In der betrieblichen Weiterbildung ist der Erfahrungsaustausch ebenso wichtig wie das individuelle Fördern der Kompetenzen eines jeden Mitarbeiters. Das ist nur möglich, wenn verschiedene didaktische Methoden miteinander verbunden werden. Eine Möglichkeit dazu bietet das sogenannte Blended Learning. Wir erklären Ihnen, was sich hinter dem Begriff des Blended Learning verbirgt und wie Sie damit Ihre Mitarbeiter effektiver schulen können.
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Bild: “Tablets” von Martin Voltri. Lizenz: CC BY 2.0


Was ist Blended Learning?

Blended Learning wird auch als integriertes Lernen bezeichnet. Es werden dabei Präsenzveranstaltungen, also Vorträge oder Vorlesungen, mit E-Learning-Tools kombiniert.

Es ist eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellem Face-to-Face-Unterricht und effektiven sowie flexiblen elektronischen Lernformen. Deshalb gilt Blended Learning als die übliche Lehr- und Lernform an modernen Hochschulen und in großen Unternehmen.

Blended Learning ist ein integriertes Lernkonzept, das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über Internet oder Intranet in Verbindung mit ‚klassischen‘ Lernmethoden und -medien in einem sinnvollen Lernarrangement optimal nutzt. Es ermöglicht Lernen, Kommunizieren, Informieren und Wissensmanagement, losgelöst von Ort und Zeit in Kombination mit Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und persönlichen Begegnungen im klassischen Präsenztraining. (vgl. Sauter und Bender: 2004).

E-Learning allein reicht nicht aus

Die Grundlage für das Blended Learning ist das E-Learning. Dies findet über Lernplattformen statt, welche elektronisch, meist online, zugänglich gemacht werden und für jeden Kursteilnehmer jederzeit zur Verfügung stehen.

Meist verbergen sich dahinter Lerntools, Aufgabenstellungen und Hilfen, .pdf-Dateien mit Inhalt und Kontext sowie Tasks zum Aufarbeiten des bereits Gelernten. Jeder Lerner arbeitet dabei meist für sich. Anschließend kann der Dozent online die Leistungen individuell analysieren und auch kontrollieren.

E-Learning ist deshalb eine enorm praktische, kostengünstige und zeiteffiziente Lernmethode, jedoch fehlt die verbale Kommunikation untereinander und das gemeinsame Lernen ist nur eingeschränkt möglich. Autarkes Arbeiten fördert dabei nicht unbedingt den Teamgeist des Unternehmens.

Aus diesem faktischen Defizit des eLearnings entstand die Schlussfolgerung, realen Face-to-Face Fachunterricht in das eLearning zu integrieren. Die Präsenzveranstaltungen bieten dabei meist den Rahmen und die theoretischen Grundlage für die Mitarbeiterfortbildung oder Zusatzqualifizierungen für Ihre Firma.

Hier können dann Interaktion und Austausch des Teams in den Mittelpunkt gestellt werden. Die digitale Vermittlung der Lerninhalte (mittels Videoaufzeichnungen, Folien, Podcasts o.ä.) ermöglicht es den Mitarbeitern hingegen, diese flexibel und den eigenen Bedürfnissen entsprechend abzurufen – wann und wie oft sie wollen.

Eine vorteilhafte Kombination aus E-Learning und Präsenzseminar

Blended Learning ist vorrangig für Studierende entwickelt worden. Die Kombination aus hochschultheoretischem Input und elektronischen Lerntools bzw. Seminaren ist aus didaktischer Sicht enorm sinnvoll. So können auch Sie sich auf dem neuesten und modernsten Stand sehen, wenn Sie diese Qualifizierungsmethode für Ihre Mitarbeiter anwenden. Was kann das Blended Learning für Sie leisten?

