Kommunikation: Arten und Bedeutung von LL.M. Gerd Ley

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Über den Vortrag

Der Vortrag „Kommunikation: Arten und Bedeutung“ von LL.M. Gerd Ley ist Bestandteil des Kurses „Rhetorik für Juristen“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Transport von Informationen
  • Die Bedeutung nonverbaler Kommunikation
  • Verbale Kommunikation
  • Passiven in Aktiven Wortschatz überführen

Quiz zum Vortrag

  1. Diese Regel besagt, dass der Transport einer Information dergestalt erfolgt, dass der nonverbale Anteil 55 %, der paralinguale Anteil 38 % und der verbale Anteil 7 % der Information ausmacht.
  2. Menschen neigen dazu, in Stresssituationen Verhaltensweisen zu zeigen, die sie nicht wirklich steuern können. Daher kommt es regelmäßig vor, dass eine Aussage, die den Sender in Stress versetzt, paralingual und nonverbal vollständig andere Verhaltensweisen zeigen lässt, als die Aussage selber es nahelegt. Die verbale Aussage selber ist steuerbar. Die paralinguale und nonverbale Reaktion ist es regelmäßig nicht. Eine Ausnahme bilden hier z.B. Schauspieler oder Berufsgruppen, die gezielt trainiert worden sind, Inkongruenz bewusst zu vermeiden.
  3. Diese Regel besagt, dass der Transport einer Information ausnahmslos dergestalt erfolgt, dass der nonverbale Anteil 55 %, der paralinguale Anteil 38 % und der verbale Anteil 7 % der Information ausmacht. Das bedeutet im Klartext, dass es gleichgültig ist, was gesagt wird. Wichtig ist immer nur, wie es gesagt wird. Die nonverbalen und paralingualen Anteile der Botschaft/Information stehen bei dem Transport einer Information immer im Vordergrund.
  4. Die 55-38-7 Regel kann dann als zutreffend angesehen werden, wenn die Botschaft inkongruent ist. Das bedeutet, dass der verbale Anteil der Botschaft/Information dann in den Hintergrund der Wahrnehmung tritt, wenn die Aussage nicht mit dem paraverbalen und nonverbalen Verhalten des Senders übereinstimmen. Insoweit wird dann der Aussage selber nur ein Wert von ca. 7 % zugebilligt.
  1. Nonverbale Kommunikation kann zu Missverständnissen führen, da sie je nach Kulturkreis anders funktioniert.
  2. Nonverbale Kommunikation ist nur im Kontext zu verstehen.
  3. Nonverbale Kommunikation ist international verständlich und daher stets geeignet, um sich auszudrücken.
  4. Nonverbale Kommunikation lässt sich gut steuern und muss nicht trainiert werden, da sie jedem Menschen von Natur aus gegeben ist.
  1. Der passive Wortschatz besteht aus der Anzahl an Wörtern, die wir zwar kennen und auch verstehen können, wenn wir sie hören, die wir aber nicht selber benutzen. Der aktive Wortschatz besteht aus der Anzahl der Wörter, die wir selber kennen und auch wenigstens einmal im Jahr selber benutzen.
  2. Der passive Wortschatz besteht aus den Wörtern, die der Duden als aktuellen deutschen Wortschatz beinhaltet. Der aktive Wortschatz besteht aus der Anzahl der Wörter, die wir zwar kennen, aber nicht unbedingt selber auch benutzen.
  3. Der passive Wortschatz ist die Summe aller Wörter, die die deutsche Sprache insgesamt ausmachen. Das sind ca. 400.000 Wörter. Der aktive Wortschatz ist die Summe der Wörter, die der aktuelle Duden enthält.
  4. Der passive Wortschatz besteht aus all jenen Worten, die wir schon einmal kannten, deren Bedeutung wir aber wieder vergessen haben. Der aktive Wortschatz beschreibt die Summer der Wörter, deren Bedeutung wir kennen.
  1. Die Simulgantechnik ist eine Sprach- und Sprechübung, die darin besteht, dass z.B. Nachrichten mitgesprochen werden oder dass ein Zeitungsartikel laut gelesen wird. Die dauerhafte Folge dieser Übung besteht darin, dass wir viele Wörter aus dem passiven Wortschatz in den aktiven Wortschatz überführen. Unsere sprachliche Reaktionsfähigkeit verbessert sich ebenso, wie die Fähigkeit schnell zu denken. Diese Übung lebt davon, dass das laute (Mit) Sprechen simultan mit dem Nachrichtensprecher etc. erfolgt.
  2. Unter Simulgantechnik versteht man einen Sprechvorgang der simultan mit anderen Ausdrucksformen stattfindet, z.B. eine PowerPoint-Präsentation oder Flip-Chart-Zeichnungen.
  3. Simulgantechnik bedeutet, dass ein Sprecher etwas vorsagt und der Zuhörer dessen Ausführungen anhand eines Manuskripts gleichzeitig mitliest.
  4. Simulgantechnik bedeutet Reden oder Texte auswendig zu lernen und sie dann laut zu rezitieren.

