Unfallchirurgie Teil 4 - Untere Extremitäten von Dr. Jochen Wiegand

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Über den Vortrag

Der Vortrag „Unfallchirurgie Teil 4 - Untere Extremitäten“ von Dr. Jochen Wiegand ist Bestandteil des Kurses „Unfallchirurgie“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Becken
  • Hüfte
  • Oberschenkel
  • Knie und Unterschenkel
  • Mittelfuß und Zehen

Quiz zum Vortrag

  1. Open-book-Frakturen, bei denen der Bandapparat der Symphyse sowie der ventrale Anteil der sakroiliakalen Bänder gesprengt werden, gehören zu den Typ-C-Frakturen.
  2. Nach AO werden Beckenfrakturen hinsichtlich ihrer horizontalen und vertikalen Stabilität bzw. Instabilität eingeteilt.
  3. Am häufigsten sind die stabilen Typ-A-Frakturen des Beckenrings.
  4. Zu den Komplikationen zählen Begleitverletzungen der inneren Organe sowie massive Blutverluste.
  5. Bei den rotationsinstabilen Typ-B-Frakturen ist der vordere Beckenring völlig durchtrennt. Der hintere Anteil des Beckenrings bleibt weitgehend erhalten.
  1. Zur Darstellung des hinteren Beckenrings ist das Röntgen (Inlet-/Outletaufnahme) die bildgebende Methode der Wahl.
  2. Insbesondere bei Beckenfrakturen im Rahmen von Hochrasanztraumata können harnleitende Strukturen verletzt sein.
  3. Bei erheblichem Blutverlust kann die Indikation für das Anlegen einer Beckenzwinge gegeben sein.
  4. Bei der klinischen Untersuchung wird gemäß "Push and Pull"-Prinzip die Aufklappbarkeit und Verschieblichkeit des Beckens geprüft.
  5. Beckenfrakturen sind seltene Verletzungen, die aber mit einer vergleichsweise hohen Letalität einhergehen.
  1. Am häufigsten sind Frakturen der Hinterwand infolge der sog. „dashboard injury“.
  2. Azetabulumfrakturen werden ausschließlich nach der AO-Klassifikation eingeteilt
  3. Es werden klinisch insgesamt 10 Frakturformen unterschieden.
  4. In der Mehrzahl der Fälle ist die operative Versorgung erforderlich.
  5. Azetabulumfrakturen entstehen meistens durch direkte Gewalteinwirkung auf das Becken.
  1. Am häufigsten ist die vordere Luxation (Luxatio iliopubica).
  2. Eine zeitnahe Reposition sollte stets unter Relaxation und in Narkose durchgeführt werden.
  3. Eine bedeutsame Komplikation ist die Femurkopfnekrose.
  4. Sekundär kann sich im Verlauf eine Coxarthrose entwickeln.
  5. Eine Femurkopffraktur tritt oft begleitend bei einer dorsalen Hüftgelenksluxation auf.
  1. Sie geht häufig mit einer Hüftluxation einher.
  2. Sie zählt zu den Typ-C-Beckenfrakturen.
  3. Ätiologisch liegt in den meisten Fällen eine indirekte Gewalteinwirkung durch Kraftfortleitung über das Tuber Ischiadicum zugrunde ("dashboard injury").
  4. Mit zunehmendem Alter der Patienten ist eine höhere Kraft notwendig, damit das Acetabulum bricht.
  5. Bei instabiler Hüfte erfolgt die operative Rekonstruktion mit Kirschner-Draht-Osteosynthese.
  1. Es handelt sich um ein klassisches Verletzungsbild des älteren Menschen.
  2. Mediale Frakturen liegen extrakapsulär.
  3. Bei lateralen Frakturen ist das Risiko der Hüftkopfnekrose erhöht.
  4. Adduktionsfrakturen können konservativ behandelt werden.
  5. Bei der Einteilung des Frakturverlaufes nach Pauwels beschreibt der Typ III einen Winkel von etwa 50°.
  1. Umstellungsosteotomie
  2. Dynamische Hüftschraube
  3. Totalendoprothese
  4. Gammanagel
  5. Dynamische Condylenschraube
  1. Distale Oberschenkelfrakturen sind meist durch ein indirektes Trauma bedingt.
