Formular, mit dem er sich das Pflichtpraktikum bestätigen lassen muss. Nun hat er in seiner Studienordnung aber kein Pflichtpraktikum stehen. Die Frage wäre, wie er dennoch an das Praktikum kommt?
    Mein Bekannter überlegt nun, sich bei der Uni in einem anderen Studiengang zu bewerben und ein Vorpraktikum, das als Bewerbung Voraussetzung ist – also in der Studienordnung steht – als Pflichtpraktikum anerkennen zu lassen.
    Welche Wege wären denn sinnvoll? Das Unternehmen will eben ein unterschriebenes Formular, das es sich um ein Pflichtpraktikum handelt. Danke

    1. Tobias Georgi

      Hallo,

      danke für den Kommentar.

      Zuerst einmal die Frage: Hat Dein Bekannter in dem Unternehmen schon einmal ein Praktikum geleistet? Wenn nein, dann besteht auch die Möglichkeit eines freiwilligen Praktikums, was bis zu 3 Monaten vom Mindestlohn befreit ist.

      Wenn es ein Pflichtpraktikum sein MUSS, dann sehe ich auch keine andere Möglichkeit, als in einem Studiengang eingeschrieben zu sein, der ein Pflichtpraktikum erfordert (Hier bedenken, dass nur der Zeitraum, der von der Studienordnung für das Pflichtpraktikum angegeben ist, vom MiLo befreit ist, wenn nichts angegeben ist, 3 Monate).

      Aber zuerst wäre meine Empfehlung, noch einmal nachzufragen, ob Dein Bekannter in dem Unternehmen schon ein Praktikum gemacht hat und warum es denn unbedingt ein Pflichtpraktikum sein muss.

      Vielleicht ist dem Arbeitgeber ja gar nicht klar, dass man auch ein freiwilliges Praktikum 3 Monate ohne MiLo anbieten kann.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Guter Dinge :)

    Hallo,
    ich bin Student und habe habe am 01.01.2015 ein Praktikum angetreten (dieses endet am 31.05.2015). Dieses war als Zwischenpraktikum für mein Studium vorgesehen, das Pflichtpraktikum beträgt 12 Wochen. Habe ich ab dem 4. Monat Anspruch auf den Mindestlohn oder kann der Arbeitgeber so tun als wäre ich ab dem 4. Monat in einem begleitendem Praktikum? Es existiert lediglich ein Praktikumsvertrag der den Zeitraum 01.01.-31.05. ausweist.
    Vielen Dank!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Guter Dinge:)

      Dieser Situation haben schon mehrere Leute hier beschrieben.
      Der Arbeitgeber begibt sich hier auf dünnes Eis. Theoretisch könnten Pflichtzeitraum + 3 monate begleitendes Praktikum separat ohne Mindestlohnpflicht beim selben Arbeitgeber durchgeführt werden.

      Praktisch sollten dies 2 verschiedene Verträge sein.

      Theoretisch hättest du vom ersten Tag an Anspruch auf den Mindestlohn wegen dieses „technischen“ Fehlers.

      Ob dies rechtlich durchzusetzen ist, vermag ich nicht zu sagen.

      Ich hoffe, das hilft dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Torsten

    Hallo,
    wenn ich in einem Pflichtpraktikum welches 13 Wochen dauern soll, zwei Wochen Urlaub mache, und sich so der Vertragliche Rahmen bei 15 Wochen befindet, ist das Praktikum dann Mindestlohn pflichtig?

    Danke und Gruß

    1. Tobias Georgi

      Hi Torsten,

      das ist eine schwierige Frage und schwer einzuschätzen. Es kommt hier wirklich drauf an, was in der Prüfungsordnung steht, ob da vorgesehen ist, ob Du Urlaub nehmen kannst oder nicht.

      Als Arbeitgeber wäre ich in der Tat etwas nervös. Die Prüfungsordnung sieht 13 Wochen vor, wieso mache ich dann einen Vertrag über 15 Wochen? Selbst wenn Urlaub in den 13 Wochen exkludiert wäre, hätte man ja eigentlich nur 6,5 Tage Urlaub in der Zeit und nicht 2 Wochen.

      Fazit: Im Zweifel könnte der Arbeitgeber hier einen technischen Fehler gemacht haben, der im Anspruch auf den Mindestlohn endet. Ob das jemals so entschieden wird, kann ich leider nicht sagen.

      Daher bleibt die Antwort leider sehr vage.

      Viele Grüße
      Tobias

      1. Torsten

        Hallo,
        wie wäre es denn wenn das Paktikum in zwei Blöcke geteilt wird? Also Vertraglich geregelt erst 6 Wochen, dann sind die zwei Wochen Pause und dann ein neuer Vertrag für die restlichen 7 Wochen?

        Danke

  • Rudolf Winkelmann

    Huhu habe auch nochmal ne Frage:
    5 monate Praktikum ab 1.11.14 laut EINEM vertrag!!!
    Erst freiwillig
    Dann ohje mindestlohn
    Firma fragt an. Ich sage 6 wochen wären Pflicht also 3,5 Monate freiwillig
    Firma hmhm ok. Schnell nen Ergänzungsvertrag für 1, 5 monate aufgesetzt und für januar (ab da gilt ja mindestlohn) bis mitte Februar den mindestlohn gezahlt. Anschließend einfach die 6 wochen Pflicht angenommen Mit normaler Bezahlung.hierfür jedoch keinen vertrag verändert sondern den ersten ab 1.11. weiterlaufen lassen.

    Jetzt lese ich hier ein paar mal das für den Pflichtteil ein extra vertrag gemacht werden müsste. ..weil bei Überschreitung des pflichtzeitraums ohne separaten Verträge alles mindestlohnpflichtig wird bei über 3 monaten. Stimmt das?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Rudolf,

      ja, theoretisch könnte der Arbeitgeber in einer schlechten Situation sein, wenn die 5 Monate Praktikum in einem Vertrag festgehalten sind. Da könnte der Gesetzgeber entscheiden, dass von ersten tag an (bzw. frühestens ab 1.1.2015) der Mindestlohn gezahlt werden muss.

      Als Arbeitgeber würden wir stets davon abraten, so vorzugehen.

      Wie das nun später ausgelegt wird und wie Gerichte entscheiden werden, weiß in der Tat noch keiner.

      Nach meinem Verständnis hat Dein Arbeitgeber wie gesagt hier einen technischen Fehler begangen.

      Immerhin haben sie ja aber guten Willen gezeigt und Du hast bereits den Mindestlohn partiell erhalten. Daher würde ich mich persönlich nicht so sehr darüber ärgern, aber das musst Du natürlich selbst entscheiden.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Rudolf Winkelmann

        Alles klar ich werde auch nichts machen…aber gut zu wissen ist es dennoch

  • M. V.

    Sehr geehrter Herr Georgi,

    vielen Dank für den ausführlichen Bericht.

    Ich habe 2 Fragen:

    Wenn man ein Praxissemester in einem Unternehmen absolviert und direkt im Anschluss seine Bachelorarbeit im selben Unternehmen schreiben möchte (beides vorgeschrieben), entfällt dann da der Mindestlohn immernoch? Theoretisch ja, oder?

    Was passiert, wenn die vorgeschriebene Praxiszeit überschritten wird? Nehmen wir an, die vorgeschriebene Zeit ist ab dem 27.02. überschritten. Muss ab dem 01.01.2015 Mindestlohn gezahlt werden?

    Ich bedanke mich schon mal für die Hilfe.

    Viele Grüße

    M.V.

    1. Tobias Georgi

      Hallo M.V.

      Die Antwort-Sequenz lautet:
      Ja, Mindestlohn wird fällig, Ja 🙂

      Alles richtig wiedergegeben. 2 Pflichtpraktika sind theoretisch ohne Mindestlohn möglich, wird jedoch die Pflichtzeit überschritten, wird der Mindestlohn von Beginn an fällig, frühestens jedoch ab 1.1.2015.

      Ich hoffe, das beantwortet ihr Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. M. V.

        Vielen lieben Dank für die Hilfe! 🙂

  • Kim

    Hallo, auch ich bräuchte ein wenig Anleitung im Praktikumsdschungel:

    Ich habe einen abgeschlossenen Bachelorabschluss und bin somit momentan kein Student mehr. Gleichzeitig habe ich eine Praktikumszusage für drei Monate ab April bekommen.
    Mein Arbeitgeber schrieb mir nun mit folgender Begründung, dass das Praktikum doch nicht realisierbar sei:
    „Praktikanten, die bereits einen Uni-Abschluss haben – also kein Pflichtpraktikum machen müssen – werden nach dem Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Stunde und damit 1.480 Euro pro Monat bezahlt.“
    Gilt diese Aussage tatsächlich auch für ein auf drei Monate angelegtes Praktikum? Es geht mir gar nicht um den Mindestlohn, viel wichtiger wäre mir Erfahrung zu sammeln, weshalb ich hoffe dass sich mein Ansprechpartner vielleicht doch täuscht…
    Ich wäre sehr dankbar für jedes Feedback.
    Beste Grüße.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Kim,

      Dein Ansprechpartner täuscht sich leider nicht. Als Absolvent, der nicht mehr eingeschrieben ist, hat man Anspruch auf den Mindestlohn. Auf diesen kann man auch nicht verzichten. Der Arbeitgeber muss Dir den Mindestlohn zahlen, ob Du möchtest oder nicht.
      Als Absolvent kann das echt doof sein (bzw. ist doof in Deinem Fall), wenn man über Praktika den Berufseinstieg finden möchte.
      Genau solche Fälle haben wir bereits 2014 prognostiziert.

      Tut mir leid, dass ich da keine besseren Nachrichten habe.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Kim

        Vielen Dank für die Auskunft!

  • Elma

    Hallo, wie sieht es aus mit ausländischen Praktikanten (Studenten), die hier in Deutschland ein Praktikum für 5-6 Monate freiwillig machen? Wir haben ein Praktikant in Vollzeit, und ein Praktikant nur für 25h die Woche. Danke, Elma

    1. Tobias Georgi

      Hallo Elma,

      viele Dank für Ihren Kommentar.

      Der Mindestlohn gilt auf deutschem Boden auch für ausländische Studenten, egal ob Vollzeit oder Teilzeit.

      Ein freiwilliges Praktikum wäre für 3 Monate vom Mindestlohn befreit. Läuft das Praktikum länger als 3 Monate, würde es gar vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig werden (auch rückwirkend).

      Wenn Sie den Mindestlohn nicht zahlen können oder möchten, wäre es daher für sie ratsam, keine Praktika länger als 3 Monate anzubieten.

      Sie könnten im Anschluss die Leute weiter als Angestellte auf Mindestlohnbasis anstellen. So umgehen sie, dass das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig wäre.

      Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Laura

    Hallo,

    ich habe Anfang März mit einem 5-monatigen freiwilligen Praktikum angefangen und der Vertrag ist auch auf 5 Monate ausgelegt. Jetzt will mir das Unternehmen in den ersten 3 Monaten 650 Euro zahlen und ab dem 4. Monat erst den Mindestlohn. Ist das so rechtens? Hab zu der Problematik bisher keine Aussage gefunden.

    Vielen Dank für die Auskunft

    1. Tobias Georgi

      Hallo Laura,

      vielen Dank für deine Nachricht.

      ich zitiere den Artikel“ Sollte ein Praktikum die vom Mindestlohn befreite Zeitspanne überschreiten, so wird das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig. Das ist nicht ganz intuitiv, daher ein Beispiel: Ein Praktikum wäre 3 Monate vom Mindestlohn befreit, vertraglich werden aber 4 Monate vereinbart. Nun ist nicht nur der 4. Monat mindestlohnpflichtig sondern alle 4 Monate sind mindestlohnpflichtig. Dieser Anspruch gilt auch rückwirkend, kann aber frühestens ab dem 1.1.2015 geltend gemacht werden.“

      Deine Situation spiegelt exakt dieses Beispiel wider, nur dass du 5 statt 4 Monate Praktikum hast.

