Wer in den Stellenanzeigen der Zeitung oder im Internet nach einer Ausbildungsstelle zum Bilanzbuchhalter sucht, wird enttäuscht. Denn der Bilanzbuchhalter ist kein Ausbildungsberuf oder Studienfach, sondern eine Weiterbildung nach dem BBiG, dem Berufsbildungsgesetz. Bilanzbuchhalter tun im Grunde genommen nur eins: sie jonglieren mit Zahlen und stellen mit Akribie Berichte zusammen. Mit welchem Gehalt Sie in dieser Berufsgruppe für Ihre Tätigkeit zu rechnen haben, wird im Folgenden erläutert.
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Bild: von Chobe. Quelle: Photocase


Um die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter machen zu können, ist Berufspraxis zwingend vorgeschrieben. Diese variiert nach dem jeweiligen schulischen Abschluss. Nach dem Abschluss einer kaufmännischen (oder verwaltenden) Ausbildung sind drei Jahre kaufmännische Berufspraxis Pflicht. Nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium sind zwei Jahre Praxis vorgeschrieben. Für Quereinsteiger gilt, dass sie nach sechs Jahren Berufspraxis zur Bilanzbuchhalterprüfung antreten können.

Um die Prüfung zum Bilanzbuchhalter zu bestehen, ist der Besuch eines vorbereitenden Kurses keine Pflicht, allerdings dringend zu empfehlen. Angeboten wird diese intensive Schulung von Akademien und Trägern in Vollzeit, als Fernunterricht-Einheit oder als E-Learning-Kurs. Eine Anregung für die beste Möglichkeit kann hier nicht ausgesprochen werden, denn ob man besser im Präsenzunterricht oder als Solo-Pauker lernt, muss jeder selbst entscheiden.

Die Ausbildungsinhalte sind umfangreich!

Die Ausbildungs- bzw. Prüfungsinhalte lesen sich wie ein finanz- und steuerrechtliches Fremdwörterbuch und beinhalten die folgenden Themen:

  • Kosten- und Leistungsrechnung (Kalkulationsmethoden, Erfolgsrechnung, Kostencontrolling und Kostenmanagement)
  • Finanzwirtschaftliches Management (Investitionsbedarf, Finanz- und Liquiditätsplanung, Kreditwesen, Absicherung)
  • Zwischen- und Jahresbilanzen (Buchführung, Bilanzierung, Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanzierung unter Steuererfordernissen, Recht)
  • Internationale Abschlüsse (Abschlüsse nach deutschem Handelsrecht, nach International Reporting Standards, nach International Accounting Standards)
  • Steuerrecht und Steuerlehre (Steuerbarkeit, Steuerbefreiungen, Steuerpflicht, Vorsteuerabzug, Umsatzsteuervoranmeldung, Umsatzsteuerjahreserklärung, Handelsrecht, Körperschaftssteuerrecht, Einkommenssteuerrecht, Steuerverfahrensrecht)
  • Berichtswesen (Analyse des Jahresabschlusses, Eigenkapitalrichtlinien, betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge)

Bilanzbuchhalter braucht jedes Unternehmen!

Der Job des Bilanzbuchhalters ist auf jeden Fall krisensicher, denn dass künftig wieder in Naturalien statt mit Geld gezahlt wird, ist eher unwahrscheinlich. Größere Betriebe leisten sich meist eine Buchhaltungsabteilung, die sich um die Finanzen kümmert. Dabei stehen Bilanzbuchhalter in der Regel an der Führungsspitze. Sie sorgen für die korrekte Kontierung der Rechnungen, für Monats- und Jahresabschlüsse sowie die Berichterstattung für Geschäftsführer und Abteilungsleiter. Die Anforderungen an diese Berufsgruppe sind absolute Verlässlichkeit und Verschwiegenheit, denn ein Bilanzbuchhalter hat Einblick in alle finanziellen Bereiche eines Unternehmens.

Ein kleiner Exkurs: Zeiten, in denen Outsourcing-Prozesse von sich reden machen, gefährden die Berufssparte der Bilanzbuchhalter nicht, denn sie reagieren auf diese Firmenveränderungen prompt. Selbstständige Bilanzbuchhalter mit und ohne Team sind vielleicht keine emotionalen Stützen mehr im Unternehmen, jedoch unterliegen sie ebenso den Diskretionsvereinbarungen. Meist betreuen sie dann Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern.

Die aktuelle Lage: Derzeit gibt es in Deutschland mehr Bilanzbuchhalter als Steuerberater. Wohin sich dieser Trend entwickeln wird, bleibt offen. Prinzipiell können Bilanzbuchhalter nach einer Praxisphase die Steuerberaterprüfung ablegen. Ob das vom Markt gefordert wird, ist unklar. Gegenwärtig zeigt sich, dass Unternehmen stärker auf Bilanzbuchhalter setzen.

