Neurotische Störungen von Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

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Über den Vortrag

Der Vortrag „Neurotische Störungen“ von Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener ist Bestandteil des Kurses „Psychiatrie“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Neurotische Störungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Reaktionen, Belastungs-/ Anpassungsstörungen
  • Psychosomatische Störungen

Quiz zum Vortrag

  1. Die Neurose ist eine krankhafte Störung der Erlebnisverarbeitung.
  2. Es kommt zum Versuch der Kompromissbildung zwischen subjektiv nicht zu vereinbarenden Tendenzen.
  3. Die Neurose ist Folge eines Konflikts, hervorgerufen durch eine Fehlanpassung nach traumatisierenden Ereignissen.
  4. Die Neurose ist stets Folge einer bestehenden organischen Störung.
  5. Die Psychose ist ein Subtyp der Neurose.
  1. Die Prävalenz für neurotische Störungen wird mit 80-95% angegeben.
  2. Frauen leiden i.d.R. mehr an Persönlichkeitsstörungen, Sucht, Suizid und Delinquenz als Männer.
  3. Die Lebenszeitprävalenz für neurotische Störungen wird mit 80-95% angegeben.
  4. Neurotische Störungen treten zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf mit einem Häufigkeitsgipfel bis zum 30. Lebensjahr.
  5. Männer sind häufiger von Persönlichkeitsstörungen betroffen als Frauen.
  1. Die Grundannahme der klassische Psychoanalyse ist der unbewusste Konflikt, der im Hier und Jetzt zu psychischen Störungen führt.
  2. In einer psychoanalytischen Psychotherapie kommt es idealerweise zur `Übertragung´, d.h. dem Patienten werden seine Affekte und Verhaltensweisen vom Therapeuten gespiegelt.
  3. Während einer verhaltenstherapeutischen Psychotherapie werden unbewusste Konflikte (meist aus der frühen Adoleszenz) durchgearbeitet.
  4. Die klassische Psychoanalyse findet in mind. 3 Sitzungen pro Woche über einen langen Zeitraum statt; die Krankenkasse übernimmt eine solche zeitintensive Therapieform nicht.
  5. In der analytischen Psychotherapie wird versucht gestörte Verhaltensweisen mit Hilfe der Lernpsychologie zu ersetzen.
  1. Latenzphase: Entwicklung von Ich-Fähigkeiten
  2. Orale Phase: Entwicklung des Urvertrauens
  3. Anale Phase: Entwicklung des Ordnungsbewusstseins, des Hergebens/Zurückhaltens
  4. Ödipale Phase: Entwicklung des Urvertrauens
  5. Genitale Phase: Triangulierung
  1. Die Triangulierung findet klassischerweise während der Latenzphase statt.
  2. Während der oralen Phase entwickelt sich das Urvertrauen des Kindes.
  3. Die phallische Phase bezeichnet die Entwicklung zwischen dem 4.-6. Lebensjahr.
  4. Die anale Phase bezeichnet die Entwicklung zwischen dem 3.-4. Lebensjahr.
  5. Die Entwicklungsphasen nach Freud stellen die Grundlage der klassischen psychoanalytischen Krankheitsdeutung dar.
  1. Rationalisierung
  2. Projektion
  3. Verdrängung
  4. Konsolidierung
  5. Differenzierung
  1. Regression
  2. Reaktionsbildung
  3. Projektion
  4. Sublimierung
  5. Verleugnung
  1. An einer neurotischen Depression leiden ca. 5-7% der Bevölkerung, wobei der Anteil an Frauen überwiegt.
  2. Abrupt und grundlos auftretende Angst bzw. Panik ist das Hauptsymptom der Angstneurose.
  3. Phobien sind häufig anzutreffende Neuroseformen.
  4. Die häufigste Neuroseform ist die hysterische Neurose.
  5. Bei der Charakterneurose kommt es typischerweise zu Ausbildung von Zwängen (z.B. Kontroll- oder Waschzwang).
  1. Akustische Halluzinationen
  2. Amnesie
  3. Krampfanfälle
  4. Lähmungen
  5. Stupor
  1. Bewusstlosigkeit
  2. Zittern
  3. Derealisation
  4. Mundtrockenheit
  5. Palpitationen
  1. Persönlichkeitsstörungen treten bei Männern und in der Großstadt gehäuft auf.
  2. Bei Persönlichkeitsstörungen sind bestimmte Persönlichkeitszüge akzentuiert.