      Nach unserem Verständnis wird Dein Praktikum damit ab dem ersten Monat mindestlohnpflichtig.

      Aus der Sicht des Unternehmens könnte man dies sehr leicht umgehen. Es müssten 2 separate Verträge gemacht werden.

      Zuerst 3 Monate Praktikum, dann 2 Monate angestellt auf Mindestlohnbasis. Ist aber wie gesagt ja anscheinend nicht passiert.

      Beantwortet das deine Frage?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Laura

        Ja danke, dass hatte ich mir so auch gedacht, aber ich kann ja nichts machen wenn sie mir jetzt trotzdem „nur“ die 650 Euro bezahlen. Abgesehen von diesem Punkt ist es ein tolles Unternehmen und ich würde mir ungern Zukunftschancen verbauen. Möglicherweise besteht ja noch die Chance dass sie ihren Fehler selbst ausbessern, schließlich bin ich nur eine von sehr viele Praktikanten und bestimmt nicht die einzige die da Probleme sieht.

        1. Tobias Georgi

          Wir wurden ja schon des öfteren gefragt, was man denn nun machen sollte, wenn davon auszugehen ist, dass ein Unternehmen gegen die Auflagen des Mindestlohn verstößt.

          An der Frage sind wir leider verpflichtet, uns auszuklinken, da wir ja keine Anwälte sind und uns darauf fokussieren, beide Seiten zumindest aufzuklären.

          Meine persönliche Meinung: Bei deinem aktuellen Deal kommst du in 5 Monaten ja auf einen Schnitt von fast 1000€ pro Monat.
          Das ist ja für ein Praktikum ja gar nicht so schlecht finde ich. Daher würde ich persönlich das ganze entspannt angehen.
          Und wie gesagt: Es handelt sich ja auch „nur“ um einen technischen Fehler. Es wäre ja sogar durchaus möglich gewesen, das aktuelle Modell umzusetzen ohne Probleme mit dem Staat zu bekommen.

          Ich hoffe daher, dass alles gut für Dich ist und

          Viele Grüße
          Tobias

  • Mary

    Hallo,
    ich (volljährig, fertig 1. ausgebildet) habe heute erfahren, dass ich nach 3 Wochen (nicht Monaten!) Praktikumsdauer bei meinem Arbeitgeber mein Praktikum, das ich zur Weiterbildung und Orientierung hinsichtlich einer zweiten Berufsausbildung begonnen habe, wegen der neuen gesetzlichen Regelungen nicht auf 3 Monate (abzüglich der 3 Wochen) verlängern darf. Die Begründung war, dass eine Verlängerung durch den erneuten Vertragsabschluss ein zweites Orientierungspraktikum wäre und somit der Mindestlohn greifen würde unabhängig davon ob der gesamte Zeitrahmen innerhalb der 3 Monate bliebe. Hätte ich von Anfang an die 3 Monate angesetzt wäre das laut meinem Arbeitgeber angeblich kein Problem gewesen……warum ist eine Verlängerung wenn man insgesamt unter der 3 Monagtsgrenze bleibt denn ein Problem?Kann der zweite Vertrag hier wirklich maßgeblich sein? Selbst in einer anderen Abteilung des Unternehmens kann/darf ich mich laut Arbeitgeber nicht erneut bewerben. Ursprünglich wollte ich noch 2 Wochen in der Abteilung in der ich jetzt bin verlängern und dann für 7 Wochen in eine andere Abteilung wechseln, was sich aber erst im Laufe meines Praktikums, das ursprünglich auf 3 Wochen angesetzt war, ergeben hat. Ich kann den Sinn dahinter nicht verstehen und kann einfach nicht glauben, dass das tatsächlich so sein soll. Ich freue mich, wenn ich hier vielleicht hilfreiche Anhaltspunkte bekommen kann.

    Danke und freundliche Grüße.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Mary,

      Mir scheint, dass dein Arbeitgeber zurecht auf Nummer sicher geht. De facto hast du bereits ein Praktikum abgeschlossen und für die Richtlinien in der Tabelle der Infografik hier im Artikel ist es nicht von Belang, wie lange das erste Praktium gedauert hat.

      Ich kann da den Arbeitgeber verstehen, denn die Entwürfe und Auslegungen zum Mindestlohn sind nicht immer durchweg logisch. Aber sollte der Arbeitgeber am Ende zu einer Strafe verdonnert werden, wird „das ist aber nicht logisch“ oft nicht helfen und man fährt besser, auf Nummer sicher zu gehen.

      Für dich ist das sehr ärgerlich, leider erscheinen die Implikationen verschiedener Szenarien nicht immer logisch.

      Klar würde man denken, dass man doch 3 Monate erst einmal voll machen kann und ab dann erst der Mindestlohn greift. Aber so lässt sich der Gesetzestext leider nicht interpretieren.

      Tut mir leid, dass ich Dir da nichts besseres sagen kann, ist in der Tat in deinem besonderen Fall ärgerlich, dass 3 Wochen Praktikum eben „voll“ als 1. Praktikum in der Tabelle zählen.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Marlen

    Ich studiere im dritten Mastersemester und möchte meine Masterarbeit im Unternehmen schreiben. Von der Uni ist kein Praktikum vor geschrieben, weder freiwillig noch pflicht… Das Unternehmen möchte hat mir angeboten mich als Pflichtpraktikant unter Vertrag zu nehmen. Ist das rechtens? Ich könnte von der Uni keinen Nachweis über ein Pflichtpraktikum erbringen. Dürfte ich einen solchen Vertrag unterschreiben?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Marlen,

      danke für Deinen Kommentar.
      Zunächst einmal kann natürlich nicht der Arbeitgeber entscheiden, ob du ein Pflichtpraktikum machst oder nicht sondern nur die Uni. Somit würde erst einmal gelten, dass du natürlich ein freiwilliges Praktikum machst und 3 Monate vom mindestlohn befreit wärst.

      Nun dauert eine Masterarbeit aber länger als 3 Monate.

      Bei dem Punkt sind wir selbst noch nicht ganz sicher. Wir halten es nicht für unrealistisch, dass man eine Masterarbeit als ein Pflichtpraktikum anrechnen lassen kann, sind in diesem Punkt aber noch nicht sicher.

      Wir bekommen da in den nächsten Tagen Infos zu, ich würde einen weiteren Kommentar schreiben, sobald ich Näheres weiß. Tut mir leid, dass ich aktuell nicht spezifischer antworten kann.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Kevin

    Hallo,

    ich mache ein freiwilliges Praktikum vom 3.11.2014 bis 3.4.2015. Dadurch habe ich als Masterstudent Abzüge durch Renten- sowie Krankenversicherung,…
    Als ich bei der PA nach Mindestlohn fragte wurde mir gesagt, dass dieser auf keinen Fall bezahlt werde, da Praktika nur der Berufsorientierung dienen und keine Arbeit im weitesten Sinne geleistet wird.
    Daraufhin kontaktierte ich den Betriebsrat des Unternehmens. Dieser sieht es ähnlich wie die PA und scheut sich etwas zu unternehmen, da es zukünftig ausgeschriebene Praktika gefährden würde.
    Müsste man jetzt einen Anwalt einschalten und klagen um Recht zu erhalten? Ich glaube kaum das es jemand machen würde, da man als Praktikant und zükünftiger Arbeitnehmer wohl nicht mehr für das Unternehmen in Frage kommen würde.
    Mit freundlichen Grüßen

    1. Tobias Georgi

      Hallo Kevin,

      ich kann dazu so viel sagen: Aus meiner Sicht greift die Begründung „da Praktika nur der Berufsorientierung dienen und keine Arbeit im weitesten Sinne geleistet wird“ auf keinen Fall.

      Nach der Auslegung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hättest du ab dem 1.1.2015 Anspruch auf den Mindestlohn, da dein Praktikum 3 Monate überschreitet.

      Wie du jetzt diesen Anspruch geltend machst, kann ich Dir leider nicht genau sagen und Dir nur den „Standardrat“ geben, einen Anwalt zu konsultieren, wenn dir daran gelegen ist, den Mindestlohn zu erhalten.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Tobi

    Hallo zusammen,
    ich bin eingeschriebener Student und habe bereits mein Pflichtpraktikum abgeleistet. Jetzt möchte ich gerne ein Praktikum in einem anderen Unternehmen zur Vorbereitung meiner Bachelorthesis absolvieren. Allerdings war die Suche bzgl. Thema
    Mindestlohn nicht ganz einfach. Jetzt habe ich ein für mich perfektes Unternehmen gefunden, bei dem ein Praktikum zur Vorbereitung meiner Thesis möglich wäre. Ich bin bereit dieses unentgeltlich zu absolvieren, da die Dauer schon 5-6 Monate betragen sollte. Allerdings lese ich jetzt, dass bereits nach Ablauf des dritten Monats der Mindestlohn greift. Gibt es also keine Möglichkeit ein unentgetliches Praktikum auf meinen Wunsch hin zu absolvieren, dass diese drei Monate übersteigt??
    In diesem Falle ist mir eine praxisnahe Thesis wichtiger als die Bezahlung!

    LG

    Tobi

    1. Tobias Georgi

      Hi Tobi,

      ja, es scheint so zu sein, wie du es vermutest (befürchtest). Die Milo-Regelung sieht keine „Kann-Regelung“ vor. Du kannst nicht freiwillig darauf verzichten.

      Somit würde ich Dir empfehlen, dem Arbeitgeber Beispiel 1 oder Beispiel 3 aus dem Artikel vorzuschlagen. Du machst ein freiwilliges Praktikum unentgeltlich und dann 1-2 Monate ein Angestelltenverhältnis auf Mindestlohn-Basis. Damit würde man auf 400-520€ pro Monat kommen.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Finny

    Hallo,
    Sehr guter Bericht !
    Ich hätte dennoch eine Frage..ich bin nämlich immernoch komplett verwirrt…
    Ich bin in einem Behindertenwohnheim als Praktikantin für 1 Jahr angestellt (seit 01.09.14 bis 31.08.15). Ich werde wahrscheinlich dann anfang September eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin beginnen. Mein Chef hat mir folgendermaßen begründet das ich keinen Anspruch auf Mindestlohn habe : Da ich das Praktikum rein theoretisch absolviere um es dann für die Ausbildung zu nutzen habe ich keinen Anspruch. Allerdings steht in meinem Vertrag lediglich das ich Praktikantin bin..da steht nichts von Vorpraktikum oder so etwas.
    Außerdem noch interessant das der gleiche Träger in einer anderen Stadt den Praktikanten den Mindestlohn zahlt…

    Ich bin leider ziemlich vverunsichert und weis absolut nicht ob ich nun Anspruch hsbe oder nicht…

    Danke schon mal für die Hilfe !!!

    1. Tobias Georgi

      Hallo Finny,

      ja, das Thema ist auch nicht einfach, verwirrt die meisten.

      Solltest Du volljährig sein kann ich zumindest die Begründung nicht nachvollziehen, warum du keinen Mindestlohn bekommen solltest.

      Für mich fällt das wie in der Grafik beschrieben in die Kategorie:
      Orientierungspraktikum –> 3 Monate vom Mindestlohn befreit. Werden – wie bei Dir der Fall – die 3 Monate überschritten, ist das Praktikum vom ersten Tag an mindestlohnpflichtig.

      Da es den Mindestlohn erst ab 1.1.2015 gibt, würde ich daher davon ausgehen, dass du ab 1.1. Anspruch auf Mindestlohn hast.

      Nun bist Du da schon weit drüber –> Ich würde davon ausgehen, dass du ab dem 1.1.2015 Anspruch auf den Mindestlohn hast.

