Missbrauch und Abhängigkeit, Schizophrenie von Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

(10)

video locked

Über den Vortrag

Der Vortrag „Missbrauch und Abhängigkeit, Schizophrenie“ von Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener ist Bestandteil des Kurses „Psychiatrie“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Das Triadische System
  • Psychosen
  • Missbrauch und Abhängigkeit
  • Alkohlismus
  • Opioide
  • Schizophrenie

Quiz zum Vortrag

  1. Das klassische triadische System unterteilt die Ursachen psychischer Störungen in hirnorganische, exogene und endogene.
  2. Hirnorganisch bedingte psychiatrische Erkrankungen sind direkte Folge von Erkrankungen der Hirnmasse (z.B. Hirntumor).
  3. Bei der Plussymptomatik manifestiert sich die symptomatische Psychose zunächst in uncharakteristischen Vorstadien (Unruhe, Angst) und im Weiteren in produktiven Symptomen (z.B. Wahn).
  4. Durch Noxen oder Stoffwechselprodukte begründete psychiatrische Erkrankungen werden als endogen bezeichnet.
  5. Exogene Psychosen äußern sich durch Plus-, endogene Psychosen durch Minussymptomatik.
  1. Die Betroffenen sind meist zeitlich, örtlich, zur Person und situativ orientiert.
  2. Die Betroffenen fallen durch psychomotorische Unruhe auf, teilweise aber auch durch Antriebsminderung.
  3. Der Schlaf-Wach-Rhythmus kann gestört sein.
  4. Die Betroffenen sind bewusstseinsgetrübt.
  5. Die Betroffenen sind im Delir affektgestört. Reizbarkeit, Affektlabilität und Aggressivität können auftreten.
  1. Die Patientin befindet sich am ehesten im Zustand des Delirs.
  2. Die Patientin leidet an einem organisch amnestischen Syndrom.
  3. Die Patientin leidet am ehesten an einer fortgeschrittenen Demenz.
  4. Die Patientin zeigt typische Symptome einer schizoaffektiven Psychose.
  5. Die Patientin zeigt am ehesten Entzugssymptome bei Benzodiazepinabhängigkeit.
  1. Delir, paranoides Syndrom und Halluzinose sind typische Beispiele für eine Minussymptomatik.
  2. Hirnleistungsschwäche wie Gedächtnis-/Denkstörung, z.B. nach Hirntrauma, ist ein typisches Beispiel für eine Plussymptomatik
  3. Ursachen für exogene Psychosen können z.B. entzündliche Hirnerkrankungen, zerebrale Perfusionsstörungen oder ein Hirntrauma sein.
  4. Störungen des Antriebs und des Affekts können als organische Wesensänderungen im Rahmen einer Minussymptomatik auftreten.
  5. Korsakow-Syndrom und Demenz sind schwere hirnorganische Psychosyndrome.
  1. Sowohl die akute Wernicke-Enzephalopathie als auch das Korsakow-Syndrom sind auf einen chronischen Cobalamin-Mangel zurückzuführen.
  2. Ein typisches Symptom sind Konfabulationen. Der Patient nutzt sie, um Gedächtnislücken zu füllen, er hält die Aussagen für wahr, sie sind objektiv allerdings falsch.
  3. Das chronische Korsakow-Syndrom folgt in der Regel der akuten Wernicke-Enzephalopathie. Man spricht daher auch vom Wernicke-Korsakow-Syndrom.
  4. Die Betroffenen fallen häufig durch eine beinbetonte Polyneuropathie (motorisch und sensibel) auf.
  5. Sowohl eine retrograde als auch eine anterograde Amnesie sind typisch.
  1. Die Frontotemporale Demenz (M. Pick) manifestiert sich ab dem 40. Lebensjahr. Auffällig sind häufig Änderungen im Sozialverhalten wie Distanzlosigkeit oder sexuelle Enthemmung.
  2. Beim M. Binswanger (vaskuläre Demenz) spielen vor allem makroangiopathische Veränderungen eine Rolle.
  3. Die Demenz vom Alzheimertyp ist ätiologisch vor allem auf subkortikale degenerative Veränderungen zurückzuführen.
  4. Bei der Lewy-Body-Demenz treten neben kognitiven Defiziten häufig akustische Halluzinationen auf. Mit Antipsychotika lassen sich diese gut behandeln.
  5. Die Chorea major Huntington kann kausal am günstigsten mit typischen Antipsychotika therapiert werden.
  1. Bei der Lewi-body-Demenz kommt es nach Manifestation der Demenz zu Parkinson-Symptomen.