  1. Förderung des kollaborativen Lernens
  2. Unterstützung der Online-Kommunikation
  3. Förderung der Motivation
  4. Vertiefung der Inhalte der Weiterbildung
  5. Einführung in das E-Learning

Vier Blended Learning-Modelle (nach Heather Stalker und Michael B. Horn 2012)

Diverse Autoren sind sich uneinig darüber, wie viel oder wenig Online-Lehre in den Blend gehört. Dabei stimmen verschiedene Experten darin überein, dass der Prozentsatz der Online-Offline-Anteile nicht so wichtig ist, sondern eher das Zustandekommen eines zusammenhängendes Lernerlebnisses. Dies erreicht man durch die richtige pädagogische Gestaltung, sowie Taktung und Sequenzierung von Aktivitäten. Diese Anteile sind von Modell zu Modell verschieden:

  1. Rotations-Modell: der Kurs besteht aus einer vorgegebenen Struktur mit Präsenz- und Online-Anteilen.
  2. Flex-Modell:  Materialien eines Lehrangebots werden den Studierenden hauptsächlich online zur Verfügung gestellt. Lehrende können nach Bedarf kontaktiert werden und leisten dann auch Face-to-Face-Support.
  3. Eigener Blend (Self-Blend): Studierende entscheiden sich zusätzlich zum Präsenzangebot, einen reinen Online-Kurse einer anderen Hochschule (vgl. Angebote der Virtuellen Hochschule Bayern oder Ruhr Campus Online) zu besuchen und dadurch ihr Kursangebot zu ergänzen.
  4. Angereichertes virtuelles Modell (Enriched-Virtual model): Virtueller Kurs, der zum Beispiel zum Auftakt und Abschluss Präsenzangebote beinhaltet.

Einführung in Ihrem Unternehmen: Das sollten Sie bei der Planung beachten

Laut einer Untersuchung von Susanne Kraft können internetbasierte Weiterbildungen auch ohne Präsenzveranstaltungen stattfinden. Allerdings geht aus den vorliegenden Ergebnissen eindeutig hervor, dass Präsenzveranstaltungen trotzdem als sehr wichtig eingeschätzt werden. Dies gilt vor allem für länger dauernde internetbasierte Weiterbildungsveranstaltungen mit virtuellen Gruppenarbeiten, an denen E-Learning-Neulinge teilnehmen.

Ihren Mitarbeitern könnte es dabei ähnlich gehen. Viele von ihnen sind möglicherweise noch nicht sonderlich mit dem E-Learning vertraut und erachten es daher als besonders hilfreich, auch auf theoretischen, verbalen Input zurückgreifen zu können. Bedenken Sie dies bei der Implementierung eines Blended Learning Angebots.

Folgende Punkte sollten auch als Orientierung beim Erstellen eines Blended Learning-Angebots nutzen:

  1.  Zeit und Dauer der Weiterbildung: Präsenzveranstaltungen erweisen sich als enorm wichtig für die Motivation der Teilnehmer, vor allem je länger die Fortbildung dauert.
  2. Die Teilnehmergruppe: Bei online-unerfahrenen Teilnehmern ist es besonders wichtig, die Präsenzveranstaltungen zu berücksichtigen, insbesondere auch, um sich über die ungewohnte Lernsituation auszutauschen.
  3. Die Kosten: Die Anbindung von Präsenzveranstaltungen ist natürlich kostenintensiver. Behalten Sie das auch im Hinblick auf Ihre Mitarbeiter im Hinterkopf.
  4. Die methodische Gestaltung: Achten Sie bei der Planung auf die ausgeglichene Mischung von realem und virtuellem Arbeiten. Besonders bei Gruppenarbeit sollten Sie auch Treffen der Gruppen realisieren können.
  5. Die Lehr-/Lernziele und Inhalte: Wägen Sie die Stärken des Online-Lernens (Visualisierung, individuelles Lernen, zeitliche und räumliche Flexibilität, erweiterter Zugriff auf Informationen u. a.) mit den Stärken des Präsenzlernens (direkter Kontakt, Gruppenbildung, räumliche und zeitliche Synchronität u. a.) ab und nutzen Sie die jeweiligen Stärken der Lernform.

So können Sie sichergehen, dass Sie alle methodischen, mediendidaktischen, medienpädagogischen sowie lerntheoretischen Aspekte berücksichtigt haben. Die Kombination aus verbaler Kommunikation und elektronischem Lernen kann dadurch einen wichtigen Beitrag zu Ihrer Mitarbeiterqualifizierung leisten.

 

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