      Bitte bedenke, dass ich kein Jurist bin und dies keine verbindliche Rechtsberatung ist.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Thomas

    Hallo Herr Georgi,

    ich mache ein 3-monatiges freiwilliges Praktikum (komplett in 2015) in einem Unternehmen bei dem ich bereits ein 7-monatiges Praktikum vor einem Jahr gemacht habe (3 Monate davon Pflicht-, 4 Monate frewilliges Praktikum). Mindestlohn wird nicht gezahlt, da ich jetzt an einem anderen Standort eingesetzt werde, selbst die Abteilung ist jedoch analog. Ist das eine gesetzeskonforme Umgehung des § 22 Absatz 1 Nummer 3 MiLoG?

    Vielen Dank

    1. Tobias Georgi

      Hallo Thomas,

      „Ist das eine gesetzeskonforme Umgehung des § 22 Absatz 1 Nummer 3 MiLoG?“
      –> Da ich kein Anwalt bin, kann ich diese Frage nicht beantworten.

      Ich kann aber soviel sagen: Als Arbeitgeber würde ich das unter keinen Umständen so machen und jedem davon abraten.
      Ich würde mich eines massiven Risiko ausgesetzt sehen, dass das Argument der unterschiedlichen Standorte nicht greift und man gegen die Mindestlohnpflicht verstößt – mit allen Konsequenzen.

      Mich persönlich (und ich muss immer wieder betonen, als Nicht-Jurist) würde es schwer wundern, wenn ein Gericht dieser Argumentation folgen würde. Ich denke, dies würde der systematischen Umgehung des Mindestlohn Tür und Tor öffnen.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Tim

    Hallo zusammen,

    wie sieht es aus bei der Kombination aus Pflicht- und freiwilligem Praktikum (jeweils 3 Monate) und Thesis (2 Monate) wenn alles in einem Vertrag kombiniert ist, die Zeiträume im Vertrag aber getrennt ausgewiesen sind? Also zum Beispiel: Zeitraum I 1.01.2015-31.03.2015 (Pflichtpraktikum) und Zeitraum II 1.4.2015-30.06.2015 (Werksstudent im Praktikum) Zeitraum III anschließende 2 Monate (Werksstudent in der Thesis).

    Vielen Dank für die Hilfe

    1. Tobias Georgi

      Hi Tim,

      aus Arbeitgebersicht würde ich das in jedem Fall vermeiden. Es birgt unnötiges Risiko. Derzeit sollte man davon ausgehen, dass verschiedene Praktika auch verschiedene Verträge bedeuten und dass eine Kombination zu Ungunsten des Arbeitgeber ausgelegt werden kann.

      Für mich steht das Risiko in keinem Verhältnis zum minimalsten Mehraufwand, einfach getrennte 2 Verträge zu machen.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Michael

    Guten Tag Herr Georgi,

    ich habe mein Pflichtprakikum zu meinem Studium vom 01.10.2014 bis 31.01.2015 absolviert.
    Seitdem bin ich als Aushilfsstudent in dem gleichen Unternehmen tätig.
    Meine Frage lautet, ob ich jetzt noch rückwirkend Anspruch auf den Mindestlohn habe? ( Zumindest für den Januar?)

    Infos über mich:
    27 Jahre
    Bachelor-Studium (Statistik)
    Pflichtpraktikum (Mindestdauer des Praktikums 15 Wochen)

    Vielen Dank,

    Grüße Michael

    1. Tobias Georgi

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Generell gilt erst einmal: Der Pflichtzeitraum eines Pflichtpraktikums ist vom Mindestlohn befreit.

      Ich hab mal geschaut. Oktober bis Ende Januar sind 4 Monate = 123 Tage = 17,5 Wochen. Inklusive Weihnachten etc. aber selbst dann >15 Wochen.

      Sprich: Rein theoretisch könnte man argumentieren, dass du die 15 Wochen überschritten hast. In diesem Fall wäre dann in der Tat das gesamte Praktikum mindestlohnpflichtig, in deinem Fall ab 1.1. weil es den Mindestlohn dann erst gibt.

      Als Arbeitgeber würde ich mich nun in einer Situation befinden, die ich eigentlich hätte vermeiden wollen.

      Nach meinem Verständnis und der Interpretation des BMAS würde ich davon ausgehen, dass du rückwirkend im Januar Anspruch auf den Mindestlohn hast

      Wie sieht Dein aktuelles Praktikum aus? Theoretisch wärst du 3 Monate vom Mindestlohn befreit, solltest Du die 3 Monate überschreiten, würde der Mindestlohn vom ersten Tag gelten.

      Ich hoffe, das hilft Dir und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Martin

    Hallo zusammen,

    meine Freundin hat am 17.11.2014 ein Praktikum im PR-Bereich angefangen, dieses sollte 4 Monate lang sein mit Verlängerung auf 6 Monate. (nicht schriftlich) 200€ wurden ihr monatlich gezahlt bei einer 32 Stunden Woche.

    Gestern 19.02.15 hat Sie einen Aufhebungsvertrag unter Druck unterschrieben.

    Ist das rechtsgültig? Hat Sie Anspruch auf Mindestlohn? Wie sollte man da am besten vorgehen?

    Vielen Dank, vorab.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Martin,

      danke für Deinen Kommentar.

      Zu den Fragen:

      1. Ist das rechtsgültig? Zunächst bin ich kein Anwalt und wir entfernen uns hier vom Kernthema dieses Beitrages. Meines Wissens ist ja aber ein Aufhebungsvertrag eben genau eine Aufhebung im beiderseitigen Einverständnis. Man macht den ja genau, um eben Rechtstreitigkeiten aus dem Weg zugehen. Sprich: Klar ist das rechtsgültig aus meiner Sicht, wenn sie unterschrieben hat.
      Natürlich kann ich nicht bewerten, mit welchen Methoden man sie zur Unterschrift geführt hat. Das sprengt dann aber meine Kenntnis und solltet ihr der Meinung sein, dass da unseriöse Methoden angewandt wurden, kann ich euch nur raten, einen Anwalt zu konsultieren.

      2. Hat sie Anspruch auf den Mindestlohn?
      Hier brauchen wir mehr Informationen. Ich vermute, sie ist volljährig?
      Ist sie eingeschrieben? Wenn ja, ist es ein Pflichtpraktikum? Wenn ja, wie lange ist die Pflichtpraktiksumsdauer? War sie vorher schon einmal bei dem Arbeitgeber angestellt?

      Da sie 4 Monate bereits absolviert hat, besteht in der Tat eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ab 1.1. Anspruch auf den Mindestlohn hat. Das hängt aber von der Beantwortung meiner Fragen ab.
      Wenn du die Fragen beantwortest, kann ich meine Einschätzung präzisieren.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Ercan

    Hallo Herr Georgi,

    ich absolviere momentan mein Praxissemester im Bezug zu meinem Bachelorstudium. Ich wurde am 01.09.2014 für 6 Monate eingestellt. Ende 2014 wollte man von uns ein „Schreiben“ über die Praktikumsdauer. Ich habe die Richtlinien unserer Hochschule weitergeschickt.
    In der heist es : „Gemäß Prüfungsordnung sind mindestens 20 Wochen mit 95 Präsenztagen vorgeschrieben.
    Der Bachelor-Studiengang dauert in der Regel 6 Semester. Es wird empfohlen, die Praxisphase wird im 4. Semester zu absolvieren.“

    Nun hat man seitens Personalabteilung beschlossen sich auch 26 Wochen zu einigen, aber die Studienordnung sagt klar und deutlich 95 Präsenztage. Meine Praktikantenkollegen haben Ihre 100 Präsenztage nachgewiesen und bekommen nun für die letzten 2 Monate den Mindestlohn.

    Darf man sich in meinem Fall auf die 26 Wochen festlegen trotz der Studienordnung?

    Ich freue mich über ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ercan

    1. Tobias Georgi

      Hallo Ercan,

      interessante Situation.
      Generell gilt in der Tat, überschreitet man im Pflichtpraktikum die Pflichtdauer, so wird das Praktikum von Beginn an Mindestlohnpflichtig, frühestens aber ab 1.1.2015.

      „Nun hat man seitens Personalabteilung beschlossen sich auch 26 Wochen zu einigen“

      Hier ist mir nicht ganz klar, wer sich auf etwas geeinigt hat. Hat das Unternehmen einfach gesagt, du hast jetzt 26 Wochen Pflichtpraktikum? Meines Wissens ist hier die Studienordnung bindend und wenn überhaupt, dann kann die Uni Ausnahmen oder Änderungen vornehmen, nicht aber der Arbeitgeber.

      Umgehen könnte man deine Problematik als Arbeitgeber übrigens im Vorfeld indem man das Pflichtpraktikum genau auf die 95 Präsenztage beschränkt und dann einen separaten Vertrag für ein freiwilliges Praktikum direkt im Anschluss abschließt, welches dann 3 Monate vom Mindestlohn befreit wäre.

      Nun scheint es bei Dir ja aber so zu sein, dass die Fakten schon geschaffen sind, der Vertrag steht und der Pflichtzeitraum wurde überschritten.

      Es gibt ja hier noch keine Rechtssprechung und ich bin selber gespannt, was passiert, wenn es hart auf hart kommt.

      Ich gehe aber davon aus, dass du ab 1.1. Anspruch auf den Mindestlohn hast. Dies ist aber keine verbindliche Rechtsauskunft!

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • LM1988

    Hallo,
    danke schon mal für den tollen Artikel und die detaillierten Kommentare.
    Ich habe eine Praktikumsbestätigung für 01.07.15 bis 01.01.16
    es handelt sich dabei um ein freiwilliges Praktikum welches ich gerne parallel zum schreiben meiner Masterarbeit machen möchte.
    Nun steht auf der Praktikumsbestätigung, dass das Praktikum unentgeltlich seien soll. Geht das überhaupt? Ich dachte das bei einem freiwilligen Praktikum ab 3 Monaten sowieso der Mindestlohn anfällt. HILFE das ist alles sooooo kompliziert.

    Lg LM1988

    1. Tobias Georgi

      Hi LM1988,

      ja, es ist leider kompliziert. In Kürze werden wir den Artikel komplett überarbeiten, dann wird es etwas leichter zu verstehen sein, weil wir dann eine Grafik einbauen anhand derer man sich orientieren kann. Ich versuche mich kurz zu halten 🙂

      1. Ein freiwilliges Praktikum ist in der Regel bis zu einer Laufzeit von 3 Monaten nicht mindeslohnpflichtig. In der Tat kann der Lohn dann auch 0 sein. Reine Verhandlungssache

      Achtung: Überschreitet ein freiwilliges Praktikum 3 Monate, so wird der Mindeslohn AB DEM ERSTEN MONAT fällig. Das ist nicht intuitiv, man würde ja denken, ab dem 4. Monat aber in der Tat wird der Text auch vom Ministerium für Arbeit und Soziales so ausgelegt.

      Daher hättest nach meinem Verständnis (welches keine verbindliche Rechtsauskunft ist) du sogar ab dem ersten Monat Anspruch auf den Mindestlohn. Sollte der Arbeitgeber das nicht wollen und versuchen, den Vertrag zu annullieren gibt es auch folgende Möglichkeit:

      3 Monate freiwilliges Praktikum ohne Lohn
      Ab dem 4. Monat einen separaten normalen angestellten Vertrag mit mindestens Mindestlohn. Angenommen im 4. Monat wäre die Vergütung 1600€, so wäre das Durchschnittsgehalt 400€ pro Monat. Bei 1500€ und 2 Monaten im Anschluss an die 3 Monate wäre man 3000€ insgesamt = 600€ pro Monat usw.