  3. Neben genetischen Faktoren zählen Entwicklungsstörungen und erworbene Hirnschäden zu wichtigen Ursachen der Persönlichkeitsstörung.
  4. Ca. 90% der Persönlichkeitsstörungen bleiben unbemerkt und bedürfen i.d.R. keiner Therapie.
  5. Persönlichkeitsstörungen gehören zu den endogenen Psychosen, ein Zusammenhang mit organischen Störungen ist nicht darstellbar.
  1. Paranoide Persönlichkeit
  2. Schizoide Persönlichkeit
  3. Dissoziale Persönlichkeit
  4. Psychomotorische Persönlichkeit
  5. Intellektuelle Persönlichkeit
  1. Schizoide Persönlichkeit
  2. Anankastische Persönlichkeit
  3. Dissoziale Persönlichkeit
  4. Sensitive Persönlichkeit
  5. Paranoide Persönlichkeit
  1. Eine Person ist übertrieben gewissenhaft.
  2. Eine Person ist durch ständige Unsicherheit und Besorgnis geplagt.
  3. Eine Person neigt zu festen Bindungen, in denen er seine eigenen Interessen weitestgehend aufgibt.
  4. Eine Person ist menschenscheu und distanziert.
  5. Eine Person steht gern im Mittelpunkt und sucht nach ständiger Bestätigung.
  1. Sensitive Persönlichkeit
  2. Hysterische Persönlichkeit
  3. Depressive Persönlichkeit
  4. Hedonistische Persönlichkeit
  5. Destruktive Persönlichkeit
  1. Als Therapie ist meist eine verhaltenstherapeutische Kurzzeittherapie ausreichend.
  2. Die Betroffenen leiden unter Flashbacks.
  3. Die Symptome treten erstmals innerhalb von 6 Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis auf.
  4. Das auslösende Ereignis wurde vom Betroffenen nicht in jedem Fall selbst durchlebt.
  5. Schlafstörungen und dissoziative Symptome sind häufig.
  1. Anpassungsstörung
  2. Somatisierungsstörung
  3. Depressive Episode
  4. Akute Belastungsreaktion
  5. Dysthymia
  1. Die akute Belastungsreaktion ist eine vorübergehende Störung und tritt unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis auf.
  2. Betäubung, Bewusstseinseinengung, Rückzug und vegetative Symptome sind charakteristische Symptome einer akuten Belastungsreaktion.
  3. Die posttraumatische Belastungsstörung tritt verzögert oder protrahiert innerhalb von 6 Monaten auf und kann chronifizieren.
  4. Die Rückbildung der akuten Belastungsreaktion kann bis zu 3 Monate dauern und neigt stark zur Chronifizierung.
  5. Typisch für die akute Belastungsreaktion ist das wiederholte Durchleben der traumatischen Ereignisse über viele Monate, vor allem im Schlaf.
  1. Die Anpassungsstörung beginnt mit einer etwa 2-jährigen Verzögerung nach dem Ereignis, der sog. Latenzperiode.
  2. Die Anpassungsstörung tritt nur bei stattgehabten traumatischen Ereignissen mit Verbindung zu einer bestehenden psychischen Erkrankung (z.B. Depression, Schizophrenie) auf.
  3. Es kommt zu einer depressiven Reaktion, welche kurz (< 1 Monat), oder länger andauern kann (< 2 Jahre).
  4. Am Ende der Anpassungsstörung steht i.d.R. die vollständige Verarbeitung des stattgehabten Ereignisses.
  5. Im Rahmen einer Anpassungsstörung kann es zu längeren depressiven Phasen von bis zu 2 Jahren kommen.
  1. Alle Organsysteme können psychosomatisch erkranken.
  2. Es liegt eine organische Erkrankung vor, die eine psychische, jedoch keine fassbare organische Ursache aufweist.
  3. Vor der psychosomatischen Diagnostik steht die somatische Diagnostik im Vordergrund, eine organische Ursache muss ausgeschlossen sein.
  4. Es liegt eine psychische Erkrankung vor, dessen Ursache eine organische Störung ist.
  5. Alexithymie beschreibt die Einbildung von Krankheiten durch den Patient.
  1. Der Betroffene kann seine eigenen Gefühle nicht wahrnehmen.
  2. Der Betroffene glaubt, sich an Ereignisse zu erinnern, die nicht Wahrheit nicht stattgefunden haben.
  3. Sätze und Begriffe können nur noch wörtlich verstanden werden, nicht im übertragenen Sinne.