  2. Ätiologisch handelt es sich zumeist um Folgen von Hochrasanztraumata.
  3. Gefäßverletzungen müssen ausgeschlossen werden, da bei einer Oberschenkelverletzung bis zu 2,5l Blutverlust resultieren können.
  4. Therapeutisch wird die Marknagelung angestrebt, bei Polytrauma kann vorübergehend auch ein Fixateur externe Verwendung finden.
  5. Winkelstabile Platten finden insbesondere bei distalen Frakturen mit mehreren Trümmern mit Gelenkbeteiligung Anwendung.
  1. Bereits durch ihr klinisches Erscheinungsbild ist die Schenkelhalsfraktur klar von einer pertrochantären Fraktur abgrenzbar.
  2. Bei jüngeren Patienten sollte ein Hüftkopferhaltendes Operationsverfahren angestrebt werden, wohingegen beim alten Menschen die Versorgung mit einer Totalendoprothese im Vordergrund steht.
  3. Eine Osteoporose ist prädisponierend für eine Schenkelhalsfraktur.
  4. Klinisch kann sich die Schenkelhalsfraktur mit einem verkürzten Bein in Außenrotationsfehlstellung präsentieren.
  5. Die Diagnose wird mittels Röntgenaufnahme in zwei Ebenen gesichert.
  1. Nach Pauwels und Garden
  2. Nach Lachmann und Steinmann
  3. Nach Trendelenburg
  4. Nach Graf
  5. Nach Tossy und Rockwood
  1. Die Gefahr einer Femurkopfnekrose ist noch bis zu 2 Jahre nach dem ursächlichen Trauma gegeben.
  2. Eine postoperative Behandlung mit Heparin zur Vermeidung einer thrombembolischen Komplikation ist nur selten indiziert.
  3. Zur Vermeidung weiterer Komplikationen sollten Patienten, die mit einer Totalendoprothese versorgt wurden, postoperativ 4 Wochen Bettruhe einhalten.
  4. Nach einer kopferhaltenden Therapie liegt das Pseudarthroserisiko weit unter 5%.
  5. Ein Dekubitus ist stets konservativ therapierbar.
  1. Die Marknagelung ist ein extramedulläres Verfahren zur überbrückenden Stabilisierung langer Röhrenknochen.
  2. Der Fixateur externe wird perkutan bei komplexen Frakturen oder bei starker Weichteilschädigung eingebracht.
  3. Die Zuggurtungsosteosynthese kommt insbesondere an Lokalisationen mit vorherrschenden Zugkräften zum Einsatz (z.B. Patellafraktur).
  4. Die dynamische Hüftschraube ist eine spezielle Variante der Plattenosteosynthese.
  5. Die Besonderheit eines winkelstabilen Plattensystems liegt in ihrem zusätzlichen Führungsgewinde.
  1. Cholesterinembolie
  2. Myositis ossificans
  3. Muskelschrumpfung
  4. Pseudarthrose
  5. Kompartmentsyndrom
  1. A. poplitea
  2. A. profunda femoris
  3. Faszia lata
  4. V. saphena parva
  5. N. cutaneus femoris lateralis
  1. Die Patella dient zwar als Hypomochlion, die Fraktur hat jedoch keinen Einfluss auf die Streckfunktion.
  2. Sie entstehen meist durch direkte Gewalteinwirkung.
  3. Im angelsächsischen Raum wird bei Trümmerfrakturen häufig die Patellektomie durchgeführt.
  4. Je nach Ausmaß der Fraktur kommen Drahtcerclagen oder Zuggurtungsosteosynthesen zum Einsatz.
  5. Klinisch ist oft die Dehiszenz der Patella tastbar.
  1. Alle Aussagen sind zutreffend.
  2. Sie werden meist mit Nägeln versorgt.
  3. Sie entstehen oft infolge direkter Gewalteinwirkung.
  4. Eine mögliche Komplikation ist das Kompartmentsyndrom.
  5. Nicht dislozierte Frakturen werden, v.a. im Kindesalter, konservativ versorgt.
  1. Sie erfolgt nach lateral.
  2. Es kommt häufig zur Ruptur des lateralen Retinakulums.
  3. O-Beine begünstigen die Entstehung.
  4. Es ist stets die operative Versorgung mittels lateral release indiziert.