      Ich hoffe, das hilft und gibt etwas mehr Klarheit.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. LM1988

        Danke Herr Georgi,

        ich hoffe nur das Unternehmen findet keine Schlupflöcher oder streicht das Praktikum komplett, da bisher nur eine Praktikumsbestätigung vorliegt.
        Auf einen Praktikumsvertrag warte ich derweilen noch.

        Lg LM1988

        1. Tobias Georgi

          Danke noch einmal für die Rückmeldung.

          Ich hoffe natürlich, dass alles zu Deiner Zufriedenheit laufen wird.
          Sei aber nicht traurig, solltest Du nicht die ganze Zeit den Mindestlohn bekommen.
          Bei den meisten Unternehmen hat das auch nichts mit Geiz zu tun. Besonders kleinere Unternehmen können schlicht nicht nachhaltig operieren, wenn sie stets den Mindestlohn für jeden Praktikanten zahlen würden.

          Wie gesagt, die Kombination aus freiwilligem Praktikum gefolgt von einer mindestlohnpflichtigen Anstellung kann helfen, einen für beide Seiten akzeptablen Mittelweg zu finden.

          Viel Erfolg!

  • Hilfe gesucht

    Hallo,

    Danke für den hilfreichen Artikel.
    Allerdings habe ich dennoch eine Frage.

    Im März wollte ich ein 6 monatiges Praktikum bei einem großen Unternehmen beginnen. In meiner Studienordnung stehen allerdings nur mindestens (!) 6 Wochen. Laut individuellem Schreiben würde diese dennoch ein Pflichtpraktikum von 6 Monaten anerkennen. Das Unternehmen ist nun der Meinung, dass dies nicht aussreicht, sondern in der Prüfungsordnung tatsächlich die 6 Monate auch genannt werden müssten. Ist dem tatsächlich so?
    Man will mich nun nämlich nur noch 3 Monate einstellen und damit den MIndestlohn umgehen. Gibt es dennoch irgendeineine Möglichkeit ein Praktikum von über 3 Monaten zu machen?

    Zum Beispiel 2 verschieden Verträge, einmal 3 Monate als freiwilliges Praktikum und dann 6 Wochen Pflichtpraktikum? Dann wären es immerhin 4 einhalb Monate und nach Rechtslage muss doch keines der beiden nach Mindetslohn vergütet werden oder?

    Vielen Dank und Grüße

    1. Tobias Georgi

      Hallo,

      danke für die Anfrage.
      Es hat nämlich Bewegung in der Sache gegeben. Bis vor Kurzen hätte ich gesagt: Ja, die Bewertung des Arbeitgebers ist korrekt. Die Bewertung der Gesetzestexte hätte diese Interpretation unterstützt.
      Nun hat vor kurzem das Ministerium für Arbeit und Soziales einen Leitfaden dazu herausgebracht. Es gibt zwar auch einen Disclaimer, der sagt, dass im Zweifel die Justiz entscheided aber man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Angaben Substanz haben:

      https://www.muenchen.ihk.de/de/recht/Anhaenge/bmas-antworten-zum-milog.pdf
      Seite 30 die Tabelle.

      Gemäß dieser Tabelle kann man zusätzlich zum Pflichtpraktikum beim selben Arbeitgeber ein freiwilliges Praktikum von 3 Monaten machen. Beide Praktika vom Mindestlohn befreit.

      Das bedeutet, dass wir davon ausgehen, dass du insgesamt 3 Monate und 6 Wochen vom Mindestlohn befreit ein Praktikum in der Firma machen kannst. Die Reihenfolge der Praktika ist egal, es müssen aber verschiedene Praktika sein (mit separaten Verträgen)

      Wir werden den Artikel hier auch zeitnah entsprechende updaten!

  • Saskia

    Hallo,

    ich hätte da auch eine Frage bezülich des Mindestlohn.

    Ich mache seit dem 01.08.2014 bis zum 31.07.2015 ein Praktikum. Den 2 jährigen schulischen Teil der Fachhochschulreife habe ich bereits hinter mir und benötigte dazu noch den praktischen Teil von 6 Monaten für den Erwerb der Fachhochschulreife. Da mir ein Monat von der Schule schon angerechnet wurde, benötigte ich nur noch 5 Monate. Die 5 Monate, also von August bis Dezember, habe ich ja bereits absolviert. Dadurch steht mir ab dem 01.01.2015 der Mindestlohn doch zu, oder? Bisher hat mein Arbeitgeber den Mindestlohn jedoch noch nicht gezahlt und auch keinerlei Andeutungen gemacht.

    Was sollte ich jetzt am besten machen? Bzw. wie kann ich meinen Arbeitgeber am besten darauf ansprechen?

    Vielen Dank schon mal und viele Grüße

    Saskia

    1. Tobias Georgi

      Hallo Saskia,

      ich teile deine Einschätzung, dass du ab dem 1.1.2015 Anspruch auf den Mindestlohn hast.

      Ich kann dir leider nicht konkret sagen, wie du nun vorgehen solltest, außer, deine Personalabteilung einfach mal darauf hinzuweisen und dann zu schauen, was sie sagen und z.B. auf diese Quellen zu verweisen: http://www.der-mindestlohn-gilt.de/ml/DE/Ihre-Fragen/Allgemeine-Fragen-zum-Mindestlohn/faq-zum-mindestlohn-info.html

      Sollte es da zu einem Streitfall kommen, fällt mir nicht mehr ein, als dir Rechtsbeistand zu suchen.

      Wir haben den Artikel ja eigentlich aus Arbeitgeberseite erstellt, um anderen Firmen zu zeigen, wie sie genau vermeiden, was bei dir der Fall zu sein scheint 🙂

      Viele Grüße
      Tobias

  • Luzie

    Hallo, ich hab trotz des ausfühlichen Artikels noch eine Frage.
    Und zwar habe ich letztes Jahr mein Abitur gemacht und mache jetzt Vorpraktika fürs Studium. Ich mache grade eine Hospitanz bei einer Produktion am Theater und habe auch einen Vertrag über 6 Wochen. Danach möchte ich nach ca. einem Monat Pause am gleichen Theater eine Hospitanz bei einer anderen Produktion machen. Diese würde ca. 12 Wochen gehen. Nun sagt mir die Personalabteilung, dass diese Hospitanz aufgrund des Mindestlohns nicht möglich sei, da Hospitanzen an diesem Theater grundsätzlich unbezahlt sind und sie sich das finanziell nicht leisten können. Ich frage mich nun, ob ich nicht durch die getrennten Vertäge den Mindestlohn umgehen kann? Ein andre Frage meinerseits ist, ob mein Praktikum nicht als ein Pflichtpraktikum gilt? Ich möchte mich für das Wintersemster 2016/17 für einen Studiengang bewerben, der 6 Monate Vorpraktikum vorsieht. Mit dieser Hospitanz hätte ich die sechs Monate genau voll, doch die Personalabteilung sagt, das sie das nur als Pflichtpraktikum deklarieren können, wenn ich schon an einer Uni eingeschrieben bin, das bin ich aber ja noch nicht, da es ja ein Vorpraktikum ist.
    Vielen dank schon mal im Voraus, hoffentlich kann mir jemand weiter helfen

  • Bene

    Hallo zusammen!
    Habe meinen fall leider in den Kommentaren nicht finden können, deshalb stelle ich meine frage:
    Ich habe ein Praktikum vom 1.10-31.3. von den 6 Monaten sind 4 Monate pflichtpraktikum…steht mir in den letzten beiden Monate der Mindestlohn zu? Trifft hier die ausnahme mit dem „es bestand schon ein praktikumsverhältnis“ zu?
    Vielen Dank für euren Einsatz!

    1. Oliver Engel

      Hallo Bene,

      wir beziehen uns auf die Aussagen des BMAS, dahingehend wäre es korrekt anzunehmen, dass das Praktikum nicht nur für die letzten zwei Monate Mindestlohnpflichtig ist, sondern vom ersten Tag der Beschäftigung an, in dem das Verhältnis vom Mindestlohn erfasst wird (also der 01.01.2015), da es von vorn hinein so ausgelegt ist, dass es den Pflichtzeitraum überschreitet. Allerdings besteht die Möglichkeit, Pflichtpraktikum und freiwilliges Praktikum so zu kombinieren, dass das Verhältnis nicht mindestlohnpflichtig ist (siehe Punkt 5.1.3.3. des Fragenkataloges zum Mindestlohns vom BMAS). Dafür müssen die beiden Beschäftigungsverhältnisse aber klar getrennt sein.

      Viele Grüße
      Oliver Engel

  • Christian Volbracht

    Hallo,

    mein Sohn hat nach dem Abi am 5. 1. 2015 ein dreimonatiges Praktikum in einer Marketingabteilung begonnen und arbeitet dort richtig mit. Vertrag sieht keine Vergütung vor. Ist das legal?

    Christian

    1. Tobias Georgi

      Hallo Herr Volbracht,

      ein Praktikum nach dem Abitur ist in der Regel als Orientierungspraktikum vorgesehen. Unter diesen Vorraussetzungen ist das Praktikum für 3 Monate von Mindestlohn befreit. Somit verweise ich auf diesen Teil des Artikels:

      „Im Falle eines Praktikums, das zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums geleistet wird, beträgt die Höchstgrenze 3 Monate.“

      Daher gehe ich davon aus, die Vorgehensweise des Arbeitgebers korrekt ist.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Christian Volbracht

        Danke. Aber ist der Arbeitgeber auch von der Verpflichtung befreit, überhaupt eine Vergütung zu zahlen – also auch weit unter dem Mindestlohn?

        1. Oliver Engel

          Hallo Herr Volbracht,

          grundsätzlich ist es möglich als Unternehmer einen Lohn weit unter dem Mindestlohn zu zahlen bzw. gar nichts zu zahlen. Ob dies allerdings auch im Rahmen der guten Sitten zu verantworten ist, steht auf einem anderen Blatt.

          Dies wiederum hängt von vielen Faktoren ab, wie Branche, Art der Beschäftigung usw. . Daher gibt es darauf keine eindeutige Antwort leider.

          Viele Grüße
          Oliver Engel

  • Mike

    Hallo!
    Erstmal vielen Dank für die ganzen Erklärungen.

    Ich habe noch eine Frage:
    Ich habe mich für ein freiwilliges Praktikum beworben, dass 6 Monate umfasst. Besteht die Möglichkeit den Mindestlohn zu einem gewissen Teil zu „umgehen“, indem ich meinem Arbeitgeber anbiete 3 Monate unentgeltlich zu arbeiten und dann 3 Monate den Mindestlohn zu erhalten?

    Mit einer Justierung der Stundenanzahl in meinem Vertrag könnte man dann doch genau das Durchschnittsgehalt eines Pflichtpraktikanten (in meinem Beispiel 700€) errechnen und dementsprechend anpassen?

    Vielen Dank für Ihre Auskunft und Hilfe!!

    Mfg
    Mike

    1. Tobias Georgi

      Hallo Mike,

      ja prinzipiell sollte diese Vorgehensweise funktionieren, wir machen das so:
      – Zuerst ein freiwilliges Praktikum für 0€ Vergütung.
      – Im Anschluss dann ein auf 3 Monate befristetes Beschäftigungsverhältnis für den Mindestlohn.

      Wichtig ist dabei, dass separate Verträge geschlossen werden!

      „Mit einer Justierung der Stundenanzahl in meinem Vertrag könnte man dann doch genau das Durchschnittsgehalt eines Pflichtpraktikanten (in meinem Beispiel 700€) errechnen und dementsprechend anpassen?“

      Ja, auch das ist möglich! Wichtig ist dann aber, dass im mindestlohnpflichtigen Beschäftigungsverhältnis im Anschluss an das Vergütungsfreie Praktikum die Stundenzahl wirklich eingehalten ist.
      Wenn dann z.B. 35 Stunden festgeschrieben sind, darfst du auch wirklich nur 35 Stunden arbeiten bzw. musst jede Überstunde zum Mindestlohn ausgezahlt bekommen.