Dozent des Vortrages Kommunikation: Arten und Bedeutung

LL.M. Gerd  Ley

LL.M. Gerd Ley

Gerd Ley, LL M. (Oec.), Dipl.-Verwaltungswirt, studierte Verwaltungswissenschaften an der FHSöV NW und Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Saarbrücken (Schwerpunkte Strafrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Arbeitsrecht). Er war 10 Jahre als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht tätig und verfügt über mehrjährige forensische Erfahrung in der Vertretung vor dem Arbeitsgericht als Arbeitgeber und Vertreter von Arbeitnehmern (für eine Gewerkschaft). Gerd Ley war 6 Jahre als Dozent an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung Köln und 12 Jahre als Dozent an der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie tätig.

Er ist als freier Mitarbeiter einer Anwaltskanzlei tätig, Referent und Berater für arbeitsrechtliche Fragen für KMU und IHK, sowie Personal- und Compliance-Berater für KMU (Schwerpunkt Arbeitsrecht, Arbeitsstrafrecht).

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Auszüge aus dem Begleitmaterial

... Die 55-38-7-Regel nach Albert Mehrabian (The Journal of ...

... interpretierbar; ist kulturabhängig; ist nur bedingt kontrollierbar; drückt Gefühle aus; ...

... übersieht, dass Beredsamkeit 11 auch „Überreden“ beinhalten kann. Und gerade das ist nicht Sinn und Wesen der Rhetorik, wie Aristoteles zutreffend feststellt. Die Rhetorik wird von ihm definiert als die Fähigkeit, "das Überzeugende, das jeder Sache innewohnt, zu erkennen", "Überzeugendes und scheinbar Überzeugendes", "Wahrheit und der Wahrheit Nahekommendes" zu jedem beliebigen Gegenstand aufzufinden (heuresis), zu ordnen und sprachlich geschickt zu gestalten.12 Die Rhetorik ist wie die Dialektik ein fachübergreifendes Grundwissen, denn sie beschäftigt sich mit "Themen, deren Erkenntnis allen Wissenschaftsgebieten zuzuordnen ist".13 Sie wird verstanden als eine argumentative Technik (oder Kunstfertigkeit; griech. téchne), die ...

... zur Dialektik finden wir in seinem Werk „Topik – Sophistische Widerlegungen“ und nicht in der Rhetorik. Dennoch hat die Dialektik, ebenso wie die Topik, eine starke Affinität zur Rhetorik. Die Zielsetzung der Dialektik lautet: „Die Abhandlung beabsichtigt ein Verfahren zu finden, aufgrund dessen wir in der Lage sein werden, über jedes vorgelegte Problem aus anerkannten Meinungen (endoxa) zu deduzieren, und wenn wir selbst ein Argument vertreten, nichts Widersprüchliches zu sagen.“17 Aus der Dialektik leitet sich bei Aristoteles auch die Topik ab. Tonio Walter18 bezeichnet die Topik als Prämissenlieferant. Eine gelungene Zusammenfassung dessen, was Aristoteles in ...

... ist. Sie erinnern sich noch an den Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker? Ein brillanter Geist, ein hervorragender Fachmann. Aber auch ein brillanter Rhetoriker? Sicher! Nimmt man die klassische Rhetorik zum Maßstab. Hier ein Auszug aus seiner berühmten Rede vor dem Europäischen Parlament: „Soweit im Zuge der Einigung nationale Gesetzgebungskompetenzen auf europäische Gremien verlagert werden, vermindert dies den Einfluss nationaler Parlamente, ohne dass aber schon eine entsprechende Parlamentskompetenz in Europa entsteht.“ 21 Von Weizsäcker redet hier für eine akademische Elite. Otto Normalverbraucher wird diesen Satz wahrscheinlich überhaupt nicht verstehen. Die klassische Rhetorik ist gekennzeichnet durch: hoher intellektueller Anspruch ...

... klassische Rhetorik, das Augenmerk vornehmlich auf den Inhalt und Aufbau legt.23 Das reicht heute nicht mehr aus, um das zu erreichen, was die Rhetorik für sich in Anspruch nimmt. Verlassen wir jetzt also die klassische Rhetorik ...

... Internet, SMS, WhatsApp u.v.m. Die Informationsaufnahme hat sich dramatisch verändert, ebenso wie unser Kommunikationsverhalten. Wir wollen Informationen so aufnehmen, dass wir sie ohne großen Aufwand auch verstehen und erleben können. Dies hat die Werbung schon lange erkannt und gekonnt umgesetzt. Die Ansprache auf einem intellektuell hohen Niveau ist Rhetorik von gestern. Sie ...

