Lecturio auf der LEARNTEC 2024

vom 04.06. – 06.06.2024 | Halle 1 | Stand D55 | Messe Karlsruhe

Kenntnisprüfung vs. Anpassungslehrgang – Welcher Weg führt schneller zu Anerkennung

Kenntnisprüfung vs. Anpassungslehrgang – Welcher Weg führt schneller zu Anerkennung

Internationale Pflegekräfte sind für viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen längst ein zentraler Bestandteil der Personalstrategie. Doch nach Erhalt des Defizitbescheids stellt sich häufig eine entscheidende Frage: Soll die Anerkennung über die Kenntnisprüfung oder über einen Anpassungslehrgang erfolgen?
Modell eines menschlichen Herzens mit Koronararterien auf einem medizinischen Buch
Anna Sixl

·

03.03.2026

Inhalt

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Beide Wege sind sogenannte Ausgleichsmaßnahmen. Sie dienen dazu, festgestellte Unterschiede zwischen einer ausländischen Pflegeausbildung und der deutschen generalistischen Pflegeausbildung auszugleichen, um die volle staatliche Anerkennung zu erlangen. Für Pflegekräfte aus Drittstaaten besteht in der Regel ein Wahlrecht zwischen beiden Maßnahmen. Für Einrichtungen bedeutet das: Die strategische Entscheidung hat direkten Einfluss auf Dauer, Planbarkeit und Integration in den Pflegealltag.

Zwei Wege – zwei Konzepte

Die Kenntnisprüfung ist eine staatliche Gleichwertigkeitsprüfung. Ihr Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Pflegekraft über denselben fachlichen Kenntnisstand verfügt wie Absolventinnen und Absolventen der deutschen Pflegeausbildung. Es handelt sich also nicht um eine Nachschulung, sondern um eine Überprüfung vorhandener Kompetenzen. Ein Vorbereitungskurs ist rechtlich nicht verpflichtend, wird jedoch dringend empfohlen, da die Prüfung die gesamte Breite der deutschen Ausbildungsinhalte abdeckt.

Der Anpassungslehrgang hingegen ist eine Bildungsmaßnahme. Hier werden die im Bescheid konkret benannten Defizite gezielt ausgeglichen. Die Pflegekraft absolviert theoretischen Unterricht an einer Pflegeschule sowie praktische Einsätze in geeigneten Einrichtungen. Der Fokus liegt darauf, fehlende Inhalte systematisch nachzuholen, nicht darauf, vorhandenes Wissen zu prüfen.

Ablauf und Struktur im Detail

Die Kenntnisprüfung besteht aus einem mündlichen und einem praktischen Teil. Im mündlichen Abschnitt – meist zwischen 45 und 60 Minuten – wird häufig auf Basis eines komplexen Patientenfalls geprüft. Dabei werden verschiedene Kompetenzbereiche einbezogen, etwa Pflegeprozesse, Kommunikation oder rechtliche Rahmenbedingungen.

Der praktische Teil findet in einer Klinik oder Pflegeeinrichtung statt. Die Kandidatinnen und Kandidaten durchlaufen mehrere Pflegesituationen, übernehmen Pflegeplanung, Durchführung und Dokumentation. Je nach festgestellten Defizit werden zwei bis vier Pflegesituationen geprüft, die jeweils bis zu 120 Minuten dauern können. Ziel ist der Nachweis vollständiger beruflicher Handlungsfähigkeit.

Der Anpassungslehrgang ist deutlich variabler gestaltet. Er kombiniert theoretischen Unterricht mit praktischen Einsätzen, beispielsweise im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im ambulanten Dienst. Die Inhalte orientieren sich exakt am individuellen Defizitbescheid. Es werden nur die Themen und Stunden nachgeholt, die in der ursprünglichen Ausbildung gefehlt haben. Der Abschluss erfolgt in der Regel über ein Abschlussgespräch über die erlernten Inhalte; je nach Bundesland kann zusätzlich eine praktische Bewertung erfolgen. Eine klassische staatliche Abschlussprüfung findet meist nicht statt.

Dauer und Planbarkeit

Für Einrichtungen spielt die Dauer eine zentrale Rolle.

Die Kenntnisprüfung selbst nimmt lediglich wenige Stunden oder Tage in Anspruch. Allerdings sollte ausreichend Zeit für eine strukturierte Vorbereitung eingeplant werden. Vorbereitungskurse dauern häufig sechs bis neun Monate. Der Zeitraum ist in der Regel klar definiert und gut planbar.