      Ich hoffe, das klärt deine Fragen und viele Grüße,
      Tobias Georgi

  • Tanja

    Hallo,
    der Beitrag hilft mir schon etwas mehr weiter, als viele andere Berichte zum Thema Mindestlohn, vielen Dank dafür.
    Jedoch, möchte ich mir gerne eine Meinung zu meinem Problem einholen und hoffe hier auf eine Anwort.
    Folgendes Szenario:
    Ich bin 22 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung im technischen Bereich und möchte mich nun beruflich umorientiern.
    Im September diesen Jahres möchte ich gerne mein Abitur, Fachrichtung Sozialwesen, nachholen.
    Um diesen „Branchenwechsel“ (eben mit der technischen Ausbildung auf einer Berufsoberschule im Sozialwesen das Abitur nachzuholen) durchführen zu können, muss ich ein 6-monatiges Berufspraktikum in Vollzeit absolvieren, was auch so in der bayrischen Schulordnung steht.
    Wenn es nach mir ginge, würde ich das Praktikum am liebsten unentgeldlich ableisten… aber ich bin mir nicht sicher, ob das mit diesem Mindestlohngesetz funktioniert.
    Fällt dieses Praktikum denn unter ein Pflichtpraktikum, welches in einer Studienordnung vorgeschrieben ist?

    Im Voraus bereits vielen Dank für Meinungen, Tips oder ähnliches.

    1. Oliver Engel

      Hallo Tanja,
      vielen Dank für dein Lob!

      Da deine Praxisphase als Pflichtpraktikum im Rahmen deiner Ausbildung und einer schulrechtlichen Bestimmung vorgeschrieben zu sein scheint, zählt dieses als vom Mindestlohn befreit (vgl. §22 (1) Punkt 1 Tarifautonomiestärkungsgesetz i.d.F. des Gesetzesbeschlusses vom 04.07.2014).

      Ich hoffe Dir geholfen zu haben!

      Viele Grüße
      Oliver Engel

  • daniel

    Hallo.
    Ich habe auch eine Frage.
    Seit 1.8.14 mache ich ein Pflichtpraktikum in einem Architekturbüro.
    ich bekomme dafür monatlich 800 brutto.
    Die Pflichtzeit beträgt 18 wochen, mein Vertrag endet jedoch erst am 28.2.15.
    ich habe nun ein Angebot erhalten, weiter als Werkstudent 2x wöchentlich (a 8.5 h) zu arbeiten.
    nun wurde mir gesagt, ich dürfe nach ende meines praktikums 2 monate nicht im betrieb arbeiten.
    stimmt das?
    und sehe ich das richtig, dass ich keinen anspruch auf mindestlohn habe?

    vielen dank im vorraus

    1. Tobias Georgi

      Hallo Daniel,

      wenn Du am 1.8. mit deinem Praktikum angefangen hast, dann sind die 18 Wochen ja ca. nach 4 Monaten rum, also Ende November.

      Somit hättest du nach unserem Verständnis ab 1.1.2015 Anspruch auf den Mindestlohn. Wie kommst du darauf, dass du keinen Anspruch hättest?

      Dass du 2 Monate im Betrieb nicht arbeiten dürftest bevor du als Werksstudent anfangen kannst, kann ich nicht nachvollziehen und mir sind keine derartigen Fälle bekannt.
      Was war denn die Begründung deines Arbeitgebers?

      Ich hoffe, ich konnte Dir schon einmal weiterhelfen und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Hybo Kateris

    Hallo !

    Ich absolviere zurzeit ein gelenktes Praktikum zur Vervollständigung meiner Fachhochschulreife (Gymn.). Nach meiner Auslegung (und natürlich meines „Arbeitgebers“) gilt der Mindestlohn nicht.
    Nun will mein Arbeitgeber aber einen Nachweis, dass es sich um ein Pflichtpraktikum handelt. Ich bin aber noch nirgends eingeschrieben (geht ja auch nicht ohne Voraussetzungen) oder weiß in welche Richtung ich studieren möchte (oder ob). Das Praktikum dient dazu, mit alle Möglichkeiten offen zu halten. Welche Nachweise würden den von den zuständigen Kontrollstellen anerkannt?

    Hoffentlich gibt es da eine Regelung bei der IHK und dem BMAS habe ich nichts dazu gefunden.

    Viele Grüße

    Hybo

    1. Tobias Georgi

      Hey Hybo,

      generell fällt dein Praktikum ja unter Orientierungspraktikum und ist damit für 3 Monate vom Mindestlohn befreit, daher ist die Auslegung Deines Arbeitgebers für mich nachvollziehbar. (Es sei denn, Du bist länger als 3 Monate beschäftigt)

      Ich vermute, dein Arbeitgeber möchte sich jetzt – verständlicherweise – noch doppelt absichern. Der Gesetzgeber hat das Thema so schwammig verabschiedet, dass auf allen Seiten viel Unsicherheit herrscht.
      Du sagtest ja, dass es ein gelenktes Praktikum ist und damit wohl Teil der Fachhochschulreife ist?

      Daher kommt für mich als potentieller Nachweis-Ersteller nur Dein Gymnasium in Frage. Hast du dort schon einmal angefragt?

      Wenn das Gymnasium diesen Nachweis nicht erbringen kann, wüsste ich auch nicht, wo Du diesen herbekommen solltest.

      Im Endeffekt ist hier auch nun eher der Arbeitgeber in der Pflicht. Eigentlich ist ja der Arbeitgeber in der Pflicht, sich vor Beginn des Praktikums entsprechend abzusichern.

      Wenn das bei uns passiert wäre, würden wir als Arbeitgeber den Praktikanten dabei unterstützen.

      Ich empfehle Dir, Unterstützung vom Arbeitgeber einzufordern, wenn er weiterhin auf den Nachweis beharrt.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias

    2. Tobias Georgi

      Kurzer Nachtrag:
      Du bist über 18?
      Solltest du jünger als 18 sein, wärst Du generell vom Mindestlohn befreit.

      Viele Grüße
      Tobias

  • Sara

    Hallo, ich mache vom 01.09.2014 bis zum 28.02.2015 ein Praktikum. Laut Studienordnung sind 12 Wochen Pflichtpraktikum vorgeschriebenen, also sind die restlichen 12 Wochen ein freiwilliges Praktikum. Meine Frage ist, ob ich ab dem 01.01.2015 Anspruch auf dem Mindeslohn habe, da mein Pflichtpraktikum ja seit dem 30.11.2014 beendet ist und ich nun ein freiwilliges mache.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sara,

      nach unserem gegenwärtigen Verständnis und der Informationslage auf auf offiziellen Seiten vom entsprechenden Bundesministerium lautet die kurze Antwort: Ja, du hast ab dem 1.1 Anspruch auf den Mindestlohn.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • André M.

    Hallo liebes Lecturio-Team,

    zuallererst einmal vielen Dank für eure tolle Aufarbeitung dieses Thema. Es stellt- sicherlich nicht nur für mich- eine große Hilfe dar.

    Leider kann ich aus allen Kommentaren keinen klaren Rückschluss bezüglich meines Problems ziehen und hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

    Und zwar bin ich aktuell in der Hochschule eingeschrieben und befinde mich vom 01.08.2014 bis 31.1.2015 im Praktikum, bei dem es sich um ein Pflichtpraktikum handelt. Die Studienordnung meiner Hochschule besagt: §7 (7)SPO „¹Die begleitete Praxisphase gilt als erfolgreich abgeschlossen, wenn durch Zeugnis der Ausbildungsstelle die Tätigkeit und deren zeitlicher Umfang von mindestens 20 Wochen Vollzeit nachgewiesen ist.“

    Die vorgegebenen 20 Wochen Vollzeit habe ich am 19.12.2014 beendet und befinde mich nun also im frewilligen Teil meines Praktikums.

    Habe ich jetzt seit dem 01.01.2015 Anspruch auf Mindestlohn?

    Vielen Dank im Voraus!

    Liebe Grüße,
    André

    1. Tobias Georgi

      Hallo André,

      freut uns, dass Dir der Artikel gefällt.

      Deine Frage würde ich – ich muss und möchte immer wieder darauf hinweisen, dass dies keine verbindliche Rechtsauskunft ist – mit „ja“ beantworten.

      Dein Praktikum übersteigt 3 Monate und gleichzeitig die vorgeschriebene Pflichtzeit laut Studienordnung. Damit würde theoretisch sogar das gesamte Praktikum auch rückwirkend mindestlohnpflichtig. Weil des den Mindestlohn aber erst seit 2015 gilt, würde ich davon ausgehen, dass sich der Anspruch auf den Januar beschränkt.

      Ich hoffe, das beantwortet deine Frage und viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Niclas Wolff

    Hallöchen Redaktion,

    ich danke euch für euch Unterstützung.

    Bitte weißt die Anfrager/Innen auch auf das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hin. Dort werden viele Fragen klar und deutlich beantwortet unter den FAQ.
    Zu den Übergangsreglungen wird per Mail und Telefon eindeutig mitgeteilt das freiwillige Praktikazeiten aus 2014 mitzählen. Dort bekommen man es schriftlich.
    LG

    1. Tobias Georgi

      Hi Niclas,

      danke für die Tipps. Wir werden uns beim Bundesministerium umsehen und den Artikel dann updaten.

      Viele Grüße
      Tobias

    2. Tobias Georgi

      Ich habe den Link zur BMAS-Mindeslohn-Seite jetzt in den Artikel eingefügt.

      1. Niclas Wolff

        Tja zu früh freut, kommt die Mitteilung aus der Rechtsabteilung des Unternehmens ohne Begründung. Nö doch kein Mindestlohn…tja muss man doch klagen…was sich natürlich für Praktikanten super macht…dabei ist der Fall eigentlich klar…..5 Monate Praktikum, davon sind min. 6 Wochen Pflicht, sprich 3,5 Monate sind freiwillig, spricht mindestlohn ab 1.1.2015, weil ja Zeiten aus aus 2014 mitzählen (Alles laut BMAS)….naja vllt bekommt wenigstens die Begründung oder es liegt an de Vorschrift der Uni min. 6 Wochen nicht exakt 6 Wochen….

  • Raphael

    Hallo,
    derzeit absolviere ich ein freiwilliges Praktikum über 6 Monate.
    Beginn war am 01.10.2014 und der Vertrag endet am 31.03.2015. Das Praktikum läuft als freiwilliges Praktikum und ich musste mich auch ab dem ersten Arbeitstag selbst versichern…
    Habe ich ab 01.01.2015 Anspruch auf Mindestlohn? Die Antwort meiner Personalabteilung war bisher: Da ihr Vertrag bis 31.03.2015 geht sind dies genau 3 Monate und somit wären sie noch ohne Mindestlohn…1 Tag länger hätte für mich eine anderes Ergebnis, wurde mir gesagt. Lässt sich der Zeitraum, der also 2014 schon gearbeitet wurde und ja auch Bestandteil des Vertrags ist so einfach „vernachlässigen“?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Raphael:

      „Lässt sich der Zeitraum, der also 2014 schon gearbeitet wurde und ja auch Bestandteil des Vertrags ist so einfach “vernachlässigen”?“

      Nach unserem Verständnis lautet die Antwort „nein“. Auch der Zeitraum in 2014 ist für den Mindestlohn relevant.