... die bei Ihnen Emotionen ausgelöst haben. Schließlich werden Sie sich noch an Bilder erinnern, die Sie beeindruckt oder bei Ihnen Assoziationen oder Gefühle ausgelöst haben. Auch die Informationen, Bilder oder Emotionen, die Sie nicht unmittelbar wiedergeben können, bleiben in Ihrem Unterbewusstsein erhalten. Alles andere muss draußen bleiben. Sie sehen also, welche Hochleistungen unser Gehirn täglich erbringen muss.33 Sprechen als Voraussetzung für Kommunikation 3.1 Die Kenntnis kommunikationspsychologischer Abläufe und Hintergründe ist wesentlich für eine gelungene und angemessene Kommunikation. Aber! Was nützen uns diese Kenntnisse und Erkenntnisse, wenn wir sprachlich nicht oder nur unzureichend in der Lage sind, sie umzusetzen. Gemeint ist damit nicht, dass wir nicht etwa über einen ausreichenden Wortschatz ...

... „Kollateralschaden“ z.B. kennen und verstehen wahrscheinlich alle. Aber gebrauchen Sie es auch? Ist es Bestandteil Ihres aktiven Wortschatzes? Unser aktiver Wortschatz – das sind alle Wörter, die wir im Laufe eines Jahres mindestens einmal in den Mund genommen haben – liegt bei 3.000 bis 5.000 Worten: ungefähr also ein Zehntel unseres passiven Wortschatzes.35 Natürlich kann man ohne weiteres auch noch darunter bleiben! Eine Tageszeitung, die durch ausgesprochen auffallende Headlines brilliert, kommt sogar mit nur ca. 1.000 Worten aus.36 Das zeigt uns, dass man mit dieser Anzahl an aktivem Wortschatz durchaus so ziemlich alles ausdrücken kann. Es fragt sich nur, mit welcher sprachlichen Qualität. Jeder der etwas zu ...

... einiger Zeit übernehmen Sie das Sprechverhalten von Profisprechern. Durch die Simultantechnik werden Sie schließlich auch schneller im Denken. Die Reaktionszeit zwischen Hören und Sprechen wird immer kürzer. Damit verkürzt sich auch die Zugriffszeit auf die Worte. Das ist wichtig für die Technik des „Sprech- Denkens“, auf die ich noch eingehen werde. Bei einem meiner Seminare erklärte mir eine Anwältin leicht verstimmt, dass sie das jetzt so verstanden habe, dass ich unterstelle, dass die anwesenden Juristen über einen nur geringen Wortschatz verfügen. Das war natürlich nicht der Fall. Allerdings habe ich dann in einer Übung gezeigt, dass es Juristen ausgesprochen schwer fällt, ihr Juristendeutsch unmittelbar in einfachen Worten darzustellen. Und genau hier liegt das Problem. Der Jurist ist so lange eloquent unterwegs, wie ...

... den Urteilsfeststellungen das entsprechende Vorstellungsbild des Angeklagten nicht (hinreichend) entnehmen, hält das Urteil sachlich-rechtlicher Nachprüfung nicht stand (vgl. BGH NStZ-RR 2013, 273, 274). Liegt eine Zäsur zwischen mehreren Versuchshandlungen vor, müssen zudem die Vorstellungen des Angeklagten jeweils nach der (vorläufig) letzten Ausführungshandlung dargetan werden (vgl. BGH NStZ-RR 2013, 273, 274). Jetzt übersetzen Sie diesen Text innerhalb von zehn Minuten so, dass der Inhalt auch von einem Jugendlichen, der keine Berührungspunkte zur juristischen Materie hat, verstanden werden kann. Am besten ist, Sie probieren das in der Praxis aus. Sie werden sehen, wie schwierig diese Übung ist. Die Sprache der Juristen ist eine Kunstsprache, die dem Nichtjuristen in der Regel nicht zugänglich ist. So kann man natürlich Eindruck schinden. Oder eben auch nicht. Die Juristensprache ist ein ...

... was sie von Ihrem Vortrag verstanden und insbesondere behalten haben. Nach einer kurzen Pause wiederholen Sie den Vortrag. Ebenfalls nicht länger als 10 Minuten. Dabei übersetzen Sie Ihr Fachvokabular in einfache und verständliche Begriffe. Auch nach diesem Vortrag lassen Sie die Zuhörer ebenfalls das Gehörte und Verstandene kurz zusammenfassen. Vergleichen Sie, bei welchem Vortrag am Meisten hängen geblieben ist. In diesem Zusammenhang können Sie auch die zuvor genannte Übung durchführen. Die Wirksprache wird so genannt, weil sie bei einem ...