Blended Learning bedeutet integriertes oder hybrides Lernen. Damit wird eine Lernform beschrieben, die die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning-Lösungen kombiniert.
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Bild: “Going it Alone is Better Than in Bad Company” von Camille Rose. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

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Die Strategie des Blended Learning – Definition und Begriffserklärung

Angestrebt wird eine didaktisch sinnvolle Organisation, in der die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten von face-to-face-Kommunikation und gegebenenfalls dem praktischen Lernen von Tätigkeiten verbunden wird. Demzufolge stellt es eine Verknüpfung von verschiedenen Lernmethoden, Medien und lerntheoretischen Auswirkungen dar.

Das Ziel dieser Lernform ist die Verstärkung beider Methoden, während die Nachteile minimiert werden. Wichtig sind hierfür die funktionale Abstimmung und die Nutzung des optimalen Mediums hinsichtlich des jeweiligen Schritts im Lernprozess. Durch die reichhaltigen Kombinationsmöglichkeiten wird Blended Learning als die universellste Lernorganisationsform angesehen.

Praktisch betrachtet bietet es Lernenden die Option, losgelöst von Zeit und Ort, zu lernen, kommunizieren, informieren und Wissensmanagement zu betreiben und trotzdem nicht auf Erfahrungsaustausch und persönliche Begegnungen verzichten zu müssen. Vereinfacht gesprochen erweitert Blended Learning das traditionelle physische Klassenzimmer um eine virtuelle Ebene.

Das Internet kann, beispielsweise durch Online-Diskussionsformen und die Bereitstellung von verschiedenen Medien, gewinnbringend in Lehr- und Lernprozesse eingebunden werden. Diese Lernform wird jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn beide Methoden nicht isoliert, sondern ausgewogen aufeinander abgestimmt werden.

Umsetzung und Methoden von Blended Learning

Als universellste Lernorganisationsform integriert Blended Learning alle methodischen, mediendidaktischen, medienpädagogischen und lerntheoretischen Ausrichtungen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind zahlreich, sollten jedoch auf die Bedürfnisse von Lernenden und Lehrenden abgestimmt sein und den Inhalten des Kurses entsprechen.

Es sollte genau abgewogen werden, ob synchrone oder asynchrone Lehrmethoden, Offline- oder Online-Medien und welche Lerntheorien angewandt werden. Prinzipiell gibt es drei verschiedene Aktivitätsformen, die frei verbunden werden können, um ein Blended Learning-Angebot zu gestalten.

1. Die erste Form ist selbstgesteuertes E-Learning, indem Lernende die Zeitintervalle, Zeitpunkte, sowie Tempo und Ort der Lernaktivitäten selbst bestimmen können.

2. Live E-Learning hingegen ist weniger selbstbestimmt, bietet dafür allerdings synchrone Formen des E-Learnings, zum Beispiel, wenn eine Vorlesung oder ein Seminar als Webcast abgehalten wird oder die Arbeit zu einem festen Termin in einem virtuellen Klassenzimmer stattfindet. Dadurch wird ermöglicht, in Echtzeit Fragen zu stellen und den Austausch mit anderen Lernenden voran zu treiben.

3. Dem gegenüber steht die traditionelle Präsenzlehre, in der die Unterrichtssituationen an einem festen Ort zu einer festen Zeit stattfinden und potentielle Interaktionen am intensivsten gestaltet werden.

Die Definition von Blended Learning sieht keinen bestimmten prozentualen Anteil von traditionellen und modernen Lernmethoden vor. Das ist damit begründet, dass die Verteilung weniger wichtig ist als die pädagogische Gestaltung, Taktung und Sequenzierung der Aktivitäten. Im Fokus steht das Ziel, ein zusammenhängendes Lernerlebnis zu schaffen, nicht, bestimmten Vorgaben zu entsprechen.

Die stärkste Eigenschaft des Blended Learning ist die gebotene Anpassungsfähigkeit, dementsprechend sollte diese ausgenutzt werden, unabhängig davon, ob dies bedeutet, einem Kurs eine feste Struktur aus Präsenz- und Online-Anteilen zu verleihen, die Unterrichtsmaterialen online zur Verfügung zu stellen, sodass die Lernenden sie selbst erarbeiten können oder einen virtuellen Kurs zu veranstalten, dessen Auftakt und Abschluss von Präsenzangeboten begleitet werden.