      Daher würden wir derzeit davon ausgehen, dass du ab dem 1.1.2015 bereits Anspruch auf den Mindestlohn hast.
      Wie bei vielen Themen zum Mindestlohn muss man aber abwarten, wie sich das entwickelt. Vielleicht entscheidet der Gesetzgeber, dass die Handlungsweise deines Arbeitgebers legitim ist. Der aktuelles Gesetzestext gibt das aber nach unserem Verständnis und dem unserer Anwälte aber nicht klar her und es ist ebenfalls möglich, dass Zeiträume aus 2014 angerechnet werden müssen und dass man als Firma eine Strafe bekommt, wenn man dagegen verstößt. Daher empfehlen wir als Unternehmen anderen Unternehmen, da lieber auf Nummer sicher zu gehen.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter und viele Grüße
      Tobias Georgi

      1. Niclas Wolff

        Hallöchen,

        du kriegst definitiv Mindestlohn.
        1. weil (freiwillige) Praktika über 3 Monaten ab dem ersten unter den Mindestlohn fallen und
        2. die Zeit in 2014 dazuzählt.

        1. ist klar auf der Seit des Bundesm. für Arbeit und Soziales niedergeschrieben und
        2. kannst du dort persönlich erfragen, oder mal bei Xing googeln

        Mir wurde es dort persönlich gesagt und per Mail bestätigt. Damit gehst du dann zur Personalabteilung und weist sie außerdem auf den Mindestlohn hin. Bei mir hat es so geklappt.

  • Johannes P.

    Hallo liebes Lecturio Team,

    erst einmal vielen Dank für die tolle Aufarbeitung dieses Themas.

    Nun zu meiner Frage:
    Ich mache aktuell seit Oktober 2014 bis Ende März 2015 mein Praktikum und bin weiterhin an meiner Universität eingeschrieben.
    Meine Prüfungsordnung schreibt 6 Wochen Pflichtpraktikum vor. Bei der Vertragsunterzeichnung erklärte mir der dafür Zuständige im Unternehmen, dass damit mindestens(!) 6 Wochen gemeint sind und das Pflichtpraktikum ohne Probleme auf 6 Monate verlängert werden könnte.

    Auf Nachfrage beim Praktikantenamt an der Universität wurde mir noch mal bestätigt, dass mir von der Universität her nur 6 Wochen Pflichtpraktikum bescheinigt werden können.

    Ich habe nun schon mitbekommen, dass es aufgrund der neuen Mindestlohnregelung mit dem Pflicht/freiwilligen Praktikum nicht mehr so „lapidar“ gehandhabt werden kann.

    Somit hätte ich dann eigentlich nur 6 Wochen Pflichtpraktikum machen können, wäre ab der 7ten Woche in einem freiwilligen Praktikum und hätte ab 01.01.2015 Anspruch auf den Mindestlohn, ist das so richtig?
    Gibt es da für den Arbeitgeber noch Spielraum, wie er das freiwillige bzw. Pflichtpraktikum auslegen kann?

    Damals war es mir ehrlich gesagt egal, wie das Unternehmen das handhabt, da ich im freiwilligen Praktikum zwar Anspruch auf Urlaub hätte, dafür aber Sozialabgaben hätte zahlen müssen. Durch den Mindestlohn wird das nun aber doch relevant.

    Schon mal vielen Dank für Ihre Antwort.

    Viele Grüße
    Johannes

    1. Tobias Georgi

      Hi Johannes,

      danke für das Lob, hört man gern 🙂

      „Somit hätte ich dann eigentlich nur 6 Wochen Pflichtpraktikum machen können, wäre ab der 7ten Woche in einem freiwilligen Praktikum und hätte ab 01.01.2015 Anspruch auf den Mindestlohn, ist das so richtig?
      Gibt es da für den Arbeitgeber noch Spielraum, wie er das freiwillige bzw. Pflichtpraktikum auslegen kann?“

      Hut ab, du hast dich mit dem Thema ja schon beschäftigt und die Situation schon genau richtig beschrieben.

      Unseres Wissens nach gibt es in Deiner Situation keine Schlupflöcher, mit denen man als Arbeitgeber nach unserem Verständnis der aktuellen Situation auf der sicheren Seite wäre.

      Es ist natürlich möglich, dass jemand irgendwelche „Tricks“ auspackt und diese dann später durch kommende Rechtssprechung legitimiert werden. Der Schuss könnte aber auch nach hinten losgehen und der Arbeitgeber bekommt eins auf den Deckel.

      Wir empfehlen derzeit, als Arbeitgeber bei Deiner Sachlage nicht zu tricksen.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Caro

    Hallo Herr Georgi,

    In meinem Fall geht es darum, dass ich gerne ein freiwilliges Praktikum für 6 Monate machen möchte. Von der Uni vorgeschrieben sind nur 6 Wochen, was ich aber unsinnig finde. Kein großes Unternhemen nimmt einen unter 6 Monaten.
    Kann ich dann überhaupt rechtlich gesehen so ein Praktikum über 6 Monate antreten? Wie ist es dann mit dem Mindestlohn? Würde es funktionieren, dass ich quasi die ersten drei Monate den Mindestlohn erhalte und die restlichen drei Monate das übliche Entgeld? Gibt es da irgendwelche Schlupflöcher?

    Danke schon mal im Voraus für Ihre Hilfe.

    Liebe Grüße,
    Carolina

    1. Tobias Georgi

      Hallo Carolina,

      in Deinem Fall ist die Situation so:
      – Du bist immatrikuliert und deine Studienordnung schreibt 6 Wochen Pflichtpraktikum vor. Das ist unter 3 Monate somit gilt:

      Der Arbeitgeber kann dich 3 Monate mindestlohnbefreit als Praktikantin einstellen, ab dem 4. Monat gilt der Mindestlohn.

      Arbeitgeber möchten ja oft Praktikanten länger als 3 Monate haben, können oder möchten aber nicht die ganze Zeit den Mindestlohn bezahlen.

      Daher bestünde folgende Möglichkeit.
      Du machst 3 Monate Praktikum von Mindestlohn befreit für ein Entgelt von 0€. Im 4. Monate wirst du dann normal für den Mindestlohn oder für 1600€ angestellt. Damit würdest insgesamt 400€ pro Monat erhalten.
      Wenn du es auf 5 Monat erweiterst, wären ca. 2×1500€ zu zahlen, somit würdest du im Schnitt 600€ pro Monat erhalten.
      bei 5 Monaten wären es dann 4500€/6 = 750€ pro Monat.

      Bei einem 6 monatigem Praktikum müsste der Arbeitgeber als im Schnitt ca. 750€ pro Monat bezahlen.

      Hilft Dir das so?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Manuel Wortmann

    Vielen Dank für die Aufbereitung zu dem Thema und die nützlichen Informationen. Ich habe aber noch eine weitergehende Frage:

    Wie verhält es sich, wenn der Student laut seiner Prüfungsordnung seine Bachelorarbeit in einem Betrieb schreiben soll und hier für mindestens (genau so formuliert) 90 Arbeitstage beanspruchen soll. Wie sind die 90 Arbeitstage zu werten, was ist, wenn er nur 3 Tage die Woche im Betrieb arbeitet. Was passiert ab dem 91. Arbeitstag? Hat er dann Anspruch auf Mindestlohn?

    Ich bin gespannt auf die Antwort.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Manuel Wortmann,

      danke für Ihre Anfrage. Den Fall hatten wir bei Lecturio auch schon. In dem Fall sind wir so vorgegangen, dass wir wirklich genau die Arbeitstage gezählt haben. Arbeitet der Student wie in ihrem Fall dann genau 3 Tage pro Woche im Unternehmen, wäre er/sie für 30 Wochen (knapp 7 Monate) vom Mindestlohn befreit. Arbeitet er/sie Vollzeit, wären die 90 Tage nach knapp 4 Monaten voll.

      Ab dem 91. Tag bestünde dann Anspruch auf den Mindestlohn.
      Beantwortet das Ihre Frage?

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Daniel W.

    Hallo zusammen,

    ich habe am 18.09.2014 ein Praktikum für 6 Monate begonnen.
    Die ersten 3 Monate des Praktikums waren durch mein Bachelorstudium ein Pflichtpraktikum, die restlichen drei sind also einfach als freiwilliges Praktikum drangehängt.
    Habe ich dennoch Anspruch auf Mindestlohn, obwohl der erste Teil des Praktikums Pflicht war?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Daniel,

      Du bist immatrikuliert und hast mehr als 3 Monate Praktikum absolviert. Deine Studienordnung schreibt NICHT vor, dass dein Pflichtpraktikum 6 Monate dauern muss.
      Du bist demnach für ein freiwilliges Praktikum für 3 Monate vom Mindestlohn befreit. Diese hast du ja bereits geleistet.

      –> nach unserem Verständnis hast Du ab dem 1.1.2015 Anspruch auf den Mindestlohn.

      Viele Grüße
      Tobias

      1. Manuel

        Hallo, ähnlicher Fall:

        Mein Arbeitgeber dachte allerdings das es sich für die volle Zeit (01.10.14-01.04.15) um ein Pflichtpraktikum handelt, ich habe das niemals gesagt und auf ein Schreiben wo auf die Studienordnung verwiesen wird eingereicht (dort steht drinne ich bin 12 Wochen ein Pflichtpraktikant). Jetzt hat mein Arbeitgeber mitbekommen das ich den Mindestlohn erhalten muss und hat mir eine Kündigung ausgeschrieben, darf er das rechtens oder bin ich im Recht und darf nicht gekündigt werden, weil er es missverstanden hat und nicht naschgeschaut hat? Auf einem Blatt habe ich allerdings angekreuzt das ich Pflichtpraktikant bin (kann mich nicht mehr genau erinnern ob der Zeitraum angegeben war), wer ist mehr im Recht:

        Der Arbeitgeber und die Buchhaltung die das nicht in der Studienordnung nachgeschaut hat und nachgefragt hat wie lange das Pflichtpraktikum geht

        oder der Praktikant der etwas falsch angekreuzt hat?

        Viele Grüße und vielen vielen Dank vorab!!!

        1. Tobias Georgi

          Hey Manuel,

          das tut mir leid, dass du jetzt ohne Vorwarnung gekündigt wurdest.
          An diesem Punkt kann ich dir leider keinen substantiellen Rat geben. Wir sind wie gesagt keine Rechtsauskunft sondern haben uns nur im Eigeninteresse mit dem Thema Mindestlohn beschäftigt und möchten das Wissen teilen.

          In deinem Vertrag wird ja etwas zu Kündigungsfristen stehen oder? Das wird dann ja gültig sein. Sollte also eine Kündigungsfrist bestehen, so sollte diese Bestand haben vermute ich einmal als Nicht-Jurist. Wenn die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde und da dagegen vorgehen möchtest, kann ich dir nur raten, dir Rechtsbeistand zu suchen. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

          Generell kann ich so viel sagen, dass es dem Arbeitgeber obliegt, sich zu informieren und sich abzusichern, wenn er keinen Mindestlohn zahlt, dass er rechtlich auf der sicheren Seite ist.

          Sollten von deiner Seite aus keine Falschaussagen gemacht wurden, ist davon auszugehen, dass es jetzt Sache des Arbeitgebers ist, „die Suppe auszulöffeln“.

          Zu der Frage, wie es sich mit Kündigungen verhält, wenn Firmen überrascht werden, dass sie den Mindestlohn zahlen müssen, kann ich dir wie gesagt leider keine Auskunft geben, damit müssten sich dann Arbeitsrechtler beschäftigen.

          Viele Grüße
          Tobias Georgi

  • Kübra

    Hallo,

    İch muss ein Pflichpraktikum im Rahmen meiner Studienordnung absolvieren. Diese betraegt 5Monate also 20 Wochen. Habe ich einen Anspruch auf den Mindestlohn?

    1. Oliver Engel

      Hallo Kübra,
      ich zitiere dazu unseren Artikel: „Im Fall eines Pflichtpraktikums, welches in der Studienordnung vorgesehen ist, ist die Höchstgrenze mit dem in der Studienordnung vorgesehenen Zeitraum festzusetzen. Ist in der Studienordnung ein Pflichtpraktikum von 4 Monaten vorgesehen, so darf der Vertrag auch nur für 4 Monate geschlossen werden.“

      D.h. konkret, dass Du für die fünf Monate befreit wärst.