Beim Anpassungslehrgang hängt die Dauer stark vom individuellen Defizitbescheid ab. Der Lehrgang kann wenige Monate dauern, darf aber maximal drei Jahre umfassen. Typische Zeiträume liegen häufig zwischen sechs und zwölf Monaten. Diese Variabilität erschwert die Personalplanung erheblich, insbesondere wenn mehrere internationale Pflegekräfte parallel im Anerkennungsverfahren stehen.

Bewertung und Wiederholung

Die Kenntnisprüfung gilt als bestanden, wenn sowohl der mündliche als auch der praktische Teil erfolgreich absolviert wurden. In der Regel besteht eine einmalige Wiederholungsmöglichkeit für nicht bestandene Teile.

Beim Anpassungslehrgang wird der Erfolg durch die Teilnahme und das Abschlussgespräch bestätigt. Wird das Ziel nicht erreicht, kann der Lehrgang verlängert oder einmal wiederholt werden.

Ein entscheidender Punkt für Einrichtungen ist dabei: Sobald eine Maßnahme begonnen wurde, ist ein Wechsel zur jeweils anderen Option in der Regel nicht mehr möglich. Die Entscheidung sollte daher frühzeitig und gut abgewogen getroffen werden.

Strategische Abwägung für Einrichtungen

Aus Sicht von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen stehen vor allem drei Aspekte im Vordergrund: Geschwindigkeit, Planbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die Kenntnisprüfung wird häufig als der schnellere Weg zur Anerkennung wahrgenommen – insbesondere dann, wenn die Pflegekraft bereits über fundierte fachliche Kenntnisse verfügt und diese lediglich nachweisen muss. Vorbereitungskurse sind zeitlich strukturiert und ermöglichen eine klare Einsatzplanung.

Der Anpassungslehrgang eignet sich hingegen besonders dann, wenn tatsächlich fachliche Lücken bestehen, die zunächst aufgebaut werden müssen, oder wenn eine schrittweise Heranführung an das deutsche Versorgungssystem gewünscht ist. Gleichzeitig kann die teils lange und variable Dauer für Arbeitgeber schwer kalkulierbar sein.

In der Praxis entscheiden sich viele Einrichtungen für den Weg über die Kenntnisprüfungsvorbereitung, da dieser oft schneller zur Anerkennung führt und organisatorisch klarer strukturiert ist. Hinzu kommt, dass viele Anpassungslehrgänge ausschließlich in Präsenz angeboten werden und damit weniger flexibel sind.

Qualität der Vorbereitung als Erfolgsfaktor

Unabhängig vom gewählten Weg ist die Qualität der Vorbereitung entscheidend für die Bestehensquote und damit für eine zügige Integration in den Pflegealltag. Fehlversuche verursachen nicht nur zusätzliche Kosten, sondern verzögern auch den Einsatz auf Station.

Lecturio bietet einen spezialisierten Vorbereitungskurs auf die Kenntnisprüfung für internationale Pflegekräfte an. Der Kurs ist darauf ausgerichtet, die Teilnehmenden systematisch und praxisnah auf die Anforderungen der mündlichen und praktischen Prüfung vorzubereiten. Der Fokus liegt auf fallorientiertem Training, kompetenzorientierter Wissensvermittlung und pflegefachsprachlicher Qualifizierung. Gleichzeitig erhalten Einrichtungen transparente Einblicke in Lernfortschritt und Entwicklung. Besonders interessant für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser ist auch, dass der Vorbereitungskurs zu 100 % von der Arbeitsagentur gefördert wird.

Fazit

Sowohl die Kenntnisprüfung als auch der Anpassungslehrgang führen zur staatlichen Anerkennung. Der Unterschied liegt weniger im Ziel als im Weg dorthin.

Die Entscheidung zwischen Kenntnisprüfung und Anpassungslehrgang ist für Einrichtungen vor allem eine Frage von Geschwindigkeit, Planbarkeit und Integration. In vielen Fällen erweist sich die Kenntnisprüfung als der direktere Weg zur Anerkennung.

Voraussetzung für diesen Weg ist jedoch eine strukturierte und prüfungsnahe Vorbereitung. Sie erhöht die Bestehensquote, reduziert Verzögerungen und schafft Planungssicherheit.

Der spezialisierte Vorbereitungskurs von Lecturio unterstützt internationale Pflegekräfte gezielt bei der fachlichen, sprachlichen und praktischen Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung – und macht sie damit zu einem strategisch kalkulierbaren Schritt hin zur schnellen und nachhaltigen Anerkennung.

Die Lecturio-Redaktion

Unsere Artikel sind das Ergebnis gewissenhafter Arbeit unseres Redaktionsteams und entsprechender Fachautoren. Strenge Redaktionsvorgaben und ein effektives Qualitätsmanagement-System helfen dabei, die hohe Relevanz und Validität aller Inhalte zu sichern. 