  2. M. Alzheimer macht ca. die Hälfte aller Demenzerkrankungen aus.
  3. Bei Jakob-Creutzfeld-Disease kommt es zu spongiöser Degeneration des Gehirns.
  4. Jakob-Creutzfeld-Disease ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit langwierigem Verlauf.
  5. Als Commotio-, Contusio-, Compressio cerebri werden die Spätformen der Lues bezeichnet.
  1. M. Alzheimer
  2. M. Parkinson
  3. Chorea Huntington
  4. M. Addison
  5. M. Kobold
  1. Missbrauch entspricht einem schädlichen Gebrauch.
  2. Abhängigkeit ist übermäßiges Verlangen mit Kontrollverlust, Toleranzentwicklung und Entzugserscheinungen.
  3. Alkoholkonsum ist an 50% aller Straftaten beteiligt.
  4. Obwohl die Prävalenz des Alkoholismus mit 10% beträchtlich ist, können nur 5% der psychiatrischen stationären Aufnahmen auf Alkoholismus zurückgeführt werden.
  5. An Alkoholismus erkranken i.d.R. 20% mehr Frauen als Männer.
  1. Zieve-Syndrom (akute Hämolyse, Leberzirrhose, akute Pankreatitis)
  2. Pankreatitis
  3. Polyneuropathie, sensible und cerebelläre Ataxie
  4. Colitis ulcerosa
  5. Lewy-Körper-Demenz
  1. Von einem Delirium tremens spricht man je nach Konstitution in der Regel ab einer Blutalkoholkonzentration von 3 Promille.
  2. Das Delirium tremens ist ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand. Unbehandelt führt er in 15-20% zum Tod.
  3. Clomethiazol birgt die Gefahr der Atemdepression. Es spielt in der Prophylaxe des Delirium tremens eine wichitge Rolle.
  4. In der Therapie kommen u.a. Antikonvulsiva (Carbamazepin), Antihypertensiva (Clonidin) und Anitpsychotika (Haloperidol) zum Einsatz.
  5. Auch bei bekannter Alkoholanhängigkeit müssen weitere mögliche lebensbedrohliche Ursachen (z.B. subdurales Hämatom) für das Delir ausgeschlossen werden.
  1. Der pathologische Rausch beschreibt einen inadäquat starken Rauschzustand bei geringer Alkoholzufuhr.
  2. Das Delirium tremens kann mit Medikamenten wie Clonidin, Haldol oder Clomethiazol behandelt werden.
  3. Folgen wie Halluzinosen, Eifersuchtswahn und Korsakow-Syndrom können mit Neuroleptika behandelt werden.
  4. Das Delirium tremens folgt auf einen komplizierten Rausch und hält i.d.R. 5-10 Stunden an.
  5. In Selbsthilfegruppen für Alkoholabhängige (z.B. Anonyme Alkoholiker) können die Betroffenen einem kontrollierten und medizinisch überwachten Konsum nachgehen.
  1. Miosis
  2. Diarrhö
  3. Tachykardie
  4. Übelkeit und Erbrechen
  5. Muskelkrämpfe
  1. Opioide vom Morphintyp besitzen ein hohes Potential, eine körperliche Abhängigkeit zu induzieren.
  2. Medikamente wie Clonidin und Doxepin werden gegen Entzugssymptomatik eingesetzt.
  3. Entzugserscheinungen nach Opioidsucht können sein: Euphorisierung, Analgesie, Abkapselung.
  4. Eine Überdosierung an Opioiden kann mit Methadon (0,2mg i.v.) antagonisiert werden, um die lebensgefährliche Atemdepression zu stoppen.
  5. Bei der Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger wird meist Levomethadon unter ärztlicher Aufsicht i.v. injiziert.
  1. Naloxon ist Mittel der Wahl bei akuter Opiatintoxikation.
  2. Methadon erzeugt bei Überdosierung keine Atemdepression und ist daher gut zur Substitutionstherapie geeignet.
  3. Vergleichbar mit dem Alkoholentzugssyndrom kommt es beim Opiatentzug zu vital bedrohlichen Symptomen.
  4. Die Symptomtrias bei Opiatüberdosierung lautet: Atemdepression, Mydriasis, Bewusstlosigkeit.
  5. Die Substitutionstherapie bei Opiatabhängigkeit ist eine Therapie mit kurativem Ansatz.
  1. Miosis
  2. Tachykardie
  3. Epileptische Anfälle
  4. Anstieg der Körpertemperatur
  5. Psychotische Symptome
  1. Bei Verdacht auf eine Anhängigkeit sollte dringend ein rasches Absetzen angestrebt werden.
  2. Benzodiazepine wirken u.a. anxiolytisch und muskelrelaxierend.
