Wer sich die Anzeigen von Kanzleien ansieht, wird dabei oft lesen, dass Auslandserfahrung „gern gesehen“ wird. Dabei besteht die Möglichkeit, schon während des Studiums solche Erfahrungen zu sammeln, indem man das Nützliche mit dem Schönen verbindet – die Absolvierung der Pflichtpraktika im Ausland. Wir zeigen Ihnen, mit welchen drei einfachen Schritten Sie Ihren Auslandsaufenthalt planen können.
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Bild: “Takeoff” von JoshuaDavisPhotography. Lizenz:
CC BY-SA 2.0


Schritt 1 – Studienordnung checken

Will man ein Auslandspraktikum planen, sollte der erste Blick in die jeweilige Studienordnung der Universität gehen. Denn die Einhaltung der Vorgaben ist Voraussetzung dafür, dass das Praktikum auch anerkannt wird. Natürlich können nicht nur Pflichtpraktika sondern auch freiwillige Praktika im Ausland absolviert werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass manche Institutionen nur Praktikumsplätze vergeben, wenn das angestrebte Praktikum vom Studium vorgeschrieben wird (so zum Beispiel das Auswärtige Amt).

Schritt 2 – welche Möglichkeiten habe ich?

Die Möglichkeiten für ein Auslandspraktikum sind zahlreich. Neben dem Klassiker Auswärtiges Amt bieten auch internationale Organisationen Praktika an. Und natürlich kann man auch einige Wochen in eine ausländische Kanzlei hineinschnuppern.

Das Auswärtige Amt

Das Auswärtige Amt bietet studienbegleitende Praktika an seinen Auslandsvertretungen an. Das Praktikum sollte dabei mindestens 6 Wochen und maximal 6 Monate dauern. Prinzipiell kann man sich auf jede der über 200 Auslandsvertretungen bewerben, allerdings werden für bestimmte Standorte (zum Beispiel Kuwait, Rio de Janeiro, Sao Paulo) Ortskenntnisse vorausgesetzt. Zudem müssen in den spanisch-, portugiesisch- und französischsprachigen Regionen Kenntnisse der jeweiligen Sprache vorhanden sein.

Mehr zu den Karrieremöglichkeiten für Juristen beim Auswärtigen Amt finden Sie hier.

Institutionen der EU

Wer seinen Schwerpunkt im Europarecht hat oder sich einfach nur für Politik interessiert, kann sein Praktikum auch bei den Organen der EU absolvieren. Studienbegleitende Praktika bieten folgende Institutionen an:

  • Europäisches Parlament (Straßburg)
  • Rat der Europäischen Union (Brüssel)
  • Europäischer Rechnungshof (Luxemburg)
  • Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss (Brüssel)
  • Vereinte Nationen

Auch die UNO bietet zahlreiche Praktikumsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Diese sind in vielen Organisationen der UN möglich, etwa bei der Weltbank, der WTO, UNICEF, WHO und natürlich im UN Headquarter.

Je nach Organisation sind auch die Anforderungen anders: Oftmals stehen die Praktika nur Graduates zu Verfügung, bzw. Studenten, die seit mindestens 4 Jahre studieren. Teilweise werden zudem Beschränkungen auf bestimmte Studienfächer vorgenommen, beispielsweise bei der WTO. Erfreulicherweise ist unter diesen Fachgebietsbeschränkungen Jura (fast) immer dabei, sodass sich vielseitige Möglichkeiten bieten.

Einen guten Überblick bietet diese Übersicht.

Praktikumsvermittlung über ELSA

Schließlich bietet die European Law Student’s Association (ELSA) die Möglichkeit, über das STEP-Programm einen geeigneten Praktikumsplatz auf der ganzen Welt zu finden. Der Vorteil daran – ELSA begleitet die Suche und Vorbereitung. Der Nachteil daran – das Programm steht nur für ELSA-Mitglieder offen. Allerdings ist es kein Problem, über die jeweilige ELSA-Univereinigung Mitglied zu werden.

Ein Überblick über aktuelle Praktikumsmöglichkeiten findet sich hier.

Schritt 3 – Gute Vorbereitung ist alles

Nachdem man nun sein Wunschpraktikumsplatz gefunden hat, kommt der etwas mühseligere Teil: Bewerbung und – falls man genommen wurde – die Vorbereitung. Dabei sollte nicht unterschätzt werden, wie zeitaufwändig diese beiden Punkte sein können. Nicht selten enden die Bewerbungsfristen schon Monate vor dem gewünschten Praktikumszeitraum, sodass eine entsprechende vorausschauende Planung notwendig ist.

Hinzu kommt, dass gerade bei den europäischen und internationalen Organisationen die Bewerberzahlen um ein Vielfaches höher sind als die vorhandenen Plätze. Deshalb ist es wichtig, in die eigene Vorbereitung auch Alternativen mit einzuplanen. Hat man schließlich seinen Wunschpraktikumsplatz ergattert, so geht es an die Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes. Je nach Aufenthaltsort fallen diese unterschiedlich aufwendig aus: Wohnungssuche, Anreise, Schutzimpfungen, usw.

Schließlich sollte ein ganz zentraler Punkt nicht vergessen werden: die Finanzierung. Einige Praktika werden vergütet, viele jedoch auch nicht. Nicht jeder kann einen mehrwöchigen Auslandsaufenthalt aus eigener Tasche bezahlen, und nicht jeder hat wohlwollende Eltern, die dies übernehmen. Doch auch in einem solchen Fall muss man nicht gleich den Kopf in den Sand stecken.

So gibt es die Möglichkeit der Finanzierung über Stipendien, beispielsweise ein Stipendium des DAAD oder eine Förderung über das Carlo-Schmid-Programm. Auch eine Finanzierung über Auslands-BaföG ist möglich, dann muss der geplante Auslandsaufenthalt allerdings mindestens 12 Monate betragen.

Für einen Einstieg in die Vorbereitung und für weitere Informationen sind folgende Links hilfreich:

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
Auslands-BaföG
Praktikum beim Auswärtigen Amt
European Law Student’s Association (ELSA)





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