Nach zahllos geschriebenen Bewerbungen, ist sie endlich da: Ihre Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Jetzt kommt es darauf an, einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen. Es gibt nur diese eine Chance, Ihren zukünftigen Arbeitgeber zu beeindrucken. Im Bewerbungsgespräch gibt es jedoch einige Tabus. Wenn Sie diese vermeiden, machen Sie bereits einen großen Schritt in Richtung Arbeitsvertrag! Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.
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Bild: Nixon Puppet von Roberto Rizzato Lizenz: CC BY-NC 2.0


Wir begegnen einem Menschen und schon binnen 15 Sekunden haben wir ihn eingeordnet. Eine Meinung ist schnell gebildet und kann nur schwer wieder rückgängig gemacht werden. Bei einem Bewerbungsgespräch kommt es darauf an, dass diese sehr geringe Zeitspanne optimal für Sie verläuft. Seien Sie authentisch, respektvoll und wertschätzend, schauen Sie Ihrem Gegenüber gerade heraus in die Augen und begrüßen Sie ihn mit einem Lächeln.

Zur Kleidung sei bemerkt: Tragen Sie kein T-Shirt, keine kurze Hose, Schlappen oder High Heels. Ein zu tiefer Ausschnitt oder zu kurzer Rock ist ebenso unangebracht. Ziehen Sie Kleidung an, die zum Job passt. Für einen Handwerkerberuf kann die Kleidung legerer sein, jedoch sauber, gepflegt und korrekt. Für Büro-, Bank- und Verkaufsjobs empfehlen wir Businesskleidung, Anzug oder Kostüm. Ihr Gegenüber soll neugierig darauf werden, was für ein Mensch Sie sind und wie Sie in das Unternehmen passen.

Tabu Nr. 1: Keine Kenntnis über Ihre eigene Bewerbung und Ihren Lebenslauf

Auf Grund Ihrer eingesandten Unterlagen wurden Sie zu einem Gespräch eingeladen. Es ist ein absolutes „No-Go“, nicht zu wissen, was Sie in Ihrer Bewerbung geschrieben haben. Ein geschulter Personalchef durchschaut sofort, wenn nicht Sie der Verfasser waren. Gezielte Fragen nach Stationen in Ihrem Lebenslauf oder Äußerungen in Ihrem Anschreiben beantworten Sie kurz und wahrheitsgemäß. Keine langen Phrasen, Erklärungen und Entschuldigungen.

Auch der zukünftige Chef darf nicht alles fragen. Erkundigungen nach der politischen Einstellung, nach Religionszugehörigkeit, sexueller Ausrichtung, Familienplanung und Schwangerschaft sind rechtlich nicht erlaubt. Sollten diese Fragen gestellt werden, können Sie höflich, aber bestimmt darauf hinweisen, dass es sich um Fragen handelt, die Sie nicht beantworten müssen.

Tabu Nr. 2: Sie wissen über die Firma und Art der Beschäftigung nicht Bescheid

Informieren Sie sich im Vorfeld über die Firma und den ausgeschriebenen Job, auf den Sie sich beworben haben. Dies wird vom Arbeitgeber vorausgesetzt. Da in der Stellenbeschreibung ohnehin die Anforderungen des Jobs aufgelistet sind, sollten Sie über den Arbeitsumfang genau Bescheid wissen. Machen Sie sich vor der Bewerbung ausführlich über die Firma kundig. Sammeln Sie sämtliche Informationen und hinterlassen Sie einen guten Eindruck. Doch nicht alles lässt sich recherchieren, sicher bleiben Fragen unbeantwortet.

Beim Bewerbungsgespräch werden Sie sicher hören: „Haben Sie noch Fragen?“ In dieser Situation ist es gut, wenn Sie sich im Vorfeld etwas dazu notiert haben, Sie können einen Notizzettel nutzen. Dies zeigt Ihr Interesse an der Firma und am Job. Wer keine Fragen hat, hat auch kein Interesse!

Tabu Nr. 3: Schimpfen über die letzte Arbeitsstelle

Unzufriedenheit und Frust über die letzte Arbeitsstelle interessiert den neuen Arbeitgeber nicht. Negative Äußerungen über die letzte Arbeitsstelle kommen extrem schlecht an, denn dies löst sofort Bedenken aus: Was werden Sie über die eigene Firma, sollte etwas nicht klappen, sagen?

Bei Fragen nach der letzten Stelle beantworten Sie diese korrekt und respektvoll dem letzten Arbeitgeber gegenüber. Es kann sein, dass Ihr letzter Chef wirklich „das Letzte“ war, aber behalten Sie dies bitte für sich und werden Sie nicht persönlich.

Tabu Nr. 4: Belügen Sie Ihren Gegenüber nicht

In der schriftlichen Bewerbung sind meist nur die Stärken aufgelistet. „Wie sieht es mit Ihren Schwächen aus?“ Meistens wird bei dieser Frage geflunkert. Doch jeder hat Schwächen. Ob es sich um exzessiven Schokoladenkonsum oder das maßlose Kaufen neuer Schuhe handelt: Die einen sehen dies als Schwäche, andere bewundern es. Solange die Schwäche nicht die Arbeitsleistung beeinträchtigt, wird diese kein Problem darstellen. Wenn es sich aber z. B. um einen Raucher handelt, der in einem Nichtraucherbüro arbeiten soll, wird es schwierig. Der Arbeitgeber wird kaum begeistert sein, wenn der neue Angestellte in regelmäßigen Zeitabständen aus dem Raum verschwindet, um zu rauchen. Seien Sie ehrlich und stellen Sie klar, worauf es Ihnen ankommt. Lösungen gibt es immer.

Tabu Nr. 5: „Keine Ahnung, wie viel ich verdienen will und warum ich hier arbeiten möchte.“

In jedem Bewerbungsgespräch gibt es zwei gefürchtete Fragen. Die erste ist: „Was wollen Sie verdienen?“ und die zweite: „Warum sollen wir gerade Sie einstellen?“ Recherchieren Sie im Vorfeld, mit welchem Jahresgehalt Sie im Allgemeinen rechnen können. Dabei kommt es auf Ihre Ausbildung, Vorkenntnisse und die bereits erworbenen Arbeitsjahre an. Nehmen Sie ein gesundes Mittelmaß, mit dem Sie zufrieden sind und nennen Sie bei dieser Frage eine Zahl. Reden Sie nicht darum herum, sondern seien Sie auch hier bestimmt in Ihrer Antwort.

Auf die Frage „Warum sollen wir gerade Sie nehmen?“ können Sie sich im Vorfeld ebenso vorbereiten. Zählen Sie möglichst keine Leistungen und Kenntnisse auf, die bereits im Lebenslauf und in der Bewerbung stehen. Eine Beschreibung der persönliche Kompetenzen sowie Ehrlichkeit mit einem Schuss Kreativität kann hier Vorteile bringen.

Übrigens: Wenn Sie etwas Auflockerung vor dem (vielleicht ersten) Bewerbungsgespräch brauchen, dann schauen Sie doch mal in dieses Funpaper: Mit welchen Antworten Sie sich am schnellsten aus dem Kreis der Bewerber verabschieden können.

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