  3. Bereits nach wenigen Wochen kann es zu einer Abhängigkeit kommen.
  4. Als Antidot bei Benzodiazepinüberdosierung kommt Flumazenil zum Einsatz.
  5. Bei älteren Menschen beobachtet man oft eine paradoxe Erregung unter Benzodiazepineinnahme.
  1. Die Entzugssymptome nach Cannabiskonsum können gut mit Methadon behandelt werden.
  2. Im Gegensatz zum Kokainabhängigen reagiert der Morphinabhängige i.d.R. adäquat auf seine Umwelt.
  3. Kokain kann zu adrenergen Reaktionen und Psychosen (z.B. Dermatozoenwahn) führen.
  4. Stimulantien, z.B. Ecstasy, sind sympathomimetischer Natur und können zu Psychosen und Kreislaufversagen führen.
  5. Benzodiazepine wirken anxiolytisch und sedierend und führen zu rascher Abhängigkeit.
  1. Die Neurose ist Folge einer organischen Störung.
  2. Die Psychose ist eine psychodynamische Erkrankung, die im Zusammenhang mit der Psychoentwicklung steht.
  3. Schizophrenie betrifft je nach Ausprägung immer nur bestimmte Teile der Persönlichkeit.
  4. Schizophrenie ist eine multifaktoriell begründete Erkrankung, bei der auch die erbliche Disposition eine Rolle spielt.
  5. Psychopathologisch kommt es zu Auffälligkeiten des Denkens, Wahrnehmens und des Affektes.
  1. Die Schizophrenie tritt bevorzugt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.
  2. Die Art und Weise der familiären Häufung spricht für eine polygene Erkrankung mit schwacher Penetranz.
  3. Die Lebenszeitprävalenz ist bei familiärer Belastung erhöht.
  4. Die Inzidenz liegt zwischen 2-4% der Bevölkerung.
  5. Sind beide Eltern erkrankt, beträgt das Risiko für das Kind selbst zu erkranken nahezu 100%.
  1. Grob- und Feinmotorik können gestört sein.
  2. Es kommt zu formalen Denkstörungen, wie Zerfahrenheit, Kontamination, Begriffszerfall.
  3. Es kommt zu Störungen der Affektivität, wie Parathymie, Gefühlsverarmung und Instabilität der Stimmungslage.
  4. Es kommt zu Ich-Störungen, wie Desintegration von Denken, Fühlen, Wollen und Handeln und dem Verlust der Meinhaftigkeit.
  5. Es kommt zu einer Amnesie, das Speichern von Informationen ist gestört und Erfahrungen gehen verloren.
  1. Wahn
  2. Halluzinationen
  3. Katalepsie, Mutismus, Stupor
  4. Amnesie
  5. Parathymie
  1. Wahn
  2. Ambivalenz
  3. Autismus
  4. Zerfahrenheit des Denkens
  5. Entfremdungserlebnisse
  1. Gedankeneingebung
  2. Optische Halluzinationen
  3. Illusionäre Verkennungen
  4. Wahneinfall
  5. Olfaktorische Halluzinationen
  1. Bei der Schizophrenia simplex fallen die Betroffenen vor allem durch eine progrediente Negativsymptomatik auf.
  2. Die Schizophrenie ist eine Erkrankung multifaktorieller Genese, wobei sie entsprechend des triadischen Systems den hirnorganischen psychiatrische Erkrankung zuzuordnen ist.
  3. In den meisten Fällen kommt es nach einer aktiven, produktiven psychotischen Phase zu einer Vollremission und die Betroffenen leben ohne Beeinträchtigung.
  4. Die Gefahr des malignen neuroleptischen Syndroms ist vor allem bei einer Therapie mit dem Atypikum Clozapin zu bedenken.
  5. Die hochpotenten Antipsychotika (z.B. Haloperidon) wirken ebenso effektiv auf die Positivsymptomatik wie auf die Negativsymptomatik und sind daher eine geeignete Langzeitmedikation.
  1. Symptome ersten Ranges nach Kurt Schneider sind z.B. dialogische und kommentierende Stimmen oder Wahnwahrnehmung.
  2. Symptome ersten Ranges nach Kurt Schneider sind z.B. Gedankeneingebung, Willensbeeinflussung und Gedankenentzug.
  3. Die katatone Form der Schizophrenie hat die schlechteste Prognose. Die perniziöse Katatonie ist potentiell lebensbedrohlich.
  4. Symptome ersten Ranges nach Kurt Schneider sind z.B. Koenästhesien, olfaktorische und gustatorische Halluzinationen.
  5. Die paranoid-halluzinatorische Form der Schizophrenie tritt meistens bei Jugendlichen auf, sie wird auch als Schizophrenia simplex bezeichnet.
