Affektive Erkrankungen von Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

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Über den Vortrag

Der Vortrag „Affektive Erkrankungen“ von Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener ist Bestandteil des Kurses „Psychiatrie“. Der Vortrag ist dabei in folgende Kapitel unterteilt:

  • Familiäre Belastung
  • Kognitive Störungen
  • Manie
  • Schizoaffektive-, akute passagere Psychosen, Wahnentwicklungen

Quiz zum Vortrag

  1. Monophasische Depression
  2. Biphasische Depression
  3. Zyclothymia
  4. Hypomanie
  5. Manisch depressive Störung
  1. ca 15%
  2. ca 1 %
  3. ca 90%
  4. ca 50%
  5. ca 75%
  1. Die unipolare phasenhafte Depression ist die häufigste affektive Erkrankung.
  2. Die Prävalenz von Depressionen liegt in Deutschland bei ca. 8%.
  3. Ist ein Familienmitglied ersten Grades an einer bipolaren Störung erkrankt, beträgt das Erkrankungsrisiko ca. 10%.
  4. Andere bipolare Störungen wie manisch-depressive, hypomanisch-depressive oder Zyklothymie haben eine Prävalenz von je ca. 1%.
  5. Sind beide Eltern an einer bipolaren Störung erkrankt, steigt das familiäre Risiko auf über 70%.
  1. Die genaue Ursache affektiver Erkrankungen ist unklar.
  2. Der Verlauf einer uni- oder bipolaren Störung ist phasisch, es kann jedoch auch zu langanhaltenden Störungen kommen, die meist mit einer Minussymptomatik assoziiert sind.
  3. Die Verkürzung der REM-Schlaflatenz führt zu einer Verminderung des Tiefschlafanteils.
  4. Antidepressiva hemmen die präsynaptische Ausschüttung von biogenen Aminen.
  5. Der Schlaf-Wach-Rhythmus bleibt unangetastet, jedoch verschlechtern sich die Symptome meist im Tagesverlauf.
  1. Die betroffenen Patienten leiden sehr darunter.
  2. Diese schwere Störung der Affektivität eines depressiven Patienten ist vor allem für die Angehörigen quälend, die Patienten selbst sind unfähig die Affektverarmung wahrzunehmen.
  3. Das "Gefühl der Gefühllosigkeit" ist häufig Ausdruck des für depressive Patienten typischen nihilistischen Wahns.
  4. Es tritt vor allem bei der Dysthymia auf, einem chronischen Verlauf mit schwerer depressiver Symptomatik.
  5. Es gehört zu den Leitsymptomen der Depression nach ICD-10.
  1. Es besteht ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko. Ca. jeder zweite depressive Patient begeht einen Suizid.
  2. Die Phasendauer beträgt vier bis acht Wochen, kann aber auch deutlich länger (bis zwei Monate) andauern.
  3. Der Antrieb ist deutlich gesteigert, die Stimmungslage ist vor allem in den Morgenstunden gut und über den Tag abnehmend.
  4. Die Störung kann mono- oder polyphasisch, aber auch uni- oder bipolar sein.
  5. Es können formale und inhaltliche Denkstörungen bei den Betroffenen beobachtet werden (z.B. Denkhemmung, synthymer Wahn).
  1. Im Aufnahmegespräch berichtet ihnen der Patient besorgt und betroffen von seiner nachlassenden Gedächtnisleistung.
  2. In der bildgebenden Diagnostik wie dem C-CT oder der SPECT-Untersuchung sind Hinweise auf eine mäßige Atrophie oder Perfusionsstörung beweisend für eine Demenz und schließen eine Pseudodemenz aus.
  3. Auffälligkeiten bei testpsychologischen Leistungsuntersuchungen sprechen stets für eine Demenz statt einer Pseudodemenz.
  4. Ein gleichzeitig mit kognitiven Beeinträchtigungen auftretendes depressives Syndrom ist beweisend für eine primär depressive Erkrankung mit Pseudodemenz.
  5. Der parallele Ausfall von verschiedenen kognitiven Leistungen wie Gedächtnis, Orientierung und Konzentration spricht am ehesten für eine Pseudodemenz und gegen eine Demenz.
  1. Postpartale Depression
  2. Saisonale Depression
  3. Melancholische Depression
  4. Polysomnische Depression
  5. Sommerdepression
  1. Psychomotorische Verlangsamung, Tremor, Übelkeit/Erbrechen
  2. Übelkeit/Erbrechen, psychomotorische Unruhe, Fieber
  3. Fieber, Mutismus, Rigor
  4. Tachykardie, Ödeme, psychomotorische Verlangsamung
  5. Tremor, Hypomanie, Psychomotorische Unruhe
  1. In Folge einer supportiven Schlafentzugstherapie kann der antidepressive Effekt so ausgeprägt sein, dass es noch am folgenden Tag zu einer Hypomanie kommt.
  2. Bei Patienten mit einer depressiven Erkrankung ist typischerweise die REM-Schlaf-Latenz verlängert, so dass es insgesamt zu verkürzten Tiefschlafphasen kommt.
