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Ernährung

Definition Ernährung

Ernährung Eine regelmäßige und ausreichende Aufnahme von Nährstoffen ist für die Erhaltung des Lebens und der Gesundheit unabdingbar notwendig. Richtige Ernährung fördert die Gesundheit, fehlerhafte Nahrungsaufnahme macht auf Dauer krank.

Bei der Fehlernährung unterscheidet man grundsätzlich 3 Formen:

  1. Überernährung durch zu große Nahrungsmenge
  2. Unterernährung durch zu kleine Nahrungsmenge
  3. Mangelernährung durch fehlerhafte Zusammensetzung der Nahrung.

Die einzelnen Nahrungsmittel unterscheiden sich vor allem durch den Gehalt an den Grundnährstoffen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett, die sich bis zu einem gewissen Grad gegenseitig vertreten können.

Die Kohlenhydrate bilden die Hauptmasse unserer Nahrung und sind unser wichtigster Energielieferant. Die tägliche Zufuhr — sie muss sich natürlich nach der Arbeitsleistung richten — soll 250-400 Gramm betragen. Die wichtigsten Kohlenhydratträger sind Kartoffeln, Brot, Teigwaren, Reis, Hülsenfrüchte, Mehl, Zucker, Honig, Trockenobst und Schokolade. Die Zellulose, der unverdauliche Gerüststoff der pflanzlichen Zellen, gehört ebenfalls zu den Kohlenhydraten und ist als Füllstoff (Ballaststoffe) für die geregelte Darmtätigkeit wichtig. Zellulosefreie Kost (Weißbrot, Pudding, Zucker usw.) führt auf Dauer zur Verstopfung.

Das Eiweiß dient in erster Linie dem Aufbau und der Erhaltung des Körpers. Zur Aufrechterhaltung des Lebens ist eine tägliche Mindestzufuhr von 20 Gramm unbedingt notwendig. Im Überschuss aufgenommenes Eiweiß kann der Organismus nicht speichern; es wird verbrannt und liefert auf diese Weise Energie. Eiweiß kommt in pflanzlichen (Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Pilze, Kartoffeln) und tierischen (Milch, Käse, Ei, Fleisch, Fisch) Nahrungsmitteln vor. Den höchsten biologischen Wert besitzen die Eiweißkörper von Ei und Milch. Die wünschenswerte Höhe der Eiweißzufuhr beträgt bei Erwachsenen mit 70 Kilogramm Körpergewicht 70 Gramm. Jugendliche, ältere Menschen und Schwangere brauchen, bezogen auf ihr Körpergewicht, mehr Eiweiß.

Das Fett ist ein Energiespender, auf den der Organismus bei unzureichender Zufuhr von Kohlenhydraten zurückgreifen kann. Der tägliche Bedarf beträgt etwa 40-70 Gramm. Dass Fett im Körper reichlich gespeichert werden kann, ist leidvoll bekannt. Nach der Herkunft unterscheidet man pflanzliche (Pflanzenöle) und tierische (Butter, Sahne, Schmalz, Speck) Fette. Die in den kalt geschlagenen Pflanzenölen vorkommenden »ungesättigten Fettsäuren« sind ähnlich wie die Vitamine entscheidend am Stoffwechsel beteiligt; sie werden deshalb vielfach als »Vitamin F« bezeichnet. Die Zufuhr einer Mindestmenge an Fett ist auch deshalb notwendig, weil die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nur mit Nahrungsfett aufgenommen werden können.

Vitamine sind die wichtigsten Schutzstoffe der Nahrung. Zu geringe Vitaminzufuhr bedingt eine Herabsetzung der Leistungsfähigkeit und der Widerstandskraft sowie eine Störung des persönlichen Wohlbefindens. Ungenügende Zufuhr oder völliges Fehlen bestimmter Vitamine in der Nahrung führt zu Vitaminmangelkrankheiten. Der Bedarf des menschlichen Organismus an den einzelnen Vitaminen ist von Geschlecht, Alter, Körpergewicht, Drüsenfunktion, Ernährungsweise, Arbeit und Krankheit abhängig.

Mineralstoffe — Natrium, Chlor, Kalium, Kalzium, Phosphor, Schwefel, Magnesium — sind in verschiedenen Konzentrationen am Aufbau der einzelnen Körpergewebe und -säfte sowie an fast allen chemischen Umsetzungen im Körper beteiligt. Mit der normalen Kost wird der Bedarf an den meisten Mineralien gedeckt. Ein Defizit kann vor allem bei Kalzium und Eisenauftreten.

Spurenelemente — Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Kobalt, Chrom, Selen, Molybdän und Jod — sind im Körper in wesentlich geringeren Mengen als die Mineralien enthalten. Sie haben einen Einfluss auf den Vitaminhaushalt des Organismus. In größeren Mengen können sie giftig wirken. In pflanzlicher Kost sind die Spurenelemente im richtigen Mengenverhältnis enthalten; auch Vollkornbrot ist reich daran.

Wasser ist ebenfalls ein unersetzlicher Bau- und Nährstoff des lebenden Organismus, was schon allein aus der Tatsache deutlich wird, dass der erwachsene Mensch zu 58,5 Prozent aus Wasser besteht. Die tägliche Wasserzufuhr soll beim gesunden Erwachsenen einschließlich des Wassergehaltes der Speisen 2-3 Liter betragen.

Die Kost des gesunden Erwachsenen soll rund 2400 Kilokalorien — rund 10000 Kilojoule — pro Tag enthalten. Für Sportler, Heranwachsende, Schwangere und Stillende sind entsprechende Zulagen erforderlich. Eine vollwertige Kost muss aus Obst, Gemüse, Vollkornerzeugnissen, Milch und Milchprodukten aufgebaut sein. Rund ein Drittel soll aus pflanzlicher Frischkost (Obst. Salate, rohes Gemüse) bestehen. Das übrige Gemüse wird mit wenig Wasser und etwas Pflanzenöl gedünstet. Ernährungsexperten empfehlen, pflanzliche Kost im Idealfall fünfmal am Tag zu sich zu nehmen. Von Eiern genügen 3-4 pro Woche. Fleisch oder Fisch brauchen nicht öfter als dreimal pro Woche in der Kost zu erscheinen. Als geradezu ideal in Bezug auf die Vorbeugung gegen die koronaren Herzkrankheiten und damit den Herzinfarkt erweist sich die sogenannte Mittelmeerkost: täglich Obst. Gemüse und Fisch, zubereitet mit Olivenöl und hin und wieder begleitet von einem Glas Wein. Auf diese Art der Ernährung führt man zurück, dass in Spanien, Italien und Griechenland weitaus weniger Menschen einem Herzleiden erliegen als im Norden Europas.

Abbildungen

  • Tomatenvielfalt.jpg

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