  4. Im sozialen Kontakt zeigt der Betroffene verminderte Affekte, Empathie ist nicht oder kaum vorhanden.
  5. Den Betroffenen fällt es schwer sich auf Veränderungen ihrer Umwelt einzulassen, sie reagieren mit Panik und Angst.
  1. Es handelt sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung mit einer Mortalität von bis zu 10%.
  2. Sie betrifft überwiegend junge Menschen und vor allem Frauen.
  3. Es kommt zu selbstinduziertem Erbrechen, Hyperaktivität, Gebrauch von Appetitzüglern und ritualisierter Nahrungsaufnahme bei sonst geringem Leidensdruck.
  4. Die Patientinnen leiden stark an ihrem Übergewicht.
  5. Bei einem BMI von unter 20 herrscht dringender Verdacht.
  1. Ständiges zwanghaftes Verlangen nach Nahrungsaufnahme
  2. Körperschemastörung
  3. BMI < 17,5/kg m²
  4. Sekundäre Amenorrhoe
  5. Selbstinduziertes Abnehmen
  1. Die Anorexia nervosa ist oft Folge eines gestörten Bezugspersonen-Verhältnisses mit Verweigerung der Geschlechtsidentität.
  2. Anorexia nervosa kann zu endokrinen Störungen wie Amenorrhoe führen.
  3. Bei Bulimia nervosa kommt es zu Heißhungerattacken und gegenregulatorischen Maßnahmen. Häufige Komplikationen sind Karies, Ösophagitis und Störungen des Elektrolythaushaltes.
  4. Bulimia nervosa betrifft im Gegensatz zur Anorexia nervosa besonders junge Männer.
  5. Die aktive Form der Anorexia nervosa mit Heißhungerattacken und anschließendem Erbrechen chronifiziert schnell und wird als Bulimia nervosa bezeichnet.
  1. Hyperkaliämie
  2. Ösophagitis
  3. Hyponatriämie
  4. Sialadenose
  5. Hypotonus
  1. Unter Dyssomnie werden Phänomene wie Schlafwandeln, Pavor nocturnus oder Alpträume zusammengefasst.
  2. Bei Adipostas kommt es zu Heißhungerattacken und gegenregulatorischen Maßnahmen, z.B. übermäßiger Sport und Medikamentenmissbrauch.
  3. Schlafstörungen können in Dyssomnien und Parasomnien unterteilt werden.
  4. Eine nichtorganische Hypersomnie kann auf eine bestehende Depression hindeuten. Differenzialdiagnose: Narkolepsie/Kataplexie.
  5. Eine nichtorganische Hypersomnie kann auch Folge eines Schlafapnoesyndromes sein.
  1. Pavor nocturnus
  2. Albträume
  3. Somnambulismus
  4. Insomnie
  5. Kindliche Angstpsychose
  1. Somnambulismus
  2. Narkolepsie
  3. Schlafapnoesyndrom
  4. Insomnie
  5. Konfabulationen
  1. Der Pavor nocturnus findet im ersten Drittel der Nacht statt.
  2. Albträume finden meist im ersten Drittel der Nacht statt.
  3. Somnambulismus betrifft überwiegend Erwachsene (Häufigkeitsgipfel 30-40 J.).
  4. Als Ursache des Pavor nocturnus sollte eine akute schwere Belastungssituation des Kindes ausgeschlossen werden.
  5. An den Inhalt von Albträumen können sich die Betroffenen am nächsten Tag nur selten erinnern.
  1. Somnambulismus tritt meist im 1. Nachtdrittel und gehäuft in der Kindheit auf.
  2. Der Alptraum tritt meist im zweiten Schlafdrittel auf, wobei sich der Betroffene teilweise erinnern kann.
  3. Neurodermitis, KHK, essentielle Hypertonie oder Ulcus ventriculi et duodeni können Ausdruck einer Somatisierungsstörung sein.
  4. Beim Pavor nocturnus kommt es im zweiten Schlafdrittel zu panikartigen, gestikulierenden Äußerungen. Der Patient kann sich meist an den entsprechenden Traum erinnern.
  5. Somatisierungsstörungen sind Teil der hypochondrischen Störungen, wobei keine eigentlichen organischen Erkrankungen nachzuweisen sind.

Dozent des Vortrages Neurotische Störungen

Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

Dipl.-Psychologe Dr.med.Klaus Hegener ist leitender Oberarzt der neuroradiologische Abteilung mit Computertomographie und konventionellem Röntgen an der Klinik für Neurologie Bad Salzhausen. Zu seinen weiteren Fachbereiche neben der Neurologie zählen Psychiatrie, Pychotherapie, Rehawesen und Neuroradiologie.

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