Diversity ist in aller Munde. Als HR-Entscheider kommen Sie nicht um die Beschäftigung mit dem Thema herum. Hier erfahren Sie, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt und welchen konkreten Nutzen Unternehmen aus dem Diversity Management ziehen.
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Bild: “Diversity Mask” von George A. Spiva Center for the Arts. Lizenz: CC BY 2.0

Bild: “Diversity Mask” von George A. Spiva Center for the Arts. Lizenz: CC BY 2.0


Diversity bedeutet Vielfalt und bezieht sich auf die Verschiedenheit der Mitarbeiter hinsichtlich persönlicher Merkmale und Eigenschaften. Hierzu zählen sowohl äußerlich erkennbare Unterschiede in Alter und Geschlecht als auch nicht sichtbare Merkmale wie kultureller Hintergrund und religiöse Überzeugung. Auch Unterschiede in den Persönlichkeiten, Sichtweisen und methodische Kompetenzen sowie in Kommunikations- und Führungsstilen werden unter den Begriff Diversity gefasst.

Diversity Management ist ein strategisches Unternehmensinstrument, das darauf abzielt, die individuellen Besonderheiten innerhalb der Belegschaft aktiv für den Unternehmenserfolg zu nutzen. Wichtigste Voraussetzung für die produktive Ausschöpfung der vorhandenen Potenziale ist dabei, dass Unterschiede von allen Unternehmensmitgliedern akzeptiert und wertgeschätzt werden.

Welche Vorteile sind mit Diversity Management verbunden?

Mit Diversity Management schaffen Sie eine Kultur des Miteinanders, in der Unterschiede nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung und Chance wahrgenommen werden. Mitarbeiter, die sich in ihrer Einzigartigkeit geachtet fühlen, sind zufriedener und damit motivierter in ihrer Arbeit. Das kommt der Produktivität des Unternehmens zugute.

Zufriedenheit unter den Mitarbeitern wirkt sich auch insofern positiv auf den Unternehmenserfolg aus, als der Krankenstand verringert und die Fluktuation vermieden wird. Wenn Sie offen Diversity Management betreiben, steigern Sie zudem Ihre Attraktivität als Arbeitgeber und ziehen das Interesse qualifizierter Bewerber auf sich.

Die bewusste Nutzung von Vielfalt fördert die Kreativität eines Unternehmens. Die unterschiedlichen Ideen und Sichtweisen der einzelnen Mitglieder eines Teams führen zu ergiebigeren Ergebnissen. Die Problemlösungsfähigkeit und das Innovationspotenzial steigen.

Indem Sie Diversität unterstützen, schaffen Sie auch ein gutes Klima der Zusammenarbeit, das nicht von Konkurrenzdenken sondern von einem Gemeinschaftssinn geprägt ist. Dieser ermöglicht einen Wissens- und Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter untereinander.

Mit der gezielten Umsetzung von Diversity-Strategien können Sie auch eine verbesserte Kundenorientierung erreichen. Mitarbeiter, die es gewöhnt sind, innerhalb des Unternehmens mit unterschiedlichen Sichtweisen umzugehen, fällt es auch leichter, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche von Kunden zu berücksichtigen.

Mitarbeiter mit Migrationshintergrund verfügen über Kenntnisse von fremden Sprachen, Kulturen und Religionen. Sie erleichtern dem Unternehmen die Erschließung neuer Märkte und die Hinzugewinnung neuer Kundengruppen.

Wie können Sie Diversity Management konkret umsetzen?

1. Ist-Analyse durchführen

Zunächst sollten Sie die aktuelle Situation Ihres Unternehmens betrachten, um Problemfelder und Entwicklungsmöglichkeiten zu identifizieren. Analysieren Sie die vorhandene Vielfalt innerhalb der Belegschaft. Fragen Sie sich, ob und wie Sie die Potenziale bisher nutzen.

Erstellen Sie eine diversity-sensible Personalstatistik, um sich einen Überblick über die unterschiedlichen Merkmale Ihrer Belegschaft zu verschaffen. Berücksichtigen Sie dabei u. a. die Aspekte hierarchische Funktion und Entgeltstufe, Qualifikation und Berufsfeld, Alter, Familienstand, Herkunft und Dauer der Betriebszugehörigkeit.

2. Kundenkreis erweitern

Sie können die Vielfalt Ihrer Belegschaft nutzen, um die Vielfalt Ihrer Kundschaft zu erhöhen und Ihre Unternehmensaktivitäten auf neue Märkte auszudehnen. Hierzu ist es erforderlich, die Bedürfnisse verschiedener Gruppen innerhalb eines Marktes zu erforschen.

Zudem sollten Sie die Rückmeldungen Ihrer Kunden auf Produkte oder Dienstleistungen Ihres Unternehmens beachten. Um eine bestimmte Gruppe besser zu bedienen oder ganz neu für sich zu gewinnen, können gezielte Aus- und Weiterbildungen der Mitarbeiter hilfreich sein.

3. Personalmanagement überdenken

Die interne Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern bietet stets Möglichkeiten zur Verbesserung der Management-Strategien. Möglicherweise gibt es in Ihrem Unternehmen bereits eine Plattform, um die Ideen der Belegschaft zu sammeln. Falls nicht, sollten Sie geeignete Maßnahmen einführen.

Entwickeln Sie eine offene Kommunikationskultur, in der von Mitarbeitern geäußerte Wünsche und Vorschläge gewürdigt werden. Dies kann durch regelmäßig stattfindende Meetings und Diskussionsrunden gelingen. Auch ein schwarzes Brett oder eine Ideenbox leisten in bestimmten Fragen gute Dienste.

Wichtig ist es, den Beschäftigten auch zu vermitteln, mit welchem Nutzen die Einführung des Diversity Managements verbunden ist – sowohl für sie persönlich als auch für das Unternehmen.

4. Verantwortlichkeit klären

In großen Unternehmen wird das Diversity-Management meistens in der Personalabteilung angesiedelt. Wer sich mit Personalbetreuung und Personalentwicklung beschäftigt, kann sich auch am besten der Umsetzung und Steuerung der vereinbarten Diversity-Maßnahmen widmen. Der jeweilige Personalverantwortliche steht dann der gesamten Belegschaft als Ansprechpartner zum Thema Diversity zur Verfügung.

5. Imageverbesserung anstreben

Auch Ihr Leitbild bietet Ansatzpunkte für Veränderungsprozesse. Darin sollte eine Selbstverpflichtung zur Anerkennung von Vielfalt als Ressource verankert werden. Sie bietet Geschäftsführung und Mitarbeitern eine Grundlage für die Ausrichtung ihrer betrieblichen Aktivitäten. Detaillierte Ausführungen zu Diversity sind nicht nötig. Es genügt, die Bedeutung von Vielfalt für das Unternehmen zu benennen.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Globalisierung und Komplexität leistet Diversity Management einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen. Darum ist es wichtig, eine aufgeschlossene Unternehmenskultur gezielt nach außen zu tragen und so die Sichtbarkeit des Unternehmens bei Kunden, Geschäftspartnern und potenziellen Arbeitskräften zu erhöhen.

Denken Sie darüber nach, den Erhalt von Qualitätssiegeln anzustreben. Das Great Place to Work® Institut z. B. vergibt jährlich eine Auszeichnung an Unternehmen, die als Arbeitgeber besonders attraktiv sind. Auch durch die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt können Sie Ihr Image verbessern.

 

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