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Dr. Frank Stummer

Dr. Frank Stummer ist Gründer und CEO der Digital Forensics GmbH und seit vielen Jahren insbesondere im Bereich der forensischen Netzwerkverkehrsanalyse tätig. Er ist Mitgründer mehrerer Unternehmen im Hochtechnologiebereich, u.a. der ipoque GmbH und der Adyton Systems AG, die beide von einem Konzern akquiriert wurden, sowie der Rhebo GmbH, einem Unternehmen für IT-Sicherheit und Netzwerküberwachung im Bereich Industrie 4.0 und IoT. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater für internationale Großkonzerne. Frank Stummer studierte Betriebswirtschaft an der TU Bergakademie Freiberg und promovierte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe.

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Sobair Barak hat einen Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert und hat sich anschließend an der Harvard Business School weitergebildet. Heute ist er in einer Management-Position tätig und hat bereits diverse berufliche Auszeichnungen erhalten. Es ist seine persönliche Mission, in seinen Kursen besonders praxisrelevantes Wissen zu vermitteln, welches im täglichen Arbeits- und Geschäftsalltag von Nutzen ist.

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Wolfgang A. Erharter ist Managementtrainer, Organisationsberater, Musiker und Buchautor. Er begleitet seit über 15 Jahren Unternehmen, Führungskräfte und Start-ups. Daneben hält er Vorträge auf Kongressen und Vorlesungen in MBA-Programmen. 2012 ist sein Buch „Kreativität gibt es nicht“ erschienen, in dem er mit gängigen Mythen aufräumt und seine „Logik des Schaffens“ darlegt. Seine Vorträge gestaltet er musikalisch mit seiner Geige.

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Yasmin Kardi ist zertifizierter Scrum Master, Product Owner und Agile Coach und berät neben ihrer Rolle als Product Owner Teams und das höhere Management zu den Themen agile Methoden, Design Thinking, OKR, Scrum, hybrides Projektmanagement und Change Management.. Zu ihrer Kernkompetenz gehört es u.a. internationale Projekte auszusteuern, die sich vor allem auf Produkt-, Business Model Innovation und dem Aufbau von Sales-Strategien fokussieren.

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Als akkreditierter Trainer für PRINCE2® und weitere international anerkannte Methoden im Projekt- und Portfoliomanagement gibt Andreas Ellenberger seit Jahren sein Methodenwissen mit viel Bezug zur praktischen Umsetzung weiter. In seinen Präsenztrainings geht er konkret auf die Situation der Teilnehmer ein und erarbeitet gemeinsam Lösungsansätze für die eigene Praxis auf Basis der Theorie, um Nachhaltigkeit zu erreichen. Da ihm dies am Herzen liegt, steht er für Telefoncoachings und Prüfungen einzelner Unterlagen bzgl. der Anwendung gern zur Verfügung.

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Zach Davis ist studierter Betriebswirt und Experte für Zeitintelligenz und Zukunftsfähigkeit. Als Unternehmens-Coach hat er einen tiefen Einblick in über 80 verschiedene Branchen erhalten. Er wurde 2011 als Vortragsredner des Jahres ausgezeichnet und ist bis heute als Speaker gefragt. Außerdem ist Zach Davis Autor von acht Büchern und Gründer des Trainingsinstituts Peoplebuilding.

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Wladislaw Jachtchenko ist mehrfach ausgezeichneter Experte, TOP-Speaker in Europa und gefragter Business Coach. Er hält Vorträge, trainiert und coacht seit 2007 Politiker, Führungskräfte und Mitarbeiter namhafter Unternehmen wie Allianz, BMW, Pro7, Westwing, 3M und viele andere – sowohl offline in Präsenztrainings als auch online in seiner Argumentorik Online-Akademie mit bereits über 52.000 Teilnehmern. Er vermittelt seinen Kunden nicht nur Tools professioneller Rhetorik, sondern auch effektive Überzeugungstechniken, Methoden für erfolgreiches Verhandeln, professionelles Konfliktmanagement und Techniken für effektives Leadership.

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Alexander Plath

Alexander Plath ist seit über 30 Jahren im Verkauf und Vertrieb aktiv und hat in dieser Zeit alle Stationen vom Verkäufer bis zum Direktor Vertrieb Ausland und Mediensprecher eines multinationalen Unternehmens durchlaufen. Seit mehr als 20 Jahren coacht er Führungskräfte und Verkäufer*innen und ist ein gefragter Trainer und Referent im In- und Ausland, der vor allem mit hoher Praxisnähe, Humor und Begeisterung überzeugt.