  5. Die Patellaluxation ist stets schmerzlos.
  1. Beim Steinmann-Zeichen I weist ein Schmerz bei der Außenrotation auf eine Außenmeniskusläsion hin und umgekehrt.
  2. Sie entstehen meist durch indirekte Gewalteinwirkung.
  3. Die Innenmeniskusläsion ist wesentlich häufiger als die Läsion des Außenmeniskus.
  4. Der Payr-Test dient der Überprüfung der Innenmenisken.
  5. Der Apley-Grinding-Test wird in Bauchlage durchgeführt.
  1. Das hintere Kreuzband wird zehnmal häufiger verletzt als das vordere Kreuzband.
  2. Der vordere Schubladentest gilt als Hinweis auf Verletzung des vorderen Kreuzbandes.
  3. Bei der unhappy triad sind Innenmeniskus, mediales Seitenband und vorderes Kreuzband betroffen.
  4. Bei vorderer Kreuzbandläsion haben sich als Ersatzverfahren Semitendinosustransplantate bewährt.
  5. Der Lachmann-Test gilt als sensitive Untersuchung in der vorderen Kreuzbanddiagnostik.
  1. Negativer Thompson-Test
  2. Schmerzhafter Knall
  3. Tastbare Delle oberhalb des Tuber calcanei
  4. Zehenstand ist nicht möglich
  5. Negativer Achillessehnenreflex
  1. Eine posttraumatische Arthrose stellt eine seltene Komplikation dar.
  2. Sie entsteht durch axiale Gewalteinwirkung.
  3. Es besteht die Gefahr eines Kompartmentsyndroms.
  4. Die exakte Rekonstruktion der Gelenkfläche ist operativ erforderlich.
  5. Als Komplikation kann es posttraumatisch zur Arthrose kommen.
  1. Die Maisonneuve-Fraktur geht mit Innenknöchelfraktur, subkapitaler Fibulafraktur und Syndesmosensprengung einher.
  2. Weber-A-Frakturen befinden sich auf Höhe der Syndesmose.
  3. Bei Weber-B-Frakturen rupturiert zusätzlich die Membrana interossea.
  4. Weber-C-Frakturen werden konservativ therapiert.
  5. Weber-C-Frakturen entstehen v.a. durch Supinations-Adduktions-Trauma.
  1. Collum tali
  2. Corpus tali
  3. Caput tali
  4. Trochlea tali
  5. Processus lateralis tali
  1. Böhler.
  2. Broden.
  3. Zwipp.
  4. Tscherne.
  5. Essex-Lopresti.
  1. Wenn das Knie gestreckt werden kann, ist eine Patellafraktur eindeutig ausgeschlossen.
  2. Indirekte Frakturzeichen, wie z.B. ein Gelenkerguss, können mit Sonografie nachgewiesen werden.
  3. Eine Therapieoption bei Patellafrakturen ist die Zuggurtungsosteosynthese.
  4. Klinisch können eine Streck- und Beugehemmung sowie ein Gelenkerguss imponieren.
  5. Patellafrakturen sind mit Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen gut darstellbar.
  1. Eine invasive Therapiemaßnahme mittels Fasziotomie sollte erst ergriffen werden, wenn Kompartmentdrücke über 75mmHg vorliegen.
  2. Da auch bei geschlossener Unterschenkelfraktur Weichteilaffektionen vorliegen können, muss stets ein Kompartmentsyndrom ausgeschlossen werden.
  3. Ein Kompartmentsyndrom in den tiefen Muskellogen kann leicht übersehen werden, da es oft nur zu diskret sichtbaren und tastbaren Befunden kommt.
  4. Die Faszien aller 4 Logen sollten bereits bei Verdacht auf ein Kompartmentsyndrom notfallmäßig eröffnet werden.
  5. Ein Kompartmentsyndrom kann mit sensiblen und motorischen Ausfallserscheinungen symptomatisch werden.
  1. Bei häufig rezidivierenden Patellaluxation kommt die sog. MPFL-Technik zum Einsatz, bei der das mediale patellofemorale Ligament mit einer Muskelsehne (z.B. des M. gracilis) verstärkt wird.
  2. Ursächlich ist stets ein Trauma, z.B. beim Fußball.
  3. Auch bei häufig rezivierenden Patellaluxationen leiden die Patienten jedes Mal unter starken Schmerzen.