Der Bilanzbuchhalter-Gehaltscheck im Überblick!

Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Bilanzbuchhalters liegt bei 45.800 Euro. Dabei hat das Kriterium Branche einen entscheidenden Einfluss auf das Gehalt. Gewinner sind die Angestellten im Industrie-, Handels- und IT-Bereich. Etwas weniger als der Durchschnitt verdienen Bilanzbuchhalter im Dienstleistungsbereich. Doch auch die Berufserfahrung in Jahren schlägt sich auf dem Lohnzettel nieder:

  • 0-2 Jahre Berufserfahrung: 43.000 bis 47.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • 3-5 Jahre Berufserfahrung: 47.000 bis 54.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • 6-9 Jahre Berufserfahrung: 53.000 bis 61.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • 10-15 Jahre Berufserfahrung: 60.000 bis 66.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • über 15 Jahre Berufserfahrung: über 65.000 Euro Bruttojahresgehalt

Damit trennt nur noch die Gehaltsstufe des Financial Analyst den Bilanzbuchhalter von dem Einkommen eines Buchhaltungsleiters. Mit folgendem Bruttojahresgehalt können Leiter der Buchhaltungsabteilung rechnen:

  • 3-5 Jahre Berufserfahrung: 60.000 bis 70.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • 6-9 Jahre Berufserfahrung: 69.000 bis 80.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • 10-15 Jahre Berufserfahrung: 77.000 bis 93.000 Euro Bruttojahresgehalt
  • über 15 Jahre Berufserfahrung: über 90.000 Euro Bruttojahresgehalt

Ideal sind Bilanzbuchhaltung und Controlling!

In Mittelstand sind „Biltroller“ (aus BILanz und ConTROLL) bereits Realität. Das bedeutet, dass Bilanzbuchhalter mit Controlling-Zusatzqualifikation oder Controller, die eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter nachweisen können, die gefragtesten Fachkräfte sind. Diese Berufskombination verrät einen weiteren Trend, nämlich den zur Mehrfachqualifikation. So verdient beispielsweise der Bilanzbuchhalter mit der Zusatzqualifikation „International“ rund 15.000 Euro mehr im Jahr als der Bilanzbuchhalter ohne diese Qualifikation.

Ein Blick in die Geschichte verrät noch eine andere Entwicklungstendenz. Den geringsten Gehaltsanstieg mussten Bilanzbuchhalter zwischen 2007 und 2010 hinnehmen. Von 2010 bis 2014 sind die Werte sogar gefallen. Aktuell stagnieren die erhobenen Mittelwerte statistisch betrachtet. Das heißt nicht, dass der Plan eines Buchhalters zur Gehaltsverhandlung ad acta gelegt werden sollte.

Den meisten Erfolg hatten übrigens die Befragten, die neben beruflicher Qualifikation auch soziale Kompetenz und Verhandlungsgeschick beim Gehaltsgespräch bewiesen haben.

Im Übrigen ist der Beruf des Bilanzbuchhalters nichts für diejenigen, die sich nach ihrem Abschluss auf den Lorbeeren ausruhen wollen, denn das Buchhaltungs- und Steuerwesen ist ständigen Änderungen unterworfen. Diese machen nicht nur den Blick ins Inhaltsverzeichnis einer Fachzeitschrift notwendig, sondern bedingen regelmäßige Weiterbildungen.

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Lecturio konnte in Zusammenarbeit mit der Steuer-Fachschule Dr. Endriss einen Online-Kurs erstellen, der Sie optimal auf die Prüfung zum Bilanzbuchhalter vorbereitet.

Dieser Online-Kurs beinhaltet den kompletten Vollzeitlehrgang (Teil A+B) und ermöglicht es Ihnen außerdem im Anschluss die Prüfung bei der Steuer-Fachschule Dr. Endriss und der IHK abzulegen. Die Aufteilung der Unterrichtsinhalte orientiert sich an der Gewichtung der einzelnen Fachgebiete in der Prüfung zum Bilanzbuchhalter (IHK) und umfasst:

  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Umsatzsteuer
  • Buchführung und Buchhaltungsorganisation
  • Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht
  • Grundlagen Bürgerliches Recht/Handels- und Gesellschaftsrecht,
  • Berichterstattung/Jahresabschlussanalyse
  • Einkommensteuer
  • Lohnsteuer
  • Internationale Rechnungslegung
  • Körperschaftsteuer
  • Internationales Steuerrecht
  • Finanzwirtschaftliches Management
  • Gewerbesteuer, Grundlagen zu VWL und BWL
  • Bilanzbuchhalter: Abgabenordnung
  • Sowie diverse Quizfragen Übungen zu den einzelnen Kapiteln

Zudem hat unser Kurs aktuellen Rechtsstand und wird regelmäßig aktualisiert.

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