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Bild: “More digikids” von Tony McNeill. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Nach 1998 geboren, wachsen die Mitglieder der Generation Z noch im Schatten der Vorgängergeneration Generation Y auf. Noch fehlen wissenschaftliche Analysen aus der Arbeitswelt. Wir zeigen, welche Unterschiede zwischen den Digital Natives dieser Zeit und denen der ersten Stunde bestehen. Fakt ist: Auf Unternehmen kommen vier spannende Herausforderungen zu.

Generation Z – Die Digital Natives von heute

Willkürlich ist der Beginn dieser Generation gewählt! Je nach Forschungsinteresse und Budget der Umfrageinstitute wird die Generation Z zeitlich anders definiert. Wir fanden 1995 als das früheste und 2002 als das späteste Eintrittsdatum in die Generation. Auch der Begriff „Generation“ ist irreführend. Denn solche Studien würden tatsächlich alle jungen Menschen erfassen.

Tatsächlich aber findet eine Einschränkung dahingehend statt, dass nur bei den gebildeten und finanziell solide ausgestatteten Menschen von der Generation Z gesprochen wird. Auf der anderen Seite stehen die Verlierer der Generation: Das sind die die perspektivlosen jungen Menschen, die aus schwach bemittelten und zerrütteten Elternhäusern kommen.

Was die Digital Natives von heute von den Digital Natives der ersten Stunde unterscheidet ist, dass sie von Kindesbeinen an mit den digitalen Medien groß werden. Der Generation Z fehlt somit das Bewusstsein, zwischen den klassischen und neuen Medien zu unterscheiden, da mittlerweile alle Medien digital geworden sind.

The Next Generation – Die Folgen von Wohlstand und Digitalisierung

Geshared, geliked und getweeted, doch nicht begegnet! – Das ist das Hauptmerkmal der Generation Z, die von jedem Punkt der Welt mit jedem kommuniziert, ohne sich in Vereinen und Schulen mit anderen treffen zu müssen. Die digitalen Medien sind für sie nicht nur ein Arbeitsraum, sondern zugleich Lebenswelt, in der sie lernen, spielen, lachen und sich ein Netzwerk an Freunden aufbauen.

Das Wissen ist massenweise „in der Cloud“ abgelegt und muss nicht erst gelernt werden. Die Mitglieder der Generation Z sind zu wahren Informationsmanagern geworden, die aus den unzähligen Daten diejenigen herausfiltern, die für sie in der jeweiligen Situation relevant sind. Ihre Lehrer haben es nicht leicht, wenn sie keine Autorität aufgrund des persönlichen Charismas besitzen. Das altgediente Amtsverständnis ist der Generation Z fremd.

Große politische oder gesellschaftliche Ereignisse kennt die Generation Z lediglich aus dem Internet, worüber sie sich über den Krieg gegen den Terror, Nachhaltigkeit oder Wirtschaftskrisen informiert.

Die Generation ist zwar nicht unpolitisch aber apolitisch. Das bedeutet, sie interessiert sich nicht für die abgehobene Welt der Politiker, von denen sie nichts zu erwarten hat. Vielmehr hat sie einen realistischen Blick, mit welchem sie sich in einer globalen Gesellschaft verortet.

Ebenso wie für die Generation Y ist Glück der Maßstab, um individuelle Situationen zu bewerten. Für die Generation Z gilt das erst recht, sie versucht ihr Glück zu maximieren. Ihr Blickwinkel jedoch ist individualistisch.

Die Arbeitsweise der Generation Z

Neugierig und interessiert geht sie mit Leidenschaft an die Projektarbeit. Dabei legt sie Wert auf eine freie Entfaltung und eigenständige Umsetzung. Von ihren Auftraggebern erwartet sie, nicht bevormundet oder eingeschränkt zu werden. Denn für das Ergebnis steht sie gerade. Solange die Projekte spannend sind, werden die Mitglieder der Generation Z bei der Stange bleiben.