Die Vor- und Nachteile des Blended Learning

Blended Learning bietet für alle Beteiligten verschiedene Vor- und Nachteile. Lernende überzeugt vor allem die umfangreiche Selbstbestimmung, wobei durch Umfragen deutlich wird, dass speziell die Möglichkeit, zu Hause zu lernen, als besonders positiv empfunden wird. Darüber hinaus deuten Studien positive Lerneffekte an. Im Vergleich mit rein virtuellen und Präsenzveranstaltungen liefert Blended Learning bessere Ergebnisse.

Dieser optimierte Lerneffekt kann jedoch nur dann greifen, wenn Lernende sich nicht der Erwartung hingegen, dass mit weniger Präsenzveranstaltungen auch weniger Arbeitsaufwand einhergeht. Zeit- und Selbstmanagement sowie Eigenverantwortung für Lernerfolge sind wichtige Anforderungen an die Lernenden; sind hier Defizite gegeben, können die Vorteile des Blended Learnings nicht vollständig ausgenutzt werden.

Lehrende können dank der Kombination von Lernmethoden neue Interaktionsformen entdecken. Auch ihnen kommt die Flexibilität hinsichtlich der zeitlichen Organisation des Kurses zugute. Dies bedeutet allerdings auch, dass Einsteiger in die Thematik Online-Kursangebote viel Unterstützung und Beratung bei der Neugestaltung der didaktischen Inhalte brauchen.

Es besteht das anhaltende Risiko eines Kontrollverlustes, weil die Lernenden nicht im gleichen Maße gesteuert werden können wie in reinen Präsenzveranstaltungen. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Aufbereitung eines Online-Kurses sowie Vorbereitung und Umsetzung mehr Zeitaufwand erfordern als ein traditionelles Angebot.

Ein Unternehmen, das auf Blended Learning als Weiterbildungsangebot setzt, sichert sich einen Ruf als Befürworter moderner, innovativer Bildungsmöglichkeiten. Zudem ist es eine Option, verschiedene, neue Zielgruppen für Fortbildungen anzusprechen. Ressourcen werden effektiver ausgenutzt und auf Dauer sind darüber hinaus Kosteneinsparungen realistisch. Doch wie im Falle jeder Investition, ist der einmalige Kostenaufwand selbstverständlich nicht unerheblich.

Es muss eine Bildungsinfrastruktur erschaffen werden, die langfristig die Unterstützung und Verfügbarkeit von Lehrenden und Lernenden sichert. Das entsprechende System muss in die Ressourcenverteilung dauerhaft einbezogen werden. Dementsprechend sollte die Entwicklung eines Blended Learning Angebots sorgfältig und behutsam vorgenommen werden.

Qualitätsmerkmale eines Blended Learning Angebots

Es gibt vier Merkmale, die ein hochwertiges Blended Learning Angebot auszeichnen und die beachtet werden sollten.

1. Primär muss ein durchgängiges, phasen- und medienübergreifendes pädagogisches Konzept vorliegen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sowohl Präsenz- als auch elektronische Inhalte aufeinander abgestimmt sind und die einzelnen Phasen des Lernprozesses unterstützen.

2. Die Wahl des jeweiligen Mediums ist ein ebenso bedeutungsvolles Qualitätsmerkmal. Das eingesetzte Medium sollte die Phase, die es präsentiert, sinnvoll vermitteln und ihre Stärken betonen.

3. Angesichts der Auslegung des Blended Learnings auf Flexibilität, sollte viel Wert auf ein anpassungsfähiges Programm gelegt werden, das den Lernenden den maximal möglichen Grad an Freiraum ermöglicht. Dies betrifft alle Punkte des Lernprozesses, einschließlich Lerntempo, Lernstil und benötigter sozialer Bindung.

4. Menschen lernen besser und leichter, wenn ihnen das Lernen Freude bereitet. Die Didaktik eines Blended Learning Angebots sollte Spaß am Lernprozess demzufolge priorisieren.

Werden diese Punkte beachtet, stellt Blended Learning eine echte Bereicherung dar und kann unmissverständliche Erfolge erbringen, sowohl für Lehrende, für Lernende als auch für Unternehmen, Hochschulen und Institutionen, die es einsetzen.

 

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