      Viele Grüße
      Oliver Engel

      P.S.: Dies ist keine verbindliche Rechtsauskunft!

  • tim

    danke für antwort. eine kleine frage habe ich noch 🙂
    darf das unternehmen die abschlussarbeit als pflichtpraktikum deklarieren und damit den mindestlohn umgehen?

    1. Oliver Engel

      Hallo Tim,

      wie in unserem Artikel beschrieben, muss ein Pflichtpraktikum grundsätzlich in einer Prüfungs- oder Studienordnung vorgeschrieben sein. Von daher ist es nicht möglich, das Unternehmensseitig einfach zu deklarieren.

      Viele Grüße
      Oliver Engel

  • Sven

    Hallo,
    Folgende Situation:

    Abschluss: Abitur.

    Zur Zeit Praktikum von Aug 2014 – Juni 2015 nach BASS 31-13 Nr. 1 (auch wenn ich Abitur schon haben, das ganze ist freiwillig)

    Habe ich einen Anspruch auf den Mindestlohn? Konnte nirgendwo was dazu finden.

    Gruß.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sven,

      die Antwort auf deine Frage befindet sich in diese Artikel 🙂

      „Im Falle eines Praktikums, das zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums geleistet wird, beträgt die Höchstgrenze 3 Monate.“

      Da du seit dem 1.1 ja die 3 Monate überschritten hast, hättest du ab dem 1.1. 2015 Anspruch auf den Mindestlohn.

      Viele Grüße
      Tobias

      p.s.: Dies ist keine verbindliche Rechtsauskunft!

  • tim

    danke Tobias Georgi für die ausführliche antwort. wie wäre dieser fall zu betrachten?:
    das unternehmen nimmt mich für 3 monate praktikum, anschließend 3 monate bachelorarbeit. also gesamtzeit 6 monate im unternehmen.
    das unternehmen stellt jedoch erstmal NUR einen praktikumsvertrag über 3 monate aus. und zahlt eben deswegen keinen mindestlohn. nach den 3 monaten gibt es einen weiteren 3moantsvertrag für die abschlussarbeit.
    mfg. tim.

    1. Tobias Georgi

      Hey Tim,

      nach unserem Verständnis kann man das so nicht austricksen. Wenn zuvor ein Verhältnis bestanden hat, ist der Mindestlohn fällig.
      Ausnahme wäre eventuell, wenn du nachweislich nicht wirklich für die Firma arbeitest sondern sie vielleicht nur als Schirmherr dienen, damit du Daten sammeln und verarbeiten kannst.

      Solltest du wie im Praktikum auch deine Zeit in der Firma für die Firma verbringen, spielt es keine Rolle, ob es ein Vertrag oder mehrere Verträge sind. Ab dem 4. Monat wäre der Mindestlohn fällig.

      Viele Grüße
      Tobias

  • Rudolf Winkelmann

    Hallöchen, eine etwas komplizierte Frage:
    Wie sieht es aus, wenn ich zuerst für 3 Monate freiwillig ein Praktikum mache und anschließend für 2 Monate das Pflichtpraktikum mache (insgesamt 5 Monate)? Was ist, wenn diese Praktikum im November 2014 angefangen hat ?

    Konkret geht es um die Interpretation des Passus: „, wenn
    nicht zuvor ein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat“

    freiwilliges Praktikumsverhältnis = Pflichtpraktiumsverhältnis

    Weil der Arbeitgeber könnte ja sagen, das Pflichtpraktikum ist kein freiwilliges mehr–>Ergo anderes Praktikumsverhältnis
    ?!?!

    1. Tobias Georgi

      Hi Rudolf Winkelmann,

      habe ich das richtig verstanden, dass das 2. Praktikum für 2 Monate am 1.11 angefangen hat, nachdem sie zuvor 3 Monate freiwilliges Praktikum absolviert haben?
      In diesem Fall wären Sie ja mit allem bis 31.12 durch und Mindestlohn kein Thema.

      Wenn Ihr freiwilliges Praktikum am 1.11 startet und dann am 1.2 das Pflichtpraktikum folgt, hätten Sie nach Ablauf einer Gesamtzeit von 3 Monaten Anspruch auf den Mindestlohn. Sprich: Für die Zeit des Pflichtprakikums ab dem 1.2 hätten sie Anspruch auf den Mindestlohn.

      Ich hoffe, ich habe da alles richtig verstanden.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

      1. Rudolf Winkelmann

        vielen Dank für die antwort

        ja es ist so, dass das Praktikum am 1.11 begonnen hat. die haben gesagt zu mir, sie machen hier ein freiwilliges Praktikum, da meinte ich ok……
        insgesamt bleibe ich 5 monate, aber weil die Studienordnung 6 Wochen Pflicht vorschreibt könnten sie halt für vllt 2 monate noch umswitchen und so vllt den MIndestlohn umgehen, aber anscheinend ja nicht.

        Um einer Frage vorzubauen. Den Prof in der Uni interessiert es überhaupt nicht, ich welcher vertraglichen Form ich das Praktikum machen, solange ich Vollzeit min. 6 Wochen was mache (freiwillig oder Pflicht) und ein Zeugnis bekomme. Daher sind vllt 6 Wochen Pflicht, aber bei der Firma siehts im Moment nach der Rechtsform freiwillig aus. Ich zahle ja auch auch alle Abzüge (Rente, Arbeitslosenversicherung usw…..).

        1. Tobias Georgi

          Hey,

          danke für die weitere Erläuterung.
          In der noch unklaren Rechtslage mangels Präzedenzfällen ist es natürlich schwer, definitive Aussagen zu tätigen.

          Aber es klingt ja so, dass die Anfertigung der Bachelorarbeit de facto einem freiwilligen Praktikum gleicht. Hier ist auch wahrscheinlich, dass die Arbeitsrealität mitentscheided. Verbringst du den ganzen Tag um Unternehmen z.B.?

          Für mich deutet alles darauf hin, dass in diesem Zeitraum Anspruch auf den Mindestlohn besteht.

          Viele Grüße
          Tobias

          1. Rudolf Winkelmann

            Hallöchen nochmal,

            also von einer Bachelorarbeit habe ich ja nichts gesagt, aber eine weitere Frage,

            Was passiert, wenn man von den sagen wir 6 Monaten zuerst 3 Monate freiwillig macht und dann kommen die 3 Monate Pflichtzeit laut Studienordnung. Im Pflichtteil kein Mindestlohn, aber davor? Ja, weil das Praktikum insgesamt länger geht oder nein, weil freiwillig bis 3 Monaten frei sind, wenn schon vorher kein Arbeitsverhältnis bestanden hat. Und das hat es ja in diesem Beispiel nicht.

        2. Tobias Georgi

          Hi Rudolph nochmal!

          „Was passiert, wenn man von den sagen wir 6 Monaten zuerst 3 Monate freiwillig macht und dann kommen die 3 Monate Pflichtzeit laut Studienordnung. Im Pflichtteil kein Mindestlohn, aber davor? Ja, weil das Praktikum insgesamt länger geht oder nein, weil freiwillig bis 3 Monaten frei sind, wenn schon vorher kein Arbeitsverhältnis bestanden hat. Und das hat es ja in diesem Beispiel nicht.“

          In diesem Fall wären nach unserem Verständnis die 3 Monate freiwillig ohne Mindestlohn und das Pflichtpraktikum dann mit Mindestlohn.

          Auch ein Pflichtpraktikum ist in den ersten 3 Monaten nur dann vom Mindestlohn befreit, wenn zuvor kein Arbeitsverhältnis mit dem Unternehmen bestanden hat.

          Ich denke, man kann es so simpel formulieren:
          Wenn man immatrikuliert ist, kann man 3 Monate ohne Mindestlohn beschäftigt werden. Jede weitere Zeit im Unternehmen wäre dann Mindestlohnpflichtig.

          Ausnahme wäre ein Pflichtpraktikum, das länger als 3 Monate geht, dann ist man so lange vom Mindestlohn befreit, wie die Dauer des Pflichtpraktikums in der Studienordnung vorgeschrieben ist.
          Auch hier gilt: Es darf vorher kein Arbeitsverhältnis bestanden haben.

          Viele Grüße
          Tobias

  • tim

    wie sieht das mit dem mindestlohn in diesem fall aus:
    ich mache ein freiwilliges praktikum über 3 monate, danach anschließend sofort 3 monate bachelorarbeit im unternehmen. also ingesamt 6 monate. aber wahrscheinlich 2 verträge. ein vertrag für das pr aktikum, danach über 3 moante bacheloarbeit. habe ich dann keine rechte auf mindestlohn, hat mich das unternehmen ausgetrickst?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Tim,

      wir hatten hierzu eine ähnliche Anfrage und ich zitiere dazu die Antwort von Oliver:

      „grundsätzlich ist eine Abschlussarbeit, die nicht gezwungenermaßen in einem Unternehmen zu schreiben ist (also z.B. durch Prüfungsordnung festgelegt ist), als freiwilliges Praktikum auszulegen.

      Also muss man nach vorsichtiger Auslegung des Gesetzestextes davon ausgehen, dass du einen Anspruch auf Mindestlohn hast.

      Eine Ausnahme könnte sein, dass du die Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreibst, dabei aber die meiste Zeit in der Uni bist und auch sonst nicht vom Unternehmen abhängig beschäftigt wirst (also auch keinen Vertrag hast). Allerdings ist diese Herangehensweise mit Vorsicht zu genießen, da es dazu noch keine Präzendenzfälle gibt.“

      Wenn also die Bachelor-Arbeit als freiwilliges Praktikum anzusehen ist, würde Anspruch auf den Mindestlohn bestehen, weil bereits vorher ein Praktikumsverhältnis bestanden hat. Dass es verschiedene Verträge sind, ist dabei unerheblich.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Congerious, Merve

    Hallo Herr Georgi,

    ich habe auch eine Frage bezüglich dem Mindestlohn. Habe ein freiwilliges Praktikum am 17. November 2014 begonnen und diese geht bis zum 31.3.2015. Wie ich gelesen habe bin ich auch vom Mindestlohn betroffen nun meine Frage wann muss der Mindestlohn ausbezahlt sein habe ich nur ein Monat anspruch auf den Mindestlohn (3 Monate + 1Monat) oder ab dem 1.1.2015 – 31.3.2015

    vielen lieben Dank

    1. Tobias Georgi

      Hallo Congerious, Merve,

      Verträge, die über den Jahreswechsel hinausgehen sind derzeit noch eine gewisse Grauzone, bei der man wohl auf Präzedenzfälle warten muss.

      Bei der von uns empfohlenen konservativen Auslegung der Regelung würden Sie nach Ablauf von 3 Monaten unter den Mindestlohn fallen.
      In ihrem Fall wäre das dann ab dem 17.2.2015.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Lukas König

    Hallo,

    wie sieht denn die Übergangsregelung beim Jahreswechsel aus? Was ist, wenn ich ein freiwilliges Praktikum im Oktober 2014 angefangen habe und MItte März 2015 beende? Im Jahr 2015 wird somit nur 2,5 Monate Praktikum abgeleistet. Mindestlohn ja oder nein?

    1. Tobias Georgi

      Hallo Lukas König,

      die Zeit aus 2014 zählt für die Berechnung des Mindestlohns mit.

      Sprich: Ab dem 1.1.2015 steht Ihnen der Mindestlohn zu.

      Viele Grüße
      Tobias Georgi

  • Praktikantin

    Hallo,

    ich habe eine Frage zum Mindestlohn. Ich mache seit Oktober ein Praktikum- Laufzeit 6 Monate. Ich habe schon meinen BA und wollte nach dem Studium mein „eigenes Praxissemester“ machen, weil das an meiner Uni nicht angeboten wurde. Dh ich bin kein Student mehr, aber auch nicht Arbeitslos. Heißt das jetzt, ich hab ab Januar ein Problem weil die Laufzeit auf 3 Monate jetzt geregelt wird?