Jedoch an Personen, Unternehmen und Autoritäten haben sie kein Interesse. „Flatterhaftigkeit“ ohne negative Vorzeichen bezeichnet die Eigenschaft der Ungebundenheit: Von einem Lebensabschnitt zum nächsten entstehen neue Partnerschaften, die jedoch keine Bindungswirkung haben.

Abgesehen von Familie und engstem Freundeskreis ist die Generation Z lediglich bereit, Kurzzeitbeziehungen einzugehen. Da stellt sich die Frage, ob der unbefristete Arbeitsvertrag überhaupt noch ein Anreiz ist, um diese Generation zu bewerben?

Was die Generation Z für Sie als Arbeitgeber bedeutet

Schon heute lassen sich einige Trends erkennen, die sich auf das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis auswirken werden. Wer auf die Generation Z setzt, der sollte sich unbedingt die folgenden vier Tipps als Lösungsansätze anschauen, um auf Digital Natives bestens vorbereitet zu sein.

1. Herausforderung: Generation Z bindet sich nicht langfristig.

Unternehmen sollten bei der Begegnung mit der Generation Z sehr auf das Image achten und sich als kooperativer und attraktiver Partner präsentieren.

Gelingt es den Unternehmen, sich als attraktiver Partner in einem Netzwerk zu positionieren, dann bleiben sie auf diese Weise zumindest auf dem „Radarschirm“ und können sich mit spannenden Projekten und klar formulierten Projektzielen profilieren. Langfristige Mitarbeiterentwicklungskonzepte werden hingegen an Anziehungskraft verlieren.

Sie fragen sich warum? Die Gerneration Z ist flatterhaft, weshalb sie sich nicht an eine einzige Firma ein Leben lang bindet. Sie reagiert sehr skeptisch auf die Frage, ob sie glaubt, mit einem einzigen Job durch das Leben zu kommen.

Sie ist es gewohnt, in einem Überangebot an Informationen und attraktiven Projekten, die für sie interessanten Jobs herauszufiltern, weshalb es einzig und allein für Unternehmen darauf ankommen wird, in Netzwerken zu denken und präsent zu sein.

Tipp: Setzen Sie nicht länger auf das Pferd der langfristigen Mitarbeiterentwicklung, sondern investieren Sie ins Networking.

2. Herausforderung: Autorität ist eine Frage der Fachlichkeit.

Manche behaupten, die Generation Z habe keine Führungsverantwortung. Das bedeutet nun nicht, dass jemand, der sich der Generation Z zugehörig fühlt, keine Führungsposition wahrnehmen kann und es darf nicht der Schluss gezogen werden, dass sich diese Aussage allein aus der Jugendlichkeit der Generation Z ergibt.

Es geht vielmehr um die soziologische Annahme, dass Verantwortung auf Werten basiert. Es fehlt der Generation ein kollektiv werteprägendes Ereignis, so wie bespielsweise 9/11 für die Generation Y.

Vielmehr sieht sich die Generation Z einer Vielzahl von Ereignissen gegenüber, die sie längst nicht durch eine national normierte Brille, sondern durch eine globalisierte Sichtweise wahrnimmt, nämlich der von unzähligen freien Blogautoren, Youtube-Protagonisten oder unabhängigen Twitternachrichten. Dem gegenüber steht die staatlich organisierte Berichterstattung, wie etwa die Tagesschau – ein tägliches Nicht-Ereignis für die Generation Z.

Das Idealbild ist hingegen die Projektarbeit, in der jeder Beteiligte sich wie ein funktionierendes Zahnrad im Getriebe versteht. Verantwortung äußert sich in der Wahrnehmung der Aufgaben innerhalb eines Netzwerks, das einen konkreten Auftrag umsetzt.

Autorität im Sinne von Top-Down-Führung kann deshalb nicht funktionieren. Autorität bedeutet Verarntwortung, die innerhalb des Netzwerks kommunikativ verflüssigt wird. Aus Führungsverantwortung wird somit Teamverantwortung.

Tipp: Strukturieren Sie die Arbeigt in flachen Hierarchien quer zum Abteilungsdenken! So berücksichtigen Sie den Fakt, dass die Generation Z ein anderes Verständnis von Führung und Verantwortung hat.

