Lexikon

Herztransplantation

Definition Herztransplantation

auch bekannt als: Herzverpflanzung

Herztransplantation Verpflanzung des Herzens eines Unfallopfers auf einen Herzkranken mit unbeeinflussbarem Herzversagen. Die Operationstechnik hat bei diesem Eingriff einen sehr hohen, kaum noch verbesserungsfähigen Stand erreicht: Empfänger und Spender werden gleichzeitig in 2 nebeneinander gelegenen Operationssälen von 2 Teams operiert.

Beim Spender des Organs muss es sich um einen nach Unfall gerade Verstorbenen handeln, bei dem der Hirntod nachgewiesen wurde. Nach operativer Eröffnung von Brustkorb und Herzbeutel werden die zu- und abführenden Blutgefäße durchtrennt; das noch schlagende Herz wird entnommen und in eine 6°C kalte Salzlösung gelegt. Zur gleichen Zeit wird der Empfänger an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und das Herz unter Belassung des Herzbeutels unmittelbar an der Vorhofkammergrenze und oberhalb der Aorten- und Pulmonalklappe abgetrennt.

Die Verbindung des Restherzens des Empfängers mit dem Spenderherz durch eine fortlaufende Naht beginnt am linken Vorhof, dann folgen Vorhofscheidewand und zuletzt der rechte Vorhof. Abschließend werden die Lungenarterie und die Hauptschlagader angeschlossen. Danach wird das Herz entlüftet und die Herztätigkeit mittels Defibrillator wiederhergestellt.

Nach den ersten 100 Herztransplantationen (1967 bis 1969) geriet das Verfahren wegen der vielen Misserfolge ins Abseits. Erst Anfang der 80er-Jahre kam ein neuer Aufschwung: Die Operationstechnik wurde standardisiert, Empfänger- und Spenderwahl präziser abgegrenzt und eine bessere Erkennung von Abstoßungskrisen sowie deren Behandlung mit Ciclosporin A (Immunsuppression) ermöglicht. Derartige, das körpereigene Abwehrsystem dämpfende Medikamente müssen nach erfolgreicher Operation lebenslang eingenommen werden.

Besonders wichtig ist die Spenderauswahl: Die Organspender sollen nicht älter als 35 Jahre, ihre Kreislauffunktion soll auch ohne Verabreichung von Medikamenten normal sein. Derzeit werden in Deutschland jährlich ca. 550 Herztransplantationen durchgeführt. Die 5-Jahres-Überlebensrate hat sich in den letzten Jahren auf ca. 70 Prozent erhöht; die Herztransplantation ist somit ein etabliertes Therapieverfahren. Allerdings gilt der Betroffene auch nach einer erfolgreichen Herztransplantation in der Regel weiterhin als chronisch krank, und es besteht meist weiterhin Berufsunfähigkeit. Wegen der Knappheit an Spenderorganen beträgt die durchschnittliche Wartezeit der rund 1000 Patienten auf der Warteliste allerdings 500 Tage.