  1. Bei adäquater Therapie ist die Prognose oft positiv.
  2. Die Hebephrenie manifestiert sich oft bereits zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr.
  3. Die Hebephrenie ist ein Subtyp der Schizophrenie.
  4. Im Verlauf entwickelt sich zunehmend eine Minussymptomatik wie Affektverflachung und Antriebsverlust.
  5. Die Betroffenen fallen häufig durch einen situationsinadäquaten Affekt und inadäquates Verhalten auf.
  1. Im Fall einer perniziösen Katatonie sollten dringend die auslösenden Antipsychotika abgesetzt werden.
  2. Die katatone Schizophrenie ist u.a. gekennzeichnet durch Stupor, Katalepsie und Negativismus.
  3. Die perniziöse Katatonie stellt eine lebensbedrohliche Erkrankung dar.
  4. Das maligne neuroleptische Syndrom ist im klinischen Erscheinungsbild kaum von der perniziösen Katatonie abgrenzbar.
  5. Die katatone Schizophrenie hat insgesamt eine schlechte Prognose.
  1. Phasen mit ausgeprägten Symptomen wechseln sich mit symptomfreien Intervallen ab.
  2. Die Schizophrenie ist eine Psychose, die abrupt und meist getriggert auftritt, es folgt eine langsame Remission.
  3. Trotz moderner Therapie bleiben nach ca. 75% der Schübe schwere Defizite zurück.
  4. Für ein Drittel der Patienten verläuft der Schub mit Rückfällen und leichten Residuen.
  5. Der produktiv psychotischen Phase geht meist eine Prodromalphase voraus, die ein- bis fünf Jahre zuvor beginnt.
  1. Die medikamentöse Therapie bei Schizophrenie ist symptombezogen.
  2. Bei Plussymptomatik, wie Wahn oder Halluzinationen, erfolgt eine allgemein beruhigende Behandlung.
  3. Bei Minussymptomatik, wie gedanklicher/affektiver Verarmung, werden Stimulantien wie Methadon und Ecstasy verabreicht.
  4. Ungeachtet der Symptome wird der schizophrene Schub primär mit Sedativa behandelt.
  5. Antipsychotika wirken nur wenig bzw. gar nicht bei der Therapie der Negativsymptome.
  1. Es wird zwischen hoch- und niederpotenten Antipsychotika unterschieden.
  2. Typische Antipsychotika haben stark parkinsonoide Nebenwirkungen.
  3. Niederpotente Antipsychotika sind schwach antipsychotisch wirksam, führen jedoch zu einer guten Dämpfung der Symptome.
  4. Clozapin kann eine Agranulozytose auslösen.
  5. Bei Verdacht auf einen schizophrenen Schub sollte zur Augmentation der medikamentösen Therapie sofort eine Elektrokrampftherapie durchgeführt werden.
  1. Clozapin
  2. Haloperidol
  3. Risperidon
  4. Levomepromazin
  5. Melperon
  1. Niedrigpotente Antipsychotika wirken deutlich antihistaminerg. Die sedierende Wirkung ist demnach sehr ausgeprägt.
  2. Zu den Frühdyskinesien zählen stereotype Schmatz- und Kaubewegungen.
  3. Die Gefahr der Agranulozytose besteht vor allem bei hochpotenten typischen Antipsychotika. Dieses Risiko macht eine regelmäßige Blutbildkontrolle notwendig.
  4. Ein Vorteil von antipsychotischen Depotpräparaten ist die Reduktion des Nebenwirkungsspektrums, insbesondere der extrapyramidalmotorischen-Störungen (EPS).
  5. Die metabolischen Nebenwirkungen der atypischen Antipsychotika sind häufig Ursache für fehlende langfristige Compliance.
  1. Elektrokrampftherapie (EKT)
  2. Lichttherapie
  3. Absetzen der antipsychotischen Medikation
  4. Schlafentzugsbehandlung
  5. Physiotherapie

Dozent des Vortrages Missbrauch und Abhängigkeit, Schizophrenie

Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

Dipl.-Psychologe Dr.med.Klaus Hegener ist leitender Oberarzt der neuroradiologische Abteilung mit Computertomographie und konventionellem Röntgen an der Klinik für Neurologie Bad Salzhausen. Zu seinen weiteren Fachbereiche neben der Neurologie zählen Psychiatrie, Pychotherapie, Rehawesen und Neuroradiologie.

Kundenrezensionen

(10)
3,4 von 5 Sternen
5 Sterne
4
4 Sterne
1
3 Sterne
2
2 Sterne
1
1  Stern
2

10 Kundenrezensionen ohne Beschreibung


10 Rezensionen ohne Text