3. Herausforderung: Das Alter sagt nichts über die Generationszugehörigkeit aus.

Eigentlich wäre die Welt so schön einfach, wenn man sagen könnte, dass jemand,

  • der zwischen 1946 und 1956 geboren wurde, ein Babyboomer ist,
  • der zwischen 1956 und 1976 geboren wurde, zur Generation X gehört,
  • der zwischen 1976 und 1998 geboren wurde, zur Generation Y gehört,
  • der nach 1998 geboren wurde, zur Generation Z gehört.

So könnte der Arbeitgeber am Jahrgang ablesen, welcher Typ von Mitarbeiter ihm gegenüber sitzt. Nun die schlechte Nachricht:

Christian Scholz, Professor für Organisation, Personalmanagement und Informationsmanagement an der Universität des Saarlands und Herausgeber des Buchs „Generation Z: Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt“ hat entdeckt, dass die Streuung der Mitglieder der Generationen zunimmt. So hat er festgestellt, dass zunehmend mehr 50-Jährige sich der Generation Z zughörig fühlen und 20-Jährige zunehmend Verhaltensmuster der Babyboomer aufeisen.

Tipp: Entwickeln Sie als Arbeitgeber differenzierte Personalstrategien als Antwort auf die zunehmende Generationskomplexität!

Die 4. Herausforderung: Eine hohe Personalfluktuation wird zur Normalität.

Stehen Personalschwankungen heute noch für einen Arbeitgeber mit eher schlechtem Image, so wird dies für den Arbeitgeber von morgen nicht unbedingt gelten. Die Generation Z hat – das wurde bereits betont – das Ideal des Projekts vor Augen.

Da Projekte zeitlich befristet sind und die Generation ohnehin davon ausgeht, mehr als einen Job im Leben zu machen, bedeutet ein attraktiver Arbeitgeber eben nicht automatisch einen sicheren und womöglich langweiligen Job zu haben.

Definieren Sie intern, was Sie als attraktiven Arbeitgeber auszeichnet und positionieren Sie selbstbewusst ihre Arbeitgebermarke. Im Idealfall hat das Projekt dem Mitarbeiter der Generation Z so viel Spaß gemacht, dass er zwar wechselt um weitere Erfahrungen zu machen, dafür empfiehlt er Sie aber als Arbeitgeber in seinem Netzwerk.

Tipp: Positionieren Sie sich als attraktive Arbeitgebermarke!

Fazit

Die Generation Z ist noch sehr jung und ihre Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Gegenüber der Vorgänger-Generation Y bestehen (noch) gesellschaftliche Defizite: Ohne politische Vertretung in unserer Gesellschaft und ohne wertprägende weltpolitische Ereignisse sind Mitglieder der Generation Z offen für die Angebote, aber eben auch unentschlossen.

Ihnen fehlt eine auf gemeinsamen Werten basierende Grundhaltung, die sie antreibt und motiviert. Experte Christian Scholz hat es in einem Interview bei Lob besonders drastisch formuliert:

Die wichtigen Entscheidungen treffen in Deutschland immer noch die Babyboomer.

Über Generation X, Y und Z nimmt der Einfluss der Generationen stetig ab. Dieses Bild entspricht zugleich dem zahlenmäßigen Kräfteverhältnis der gegenwärtigen Alterspyramide in Deutschland. Gleichwohl müssen Unternehmen heute auf die jungen Nachwuchskräfte schauen, um zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können.

In der globalisierten Wirtschaftswelt stehen Unternehmen in Sachen Personal heute vor der Frage: Asien, Südamerika oder Europa. Die Arbeitsmentalitäten der jungen Generation könnten unterschiedlicher nicht sein.