  3. Im Rahmen einer Schlafentzugstherapie sollten die Patienten mindestens an drei aufeinanderfolgenden Nächten nicht schlafen.
  4. Kurzschlafphasen während der Schlafentzugstherapie fördern die Compliance und haben einen positiven Effekt auf die antidepressive Wirkung des Therapieversuches.
  5. Mit der Schlafentzugstherapie kann bei positivem Ansprechen häufig ein langanhaltender antidepressiver Effekt erzielt werden.
  1. Stationär, teilstationär, ambulant
  2. Trizyklische Antidepressiva, Lithiumsalze, SRI/SNRI
  3. Psychotherapie, EKT
  4. Ernährungsumstellung, Sport
  5. Lichtentzug, Schlaftherapie
  1. Besonders bei Patienten mit erhöhter Suizidalität sollten Antidepressiva mit besonders antriebssteigernder Wirkkomponente zum Einsatz kommen.
  2. Trizyklische Antidepressiva besitzen ein höheres Risiko für eine Überdosierung als SSRI oder SNRI.
  3. Bei MAO-Hemmern wie Tranylcypromin ist eine tyraminarme Diät indiziert.
  4. Antidepressiva sollten wenn möglich in Monotherapie verabreicht werden.
  5. Die Einnahme von Antidepressiva sollte nach Remission noch mehrere Monate fortgesetzt werden.
  1. Bei Bipolare Störungen vom Typ "rapid cycler" können die Episoden täglich wechseln, definitionsgemäß treten mindestens jedoch vier Episoden jährlich auf.
  2. Bipolare Störungen treten bei Frauen im Verhältnis 2:1 zu Männern häufiger auf.
  3. Bipolare Störungen Typ I sind gekennzeichnet durch den Wechsel von depressiven und hypomanen (nie manischen) Episoden.
  4. Das Manifestationsalter der bipolaren Störungen ist meist später als bei Depression, der Gipfel liegt in der 4. Dekade.
  5. Bipolare Störungen sind selten mit anderen psychischen Störungen assoziiert.
  1. Venlafaxin
  2. Lithium
  3. Carbamazepin
  4. Valproat
  5. Lamotrigin
  1. Bei der Manie kommt es zu einer ausgeprägten Plussymptomatik mit gehobener Stimmungslage bis hin zur Aggressivität, gesteigertem Antrieb, formalen und inhaltlichen Denkstörungen (z.B. Größenwahn).
  2. Bipolare Störungen können je nach Ausprägungsgrad in Unterklassen unterteilt werden. Bei der Zyklothymie wechseln sich subdepressive mit hypomanen Zuständen ab.
  3. Auch typische Antiepileptika wie Carbamazepin werden neben Lithiumsalzen zur Phasenprophylaxe eingesetzt.
  4. Mit affektiven Erkrankungen sind oft Angst- oder Zwangserkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen und Abhängigkeitserkrankungen vergesellschaftet.
  5. Atypische Neuroleptika wie Clozapin können Depressionen auslösen und sind daher bei affektiven Erkrankungen kontraindiziert.
  1. Akute vorübergehende Psychosen treten unvermittelt auf und haben einen langen Verlauf mit ungünstiger Prognose.
  2. Eine Wahnentwicklung tritt stets als Reaktion auf produktive psychotische Symptome auf und wird dann auch als induzierter Wahn bezeichnet.
  3. Schizoaffektive Psychosen haben einen phasenhaften Verlauf mit Intervallen vollständiger Remission.
  4. Zu den sog. zykloiden Psychosen (rapid cycler) werden die Angst-Glück-Psychose gezählt sowie die erregt-gehemmte Verwirrtheitspsychose.
  5. Formen der Wahnentwicklung können z.B. Eigengeruchsparanoia, Dermatozoenwahn oder Dysmorphophobie sein.
  1. Bei der Folie à deux entwickelt der Partner eines wahnhaften Patienten einen symbiontischen Wahn.
  2. Bei einer chronischen wahnhaften Störung ist der Übergang in eine Schizophrenie durch Antipsychotika abzuwenden.
  3. In Folge einer vorübergehenden akuten psychotischen Störung bleibt oft über mehrere Monate ein Residuum bestehen..
  4. Bei der Dysmorphophobie steht eine krankhafte Körperschemastörung im Vordergrund und betrifft meist junge Frauen..
  5. Anhaltende wahnhafte Störungen gehen häufig mit Halluzinationen (v.a. optische Halluzinationen) einher.

Dozent des Vortrages Affektive Erkrankungen

Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

Dipl.-Psychologe Dr. med. Klaus Hegener

Dipl.-Psychologe Dr.med.Klaus Hegener ist leitender Oberarzt der neuroradiologische Abteilung mit Computertomographie und konventionellem Röntgen an der Klinik für Neurologie Bad Salzhausen. Zu seinen weiteren Fachbereiche neben der Neurologie zählen Psychiatrie, Pychotherapie, Rehawesen und Neuroradiologie.

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