    1. Tobias Georgi

      Hallo,

      danke für die Nachfrage.

      In Ihrem Fall ist die Situation so, dass Sie als nicht eingeschriebene Praktikantin vom ersten Monat an Anspruch auf den Mindestlohn haben und ihr Arbeitgeber dazu verpflichtet wäre, diesen auch zu zahlen.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Anastasia

    Hallo,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich hier richtig bin. Bei mir geht es nämlich um Abschlussarbeit. Ist es einem freiwilligen Praktikum gleichzusetzen?

    Ich habe in dem Unternehmen bereits ein Pflichtpraktikum (unter drei Monate) und im Anschluss ein freiwilliges Praktikum von zwei Wochen absolviert. Zusammen addiert, ist es immer noch unter drei Monate.

    Nun werde ich meine Abschlussarbeit in diesem Unternehmen schreiben.

    Bin ich vom Mindestlohn ebenfalls betroffen?

    Vielen Dank im Voraus

    Beste Grüße

    1. Oliver Engel

      Hallo Anastasia,

      grundsätzlich ist eine Abschlussarbeit, die nicht gezwungenermaßen in einem Unternehmen zu schreiben ist (also z.B. durch Prüfungsordnung festgelegt ist), als freiwilliges Praktikum auszulegen.

      Also muss man nach vorsichtiger Auslegung des Gesetzestextes davon ausgehen, dass du einen Anspruch auf Mindestlohn hast.

      Eine Ausnahme könnte sein, dass du die Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreibst, dabei aber die meiste Zeit in der Uni bist und auch sonst nicht vom Unternehmen abhängig beschäftigt wirst (also auch keinen Vertrag hast). Allerdings ist diese Herangehensweise mit Vorsicht zu genießen, da es dazu noch keine Präzendenzfälle gibt.

      Viele Grüße
      Oliver Engel von Lecturio

  • Isabella S

    Hallo zusammen,

    ich habe Mitte September begonnen, mein freiwilliges Praktikum bei Telefonica zu absolvieren; dieses geht bis Mitte März, also insgesamt 6 Monate. Ich habe seit Juli einen Bachelor Studienabschluss und das Praktikum dient nicht der Berufsorientierung. Damit falle ich theoretisch unter den Mindestlohn.

    Jedoch habe ich das Praktikum vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns (1.1.15) begonnen. Wirkt sich das für mich negativ aus in dem Sinne, dass der Mindestlohn für mich noch nicht gelten wird, auch nicht nach dem 1.1.15?

    Danke für eure Antwort.

    LG Isabella

    1. Tobias Georgi

      Hallo Isabella,

      die Tatsache, dass Sie Ihren Vertrag noch in 2014 unterschrieben haben, wirkt sich nicht auf die Gültigkeit des Mindestlohns aus.

      Sprich: Ab dem 1.1.2015 gilt für Sie der Mindestlohn.

      Die einzige Ausnahme wäre, wenn es in Ihrer Branche bereits einen tariflich vereinbarten Branchenmindestlohn gibt. In diesem Fall darf der Mindestlohn bis Ende 2017 unterschritten werden. Darunter fallen z.B. Reinigungsgewerbe oder Teile der Gastronomie. Derartige Tarifbestimmungen müssen aber bereits im Vorfeld bestanden haben und können nicht „mal eben“ erstellt werden, um den Mindestlohn zu umgehen.

      In der Regel sind Praktikantenstellen davon aber nicht betroffen und ich denke – ohne Gewähr – dass Telefonica da keine Tarifbestimmungen hat, die auf Sie zutreffen, daher ist davon auszugehen, dass Ihnen ab 1.1.2015 der Mindestlohn zusteht.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi

  • Manni

    Guten Abend,

    Ist ein Praktikum nach dem Bachelor Abschluss vom Mindestlohn befreit, sofern die Intention besteht ein Masterstudium aufzunehmen (Stichwort Orientierungspraktikum)?
    Benötigt man hier als Arbeitgeber eine schriftliche Bestätigung über die Intention des Praktikanten oder vielleicht sogar eine Aufnahmebescheinigung der Universität?

    Vielen Dank über Ihre Auskunft!

    Manni

    1. Maria Jaehne

      Hallo,

      vielen Dank für Ihr Interesse. Zu Ihrer Frage: Dies wird im Beitrag erläutert, siehe Auslegung I Punkt 3 und “Textvorlage für ein Orientierungspraktikum (3 Monate)”. Zusätzlich ein Hinweis auf die Textstelle „Mit der Textvorlage kann man sich aber nur zu einem gewissen Grad absichern, es ist abzuwarten, was die Gerichte tatsächlich als Orientierungpraktikum anerkennen, eine Aufnahmebescheinigung der Universität ist in jedem Fall sinnvoll.“

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit weiterhelfen. Herzliche Grüße,
      Maria von Lecturio.

    2. Tobias Georgi

      Hallo Manni,

      Nachtrag:
      Wichtig ist, dass die Intention zum Masterstudium mehr als eine Willenserklärung auf dem Papier ist.
      Am besten sollte der Praktikant eine Zusage von einer Universität haben oder zumindest nachweisen können, dass Bewerbungsschreiben oder Anträge versendet wurden. Eine einfache Unterschrift auf einer Erklärung seitens der Firma ist nicht sicher.

      Ansonsten könnte die Befreiung vom Mindestlohn auf wackeligen Beinen stehen.

      Beste Grüße,
      Tobias Georgi

  • Silvio

    Hi,

    Gute Übersicht, vielen Dank!

    Nur um sicher zu gehen: Sobald man seine Berufsausbildung abgeschlossen hat, hat man Anspruch auf Mindestlohn, egal ob das Praktikum 3 Monate oder länger dauert?

    Auf der IHK Seite steht nämlich:
    Vom Mindestlohn ausgenommen sind „freiwillige Praktika bis zu drei Monaten, die zur Orientierung bei der Berufs- oder Studienwahl dienen“

    Was ist jetzt richtig?

    1. Maria Jaehne

      Hallo Silvio,
      vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben uns intern einmal dazu ausgetauscht.
      Grundsätzlich ja: Es besteht Anspruch nach einer abgeschlossenen Ausbildung. Allerdings ist es auch möglich z.B. im Rahmen eines sich an die Berufsausbildung anschließenden Studiums ein Praktikum ohne Mindestlohn zu absolvieren oder gar während einer zweiten Ausbildung. Die Voraussetzung dazu ist immer eine laufende Ausbildung oder eine Einschreibung. Hinzu kommen noch so genannte Orientierungspraktika, welche vor der Aufnahme eines Studiums oder einer Ausbildung absolviert werden können. Dazu muss aber auch die Intention bestehen, ein solches aufzunehmen.

      Aufgrund dessen ist es von Vorteil für Absolventen, die nach dem Studium ein Praktikum absolvieren wollen, noch ein Semester nach dem Abschluss eingeschrieben zu bleiben, damit sie vom Mindestlohn befreit sind und bessere Chancen auf einen Platz haben.

      Bei allen Fällen gilt allerdings immer die 3 Monatsgrenze.

      Um kurz und bündig zu antworten, beides ist richtig, es kommt allerdings auf die Rahmenbedingungen an.

      Danke und viele Grüße
      Maria & Oliver von Lecturio.

  • anegia

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den Artikel. Dennoch kommt mir der Fall „3 Monate Pflichtpraktikum + 3 Monate freiwilliges Praktikum“ unklar definiert vor. Laut diesem Artikel besteht während des Pflichtteils des Praktikums keine Zahlungspflicht, während im anschließenden freiwilligen Teil die Zahlungspflicht des Mindestlohnes besteht. Wie ist die zu begründen?
    Es heißt im Gesetz für den freiwilligen Teil betreffend:

    „Ein Praktikum von bis zu drei Monaten begleitend zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung leisten, wenn nicht zuvor ein solches
    Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat“

    Wenn zuvor ein Pflichtpraktikum absolviert wurde, kann dieses meiner Meinung nach nicht gleichgesetzt werden mit dem freiwilligen Praktikum „ein solches Praktikumsverhältnis“. Ich verstehe den Passus so, dass der Praktikant nicht bereits ein freiwilliges Praktikum in der Vergangenheit absolviert haben darf, in dem selben Unternehmen. Demnach würde auch für das freiwillige Praktikum (max. 3 Monate) im Anschluss an das Pflichtpraktikum noch keine Zahlungspflicht bestehen.

    Bitte um Kommentierung.

    1. Tobias Georgi

      Hallo Anegia,

      Update 13.1.2016

      Es hat viele Entwicklungen zu diesem Thema gegeben, daher war war der alte Kommentar nicht mehr aktuell und wurde entfernt, um niemanden zu verwenden.

      1. Ratsuchender

        Guten Abend Herr Georgi,

        vielen Dank für die ausführliche Übersicht.

        Anknüpfend an Ihre vorherige Antwort habe ich folgende Frage:

        In dem von Ihnen zitierten Aufsatz heißt es am Ende des von Ihnen zitierten Absatzes (Seite 872 oben);

        „Unschädlich sind auch beim selben Unternehmen geleistete Pflichtpraktika iSd § 22 I Nr. 1 und 2 MiLoG (vgl. den Wortlaut der Rückausnahme: … solches Praktikumsverhältnis..).“

        M.E. vertritt auch Herr Professor Dr. Frank Bayreuther, die auch von anegia vertretene Ansicht.

        Nur zum Verständnis, teilen Sie nun die Auffassung des von Ihnen zitierten Aufsatzes oder zu welchem Zweck ist das Zitat angeführt?

        Sie führen dann ja schließlich in Ihrer Antwort aus, dass Sie den Passus so auslegen, dass unabhängig von der Art des Praktikums der mindestlohnfreie Regelzeitrahmen 3 Monate beträgt.

        Vielen Dank und mit besten Grüßen.

        1. Tobias Georgi

          Hallo Ratsuchender,

          auch Ihnen danke für ihren Kommentar. Kommt ja langsam leben in das Thema.

          Ich muss gestehen, ich kann die Frage, ob ich die Auffassung des Aufsatzes teile, nicht exakt beantworten, da ich die Auffassung des Aufsatzes nicht exakt wiedergeben kann.
          Ich – bzw. wir von Lecturio ziehen daraus “lediglich” in Absprache mit unserem Arbeitsrechtler unsere Rückschlüsse und Empfehlungen. Diese lauten in Kurzform:

          – Pflichtpraktika mit festgesetzter Dauer sind so lange vom Mindestlohn befreit, wie in der Studienordnung vorgegeben
          – Praktika, während des Studiums welche keine Pflichtpraktika sind, sind maximal 3 Monate vom Mindestlohn befreit
          – Mindestlohnbefreiung setzt voraus, dass der Student noch nie vorher im Unternehmen ein Praktikum gemacht hat, egal ob Pflichtpraktikum oder anderes Praktikum

          Hinzu kommt, dass man sich einem Risiko aussetzt, wenn man an ein vom Mindestlohn befreites Praktikum ein mindestlohnpflichtiges Praktikum folgen lässt. Es besteht die Gefahr, dass in diesem Fall der gesamte Praktikumszeitraum mindestlohnpflichtig wird.

          Diese konservative Auslegung – also die Auslegung als „Höchstgrenze“, ist die Vorgehensweise, die wir derzeit empfehlen und auch selber so umsetzen. Wir raten, mindestens 6 Monate so zu verfahren und dann zu schauen, ob es entsprechende Präzedenzfälle gibt, an denen man sich orientieren kann. Sollte dies der Fall sein, werden wir den Artikel natürlich updaten.

          Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter und beste Grüße,
          Tobias Georgi