Die Digital Natives von heute ticken anders als die Digital Natives der ersten Stunde. Die wesentlichen Unterschiede finden Sie nochmal zusammengefasst in dieser Infografik:

Infografik-Generation-YZ

 

 

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16 Gedanken zu „Digital Natives: Die 4 Herausforderungen der Generation Z für Arbeitgeber

  • Pastenjo

    Ich finde den Artikel sehr sehr treffend . Genau so verhält sich ein Großteil meiner Schüler. Meine Sorge ist die sehr auffallige Konzentrationsschwäche dieser Generation. Nur Action – kein Zuhören. Was mir immer mehr fehlt ist Kreativität. Ich vermisse immer mehr junge Menschen, die sich noch in die Lage eines anderen hineinversetzen können.
    Gesellschaftspolitisch zum Gruseln.
    Pastenjo

  • Büttner

    Sehr interessanter Artikel. Mir geht es wie den anderen Kommentatoren: wissenschaftlich leider unbrauchbar. Es wäre schön, wenn wenigstens einige Quellen zum Artikel genannt wären.

    1. Jörg92

      Ich schreibe gerade meine Seminararbeit über dieses Thema und dieser tolle Artikel ist für mich nur gebräuchlich, wenn ich den Autor weiß. Wäre es möglich liebes Lecturio-Team, dass ihr mir den Namen des Autors zukommen lasst.

      Lg Jörg

      1. Maria Jaehne

        Hallo, vielen Dank für Ihren Kommentar.

        Für uns arbeiten verschiedene Autoren, jedoch anonym. Es sind Experten aus den Bereichen Jura, Medizin und Karriere.
        Für Ihre Arbeit können Sie jedoch gern das Lecturio Redaktionsteam angeben. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://www.lecturio.de/magazin/redaktionsteam-und-standards/

        Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen viel Erfolg.

        Freundliche Grüße,
        Maria Jähne.

  • Lisa

    Interessanter Beitrag, jedoch wissenschaftlich unbrauchbar, wenn kein Autor angegeben ist. Sehr schade!!!

    1. Maria Jaehne

      Hallo Lisa,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Alle unsere Beiträge werden von unserem fachlich qualifizierten Autorenteam erstellt.
      Beste Grüße,
      Maria Jähne von Lecturio.

  • Dominique Läser

    Ich wäre ebenfalls sehr am Autor interessiert!

  • Daniel

    Sehr schöner Beitrag.
    Ist es möglich den Autor zu veröffentlichen? Ansonsten per PN

  • Sonny

    Sehr interessanter Bericht. Doch was mich interessiert: Wer ist der Autor?
    Ich bitte um Antwort auf meine E-Mail Adresse

    1. Tobias Georgi

      Hallo Sonny,

      danke für das gute Feedback. Der Autor ist ein freiberuflicher Journalist, der nicht mehr für uns tätig ist. Er hat das Thema damals gewissenhaft recherchiert und darauf den Artikel aufgebaut.

      Leider kann ich nicht direkt vermitteln.

      Beste Grüße
      Tobias Georgi von Lecturio

  • Mike

    Super Artikel, auch ich würde gerne mehr über den Autor wissen und mich mit ihm in Kontakt setzen!

    1. Maria Jaehne

      Hallo, danke für Ihr Interesse. Der Autor ist leider nicht mehr für uns tätig. Viele Grüße,
      Maria von Lecturio.

  • Tobias Georgi

    Hallo Manuela, Thomas und Martin,

    vielen Dank für die Kommentare, das Lob und das kritische Feedback.

    Der Autor des Artikels ist leider nicht mehr für uns tätig. Ich versuche dennoch, mit ihm in Kontakt zu treten. Ich kann an der Stelle noch nicht mehr versprechen.

    Beste Grüße
    Tobias Georgi

  • Manuela

    Ich finde diesen Artikel sehr interessant und würde gerne den Autor wissen. Bitte senden sie mir die Antwort an meine E-Mail Adresse.

  • Thomas

    Der Autor wäre für mich auch sehr interessant. Ich würde auch um Mitteilung bitten.
    Sonst Top! 🙂

  • Martin

    Interessanter Bericht, der leider nur verifiziert seine Richtigkeit unter Beweis stellen kann. Sprich, wer ist der Autor? Bitte senden Sie mir hierzu doch eine Mail, die Adresse haben Sie ja hiermit erhalten. Ansonsten weiter so!