  4. Die MRT hat heutzutage keinen Wert mehr in der Diagnostik der Patellaluxation.
  5. Eine Reposition ist nur selten notwendig.
  1. Der Patient sitzt im Schneidersitz, während der Untersucher die Knie nach unten drückt.
  2. Der Patient liegt in Rückenlage, die Beine sind gestreckt. Der Untersucher drückt von medial auf die Patella.
  3. Der Patient liegt in Rückenlage, der Untersucher beugt sein Bein unter Valgusdruck und Innenrotation.
  4. Der Patient liegt in Rückenlage, Knie und Hüfte sind gebeugt. Der Untersucher zieht die Tibia nach ventral.
  5. Der Patient liegt in Bauchlage und winkelt ein Knie rechtwinklig an. Der Untersucher drückt auf die Fußsohle und dreht das Bein nach innen.
  1. Der Patient liegt in Bauchlage und winkelt ein Knie rechtwinklig an. Der Untersucher drückt auf die Fußsohle und dreht das Bein nach innen.
  2. Der Patient sitzt im Schneidersitz, während der Untersucher die Knie nach unten drückt.
  3. Der Patient liegt in Rückenlage, die Beine sind gestreckt. Der Untersucher drückt von medial auf die Patella.
  4. Der Patient liegt in Rückenlage, der Untersucher beugt sein Bein unter Valgusdruck und Innenrotation.
  5. Der Patient liegt in Rückenlage, Knie und Hüfte sind gebeugt. Der Untersucher zieht die Tibia nach ventral.
  1. Magnetresonanztomographie
  2. Computertomographie
  3. Sonographie
  4. Konventionelle Röntgenaufnahmen
  5. Szintigraphie
  1. Ruptur des vorderen Kreuzbandes
  2. Ruptur des hinteren Kreuzbandes
  3. Ruptur des lateralen Seitenbandes
  4. Patellaluxation
  5. Läsion des Außenmeniskus
  1. Fraktur der distalen Tibia mit Zerstörung der tibialen Gelenkfläche
  2. Proximale Fibulafraktur mit Absprengung am Malleolus medialis und Ruptur der Membrana interossea
  3. Bruch des Tibiakopfes mit Beteiligung der Gelenkfläche
  4. Extraartikuläre Tibiafraktur
  5. Gemeinsame Fraktur von Tibia und Fibula
  1. Basisfrakturen des Os metatarsale V werden konservativ behandelt.
  2. Zehenfrakturen entstehen fast immer durch direkte Gewalteinwirkung.
  3. Dislozierte Frakturen werden operiert.
  4. Schaftfrakturen der Ossa metatarsalia II bis IV sind praktisch durch die Ossa metatarsalia I und V geschient und erfordern keine chirurgische Intervention.
  5. Intraartikuläre Frakturen der Großzehe werden meist operiert.
  1. Das biomechanisch instabilste Band ist das Lig. fibulotalare anterius.
  2. Nahezu alle Bandläsionen am Sprunggelenk werden heutzutage operiert.
  3. Typischer Unfallhergang ist die forcierte Pronationsbewegung.
  4. Das biomechanisch instabilste Band ist das Lig. fibulocalcaneare.
  5. Das biomechanisch instabilste Band ist das Lig. fibulotalare posterius.
  1. Die Ossa metatarsalia können (auch ohne direkte Einwirkung von Gewalt) durch Überlastung frakturieren, z.B. beim Marathonlauf.
  2. Ein Pflasterzügelband ist bei Frakturen der Zehen kontraindiziert.
  3. Auch intraartikuläre Zehenfrakturen müssen nicht operiert werden, da ein Zehengelenk keine umfassende Funktionalität besitzt.
  4. Das Chopart-Gelenk ist keine Struktur des Mittelfußes.
  5. Frakturen der Ossa metatarsalia werden mit Marknagelung versorgt.

Dozent des Vortrages Unfallchirurgie Teil 4 - Untere Extremitäten

Dr. Jochen Wiegand

Dr. Jochen Wiegand

Dr. Jochen Wiegand praktiziert als Oberarzt der Chirurgischen Abteilung der Asklepiosklinik in Lich. Er hat sich auf den Fachbereich Chirurgie spezialisiert.

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